wos Bienstag den 28. Februar. M 25. berhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Alreisblatt für den Areis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. 0 Annoncen: die einspaltige 1 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von te trennt* d. auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. dung* 28* 8 Amtlicher Theil. * 3 Betreffend: Gesetz, Aenderung der Wehrpflicht. B 2 k nr ma B n 9. ange 1 N 9* N 0 8 Latddun Unter Bezugnahme auf die in Nr. 22 des Kreisblattes von 1888 enthaltene„Aufforderung“ des Großherzoglichen Landwehr-Bezirks⸗ — alle Infanteristen aus 8 alle übrigen Ist diese Meldung bis zum die oben erwähnte„Aufforderung“ Friedberg den 2 kihkrung. 5. Februar 1888. Betreffend: Gesetz, Aenderung der Wehrpflicht. Obige Bekanntmachung wollen Plakate an zweckmaͤßigen, besonders ins Auf den einzeln gelegenen Küchte, at. zu Ober⸗Wöllstadt ausgebrochen war, w Freitag den N 2 1 Friedberg den 24. Februar 1888. 1 Jo. Nees, Erledigung. Me Crenberg erledigt zurück Friedberg den 21. Februar 1888. Commandos Friedberg wollen wir hiermit nocht — sich alle Die jenigen, im Jahre 1830 und spã 8 als Ersatz⸗Reservisten geübt haben und bereits dem Kreise Friedberg Waffengattungen aus dem Krei mündlich oder schriftlich unter Vorlage ihrer Mil 13. März 188s noch nicht bewirkt, Damit den in Frage kommenden Mannschaften G auf besondere Plakate Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Es wird hiermit zur offentlichen Kennti leder erloschen ist. n unterm 21. November v. J. erfolgtes Ausschreiben gegen Kaspar Benn nals darauf aufmerksam machen, da ter geborenen Personen N ß in Folge welche in se Friedberg bei dem Bezirksfeldwebel itärpapiere anzumelden haben. so tritt Bestrafun elegenheit geboten ist, sich mit den b iiß gebracht, daß die Maul- und Klauenseuche, Die über Hofraithe und Stall des don Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Sie sofort mehrmals durch die Schelle veröffentlichen Auge fallenden Stellen anbringen lassen. Gehöften, Bergwerken, Mühlen Froschhausen des neuen Wehrgesetzes vom der 11. Februar 1888 Armee und Marine gedient oder zum Landsturm entlassen sind, sofort und zwar: bei dem Bezirksfeldwebel Meyer, Schnellbacher g gemaͤß§ 67 des Reichsmilitärgesetzes ein. ezüglichen Bestimmungen vertraut zu machen, ist gedruckt und sind letztere an öffentlichen Stellen ausgehängt. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Friedberg den 25. Februar 1888. Polizeicommissariat Wickstadt. und die Ihnen kurzer Hand zugehenden u. s. w. ist die„Aufforderung“ besenders zu publiciren. Dr. Bradeu. die in der Stallung des Heinrich Gondolf III. ꝛc. Gondolf verhängte Sperre ist aufgehoben. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. nehme ich 7 1— 114 Dec Greßherzogli Der Erbgroß etphosphat Deutsches Reich. 1 Fbiehn * der Großher Darmstadt, 24. Febr. herzog begibt sich im Auftrage herzogs zur Beisetzung der Leiche Ludwig von Baden nach Karlsrube in tung des Gene allieutenants v. Westerweller und des Hauptmanns v. Schwartzkoppen. p. Darmstadt. Die Sitzungen der zwei— en Kammer vom Donnerstag und varen der Berathung über die Ausgaben für . das Schulwesen gewidmet. Zunächst wuͤnschte ii Regierung das Schulgeld für Gymnasien ind Realgymnasien mit Rücksicht auf den das Zedürfniß meist übersteigenden Zudrang zu brling iesen Schulen und die dadurch dem Staat and den Gemeinden erwachsenden Mehrausgaben im 12 M. zu erhöhen. Nach sehr lebhafter Debatte, in welcher die Abgg. Wasserburg, Schade, Arnold, Osann gegen die Erhoͤhung, Volfskehl, Friedrich, Metz(Darmstadt), Berg— sräßer, Schroeder, Lautz, Böhm, Ohly fur Ape Erhöhung sprachen, wurde durch Mehrheits— = beschluß die beantragte Erhöhung genehmigt. Leine Erhöhung des Schulgeldes für die Real— culen ist keineswegs beabsichtigt, man gab viel— nehr allseitig dem Wunsche Ausdruck, daß die Zahl dieser Anstalten, welche sehr segensreich vken, ständig wachsen möge. Ferner will die segierung die academisch gebildeten Lehrer an de Realschulen, welche zur Zeit einen Gehalt n 20003800 M. beziehen, den mit einem Gehalt bis zu 4600 M. versehenen Lehrern an — e Gymnasien und Realgymnasien gleichstellen, den Realschulen tüchtige Lehrer zu erhalten. De Vorlage wurde angenommen. Als Folge on Limon. 7 „ Lahnseile iert 1 1 ru 91 ——— wollt, de Gleichstellung der Lehrer wurde von der IL„ gierung eine Erhöhung der Gehalte der ee! Direktoren der Realschulen und Seminarien f Celle, e 4800 M. verlangt, auf Antrag der Abgg— ae, egroeder, Osann, Graf Oriola aber diese Ge— 1. hate auf 40004800 M. festgesetzt, damit 1 J des Prinzen Freitag bewilligte man nicht der Mißstand eintrete, daß junge toren von vornherein einen zu hohen beziehen. Die auf dem vorigen Landtag stellten ge lksschulen auf auf Anfrage des Abg. Schroeder erklärt wurde, von der Regierung auf ihre finanzielle Tragweite geprüft. Ferner die Bedürfnisse der sämmtlichen Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen und genehmigte die Umwandlung des Offenbacher Realgymnasiums in ein Gymnasium. Die Ge—⸗ hälter der Vorsteher und Lehrer der Lehrer— Präparanden-Anstalten wurden um 200 Mk. er⸗ höht. Es wurde der Wunsch laut, man moge die Frage der Gehaltserhöhungen nicht von Fall zu Fall, sondern allgemein und endgültig regeln. Als Staatsbeitrag zu den Besoldungen und Pensionen der Volksschullehrer wurden 622,000 M.(42,000 M. mehr) bewilligt. Der Zwischen fall der Inhaftirung des sozialdemokratischen Abg. Joͤst fand befriedigende Erledigung. Die Kammer ersuchte die Regierung, ohne auf die Rechtsfrage einzugehen, Jöst mit Rück— sicht auf die Interessen seines Wahlkreises frei zu lassen. Die Regierung entsprach diesem Er— suchen. Die Regierung will die Bücher unserer Hofbibliothek gegen Feuersgefahr versichern, die Kammer war damit einverstanden und wünschte auch Versicherung der Kunstsamm— lungen unseres Museums und der Gemälde gallerien. Für Kreisärzte und Kreisveterinär— ärzte wurden 118,000 M. bewilligt und nach! Befürwortung durch die Abg. Schade, Pfann stiel u. A. heschlossen, die Regierung zu ersuchen die Bezahlung praktischer Thierärzte auf dem Lande in Erwägung zu ziehen, damit auch die ärmeren Landeskheile keinen Mangel an Thier— ärzten haͤtten. Bei dieser Gelegenheit erklärte die Regierung auf Anfrage des Abg. Schade, Anträge auf Uebernahme der Kosten dee Beglei- hoheren Schulwesens und der Vo den Staat werden, wie daß nur die angestellten Aerzte gesetzlich zur Direk- Hilfeleistung in Krankheitsfällen verpflichtet seien. Gehalt] Bei „ Alicestift“ bei Darmstadt regte Abg. Schroeder dem Etat der Anstalt für Blödsinnige an, ob nicht das Pflegegeld für Unbeuttelte eine Herabsetzung erfahren könne. Die Regie— rung verhält sich zu dieser Frage nicht ganz ab⸗ lehnend. Im Laufe der Samstagssitzung ging man zu den Ausgaben für die Landwirthschaft über und gaben hierbei die Abgg. Graf Oriola, Michel, Osann, Erk den Klagen über die in den Handen des Generalsekretärs liegende Lei— tung des Landwirthschaftlichen Vereins beredten Ausdruck.. Berlin, 23. Februar. Nach hier ein⸗ getroffenen Meldungen aus San Remo hatte der Kronprinz, dessen Befinden gestern Abend recht befriedigend war, leider keine so gute Nacht wie gestern. Heute Morgen indessen war sein Zustand derselbe wie gestern Morgen. Nach der„Vossischen Zeitung“ durfte der Kronprinz heute seine Stimme gebrauchen. Auch gestern soll er gesprochen und geäußert haben, er fühle sich wohl. 24. Febr. Dem Kronprinzen ist nach einem Bericht der„Voss. Ztg.“ der gestrige kurze Aufenthalt in der frischen Luft gut bekommen. Derselbe sollte deßhalb heute, da in San Remo sonniges Wetter heerschte, wiederholt werden. Die Stimmung des Kron— prinzen ist durch die Trauernachricht aus Baden unguͤunstig beeinflußt. Der erste Theil der letz⸗ ten Nacht war gestoͤrt; in der zweiten Haͤlfte schlief der Kronprinz recht gut. Er erschien heute Nachmittag auf dem Balcon und hatte spaͤter erfrischenden Schlaf. Husten weniger haͤufig, Auswurf geringer, kein Kopfweh, Tem— peratur normal. Professor Gerhard ist gestern nach San Remo abgereist. Der Prinz von Wales ist gestern von San Remo nach Cannes zurückgereist.— 25. Febr. Der„Reichsanzeiger“ veroffentlicht folgendes Bulletin aus San Remo von heute Vormittag: Die Nacht brachte dem — 3 Kronprinzen mehrstündigen erquickenden 1 Wegen des Fortbestehens des Hustens und Aus- wurfs ist mit Genehmigung des Kronprinzen der, von den Aerzten vorgeschlagene Professor Kuß maul(Straßburg) zur Consultation hierher be— rufen worden. Dem„Berliner Tage-Blatt“ wird hierüber gemeldet: Als die Aerzte sahen, daß die Heilung des Kronprinzen nach der Tracheotomie weit langsamer von statten ging, als das gewöhnlich der Fall ist, verursachte dies natürlich die groͤßte Besorgniß, und die Aerzte zogen in Erwägung, auf welche möglichen Ur— sachen das schwache Rekuperativ-Vermögen des Kronprinzen wohl zurückgeführt werden müsse. Da Lungenaffectionen bekanntlich häufig auf die Tracheotomie folgen, so war es natürlich, daß die Aufmerksamkeit der Aerzte sich ganz beson— ders auf die Lunge des Kronprinzen richtete. Da Professor Kußmaul als vorzüglicher Arzt bekannt ist, welcher den Lungenleiden seine be— sondere Aufmerksamkeit gewidmet hat, so schlug Prof. v. Bergmann Kußmaul's Berufung zur be— sonderen Berichterstattung über die Lunge des Kronprinzen vor.— 26. Febr. Der Kronprinz verbrachte in Folge des erquickenden Schlafes der vorangegangenen Nacht gestern einen befrie— digenden Tag.— Der„Augsb. Abend-Ztg.“ wird unterm 25. aus Berlin gemeldet:„In ärztlichen Kreisen verlautet gerüchtweise, daß demnächst wichtige Vorgänge in San Remo be— vorstehen. Man erwartet eine neue Operirung des Kronprinzen“ Wir geben diese Nachricht indessen nur mit allem Vorbehalt wieder. — Nach einer Pariser Meldung der „Kreuzztg.“ wird erzählt, daß Beweise dafür vorhanden seien, daß die gefälschten Actenstücke vom Herzog von Montpensier herstammen und durch seine Tochter, die Gräfin von Paris, an die Prinzessin Waldemar nach Kopenhagen be— fördert worden sind. Die Enthüllung soll von der Schwester des Herzogs, der Prinzessin Clementine, herrühren. — 23. Febr. Der Reichstag setzte die Etatsbera— thung fort. Die Etats der Zölle und Stempelabga— ben werden unverändert bewilligt. Beim Etat des Reichsschatzamts beantragt die Commission, den Beitrag für die Straßburger Universität von 400 000 Mark unter den fortdauernden, anstatt unter den einmaligen Ausgaben zu bewilligen. Der Antrag der Commission wurde angenommen. Eine Reihe Specialetats wurden genehmigt.— 24. Februar. Der Reichstag nahm den vom Abg. Goldschmidt eingebrachten Gesetzentwurf, betreffend den Verkehr mit bleihaltigen und zinkhaltigen Gegenständen in erster und zweiter Lesung an, nachdem Staatssecretär v. Bötticher die Zustim— mung zu demselben ausgesprochen. Ein Zusatz— antrag von Meyer(Jena), wonach auch die von Klempnern und Zinkgießern hergestellten Gegen— stände erst von October 1889 ab unter das Ge— setz fallen sollen, wurde abgelehnt. Das Vogel— schutzgesetz wurde in zweiter Lesung mit einigen unerheblichen Abänderungen genehmigt, hierauf eine Anzahl von Petitionen erledigt.— 25. Febr. Der Reichstag genehmigte in dritter Lesung den Meistbegünstigungs Vertrag mit Paraguay und nahm in dritter Lesung das Reliktengesetz mit dem Antrag Bernuth, betreffend die Anrechnung der an die Landesanstalten entrichteten Relikten— beiträge an. Staatssecretär v. Boetticher hatte erklärt, er glaube nicht, daß durch die Annahme des Antrags Bernuth die Annahme des Gesetzes im Bundesrath gefährdet werde. Der Reichs— tag erledigte schließlich eine Reihe von Petitionen nach den Anträgen der Commission. Karlsruhe, 25. Febr. Die Leiche des Prinzen Ludwig kam nach dem„Fr. J.“ mit einem Extrazug mit dem Großherzog, der Groß— herzogin, dem Hofstaat, sowie Prälat Doll im Ornat, hier an, außerdem Prinz Max und Prinzessin Mary. Nach einem kurzen, erschüttern— den Empfang durch die Prinzen Wilhelm und Karl nebst Gemahlinnen, bewegte sich der Lei— chenzug nach der Schloßkirche. Eine große Menschenmenge bildete lautlos Spalier. Ausland. Frankreich. Paris, 23. Febr. In der Kammer stellen bei Berathung der Etatposition für die geheimen Fonds die Minister Tirard und Sarrien die Vertrauensfrage. Der Berichter— statter der Budgeteommission erklärt die geheimen Fonds für unverträglich mit einer demokratischen Regierung. Die Commission könne ihre Ueber— zeugung nicht opfern. Der Conseilspräsident betont die Nothwendigkeit der geheimen Fonds, namentlich zu Maßnahmen für Spionage, auf welches Mittel nationaler Vertheidigung die Re— gierung nicht verzichten könne. Die Kammer bewilligte die geheimen Fonds mit 248 gegen 220 Stimmen. — 25. Febr. In diplomatischen Kreisen ist nichts davon bekannt, daß Frankreich den russi— schen Vorschlag bereits angenommen habe. Die Unterhandlungen dauern noch fort. Belgien. Brüssel, 24. Febr. Hauptmann van de Velde, welcher die Expedition zur Auf— suchung Stanley's leiten sollte, fand nach dem „Fr. J.“ den Tod in Inner-Afrika, das gleiche Schicksal erfuhr Lieutenant Warlomont. Die Aufregung ist hier sehr groß Italien. Rom. Der Kriegs- und Ma— rineminister werden in der Kammer eine Vorlage wegen eines Credits von 24 Million für außer— ordentliche Militär-Erfordernisse einbringen. — 24. Febr. Aus Massauah wird gemeldet, daß ein zur Recognoscirung nach Ailet mar— schiertes Jägerbataillon ohne jeden Zwischenfall zurückgekehrt sei.— Doctor Rogazzi reist dem— nächst nach Schoa um dem Könige Menelik Ge— schenke und ein Schreiben des Königs von Italien zu überbringen. — 25. Febr. In den hiesigen militärischen Kreisen verfolgt man, wie man dem Fr. J. be— richtet, die kriegerischen Vorkehrungen Frankreichs an der italienischen Grenze mit wachsendem Miß trauen. Namentlich erregt die bedeutende Ver— stärkung der französischen Grenzgarnisonen Befrem— den. Thatsache ist, daß die zuletzt aus Tongking heim— gekehrten 7 Bataillone hart an der Grenze, in Chambéry, Moutmelian, Modane und Lans— lebourg untergebracht wurden. Auch wird an den französischen Sperrforts von Chambéry und Montmelian bis Thermignon trotz ungünstiger Witterung mit aufsehenerregendem Eifer gearbei— tet. Das Gleiche ist bei Briangon der Fall. Dies— seits werden bei der notorisch schwachen italieni— schen Grenzbesatzung Gegenmaßregeln erwogen. San Remo, 26. Februar. Das englische Mittelmeer-Geschwader, bestehend aus 6 Panzer— schiffen und einem Aviso, auf der Fahrt von Spezzia nach Gibraltar, ist gestern in der Bucht von San Remo eingetroffen. Die Kronprinzessin fuhr gestern Nachmittag auf dem„Barbarigo“ nebst Familie und dem Großherzog von Hessen hinaus auf die Rhede und empfing den Admiral Hewett. Serbien. Belgrad. Der russische Mi— nisterresident Persiani wird demnächst sein Ab— berufungsschreiben überreichen, auch das höhere Legationspersonal wird bereits gewechselt. Man legt dieser Veränderung politische Motive bei, an einer Stelle verlautet sogar, General Kaul— bars solle der Nachfolger Persiani's werden. Rußland. Petersburg. Die hiesigen Blätter bekunden eine tiefe Mißstimmung über das Zögern einzelner Mächte betreffs einer Zustimmung zu den Vorschlägen Rußlands bezüglich Bulgariens. Namentlich erregt die Haltung Oesterreichs Unwillen. Die Mehrzahl der Blätter drückt sich dahin aus, daß ein längerer Widerstand Oesterreich-Ungarns dessen Absicht bedeute, Ruß— land zum Kriege zu reizen. Auch das neuerliche Sinken des Rubelcourses in Berlin wird übel vermerkt. — Eine Warschauer Nachricht meldet den Ausbruch von Unruhen an der chinesisch-russi— schen Grenze in der Mandschurei— Aus Stadt und Land. s. Vad⸗Nauhelm. Eine Wildsau⸗Jagd innerhalb der Grenzen unserer Stadt dürfte gewiß zu den im An⸗ zeiger zu veröffentlichenden Gegenständen gehören. Einer unserer Nachtwächter kehrte gezen Morgen von seinem Wächterdlenste nach Hause zurück und bemerkte beim Be⸗ treten seines Hofes in einer Ecke einen schwarzen Gegen⸗ stand; er sah näher zu und fuhr entsetzt zurück, denn es war, soviel sich im Zwielicht erkennen ließ, eine leibhaf⸗ tige Wildsau. Er eoneentrirte sich schleunigst rückwärts und weckte einlge Nachbarsleute, welche bewaffnet mlt Knütteln und Mistgabeln dem Ungethüm tapfer zu Leibe rückten. Als die bewaffnete Schaar sich nahte, bewegte sich das Unthter und schleunigst nahmen die Angreifer Relsaus, hinter ihnen aber ertönte ein schüchternes„Mäh“ —— von dem aus dem Stalle entkommenen schwarzen Schaaf-Lamm. Gleßen. Für die Schwurgerichts Sitzungen des J. Quartals wurde folgende Personen als Geschworene gezogen; die Sitzungen beginnen am 12. März: Bast, J., Bürgerm. in Beltershain; Horst, J III., Betgeordn. in Unter ⸗Seibertenrod; Volk, L. XIII., Bürgerm. in Allendorf; Schäfer, H., Rentner in Lich; Christ, Georg, Förster in Ober⸗Ohmen; Schultheiß, H. II., Gärtner in Steinfurth; Bender, H. L., Fabrikant in Gießen; Stahl, H., in Kloppenheim; Seilbach, J., Landw. in Ralnrod; Keller, A, Kaufm. in Gießen; Keßler, J. VII., Landw. in Großen-Linden; Rückel, W., Bürgerm. in Betten— hausen; Lauterer, Kammerrath in Lauterbach; Schmidt, K, Landw. in Strebendorf; Dern, A. III., Gemeinde⸗ rechner in Lang Göns; Schüler, W. Dr., Rechtsanwalt in Gießen; Braune, Th. W. Dr., Professor in Gleßen; Oncken, W. Dr., Prof. in Gießen; Loth, L, Beigeordn. in Kirschgarten; Krauße, R., Kaufm. in Großen Linden; Lutz, E., Landw. in Hainbach; Sander, J., Gastw. in Gießen; Lenz, Ph., Beilgeordn. in Albach; Seibert, K., Bäcker in Hungen; Pichler, K., Dr. Prof. in Gießen; Koch, H., Landw. in Stockheim; Becker, W. X., Beige⸗ ordneter in Alten-Buseck; Oriola, Graf W., zu Büdes⸗ heim; Westernacher, R., Pachter in Lindheim; Stichte— noth, Ferdinand, Kaufmann in Lauterbach. Allerlei. g. Frankfurt. Ungeachtet aller Unbilden dieses gestrengen Nachwinters haben wir einen Platz in Frank furt, wo wir den Frühling in vollster Pracht entfaltet sehen. Im üppigsten Grün einer herrlichen tropischen Flora empfängt uns das Palmenhaus. Mit Entzücken ruht das Auge auf diesen vielen Variationen von Grün und Blätterformen, vom zierlichen Lyeopodium, den ver— schledenartigen Farnwedeln bis zu den monströsen satt— grünen Blättern des Sabal. In der sogenannten Blüthen⸗ Gallerie beherrscht die Gärtnerei ein weltumfassendes Reich, Kinder aller Zonen und Länder, von kundigem Auge malerisch und schön gruppirt, stehen hier in dichten Gruppen und zeigen ihre Tausende von Blüͤthen in allen Formen und Farben. Ein wunderbares Arom entströmt den Orchideen, Hyaeinthen, Akazien, Narzissen, Tazetten, Malbluͤmchen, Alpenveilchen ze. Magdeburg. Der vom Reichs-Gericht zu 8 Mo— naten Festung verurtheilte Köchlin hatte am 18. Februar hier seine Strafzeit verbüßt. In der Freitagnacht wurde ihm die Mitthetlung seiner Entlassung zugleich mit der Nachricht, daß er die Reichs-Lande zu verlassen habe. Köchlin ist Samstag Abend in Begleitung seiner Familte, die seit längerer Zeit in Magdeburg Wohnung genom— men, nach Parts abgereist. Danzig, 24. Febr. Von hier wird der„K. Ztg.“ gemeldet: Von 20 Booten, welche mit voller Besatzung gestern vom Fischerdorfe Heubude ausfuhren, sind nur wenige zurückgekehrt. Ein heftiger Schneesturm über⸗ raschte die Fischer auf See und brachte die Boote zum Kentern. 20 Familien-Väter und deren Söhne sind er⸗ trunken, viele werden außerdem noch bis heute vermißt. Bergamo, 24. Febr. Eine ungeheuere Lawine be— grub in Valorta eine Hütte mit 38 Personen, wovon 7 als Leichen um 10 Uhr Abends herausgeholt wurden; auch in Valbella wurde eine Hütte mit 4 Personen verschüttet. Rom, 24. Februar. Der Tiber hat die niedrigen Theile Roms überschwemmt. Gliederung der Wehrpflicht. Nach dem Reichs-Gesetze vom 11. Februar 1888 gestaltet sich das Dienst- und Wehrpflicht⸗ Verhältniß nunmehr wie folgt: I. Für die zum activen Dienst Ausge⸗ hobenen und für die freiwillig Ein- getretenen: Active Dienstpflicht: 3 Jahre, Einj.⸗Freiw. N Reserve: Einj.⸗Freiw. Landwehr 1. Aufgebots: Landwehr 2. Aufgebots: Landwehr 3. Aufzebots: 8 Regelmäßig beginnt diese Dienstzeit im 20. und endet mit Vollendung des 45. Lebensjahres. Wer vor dem 20. Lebensjahr zugegangen ist, bleibt nach vorhergegangener zwölfjähriger Dienstzeit nur sechs Jahre in der Landwehr des zweiten Aufgebots. Solche welche erst mit 21—22 Jahren oder später den activen Dienst angetreten haben, treten am 1. April jenes Jahres, in welchem sie das 39. Lebensjahr vollenden, zum Lan d⸗ sturm 2. Aufgebots über;— im Land— 12 8 Leben gandst f densel II. Etse ö Land band Die D get bo sollen vorgel dlese! Untere beschrã dußeru⸗ neuen Ba Die auf den Arbeiter an den Bu! 835 Die in Heft, Hhacktner an * Die pda. fülle N U pflichtigen, ohne Rücksicht auf das Zugangsjahr, bis zum vollendeten 45. Lebensjahr. Personen, welche vor vollendetem 20. Lebens— jahr und vor dem 1. April 1870 in Dienst ge— treten sind, werden nicht mehr bei der Landwehr 2. Aufgebots, sondern sofort beim Landsturm 2. Aufgebots zugeführt. Wehrpflichtige, welche nach vollendetem 42. Lebensjahr vor dem 11. Februar 1888 aus dem Landsturm bereits geschieden waren, treten in denselben nicht mehr zurück. II. Für die geübte Ersatz⸗Reserve: Ersatz⸗Reservepflicht: 12 Jahre(vom 20. mit 31. Jahre.) Landwehr 2. Aufgebots: 7 Jahre(vom 32. mit 38. Jahre.) Landsturm 2. Aufgebots: 7 Jahre(vom 39 mit 45. Jahre.) Die Dieunstpflicht aller Ersatz Reservisten rech— net vom J. Oktober jenes Jahres, in welchem der Wehrpflichtige das 20. Lebensjahr vollendet; solche, welche ohne eigenes Verschulden erst später der Ersatz-Reserve überwiesen wurden, verbleiben in dieser entsprechend kürzere Zeit. III. Nicht geübte Ersatz⸗Reserve: Ersatz⸗Reservepflicht: bisher. Etsatz⸗Res. 1. Cl. 5 J., Landsturm 1. Aufgebots: nunmehr 12 J J. 1 sturm 2. Aufgebots verbleiben alle Wehr- bisher. Ersatz- Res. 1. Cl. 14 J., nunmehr 7 J. Landsturm 2. Aufgebots: bisher. Ersaßz⸗ Res. I. Cl. 7 J., nunmehr 7 J. Die bisherigen nicht übungspflichtig gewe— senen Ersatz-Reservisten 1. Cl. treten schon nach 5 Jahren aus der Ersatz Reserve zum Landsturm 1. Aufgebots über; diese 5 Jahre rechnen jedoch vom 1. Oktober jenes Jahres, in welchem der Wehrpflichtige der Ersatz-Reserve 1. Classe über— wiesen wurde. Die bisherige Ersatz-Reserve 2. Classe tritt nunmehr zum Landsturm 1. Aufgebots und vom 31. März des 39. Le— bensjahres zum Landsturm 2. Aufgebots über, welchem sie bis zum vollendeten 45. Le— bensjahre angehört. Wehrpflichtige, welche niemals im stebenden Heere gedient haben und nie der Ersatz Reserve zugewiesen waren, ge— hören: vom vollendeten 17. mit 38. Lebensjahre zum Landsturme 1. Aufgebots. Wehr— pflichtige, welche bei der Musterung und Aushebung, oder auch später, wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen dauernd dienstunbrauch bar befunden worden, unterliegen dem Aufruf zum Landsturm nicht. Repertoir-Entwurf der vereinigten Stadt- Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 28.: Die Jüdin. Gewöhnliche Preise. An fang 1/7 Ubr. Mittwoch den 29.: Vorstellung bei ermäßigten Pressen. Vorletztes Gast Spiel des Herrn Philipp: Farinells. Farsnellt: Herr Philipp. Außer Abonnement. An- fang ½7 Uhr. Donnerstag den 1. März: Tell. Arnold: Herr Naval als Gast. Gewöhnliche Preise Freitag den 2.: Geschlossen. Samstag den 3.: Der fliegende Holländer. Preise. Anfang ½7 Uhr. Sonntag den 4.: Zum ersten Male: Gloconda. Oper in Anfang ½7 Uhr. Gewöhnliche 4 Akten von A. Ponchiellt. Große Prelse. An⸗ fang ½7 Uhr. Schausplelhaus. Dienstag den 28.: Registrator auf Reisen. Große Pr. Anfang ½7 Uhr. Mittwoch den 29.: Marla Stuart. Große Preise. An⸗ fang 127 Uhr. Donnerstag den 1. März: Geschlossen. Frestag den 2.: Zum ersten Male: Andrea. Schauspiel in 6 Abtheilungen von V Anfang ½7 Uhr. Samstag den 3.: Zum ersten Male wlederholt: Andrea. Große Prelse. Anfang ½7 Uhr. Sonntag den 4. Nachmittags 31½ Uhr: Alt⸗ Frankfurt. Außer Abonnement. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Kabale und Liebe. Große Preise— Anfang 7 Uhr. Sardou. Große Preise. 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Ansprüche jeder Art an dlese Parzellen sind binnen 14 Tagen um so gewisser bei interzeichnetem Gerichte geltend zu machen, als sonst die beschränkten Einträge im Grundbuch gelöscht, die Ver- zußerungen bestätigt und die Items auf die Namen der teuen Erwerber überschrieben werden sollen. Bad Nauheim den 14. Februar 1888 Großherzogliches Amtsgericht Bad Nauheim Bauer. 932 Sch ü tz. * Arbeits-Vergebung. Dienstag den 28. Februar, Vormittags 10 Uhr, follen auf dem hiesigen Bürgermeisterel-Büreau die Chaussir Arbeiten am Espaerweg, veranschlagt zu 1000 Mark, en den Wenigstnebmenden öffentlich vergeben werden. Butzbach den 22. Februar 1888. Großherzogliche Bürgermetsterei Butzbach. 25. Küchel Bekanntmachung. Die Holzversteigerungen vom 16. und 17. d. Mts. m hiesigen Gemeindewald sind genehmigt und kann bei trockener Witterung jeden Tag gefahren werden. Oambach den 23. Februar 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Gambach. Reuhl. Bekanntmachung. Die am 13. d. Mts. im Münsterer Gemeindewald dogebaltene Holzversteigerung ist genehmigt und der erste Fahrtag auf Donnerstag den 1. März bestimmt worden. Münster den 24. Februar 1888. Großherzogliche Bürgermermeisterel Münster. Neineck. 726 — 9 2 Versteigerungs⸗Anzeige. Mittwoch den 29. Februar l. J, Nachmittags 3 Uhr, erden in Philippt's Felsenkeller in Friedberg 1 Cassaschrank, 2 Wagen, kleiner Wagen und sonstige Gegenstände gen Baarzahlung verstelgert. Versteigerung sicher. Friedberg, 24. Februar 1888. König, 18 Gerichts vollzleher. Schüler Wöbs, als beschränkt zugeschrtiebene Herrn Kirchenratbs Baur in dessen Bebausung nächst Nr. 51, 571 Mobiliar-Versteigerung. anfangend, werden auf Antrag der Erben des verst. der Stadtkirche nachfolgende Mobilien gegen Baarzahlung versteigert: 1 Clavier, 3 Sopha, Commoden, Kleiderschränke, 2 vollständige Betten, große und kleine Bettstellen, Tische, Stühle, Sessel, Spiegel, Bücher, Noten, Weißzeug, 1 Küchenschrank, Porzellan, 2 Oleander Holz, Koblen, sowie sonstige Haus, Küchen- und Gartengeräthschaften. Die Versteigerung wird Freitag den 9 März cr., Vormittags 9 Uhr fortgesetzt. Friedberg im Februar 1888. A 1 Auctionator. Export- Apfelwein, Apfelwein- Champagner, Johannis- und Stachelheerwein, Meiss- und Rothwein Geh& Koch. Vilbel bet Frankfurt a M. billigst. Das große Bettfedern Lager William Lübeck in Altona 1 versendet zollfret gegen Nachnahme(nicht unter 10 Pfund) gute neue Bettfedern für 60 Pf. das Pfund, vorzüglich gute Sorte M. 1.25, prima Halbdaunen M. 1.60 und M. 2. 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