6. Ul, Poe 1 9.50 0 W K N. I. 1 ** Coden * 4 . Nr Bienstag den 29. November. 2 14l. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch ö und Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf. ä— 1 5 11„lokale Anzeige auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht N n und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von to bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. 1 9 * 7 9 5 9 1 hne unsere vorherige Erlaubniß Großherzogliches Ministerium des Innern zu verbindenden Verloosung von Faseln, Ankauf von Gewsungegenständen zu verwenden sind. Sie wollen die Ueberwachungsbogen Einholung der seitens der Herren Geistlichen Betreffend: Die Dienstsiegel der Großherzoglichen Ortsgerichte. Das Großherzogliche Amtsgericht Friedberg an die Großh Nachstehendes Reseript Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz theilen wir Ihnen zur Keuntnißnahme und sofortigen Nachachtung mit. Bu Nr. M. J. 22192. Betreffend: Die Dienstsiegel der Großherzoglichen O 5 U N e N in Achtsgerschtsgebäude in Worms, sowie ein neues Ge— und der Justiz hat die Genehmigung zur Vornahme K 8 6 8 Rindern, Schweinen und 1 Mark ausgegeben werden dürfen und(abzüglich eines 0 N über die inf vorlegen oder berichten, daß derartige Kinder sich in Ihren Gemeinden nicht befinden. verstorben sind, oder das sechste Lebensjahr zurückgekegt ha 1 g Wir empfehlen Ihnen die sorgfältige Aus Ihre Kosten zur Umarbeitung zurücksenden. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Ernannt und verpflichtet wurde Johann Martin Hermann Philippi, Gerber, von Friedberg als Feldgeschworene. Amtlicher Theil. elner Betreffend: Den Schutz der in freude Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren. Das Großherzogliche Kreisamt Sel * rtsgerichte. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz an die Großh. Amtsgerichte der Provinzen 4 Nachdem wir in Erfahrung gebracht haben, daß einzelne Ortsgerichte sich im dienstlichen Verkehr Stempeln bedienen, welche auf direkte Bestellung der betreffenden Ortsgerichtsvorsteher angefertigt worden sind, sehen wir uns veranlaßt, darauf Hinzuweisen, daß die Großherzoglichen Ortsgerichtsvorsteher zu selbstständigen Bestellungen dieser Art nicht befugt zu erachten sind und daß die erfolgte Anfertigung solcher Siegel und Stempel wegen mangelnden Auftrags der zuständigen Behörde als ine nach F. 300 Nr. 4 des Strafgesetzbuchs straͤsbare Uebertretung erscheint, auch die auf solche Weise gefertigten Siegel und Stempel nach der Vorschrift des letzten Absatzes des genannten Paragraphen der Einziehung unterliegen. i f b mit dem nächstjährigen Frühjahrsfaselmarkte in Butzbach . 5 landwirthschaftlichen Geräthen unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 10,000 Loose Betrags von 300 Mark für Prämlirung) mindestens 7000 des Bruttoerlöses aus dem Verkauf Zugleich ist der Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet. Friedberg den 25. November 1887. Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. remde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren bis zum 20. Dezember l. J. Wenn solche Kinder im laufenden Jahr verzogen oder ben, so ist dies in den hierfür vorgesehenen Rubriken zu bemerken. und Aerzte zu vollziehenden Einträge wollen Sie besorgt sein. füllung der Ueberwachungsbogen dringend an und werden Ihnen nicht richtig ausgefüllte auf Für rechtzeitige Dr. Braden. Friedberg den 23. November 1887. erzoglichen Ortsgerichte des Amtsgerichtsbezirks. lheim. Weber. Darmstadt den 17. November 1887. Starkenburg und Oberhessen. des Gebrauchs von Siegeln und Wir empfehlen Ihnen, die Vorsteher der Ortsgerichte Ihres Bezirks von dem Inhalte vorstehenden Erlasses in Keuntniß zu setzen und ie, soweit sich dieselben im Besitz von Siegeln oder Stempeln befinden sollten, welche sie ohne unsere Erlaubniß bezogen haben, zu veranlassen, diese alsbald an Ihre Gerichtsschreiberei zur ferneren Aufbewahrung einzusenden und erforderlichen Falles wegen eines anderweiten vorschrifts— näßigen, Friedberg den 25. November 1887. Finger. Für richtige Abschrift: Weber. durch unsere Vermittelung zu beziehenden Dienstsiegels Ihnen berichtliche Vorlage zu machen. Prätorius. Ausschreiben. Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Wilhelm Möbus von Borsdorf wird ersucht. Der Großherzogliche Amtsanwalt. Wagner. Deutsches Reich. Darmstadt. Die Thronrede, mit welcher der Groß zerzog am 24. Novbr. den XXVI. Landtag eröffnete, ündigt folgende Vorlagen an:„Den Entwurf eines Ge etzes, betr. die Uafallversicherung der land- und forst⸗ irthschaftlichen Arbeiter, die Entwürfe zu Gesetzen über as Feuerlöschwesen und über die Errichtung einer Landes kreditkasse, den Entwurf eines Gesetzes zur Revision der Hesuimmungen über den Amtsmißbrauch der Geistlichen, erner den Hauptvoranschlag der Staats Einnahmen und Ausgaben, aus dem zu ersehen ist, daß der Stand der Finanzen des Landes ein sehr günstiger ist, und welcher sestattet ohne Steuererböhung eine mäßige Herabsetzung der directen Abgaben vorzunehmen. In dem ordentlichen Stat sind, den Wünschen des vorlgen Landtages ent prechend, reichlichere Mittel als bisher zur Hebung der gandwirthschaft und der Gewerbe sowie zur een vorgesehen, und der außerordentliche Etat zothwendiger und nützlicher, ins be ondere auch der Wissen chaft und Kunst dienenden Bauten bestimmt sind. Es int vorgesehen: Dammbauten am Rheine, eine neue Irren Anstalt in Verbindung mit elner psychtatelschen Klinik in Gleßen/ ein zweites Gymnosium in Darmstadt, aude zur Aufnahme der unter dem Namen des Mustums griffen et zac werth ollen. Sammlungen. Die Thron ud Alles noch zum Besten wenden möge.“ Die Stellen ir Thronrebe, welche von Herabsetzung der Steuern und, Schaffung einer Landesereditkasse handeln, wurden mit guten Bravotufen begrüßt. 15 — 6. November. In der heutlgen Ssthung der len Kammer gedenkt Präsident Kugler zunächst des cgurlgen Geschickk, welches den Katser, sowle seine 3 * 7 0 erhoͤhten' Beihilfe an Gemeinden und Kreise für Schulzwecke und eht sehr erhebliche Summen vor, welche zur Herstellung, zede gedenkt sodann der Krankhett unseres theueren Kron Uazen und hofft, daß Gott seine Gnade walten lassen, Familie durch die schwere Erkrankung des Kronprinzen des deutschen Reiches betroffen und verleiht der zu— versichtlichen Hoffnung, sowie dem Wunsche auf bal— dige Genesung des hohen Kranken Ausdruck. Der Vorschlag, dem Kronprinzen diesen Wunsch alsbald zu übermitteln, fand einstimmige Annahme. Eingegangen ist eine Interpellation des Abgeordneten Jockel über die projektirte Nebenbahn Friedberg Homburg und die angeb lichen Verhandlungen der hessischen mit der preußischen Neglerung hierüber, ferner eine Interpellatlon über den Bau des Kreisamtsgebäudes in Frledberg in der jetzigen un günstigen Jahreszeit, sowie über die Nebenbahn Stock— heim Frankfurt a. M., insbesondere die angeblich ab— lehnende Haltung der preußischen Regierung gegen solche für die preußische Strecke. Entsprechend einem früheren Antrag Möhn soll dem Landtag ein Gesetzentwurf wegen Brückengelderhebung bel Mainz zugehen. Der Finanz— minister Weber legte das Finanzgesetz nebst dem Haupt— voranschlag der Staatseinnahmen und-Ausgaben fur 1888 bis 9s vor und gab dazu die geeigneten Erläute— rungen. Aus denselben geht hervor, daß die Finanzlage des Landes eine in jeder Beziehung günstige ist, indem ein jährlicher Ueberschuß von 220,000 M. verbleibt, wel, cher der Hauptsache nach dazu verwendet werden soll, den Betrag von 17 Pf. pro 1 M. Steuerkapftal auf 15 Pfg. herabzusetzen, es ergäbe dies einen Steuernachlaß von 4% Prozent. Dle gesammte Staatsschuld beziffert sich auf 35,858,526 Mark, wovon 31½ Millton die „Oberhessische Eisenbahnschuld darstellen. Die Kammer nahm hierauf in Beantwortung der Thronrede ein— stimmig eine Adresse an den Großberzog an und schritt Fzur Wahl der Ausschüsse. Finanz-(ersten) Ausschuß: Unger, Schroder, Jöckel, Schade, Wolfskehl; in den Ge— setzgebungs(zweiten) Haas, Metz(Darmstadt), ben drltten Ausschuß: Muth, Frhr. von Rabenau, Welth, gelehnt, bei der Ausführung der Heinzerling, Stephan, Reinhard; in den vierten Ausschuß: Römer, Haas, Vogt, Hechler, Böhm, Gruͤnewald, Kredel. Die obenerwähnten Intenpellationen Jöckels lauten wört⸗ lich: 1. Das neue Kreisamtsgebäude in Friedberg wird dermalen in der zum Bauen höchst ungünstigen Jahreszeit zum offenbaren Nachtheil desselben in Eile fertiggestellt, während im Sommer und Herbst in der besten Jahres— zeit nicht das Allermindeste zu dessen Fertigstellung ge⸗ schehen ist, obwohl dies im peeunkären Interesse des Staates angezeigt gewesen wäre. In Friedberg hat die Thatsache, daß die Arbetten für die Fertigstellung der fraglichen Gebäude ausländischen Unternehmern und zwar unter Ausschluß der inländischen, namentlich der Fried⸗ berger Bauhandwerker, deren Tüchtigkeit allgemein an— erkannt ist, erhalten haben, eine tiefgehende Unzufrieden heit erzeugt. Es erlaubt sich daher der Unterzeichnete an Großh. Regierung die ergebene Anfrage zu richten: 1. warum ist das Kreisamtsgebäude nicht in der günstigen Jahreszeit fertiggestellt worden und 2. warum sind die ausländischen Unternehmer den inländischen, namentlich den Friedberger Bauhandwerkern vorgezogen worden? 2. Betreffend die projeetirte Nebenbahn Friedberg—-Hom⸗ burg. Dem Vernehmen nach bceabsichtigt die- Königlich Preußische Regierung don der projeetirten Nebenbahn Frledberg— Homburg Abstand zu nehmen, weil dieselbe Seitens der Großh. Regierung kein Entgegenkommen finde und dafür eine Nebenbahn Homburg— Usingen aus— zuführen bei der die Berührung hessischen Gebiets gänz lich vermieden werden soll. Nun baben sich aber die bei der Linte Friedberg— Homburg bethetligten hessischen Ge— meinden bereit erklärt, das zum Nebenbau erforderliche Ge— Es wurden gewählt: in den lände unentgeltlich und lastenfrei zu stellen; dteselben legen Dr. Osann, Theobald, Möl- den größten Werth darauf, daß die fragliche sür sie so wichtige Bahn gebaut wird und erlaubt sich daher der Ausschuß: Heinzerling, Arnold, ergebenst Unterzeichnete an Großh. Regierung die An Lautz, Ohly, Bergzsträßer; infrage zu richten; hat Großh. Reglerung in der That ab⸗ fraglichen Nebenbahn 9 e der Loose zum 4 5 1 1 mitzuwirken, oder was ist Seitens Großh. Regierung zur Verwirklichung jenes Projeets geschehen? — Der Bülletdrucker bei der Main Neckar Bahn Hen; sing wurde unter Anerkennung seiner Dienste und unter Verleihung des Charakters als Billetverwalter in den Ruhestand versetzt, der Gefangenwärter Muller in Alzey zum Kreisdiener in Schotten, der Hilfsbremser bei den Oberh. Eisenbahnen Doll zum Bremser ernannt, und der Gerichtsvollzieher Theis zu Schotten entlassen. Berlin, 25. Nov. Der Kronprinz machte gestern Nachmittag in San Remo in Begleitung seiner Familie einen Spaziergang. — 26. Nov. Der Kronprinz unternahm mit der Kronprinzessin und den Prinzessinnen heute Vormittag eine Spazierfahrt. Außerhalb der Stadt verließ der Kronprinz den Wagen und machte einen längeren Spaziergang. — Durch die Beschlüsse des Bundesraths ist der dem Reichstag vorgelegte Entwurf zum Reichshaushalts-Etat für 1888/89 in der To— talsumme auf 921,689,140 Mark reducirt worden. Davon sind 212,670,009 Mark durch die Ma— trikularbeiträge zu begleichen, welche somit den vorjährigen Betrag um 25,732,694 Mark über— steigen. Von der Totalsumme beanspruchen die fortdauernden Ausgaben 771,961,697 Mark, die einmaligen 149,727,443 M. Die Ueberwei— sungen an die Einzelstaaten beziffern sich nach wie vor auf 266,355,000 M., das sind 117,588,000 M. mehr als im Etat des laufenden Jahres vorge— sehen sind. — 25. November. Reichstag. Präsident v. Wedell— Piesdorf eröffnet die Sitzung mit folgenden Worten: „Ich habe dem Reichstag ein Telegramm vom Kron prinzen mitzutheilen(die Mitglieder erheben sich), das— selbe lautet:„Ich danke dem Reichstage aufrichtig für den Ausdruck seiner Theilnahme an meiner Erkrankung, welcher, gleich so zahlreichen, aus allen Schichten der Be völkerung und aus allen Theilen des Reiches an mich gelangten Kundgebungen wahrer Anhänglichkeit, meinem Herzen ungemein wohl getban hat. Mit Gottes Hilfe hoffe ich, daß die durch den Aufenthalt in der südlichen Luft bereits wieder fühlbar werdende guünstige Wendung in meinem Befinden mir gestatte, meine Pflichten gegen das Vaterland wieder in vollem Maße aufzunehmen.“ Bei der hierauf vorgenommenen Wahl des Präsidiums wurde das bisherige wiedergewählt und zwar: v. Wedell⸗ Plesdorf zum Präsidenten, Dr. Buhl zum ersten und v. Unruhe-Bomst zum zweiten Vicepräsidenten. — Dem Kaiser von Rußland hatte man ge— fälschte Documente schon seit längerer Zeit vor— gelegt, um denselben gegen Deutschland aufzu— hetzen. Dies kam gelegentlich des Berliner Auf— enthaltes zu Tage und die„Köln. Ztg.“ schreibt darüber:„Daß eine gewisse Diplomatie unserer Tage ganz andere Mittel anwendet, als die der Gradheit und Offenheit, mit denen Bismarck so große Erfolge erzielt hat und die neulich Crispi als die einzigen nicht veralteten feierte, hat ge— rade Fürst Bismarck gelegentlich der Anwesen— heit des Czaren in Berlin erfahren müssen. Im vorliegenden Falle ist es der Gradheit des Fürsten Bismarck und der Offenheit des Czaren zu danken, daß die Fälschungen ans Licht kamen. Man mag sich das Erstaunen des Fürsten Bismarck denken, als der Czar ihm auf Grund von Noten, die er— Bismarck— an deutsche Botschafter und Gesandten geschickt haben sollte, seine russenfeind— liche Politik beweisen wollte, und die Verwun— derung des Czaren, als Bismarck ihm ruhig er— wiederte:„Majestät, wenn man Ihnen solche Noten als von mir herrührend vorgelegt hat, so hat man Sie einfach betrogen; ich habe dergleichen nie geschrieben und ähnliches hat mir auch mein Botschafter nie berichtet.“ Diese Fälschungen scheinen zum Zweck gehabt zu haben, den Czaren zu überzeugen, daß Bis— marck Rußland im Orient verrathe und aus allem Einfluß verdrängen wolle. Wenn sich die thätige Mitwirkung deutscher Angestellten bei den beispiellos frechen Betrügereien erweisen sollte, so wird man dieselben nicht einfach entfernen, sondern jedenfalls dem Strafrichter überweisen. — Der„Pester Lloyd“ bemerkt zu den Nachrichten über die Unterredung des Kaisers von Rußland mit Bismarck: Kaiser Alexander hatte nach den ihm vom Reichskanzler gegebenen Aufklärungen in sehr bestimmter Weise versichert, daß er überhaupt die Erhaltung des Friedens wünsche und jetzt sehr gern die Versicherung wiederhole, daß ihm weder ein Angriff gegen Deutschland, noch die Theilnahme an einer gegen Deutschland gerichteten Coalition in den Sinn komme. Darauf nahm Fuͤrst Bismarck Veran— lassung, den Kaiser zu bitten, daß er auch der von Deuschland abgeschlossenen Allianzen ge— denken möge. Kaiser Alexander bemerkte hier— auf, er ergänze seine frühere Versicherung, gegen Deutschland keinen Angriff und keine Theil— nahme an dem Angriff von anderer Seite zu planen, bereitwillig dahin, daß ganz dasselbe auch mit Bezug auf Oesterreich-Ungarn seine Geltung habe unter der selbstverständlichen Vor— aussetzung, daß von dieser Seite keinerlei Pro— vocationen gegen Rußland erfolgen, eine Vor— aussetzung, die er, der Zar, übrigens als außer Frage stehend betrachten zu dürfen glaube. Bezüglich der Affaire mit den falschen Docu— menten bemerkt der Pester Lloyd:„Die Schul— digen mögen sich hüten; auch wenn sie hoch stehen, wird sie der Arm des eisernen Kanzlers treffen. Er hat sie großmüthig gewarnt; nützt dies nichts, so wird er sie erbarmungslos un— schädlich machen.“ — 26. Nov. Die Getreidezollvorlage ist im Reichstag eingegangen. Vorgeschlagen wird die Verdoppelung des Zolles für Weizen, Roggen und Hafer; für Gerste soll der Zoll auf 2¼ M. erhöht werden. Das Gesetz tritt mit dem heutigen Tage in Kraft, das heißt, es werden alle Ein— führmengen angeschrieben, um, nach der Annahme des Gesetzes, den erhöhten Zoll nachzuerheben. Straßburg. Das Reichsgericht in Leipzig hat in dem Landesverrathsprozeß gegen den Kanz— listen Cabannes Termin zur Verhandlung auf den 12. Dez. d. J. angesetzt. Einige hiesige Beamte und Bürger sind in der Angelegenheit als Zeugen geladen worden. Der Angeschuldigte wird demnächst nach Leipzig übergeführt werden. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. Nov. Von hier kommen zwei hochwichtige Nachrichten: Die Mittheilung, daß Fürst Bismarck eine Collectivnote bei den Mächten anregte, durch welche der Coburger zum Verlassen Bulgariens aufgefordert werden soll, wird heute anderweitig bestätigt. Der Zar würde als Entgelt die dem— nächstige Entlassung Wyschnegradsky's und den Rücktritt Tolstoi's verfügen, sowie die Zusammen— ziehung russischer Truppen in Polen rückgängig machen.— Es verlautet, daß die bevorstehende Reise des Botschafters Prinz Reuß nach Fried— richsruh damit in Zusammenhang stehe, daß die zwischen Wien und London gepflogenen Unter— handlungen zu einer Vereinbarung betreffs An— näherung Englands an den Dreibund geführt haben. England soll von der Nothwendigkeit überzeugt sein, auf der Balkanhalbinsel mit Oester— reich ein gemeinsames Verhalten zu beobachten. Frankreich. Paris, 25. Novbr. Grevy theilte Ribot mit, er verzichte darauf, ein neues Cabinet bilden zu lassen. Das Cabinet Rouvier wird daher den Kammern die Botschaft über die Demission des Präsidenten mittheilen. — 27. Nov. Wie verlautet, hätte Rouvier, welcher gestern Abend eine längere Besprechung mit Grevy hatte, es abgelehnt, die Botschaft des Präsidenten in den Kammern zu verlesen, weil dieselbe Sätze enthalte, mit denen er nicht einverstanden sei. — 25. Nov. Der Senat genehmigte den Gesetzentwurf, betr. die dreimonatliche Verlänge— rung der Zuschlagtaze auf Alkohol. Großbritannien. London. In Liver— pool ist in den letzten Wochen eine ganze An— zahl von Personen unter falschen Namen von Amerika eingetroffen, in deren Gepäck Spreng— stoffe vorgefunden wurden. Im Ministertum des Innern, im Schatzamt und hauptstädtischen Polizeipräsidium herrscht große Thätigkeit um den weiteren Fäden der Verschwörung auf die Spur zu kommen. Die Geheimpolizisten in Liverpool überwachen auf's Strengste alle von Amerika ankommenden und nach den Ver. Staaten abreisenden Passagiere. Die irischen Verschwörer Callan und Harkins landeten in Glasgow. Sie hatten erst Billets nach Liverpool genommen, fürchteten jedoch, daß die Polizei über ihre Reise unterrichtet sei. Die Detectives erhielten Wind von der Aenderung des Reiseplanes und verhaf— teten Beide in Glasgow kurz nach ihrer Ankunst, Spanien. Madrid. Die spanische Flagge, die vor Kurzem auf der Insel Peregil gehißt ward, ist von den Marokkanern weggenommen worden. Italien. Rom. Das italienische Schiff „Marconio Colonna“ kaperte bei Obok ein fran— zösisches Schiff mit 150 für Abessynien bestimmten Soldaten. — 26. Nov. Wie von hier gemeldet wird, sind in dem gestrigen Consistorium Prälat Wey land als Bischof von Fulda und Domkapitular Feiten als Weihbischof von Trier präconisirt worden. — 27. Nov. Die Deputirtenkammer be— rieth den Antrag des Finanzministers, die Er— höhung des Einfuhrzolles auf Zucker, Essig u. s. w. sofort in Anwendung zu bringen. Der Antrag wurde mit 142 gegen 60 Stimmen an⸗ genommen. Sodann wurde eine Adresse an den König beschlossen. Bulgarien. Sofia, 25. Nov. Der Exarch von Bulgarien befahl dem Metropoliten Clement, vom Amte zurückzutreten und beauftragte den Bischof Cyrillus mit der Wahrnehmung der Amtshandlungen in der Diöcese Sofia. — Wie aus Wien gemeldet wird, wird von Seiten des Prinzen Ferdinand von Coburg eine Erklärung vorbereitet, des Inhalts, daß unter den von der„Köln. Ztg.“ der Fälschung be— schuldigten Orleanisten nicht er und seine Familie gemeint sein könnten. Nußland. Petersburg. Die beabsichtigten gerichtlichen, polizeilichen und kirchlichen Reformen in den Ostseeprovinzen sind, wie bestimmt ver— lautet, bis auf Weiteres aufgeschoben worden. — 25. Nov. Das Kaiserpaar kam heute zum ersten Male nach der Rückkehr aus Kopen— hagen hierher und wurde von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Die Stadt war festlich geschmückt. — Der russisch-officiöse„Nord“ constatirt, der Besuch des Zaren in Berlin habe ein be— friedigendes politisches Resultat herbeigeführt. Persien. Teheran. Der Schah von Perstien hat die beabsichtigte Reise nach Europa wieder aufgegeben. Aus Stadt und Land. 2 Friedberg. Wir bringen den geehrten Lesern des Oberh. Anzeigers die am Dienstag, den 29. Novbr, Abends 8 Uhr, im hiesigen Rathhaussaale stattfindende General-Versammlung des hiesigen evang. Stadt⸗ kirchenbau-Vereins nochmals in freundliche Exinne⸗ rung und laden zu recht zahlreichem Besuche derselben ein. Allerlei. Berlin, 24. Novbr. Der Kreuzzeitung zufolge ist gestern im Laboratortum der Klinik des Charitekranken⸗ hauses durch Dr. Scheuerlen ein Bacillus des Krebses, dessen Vorhandensein längst als die Ursache der Krebs— krankheit vermuthet wurde, aufgefunden worden. Liegnktz, 23. Nov. Heute früh 7½ Uhr fand im hiesigen Gerichtshofe die Hinrichtung des Raubmörders Reichelt, genannt Scholz, statt, welcher in Gemeinschaft mit dem Tischler-⸗Meister Mielchen in der Nacht zum 10. Januar die Kunstgärtner Schützeschen Eheleute auf Schubertshof ermordet hatte. Das Schwurgericht hatte Beide zum Tode verurtheilt, Mielchen wurde jedoch in der Folge zu lebens länglicher Zuchthausstrafe begnadigt. München, 23. Nov. Das Kapuziner-Kloster sammt Kirche in Laufen(Oberbayern) ist gestern gänzlich nleder⸗ gebrannt; nur wenig wurde gerettet. Die Entstehungs⸗ ursache ist bis jetzt unbekannt. Athen, 25. Novbr. Aus mehreren Landesthellen werden abermals heftige Erderschütterungen gemeldet. Ein Schaden ist nicht vorgekommen. Warschau. In einem Dorfe des russtschen Kreises Wjalka(Bezirk Mohilew) brannte die Schule ab, in welcher viele auswärts wohnende Kinder übernachteten. Das Feuer kam aus, als die Kleinen im ersten Schlafe lagen, und griff sehr schnell um sich. Entsetzliche Ver⸗ zweiflungsseenen spielten sich ab. Es gelang, eine große Zahl von Kindern zu retten, doch kamen 16 Mädchen im Alter von 8—11 Jahren in den Flammen um. Der Verkehr ist vielfach gesperrt. cc den 3 N sgtts Herr New⸗Nork. In den Wäldern längs des Ufers des unteren Mississippt u ist ein verheerender Brand ausge? brochen, der auch zahlreiche Eisenbahnbrücken zerstört hat, Nit ereinig Oulag den 20 an Goße 1— Glaͤub Jolderungen georg Bopp twalbeim sin! Achberücksichtig! ate bei unterz. dad⸗Nauh Gtoßherzo I Oeffe der Meyer Wibelm Herge nmel von da, esch zu Gleßen n Wohnbach, dus!) Bürgsch Wohnb, a. He b. Re 0. Et d. 9 Y Hauzm 20 M. samit dem Antr für vorläufig Aculdig zu en 10%); Zsnsen ve Ilktet den Bek Machtsstreits e dungen auf gt 10 uhr. Zum Zweck, g n Aeüctsschreber lüchsen Mi uhr, soll! ldweiden verst kuf untere hatheim d. er Oro Melo ., Dumers An dursag d — —— — Verlon 1 10 6 Ae Donnerstag den 1. Dezbr.: Ada. Gewöhnliche Preise.] Die Herberge hat sich als eine zweckmäßige Einrichtung ern des.⸗Loose vom Jahre 1861. Freitag den 2.x Geschlossen. in unserer Stadt bewährt. Die Sö. m 15. Nov. 1887. A 2 Söhne unseres Hand 1 Aude. 2* uszablung am 15. Feb⸗ Samstag den 3.: Der Postillon von Lonjumeau. 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Diehl, Usagasse. lichtberücksichtigung bei Regulirung des rubricirten Nach Ferrelc⸗ 5 r und 3988 n du sses bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden. U erzeichneter empsiehlt sich zur Vornahme aller geo⸗ Bad⸗Nauhelm den 23. November 1887. 8 e Arbeiten unter Zusicherung rascher 0 bherzogliches Amts t Bad⸗Nauheim. 1 ö a Großherzogliches I r 5 kauheim Buß bach. Schophach, E b 0 2 E 9 — 975 u g. 3960 Großh. Geometer J. Klasse. 5 1 0 lich 5 ste li Schuß Meine Wohnung befindet sich in dem Hause des Herrn. f ö f f effentliche Zustellung. mene eee bedeutend unter Preis. 953 Der Meyer Löb von Wohnbach, als Cessionar des! 1 ee 9* 3 Eilhelm Herget, Wilhelm Kämmerer und Wilhelm iirt 8 1 Il 1. nmel von da, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gut 0 1 0 lisch zu Gleßen, klagt gegen den Schreiner Ernst Pfeifer s N m Wohnbach, jetzt unbekannten Aufenthaltsorts, eTrel 1— De. ä * 5 1) Bürgschaft bei der Vorschuß- und Creditkasse zu* 55 * 8 Negenschirme L a. Herget 150 M. und Kosten 1 M. 60 Pf., 0** l Sers ket b. Kämmerer 50 M. und Kosten 60 Pf.,* 8 Von den billigsten bis zu den hochfeinsten, b e. Emmel 861. 1 M. 10 Pf., b 1 E 4 E 1 Schirm⸗Neparaturen d. Zinsen 6 M. 45 Pf. 0 5 8 1 2) Hausmiethe und Arbeitslohn des Wilhelm Emmel 2 5 3201 bei C. HKalhfleisch. 8 20 M. 8 Pf., 5 in großer Auswahl. 808 8 ung dem Antrage, den Beklagten kostenfällig durch ein 1 A 8 Herren- N II klanzuge ü auft l klärendes Urtheil für 5 3* ö fü vorläufig vollstreckbar zu 25 1 9 für G. 2 C 1 1 2 4 LI O 15 e 155 5— 1 Kaldig zu erkennen an Kläger 284 M. 83 Pf., nebst“ Ueber eher Kaisermäntel Schlafröcke 5 8 20 Zinsen vom 14. November 1887 zu bezahlen und e eee eee* 5 3 geen n eee 4 Bet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des. l auft man am ae un 8 5 5 ir Aehtsstreits vor, das Großherzogliche Amtsgericht zu rr Wer Augen auf Freitag den 20. Januar 1888, Vormittags 8 5 2 WN. VI. Netscher. —— II üor. 5 odener Mineral- Pastillen Schwere Kaiserjoppen per Stück 5 Mark. 3686 2221 Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser 0 ee e e 5. 3 nns dir Klage bk. dere Gegen Heiserkeit u Husten Die Obstbaum⸗Schulen U Gas bewährteste Aus mittel! ine dieser Fastillen 3 Odichtsschreiber des Großherzogl. Amtsgerichts Hungen. 1 bei rauher Witterung im Munde zergehen lassen, heisst 1 von Karl Umber, 1* 1—..ĩ—5.5ß5ßv5ðr,ðẽö2[¹)ᷣ—— r e sieh gegen katarrhalische Afrectionen des 7 Laubenheim bei Mainz, r 79 a 8 Rachen sz, des Kehlkopfs u der Lunge empfehlen bedeutende Vorräthe von kräftigen und gutbe— „ Korbweiden⸗Versteigerung. ere e e ee dae Seebad a Zuekgcbseneen. 2 1 00 Nächsten Mittwoch den 30. d. Mts., Nachmittags durch Abdampfung, unter ärztlicher Con- Catalog gratis und franco. 2791 — m 2 Uhr, soll in der Gemarkung Harheim eine Parthte trole gewonnenen Pastillen, ebenso wie die Quellen N 5 7 1 e bweiden versteigert werden. Der Sammelplatz ist am I selbst, schleimtösend und eee* 7 5 Jebufer unterhalb des Dorfes. Nohronischem Katarrh, rechner 1 4 E 1* 7 ü f 4 1887. hat sieh die Sodener Mine- 1 0 Mein. ie 1 1H Lungentuberkulose 2a. Pa ellen in rs serer gab das fund zu 40 Pf., bei 4072 Großherzogliche Bürgermelsterei Harheim. n ral-Nagti U Pf z Pf., 5 7 Men 9 es.„ 9 Fa n eee 7a Leg i Ge r b. Echzell. 8 Konrad Streckfuß. N D bewährt. Verdauungsstörungen, Leibesverstopfung un 0 Faselochs 7 Versteigerung. Darmkatarrhbeseitigend, schaffen sie die Vorbedingung 9 5* besserer Ernährung des Organis 8, sind daber für r Donnerstag den 1. Dezbr. l. J., Nachmittags 1 Uhr Men vade se esphenfess. Lungen⸗ 0 2 ö 0 g 0 len auf hiesigem Nathhaus wei der A 967 Fern 3 hohem Werth. Den Patienten, I kk K klIzie kN 5 hende, zum Schlachten geeignete Faselochsen öffentlich, HZ Au! Dettien gag engdeneed 2 testbletend versteigert werden. Leberanschwelsung, an laltender einfacher Ver- und 4. 8 922„»hlei FE leiden, bieten diesSodeneru I-Pastill 1 1. 55 eee Okarben n ce en e gen be ane liel 10 8 1 1 4 1 ittel, das, oh für den Gebrauch von Frauen 1˖ E roßherzog Fau 15 a ch. 0 Ki 5 ren unafhft en nenen Wan der U 1 ET 1 f Ut E 1. 1 5 Anstalten sehon eingebürgert mit ärztlich be-* 167 5 4 + 01 6 0 fe 1 glaubigtem Erfolg geg. Reizzustände u. Nerschleimungen 100 1 angewandt. Die Sodener Mineral- Pastillen „ Cristbaum-Confect, re en ln 05 * 1 5 lr 1 n e za ne 1 In bekannter 9 r 0 8 3 1 Weihnachtsbaum), 8* ö 5 8.— 8 e ede gegen r ark be Nachnahme. 2 artiger Auswahl 1 Kiste und Verpackung berechne nicht. 1 C. 1 e Wiederverküufern sehr empfohlen.. 0 billigst. 3987 en Hugo Wiese, 8. g 1 3 Gute reine Vollmilch kauft stets 0 ö 65 Dresden, Kaulbachstr. 33, I. g 1„Molkerei 0„ a e 3 eee eee Furth s Erben — D. 1 8 7 5 J 5 Feinste Veilchen- Seife, gala elch e, ö + a ö 12 5 4026 Sachsenhausen-Frankfurt a. 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