—— 1887. Hienstag den 27. Veptember. M II. Ned.— 8 b e A f len* ird hier und in Bad⸗Nauheim n ittwo. i: 5 8 5 3 1 Diens dna, Ae de an reha Abend see woc Areisblatt für den Kreis Friedberg. Keen eee auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. 8————— Amtlicher Theil. Betreffend: Herberge zur Heimath in Friedberg. Friedberg den 23. September 1887. * 4** 2* +„ 75„„ 8 2 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wie bereits in unserer die Gemeindevoranschläge betreffenden Verfügung vom 20. l. Mts.— Kreisblatt Nr. 112— unter Nr. 4 bemerkt ist, ist für die Herberge zur Heimath in Friedberg die Erwerbung eines eigenen Hauses geplant. Das seither gemiethete Lokal ist eng und dumpf und bietet nur beschraͤnkten Raum, so daß schon manchmal Wandergesellen wegen Ueberfüllung abgewiesen werden mußten. Das neue Haus wird nach ungefaͤhrer Berechnung einen Kostenaufwand von 20— 25,000 Mark erfordern, die Mittel hierzu sind noch lange nicht aufgebracht. ö Die wohlthaͤtigen Wirkungen der Herbergen zur Heimath sind allgemein anerkannt. S Wanderungen eine Heimstätte und sind das beste Mittel, um sie vor dem Stromerthum zu bewahr des Stromerwesens erheblich bei. Mit Rücksicht auf das Vorstehende empfehlen wir Ihnen, der Herberge zur Heimath in Friedberg aus Gemeindemitteln entweder einen einmaligen, oder einen mehrere Jahre hindurch zu bestreitenden Betrag zuzuwenden, wobei wir bemerken, daß einzelne Gemeinden eine solche Gabe bereits bewilligt haben. Damit der Herbergsverein darüber Gewißheit erhält, welchen Betrag er für die Erwerbung eines Hauses vor— sehen kann, wollen wir binnen 14 Tagen Ihrem Bericht nach Vernehmung des Gemeinderaths darüber entgegensehen, welche Summe und für wieviele Jahre Sie dem Herbergsverein zuwenden wollen. Dr. Braden. a n W. le bieten den Handwerksburschen auf ihren ten. Hierdurch tragen sie zur Verminderung r xtankteit ven n der erich I eufacken In ber sett nan f Erledigung. Mein unterm 5. August gegen Johannes Steuernagel von Rainrod gerichtetes Ausschreiben nehme ich als durch den Gendarmen Schrick in Nieder⸗ Erlenbach erledigt, zurück. Der Großherzogliche Amtsanwalt. Friedberg den 22. September 1887. Kolb. anne Lebt Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von N dnl Deutsches Reich. marck Schönhausen, dem an ihn ergangenen Rufe die Führung der Nation in der gegenwärtigen 6. 1 Löß* Darmstadt. Der Erbgroßherzog, der sichsseines Koͤnigs folgend, die oberste Leitung der sschweren Zeit durch den Reichskanzler bekundet. art W bekanntlich bei den Mausvern durch Herabspringen[preußischen Staatsgeschäfte übernahm. Dem Läugst stehe in der Nation die Würdigung seiner N *— von einem Rain eine nicht unerhebliche Muskel- weitaus überwiegenden Theile der jetzt lebenden Thaten, welche durch kein Jubiläum mehr ge— K dn berzerrung zugezogen hat, welche von einem Blut— Generation ist es vergönnt gewesen, Zeuge zu steigert e könne, fest. f i n ergusse begleitet war, wird längere Zeit bett⸗sein des großartigen Umschwunges, der sich in 3 Kiel, 23. Sept. Prinz und Prinzessin 1 Waisclen lägerig sein müssen. Der Fuß ist stark ange- unserer nationalen Entwickelung unter den Auspi- Wilhelm, sowie Prinz Heinrich reisten heute ec schwollen, die Verletzung äußerst schmerzhaft und zien König Wilhelms durch das thatkräftige, Mittag nach Friedrichsruhe ab, von einem zahl⸗ gestattet nicht die Benutzung des Fußes, so daß staatsmaͤnnssche Handeln seines ersten Miuisters reichen Publikum mit ee Zurufen be⸗ der Erbgroßherzog bei der Ankunft hier aus dem vollzog. Was war Deutschland vor 25 Jahren s grüßt, und 2 um 4½ Uhr dort ein, um Elsenbahnwagen zur Kutsche getragen werden— was ist es jetzt! Umringt von Sanne dem Fürsten Bismarck ihre Gratulation abzu⸗ 1 mußte. Wenn auch dauernde Nachtheile nicht zu keiten aller Art, und nur gestützt durch das 85 statten. Letzterer in a begleitet t Gb befürchten sind, so erfordert die volle Heilung doch trauen seines hochherzigen Monarchen, mit dem von der Fürstin und dem Bunfen 5 mit jedenfalls längere Zeit er sich Eins wußte im Streben nach erhabenen euthusiastischen Hochs von den auf dem 1 ahn⸗ W ö— Der charakterisirte Ober-Rechnungs— Zielen, wie in der Erkenntniß der den Erfolg hof Versammelten begrüßt, trat an den 1 a revisor Schmierer wurde zum Ober-Rechnungs— verbürgenden Mittel und Wege, ging Bismauck wagen, welchem die Prinzen een Beide Jaden. revisor, der Ober-Rechnungsprobator 1. Kl. an die Lösung der gewaltigen Aufgabe, die er drückten dem Fürsten die Hand, n dann sich gesetzt. Glühender Patriotismus, pflichttreuef die Fürstin und den Grafen Herbert. Alsdann — Spiegel zum Ober-Rechnungsrevisor, der Kal— f ee e 3 1 — N ur 2 fl. Feick zum e l. Kl., sowie] Hingabe an König und Vaterland, unbeugsame bestieg Fürst Bismarck den Salonwagen, worin 04 der Ober⸗Rechnungsprobator 2. Kl. Schaffner] Willeuskraft waren seine steten Begleiter auff die Prinzessin Wilhelm sich befand. Nach län— 1 zum Ober⸗Rechnungsprobator 1. Kl. ernannt. dem dorneuvollen Pfade durch innere und äußere sgerer Unterhaltung fuhr die Prinzessin nach 1 1 Berlin, 24. Sept. Heute fand beim Kaiser] Anfeindung, verliehen den Schwingen seines Potsdam weiter, worauf beide Bae und die 1000 1. ber Empfang des chinefischen Gesandten Hsuching— staatsmännischen Genies immer neue Spannkraft Bismarck'sche Fomilie nach dem Schloß fuhren. eri Helmer 5 cheng, des Dolmetschers Kreyer und des Lega⸗ und führten ihn und sein Werk aus. 3 r 0 e, e 1 5 1 3 8 g tionssecretärs Tchut⸗ sung⸗tseang statt, welche dem baren Anfängen empor zu der Hohe majestätischer 9 85 des Furs en Bismarck w urde. eng f ö Nee Kaiser die Geschenke des chinesischen Kaisers über— Vollendung, von wo es jetzt hineinleuchtet in die Kreise gefeiert. Unter den eingetroffenen Ge⸗ — f 75 f schlands und weit sschenken aus Anlaß der Feier befand sich eine reichten. leselben bestehen aus sehr kostbaren Gaue des nun geeinten Deutsch N 5 r 5. — den anben 455 2 N über dessen Grenzen hinaus, als Wahrzeichen hervorragende kostbare Vase von dem Kasser der Macht, der Freiheit und der Unabhängigkeit mit dem Portrait desselben, sotete ein e N hundert und einem Wandgehänge von 5 Meter eines Volkes, das, froh der wiedererrungen kunstvelles W mage ene 11 l. 0 Länge und 2 Meter Breite, den Genius des höchsten nationalen Guͤter, keinen sehnlicheren und Prinz Heinrich machten ge ern Abend n Al 0 5 a Wunsch kennt, als ihrer Segnungen ungestörtfdem Füͤrsten Bismarck und dem Grafen Herbert * ur Der Kronprinz reiste heute sich zu erfreuen und mit den übrigen civilisirten noch eine gemeinsame S 12 f Vormittag von Toblach nach Venedig ab und Nationen 1 5 7 0 e e e dar 8 1 b; 4 5 Di sedli N rarbeit streber en. ö on Nes 8 er 5 III überuachtet 3 Hotel Trento 2 Wunt 1 0 Warte seiner e Macht- Prinz Heinrich reiste noch gestern Abend nach a kronprinzessin mit Gefolge 1 stellung unter den führenden Nationen der Welt Hamburg, Prinz Wilhelm nach Berlin achse 50 reer Corresp.“ erfährt, blickt das deutsche Volk mit dankerfülltem Herzen M u n n 23. Sept. Die Name 5 kuf Prin Wilhelm 3 Preußen am 25. d. auf den Ehrentag seines großen Staatsmannes, 3 11 aer eee 8 8 auf den 25 f Gütern des Prinzen Philipp] die Brust geschwellt von dem innigen Wunsche, Autrag Walter's, welcher le Aenderung efür⸗ 5 garischen 8* 5 0 daselbst daß der Reichskanzler Fürst v. Bismarck seinem]wortete, an einen Spezialausschuß von 14 Mit⸗ en den Coburg, behufs Theltnahme 1 0 ibt sich] kaiserlichen Herrn, dem preußischen und deutschen gliedern und nahm den Gesetzentwurf betreffs ene 55 0 Vaterlande noch lange Jahre in der Fülle geistigers der strategischen Bahnen in kurzer Debatte in 111 eee Sea vd Schaffenskraft und körperlicher Frische erhalten 9 0 Lesung an. Die Adresse ist im an „ N 75 3 +* 5 von Sachsen zu den Jagden bleiben möge. Sämmtliche Morgenblätter bringen Adreßausschusses n angenommen 9 8 n in St 110 5 3 anläßlich des Ministerjubilaums Festbetrachtungen, Straß bu rg. Aus Anlaß der* vers le. 6* 1 eiermark abreist. 725 jubiläum des worin die unsterblichen Verdienste Bismarck's her— denen Blättern verbreiteten Nachricht, daß Fürst 1 um 25jährigen Mauistersa 0 schten“:Jvorgehoben werden, dessen Name untrennbar ver- Hohenlohe beabsichtige, den Statthalterposten Reichskanzlers schrelben die„Polit. Na 9 1 nes knüpft sei mit der glorreichsten That Deutsch- aufzugeben, bringt das„W. T. B.“ ein Straß Eine 20lährige Epoche preußssch Nic n en lands in diesem Jahrhundert. Seine auf Be- burger Telegramm, nach welchem man in unter⸗ e 1 n age 3. des Friedens gerichtete Thätigkeit wird richteten Kreisen diese Nachricht fur eine müßige 6. Men Neltlauf, 1. besonders betont und rückhaltloses Vertrauen auf! Erfindung halte. es, wo der damalige H Steinart), zwei Vasen aus dem vorigen Jahr— Nas K e Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Wien. Die Ein— berufung des Reichsrathes auf den 61. November ist durch kaiserliches Rundschreiben erfolgt. — Der Wiener Correspondent des„Temps“ bestätigt die Nachricht des„Frankfurter Jour— nals“, daß Kalnoky sich hochbefriedigt über die Entrevue mit Bismarck aͤußerte. Betreffs Bul— gariens sei die vollste Uebereinstimmung beider Reiche erzielt worden. Dänemark. Kopenhagen. Während Derou lode, der sich in der Nähe von Frederiksborg bei Kopenhagen aufhielt, vergebens eine Audienz beim Zaren zu erlangen suchte, hat der König Georg von Griechenland ihm eine solche be— willigt. Um allen Mißdeutungen vorzubeugen, versichert die„Pol. Corr.“, Derouldde sei dieser Ehre offenbar nur aus dem Grunde theilhaftig geworden, weil er früher in Athen ansässig war und gelegentlich seiner Aywesenheit in Griechen— land in zahlreichen schriftstellerischen Arbeiten seinen Sympathien fuͤr das griechische Volk Aus druck gegeben hatte. Der König soll auch die Gelegenheit wahrgenommen und ihm hierfür im Namen Griechenlands seinen Dank ausgesprochen haben. Frankreich. Paris. Das„Journal des Debats“ meldet, die Regierung habe den Ge— sandten Ferand in Marocco beauftragt, wegen der Ermordung des französischen Offiziers Schmidt vom Sultan von Marocco Schadloshaltung zu fordern. Großbritannien. Michelstown, 23. Sept. Prozeß O'Brien. Nach der Vernehmung der Belastungszeugen ergriff der Deputirte Harring— ton das Wort, um O'Brien zu vertheidigen Derselbe warf der Regierung vor, absichtlich den wahren Wortlaut der ineriminirten Rede O'Briens unterdrückt zu haben. Der Staatsanwalt weist den Vorwurf als Erfindung zurück. Als Harring— ton dem Staatsanwalt hierauf vorwarf, er lüge, erklärte der Vorsitzende des Gerichtshofes, wenn Harrington eine solche Sprache weiter führe, werde er ihn aus dem Saale entfernen lassen. Harrington legte darauf sofort die Vertheidigung nieder und verließ den Saal. Die Sitzung wurde bis morgen vertagt. In den Straßen war eine große Menschenmenge versammelt, doch fielen keine Ruhestörungen vor. Die Zugänge zum Gerichtsgebäude waren von Polizeimannschaften und Truppen besetzt.— 24. Sept. Bei der Fort— setzung der Verhandlung des Prozesses drückte das Gericht sein Bedauern darüber aus, daß O'Brien ohne Vertheidiger sei, da Harrington geglaubt habe, die von ihm übernommene Auf— gabe nicht erfüllen zu sollen. Die Verantwort— lichkeit treffe Harrington allein. Dillon recht— fertigt Harrington, indem er sich über die gest⸗ rigen Bemerkungen des Staatsanwalts beschwert. Das Urtheil gegen O'Brien lautet hinsichtlich des einen der beiden Anklagepunkte auf drei— monatliches Gefängniß; hinsichtlich des anderen Anklagepunktes werden die Verhandlungen weiter— gehen. Gegen die Verurtheilung hat O'Brien Berufung eingelegt. Rumänien. Bukarest, 24. Sept. Der Erzherzog Albrecht von Oesterreich traf in Sinaia ein, wo ihn die Königin empfing. Der König begrüßte ihn bereits in Predeal. Die Herr— schaften begaben sich zum Schlosse Pelesch, wo eine Ehrencompagnie aufgestellt war. Die Mili— tärcapelle intonirte die österreichische National— hymne. Der„Etoile Roumaine“ bezeichnet die Nachrichten eines Oppositionsblattes, daß zwischen dem König von Rumänien und dem Prinzen von Coburg ein reger Verkehr stattfinde, und daß der Adjutaut des Prinzen Coburg mit einem Schreiben an den König nach Sinaia entsendet worden sei, als absolut unbegründet. Serbien. Belgrad. Der Verfassungsaus— schuß wählte ein dreigliederiges Comité zur Aus— arbeitung des neuen Verfassungsentwurfes. Rußland. Petersburg. Der russisch⸗offi⸗ ciöse„Nord“ erklärt, Rußland erwarte als die erste Folge, der Eutrevue von Friedrichsruh, daß Deutschland und Oesterreich gemeinsam mit Ruß— land für die Wiederherstellung des Berliner- Vertrages, welche durch die illegale Thron— besteigung des Prinzen von Coburg verletzt wurde, sorgen werden, andernsfalls wäre der europäische Friede bedroht. Asien. Rangoon. Durch die Flucht Eyub Khan's aus Teheran gestaltet sich die Lage in Afghanistan von Tag zu Tag für den Emir be— denklicher. Der Correspondent einer Lahorer Zeitung in Quetta berichtet, daß Abgesandte der afghanischen Flüchtlinge in Indien seit einiger Zeit für Eyub Khan intriguiren und die Ghilzai⸗, Shinwari- und andere Stämme zu seinen Gunsten zu gewinnen suchen. Die Flucht Eyub's gibt der Revolte einen frischen Anstrich und macht die regulären Truppen aus dem südlichen Afghanistan noch mehr zur Meuterei geneigt. Die Garnison von Herat ist schon seit lange nicht mehr loyal gesinnt und auf die von Caindahar und Khelatti— Gizeh ist auch kein Verlaß. Der Emir ist so— wohl in der Provinz Herat, wie in der Provinz Candahar unbeliebt. Eyub's Erscheinen würde das Signal zu einem allgemeinen Aufstand sein. Gleichzeitig fürchten die Afghanen, die Englän— der hätten die Absicht, sich bei der ersten Ge— legenheit Candahar's zu bemächtigen. In aller Eile wird deshalb die dortige Garnison verstärkt und große Vorräthe aufgehäuft. Ende October soll der Emir selbst nach Candahar kommen. Aus Stadt und Land. H.-V. Frledberg. Der Winterfahrplan der Main— Weser-Bahn, welcher mit dem 1. Oktober in Kraft tritt, enthält bezüglich des Frankfurter Nach tschnellzuges Nr. 307 eine Bestimmung, welche in Friedberg und Um— gegend mit großer Befriedigung aufgenommen werden wird. Der fragliche Schnellzug, 3. Klasse führend, wird hier halten; er verläßt Frankfurt 1055 und trifft 1130 hier ein. Dlese Verkehrserleichterung ist wiederholt in Eingaben des Vereins für Handels und gemeinnützige Zwecke, welche von dessen Vorstand, sowohl an die Kgl. Eisenbahn⸗Direetion Hannover, als auch an das Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin gerichtet worden sind, angeregt worden. In der letzten Eingabe an das Mini— sterium(vom 25. Mal d. J. dattrt) heißt es u. A.: „Ob mit, ob ohne Aufenthalt in Bad-Nauhelm trifft Zug 307 laut Fahrplan 2 U. 84 in Cassel ein. An diesem Verhältnisse würde wohl Nichts geändert werden, wenn dieser Halt während des Winterdienstes Friedberg, während des Sommerdienstes Bad Nauheim, wie bisher zu Gute käme. Dieser Mittelweg würde uns geeignet erscheinen, die bei diesem Zuge in Frage kommenden all— gemeinen und besonderen Interessen in billiger Weise zu berücksichtigen.“ Die hierauf im Auftrage des Ministers der öffentlichen Arbeiten gegebene Antwort(dat. 20. Juni) lautet:„Auf die Eingabe vom 25. Mai d. J. erwiedere ich dem Vorstand, daß bei Aufstellung des Fahrplans für den Winter 1887/88 in Erwägung gezogen werden wird, den während des Sommerfahrplans in Nauheim stattfindenden Aufenthalt des Schnellzugs Nr. 307 in den Wintermonaten versuchsweise auf die Station Fried— berg zu übertragen.“ Gießen, 20. Sept. Schwurgericht. In der heutigen ersten Sitzung wurde der Kutscher Christian Mat von Gießen, nachdem die Geschworenen die Schuldfrage bejaht hatten, wegen des ihm zur Last gelegten Sittlichkeitsver— brechens in eine Gefängnißstrafe von 1 Jahr verurtheilt. — 21. Sept. Verhandlung gegen Heinrich Hahn, ge— boren zu Paris, 20 Jahre alt, in letzterer Zett in Gießen als Mau kergeselle, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Hahn wird in eine Gefängnißstrafe von 1 Jahr 6 Monaten unter Anrechnung der 2 Monate betragenden Untersuchungshaft verurtheilt, nachdem die Geschworenen mildernde Umstände zuerkannten.— 22. Sept. Die heutlge nicht öffentliche Verhandlung hatte die Anklage gegen Johann Ritter von Seligenstadt wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit, Bedrohung und Körperverletzung zum Gegenstand. Der Angeklagte wurde schuldig gesprochen und demgemäß vom Gerichtshof in eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren 3 Monaten verurtheilt unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren. — 23. Sept. Heute Vormittag wurde Lorenz Schmidt von Oppenrod wegen des ihm zur Last gelegten Sittlich— keitsverbrechens in eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren verurthellt. In der auf heute Nachmittag anberaumten Sitzung wurde Konrad Jung IV. von Hoch-Weisel, eben falls wegen Verbrechens gegen die Stttlichkeit abgeur— thellt. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auf zschuldig“ und erkannte demzufolge das Gericht auf eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren 8 Monaten, unter Auf— rechnung der erlittenen Untersuchungshaft. Bei belden Verhandlungen war dle Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Allerlei. Homburg v. d. H. Nach dem Homb. Kreisbl. ist ein Gesuch um Errichtung einer Elsenbahn-Haltestelle ꝛc. an der Nordseite an Könkgl. Eisenbahn-Direetion Frank— furt a. M. übersandt worden. Dasselbe wurde von 785 Gesuchstellern unterzeichnet und auch in Abschrift dem Kreisausschusse und dem Gemeinderathe zugesandt. Berlin, 20. Sept. Das Kammergerlcht hat heute die Reviston, welche der Redacteur der„Frelsinnigen Zeitung“, Barth, gegen das Urtheil eingewendet hakte, das ihn wegen der bekanaten Meldungen über den Peters- burger Militärbevollmächtigten v. Villaume zu einer vler⸗ wöchentlichen Haft verurtheilte, verworfen und das erst— J. instanzliche Erkenntniß bestätigt. Berlin. Generalfeldmarschall Graf Moltke beabsich— tigt, sich wieder auf ein Paar Wochen nach Ragaz in der Schweiz zu begeben und dann seine Besitzung Crelsan aufzusuchen, um dort in aller Zurückgezogenhelt den 26 October zu verleben, an welchem Tage der greise Marschall sein 87. Lebensjahr vollendet. Danzig, 21. Sept. sturm, welcher gestern Vormittag eintrat und auch die Nacht hindurch anhielt, hat an unserem Seestrande vlel— fache Zerstörungen im Gefolge gehabt. Die See ging so hoch, daß die Wellen bei Neufahrwasser über die Moolen hinweg schlugen, Böte und alles sonst Beweg liche schleunigst hoch auf den Strand gezogen werden mußte. Die Badeanlagen in Welchselmünde wurden durch den Seegang fast gänzlich zerstört. Wien, 22. Sept. Der Postdefraudant Zalewski wurde auf Grund eines einstimmigen Verdietes der Ge⸗ schworenen zu achtjährigem schwerem Kerker verurthellt, die Mitangeklagte Nathanson freigesprochen. Die Nachsteuer von Branntwein. Von den Ausführungsbestimmungen zu dem mit dem 1. Oktober l. J. in Kraft tretenden Gesetze, betreffend die Besteuerung des Branntweins vom 24. Juni 1887, welche seiner Zeit im„Reichsanzeiger“ veröffentlicht wor⸗ den waren und voraussichtlich gegenwärtig dem Bundes⸗ rath des Deutschen Reiches zur Beschlußfassung vorllegen, sind zunächst diejenigen über die Echebung einer Nach⸗ steuer von allgemeinerem Interesse, weshalb es sich em⸗ pfehlen dürfte, dieselben nach ihrem Hauptinhalt zur vor— läufigen Kenntniß der betheiligten Kreise zu bringen. Der Nachsteuer von 0,30 M. für den Liter reinen Alko⸗ hols unterliegt hiernach aller im freien Verkehr befind⸗ liche inländische wie ausländische Branntwein, in reinem oder versetztem Zustande. Es gehören hierher: Spiritus, Liqueure, Punschessenzen und sonstige mit Ingredlenzten irgend welcher Art vermischte geistige Getränke, Obst⸗ branntwein, parfuͤmirter Spiritus, Branntweinessenzen, Arrae, Rum und Cognac, sowie Mischungen von Brannt⸗ wein mit anderen Flüssigkeiten. Von der Nachsteuer bleibt befreit der Branntwein, welcher zu gewerblichen, Heils, wissenschaftlichen, Putz, Heizungs-, Koch- oder Beleuch- tungszwecken dienen, oder zur Ausfuhr gelangen soll— In diesen Fällen hat eine sachgemäße steuerliche Controle einzutreten und ist die Steuerbefreiung an eine bestimmte Frist gebunden. Die steuerliche Controle erstreckt sich auch auf den in Reinigungsanstalten befindlichen Brannt⸗ wein, welcher nach besonderen Bestimmungen zu behan⸗ deln ist. Ebenso ist der bereits amtlich dengturirte und der nachweislich gegen Erlegung der inzwischen einge⸗ stellten höheren Zollsätze eingeführte Branntwein von der Nachsteuer befreit und genießen die gleiche Begünstigung alle diejenigen Branntweinvorräthe, welche bei Gewerb⸗ trelbenden 40 1! und bei Petvaten 10 1 reinen Alkohols nicht überschrelten. Bei größeren Vorräthen bleiben die gedachten Mengen gleichwohl steuerfrei. Die Anmeldung des nachsteuerpflichtigen Branntweins und die Entrich⸗ tung der Nachsteuer liegen dem Inhaber, bezw., bel dem auf dem Transporte befindlichen Branntwein, dem Em pfänger desselben ob und hat die Anmeldung unter Be⸗ nutzung amtlich ausgegebener, doppelt auszufertigender Deklarationen spätestens bis zum 3. Oktober 1887 bei der zuständigen Steuerhebestelle, nach Menge wahrer Al— koholstärke und Aufbewahrungsort zu erfolgen. Bei den mit Zucker versetzten geistigen Getränken braucht die Stärke nicht deklarirt zu werden. Von der Anmeldung sind die steuerfrei zu belassenden Mengen von 40 J, bezw. 10] befreit, insofern die Vorräthe über diese Mengen nicht hinausgehen. Im anderen Falle ist der gesammte Vorrath einschließlich der steuerfrel bleibenden Mengen zu deklarlren. Ebenso bleiben die Parfümerien in kleineren Umschließungen von der Anmeldepflicht ausgeschlossen. Die abgegebenen Deklarationen werden durch die nach— folgenden Revistonen auf ihre Richtigkeit geprüft. Die Betheiligten haben hierbet den Repssions Beamten die nöthigen Hülfsdienste zu leisten oder leisten zu lassen. Im besonderen wird durch das Vorhandensein geaschter spundvoller oder spundvoll zu machender Gebinde, sowie gealchter Waagen und Alkoholometer, durch das zuvorkge Ordnen der Flaschen und Gläser nach dem Inhalt, und durch die Bereithaltung von Geschäftsbüchern und Fak—; turen das Revisionsgeschäft wesentlich gefördert werden. Die Revisionsfeststellungen sind von den Betheiligten durch Namensunterschrift anzuerkennen. Die bekannt gegebenen Steuerbeträge sind, sofern nicht Stundung eintritt, inner⸗ halb 8 Tagen bel der Hebestelle einzuzahlen. Dle Nach— steuer kann auf Antrag des Zahlungspflichtigen, in der Regel gegen Sicherheitsbestellung, jedoch nicht über sechs Monate, gestundet werden. Die Hinterzlehungen der Nach⸗ steuer(unrichtigen Angaben über die Menge und den Stärkegrad des Branntweins u. s. w.), oder sonstige Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Vorschriften wer⸗ den nach Maßgabe der in dem neuen Branntweinsteuer⸗ gesetz für die Hinterzlehung der Verbrauchsabgabe fest— gesetzten Strafbestimmungen geahndet. Handel und Verkehr. Friedberg, 24. Sept. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10— 1.20. Eier 2 St. 13 Pf. Gleß en, 24. Sept. Auf dem heutigen Markt kostete Vutter per Pfd. M. 1.10—1.15., Eler per St. 5—6 Pf., Ein mächtiger, steifer Nord⸗ 1 bertin en din uch den? nnsoag der ö 0 iir das 2 Aesaung r 5 9000 K ise per St. 4—8 Pf., Tauben per ihner per St. M. 85— 1.70, Hahnen per St. M. 0.45 8 0.70, Enten ver St. M. 1.30 1.80, Ochsenfleisch Pfd. 62 61 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 54—56 Pf achweinefleisch 54— 60 Pf., Hammel albfleisch 40— 45 Pf., Kartoffeln g 7, Zwiebeln per 5.86. Homburg, 23. Sept. Marktpreise. Kartoffeln per Falter M. 5.—6., per Gescheld 9— 10 Pf., Eier per tück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 130, Qual. M. 1.20. rankfurt, 23. Sept. Heu und Strohmarkt. Heu dete 100 Kilo M. 5.20— 7.40, Stroh M. 4.— 4.80.— etualienmarkt. Erbsen 00 Kilo M. 18— 22., do. schälte M. 20— 30., Linsen M. 28—45., Bohnen weiße 224, Welßkraut 50 Kilo M. 6—8., Kartoffeln 9 Kilo M. 7—8., Zwiebeln der Centner M. 8., Mohr— den 50 Kilo M. 8—9., Grünekern M. 22—28., Butter Kilo M. 105— 110., Eier das Hundert M. 6—8., sothkraut der Centner M. 15., Orangen 100 St. M. 10., tronen 100 St. M. 7—8., Einmachgurken M. 1— 1.50, siggurken 50— 70 Pf. Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt Theater in Frankfurt. Opernhaus ienstag den 27.: Hernanl. Hierauf: Coppelia. Gr. Preise. Jittwoch den 28.: Lohengrin. Außer Abonn. Gr. Preise. zonnerstag den 29.: Waffenschmied. Mittel Preise, fleisch 5062 Pf., per 100 Kilo M. 5 Paar 40—55 Pf, Freitag den 30. Glocken von Corneville. 5 Außer Ubonn. ornevslle. Mittel-Preise Samstag den 1. Oktober: Zum ersten Male: in 4 Akten von D'Ennery, L. G Musik von Massenet. Sonntag den 2.1: Fidelio ie e Schausplelhaus. enstag den 27.: Geierwally. Große N Mittwoch den 28.: Odette.. 7 Donnerstag den 29. Vorstellung bei ermäßlgten Prelsen. Hamlet. Außer Abonn. Freitag den 30.: Marla und Magdalena. Samstag den 1. Oktober: Zum ersten Male: Die Mebes 2 leugnerin. Schausplel in 4 Akten von R. Misch. Sonntag den 2.: Zum ersten Male wiederholt: Llebes— leugnerin. Große Preise. Cld. Oper allet uud Ed. Blau. Große Preise. Große Preise. Eingesandt. Es wäre sehr zu wünschen, daß das Kreisbauamt und die Stadträthe Einsicht nähmen von dem Vertrage, welcher die Wasserverhältnisse zwischen Burg und Stadt regelt, bevor zu einer neuen Brunnenanlage in der Burg geschritten wird. Mehrere Bewohner der Burg. Es ist kaum anzunehmen, daß aufs Geradewohl in diesem Falle gehandelt wird und daß man an maßgeben der Stelle bestehende Verträge nicht achten würde. Das Eingesandt durfte also wohl als überflüssig erschelnen; trotzdem glaubten wir die Aufnahme desselben nicht ver— welgern zu sollen. Die Redaktion. 7 2 Cigarrenspitzen. Die Cigarrenspitzen⸗Sammelnden werden gebeten, dle— selben baldgefälligst an Herrn Carl Groß abzu⸗ liefern. Comité zur Unterstützung armer Kinder. Joraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Mittwoch den 28. September 1887. Versöhnungstag. Beginn: Dienstag Nachmittags 3 Uhr(Minchagebet). Dienstag Abends 6 Uhr 15 Min. Mittwoch Morgens 6 Uhr. . Festesausgang 6 Uhr 30 Min. Wochengottes dienst von Donnerstag den 29. Sept an: Donnerstag Morgens 5½ Uhr, Abends 5 Uhr Freitag Morgens 6½¼ Uhr. Buxkin, Kammgarne für Herren- und Knaben⸗ kleider, garautirt reine Wolle, nadelfertig, circa 140 em breit à Mark 2.35 per Meter, versenden direkt an Private in einzelnen Metern, sowie ganzen Stücken portofrei in's Haus Oettinger und Co., Frankfurt am Main, Buxkin⸗ Fabrik⸗Depot.— Muster-⸗Collekttonen bereitwllligst franco. 2695 1 0 Lieferung. Für das Bürgerhospital und Versorgungshaus soll Neferung von elrea 3000 Laib Brod zweiter Sorte, „ 300 Kilo Wetzenmebl,(Vorschuß), 1200 Ochsenfleisch nebst Nierenfett, 200 Kalb und Hammelfleisch, 400 Schweinefleisch nebst Fett: und Wurst, 300 Hülsenfrüchte, 300 Reis, Gries und Gerste, 100 gebrannten Kaffee, J 150 Kern und Schmierseife nebst Soda, Branntwein, Salatöl, Crystallöl und Petroleum je die Zeit vom 1. Oetober 1887 bis zum 31. März 188 vergeben werden. 30 Meter Stoff zu Frauenkleidern sollen gleichzeitig geben werden. Angebote mit Mustern sind bis zum 29. September der unterzeichneten Behörde einzureichen. Friedberg den 24. September 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Stein häußer. 30 5 Faselochs⸗Versteigerung. N Freitag den 30. September, Nachmittags 1 Uhr, soll dem Büreau der Großherzoglichen Bürgermeisterei der Gemeinde gehöriger Faselochs öffentlich meist end versteigert werden. Nieder⸗Weisel den 24. September 1887. Großherzogliche Bürgermelsteret Nieder⸗Weisel. Krausgrill Arbeits-Vergebung. Mittwoch den 28 d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, en in dem Gemeindezimmer zu Ober-Mörlen nach ende Arbeiten vergeben werden: Naurer⸗ und Handarbeit, veranschlagt zu Steinhauerarbeit(Rockenberger) Lalklieferung, Cement und Schlackensand Sementröhren von 40 ctm Lichtweite Iimmerarbeit Schlosserarbeit Friedberg den 24. September 1887. N görb, 3 Bezirks bauaufseher. 0„ * 0 Versteigerung. Donnerstag den 29. d. Mts., Vormittags 10 Uhr gangend, lassen die Erben des verstorbenen Herrn Ehrlich in der Judengasse folgende Gegenstände ielgern: vollständiges Bett, 1 Commode, 1 Stuhlwagen, 2 Sessel, 2 Backtröge, verschledene Bettstellen, Tische, Stühle, Fensterläven, Kleidungsstücke, sowie viel Haus⸗ und Küchengeräthe. IFrtedberg. 900 Bis zum Frühjahr vorräthig, delikater aide-Scheibenhonig, 86 Pf., II. Waore 60, Leck 55, Seim(Spelsehonig) J Futterhonig 45, in Scheiben 60, Bienenwachs 1,40 Pf. tteolll gegen Nachnahme, en gros billiger. Nicht— endes nehme umgehend franco zurück. 24 E. Dransfeld's Imkereien, 50. 4299 A. Zoltau, Lüneburger Haide. Na— Die Obstbaum⸗Schulen 5 von Marl Umher, Laubenheim bel Mainz, ehlen bedeutende Vorräthe von kräftigen und gutbe— Uigelten Obsthochstämmen u. Zwergobstbäumen. Catalog gratis und franco. . 950 N N N 58 M. 16 33 48 43 13 In Auftrag: Jos. Butz bach. serbeten. Benachrichtigung. 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