1888. Oberhe Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Dienstag den 9. October. M9. cher Anzeiger. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Annoncen: die einspaltige 5 Net 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen ron auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Choralsammlungen des evangelischen Kirchengesangvereins sür das Großherzogthum Hessen. Friedberg den 4. October 1888. Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an die Schulvorstände des Kreises. Nachdem das neue„Choralbuch für die evangelische Kirche des Großherzogthums Hessen“ erschienen ist, das neben einer größeren Anzahl neuer Melodieen einen von dem seitherigen vielfach abweichenden Rythmus eingeführt hat, hielt es der evangelische Kirchengesangverein für geboten, entsprechende Sammlungen von einstimmigen, zweistimmigen, drei- und vierstimmigen Chorälen für den Schulgebrauch ausarbeiten zu lassen. Von diesen Sammlungen sind die ein- und zweistimmigen Choräle im Verlage von Johannes Waitz zu Darmstadt bereits herausgegeben worden und um den Preis von je 20 Pf. das Exemplar zu beziehen, für die dreistimmigen wird sich voraussichtlich der Preis auf je 25 Pf. und für die vierstimmigen(ungebunden) auf je 1 Mark stellen. Die oberste Schulbehörde hält es für zweckmäßig, daß die evangelischen Lehrer des Landes auf diese Sammlungen aufmerksam gemacht und nach denselben die Melodien in den Schulen eingeübt werden. Wir empfehlen Ihnen darum, unter Benehmen mit den evangelischen Pfarr— geschlosen. Sa ihfest Erlenbach beantragt haben, das Ver ämtern, und den Großherzotzlichen Burgermeistereien die Anschaffung der Sammlungen auf Kosten der Gemeinde- oder Kirchen Kasse zu erwirken. Bekanntmachung. Dr. Braden. 8 In dem Kreisamtsgebäude zu Friedberg findet Samstag den 27. Oetober l. J., Vormittags 10 Uhr, eine öffentliche Sitzung des Kreistags des Kreises Friedberg statt, in welcher nachstehende Angelegenheiten zur Verhandlung kommen sollen: 8. Wahl zweier Mitglieder und zweier Ersatzmänner zur land- und forst⸗ Rechnung der Kreiskasse pro 1887/88. Voranschlag der Kreiskasse pro 1889/90. = 9 stadt— Ranstadt- Nidda. S der Verordnung vom 13. Februar 1875 2. September 1875, pro 1889 bis incl. 1894. Verwaltungs-Rechenschaftsbericht des Kreis-Ausschusses pro 1887. Unterhaltungs-Voranschläge der Kreisstraßen pro 1889½90. 9. Neubau von Kreisstraßen, hier von Kaichen nach der Haltestelle Erbstadt—Kaichen an der Friedberg— Hanauer Eisenbahn und von da weiter bis zur Staatsstraße Ilbenstadt—Büdingen und Ilben— Wahl der Civil-Mitglieder der Großherzoglichen Ersatz Commission Friedberg und deren Stellvertreter pro- 1889, 1890 und 1891. 7. Wahl von Sachverstäudigen bei Abschätzung von Flurschäden,§. 14 11 2 und Instruktion vom Bekanntmachung. wirthschaftlichen Berufsgenossenschafts-Versammlung für das Groß— herzogthum Hessen gemäß Art. 7 des Gesetzes vom 4. April 1888. Beitritt des Kreises Friedberg zur Tiefbau-Berufsgenossenschaft. Statut über die Krankenversicherung der in land- und forstwirth— schaftlichen Betrieben beschäftigten Personen. Mittheilung bezüglich Ergänzungswahlen zum Kreistag. Verschiedene Mittheilungen. 8 Friedberg den 6. October 1888. Der Großherzogliche Kreisrath Dr. Braden. In Beurlaubung des Großherzoglichen Distrikts-Einnehmer Stiehler ist der Großherzogliche Finanz-Aspirant Zimmermann mit der interimistischen Verwaltung der Großherzoglichen Distrikts-Einnehmerei Hungen beauftragt worden. Friedberg den 10. October 1888. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Ober-Erlenbach. Bekanntma chung. Nachdem eine größere Anzahl betheiligter Grundbesitzer die Einleitung des Verfahrens der Feldbereinigung in der Gemarkung Ober⸗ Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. fahren von der Großherzoglichen Oberen landwirthschaftlichen Behörde als zulässig erachtet worden ist und der Unterzeichnete zum Commissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der betheiligten SGrundeigenthümer auf Mittwoch den 7. November l. J., Vormittags von 10 bis 12 Uhr, im Rathhause zu Ober-Erlenbach anberaumt. Diejenigen betheiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich, noch durch gehörig Bevoll— mächtigte abstimmen, werden als für die Bereinigung stimmend angesehen. Friedberg den 5. October 1888. Betreffend: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte für die Periode vom 1. Januar 1889 bis 1. Januar 1890. Der Vollzugs-Commissär: Dr. Wallau. Friedberg den 6. October 1888. Das Großherzogliche Amtsgericht Friedberg an sämmtliche Bürgermeistereien des Amtsgerichtsbezirks. Wir erinnern Sie daran, daß die Urlisten der Schoͤffen und Ges gleitungsbericht bis längstens am 15. October l. J. bei Erledigung. Den gegen 1) Peter Heck, 2) Johannes Heck, belde von Astheim, Steabrief. Fellenberg, Karl Hermann, geboren am 25. November 1849 zu Bad⸗Nauheim vom 16. September d. J. wegen der Anschuldigung: cher Ausführung vorsätzlich körperlich mißbandelt und an der Gesundheit beschädigt zu haben, wenn im Großherzogthum Hessen betroffen, Großherzoglichem Um Nachricht von der Verhaftung und vor Zuführung wird ersucht. Jäusten schlug und verletzte, festzunehmen und, gerichte vorzuführen. Frledberg, 6. October 1888. Sellheim. Meidung einer Ordnungsstrafe von 5 9 chworenen für das Jahr 1889 mit dem vorgeschriebenen Be⸗ bis 100 Mark an uns einzusenden sind. Weber. erlassenen Steckbrief nehme ich als erledigt zurück. Altgabel in Schlesten, ist auf Grund Haftbefehls Großherzoglichen Amtsgerichts am 25. März 1888 zu Hof Haselheck den Dienstknecht Gustav Schaum aus Bromberg in gemeinschaft— indem er denselben anpackte, wider einen Posten drückte und ihn mit den Amtsgericht Bad- Nauheim, andernfalls dem nächsten Amts⸗ Der Großherzogliche Amtsanwalt Hi Deutsches Reich. Berlin, 5. Okt. Bei dem gestrigen Gala— diner im großen Redoutensaale der Hofburg in Wien erwiederte Kaiser Wilhelm den Toast des maisers Franz Joseph in einem Trinkspruche, in welchem er sagte:„Eurer Maj. Gnade hat mich die letzten Jahre schon stets ausgezeichnet. Ich erfülle hiermit ein heiliges Vermächtniß meines in Gott ruhenden Großvaters. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl meines treuen und mächtigen Bundesgenossen in warmer und bewährter Freundschaft.“ Kaiser Wilhelm brachte sodann ein dreimaliges Hoch auf das gesammte österreichische Kalserhaus aus. Kaiser Franz Joseph erhob sich nochmals und toastirte auf die deutsche Armee als leuchtendes Muster aller militärischen Tugenden. Kaiser Wilhelm ließ hierauf die österreichische Armee hoch leben. Kaiser Wilhelm empfing heute auch den Prof. Schrötter, mit dem er lange und tiefbewegt über die Krankheit Kaiser Friedrichs sprach. Kaiser Franz Joseph ernannte den Bruder Kaiser Wilhelm's, den Prinzen Heinrich, zum Corvetten-Capitän à la suite und verlieh dem ———— Grafen Bismarck das Großkreuz des Leopold— Ordens und dem Generallieutenaut Hahnke das Großkreuz des Ordens der eisernen Krone. Kaiser Wilhelm begab sich heute früh 7 Uhr mit dem Kronprinzen Rudolf nach dem Thier— garten bei Lainz, um dort zu pürschen. Von dort begab sich der Kaiser nach dem Lustschloß Schönbrunn, woselbst der heute früh ebenfalls eingetroffene König von Sachsen sowie Prinz Leopold von Bayern bis zu der Nachmittags erfolgten Abreise des Kaisers nach Steiermark Aufenthalt genommen hatten. Der König von Sachsen stattete nach seiner Ankunft dem Kaiser Wilhelm einen Besuch ab, den dieser sofort er— wiederte. Heute Mittag fand in Schönbrunn ein Dejeuner statt, an welchem auch die Kaiserin und die Kronprinzessin theilnahmen. Darauf verabschiedete sich Kaiser Wilhelm und beide Kaiser begaben sich alsdann mit der übrigen fürstlichen Jagdgesellschaft nach Mürzzuschlag.— 6. Okt. Aus Mürzsteg in Steiermark wird berichtet: Die Kaiser Wilhelm und Franz Joseph sowie die hohe Jagdgesellschaft nahmen Vormittags an der Hochwildjagd in der Umgebung Schwarz— bachs Theil. Die Jagd auf Gemsen wurde bis zum Eintritt besserer Witterung, auf welchen bereits morgen gerechnet wird, ausgesetzt, weil infolge des hohen Schnees in den Bergen für die Treiber die Gefahr des Abstürzens vor— handen ist. — 6 Okt. Graf Herbert Bismarck und der Sectionschef Szögyenyt sind heute Nachmittag in Pest eingetroffen. Zu Ehren des Grafen Bismarck, der bei dem Generalconsul von Plessen abgestiegen ist, findet bei dem Ministerpräsiden— ten Tisza ein Diner statt. — Die Stadtverordneten genehmigten den Antrag des Ausschusses auf Bewilligung von 500,000 Mark zur Errichtung einer fur Förde— rung der Volkswohlfahrt bestimmten Kaiser Friedrich⸗Stiftung, deren specieller Zweck der Kaiserin Friedrich vorzubehalten sei, desgleichen die Veranstaltung einer Sammlung zur Errich— tung eines Denkmals für Kaiser Friedrich. — In der Angelegenheit Geffcken schwirren die krausesten Gerüchte durcheinander; thatsäch— lich hat sich Frau Geffcken an den Reichskanzler gewandt, welcher aber auf das Bestimmteste ablehnte, Schritte zu thun, welche den Gang der Untersuchung beeinflussen könnten. Der An— trag auf Entmündigung Geffckens ist von dessen Sohn, welcher Student der Philosophie ist, ge— stellt und durch den Rechtsanwalt Nolte über— reicht worden. Er stützt sich auf das Gutachten von fünf Aerzten. Als Untersuchungsrichter wurde Landrichter Hirschfeld in Berlin bestellt. Das Gerücht über die Freilassung Geffckens ist vollständig unbegründet. — Gegenüber den englischen Zeitungsnach— richten, daß Admiral Fairfax beauftragt sei, das englische Protektorat über die Savage-Inseln zu proklamiren, bemerkt die„Nordd. Allg. Ztg.“, daß diese Inselgruppe in dem deutsch-englischen Abkommen vom 6. April 1886 als neutral er— klärt ist. Potsdam, 6. Okt. Die Kaiserin traf mit ihren Söhnen um 4¾ Uhr hier ein und fuhr direkt nach dem Marmorpalais. Kiel, 6. Oktbr. Die Eröffnungsfeier der neuen Marine-Akademie und Schule fand in der Aula derselben statt. Viceadmiral Blanc übernahm den Prachtbau für die Marine und übergab denselben dem Direktor des Marine— Bildungswesens, Capitän Scheering, welcher darauf einen Rückblik auf die Entwickelung des Marine⸗Bildungswesens gab und mit einem dreifachen begeisterten Hoch auf den Kaiser schloß. Hamburg, 5. Okt. In dem Soziäalisten— prozeß wurden wegen Theilnahme an einer ge— heimen Verbindung Babst zu einer dreimonat— lichen, Würfel, Fricke, Rohde und Noack zu einer zweimonatlichen Gefängnißstrafe verurtheilt, die übrigen sechs Angeklagten kostenlos freige— sprochen. Die erkannten Strafen sind durch die Untersuchungshaft verbüßt. Nürnberg. Die Abtheilung Nürnberg des deutschen Colontalvereins beschloß in einer öffent⸗ lichen Versammlung, für die Emin-Pascha⸗Expe⸗ dition ein Comité zu bilden, dessen Thätigkeit ganz Bayern umfaßt. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Das hles. „Fremdenblatt“ sagt anläßlich der beiden Kaiser⸗ toaste: Aus deuselben trete die ganze auf die innersten Empfindungen aufgebaute Festigkeit des Bundes hervor. Die Trinksprüche seien eine Kundgebung von überwältigender Macht, welche den Quaderbau beleuchte, auf welchem der Friede beider Reiche und Europa's ruhe. Beide Monarchen hätten mündlich das vor 9 Jahren geschlossene Bündniß erneuert, jedes einzelne Wort der Monarchen flöße der großen Schöpf— ung neue Kraft ein. Schweiz. Bern. Da das Gesetz, betreffend die Erfindungspatente, innerhalb der gesetzlichen Einspruchsfrist unbeanstandet geblieben ist, so tritt dasselbe laut Erklärung des Bundesraths am 15. November in Kraft. Holland. Haag. Die auswärts verbrei— teten Nachrichten über eine Verschlimmerung im Befinden des Königs sind unbegründet, dasselbe war vielmehr in den letzten Tagen ein im All— gemeinen befriedigendes. Frankreich. Paris. Der Attentäter Garnier, welcher seinerzeit provisorisch in die Irrenanstalt Saint-Anne gebracht worden war, soll nunmehr in das Irrenhaus von Briere transportirt werden. Großbritannien. London, 6. Okt. Einer Reutermeldung aus Sansibar zufolge verwehrten die Eingeborenen von Kilwa den britischen In— diern die Abfahrt auf des Sultans Schiff „Swordsman“, mit dem Bemerken, dieselben sollten bleiben und ihre Geschaͤfte fortsetzen, Keiner sollte Schaden erleiden. Den Weibern und Kindern wurde die Abreise nicht verwehrt. Die Eingeborenen erklärten, weder die Autorität des Sultans, noch die der Deutschen anzu— erkennen. Italien. Rom, 5. Okt. Das französische Decret in Bezug auf die Fremden macht hier, als auch gegen Italien gerichtet, den ungünstig— sten Eindruck.— Die französische Regierung soll ihren Botschafter de Mouy angewiesen haben, vor der Ankunft des deutschen Kaisers Wilhelm nach Rom zurückzukehren. Rumänien. Bukarest, 4. Okt. Der Prinz von Wales ist eingetroffen und wurde vom König, dem gesammten Ministerium, den Gene— ralen und Würdenträgern, der englischen Ge— sandtschaft und dem Bürgermeister empfangen. Die Stadt ist festlich geschmückt. Serbien. Belgrad. Die Königin Natalie verharrt in ihrer ablehnenden Haltung; sie be— auftragte ihren Vertreter Pirotschanatz, dem Könige und dem Consistorium zu erklaren, daß sie weder die Ehelösung, noch ein Arrangement acceptire; der König müsse nachgeben. Die Kö— nigin verkehrt sehr rege mit der russischen Ge— sandtschaft in Bukarest. Rußland. Petersburg. Nach einer Mel— dung aus Jekaterinodar vom 3. Oktober zogen die Kubankosaken in feierlicher Weise mit ihren historischen Emblemen vor dem Zaren und dem Thronfolger auf, um denselben, namentlich letz terem als Hetman aller Kosaken, zu huldigen. Später empfing das Kaiserpaar Deputationen von Kosaken und Eingeborenen, welche werth— volle Geschenke, worunter 9 prachtvolle Pferde, darbrachten. — Das Gesetz, betreffend die Erleichterung der Getreide- und Mehlausfuhr aus den Hafen des Baltischen, Schwarzen und Asow'schen Meeres durch zollfreie Zulassung der dazu erforderlichen ausländischen Säcke ist veröffentlicht worden. Ein weiteres Gesetz gestattet ausländischen Aktien⸗ Gesellschaften, wenn sie in Rußland nur aus— ländische Fabrikate verkaufen und ausländischen Schifffahrts-Compagnien, welche im Verkehr mit Rußland stehen, den Geschäftsbetrieb in Rußland ohne besondere kaiserliche Genehmigung. Aus Stadt und Land. Frledberg den 8. Oetober. Für die mit der Bahn fahrenden Schüler der Realschule und des Progymnastums ist, wie wir hören, von Kassel eine höchst bedeutsame und erfreuliche Nachricht eingetroffen, die auch weitere Kreise, insbesondere solche, denen die Erziehung der Jugend am Herzen liegt, interesstren dürfte. Auf eine Eingabe des Lelters der Anstalt, Dr. Curschmann, an die Eisenbahn⸗ Dlrectlon Hannover, hat nämlich das Königliche Elsen⸗ bahn⸗Betriebsamt der Main⸗Weser⸗-Bahn die in Frage kommenden Statsonen angewiesen dafür zu sorgen, daß Schüler und schulpflichtige Kinder, soweit dies möglich ist, in besonderen Wagenabthellen und getrennt von Ex wachsenen befördert werden. Wer da weiß, welch schwere sittliche Schädigungen die empfängliche Kinderseele durch unpassende und garstige Worte und Reden aus dem Munde Mitreisender erleiden kann, der wird es der Königlichen Behörde aufrichtig Dank wissen, daß sie einen von Eltern und Lehrern tlefgefühlten und schon oft ge— äußerten Wunsch so freundlich erfüllt hat. Friedberg, 8. Oet. Aus dem Garten des neuen Kreisamtes wurde uns heute von Gärtner Gottmann eine schöne Apfelblüthe vorgezeigt. Offenbach, 4. Oct. Der Gastwirth K. in der Loulsenstraße dahier zahlte am letzten Samstag einem Obsthändler aus einer Gemeinde bei Seligenstadt 156 M. für gellefertes Obst aus, worunter sich vermeintlich ein Hundertmarkschein befand. Später kam K. zur Ueber zeugung, daß er anstatt eines Hundertmarkscheins einen Tausendmarkschein der Frankfurter Bank dem betref⸗ fenden Händler ausgehändigt hatte. Der um 900 M. Geschädigte reiste am Sonntag in begreiflicher Bestürzung zu jenem Geldempfänger, der jedoch bestimmt behauptete, den Schein zu Frankfurt bei einem ihm unbekannten Odenwälder Handelsmann um 100 M. gegen klingende Münze umgewechselt zu haben, da er denselben gleichfalls für einen Hundertmarkschein gehalten hätte. Sache der bereits angerufenen Gerichtsorgane wird es nun sein, den Thatbestand aufzuklären und namentlich den großen Un⸗ bekannten zu ermitteln. Thatsächlich vollzog gestern Vor⸗ mittag die Sellgenstädter Gendarmerte in der Wohnung des fraglichen Händlers auf Reguisition der Darmstädter Staatsanwaltschaft eine Haussuchung, die indessen erfolg⸗ los blieb. Allerlei. Bern, 4. Oktbr. Auf sämmtlichen schweizerischen Eisenbahnen, ausgenommen Lausanne⸗Lyß, ist der Per⸗ sonenverkehr wieder aufgenommen. Nach den einlaufen⸗ den Berichten richtete das gestrige Hochwasser an vielen Orten erheblichen Schaden an. Handel und Verkehr. Friedberg, 6. Octbr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80— 1.00. Eier 2 St. 13 Pf. Gießen, 6. Oetbr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.85- 1.05, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. 13 Pf., Käse per St. 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 6.50— 0.60, Hühner per Stück M. 0.90— 1.00, Hahnen per Stück M. 0.60— 1.00, Enten per Stück M. 1.30— 1.80. Ochsen-Fleisch per Pfund 60—68 Pf., Kuh und Nind⸗ Fleisch 45—54 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ Fleisch 54—64 Pf., Kalbfleisch 40— 46 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.00— 7.00, Zwiebeln per Centner M. 4.50—5.50., Weißkraut per Stück 8 Pf. Frankfurt, 6. Oct. Erbsen ganze per Pfd. 16 bis 20 Pf., do. geschälte 18—22 Pf., Linsen 18—28 Pf. weiße Bohnen 20— 22 Pf., hiesige Kartoffeln per Gescheld 10-12 Pf., krause Endivien 3— 10 Pf., Butter per Pfd. M. 0,90— 1.10, Eier das Stück 6—7 Pf., Salak⸗ böhnchen 50 Pf., Blumenkohl 20— 50 Pf., Kopfsalat per Stück 3—5 Pf., Erbsen per Pfd. 15—20 Pf., grüne Bohnen per Pfd. 15— 20 Pf., Romainsalat 10-15 Pf., Wirsing per St. 6—12 Pf., Zwiebeln per Pfd. 7—9 Pf., Elnmachgurken 100 Stück M. 0.70— 1.20, Gurken 3 bis 4 Pf., Kohlraben per Stück 4— 6 Pf., Carotten das Päckchen 10— 12 Pf., Paradiesäpfel per Pfd. 30 Pf., Weißkraut per Stück 8— 20 Pf., Feldgurken per Stück 3—4 Pf., Rotherüben per Portion 15—30 Pf., Aepfel per Pfd. 20 Pf., Birnen per Pfd. 5—10 Pf., Zwetschen 20—25 Pf., Nuͤsse 100 St. 50 60 Pf., Mauskartoffeln per Gesch. 20—25 Pf., Perlzwiebeln per Liter 50 Pf., kleine Essiggurken 100 Stück 60— 70 Pf., Feldhuhn M.! bis 1,50, Hasen M. 3—4. Lauterbach. Seit dem 1. Oktober ist zwischen Grebenhain und Herbstein eine tägliche vlersitzige Per- sonenpost eingerichtet worden. Abgang aus Grebenhaln um 3 Uhr 50 Min. Nachmittags, Abgang aus Herbstein 8 Uhr 40 Min. Vormittags. Literarisches. Daheim. Die soeben erschienene Nr. 1 enthält: „Daheim“. Zum 25. Jahrgang. Gedicht von Karl Gerock.— Tino Photinus. Roman von Bernhardine Schulze⸗Smidt.— Aus den Werkstätten der Goldschmlede⸗ kunst Pforzheims. Von Dr. Edm. von Freyhold.— Unsere Flotte vor 25 Jahren und jetzt. Von Reinhold Werner.— Kaiser Wilhelm II. und sein Sohn Kron⸗ prinz Wilhelm. Nach dem Bilde von Hans W. Schmidt. — Die zweite englische Revolution. Von Gottlob Egel⸗ haaf. Mit drei Porträts und einer Illustration.— Ein Gefangener. Nach dem Bilde von Otto Pilz.— Am Familientisch: Sinnen und Spinnen von E. Rau. Ge⸗ dicht von Frida Schanz.— Gesundheitsrath.— Hin urd Her.— Aus der Redaktion.— In unserer Spiel⸗ ecke.— Erste Beilage: Aus der Zeit— fur die Zeit. Zweite und dritte Beilage: Frauen⸗Daheim. det Olensta sittwo 5 Abo Donner teltag 5 Auß Samste Sonnte — 90 600 K gefktn 51 urch se Ole bol a fel hit Die Dlrcktt verste Fl. Fl Fli Fli Flu Flu * n 1181 1 8 Wagen t ** n au 2 de 9 W 4* n e ** N 1 abt 1 1 3 18 8 e n 1 die 211 1 n* und Nieder Wöllstadt und zwischen Ilbenstadt und Assen⸗ 8 Uhr an der Mühle bei Ober Wöllstadt und um 9½ Uhr werden aus den Großherzoglichen Schloßgartenanlagen Aepfel, Birnen und Trauben öffentlich meistbietend ver⸗ Repertoir-Entwurf der vereinigten Stadt⸗ Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 9.: Othello. Mittwoch den 10.: Der Hofnarr. Kleine Preise. Au Abonn. EN Donnerstag den 11.: Robert der Teufel. Große Pre Freitag den 12.: Zum 25. Male: Reise um die Erde. Außer Abonn. Große Preise. 1 Samstag den 13.: Martha. Große Preise. b Sonntag den 14.: Othello. Große Preise. Mittwoch den 10: Frauenemanelpatlon. Montag den 15.: Reise um die Erde. Außer Abonn. Schauspielhaus. Dienstag den 9.: Ein Erfolg. Große Prelse. Hierauf: Ein Große Preise. f Lustsplel. Große Prelise. Donnerstag den 11.: Abonnements Vorstellung für einen . Nathan der Weise. 13 teltag den 12.: Die Journallsten. Große Preise. ö Samstag den 13.: Zum ersten Male: Cornelius Voß. Lustspiel in 4 Akten von Franz von Schönthan. Große Preise. Sonntag den 14.: Zum ersten Male wiederholt: Cornellus Voß. Große Preise. Montag den 15.: Iphigentka auf Tauris. Große Preise. Buxkin und Kammgarne für Herren- und Knaben⸗Kleider, reine Wolle, nadelfertig, circa 140 em breit à Mark 2.35 per Meter, versenden direkt an Private in einzelnen Metern, sowle ganzen Stücken portofrei in's Haus Buxkin-Fabrik- Depot Oettinger& Co., Frankfurt a. M. Muster unserer reichhaltigen Collektionen bereitwilligst franco. 2779 f Bekanntmachung. Die am 2. d. Mts. abgehaltene Versteigerung von 600 Malter Eßkartoffeln ist nicht genehmigt und soll die Lleferung Freitag den 12. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, durch schriftliches Angebot vergeben werden Die Angebote sind versehen mit der Aufschrift:„An⸗ gebot auf Kartoffellieferung“ bis zu obigem Tage kosten⸗ frei hierher einzureichen. Die Bedingungen liegen auf der Geschäftsstube der Direktion zur Einsicht offen. Marlenschloß den 6. Oetober 1888. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direktion. 3644 Bornemann. 1 Versteigerungs-Anzeige. Die an den Staatsstraßen zwischen Ober-Wöͤllstadt heim vorkommenden abgängigen Allee bäume sollen Montag den 15. October l. J. meistbietend, öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft findet statt des Vormittags um nächst dem Chausseehaus bei Ilbenstadt. Friedberg den 4. October 1888. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. 3591 Kranz. Obst Versteigerung. Dienstag den 9. Oetober d. I., Nachmittags 2 Uhr, steigert. Zusammenkunft und Anfang im Großh. Schloßhof. Frledberg den 7. Oetober 1888. Großherzogliche Schloßverwaltung. Dönges. Güter-Versteigerung. Donnerstag den 11. October, Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesigem Ratbbause nachverzeichnete Guͤterstücke des Conditors Martin Philippi in Friedberg meistbletend versteigert werden: Gemarkung Friedberg. Flur IV, Nr. 48= 2044 qm Grabgarten in der Kehl, Flur IV, Nr. 214= 3544 qm Grabgarten im Ohrloch, Flur VII, Nr. 1= 1754 qm Acker im kleinen Wartfeld, Flur VIII, Nr. 43= 1912 qm Acker am Taubenraln. Gemarkung Fauerbach. Flur IV, Nr. 215= 486 m Acker auf dem Krämer, Flur III, Nr. 106= 1569 m Acker gegen dem rothen Thurm. Friedberg den 8 8 1 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Steinhäußer. 3636 3640 e Versteigerung. Das Gebäude der seithersgen Toupie hollandaise an der Terrassenstraße zu Vad⸗Nauhelm, ein einstöckiger Fachwerksbau, 17,35 Meter lang, 5,75 Meter breit, mit Pappbedachung, soll Donnerstag am 11. October d. J., Vormittags 10 Ubr, im Rathhaussaal an den Meist⸗ bietenden auf Abbruch versteigert werden. Nähere Aus⸗ kunft geben die Elgenthümerinnen der Toupje, bei welchen auch die Versteigerungsbedingungen zur Einsicht offen liegen. ab⸗ Rauh elm den 5. Oetober 1888. Großherzogliches Ortsgericht Bad-Nauheim. 3629 Wörner. Zwangs⸗Versteigerung. Dienstag den 9. October l. J., Nachmittags 4 Uhr, versteigere ich vor dem Bahnbofe zu Friedberg nach⸗ stehende, von Nieder⸗Florstadt kommende Pfand- Submission. Die Erdarbelten bei der Verfüllung der alten Stein— straße in Flur X. der Gemarkung Okarben, veranschlagt zu 7000 M., sollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Pläne, Kostenanschlag und Bedingungen liegen auf dem Burkau des Unterzeschneten bis zum 15. b. Mis. offen, bis zu welchem Tage die Offerten, verschlossen und franeirt, mit entsprechender Aufschrift versehen, daselbst einzureichen sind. Friedberg am 5. October 1888. Der Feldbereinigungs-Geometer: 3596 Müller. Bekanntmachung, den Kartoffelmarkt und den Krautmarkt betreffend. Die Betheiligten werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Kartoffelmarkt und der Krautmarkt von Montag den 15. d. Mts. ab und zwar ersterer täglich, letzterer dagegen nur Mittwochs und Samstags von 8—12 Uhr auf dem Mainquai zwischen Metzgerthor und Fahrthor stattfinden, Der Verkauf von Kartoffeln und Kraut vom Wagen an anderen Orten, sowie das Aufstellen von mit Kar⸗ toffeln bezw. Kraut beladenen Wagen auf anderen Straßen und Plätzen, namentlich vor den ehemaligen Thoren der Stadt, ist verboten. Im Weiteren wird auf die Be stimmungen der diesseitigen Bekanntmachungen, betreffend den Kartoffelmarkt und den Krautmarkt(städtisches An— zeigeblatt vom 7. l. Mts.), verwiesen. Frankfurt a. M. den 5. October 1888. 3630 Städtisches Polizei- urd Verkehrs-Amt. Verkauf einer Feuerspritze. Mittwoch den 17. Oetober, Nachmittags 3 Uhr, wird beim Herrenhause zu Conradsdorf(bei Selters) eine alte, unbrauchbar gewordene Feuerspritze mit Zubehör öffentlich meistbietend versteigert. Wegen näherer Auskunft wende man sich an unter— fertigte Stelle. Ortenberg, 4. October 1888. Großherzogliche Oberförsterei Ortenberg. Hoffmann. Versteigerung. Mittwoch den 10. October, Nachmittags 2 Uhr, wird vor dem Rathhause zu Friedberg 1 Blechinstrument (C-Baß) gegen Baarzablung versteigert. Friedberg den 8. Oktober 1888. 3639 König, Gerichtsvollzieher. Arbeits⸗Vergebung. Donnerstag den 11. d. Mis, Vormittags um 10 Uhr, sollen in dem Gemeindehaus zu Ober⸗Rosbach nach— stehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden: Maurerarbeit, veranschlagt M. 210. 3639 Steinhauerarbelt 180. Zimmerarbeit„0. Dachdeckerarbeit N90. Schreinerarbeit 40. Schlosserarbeit 40. Glaserarbeit 18. Weißbinderarbeit 9 0 Pflasterarbeit 0 Russensteinlieferung„ 338. Mauersandlieferung 0 Schwarzkalklieferung 1 Frledberg den 7. Oktober 1888. Zörb, F ine Eine leistungsfähige f Portland⸗Cement⸗Fabrik sucht tüchtige 3561 Vertreter. objekte gegen baar: 3 Kühe, 1 Wagen, 3 Ztegen, sowie Hausmobilten durch alle Rubriken. Herget, Kreisbote zu Vilbel. Wohnung. 3638 Vertreter, welche für feste Rechnung kaufen können, werden bevorzugt. 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