1888. Donnerstag den 13. September. 108. Oberhessischer Anzeiger. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch Donnerstag und Samstag. und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Annoncen: die einspaltige 8 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. N N Amtlicher Theil. Uinnittr. Der Großherzogliche Kreisrath des Kreises Friedberg lerhosen 4 beehrt sich die Herren Bürgermeister der Gemeinden des Sparkassebezirks Friedberg-Butzbach mit Bezug auf§. 7 der Statuten des Mathilden— enden, Eni ifts auf Montag den 17. September sss, Vormittags 9½ Uhr, in den Rathhaussaal zu Friedberg zur Erledigung folgenden kein l Oegenstandes der Tagesordnung einzuladen: Wahl von je drei Mitgliedern des Verwaltungsraths der beiden Kassenbezirke. Im Falle der Großh. Ae Bürgermeister verhindert sein sollte, ist der Beigeordnete und in dessen Verhinderung ein Gemeinderathsmitglied zum Erscheinen einzuladen. 5— Friedberg den 31. August 1888. Dr. Braden. Viki Einladung 8 On. u der auf Montag den 17. September 1888, Vormittags 10 Uhr, auf Grund des F. 9 der Statuten anberaumten General— nk Versammlung des Mathildenstifts Friedberg-Butzbach. Die Versammlung findet in dem Rathhaussaale zu Friedberg statt und kommen in ungs-Loose v»erselben, mit Bezug auf§. 8 der Statuten zur Verhandlung: 1m en Ju. 1. Rechnungsablage— 18861 Rechnung.— 7 2. Erstattung des Verwaltungsberichts der Mathildenstiftung für verwahrloste Kinder zu Friedberg. Der. Künmid 3. Festsetzung des Voranschlags für 1889; hierbei * 4. Prämiirung von Dienstboten. ine 5. Unterstützung für die Ueberschwemmten Norddeutschlands in 1888. 1 6. Ergänzung des Vorstandes. *. den uin Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein. Der Präsident des Mathildenstifts Friedberg Butzbach. W 1 6 46 Friedberg den 31. August 1888. 15 Dr. Braden. .. Steckbrief. 1. Der Tapezierer Mathäus Brenzel aus Dammersbach, 2. Der Taglöhner Jobann Andreas Slebentritt von Gunzenhausen sind auf Grund Haft⸗ ** Befehls Großherzoglichen Amtsgerichts Vilbel vom 5. September 1888 wegen der Anschuldigung: im Oktober 1887 zu Nieder-Eschbach in gemeinschaftlicher Ausführung 0 15 er That folgende zum Theil dem Albin Seltmann, dermalen zu Eckenheim, zum Theil esnem andern unbekannten Eigenthümer gehörige Gegenstände: 2 Paar Hosen, Paar Schuhe, 3 Taschentücher, 1 leinene gestreifte Hose, 1 kleinen Spiegel, 2 Taschentücher, 1 Arbeitshose, 1 Paar Schnuͤrschuhe, im Gesammtwerthe von unter 25 Mark, Bett der Absicht rechtswidriger Zueignung weggenommen zu haben, festzunehmen, und wenn im Großherzogthum Hessen betroffen, dem genannten Gerichte, andernfalls dem nächsten 4 El, Umtsgericht auf dem Schubwege zuzuführen. Sofortige Nachricht hierher im Falle der Ergreifung erbeten. Ausschreiben. Personen, bezüglich deren Aufenthaltsorte Auskunft begehrt wird: 1. Hofmann August von Krummlinde, 2. Bechtel Daniel von Groß-Umstadt, 1 Hohmann Johann von Fulda. Der Großherzogliche Amtsanwalt: M. Reuss. Friedberg den 7. September 1888. Hill. offeh— Deutsches Reich. rücksichtigt und gewürdigt, und tief beklagt, dem seiner Ankunft in Caen auf das Lebhafteste be⸗ zimkaufepteisn Etrauß N. ur ells ea 0 4 fl. b Getränk Darmstadt. Der Heizer bei den Ober⸗ gessischen Eisenbahnen Krahl wurde zum Loko— notipführer und der Hilfsheizer Gebauer aus Alten⸗Buseck zum Heizer bei diesen Bahnen er— kannt, dem Notar Dr. Keller zu Alzey wurde sie Stelle eines Hypothekenbewahrers in Bingen . — Das Ehrenzeichen für Mitglieder frei— 7 2 Feuerwehren wurde ertheilt den Mit— liedern der freiwilligen Feuerwehr zu Wimpfen: H. Wassenmüller, Fr. Mensens und H. Bender. Berlin, 10. Septbr. Die heutige Parade 0. 3. Armeecorps auf dem Tempelhofer Felde zerlief auf das glänzendste. Der Kaiser kam nach der Parade zu Pferde an der Spitze der Fahnencompagnie des 8. Infanterie-Regiments lach Berlin und wurde mit Jubel begrüßt. — Prinz Heinrich soll, wie ausländischen Zlättern von hier telegraphirt wird, demnächst sch mit einem deutschen Geschwader nach den sriechischen Gewässern begeben, um dem Ende October bevorstehenden silbernen Regierungs- Fubiläum König Georg's beizuwohnen. — Gegenüber den Angriffen der russischen Blätter auf die deutsche Politik wegen deren ungalanten und gehässigen Haltung gegen die Königin Natalie von Serbien erinnert die„N. Ellg. Ztg.“ daran, daß die Königin, so lange se in Belgrad gewesen, sich stets„in öffentlichster Peise als Feindin Deutschlands gezeigt und aus— fesprochen habe.“ So habe sie im Jahre 1886 gegen den französischen Marquis de Flers mit Lusdrücken besonderer Freude die schamlosen Be— zehungen zwischen Deutschland und Serbien be⸗ beidigungen erwähnt, welche in der„Societe de . Berlin“ gegen allerhöchste und höchste Personen eithalten waren. Amtliche, deutscherseits des— wegen in Belgrad gethane Schritte seien von Erfolg nicht begleitet gewesen. Dagegen habe boͤnig Milan von Serbien die befreundeten Be— feindseligen Auftreten der Königin gegen das be— freundete Reich nicht Zügel aulegen zu können. — Dem„Berl. Tagbl.“ wird aus Hannover mitgetheilt, daß dort daran gedacht wird, den Oberbürgermeister Dr. Miquel zum Landes— director der Provinz Hannover zu ernennen. — Die Feindseligkeiten der Eingeborenen an der ostafrikanischen Küste, die letzten Mitt— woch gegen Deutsche verübt wurden, haben sich bald darauf gegen die Engländer wiederholt. Bremerhaven, 11. Sept. Der Kaiser traf heute Nacht vor der Lloydhalle ein und wurde von dem Direktor des Norddeutschen Lloyd empfangen. Der Kaiser durchschritt die festlich geschmückte Lloydhalle und begab sich sofort zu dem von der„Hohenzollern“ abge— sandten Ruderboot, welches den Kaiser an Bord brachte. Das zahlreich versammelte Publikum begrüßte den Kaiser enthusiastisch. Stuttgart. Dem„Staatsanzeiger“ zu— folge ist der Kaiserbesuch jetzt definitiv festgesetzt. Der Kaiser wird am 28. ds., von der Mainau kommend, den König und die Königin in Fried— richshafen besuchen. Baden-Baden, 11. Sept. Kaiserin Augusta ist heute Nacht hier eingetroffen und im Meß— mer'schen Hause abgestiegen. Ausland. Belgien. Ostende, 10. Septbr. Gestern fand dahier eine Berathung deutscher und fran— zösischer Finanziers in der Angelegenheit der Erwerbung der kleinasiatischen Bahnen statt. Bleichröder, Hansemann, sowie die zwei Direc— toren der Ottomanischen Bank nahmen daran Theil. Frankreich. Paris, 10. Sept. Carnot und Floquet verließen heute Paris um sich über Caen nach Cherbourg zu begeben. — 11. Sept. Präsident Carnot wurde bei grüßt, ebenso auf allen Stationen, wo der Zug anhielt. Vereinzelte Rufe:„Es lebe Boulanger!“ waren unter dem Beifallsrufen der Menge kaum vernehmbar. Abends fand in Caen ein Bankett sstatt. — Die gerichtliche Untersuchung gegen den vermeintlichen Spion Kilian von Hohenburg scheint eingestellt und nur seine Ausweisung be— schlossen zu sein.„Intransigeant“ spricht bereits von einer„neuen Erniedrigung Floquet's vor Bismarck“ und daß Floquet nicht umsonst Ferry's Oheim sei. Großbritannien. London, 10. Septbr. Die„Times“ meldet aus Kalkutta, nach den letzten Berichten sei Ishak-Khan 30 Meilen östlich von Malmena geschlagen worden und verfüge nur noch über eine Truppenmacht von sechstausend Mann. Der General des Emirs stehe bei Ba— mian,(Paß im Hindukusch, 2600 Meter über dem Meeresspiegel), demnächst werde eine ent— scheidende Schlacht erwartet. Der Gouverneur von Badakshan stehe östlich von der Stellung Ishak Khans verschanzt. Der Aufstand sei hoff— nungslos, der Streit zwischen dem Emir und den Shinwarris zeitweilig geschlichtet. Italien. Turin, 10. Sept. Der König und die Königin, das portugiesische Königspaar, der Kronprinz von Italien und der Kronprinz von Portugal, sowie sämmtliche Minister sind zur Vermählung des Herzogs von Aosta heute heute angekommen. Bulgarien. Sofia. Die Regierung berief die heilige Synode ein. Die erste Sitzung ist auf den 13. d. Mts. festgesetzt. Prinz Ferdi nand begibt sich demnächst nach Barsardschik und darauf zur Theilnahme an den Truppenübungen nach Ichtiman. Rußland. Petersburg. Ein Zusammen⸗ treffen des Kaisers von Rußland mit dem Schah von Persien scheint während des Aufenthaltes des Ersteren im Kaukasus in sichere Aussicht genommen zu sein, doch verlautet jetzt, die Be— grüßung werde nicht in Tiflis oder Batum, son⸗ dern in Baku und wahrscheinlich am 20. Sept. (russisch) stattfinden. Amerika. Washington, 9. Septbr. Die Repräsentantenkammer nahm gestern den Gesetz— entwurf an, durch welchen dem Präsidenten der Union die verlangten Vollmachten zur Ergrei— fung von Repressalien gegen Canada ertheilt wer— den; nur vier Mitglieder des Hauses stimmten gegen die Annahme dieser Bill. Afrika. Durban. Nach einer Reutermel— dung aus Pietermaritzburg vom 11. September berichtete der aus Viyheid zurückgekehrte Traus— vanler Grenz⸗Commissär Meyer, die Zulus wür— den entwaffnet, Dinizulu habe sich der Trans— vaalregierung übergeben gegen die Versicherung, er solle den Engländern nicht ausgeliefert werden. Dinizulu, der gegenwärtig krank ist, bleibe unter Bewachung der Transvaaler Polizei. Undabuku soll ohne Begleitung nach dem Tongoland ge— flüchtet sein. Aus Stadt und Land. 1 Friedberg. Auch der letzte Artikel für die Zu⸗ sammenlegung des Realschul-Unterrichtes auf den Vor mittag dürfte die gewünschte Klarheit nicht geliefert haben. Abgesehen von dem Interesse der auswärtigen Schüler, welches für die weiter wohnenden nicht einmal in gleichem Umfange besteht, weil für sie die kurz vor und nach 12½, Uhr abgehenden Züge doch nicht mehr erreichbar sind, also abgesehen von diesem zur Rechtfertigung eines Ausnahme⸗Zustandes prineipiell wenigstens qualtfizirten Grunde werden dort immer wieder die Vorthetle behan— delt, welche man überhaupt in der Befreiung der Schüler von dem Nachmittagsunterrichte erblicken könnte und die doch wohl auch der Gesetzgebung bekannt waren. Wenn dieselbe gleichwohl den Nachmittagsunterricht als Regel und den Wegfall desselben als Ausnahme will, so müssen die allgemeinen Nachthetle so lange für über— wiegend gelten, als nicht die Gesetzes Regel geändert wird. Die Aufklärung wie unter dem bestehenden Lehr plane 6 Lehrstunden auf die Zeit von 712 bis 12½ Uhr zusammengelegt werden sollen ist auch der letzte Artikel schuldig geblieben. Eine Stunde muß jedenfalls ganz und die andere soweit wegfallen, als eine entsprechende Verlängerung der Pausen eintreten soll. Der Wegfall von beinahe 2 Stunden müßte aber mindestens durch eine Steigerung der Arbeiten außerhalb der Schule seinen nochwendigen Ausgleich finden, da das Ziel des Lehrplanes nicht alterirt werden kann. Mit Nothwendig— keit ergibt sich aber hieraus für alle Fälle, in welchen die sachverständige Controle der Haus Arbeit fehlt und Nachhilfe im Wege der Privatstunden unmög⸗ lich, die offenbare Gefahr, daß weniger leistungsfähige Schüler, welche anderen Falles noch die zu den Ver— setzungen erforderliche Reife erlangt haben würden, ohne entsprechende Anleitung durch die Schule dies Ziel nicht mehr erreichen können, daß also die weise Maßregel des Lehrplanes, wonach der Schwerpunkt aller Schularbelten in der Schule selbst liegen soll, nicht allen Schülern gleich mäßig zu gute kommen kann. C. T. Friedberg. Gemeinderaths Sitzung vom 3. September. Der von dem Vorstand der Kleinkinder— Schule ausgehende Wunsch um Herabsetzung des Pfleg— satzes findet Zustimmung. Danach soll der Wochensatz betragen: 30 Pf. für ein Kind(bisher 40 Pf.), für zwei Kinder 50 Pf.(bisher 70 Pf.), für jedes weitere Kind 20 Pf.— Die Herstellung eines Banketts in der Bismarck Straße soll bis zur Promenade Straße, Planirung einer Strecke der letzteren noch in diesem Jahre vorgenommen werden. Zu dem Bankett⸗Belag ist Cement zu verwenden, die Arbeiten haben unter Aufsicht der städtischen Bau leitung für Rechnung der Hauseigenthümer zu geschehen. Von Hausbesitzer Maurer Reuß ist dies bereits zugesagt.— Die an verschiedenen Stellen der Usa nothwendige Aus— räumung und Uferherstellung wird den in Frage kommen— den Aecordanten übertragen.— Gemeinderaths-Sitzung vom 10. September. Das Verzeichniß uneinbringlicher bezw. nachgelassener Steuern aus dem Jahre 1887 88 wurde mitgetheilt und genehmigt, ebenso wurde die Ge nehmigung der Credite ausgesprochen, welche zur Deckung von Ueberschreitungen aus demselben Jahre dienen.— Die von Großherzoglicher Realschuldirection beabsichtigte Verlegung des Unterrichts auf die Vormittage wurde von keiner Seite unterstützt; die Ansicht des Gemeinderaths über diese Frage soll in einer Eingabe an Großherzog liches Ministertum des Innern, Abthellung für Schul— Angelegenheiten, dargelegt werden.— Dle Anschaffung von 6 Coaks⸗Oefen für die städtische Schule wurde be⸗ schlossen, das Oelen von Fußböden in dem Realschul⸗ Gebäude an Ph. Werner vergeben.— Im Hinblick darauf, daß für die Kolonle für Epileptische(Bethel bel Blelefeld) bereits eine Haussammlung hler stattgefunden hat, wurde von einem Beitrage der Stadt hierfür abgesehen. k. Friedberg. Einer der merkwürdigsten Sterne des Himmels zeigt sich im September dieses Jahres im, hellsten Glanz. Er heißt Mira(die Wunderbare) bei den Astronomen, weil er in vielen Jahren gar nicht sicht— bar ist, und steht im Stern-Bild des Walfisches und des Siebengestirns. Von 1891—95 wird er wieder ver— schwinden. Offenbach Die„Off. Ztg.“ schreibt: Einen Fund von geradezu enormer Bedeutung machte A. Neubecker auf seinem Grundstück an der Ludwigsstraße, als er nach Wasser für den Betrieb seiner Eismaschine bohrte. Die dreijährige mühsame Arbeit wurde endlich mit einem über— raschenden Erfolg gekrönt, denn aus einer Tiefe von nahezu 400 Meter entstieg dem Schoße der Erde eine klare und überaus reichliche Mineralquelle. Nach ange— stellten Versuchen war man keinen Augenblick im Zweifel, daß es sich um eine werthvolle Natron-Lithlon-Quelle handele, und die Analyse des Geh. Hofraths Professor Dr. Fresenius lautete dahin, daß die Quelle quantitativ und qualitativ den besten in Europa gleich zu achten sei. Auch in Bezug auf ihre Heilkraft ergaben Proben sehr erfreuliche Resultate, gleichfalls darf nicht unterschätzt werden, daß die Quelle infolge ihrer Tiefe von den Ein⸗ wirkungen der Niederschläge ganz unabhängig ist. Mainz. Der in Ober Olm verhaftete Imperkal wurde vernommen, doch leugnete er entschieden, das Verbrechen begangen zu haben. Jener Knecht, welcher die Aeußerung in der Wirthschaft gethan hat, ist mit dem Beschuldigten befreundet und machte im weiteren Verhör Angaben, welche sich später als durchaus unwahr herausstellten. In Folge dessen wurde auch er verhaftet. Noch vorgestern Abend sind Beide durch Gendarmen hierher in's Unter⸗ suchnngsgefängniß abgeltefert worden. Wegen des Ver— brechens sind auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft zwei weitere Personen verhaftet worden. Diese Verhaf— tungen erfolgten auf gewisse Aussagen des inhaftirten Schreiners hin. Die schreckliche That soll mittelst eines Steines verübt worden sein; der Stein wurde dem Er— schlagenen, als er aus dem Hofe trat, gegen die Stirne und das Auge geschlagen; letzteres war vernichtet und der Schädel zertrümmert, so daß der Tod unbedingt ein— treten mußte. Allerlei. Frankfurt. Der Silberdieb Willer, alias Berg— mann, ist, wie nunmehr festgestellt ist, vorbestraft im Jahre 1862 durch das Kreisgericht zu Lauenbarg wegen Dieb stahls mit 6 Wochen Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust, im Jahre 1865 durch das Stadtgericht Berlin wegen wiederholten schweren Diebstahls mit 6 Jahren Zucht— haus und Pollzeiaufsicht von gleicher Dauer, im Jahre 1872 durch das Kreisgericht zu Stargard wegen Meuteret mit 6 Monaten Gefängniß und in demselben Jahre wegen des gleichen Verbrechens mit 9 Monaten Gefängniß und ferner wegen wiederholten schweren Diebstahls mit zehn Jahren Zuchthaus. Am 7. October 1872 ist Willer auf dem Transport aus der Strafanstalt Naugard nach dem Schwurgericht Prenzlau entsprungen. Berlin, 11. Sept. Der Vorsitzende der Civilge— setzbuchs-Commission, Wirkl. Geh.-Rath Dr. v. Pape, ist heute gestorben. Berlin. Das hiesige„Fremdenblatt“ schreibt:„Wie zuverlässig verlautet, ist dem Dr. Mackenzie vor einigen Tagen vom Berliner Hofmarschallamte seine letzte For derung im Betrage von 315 Pfd. Sterl.(6300 M.) ausgezahlt worden. Mackenzie liquldirte diesen Betrag für die vier Tage, die er nach dem Tode Kaiser Fried⸗ richs in Friedrichskron sich aufgehalten hatte. Die Aus— zahlung verzögerte sich so lange, weil Mackenzie eine an ihn von dem Hofmarschallamt gerichtete Frage, ob dies end— lich seine letzte Forderung sei, nicht beantwortet hatte. Erst als von der Beantwortung dieser Frage die Auszahlung abhängig gemacht wurde, erklärte Mackenzie, daß diese Forderung seine letzte sei. Ueberhaupt hat zwischen Mackenzie und dem Hofmarschallamte wegen einzelner Forderungen öfter eine längere Correspondenz stattfinden! müssen.“ Berlin. Heute ist die längste der bestehenden Telephonverbindungen, die zwischen Berlin und Breslau, eröffnet worden. Wien, 11. Sept. In Folge der Ueberschwemmungen und eines Dammbruchs zwischen Margreid und Salurn hat die Südbahn den Verkehr zwischen Neumarkt und Salurn eingestellt. Die Verbindung zwischen Pinzola und Campiglio ist ebenfalls unterbrochen. Innsbruck, 11. Septbr. In Folge anhaltenden Regenwetters sind in Südtyrol vielfache Ueberschwemm⸗ ungen eingetreten. Die Bahn dämme wurden an mehreren Punkten durchbrochen, die Regultrungsbauten mehrfach be— schädigt. Es wird noch Zunahme der Wassersnoth befürchtet. Madrid, 10. Sept. In den Proolnzen Valenela, Granada, Badajoz und Almerla sind in Folge anhalten, der Regengüsse große Ueberschwemmungen eingetreten. Viele Häuser und ein großer Theil der Ernte ist zerstört. London. Ganz London ist in Aufregung. Im Be— zirk Whitechapel, im Ostende der Stadt, sind innerhalb weniger Monate nicht weniger als vier Mordthaten ver⸗— übt worden, ohne daß es der Polizel gelungen wäre, den oder die Thäter zu ermitteln. Die Opfer sind in den beiden letzten Fällen Frauen, die einem unsittlichen Lebenswandel ergeben waren. Ihre Leichen befanden sich in einem entsetzlich verstümmelten Zustande. Verona, 11. Sept. Die Ueberschwemmung dauert an, da es fortwährend regnet. Athen, 10. Sept. Heftige Erderschütterungen in Aegina richteten Schaden an; mehrere Personen wurden verletzt, San Franeiseo, 9. Sept. Der Schaden wird auf ein Milllon Dollar 2000 Arbeiter sind arbeitslos Handel und Verkehr. Friedberg, 11. Sept. Fruchtpr. Watzen M. 17.75, Korn M. 14.00 11.50, Gerste M. 14.00- 15.00. Hafer M. 13.— 14. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Das Vorkommen von Viehsenchen im Großher⸗ zogthum Hessen während des Monats Juli 1888. Milzbrand wurde festgestellt am 2. Juli bei einem im Thierspital zu Gießen krepirten Schweine aus Mainzlar, im Kreise Gießen, in Mombach, im Kreise Mainz, am 10. bei einem geschlachteten und am 25. Juli bei einem krepirten Rinde, ferner in Heppenheim am 10. in Wolf und Usenborn, im Kreise Büdingen, am 16. bzw. 18. Jult und in Nieder⸗Weisel und Butzbach, im Kreise Friedberg, am 19. Juli bei je einem krepirten Rinde. Rotz: Wegen Verdachts der Ansteckung stehen unter polizeilicher Beobachtung: 3 Pferde eines Besitzers in Offenbach und 1 Pferd in Dudenhofen, im Kreise Offen⸗ bach, ferner im Kreise Dieburg 5 Pferde bei drei Be— sizern in Ober Roden, 2 in Heubach bei zwei Besitzern und 1 Pferd in Langstadt. Maul und Klauenseuche wurde im Kreise Oppenheim und zwar in Guntersblum am 14. und in Köngernheim am 18. Juli in je einem Rindviehstande fest— gestellt. Die Seuche ist in beiden Orten wieder erloschen. Der Bläschenausschlag unter dem Rindvleh in Bieben und Reinrod, im Kreise Alsfeld und in Maar, im Kreise Lauterbach, ist erloschen. Festgestellt wurde die Seuche am 28. Juli in Tiefenthal, im Kreise Alzey, und am 31. Juli in Dromersheim, im Kreise Bingen. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Alsfeld: Altenburg, Renzen⸗ dorf, Brauerschwend und Fischbach; in den Orten des Kreises Büdingen: Wallernhausen, Blofeld, Leidhecken und Bergheim; in den Orten des Kreises Lauterbach: Maar und Uetzhausen, und in den Orten des Kreises Schotten: Volkhardshain, Breungeshain, Ober-Seemen, Mittel⸗-Seemen, Nieder- Seemen, Gedern, Steinberg, Bobenhausen, Ober- und Unter⸗Seibertenrod. Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Samstag den 15. September 1888: Versöhnnngsfest. Beginn: Freitag Nachmittags 3 Uhr(Minchagebet). Freitag Abends 6 Uhr 30 Min. Samstag Morgens 6 Uhr 15 Min. Samstag Ausgang 7 Uhr. Zur Geburtstagsfeier Sr. Königl. Hoheit des Groß⸗ herzogs findet Sonntag den 16. September l. J., Morgens 9½, Uhr, in hiesiger Synagoge liturgischer Gottesdienst statt. Wochengottesdienst von Sonntag den 16. September an: Sonntag Morgens 5 Uhr 15 Min., Montag Morgens 6 Uhr 15 Min., Nachmittags 5 Uhr Donnerstag den 20. und Freitag der 21. September: Laubhüttenfest. fanden. geschätzt. g Oeffentliche Glaͤubiger⸗Aufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß des am 11. Juli 1888 verlebten Schäfers Johannes Störk von Ober⸗Mörlen, früher in Heldenbergen, sind in 14 Tagen in speelfieirten Rechnungen bel unterzeich— netem Gerichte geltend zu machen, wenn ste bei Regu⸗ lirung des Nachlasses berücksichtigt werden sollen. Bad⸗Nauhelm den 9. September 1888. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim— Bauer. 3211 Hau bach. = Stellensuchende jeden Berns plaeirt schnell Reuter's Bureau in Dresden, Reit⸗ bahnstraße 25. 3217 5 Oeffentliche Gläubiger-Aufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß der Wittwe des Johannes Vogler, Christine, geb. Bingel, von Dorheim sind binnen 14 Tagen bei unkerzeichnetem Gerichte geltend zu machen, wenn sie bei Regulirung des Nachlasses berücksichtigt werden sollen. Bad⸗Nauheim den 10. September 1888. Großherzogliches Amtsgericht Bad- Nauheim. Bauer. 3212 Haubach. Eine freundliche Wohnung an der Kcaiserstraße zu vermiethen. Näheres bet der Expedition des Anzeigers. 3205 Oeffentliche Glaͤubiger⸗Aufforderung. i Der Nachlaß des am 16. Juli 1888 verstorbenen Maurers Georg Hensel II. von Rödgen bei Friedberg ist von den Erben nur unter der Rechtswohlthat des Inven; tars angetreten worden. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß sind binnen 14 Tagen— inso⸗ weit dies nicht bereits geschehen ist— in speelfieirten Rechnungen bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, wenn sie bei Regulirung der Nachlaßverhältnisse berücksichtigt werden sollen. Bad⸗Nauheim den 9. September 1888. Großherzogliches Amtsgericht Bad⸗Nauhelm. auer. Haubach. 3213 Durch eine Feuers 4 brunst wurden in der Hauptstraße zwel Häuserquadrate zerstört, worin sich mehrere Gießereien und Fabriken bez g — 1 hien 0 Pöcsladt 0 Auf die 1 hel anhet 0 Gib und der erwa und sein erben H. Alt . — 8 2 . ͤ w-= 7 Fw N 1 die zur Draintrung der Fluren IV, Cabinet, Aufgebot. Nachlaß der Johannes Gröninger Wittwe, Marie Christine, geb. Herrlich, von Bönstadt. Die am 2. Januar 1865 verstorbene Rubricatin hat aus ihrer ersten Ehe mit Adam Rausch von Bönstadt einen Sohn, Johann Frledrich Rausch, geboren zu Bön— stadt am 15. Mai 1816, hinterlassen. Letzterer, der schon sein 70tes Lebensjahr vollendet hat, ist schon vor längerer Zeit unbekannt wohin nach Amerika ausgewandert und beträgt sein inzwischen von Curator Adam Ickes von Bet effend: Bönstadt verwaltetes Vermögen eirea 840 Mark. Auf Antrag seines Stilefbruders Heinrich Gröninger von Bönstadt als einzigen nächsten Erbberechtigten ergeht biermit an den genannten Johann Frledrich Rausch von Bönstadt, sowie an dessen Leibes- oder sonstige Erben die Aufforderung, so gewiß spätestens im Aufgebotstermin Mittwoch den 14. November l. J., Vormittags 10 Uhr, Mittheilungen über ihren dermaligen Aufenthaltsort anher gelangen zu lassen und ihre Eigenthums- bezw. Erb- und sonstige Ansprüche geltend zu machen, als sonst der erwäbnte Johann Friedrich Rausch für todt erklärt und sein Nachlaß dem sich gemeldet habenden Intestat— erben Heinrich Gröninger überlassen werden wird. Altenstadt den 10. August 1888. Großherzogliches Amtsgericht Altenstadt. Hellwig. Mobiliar-Versteigerung Freitag den 14. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der städtischen Markthalle im Rathhaus die zu dem Nachlasse des Peter Fritz gehörenden Mobiltar-Gegen— stände an den Meistbletenden versteigert werden. Friedberg den 11. September 1888. Heesters Ortsgericht Friedberg. Stein häußer. 2900 3221. Submission von Bauarbeiten. Nachstebende Bauarbeiten bei dem zu errichtenden Isolir hause der Kinderheilanstalt Elisabethhaus zu Bad Nauheim sollen auf dem Submissionswege vergeben werden: Mauxrerarbeit, veranschlagt zu 2559 M. 21 Pf. Steinhauerarbelt i, Dachdeckerarbeit A Schreinerarbeit F Schlosserarbeit 157 N 6 Glaserarbeit e Spenglerarbeit 2„ 0 Weißbinderarbeit 699 28 Die Bedingungen liegen von heute an bis zum 17. d. M. bei Herrn E. F. Geberinger dahter offen. Offerten sind bei dem Vorstande, Pfr. Walz, einzureichen. Die Eröffnung derselben geschieht in Gegenwart der Sub— mittenten in der oben bezeichneten Gastwirthschaft Montag den 17. September, Nachmittags 6 Uhr Bad Nauheim, 11. September 1888. Der Vorstand: 3220 Walz. Vergebung von Draintrungs— Arbeiten, sowie Fertigung und Anfuhr von Drainröhren. Nächsten Samstag den 15. d. Mts:, Nachmittags 1 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Wölfersheim und VI dortiger Gemarkung erforderlichen Arbeiten und Matertakken, ver— anschlagt wie folgt, öffentlich unter den bei der Ver— steigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Musterröhren sind bis zur Versteigerung bei Groß— : ben Bürgermeisterel Wölfersheim einzureichen. Grabenarbeiten 742 M. 56 Pf. 2 Lieferung von 19,530 Stück hart gebrannten Thonröbren von 37 bis 125 mm Licht weite 9 270 1 3. Anfuhr der Röhren 4. Absteckpfähle 5 D Echzell, 11. Sepfember 1888. 3203 Jung, Kulturtechniker. * 0 Holz⸗Versteigerung. Auf der Fürstl. Grube Wölfershesm kommen Freitag den 14. d. Mts., Nachmittqgz 8,1 Ubr, ca. 30 Haufen Lattenabfälle, zu leichten ue ogungen sehr geeignet, sowie ca. 10 Haufen Wuff zur öffentlichen Verstelgerung. Grube Weckes heim den. 11. September 1888. 3215 Die Fürstliche Bergverwaltung. Erfahrene Bergleute gesucht zum Auffahren einer Wasserrösche(Stolle) in einer 1½ bis 2½ Meter dicken Ktesschicht, die von festem Lehm überlagert ist. Die Arbeit kann auch einem ge— eigneten Unternehmer übertragen werden. Gefl. Meldungen sind zu richten an Ingenteur Hoffmann, städtisches Wasserwerk in Bockenheim bel Fronkfurt(Maln). 3157 Ein freundliches Zimmer und möblirt, ist zu vermiethen. Näheres in der Exp. d. Anz. 3210 * ** 0* Arbeits-Vergebung. Montag den 17. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Gemeindehause zu Oder Mörlen nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden: Anfertigung von ea. 15,710 fd. m Drain— gräben ze, veranschlagt zu 2518,60 M. Lieferung von 54,525 Stück Dralnröhren von 37 bis 150 mm Durchmesser 1538,66 M. Lieferung von 46 lfd. m glasirten Thon— röhren von 20 em Lichtweite 92,00 M. Transport der Drainröhren, ca. 1770 Ctr. 212,40 M. Lieferung eines Ausmündungssteins 12,00 M Der Kostenvoranschlag und die Bedingungen liegen auf der hlesigen Bürgermelsteretl zur Einsicht offen. Ober⸗Mörlen den 10. September 1888. Großherzogliche Bürgermeisteret Ober-Mörlen. 3216 eee Prima blauen Pitriol 3197 W. Bernbeck. Kinder bekommen Ich leicht Durchfälle. Beigabe von Timpe's Kindernahrung“) zur Kuhmilch bekommt allen Kindern vorzüglich. 2480 Y a 80 und 150 Pf. bei W. Bernbeck. Frische Repskuchen 3225 in Prima-Waare bei 1 Dan. stüm mich. empfiehlt 6 9 7 — Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika in 9 Tagen Ferner fahren Dampfer des enn Lloyd machen. Näheres bet dem General-Agenten Chr. Emil Derschou, p ee n. NI., oder dessen Agenten Isidor Schulhof, Friedberg, N. Spiegelberger in Butzbach, August Kraft in Butzbach. 359 Gesetzlich geschützt! eine Fliegen mehr! K Schunbhen mehr! eine Russen mehr! O. 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Friedberg am 10. September 1888. Die trauernden Hinterbliebenen. 3202 1 Laubhüttenfest⸗Ball zu Griedel. Donnerstag den 27. September findet im Gasthaus zum Taunus dahler 34 LL 3138 Das Comité. statt, wozu ergebenst einladet Griedel. Anfang Nachmittags 4 Uhr. Actien⸗Zuckerfabrik Wetterau. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß die Anmeldungen von Arbeitern bis kommenden Samstag auf unserem ane entgegen genommen werden und die Posten am 8 den 16. d. Mts., zwischen 9 und 10 Uhr Vormittags, zur Vertheilung gelangen. Die Campagne beginnt bestimmt am 25. d. Mts. Friedberg den 10. September 1888. Aetien⸗ Zuckerfabrik Wetterau. in Seide⸗, Gloria⸗, Zanella⸗ und Alpakastoffen Ne enschirme 3.4 empfiehlt zu den diulgsten Preisen 2597 vorm. K. Friedrich 1 Keim neben der Post. J. A. Pelissier, Hanau, Tuch und eee Handlung. 201 Große Auswahl.— Billige Preise. sann Carl Schenck, Eisengießerei und Waagenfabrik, Dar mstadt. Fuhrwerkswaagen mit eisernem Bett oder für Steinfundament. 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