1887. Samstag den 31. Dezember. M sd. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. 5 Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstag und Samstag. Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 — . 3 itt 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von 5 auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. — ä—— Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über U 27. April 1881, 2 Den nachstehenden der Uebertragung des Eigenthums an fragliche Gelände noch Gelände nicht erst auf die Gemeinde, sondern Betreffend: wie oben. Das Großherzogliche Y Auf Grund des Art. 10 des Gef wir: Die Uebertragung des Eig 5 ordnung vom 18. Januar 1882 unter auf den Namen der Gemeinde im Grundbuch Betreffend: Die Einsendung der für die Landes waisen-A den hier die Befreiung der Amtlicher Theil. Bau und die Unterhaltung der Kunststraßen vom 0 1 9 N 2 Gemeinden von Zahlung gerichtlichen Stempels. Friedberg den 29. Dezember 1887. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Abdruck eines von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, unterm 3. October l. J. erlassenen Ausschreibens theilen ö n 1 Juftis 9, wir Ihnen zur Kenntnißnahme mit. Zugleich machen wir Sie darauf aufmerksam, daß bei . ins an Straßengelände auf den Kreis eine doppelte Stempelentrichtung in denjenigen Fällen, in welchen das nicht auf die Gemeinde ingrossirt ist, ii im Allgemeinen dadurch vermieden werden kann, daß das von Dritten erworbene sofort auf den Kreis überschrieben wird. Sie wollen sich hiernach bemessen. Dr. Braden. Darmstadt am 3. October 1887. kinisterium des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, an die Justizbehörden, insbesondere die Gerichte und Gerichtsschreibereien. etzes vom 30. August 1879, die Ausführung des deutschen Gerichtskostengesetzes betreffend, bestimmen enthums an dem Gelände der Kreisstraßen von den Gemeinden auf die Kreise ist von dem Stempel der Ver— der Voraussetzung befreit, daß das Gelände bereits zur Zeit des Erlasses des gegenwartigen Ausschrelbens (Mutationsverzeichuiß, Flurbuch a.) eingetragen war. Best. nstalt zu erhebenden Colleeten- und Büchsengelder. Friedberg den 29. Dezember 1887. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt. Unter Bezugnahme auf unser Amtsblatt Nr 31. Januar k. J. unter Zuziehung des Controleurs zu öffnen und die hieraus entnommenen durch eine, Kosten nicht veranlassende, Gelegenheit an uns abzuliefern. Betreffend: Die Beförderung portopflichtiger Packetsendungen. * * der absendenden Stellen versehen sein und von allegirten Vorschrift. Ansschreiben. Um Auskunft Friedberg den 29. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, die Kirchenvorstände, die Stiftungsvorstände und die Rechner des Kreises. Das Kaiserliche Postamt J zu Darmstadt hat in neuerer denjenigen Fällen eine Erhöhung des Portos(Zuschlagporto) eintreten lassen, in denen die Begleitadresse [war. Nach der Vorschrift über die Behandlung der Postsendungen— Seite 288 des Küchler'schen Handbuchs, Band 1— soll bezüglich der nicht frankirten portopflichtigen Postsendungen die Adresse mit dem Vermerk die„Ermangelung eines Dienstsiegels“ mit der Gegen diese Vorschrift wird bei Sendungen der gedachten Art von Bürgermeistereien, Kirchenvorständen, Rechnern ꝛc. vielfach in der Weise gefehlt, daß sich der Vermerk und der Dienstsiegelabdruck nicht auf der Packetadresse, sondern auf dem Abschnitt zu derselben befinden oder auch, daß dem auf der Packetadresse vorgetragenen Vermerk der Abdruck des Dienstsiegels nicht beigefügt ist. Damit für die Folge Anstände der vorbezeichneten Art und Nachforderungen von Porto vermieden werden, erwarten wir für die Zukunft die genaue Befolgung der 5 von 1877 weisen wir Sie an, die in Ihren Gemeinden vorhandenen Waisenbüchsen am Beträge bis längstens zum 31. März k. J. Wir erwarten pünktliche Einhaltung des Einsendungstermins. Dr. Braden. Friedberg den 27. Dezember 1887. Zeit bei Packetbeförderungen in Staatsdienst- Angelegenheiten auch in allen nicht vorschriftsmäßig ausgefertigt „Portopflichtige Dienstsache“ und außerdem mit dem Dienstsiegel Unterschrift des Namens und Beisetzung des Amtscharakters bescheinigt werden. einzelstehenden Beamten, welche ein Dienstsiegel nicht führen, unter dem bezeichneten Vermerk 5 ** Dr. Braden. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Ernannt und verpflichtet wurde: Martin Wagner III. von Ober-Mörlen auf den Jagdschutz. über den dermaligen Aufenthaltsort der Katharine Höhr von Bobenhausen wird ersucht. Dezember 1887. Der Großherzogliche Amtsanwalt. Wagner. J Deutsches Reich. n Darmstadt. Der Ober-Rechnungs-Revisor Henkel wurde in gleicher Diensteigenschaft von der II. zu der 1. Justifikatur⸗ Abtheilung der Ober⸗Rechnungs Hammer ö bersetzt, die Ministerial Kalkulatoren 1. Kl. Roth und OGrüntg zu Ministerial-Revisoren, ersterer als Finanz⸗ Assessor, der Ministerial-Kalkulator 2. Kl. Kissel zum ö Ministerial⸗Kalkulator J. Kl. und den Kalkulator 2. Kl. bei per Hauptstaatskasse Götz zum 1 Kl. Ab f Fuchs zu Beerfelden wurde die dem evangel. Pfarrer Fuchs zu Beerfel vr. Pfarrstelle zu Arheilgen, dem evangel. Pfarrer Schneider 15³ Groß ⸗Rohrhelm die Pfarrstelle zu Hochheim, dem Pfarrverwalter Schuster zu Höchst a. d. N. die Pfarr daselst übertragen. a b N ln Die Zeitungsnachricht, die Kaiserin beab⸗ 7* 2 4 ichtige, sich nach San Remo zu begeben, ist unbegründet. 3 20 Dee. Ein Bulletin der Aerzte 72„ ober, Kron 05 ö San Remo besagt: 2 der, Krause und Hovell von Sa: . aufgetretene Wucherung am linken. bande hat nicht weiter um sich n nee lc n elne Geschwürflocke umgewandelt, welche sich zu benar 10 bt snnt In der Umgebung derselben bleibt 5 dauernde Aarbicung des Taschenbandes, sowie die, Neigung zu blelmaßf b elche jedoch auch im Nachlassen Schleimabsonderung, w Je 5„ begriffen ist. Das Allgemelnbefinden ist, wie immer 4 10 befrledigend. der ol 97. ed aus Kopenhagen auf das 1 summleste versichert, daß weder dle Prinzessin 1 ar, noch sonst ein Mitglied des dänsschen 9 . 7 0 hauses, oder irgend elner zu letzterem in engeren Bezieh-] märschen mit drei starken Armeen vorrückt, eine über ang stehenden Persönlichkeit ein Antheil an der Zu Antalo-Adigrat, die zwelte mehr westlich gegen Adua, mittlung gefälschter Aktenstücke an den Zaren zukommt. während die dritte den beiden ersteren folgt. Die letztere Die dänischen Vertretungen an den verschiedenen Höfen] Armee soll aus Truppen des Königs Menelik von Schoa sind beauftragt, offizielle Erklärungen in diesem Sinne bestehen. Die Hoffnung der Italiener, daß der letztere in entschiedenster Form abzugeben. sich gegen den Negus wenden würde, hat sich demnach — 29. Deebr. Der ehemalige russische Botschafter, nicht erfüllt und die italiensschen Truppen werden sich Generaladjutant Graf Peter Schuwalow, ist, der„Kreuz- auf harte Kämpfe gefaßt machen muͤssen. Mit Rücksicht Zeitung“ zufolge in besonderer Mission hier eingetroffen] auf diese letzten Meldungen schickt man sich in Italien und vom Kasser und der Kalserin in besonderer Audienzssan, eine westere Brigade in der Stärke von 6000 Mann empfangen worden. nach Massauah zu senden. Dieselbe wird dort um so Ausland. nothwendiger sein, als die Dysenterle unter den italie⸗ Schweiz. Basel. Die Untersuchung gegen den sunlschen Truppen in beunruhigender Weise, auftritt. 8 unter Bruch seines Ehrenwortes aus Zürich entflohenen! Türkel. Constantlnopel. Von hier wird der„Daily ehemaligen Hauptmann v. Ehrenberg hat seltsame Dinge News“ gemeldet, die Türkel sei ernstlich beunruhigt ergeben. Ehrenberg war wegen einer Brochüre gegen die worden durch die kriegertschen Vorbereitungen ihrer Nach; preußlsche Militär-Verwaltung zu 3 Monaten Festung barn, und werde gegenwärtig die Frage einer Mobilistrung verurthellt und hegte seltdem einen wahnsinnigen Preußen- von 50,000 Mann Truppen erwogen, die in der Nähe haß. Er plante nichts Geringeres, als eine anarchistische von Erzerum, sowie an der ostrumelischen Grenze eon Revolution in Deutschland im Falle eines Revanchekrieges eentrirt werden sollen. 1 und war zu diesem Zwecke mit Paris und einigen Anar“ Rumänken. Bukarest. Am letzten Samstag fand chisten in Verbindung getreten. Durch seine Pläne disere— eine Sitzung des Landesvertbeldigungs Comits's statt. dittrte er die Schweiz und war deshalb verhaftet worden. Im Arsenal wird emsig Mrbetket. Die Regiments Inzwischen hat sich Ehrenberg, wie bereits gemeldet, den commandanten erhielten vertraulich Befehl, den Offi⸗ deutschen Behörden in Freiburg 1. Br. selbst gestellt. zieren keinen größeren Urlaub zu gewähren. Ein hoͤherer Italien, Rom. Die Entscheidung durch das Schwert! deutscher Offizier ist hier eingetroffen, um Vorschläge zur zwischen den Italienern und den Abessynsern liegt schon näher, Verbesserung des Armee Sanltätsdienstes zu machen. als nach den letzten Nachrichten anzunehmen war. Neuere Bulgarien. Sofia, 28. Deebr. Die Sobranje Meldungen besagen, daß der Negus in langen Tage- votkrte das Einnahmebudget und genehmigte die mit den Vertretern des Bondholders in Constantlnopel geschlossene Convention, betr. die Zahlung des rumelischen Grund— inses. Ferner wurde die Regierung zur Aufnahme einer Anleihe von 50 Million zum Ankauf der Elsenbahnlinte Rustschuk-Varna und zur Vollendung der Eisenbahnlinie Zaribrod Vakarele ermächtigt. — Die bulgartsche Reglerung hat bei der Lütticher Gewehrfabrik 50,000 kleinkaltbrige Gewehre bestellt. In vertraulicher Sitzung bewilligte die Sobranje 22 Millton für Kuͤstenvertheidigung. Rußland. Petersburg. Dle hlesige Universität ist auf besonderen Wunsch des Kaisers nicht geschlossen wor— den. Die Odessaer Universität wurde wieder geöffnet. — Die„Börsenzeitung“ erfährt, das von dem Fi— nanzminister Wyschnegradsky aufgestellte Reichsbudget für 1888 schließe obne Defieit ab. — Eine russische Note an die Pforte verlangt Maß— nahmen zur Verhinderung von Einfällen der Kurden in Russisch⸗Armenien — 28. Dee. Lord und Lady Churchill wurden gestern in Gatschinga von der Kaiserin und dem Kaiser empfangen. — Die bisher in Raygrod an der ostpreußischen Grenze (in der Nähe von Lyck) stattonirten russischen Dragoner wurden nach der schlesisch-galizischen Grenze verlegt. — Der„Kreuzzeitung“ zufolge ist heute von einem Antweepener Hause hierher berichtet worden, daß die Ver— handlungen Rußlands mit holländtschen, belgischen und französischen Bankters über die Aufnabme einer Anleihe von 700 Millionen Rubel definitiv gescheitert seien. Amerika. New⸗ Vork, 27. Dec. Der Streik der Angestellten der Phlladelphta-Reading-Bahn ist beendet. Die Streitpunkte werden einem Schiedsgerichte unterbreitet. Aus Stadt und Land. h. Frledberg. Gleich ausgezeichnet durch Fuͤlle und Tiefe des Inhalts sowie durch Vollendung der Form waren die„Vorlesungen über die Gretchen⸗ tragödie nach Göthe's Faust“, welche unser Mit— bürger, Professor Dr. Schmid, an fünf Abenden der ver— flossenen Wochen hielt. Professor Dr. Schmid stellte Gretchen, diese herrlichste weibliche Figur der ganzen deut— schen Dichtung, in den Vordergrund und zeigte, sich immer an die betreffenden Seenen des Dramas haltend, mit welcher Kunst der Dichter das Erwachen der Liebe in der unschuldigen Jungfrau darstellt, wie die Liebe immer stärker und durch die Stärke zur Sünde wird, wie diese Sünde andere schwerere Schuld nach sich zieht, deren Folge zuletzt die Verzweiflung wird. Er entwickelte, wie Gretchen bei aller Schuld doch den sittlichen Adel der Seele nicht verliert, endlich freiwillig ihre Schuld sühnt und sich dadurch für die Ewigkeit rettet. Der Vortragende verstand es, den inneren Zusammenhang aller Handlungen und die feine psychologische Motivirung in höchst überzeugender Weise darzuthun und er bewies dadurch wieder, wie ein echtes Kunstwerk bei näherer Be— trachtung und Zergliederuug nicht an Wirkung verliert sondern gewinnt, eben weil die Gründe der Wirkung klar werden. Der Ton der Vorlesungen war nicht ein trockner, belebrender, sondern die Worte, von weichem, biegsamem, wohllautendem Organ gesprochen, gingen zu Herz und Gemüth der Zubörer und ließen diese das Schicksal Gretchens mitempfinden. Besonders schlenen uns in diesem — die Seenen der Noth Gretchens gelungen, so die Muttergottesbilde, im Dome, im Kerker. Die Erlälkkkrung der letzteren Scene war nach unserer Mei— nung eine ganz hervorragende, mustergülttge Leistung. Die Scenen bis zum Auftreten Gretchens wurden kürzer bebandelt, ebenso manche der folgenden, welche zur Be— urtheilung Gretchens weniger wichtig sind, der Entstehung der einzelnen Scenen wurde gedacht und ab und zu Be merkungen von mehr allgemeinem auf das Drama be— züglichem Inhalt eingeflochten. Der ganze Cyelus legte Zeugniß ab von dem tiefen Verständniß und den um— fassenden Studlen des Vortragenden. Der Besuch war sehr zahlreich, der Erlös betrug über 200 Mark, welche Summe der Vortragende dem Stadtkirchenbauverein, der Herberge zur Heimath und der Arbeitereolonie in Neu— Ulrichstein zugewandt hat. Professor Dr. Schmid sel hier an dieser Stelle der gebührende herzliche Dank aus— gesprochen. Friedberg. Wie alljährlich wird unsere Dilettanten— kapelle auch diesmal wieder in der Sllvesternacht uns durch das Spielen geeigneter Choräle erfreuen. c. Friedberg, 28. Dez. In den Räumen des Windecker'schen Felsenkellers fand heute die 35. General— versammlung des hiesigen Vorschuß und Creditvereins statt. Der Vorsitzende referirte über den Stand der Genossenschaften und constatirte, daß auch in diesem Jahre wiederum eine Zunahme der Vereine und Mit— glleder zu verzeichnen sei. Hierauf brachte er den Re— vistonsbericht des Verbandsdireetors zur Kenntniß der Versammlung. Bel der sich hieran anschließenden Wahl der Ausschußmitglieder wurden die Ausgetretenen: Reuß, Hleronimus, Fertsch, E. Windecker wiedergewählt. An Stelle Pfeffer's, der aus Gesundheltsrücksichten eine Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde Rechtsanwalt Win— decker gewählt. U. Kloppenhelm, 29. Dez. Bel der heute statt— gehabten Gemeinderalhs-Ergänzungswahl war die Be— theiligung keine so allgemeine wie vor Monaten bei der Beigeordneten-Stichwahl. Die melsten Stimmen ver— einigten sich auf Renteiverwalter Stahl; A. Kling und Bäckermelster A. Ulrich hatten Stimmengleichhelt und entschted das Loos für Letzteren. Gießen, 28. Dez. Ein Bursche, welcher gestern Morgen gegen 6 Uhr in einem Hause am Wieseckerwege Einlaß begehrte, feuerte, als ihm derselbe verwelgert wurde, aus elnem sechsläufigen Revolver mehrere Schüsse auf die am Fenster befindliche Frauensperson ab, eln Schuß drang derselben in die Brust, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte, um die Kugel zu entfernen. Die 6 Hülsen der Patronen befanden sich noch in den Laufen des Revolvers, als man den Thäͤter, einen hier bediensteten Kutscher, verhaftete. Allerlei. m. Frankfurt. Alle andern Fragen, welche je nach der treibenden Kraft eine mehr oder minder lebhafte Be— wegung in den Versammlungen und Gemüthern der Jünger Mereurs während der letzten Jahre hervorgerufen haben und welche in der Fachpresse elfrig diseutirt wor— den sind, wie Arbeitsdauer, Sonntagsfeier, Kündigungs— verhältniß, Rechtsschutz, Lehrlingsfrage, Fortbildungs— wesen, Kranken-, Sterbe⸗, Unfallkassen, Versicherung gegen Invalidität und Stellenlosigkeit, Wittwen⸗ und Watsen— versorgung, so zeitgemäß ihre Erörterung und so wünschens— werth auch ihre Verwirklichung größtenthells erscheinen mag, stehen an Bedeutung weit hinter der der Stellen— vermittelung zurück, weil auf ihr in erster Linie dle Epistenz beruht. Von einer den Ansprüchen der Jetztzeit angepaßten Vermittelung fur den stellesuchenden Kauf— mann muß gefordert werden, daß sie auf die vielfach herrschende Nothlage bei Normirung des Einschreibgeldes Ruͤcksicht nimmt und daß dieses nur für eine Dauer ge⸗ fordert wird, innerhalb deren sich der Stellenwechsel in der Regel vollzieht, daß sie dem Engagementsuchen den durch zahlreiche Vacanzen jeder Art Aussicht für bal— diges Unterkommen bietet und daß die Gebühr für Be— sorgung einer Stelle dem Plaelrten keine drückenden Opfer auferlegt. Nur dann kann allmählig der Freibeuterei der unreellen Vermittelungsagenten, über deren unqualifielr— bares Treiben vielfach die Tagespresse berichtet, ein Riegel vorgeschoben werden. Es will uns scheinen als wenn der Kaufmännische Verein in Frankfurt, dessen er— folgreiche Thätigkelt in Bezug auf Stellenvermittelung hinreichend bekannt ist, durch sein kürzlich revidirtes Statut dem gekennzeichneten Bedürfniß in weitestem Um— fange Rechnung getragen hätte, wenn er von dem Be— werber um eine Stelle für drei Monate nur das be— scheidene Honorar von 2 M. 50 Pf. fordert und erst nach Vermittelung eines Engagements den Beitritt zum Verein auf die Dauer von 2 Jahren bedingt. Fulda. Es gewinnt den Anschein, als ob sich hler eine förmliche Falschmünzerbande niedergelassen habe. Vor einigen Tagen wurde ein Schlossergeselle verhaftet, bei dem falsche Zweimarkstücke vorgefunden wurden. Später kamen außer den Zwetmarkstücken auch falsche Fünfmark— stücke in Silber im Verkebr vor uud gestern ist es der Poltzei gelungen, abermals einen Schlosser zu verhaften, welcher bereits eingestanden hat, das falsche Geld ange fertigt zu haben. Weitere Verhaftungen sollen bevorstehen. Prag, 28. Dez. Meldungen aus Teplitz zufolge drang das Wasser nunmehr auch in den Giselaschacht und den Döllinger-Hilfsbau ein. Infolge dessen wurde das große Wasserhebewerk auf dem Döllinger Schacht in Be— trieb gesetzt. Die Eigenthuͤmer der Teplitzer Thermen haben jedoch gegen die Pumparbeiten Verwahrung eingelegt. Verloosung. Ansbach⸗Gunzenhausen 7 fl.⸗Loose vom Jahre 1856. Ztehung am 15. Dezember 1887. Aus— zahlung am 15. Juni 1888. Hauptpreise: S. 1301 Nr. 8 6000 fl. S. 1288 Nr. 4 1000 fl. S. 4828 Nr. 4 500 fl. S 562 Nr. 18, S. 564 Nr. 11, S. 1288 10, S. 1297 Nr. 2, S. 4246 Nr. 6 je 100 fl. S. 893 Nr. 2, S. 1288 Nr. 26, S. 1487 Nr. 16, 1895 Nr. 27, S. 1914 Nr. 27, S. 2167 Nr. 25, 2800 Nr. 1, S. 3029 Nr. 40, S. 3324 Nr. 26, 3926 Nr. 48 je 50 fl. S. 182 Nr. 31, S. 836 er. 15, S. 1288 Nr. 16, S. 1507 Nr. 10, S. 1895 40, S. 2265 Nr. 22, S. 2595 Nr. 2, S. 2538 28, S. 2888 Nr. 18, S. 3029 Nr. 29, S. 3235 28, S. 3486 Nr. 38, S. 3512 Nr. 22, 3647 12, S. 3926 Nr. 20, S. 3962 Nr. 13, 4015 kr. 23, S. 4035 Nr. 32, S. 4094 Nr. 1, S. 4941 35 je 30 fl. S. 204 Nr. 27, S. 562 Nr. 30, S. 564 SGG G 9, 41, S. 617 Nr. 19, S. 672 Nr. 12, S. 1 . 11, S. 1288 Nr. 35, S. 1407 Nr. 4, S. 6 1, S. 2143 Nr. 27, S. 2167 Nr. 24, S. 20 3, S. 2427 Nr. 45, S. 2926 Nr. 49, S. 2928 7, S. 3029 Nr. 45, S. 3085 Nr. 32, S. 31% 12, S. 3148 Nr. 19, 21, S. 3327 Nr. 25, S. 351 17, S. 3663 Nr. 34, S. 3779 Nr. 46, S. 392 . 21, S. 5401 Nr. 48, S. 4094 Nr 7, S. 4828 24, S. 4896 Nr. 23, S. 4941 Nr. 27 se 20 fl. achte! es klemmt sich noch manches Nickel, und Silberstück in unser Deck, vorausgesetzt, daß es in dlesen Tagen an fröhlichen Gebern nicht fehlen wird. 9 Der edle Zweck unsers Daseins ist weltbekannt; fol⸗ gende 2 Zeilen drücken ihn kurz und bündig aus: 7 Für das Werk zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen Allerlei Geld, sei es Kupfer, sel's Nickel, Silber und Gold wir nehmen. Die Friedberger Sammelboote der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchtger. Allgemeiner Taubstummenverein, Christbescheerung am 8. Januar, Abends 8 Uhr, im Saale des Restaurateurs Stenger. und Freunde des Vereins sind freundlichst zu derselben eingeladen. Geschenke an Geld u. s. w. werden mlt Dank entgegengenommen von dem Präsidenten J. Frledrich, Kappenmacher, Neujahrs⸗Gratulations⸗Enthebungs⸗Karten haben ferner genommen: Schulrath Schmidt, Baumelster Ruths, Postdirektor Wüst, Blinden anst. Direktor Schäfer, Karl Hilbrecht, Reallehrer Claus, H. Schudt a. d Görbel; helmer Mühle, Dr. Weckerling, Carl Trapp, Gerichts Assessor Hossinger, Kreisrath Pr. Braden und Frau, Uhr— macher L. Hanau, Major Winter. Blrodpreise vom 1. bis 16. Januar 1888. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad Nauhelm und Butzbach unveréndert— Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Januur 1888. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert Zur gefl. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate ꝛc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Frelmarke für die Rückantwort belgelegt st. Ueber Inserate, bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Expedition zu keinerlei Auskunftserthellungen befugt. Offertenbriefe sind, soweit keine bestimmten gegentheiligen Abmachungen getroffen wurden, in der Expedition abzuholen. Die Expedition des Oberhess. Anzeigers. Gedenket der Vöglein im Schnee! Der Frost und Hunger thun weh. Verwahret Feuer und Licht, Damit kein Schaden geschicht! Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. Samstag den 31. Dezember. Gottesdienst in der Burgkirche. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Welffenbach. Neujahrsfest 1888. Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Eger. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 912 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Mittwoch den 4. Januar. Burgkirche. Abends 8 Uhr: Herr Candidat Ah lhelm atholische Gemeinde. Samstag Abend 5 Uhr: Sylvester- Andacht mit Predigt; darauf Gelegenheit zur Beicht. Sonntag Morgen 3,47 Uhr: Austheilung d. hl. Communlon. 10 Uhr: Hochamt(ohne Predigt). 2 Uhr: Andacht. Bekanntmachung. Forderungen an den Nachlaß der Wittwe des Johannes Grünewald, Marle Dorothea, geb. Bäckel, von Ober— Florstadt sind binnen 8 Tagen, insowelt nicht bereits geschehen, dahler anzumelden, wenn sie bel der Nachlaß: regulirung berücksichtigt werden sollen. Friedberg am 22, Dezember 1887. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Herzberger. Frische Schellfische eingetroffen. Ph. Dan. Kümmich. 4471 449 Wagen Verkauf. 1 neuer und 1 gebrauchter Landauer, 1 neues und I gebrauchtes Halbverdeck, 1 neues Break, 1 neues Doka, 1 gebrauchte Glaskalesche bei 4382 Friedberg. H. Ph. Romeiser. Lehrlings Gesuch. Ein ordentlicher Junge kann bei mir in die Lehre treten. Wilh. Schöpf, Wagnermeister, 4465 Nleder-Wöllstadt. 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