— 4 4 a7 Nnagel. —. 2 1888. Donnerstag den 26. Januar. 2 I. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch. j 1. 771 1 Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Diensta 1 und Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstag und Samfiag. N Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(oweit Letztere nicht Jahres conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, die Zurückstellung der Reserve, Ersatz-Reserve und Landwehr⸗Mannschaften betreffend. Nachstehende Bestimmungen über die Zurückstellung der Reserve, Ersatz-Reserve und Landwehr-Mannschaften rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhaͤltnisse werden hiermit für die Betheiligten zur offentlichen Kenntniß gebracht. Bis zu Ende nächsten Monats haben die Großherzoglichen Bürgermeistereien die bei ihnen vorgebracht werdenden Gesuche anher einzusenden. Friedberg den 19. Januar 1888. Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatzcommission Friedberg. Dr. Braden. J. Bei nothwendigen Verstärkungen oder Mobilmachungen werden die Mann und darüber elne an den Ctvilvorsitzenden der Ersatzeommission einzureichende Nach⸗ schaften des Beurlaubtenstandes, sowelt die militärischen Interessen es gestatten, nach weisung aufstellt, aus der nicht nur die militärischen, bürgerlichen und Vermögens⸗ den Jahresklassen, mit den Jüngsten beginnend, einberufen. Hierbei können dringende[ Verhältnisse der Blttsteller sondern auch die obwaltenden besonderen Umstände er⸗ häusliche und gewerbliche Verhältnisse derartige Berücksichtigung finden, daß Reser sichtlich sind, vurch welche eine zeitwelse Zurückstellung bedingt werden kann. 2) Die visten hinter die letzte Jahresklasse der Reserve ihrer Waffe oder Dienstkategorte, J eingereichten Gesuche unterliegen der Entschetdung der verstärkten Ersatzeommission, Landwehrmannschaften aber, sowie in besonders dringenden Fällen auch einzelne[welche im Anschluß an das Musterungsgeschäft in öffentlich bekannt zu machenden Reservisten, hinter die letzte Jahresklasse der Landwehr ihrer Waffe oder Dienst Terminen jährlich einmal Sitzung baͤlt. 3) Das Verfahren der verstärkten Ersatz⸗ kategorie zeitweise zurückgestellt werden. Jedoch darf in keinem Aushebungsbezirke] commission beim Classificattonsgeschäft regelt sich nach§. 30,7 des Reichsmilitär— die Zahl der hinter der letzten Jahresklasse der Reserve zurückgestellten Mannschaften gesetzes. 4) Die Entscheidungen sind entgültig, insofern nicht der Militärvorsitzende zwei Prozent der Reserve und Landwehr übersteigen. Auf die Dauer der Gesammt auf Grund des F. 30,7 des Reichsmllitärgesetzes Einspruch erhebt. 5) Die vorge⸗ dienstzeit(Dienstpflicht) hat die Zurückstellung keinen Einfluß. dachten Entscheidungen behalten ihre Gültigkeit nur bis zum nächsten Classifications⸗ II. Zurückstellungen im Sinne der vorbezeichneten Festsetzungen dürfen aus[ termin. Im Falle des Bedürfnisses sind Anträge auf weitere Zurückstellung alsdann folgenden Gründen(Classificattonsgründe) eintreten: a. wenn ein Mann als der zu erneuern. 6) Wenn Mannschaften aus einem Aushebungsdezirk in einen anderen einzige Ernährer seines arbeitsunfähigen Vaters oder seiner Mutter, beziehungsweise verziehen, so erlischt die gewährte Zurückstellung. seines Großvaters oder seiner Großmutter, mit denen er dieselbe Feuerstelle bewohnt, IV. Die vor erfüllter getiver Dienstpflicht auf Reelamatlon entlassenen Mann⸗ zu betrachten ist, und ein Knecht oder Geselle nicht gehalten werden kann, auch durch bleiben bis zu dem ihrer Entlassung zunächst folgenden Classificationstermin die der Familie bei der Einberufung gesetzlich zustehende Unterstützung der dauernde die letzte Jahresklasse der Reserve zurückgestellt und haben demnächst etwaige Ruin des elterlichen Hausstandes nicht abgewendet werden könnte; b. wenn die Anträge auf weitere Zurückstellung, wie alle übrigen Mannschaften zu stellen. Wenn Einberufung eines Mannes, der das drelßigste Lebensjahr vollendet hat und Grund- nach dem allgemeinen Entlassungstermin der Reserven dringende Verhältnisse die so⸗ besitzer, Pächter, oder Gewerbtreibender, oder Ernährer einer zahlreichen Familte ist, J fortige Zurückstellung einzelner der entlassenen Mannschaften gerechtfertigt erscheinen den gänzlichen Verfall des Hausstandes zur Folge haben und die Angehörigen selbst lassen, so kann die vorläufige Zurückstellung solcher Mannschaften bis zum nächsten bei dem Genusse der gesetzlichen Unterstützung dem Elende preisgegeben würden; Classifieationstermin binter die letzte Jahresklasse der Reserve durch schriftliches e. wenn in einzelnen dringenden Fällen die Zurückstellung eines Mannes, dessen Uebereinkommen der ständigen Mitglieder der Ersatzeommission verfügt werden. In geeignete Vertretung auf keine Weise zu ermöglichen ist, im Interesse der allgemeinen J andern Landeskultur und der Volkswirthschaft für ungbweislich nothwendig erack wird lungen unstat Mannschaften, welche in Gemäßheit des§. 67 und 69 des Reie wegen Controlentziebung nachdienen müssen, haben jedoch auch in d Fällen keinerlei Anspruch auf Zurückstellung. III. In Bezug auf das Verfahren bei derartigen Zurückstellungen bestehen folgende Vorschriften: 1) die Mannschaften der Reserve, Landwehr, Seewehr und Exsatzreserve erster Classe, welche auf Zurückstellung Anspruch machen, baben ihre Gesuche bei der Bürgermelsterei ihres Wohnortes anzubringen, welche dieselbe prüft den unter II. vorbezeichneten Fällen sind außerterminllche Zurückstel⸗ haft. Insbesondere sind Gesuche um Zurückstellung im Augenblick der Einberufung unzulässig. Eine Wiederentlassung einzelner einberufener Mann— n vorgenannten schaften kann nur ausnahmswerise auf dem im F. 82,2 und F. 100,3 der Ersatz⸗ smilitärgesetzes — ordnung vorgeschrtebenen Wege herbeigeführt werden Derartige Gesuche können nur dadurch begründet werden, daß seit dem letzten Classificattonstermin für den Eingestellten durch unabwendbare, nicht durch ihn selbst herbeigeführte Ereignisse, als Brandschaden, Ueberschwemmung, Tod eines nahen Anverwandten u. s. w. ein wirklicher Nothstand eingetreten ist Bekanntmachung, die Zurückstellung der zum einjährig freiwilligen Dienst berechtigten Mllitä pflichtigen betreffend. Diejenigen im Jahre 1868 geborenen Militärpflichtigen, welche im Kreise ihren dauernden Aufenthalt haben und Berechtigungsschein zum einjaährig freiwilligen Dienst besitzen, werden, insofern sie ihre Zurückstellung vom Militärdienst bis jetzt noch nicht beantragt haben, dies zu thun aber beabsichtigen, hierdurch aufgefordert, ihre Berechtigungsscheine alsbald und laͤngstens bis zum 18. k. Mts. dahier vorzulegen. Friedberg den 19. Januar 1888. Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatzcommission Friedberg. Dr. Braden. „ Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Sch ulzeugnissen. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnissen]s waͤhrend einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen,[und zu verpflegen; e. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches fur Zoͤglinge werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu von höheren Schulen(Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hoheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, fur alle hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. übrigen jungen Leute durch die Polizeiobrigkeit oder ihre vorgesetzte 5 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission[ Dienstbehoͤrde auszustellen ist; d. das Schulzeugniß. Sodann wird nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum noch besonders bemerkt: Zu pos. b.: daß in dem Einwilligungs--Attest Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht[Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu konnen, vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar nicht fehlen darf. Zu pos. d.: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum ein- Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und jaͤhrigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spaͤtestens bis zum 1. April[ Realschulen J. Ordnung, saͤmmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz⸗ desselben Jahres zu erbringen. ordnung(J. Theil der Wehrordnung vom 28. September 1875— 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und Regierungsblatt Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briefpapier) zu verwenden. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der§F§. 88, 89, 90, 98 Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. und 94 der angeführten Erfatzorduung verwiesen. 1 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts, Großhe rzoglich Hessische Prüfungs-Commisston zeugulß; b. ein Einwilligungs⸗Attest des Vaters oder Vormunds mit für einjaͤhrig Freiwillige zu Darmstadt. der Erklarung über Bereitwilligkeit und Fahigkeit, den Freiwilligen Dr. Zeller. Deutsches Reich.[Bahn Gambs zum Revisor 1. Kl., der Revldent Weber] Osthofen zugelassen, ferner der Wagenwärter bel der Main? Darmstadt. Der Ober-Rechnungsprobator 2. Kl. bei der Main Neckar Bahn zum Revisor 2. Kl. und der] Neckar Bahn Stoͤßer und der Babnwaͤrter Schupr in Moter wurde zum Ober Rechnungsprobator 1. Kl., der Finanzaspirant Leiser bet der Main Neckar Bahn zum] den Rubestand versetzt, der proylsorische dritte Arzt bei Kalkulator 1. Klasse Kalbfleisch zum Buchhalter bei der Revldenten ernannt, der Gertchtsassessor Römheld in Bu der Landes Irrenanstalt Ur. Siüdlinger N zum Hauptstaatskasse, der Reolsor 2. Kl. bei der Maln-Neckar— dingen wurde zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht! definitlven dritten Arzt, der Premier- Lleut. von Herget um Hofjunker, der Gefangenwärter Hanst zu Lorsch zum Umtegerichtsdlener in Lorsch, der Vicefeldwebel Zotz zu Darmstadt zum Amtsgerichts diener in Lauterbach ernannt. Berlin. Wie man der„M. Allg. Ztg.“ von hler berichtet, wird der Kronprinz nach eingegangener offi eleller Mittheilung aus San Remo Anfang Mal zurück; kehren, um der Hochzeit des Prinzen Heinrich beizuwohnen. — Wie dem„Berl. Tagebl.“ gemeldet wird, steht jetzt fest, daß Dr. Mackenzie Ende nächster Woche von London nach San Remo reisen wird, um einen im Kehl⸗ kopf des Kronprinzen befindlichen abgestorbenen Knorpel zu exstirptren. Auch soll nach derselben Quelle wahr scheinlich sein, daß um diest Zeit elne abermalige Con sultatton bedeutender Aerzte stattfinden wird, um ein de finitives Urtheil über den Charakter des Leidens des Kronprinzen abzugeben. — 23. Januar. Der Reichstag genehmigte die Ein führung der Gewerbe Ordnung in Elsaß Lothringen in dritter Lesung unverändert und nahm hierauf eine vom Abg. Henneberg beantragte Resolutton wegen einheitlicher Regelung der Dampfkessel⸗ Frage durch das Reich an. Beim Etat des Reichs Verficherungsamtes widerlegt Staatsseeretär v. Bötticher die Behauptung Baumbach's, daß die Verwaltungskosten zu hoch seten gegenüber den freien Hilfsgenossenschaften. Ob das Altersversorgungs gesetz noch in dieser Session zur Verabschiedung gelange, könne er nicht sagen, dasselbe liege dem Bundes rath noch nicht vor. Die Regierung jedoch sei bestrebt, dasselbe möglichst zu beschleunigen.— Dem Vernehmen nach wird der Abg. Lobren namens der Reichspartei den Antrag wegen Aufhebung des Identitätsnachweises im Reichstag einbringen. Danach sollen bei der Getreldeausfuhr Ein fuhrvollmachten ertbeilt werden, welche übertragbar sind und mindestens sechs Monate zur zollfrelen Einfuhr der nämlichen Quantität des gleichartigen Getreldes berechtigen. — 23. Jan Der Reichstag genehmigte im Fortgang der Sitzung die übrigen Titel des Etats des Ministeriums des Innern und die einmaligen Ausgaben desselben. Die längere aber unerhebliche Debatte bewegte sich vorwiegend um das Unfallversicherungsgesetz und dessen Kosten und Wirkungen, ferner um die physikalisch⸗technische Reichs Anstalt. — 23. Januar. Der Fürst⸗Btischof von Breslau, Dr. Kopp, ist von seiner Reise nach Rom und San Remo, wo er von dem Kronprinzen empfangen wurde, in der vergangenen Nacht in Berlin eingetroffen. Am beutigen Vormittage stattete ihm der Cultusminister Dr. v. Goßler einen längeren Besuch ab, dann folgte der Fürstbischof der Einladung des Kaisers zur Theilnahme an der Feier des Krönungs und Ordens-⸗Festes. 24. Januar. Fürst Bischof Kopp ist heute zum Reichskanzler Fürsten Bismarck nach Friedrichs ruh gereist. Karlsruhe, 24. Januar. Das Gesammtergebniß der Abstimmung über die kirchenpolitische Voclage in der gestrigen Sitzung der Commission ist nach dem Fr. J. folgendes: Artikel 1, betr. die Wiedergestattung von Se— minarien wurde mit einem Unterantrag Kiefers, wodurch die Staatsaufsicht schärfer zum Ausdruck gelangt, mit 8 gegen 2 Stimmen, Artikel 2 und 8 wurden einstimmig angenommen. Artikel 4 dagegen fiel, trotzdem der Cul tusminister Nokk ihn unverändert aufrecht erhalten wollte, mit 7 gegen die 3 Stimmen der Abgg. Winterer(lib.), Marbe und Henning(kler.). Metz, 24. Jan. te„Lothringer Zeitung“ meldet: Am Samstag bemerkte der Grenzaufseher Hahnemann Vor mittags den zwischen Lommeringen und Fentsch auf deut— schem Gebiete jagenden Barberot und beschloß dessen Ver haftung. Er setzte demselben nach und traf ihn einige Schritte vor der Grenze auf deutschem Boden; da Bar— berot energisch Widerstand leistete, entstand ein Ringen, welches mit der Entwaffnung Barberot's endete. Ausland. Frankreich. Paris, 23. Januar. In einer Anar⸗ chisten⸗ Versammlung in Havre feuerte ein Theilnehmer der Versammlung namens Lucas 2 Revolverschüsse auf Louise Michel ab. Eine Kugel drang hinter dem Ohr der letzteren ein und scheint eine schwere Verwundung verursacht zu haben. Lucas wurde verhaftet. — 23. Januar. Der„Agence Havas“ wird aus Nancy bezüglich des neuesten Grenzfalles gemeldet: Ein französischer Jäger überschritt auf der Jagd im Gebiete von Trieux die deutsche Grenze, weil er das Zeichen eines deutschen Douanters für eine Aufforderung ansah, zu diesem zu kommen. Der Douanier nahm dem Franzosen, welcher sich thätlich widersetzte, gewaltsam das Gewehr ab. Großbritannien. London, 23. Jan. Der par nellitische Deputirte für Ostelare, Cox, wurde heute in London verhaftet. Italien. Rom, 23. Januar. Bei Debeb erfolgte nach dem Fr. J. ein Zusammenstoß der Italtener, welche ihre Recognoscirung bis Halah ausgedehnt hatten, mit dem Feind. Die Reserve Brigade wird demnächst von Neapel nach Massauah abgehen. Das gestrige Gerücht einer Niederlage der Italiener auf der Affenebene wird von der Quästur dementirt. — 24. Jan. Nach einer Meldung der„Tribuna“ aus Massauah erfolgt die Besetzung Sahatis durch die Itoliener morgen, falls nicht ein Gegenbefehl erlassen wird. Rumänien. Bukarest, 24. Jan. Nachdem ein Stallknecht der russischen Gesandtschaft mit vielen anderen Dienern anläßlich eines Verbrechens von der Behörde einige Stunden zurückgehalten, wird versucht, dieser be— deutungslosen Angelegenheit einen politischen Anstrich zu geben und dleselbe zu einem diplomatlschen Zwischenfall aufzubauschen. Alle auf Grund dieser Thatsache ver— Serblen. Belgrad, 29. Jan. Die Skupschtina wurde durch einen Ukas des Königs heute aufgelöst; die Neuwahlen sind auf den 4. März anberaumt. Dle Auf: loͤsung ist durch das Verhalten provoelrt worden, welches die Ristie ergebene liberale Fraetlon gegenüber der Re gierung anzunehmen schlen. Bulgarken. Sofia, 23. Jan. Prinz Ferdinand trat heute die Reise nach Phllippopel an. Der ganze Hof übersiedelt für drei Wochen nach Philippopel. Die Mintster schließen sich dem Hofe an. Rußland. Petersburg. Im südblichen Rußland, wo die Transporte für den Privatverkehr seit Wochen auf den Bahnen eingestellt, haben lt. Fr. IJ, letztere den Auf; trag erhalten, größere Wagenmengen für Militärtrans: porte berett zu halten. Aus Stadt und Land. Frledberg. Kapitän W. Bade, früherer 2. Offizier der„Hansa“, wird morgen, den 26. Januar, im Saale des Hötel Trapp einen Vortrag über die deutsche Nord— pol Expedition 1869/70 halten, auf den wir hier noch— mals aufmerksam machen möchten. Mit schlichter, impo— nirender Einfachheit und doch lebhaft und anregend entwirft Kapitän Bade ein fesselndes Bild von den ark tischen Regionen, von den zahllosen Mühen und Gefahren, welche in jenen Breiten des kühnen Forschers harren. Die„Hansa“ wurde bekanntlich nach viermonatllcher Fahrt, vorgedrungen bis zum 75. Grod nördlicher Breite, von den kolossalen Eismassen erdrückt und sank in die Tiefe. Die Mannschaft hatte sich auf eine mächtige Eis— scholle geborgen und trieb auf derselben 237 Tage umher, mit den bittersten Entbehrungen und Dranzsalen kämpfend. Der Muth, die Aus dauer, die Kraft und das Gottver— trauen, mit welchen die Hansamänner der Wuth der Elemente getrotzt, steht besspiellos da. Den interessan- testen Theil des Vortrags bilden die dem an Ort und Stelle verfaßten Tagebuche entnommenen Schilderungen. Die Sprache an sich ist, wie schon angedeutet, ohne alles rhetorische Flitterwerk, aber eine ächt deutsche, empfin dungs reiche Tiefe des Gemüths bekundend. Wir empfehlen den Vortrag unseren Lesern und namentlich auch unserer Jugend wiederholt auf das Angelegenklichste. h. Frledberg. Die Vorträge, welche an den beiden letzten Freltagen im Volksbildungs Verein von Reallehrer Kost gehalten wurden, hatten zum Thema:„Ungarn, Land, Leute, Kulturverhältnisse“. Ste zeichneten sich aus durch den reichen Inhalt, die lebendige, scharfe, bis in's feinste Detail naturgetreue Schilderung, durch die Be⸗ tonung des kausalen Zusammenhangs von Volk und Land. Lang anhaltender Besfall des sehr zahlreichen Publikums lohnte denn auch den Redner und gab Zeugniß von der zündenden Wirkung seiner Worte. Der Vortragende begann mit der ungartschen Hauptstadt Buda Pest und erwähnte besonders die großartigen, prunkvollen, alle in neuester Zeit entstandenen Bauten und Straßen und so⸗ dann einzelne, dem Deutschen am meisten auffallende Typen der Bevölkerung, vor allem den Zigeuner als Mitglied der Musik- Kapelle. Auch auf das ungarische Essen und Trinken ging er genauer ein. Von Buda Pest führte ihn die Eisenbahn nach Osten durch die Getreide— region des endlosen ungarischen Tieflandes, des„Alföld“, nach der Stadt Marmaros-Szigeth an der oberen Theis, am westlichen Abhang der Waldkarpathen. Von köstlichem Humor getragen war seine Beschreibung des Aufenthalts auf der Statton Miskolez, wo ihm zum ersten Male die ländliche Bevölkerung in ihrer vollen Eigenthümlichkeit entgegentrat(Wartesaal, Morgentoilette der Juden). Die Schilderung von Szigeth und ihrer und der nächsten Um gebung Bevölkerung, welche sich aus Wallachen, Ruthenen, Magyaren, Deutschen und Juden zusammensetzt, sowie die Charakteristik dieser einzelnen Volksstämme in Tracht und Lebenswelse bildete den ferneren Inhalt des Vortrags und ließ des Redners Talent für scharfe Beobachtung und lebensvolle, realistische Darstellung in hohem Maaße erkennen. Auf Einzelheiten kann hier nicht eingegangen werden. Das Gesammturtheil ging dahin:„Rohe Ur— wüchsigkeit, wenig Bildung und viel Schmutz“. In seinem zweiten Vortrage lenkte Reallehrer Kost unseren Blick auf die inneren Verhältnisse und den Volkscharakter Ungarns und zwar nicht blos des östlichen Theiles, sondern des ganzen Landes. Von den vielen Momenten, welche er besprach und welche er von verschiedenen Gesichts— punkten aus betrachtete, sollen nur einige hervorgehoben werden. Er redete von der Erziehung und kam zum Resultat, daß das Hauptgewicht auf frühe, oft zu frühe Aneignung der äußeren gesellschaftlichen Formen gelegt wird, statt auf wahre Bildung des Geistes und Herzens. Er behandelte dann die Theilnahme des Volkes am poli⸗ tischen Leben und auch hier lautete sein Urthell nicht günstig; gewählt wird bei der großen Masse ohne jede eigne Meinung, sondern nur auf die durch vieles Bier und Branntwein unterstützten Worte der Parteimänner hin. Die Schilderung des Treibens an einem Wahltage in Szigeth war ein in Werte übersetztes Hogarth'sches Bild. Eines aber konnte der Vortragende rühmend hervorheben, die Liebe zum Vaterland, welche aber weniger aus nationalem Stolz entspringt, als aus der Liebe zur heimathlichen Natur. So kommt es, daß sich der Ungar mit dem Boden, auf dem er geboren und auf dem er lebt, enger verwachsen fühlt, als viele andere Nationen, z. B. wir Deutsche; Wanderlieder sind daher auch unter den ungarischen Volksliedern sehr selten. Der Ungar läßt die Natur auch in hohem Maaße und ganz unmittel— bar auf sich einwirken; als Ausdruck solcher Wirkung trug Redner das von ihm in's Deutsche übertragene Gedicht von Petöfi: Das Tiefland(Alföld) vor(wird in breiteten alarmistischen Nachrichten können als unbegründet bezeichnet werden. der nächsten Nummer des„Unterhaltungsblattes zum Oberh. Anz.“ abgedruckt). Zum Schluß wies Redner noch auf die ungartschen Volks- und Vaterlandslieder hin und thellte eine Anzahl derselben(mmer in eigner Ueber⸗ setzung; mit. Er bemerkte, daß die Melodten der meisten dieser Lieder hoͤchst ansprechend und oft tief, ergreifend sind, aber das deutsche Ohr fremdartig berühren, weil sie die Molltonarten bevorzugen und häusig keine stro⸗ phische Gliederung zeigen. Er schloß mit den belden letzten Strophen des oft gesungenen Vaterlandsliedes „Ermahnung“ von Vönssmarty: Vom Vaterlande laß nicht ab, O Ungar, bleib ihm treu! S' ist deine Wleg, es ist dein Grab, Nährt dich und steht dir bel. Und nirgend sonst, wie weit die Welt, Magst du ein Heim erwerben. Ob gut, ob schlimm dein Schicksal fällt: Hier mußt du leben, sterben. O. T. Friedberg. Gemeinderaths-Sitzung vom 23. Januar. Punkt 1 der Tagesordnung wurde durch den Beschluß erledigt, die Blsmarck- und Halngra⸗ benstraße zu kanallsiren und die in Frage kommenden Haus Besitzer zu den Kosten heranzuztehen. Der Vor— sitzende machte Mittheilung von dem Abschluß der Ge⸗ lände Erwerbung, sowett diese zur Fortsetzung der Bis marckstraße nothwendig gewesen. Ueber die Frage, ob der Weiterbau dieser Straße mit oder ohne Vorgärten stattfinden soll, wird nach dem hierauf bezüglichen Bericht der Bau Commission in nächster Sitzung endgiltig ent— schteden werden. Die Anschaffung von 2 waagrechten Leitern für den städtischen Turnsaal wurde gut geheißen. Ww. Friedberg. Das am verflossenen Sonntag stattgefundene Concert des hiesigen Dilettanten-Vereins ist, wie dies nicht anders zu erwarten war, sehr gut verlaufen. Die von dem Verein ausgeführten Musik— plecen, sowie die Gesangsvorträge eines geschätzten aus wärtigen Mitgliedes fanden allgemeinen Beifall. Nur ist es zu bedauern, daß der Besuch ein schwacher war und wäre es doch zu wünschen, daß einem solchen Verein gegenüber, den man, wie dies erst kürzlich in Ihrem geschätzten Blatte treffend bemerkt wurde, bei fast allen Festlichkeiten heranzieht, durch zahlreicheres Erschelnen ge— zeigt würde, daß man ihm für die Opferfreudigkeit, die er bei allen Festlichkeiten bekundet, die gebührende Aner— erkennung zollt. Eine Ehre ist die andere werth, und was dem Einen recht ist, ist dem Andern billig. s. Okarben. Nicht auf dem von Leonhardi'schen Hofe, sondern auf dem Gräfl. Walderdorff'schen Hofe brach das Feuer aus, von dem Ihr J. Correspondent in voriger Nummer berichtete. Ein Thell des Viehes konnte noch gerettet werden. Allerlei. Löbau. Eine Trichinenepidemie ist in erschreckendem Umfange in Cunewalde(Oberlausitz) ausgebrochen. Am 17. Januar lagen schon einige 30 Personen darnieder. Es ist festgestellt, daß nur Personen erkrankt sind, die eln von der Feuerwehr des Ortes veranstaltetes„Kränz— chen“ mitgemacht und bei dieser Gelegenheit von den auf— getischten Räucherwürstchen gegessen hatten. Die mikrosko⸗ pische Untersuchung hat denn auch ergeben, daß die übrig— gebliebenen Würstchen von Trichinen wimmeln. Der Fleischer, von dem sie gekauft, liegt selbst an der Tricht⸗ nosis darnieder und behauptet steif und fest, daß alle von ihm geschlachteten Schweine auf Trichinen untersucht worden sind. Die Beschlagnahme der vorhandenen Fleisch— reste ist erfolgt und die Untersuchung eingeleitet worden. Handel und Verkehr. Friedberg, 24. Jan. Fruchtpr. Watzen M. 17.75 bis 18.00, Korn M. 13.50, Gerste M. 14.— 15.50, Hafer M. 12.50— 00.00. Alle Preise verstehen fich auf 100 Kilo 200 Zollpfund. Friedberg, 25. Januar. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.70 0.80. Eier 1 Stück 8 Pf. Homburg, 24. Jan. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4.50—5., per Gescheid 9— 10 Pf., Eier per Stück 7 und 8 Pf., Butter per Pfd. I. Qual. M. 1.00., II. Qual. 90 Pf. Korn M. 13.70, Gerste M. 13.00, Hafer M. 12.30, Erbsen M. 00.00, Lein M. 26.00, Wicken M. 22.00. Butter per Pfd. M. 0.80—0.85., Eier per St. 7—8 Pf., Hühner per St. M. 0.90— 1.30, Hahnen per St. M. 1.20 bis 1.50, Enten per St. M. 1.40— 1.80, Gänse per Pfd. 50— 60 Pf., Ochsenfleisch per Pfd. 58— 60 Pf., Kuh- und Rindfleisch 45— 50 Pf., Schweinefleisch 54 bis Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00— 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 8.00- 10.00. b Frankfurt, 23. Jan. Fruchtber. Hiesiges Weizen⸗ deutsches und westfälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 23.50 bis 24.50, Roggenmehl(hies.) Nr. 0 M. 21.75— 23.00, Nr. 0/1 M. 20.00— 21.00, Nr. 1 M. 17.50 18.50, Nr. 2 M. 14.50— 15.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 17.75 bis 18.00, frei Bahnhof hier M. 18.25 18.50, fremder bis 14.25, Gerste, Brauerwaare M. 15.00— 16.50, do. zu Mahlzwecken M. 11.—00., Hafer, prima M. 14.— 14.50, M. 14., Erbsen M. 14.— 19., Linsen M. 20—38., Wicken M. 12.50— 13.50, Heu per Ctr. M. 3.25— 3.50, Stroh M. 2.50, Roggenkleie M. 4.50— 4.75, Weizenkleie M. 4.— 25, Grünberg, 24. Jan. Fruchtpr. Weizen M. 17.60, Gießen, 24. Januar. Auf dem heutigen Markt kostete 1 Käse per St. 4—7 Pf., Tauben per Paar 0.50— 0.70 Pf., 60 Pf., Hammelfleisch 40— 60 Pf., Kalbfleisch 4048 Pf., mehl Nr. 0 M. 30.00— 32.00, Nr. 1 M. 27.00— 28.00, Nr. 2 M. 24.00— 26.00, Nr. 3 M. 22.50— 24.00, Nr. 4 M. 18.00 19.00, Nr. 5 M. 14.50 15.50, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 52.00— 54.00, nord⸗ nach Qual. M. 17.75— 20.25, Roggen hiesiger M. 14.00 mittel M. 12.50— 13.25, Raps M. 25.00 26.00, Mals . denten pet 1 Tier per l 1.0 5 630 8 L 8.00 400 fr N a Walzkesme M 4.25— 4.50, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.500 00, Reismehl M. 4.00 4.50, Cbiltsolpeter ver Frütßsahr ab Rotterdam oder Herburg M. 9.00. Sämmtliche Artikel bet Abnahme von 200 Etr. an. Rüböl im Oetail M. 53. Frankfurt, 23. Januar. Viehmarkt. Angetrieben waren 379 Ochsen, 6 Bullen, 426 Kübe, Stiere und Rinder, 360 Kälber, 170 Hammel und Schafe und 273 Schweine. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen pro 100 Pfund Schlachtgewicht 1. Qual M. 58.00 60.00, 2. Qual. M. 50.—54., Bullen 1. Qual. M. 38.—40., 2. Qual. M. 36.00-38.00, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 50.—52., 2. Qual. M. 42.—46., Kälber pro Pfund Schlachtgewicht 1. Qualität 55 60 Pf., 2. Qual. 45-50 Pf., Haͤmmel 1. Qual. 48-52 Pf., 2. Qual. 36—42 Pf., Schweine 1. Qual. 50— 51 Pf., 2. Qual. 48.50 Pf. Frankfurt, 24. Jan. Vietualienmarkt. Eler das Hundert M. 6 50— 9., Butter 50 Kilo M. 75.— 80., Erbsen 100 Kilo M. 18.— 22., do geschälte M. 20.— 30., Linsen M. 28.—48., Bohnen M. 21.— 24., Weißkraut 50 Kilo M. 6.—8., Gurken das Hundert M. 5., Mohr— rüben 50 Kilo M. 6. S., Kartoffeln 100 Kilo M. 5 bis 6.50, Maäusekartoffeln 50 Kilo M. 15., Zwiebeln 50 Kilo M. 9.—10., Kastantien M. 15.—18., Maronen M. 20.—22., 100 Blumenkohl M. 30.—40., Spargeln per Pfd. M. 2.50—3., Orangen 100 Stück M. 6.— 7., Citronen M. 8. 10. Literarisches. 16 enthalt: Seine Frau. Forts.— Eulen und Krebse. Forts.— Das Trugbild der Frei heit. Gedicht von Fr. Schanz. mit 2 Illustr.— Neue Palais bel Potsdam. Von B Rogge. Mit 4 Illustr. Daheim Nr. Das — Am Familtentisch: Von ihm, Friede auf Erden. Ven Th. Trede.— Wle der Tscheche entstand.— Gesundhettsrath— In unserer Spielecke. — Aus der Zelt— für die Zeit. Frauen-Dahelm. Wit Bild.—„und Fischerelverein für das Großherzogthum Hessen. Ende vorigen Jahres hat sich mit dem Sitze in Worms ein bessischer Fischeretverein gegründet, der in Verbindung mit dem großen deulschen und den in den Nachbarländern bestehenden gleichen Vereinen die Hebung der etwas ver— nachlässigten Fischzucht ze. sich angelegen sein lassen will. Nach§ 2 der Statuten strebt der Verein an: a) Förde rung der Fischzucht und Fischerei. b) Schutz und Meh rung des Fischstandes. e Aussetzung von Prämten für Anzeigen von Fischfrevel und Vertilgung von Fischfeinden. d) Fortschritte auf dem Gebtet der Fischereigesetzgebung und Fischereipoltzel. e) Gesetzliche Maßregeln gegen die Verunreinigung der öffentlichen Gewässer. k) Herbeifüh rung gleichmäßiger Bewirtbschaftung solcher Fischereige— wässer, an denen mehrere Staaten partietptren. g) He bung von Sinn und Verständniß für die volkswirthschaft— liche Bedeutung der Fischeret in der Bevölkerung. Jahresbeitrag S 2 M. Welch' einen Segen ein mit den ge— eigneten Mitteln arbeitender Fischereiverein über große Bevölkerungskreise verbreiten kann, geht aus dem Bei— spiel Nordamerikas hervor, wo in kurzer Zeit die Züch tung des Matfisches auf eine derartige Höhe gebracht wurde, daß der Preis derselben von 1 Mk. auf 5 Pf. pro Pfund gesunken ist, während gleichzeitig die vom Fang und der Verwerthung dieses Fisches lebende Be völkerung von 4000 auf 12,000 Köpfe gestlegen ist. Auch in Deutschland ist es den bestehenden Fischerel- Vereinen berelts geglückt, ganze Stromgebtete mit Fischarten zu bevölkern, die denselben bisher fremd gewesen sind. Von der Betheillgung größerer Bevölkerungsschichten hängt en ab, den großartigen amerlkanischen Erfolgen auch bei uns gleich zu kommen. Wer sich hiefür interessirt, wird freundlichst gebeten, behufs näherer Aufschlüsse an das Bureau des Fischeret⸗Vereins für das Großherzogthu Hessen, zu Händen des Schriftführers, Dr. Horn Worms, sich zu wenden. Dort werden Anmeldungen zum Beitritt, Gesuche um Fischbrut zum Aus setzen in Vächen und Flüssen, Anzeigen über Fischerelfrevel und Wasser Verunreinigung ꝛe. c. entgegengenommen und dem Vorstand zur Behandlung in dessen nächster Sttz⸗ ung unterbreitet. 2 Geld- Cours. Frankfurt am 24. Januar. 1888. Geber. Rehmer. M. Pf. M. Pf. 20 Frankenstücke 16. 14 16. 10 do. in ½ 16. 12 16. 085 Englische Sovereigns 20. 31 20. Russische Impertales.„16. 72 10, ah— 9. 54 f al marco.„ 9. 58 Dollars in Gold. 3 4. 16 Joraelitischer Gotteedienst in Friedberg. Sabbathfeter vom 28. Januar 1888. Beginn: Freitag Abends 4 Uhr 5 Win. Samstag Morgens 8 Ubr 30 Min. Samstag Nachmittogs 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr 35 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 29. Januar an Morgens 7 Ubr, Nachmitta 1Ubr Holzversteigerung. Freitag den 27. d. Mis, Nachmittags 2 Uhr, soll auf der städtischen Pfingstweide eine Parthie Aus putzholz öffentlich meistbietend versteigert werden. Frledberg den 25. Januar 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Steinbäußer. Holz Versteigerung im Feldheimer Wald 3 km von Hungen entfernt. Donnerstag den 26. Januar l. Is. sollen in den Distrikten Scheibel und Hinterwald öffentlich versteigert werden: 35 Eichen Stämme mit 45 Festmeter, von 30-44 Centim. Durchmesser(meist stärkere Stämme), 470 Fichten Stämme mit 120 Festm, bis 30 Centim. Durchmesser(meist Baubolz), 380 Fichten Stangen mit 25 Festmeter, 10 Raummeter Fichten Prügelholz, 0 Stockbolz, 650 7„ Reisholz Die Eichen werden zuerst, das Brennholz zuletzt ver steigert. Zusammenkunft Scheibel. Arnsburg den 18. Januar 1888 Gräfliche Revierverwaltung Holz Versteigerung im Ostheimer Gemeindewald Freitag den 27. d. Mts. kommen zur Versteigerung *„ Vormittags 10 Uhr im Distrikt 308 8 Eichen Stämme, 2,50 Festmeter Inhalt 221 Nadelholz⸗Stämme, 101,50 5 8 4 Birken⸗Stämme, 17 5 5 28 Nadelbolz Derbstangen, 191 5 1 385 Nadelbolz Reisstangen, 1,52 5 5 20 Raummeter Nadelholz Scheiter, 30. Knüppel, 12„ Buchen⸗Knüppel, 300 Buchen Wellen, 80 Eichen⸗Wellen, 1790 Nadelbolz Wellen, 8 Raummeter Buchen Stöcke, 81 25 Nadelbolz-Stöcke. Zusammenkunft auf der Pfarrschneise praels 9 Uhr. Man bemerkt, daß das Stammholz von sebr schöner Qualität ist und Stämme von 12 bis 48 Centimeter Durchmesser und von 3 bis 18 Meter Länge, worunter auch schöne Fichtenstämme sind, zur Versteigerung kommen. Ostheim, 23. Januar 1888. Großherzogliche Bürgermeisterel Ostheim. Schneider. N Faselochs-Versteigerung. Freitag den 27. d. Mis, Nachmittags 2 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde gehöriger, sehr fetter Faselochs auf dem Gemeindehause dahter meistbietend versteigert werden. NRendel, 23. Januar 1888. Großherzogliche Bürgermeisterel Rendel. 357 Herling. in den schönsten 5 Seidene Umknöpftücher. en gen 329 Holzversteigerung. Dienstag den 31. d. Mts., Vormittags 9 Uhr an soll in dem Hoch Wetiseler Gemeindewald, Distritt Großer Hausberg, folgendes Gehölz meistbietend versteigert werden: fangend, 18 Nadel Stämme, 10 Nadel- Derbstangen, 140 Nadel- Reisstangen, 24 Raummeter Nadel-⸗Scheiter, 141 8„ Knüppel, 80000 Wellen Nadel Reisig, 200 Gebund Wachholder und 100 Rm. Nadel Stöcke. Zusammenkunft am Isselpfad bei dem Basaltsteinbruch. Das Brennholz ist größtentbeils schwerer Qualität. Die Abfahrt ist ganz gut. Hoch Welsel am 23. Januar 1888. g Großherzogliche Bürgermeisteret Hoch-Weisel. 1 356 Wörner. Holzversteigerung. Im Gemeindewald Nieder Rosbach, Distr t Wasser doll, werden versteigert: Montag den 30. Januar: Eichen Bau und Werkholz Stämme, 71,04 Fest⸗ meter enthaltend, 15 Eichen Derbstangen, 27 Raummeter Eichen Scheiter, 2 5 Buchen⸗Knüppelholz, 75 3 Eichen 3 55 8 Buchen- und Eichen⸗Stockholz, 1700 Stück Eichen Wellen. Dienstag den 31. Januar: 196 Eichen⸗Bau- und Werkholz⸗Stämme, 40,82 Fest meter enthaltend, 7 Fichtenstämme, 2,60 Festmeter enthaltend, 18 Eichen Derbstangen, 30 Raummeter Eichen Birken-Scheiter, 7 5 Aspen Scheiter 11 05 Buchen Knüppelholz, 96 5 Eichen 3 51 Buchen⸗Elchen Stockholz, 1650 Stück Eichen Wellen Die Versteigerung beginnt jedesmal Vormittags 10 Uhr im Holzschlag am Bainbardswald. Nieder Rosbach am 23. Januar 1888. Großherzogliche Bürgermeisterel Nieder-Rosbach. 354 Groh. Zum baldigen Eintritt, eventuell zum 1. April suche 3 ich einen jungen Mann aus guter Familie als Lehrling. Kost und Logis gegen entsprechende Ver gütung im Hause. Gefl. Offerten erbitte direkt. Gleß en. HVehsenfeld's Untversitäts Buchhandlung und Antlquartat. 320(M. Baltz.) Tüchtige Agenten gegen hohe Provision für den Vertrieb von Maschinen und Fabrikbedarfsartikeln aller Art gesucht Offerten unter U. 2114 an Rudolf Mosse, Frank; furt a. M.(F. acto 30/1.) 323 Gesucht ein Mädchen für Hausarbeit, Nähen und Plätten. guten Zeugnissen mogen sich melden bet Premlerlleutenant von Oertzen, Nur solche mit zu den billigsten Prelsen K. Friedrich. Eintritt sofort, Buß bach. 368 gegen Hautunreinigkeiten, à Stück bei Apotheker Fr. Jos. Lühn. Ein Mädchen oder Frau wird für elnige Tage zur Aushülfe gesucht ** Holzversteigerun Bolz f. Montag den 30. d. Mts., Vormittags 9 Uhr an⸗ fangend, soll in dem Maibacher Gemeindewald, Distrikt Hasenberg, folgendes Gebölz meistbietend versteigert werden 60 Eichenstämme, 8,46 Festmeter, 14 Fichtenstämme bis 20 Meter Länge, 153 Fichten Derbstangen, 665 Reisstangen, 14 Raummeter Buchen⸗Scheitbolz, 48 8„ Knüppel, 1900 Buchen schwere Durchforstungs Reisig Dienstag den 31. d. Mis. kommen in dem Distrtik Saustallköppel und Mühlkopf zur Versteigerung: 8 Raummeter Buchen Knüppel, 10 1 Eichen 2 760 Wellen Buchen Reisig, 2040„ Nadel 6 32 Raummeter Buchen⸗Stockholz 13 5 Eichen 5 Zusammenkunft in Maibach. Waldbach den 23. Januar 1888 Großherzogliche Bürgermeisterei Maibach. Saltenberger EDE Sodener Mineral- Pastissen Gegen Heiserkeit u. Husten das bewührteste Hausmittel! Eine dieser Pastillen dei rauher Witterung im Munde zergehen lassen, heisst ieh gegen Kkatarrhalische Afrectionen des Rachens, des Keh! Kopftsu der Lunge sehutsen. Wo solche Krankheiten schon eingetreten And. wirken die aus den besten Mineralbrunnen Sodens duroh Abdampfung, unter ärztlicher Con- trole gewonnenen Pastillen, ebenso wie die Quellin selbst,. schleimlösend und heilend. Auch bei chronischem Katarrh, ane er Lungentuberkulose haben sieh die Sodener Mine- ral-Fastlilen, in grössererzZah! u. in Sodener Mineralwasser öfter genommen, als Vittel gegen quälenden Husten u. Entkräftun bewährt. Verdauungsstörungen, Lelbesverstopfung un Darmkatarrhbeseitigend, schaffen sie die Vor dedingung bosserer Ernährung des Organismus, sind daher für Wasen neh lippenfell- u Lungen- insbesondere nach a 1 von hohem Werth. Den Patienten, b fl. Z Un ö U 0 welche an Hämorrhoiden, leichter Leberanschwellunglaphaltender einfacher Ver- schleimung leiden, bieten diesodenerMineral-Pastillen ein von der Natur selbst erzeugtes, wirksamstes Heil. mittel, das, namentlich für den Gebrauch von Frauen und Kindern in unzähligen Haushaltungen u. vielen Anstalten Sg hon eingebürgert mit Arztlich be- glaubigtemErfolg geg. Relzzustände u. Verschleimungen angewandt wird. Die Sodener Mineral- Pastillen sind erhältlich die Sohachtel à 85 Pf. in allen Apotheken. 369 * U 3/9) Wasserkessel bis zu 600 Liter Inhalt bei 196 Theis& Müller. Jirken-Balsam- eile von Bergmann& Co, Frankfurt a. M., vorzüglich zu 30 und 50 Pt. 358 Von wem? 367 sagt die Exped. d. Anz. ristischen, satirischen, wirkung iungesagt he haben. Saal des Hotel Trapp. Donnerstag den 26. Januar, 8 Uhr Abends: Vortrag des Mordpolfahrers Capitän W. Bade, Offizier der„Hansa“. (Deutsche Nordpol⸗Expedition 1869— 70), speziell über den Untergang der„Hansa“ und seine darauf folgende 287tägige Eisschollenfahrt. Billets à 40 Pf. Billets à M.., Schüler- Buchhandlungen. Frischer Zander. g Frische Schellsische, „ Bralbücklinge, Frischer Labberdan 361 bet Vithelm Fertsch. 8 Co m plete Vorhänge und ouleaur 360 bei G. M. Reuss. Prim a „Sommer⸗Deizen⸗(Saatgut) wird abgegeben zu Wickstadt bei 322 8 8 Heil& Comp. Mit den neuen S edanpfern des Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika 4 in 9 Tagen 5 machen. Ferner fahren Dampfer des Morddeutschen Lloyd nach von Bremen O stasien Australien 4 75 Südamerika. Näheres bei dem General ⸗Agenten Chr. Emil Derschow, Offenbach a. M., 359 oder dessen Agenten Isidor Schulhof, Friedberg, N. Spiegelberger in Butzbach, August Kraft in Butzbach. Dilettanten⸗Perein Friedberg. Carnevalistischer Bier-Commers, Cusinosaal, Sonntag, 5. Februar 1888. 1 500 Abends 7 Uhr 59 Minuten mit musikalisch⸗humo⸗ spiritistischen dem Gebiete der höheren Narrheit und der Zwergfell erschutternden K Sentimentalität, wozu einige unbedeutende hiesige, von Mainz, Cöln urd Venedig importirte Kräfte ihre hochnärrische Mit, Vorträgen auf* Das märrische Comité im Vorverkauf in den beiden hiesigen Kassenpreis a M. 1.20. 326 Winterschuhe& Stiefel 151 empfiehlt sehr billig Heinr. Diehl, Usagasse. Leere Fässer, zu Pfuhl- und Regenfässern, sowie Bütten sich eignend, in großer Auswahl bei 69 Georꝗ Gross. Röder'sche Patent- Herde und Guß ⸗ Herde 195 bei Theis& Mäller. ö ö 20 7 Kragen, Manschetten K Binden, wollene, rauhlederne und Glacés-Handschuhe bei 72 Fritz Schmidt, Vaiserstraße. Ein Posten rothe Sett-Colter,“ per Stück 5 Mark. M. Netscher. 65 empfiehlt Im Kleidermachen und außer dem Hause Dina Roth, 333 Engelsgaf se Nr. 335. 10„Wasch⸗& Handkörbe billigst bei Carl Damm, Usagasse. Belttücher ohne Naht pr. 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Januar, Vormittags 10 Uhr, im Gasthaus zum„Solmser Hof“ in Hungen. Tages ordnung: Berathung über wichtige Vereins ange— legenheiten, insbesondere über Aenderung der Statuten. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. 1 23. Januar 1888. Der Direktor Gros. Frische Schell sische, soeben eingetroffen, 80 Pf„ empfiehlt per Pfund 365 J. A. Windecker. u. Manschetten billigst 8 Her 1 enkr unt Nen K. Striedris. 3 Paar Pfauen sind preiswürdig zu verkaufen bel Chr. Leonhardt, Okarben, 03 Post Groß Karben. Frisch geräucherter Aal, Frische Kieler Sprotten, „ Kieler Fettbücklinge, „ geraucherte Flundern, „ Rohessbücklinge Frischer russischer Caviar in Dosen 362 bei Wilhelm Fertsch. Frische Schellfische. eingetroffen. Ph. Dan. Kümmich. Der Adreßkalender für 1858 ist jetzt fertig. Carl Bindernagel. Ein noch neuer Kuhwagen enen der Petterwell. Jacob Jann, Schmitedmeister. Eine Hofraithe mit Stallungen und Hausgärtchen ist zu verkaufen bei 3538 Andreas Allerdist. 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