Hienstag den 22. November. 4 138. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Monta„Mittw und Freitag Abend ausgegeben. 5 Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. tnnoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lok . auswärtigen Einsendern( f., lokale 0 ö Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11„ Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. D Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der e we b üg ide e eigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Betreffend: Herberge zur Heimath in Friedberg. Co, Um Mittheilung luswa Ausschreiben. Friedberg den 17. November 1887. Das Großherzogliche Kreisamt Diejenigen von Ihnen, welche uns fü S 8 f unserer Verfugung vom 23. September l. J. werden wiederholt an baldige Erledigung erinnert. 8: 5 Friedberg den 17. November 1887. Amtlicher Theil. Bekann tm ach ung. 4 Friedberg den 18. November 1887. Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. — Kreisblatt Nr. 114— noch nicht entsprochen haben, Dr. Braden. des Aufenthaltes des Peter Baumann aus Nauborn wird gebeten. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Heinrich Schmidt von Quirnheim, welcher als Zeuge vernommen werden soll, wird ersucht. Der Großherzogliche Amtsanwalt. Wagner. Deutsches Reich. Darmstadt. Dem Schullehrer Staab zu Malnz and dem Schullehrer Weiffenbach zu Pfaffen-Schwaben— eim wurde das silberne Kreuz des Philipps-Orden erltehen, der Pfandmeister Stellwag in Groß Gerau nach [Darmstadt, der Pfandmetster Brauns zu Schotten nach 12 versetzt, der Steueraufseher Küster zu Offenbach 7 U Dr! m Pfandmeister in Nidda ernannt, der Distrikts Einnehmer empf in Gedern in den Ruhestand, der Distrikts Ein— ehmer Flz in Reichelsheim nach Gedern und der Steuer— ufseber Gimbel in Mainz in den Ruhestand versetzt. Berlin, 18. Nov. Der Kaiser und die Kalserin on Rußland sind heute morgen 10 Uhr eingetroffen. er Kaiser fuhr mit dem Prinzen Wilhelm in rus— cher Uniform im offenen vierspäunigen Wagen, de Kaiserin mit der Prinzessin Wilhelm in ge— en blossenem Wagen. Der Kaiser Alexauder und Prinz Wilhelm stiegen vor dem russischen Bot— syaftshotel aus und schritten die Front der Ehren Compagnie ab. Die Kaiserin und Prin— ssin Wilhelm verblieben im Wagen. Der sissische Kaiser trat alsdann in die Botschaft N 1 uin, woselbst Kaiser Wilhelm denselben herzlichst 2„ egrüßte. Die Prinzen Albrecht, Leopold und r ch de am Bahnhof gewesenen Prinzen und Prin— andes ke* Issinnen begaben sich sämmtlich nach der russi— ben Botschaft. Nach Ablieferung der 3 Fahnen s Alexander⸗ Regiments im Botschaftspalais, folgte der Vorbeimarsch der Ehrencompagnie, kährend beide Kaiser am Fenster standen. Kaiser Bilhelm fuhr sodann nach dreiviertelstündigem Lerweilen nach seinem Palais zurück unter leb— ten Acclamationen des massenhaften Publi— Kaiser Wilhelm und die Prinzen trugen schen Auffassung. Das Galadiner beim Kaiser bestand aus 98 Couverts. An demselben nahmen außer den sonstigen Gästen neben dem Reichs— kanzler auch die Fürstin Bismarck und Graf Herbert Bismarck Theil. Bei der Galatafel wurde sebr bemerkt, daß der Zar gegen Ende sein Glas erhob und dem Reichskanzler, der etwas entfernt saß und welchen er besonders darauf aufmerksam machen ließ, in aller Stille zutrank. Die Galaoper fiel aus; die Abreise der russischen Gaͤste erfolgte bereits 9½ Uhr Abends. 1 Nov. Im Gegensatz zu den bis— herigen Nachrichten über die vorgestrige Ent— lecrung des Geschwürs im Halse des Kronprinzen meldet der Correspondent des„Berl. Tagbl.“ aus San Remo, es habe sich gestern nach genauerer Untersuchung des Auswurfs sowohl, wie nach allen sonstigen Erscheinungen in und unter dem Kehlkopfe herausgestellt, daß die Sachlage mate— riell verändert sei. Die Prognose habe sich dadurch bedeutend verschlimmert, indem jetzt zweifellos Krebserweichung vorliege. Die aus— geworfenen Theile seien nämlich Krebszellen schlimmer Natur und ließen auf den Charakter der anderen sichere Schlüsse ziehen. Es stehe also auch schon die specielle Gattung der vor— liegenden Krebsnatur fest, es handle sich um den sogenannten weichen Krebs. Alle unteren Gewebe, welche in der vorigen Woche entzündet oder angeschwollen erschienen, seien angegriffen und voll Krebszellen. Professor Virchow hat den vorgestern zum Vorschein gekommenen Aus— 4 f ms. il* ssische Uniformen und Orden. Um 11½ Uhr ghachte der russische Kaiser dem Kaiser Wilhelm wurf aus der Kehlkopfentzündung des Kron— men Gegenbesuch, begleitet von General Werder. prinzen zur Untersuchung bereits heute erhalten. Das Aussehen Alexanders ist ganz vorzüglich.— 20. Nov. Die Nachrichten, welche in den . er russische Kaiser kehrte nach halbstündigem letzten Tagen aus San Remo hier einliefen, Lerweilen aus dem Palais des Kaisers Wilhelm lassen leider einen Schluß auf eine günstige 0 rück. Später machte der russische Kaiser den Wendung im Verlauf der Krankheit unseres Kron⸗ n wesenden Prinzen einen Besuch. Kurz vor prinzen nicht zu. Noch gestern wurde der„Voss. Uhr machte die russische Kaiserin mit ihren Ztg.“ aus San Remo telegraphirt, daß man if Kindern dem Kaiser Wilhelm einen längeren Fbesuch. Fürst Bismarck begab sich sodann um ½% Uhr zum Kaiser von Rußland in das Bot⸗ Lkaftshotel; derselbe hatte im Laufe des Nach— Mitags den General-Adjutanten des russischen ö elsers, Tscherewin, empfangen. Die wichtigste age, ob die Zusammenkunft einen polltischen Narakter hat, dürfte wohl dadurch entschieden I daß Fürst Bismarck in einer eine Stunde Aigen Audienz beim Czaren verweilte. Ein bloser ü flichkeltsbesuch war das sicher nicht. In hiesigen en mit dem Kanzler dahin auf, de; die Mehrheit neigt zu einer optimisti— eischen Kreisen faßt man die Unterredung des daß auf ö den Fall Klarheit in die Situation kommen vom Kaiser verabschiedet. glaube, die Nothwendigkeit einer Operation könne bald und plötzlich eintreten. Gestern ist Dr. Bra— mann dort eingetroffen. Um so bewunderns— werther ist der Muth, mit welchem der hohe Patient sein Leiden erträgt. — Dem Vernehmen nach staͤnde die Er— nennung des Prinzen Wilhem zum Generalmajor in naher Aussicht. Prinz Wilhelm ist definitiv mit der Vertretung des Kaisers bei besonderen Gelegenheiten, in denen der Kronprinz bisher den Kaiser vertreten hat, betraut worden. Prinz Heinrich reist morgen früh über Darmstadt nach San Remo ab; er hat sich bereits heute Abend Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin, welche, einer Einladung des Kaisers folgend, sich heute hierher begeben, reisen von hier übermorgen nach Cannes. Der Großherzog von Sachsen-Weimar ist heute mit zwei Adjutanten hier eingetroffen. — Die Mitglieder der deutschen wissenschaft— lichen Forschungsstation im Kamerungebiet sind, wie die„N. A. Z.“ meldet, am 5. v. Mts. in Groß-Batanga gelandet. Lieutenant Wißmann hat sich nach Madeira zurüͤckbegeben müssen, da seine durch die langjährigen afrikanischen Stra— pazen angegriffene Gesundheit ihm einen längeren Aufenthalt in der Reichshauptstadt unmöglich macht. — Die Nachsteuer für Branntwein hat nicht 18, sondern sogar 24 Million erbracht, was einem Quantum von 800,000 Hektoliter entspricht. — Der socialdemokratische Führer Bebel ist, der„M. Z.“ zufolge, mit englischen Socialisten— führern über einen zum März nach London ein— zuberufenden internationalen Socialistencongreß übereingekommen. Breslau, 17. Nov. In dem Socialisten— prozesse wurden durch das heute publicirte Urtheil 8 Angeklagte freigesprochen, 29 zu Gefängniß— strafen von vier Wochen bis zu einem Jahre verurtheilt. Bezüglich von 5 Angeklagten wur— den die erkannten Strafen als durch die Unter— suchungshaft verbüßt erachtet. Der Gerichtshof beschloß, sämmtliche Angeklagte, bis auf drei, aus der Haft zu entlassen. Hamburg, 17. Nov. Die Polizei ver— haftete 60 Socialisten in ihrem Schlupfwinkel im Vororte Barmbek. Eine Schriftenkiste wurde beschlagnahmt. Kiel. S. M. Kreuzercorvette„Louise“, Commandant Corvetten-Capitän Claußen von Fink, ist am 17. Nov. er. in Madeira einge— troffen und beabsichtigt am 19. desselben Monats wieder in See zu gehen. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 17. Nov. Die österreichische Delegation genehmigte die Budgets des Aeußeren, des Kriegs und der Marine, ferner die des Finanzministeriums und des obersten Rechnungshofes, sowie den Ansatz der Zollgefälle unverandert. — 19. Nov. Die österreichische Delegation genehmigte das Ordinarium des Heeresbudgets. — Hiesigen Meldungen zufolge werden die mehrfachen neulichen Meldungen über russische Truppenverstärkungen an der deutschen und österreichischen Grenze authentisch bestätigt, mit dem Beifügen, daß dieselben eigenmächtig vom — 18. Nov. Der Großherzog und die Kriegsminister Wannowski angeordnet wurden, Annoncen von 3 welcher überhaupt gleich manchen seiner Collegen mache, was ihm gut dünke und die vielbesprochene Disciplinlosigkeit der hoͤchsten russischen Amts- kreise praktisch illustrire. Pest, 18 Nov. Gegen den Prinzen Ferdinand von Coburg ist ein Scandalprozeß im Anzuge. Der hiesige Agent Philipp Waldapfel reichte thatsächlich eine Klage gegen den Prinzen und den Grafen Eugen Zichy ein. Waldapfel er— klärt, er sei im ordentlichen Auftrage mit Lebens— gefahr acht Monate lang in geheimer Sendung im Interesse des Füsten thatig gewesen. Er habe hierfür blos 450 Napoleond'ors erhalten, was kaum seine Eigenkosten decke. Waldapfel fordert als Honorar für seine erfolgreichen Dienste 10,000 Gulden und verspricht dem Ge— richtshofe alle erforderlichen schriftlichen Belege beibringen zu wollen. Belgien. Brüssel. Hier sind Meldungen eingegangen, Stauley's am Aruwimi zurück gelassene Nachhut von 75 Mann sei von Arabern angegriffen und werde hart bedrängt. Vom Congo ist Hilfe requirirt worden. Frankreich. Paris, 17. Nov. In der Kammer wurde der Antrag auf gerichtliche Unter— suchung der gegen Wilson angestellten Anklage eingebracht. Die Rechte nahm daraufhin ihren Antrag bezüglich einer Interpellation zurück. Die Deputirten wählten sofort eine Commission zur Verfolgung Wilsons. Bei der Wahl dieser Commission wurden ausschließlich Mitglieder ge— wählt, welche für die Annahme des Antrags sind. 7 Das Entlassungsgesuch des — 17. Nov. Justizministers Mazeau ist angenommen worden. Die Leitung des Justizministeriums hat einst— weilen der Minister des Innern Fallieres über— nommen.— Der neue Polizeipräfect Bourgeois hat bereits Besitz von der Polizeipräfectur ge— nommen. Er war Staatsrath im außerordent— lichen Dienste und Director der Departements— und Gemeinde- Angelegenheiten im Ministerium des Innern. — 19. Nov. Das„Journal des Debats“ meldet: Grevy erklärte, er habe die uner— schütterliche Absicht, auf seinem Posten zu ver— bleiben, um kein Präjudiz einer jerderzeit wider— ruflichen Präsidentschaft zu schaffen. Der Minister⸗ präsident Rouvier erklärte in der Kammer, seine Demission zu nehmen, nachdem die Kammer die Vertagung der Beantwortung der Interpellation Clemenceau's bis 24. November, also über den Convertirungstermin hinaus verworfen hatte. Die Sitzung wurde hierauf unter großem Skandal geschlossen. Spanien. Madrid. Aus Tanger wird dem Reuter'schen Bureau die Meldung, daß die Spanier von der Insel Perejil an der maurischen Küste Besitz ergriffen, iosoweit be— stätigt, daß einige Personen sich anmaßten, die Insel zu besetzen und als spanisches Eigenthum zu proclamiren. Diese Personen besaßen indeß dazu keine Ermächtigung von der Madrider Regierung, und der spanische Gesandte in Marokko hat den maurischen Behörden erlaubt, das, was auf der Insel errichtet worden sein dürfte, zu zerstören und die Eindringlinge zu vertreiben. Italien. Rom. Die„Agence Havas“ meldet, das Italien offiziell seinen Beitritt zur Suezcanal⸗Convention erklärt habe. Serbien. Belgrad. Die Königin Natalie soll auf Wunsch des Königs Milan, welcher die ganze königliche Familie in Belgrad versammelt sehen will, anfangs des nächsten Jahres aus Italien heimkehren. Das Project eines längeren Aufenthaltes der Königin und des Kronprinzen in Deutschland wurde aufgegeben. Rumänien. Bukarest, 17. Nov. Der Kriegsminister hat seine Demission eingereicht. Ministerpräsident Bratianu übernimmt interi— mistisch das Kriegsministerium. Bulgarien. Sofia, 17. Nov. In der heutigen Sitzung der Sobranje stellte die Re— gierungspartei an den Ministerpräsidenten die Anfrage, wie die Regierung gegen die früheren Minister, die Hochverräther vom 9. August, vorzugehen gedenke. Stambuloff wird die An— frage in dieser Woche beantworten. Rußland. Dorpat. An der Universität ist die Einführung russischer Vorträge anstatt der deut⸗ schen für die Zoologie und Anatomie schon für das laufende Studienjahr angeordnet. Die orthodoxe Geistlichkeit in den Ostsee-Provinzen ist der bisherigen Gepflogenheit, im schriftlichen Ver— kehr mit den protestantischen Geistlichen dem russischen Text die deutsche Uebersetzung beizu— fügen, entbunden worden. Amerika. New⸗Nork, 18. Nov. Most, der gestern wegen einer am Samstag gehaltenen aufrührerischen Rede verhaftet wurde, wurde heute dem Polizeirichter vorgeführt. Most er— klaärte sich für nicht schuldig und wurde gegen Cautionsstellung freigelassen. Die Schlußver— handlung gegen Most soll am 22. d. stattfinden. Aus Stadt und Land. Friedberg. Aus Cleveland(Nordamerika) wurde uns die erste Nummer der dort gegründeten„Hesstschen Blätter“ übersandt, deren Aufgabe es sein soll, das Band zwischen den Landsleuten der neuen und alten Heimath fester zu knüpfen, beziehungsweise die Interessen der Hessen jenseits des Oceans zu vertreten. d. Friedberg. Wie wir aus sicherer Quelle er⸗ fahren, beabsichtigt der hiesige Volksbildungsverein auch in diesem Winter eine Reihe von öffentlichen Vorträgen zu veranstalten und soll demnächst der Anfang gemacht werden. 2 Friedberg. Es stehen den Bewohnern Friedbergs in nächster Zeit einige hohe geistige Genüsse in Aus sicht. Zunächst hat der in weiten Kreisen als Kunstkenner und Künstler rühmlich bekannte namhafte Gothiker Geheime Hofrath Professor Dr. Georg Schäfer von Darmstadt auf ergangene Aufforderung hin sich in liebenswürdigster Weise bereit erklärt, zum Besten des hiesigen Stadtkirchen— bau⸗Vereins am 1. Dezember l. J. hier einen Vortrag uber„die Haupt-Werke der Gothik am Rhein mit einem Seitenblick auf die Stadtkirche zu Friedberg“ zu halten. Wir zwelfeln nicht, daß die Bewohner Friedbergs diesem ge— rude für sie doppelt interessanten Vortrage des Redners das regste Interesse entgegenbringen und ein recht zahl⸗ reiches Erscheinen dabet als eine Ehrensache ansehen wer— ven, zumal der Erlös des mäßigen Eintrittsgeldes für einen so guten Zweck bestimmt ist. Außer Professor Schäfer von Darmstadt beabsichtigt zu unserer Freude auch unser hoch verehrter Mitbürger Professor Dr. Schmid, dessen vor mehreren Jahren im hiesigen Volksbildungs— Verein gehaltene Vorträge über Göthe noch in unserer besten Erinnerung stehen, uns abermals eine reife Frucht seiner Literaturstudten mitzutheilen, indem er einen auf fünf Abende vertheilten zusammenhängenden Cyelus von Vorträgen über„Die Grethchen Tragödie“ aus dem Faust zu halten gedenkt. Der Erlös dieser letzteren Vorträge ist für verschledene wohlthätige Zwecke(Herberge zur Heimath, Arbeiter Colonie, Stadtkirchenbau Verein) be⸗ stimmt. Näheres über Ort und Zeit der Vorträge, Höhe des Eintrittsgeldes u. dgl. wird in Bälde mitgetheilt werden. m. Friedberg. Der um 6 Uhr 2 Min, früh hier fällige Berliner Schnellzug ist erst um 10 Uhr eingetroffen. Die Verspätung wurde durch eine nunmehr beseitigte Be⸗ triebsstörung vor dem Bahnhof Marburg veranlaßt, in— dem ein heute Nacht 3 Uhr von Cassel kommender Güͤter— zug sich kurz vor Marburg trennte und die abgelösten Wagen mit aller Wucht auf die vorangegangenen stießen, in Folge dessen 2 Güterwagen entgleisten und 5 bis 6 andere Güterwagen starke Beschädigungen erlitten. Von dem Zugspersonal wurde Niemand verletzt. Allerlei. Frankfurt. Am 19. November endigten vor dem hiesigen Schwurgerichtshof die dreitägigen Verhandlungen gegen die Direktoren der Homburger Gewerbebank, die Kaufleute Friedrich Trenkner von Homburg, Philipp Schmehler von Honburg und Peter Bange von Trotta wegen betrügertschen Bankerotts, Untreue, Unterschlagung. Der Assisenhof erkannte gegen Trenkner auf eine Zucht— hausstrafe von 5 Jahren und auf Aberkennung der Ehren— rechte auf 10 Jahre, eine Geldstrafe von 600 M., event. für 15 M. je ein Tag mehr, gegen Schmehler auf eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren und Verlust der Ehren— recht auf 10 Jahre und eine Geldstrafe von 600 M., event. für 15 M. je 1 Tag. Beiden Angeklagten wer— den 3 Monate Untersuchungshaft in Abzug gebracht. Bange erhtelt eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren, zahlt 400 M. Geldstrafe und verfällt in Ehrverlust auf 10 Jahre. Friedrichshafen, 19. Nov. Heute Nacht ist ein großer Brand ausgebrochen. Sseben Häuser sind nieder— gebrannt und 14 Familien wurden dadurch obdachlos. Mannheim, 17. Nov. Die Leiche des seit 16. v. Mts. vermißten hiesigen Prlivatmanns Mater Würzburger wurde heute im Neckar geländet. Da die Leiche alle Werthgegenstände bei sich trug und auch keine Verletzungen an derselben wahrzunehmen sind, ist ein Verbrechen wohl als ausgeschlossen zu betrachten. Zug. Die Lage der Stadt ist neuerdings wieder eine sehr beunruhigende. In der Nähe des Regierungs- gebäudes hat man erhebliche Senkungen wahrgenommen, so daß die Archive aus demselben geräumt und an einen sicheren Ort gebracht werden mußten. Die Benutzung der ausgebesserten Wohnungen ist von den Behörden neuer— N dings untersagt worden. Auch die an vielen Orten vor⸗ genommenen Bohrversuche haben, dem„Schwäb. Merkur“ zufolge, durchaus kein beruhigendes Ergebniß gehabt. Fast überall ist man in geringer Tiefe auf Schlamm und Morast gestoßen, selten auf festes Gestein, so daß weltere Senkungen und Rutschungen früher oder später zu be⸗ fürchten sind. Dover, 20. Novbr. Vergangene Nacht um 11 Uhr fand ein Zusammenstoß zwischen dem Dampfer„Scholten“ von Rotterdam und einem unbekannten Dampfer statt, in Folge dessen der Dampfer„Scholten“ gesunken ist. 200 Personen sollen, wie verlautet, umgekommen sein. Genauere Feststellungen liegen noch nicht vor. 50 Per⸗ sonen wurden durch den Dampfer„Edro“ gerettet und hier gelandet. Newyork, 18. Rov. Nachrichten aus Memphls zufolge verbrannten dort 1320 Ballen Baumwolle, wo⸗ von ein großer Theil für die Ausfuhr bestimmt war. Der Verlust wird auf 750,000 Dollars geschätzt. Verloosungen. Ansbach-Gunzenhausen 7 fl.⸗Loose vom Jahre 1856. Ziehung am 15. November 1887. Ge⸗ zogene Serien: Nr. 2888 4094 352 1376 2765 856 1174 893 672 1288 2800 2595 4015 1487 1407 3962 1297 2265 3647 2277 8900 3148 1146 4592 2167 3085 1914 562 3286 204 521 1545 3926 1895 4246 2538 3779 2143 3 55 3761 4035 589 2427 3235 3029 4944 4573 3327 4896 4828 3663 1948 617 182 564 2093 2867 1442 1301 2926 2928 3662 2060 3486. Die Prämien-Ziehung findet am 15. Dezember statt. Schwedifche 10 Thaler⸗Loose vom Jahre 1860. Ziehung am 1. November 1887. Außer den bereits mitgetheilten Hauptpreisen wurden noch folgende Gewinne gezogen: Nr. 77783 500 Thaler. Nr. 39285 72244 je 150 Thaler. Nr. 37003 74898 75108 1070900 230038 je 60 Thlr. Nr. 57211 115746 134518 167005 194634 201010 204895 je 35 Thlr. 48769 89812 94 190 130053 139354 172412 172594 175908 180267 184451 201547 206209 214751 225383 je 25 Thaler. Finnländer 10 Thaler⸗Loose von 1868. Ziehung vom 1. November 1887.— Heimzahlung am 1. Februar 1888. S. 1805 Nr. 16 à 10,000 Thaler. S. 5211 Nr. 15 à 1500 Thaler. S. 1426 Nr. 13, S., 28 ee S. 4015 Nr. 16, S. 4646 Nr. 12 18, S. 5852 Nr. 6, S. 8529 Nr. 11, S. 8713 Nr. 8 19, S. 9686 Nr. 4, S. 9728 Nr. 17, S. 10408 Nr. 16, S. 11283 Nr. 19, S. 11556 Nr. 14 à 200 Thlr. S. 863 Nr. 14, S. 883 Nr. 2, S. 2159 Nr. 18 19, S. 2866 Nr. 19, S. 3932 Nr. 17, S. 4646 Nr. 11, S. 5131 Nr. 18, S. 5382 Nr. 14, S. 7655 Nr. 20, S. 7867 Nr. 17, S. 11474 Nr. 4, S. 11556 Nr. 1, S. 11597 Nr. 1 8 150 Thlr. S. 235 Nr. 3 20, S. 1178 Nr. 9, S. 1675 Ne S. 2398 Nr. 19, S. 3419 Nr. 3, S. 3464 Nr. 14, S. 4503 Nr. 17, S. 4633 Nr. 3, S. 4952 Nr. 4, S. 5140 Nr. 15, S. 5529 Nr. 17, S. 6382 Nr. S. 6661 Nr. 10, S. 7960 Nr. 6, S. 8260 Nr. 3, S. 11556 Nr. 4, S. 11597 Nr. 12 à 100 Thlr. Auf alle übrigen in den am 1. August 1887 gezogenen Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von je 12 Thaler. Handel und Verkehr. Friedberg, 16. Nov. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90— 1.00. Eier 1 St. 8, 2 St. 17 Pf. Gießen, 19. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.00— 1.05., Eier per St. 7 Pf., Käse per St. 4—7 Pf., Tauben per Paar 4500 Pf., Hühner per St. M. 0.80—0.90, Hahnen per St. M. 0.50 bis 0.70, Enten per St. M. 1.40— 1.70, Gänse per Pfd. 38— 50 Pf., Ochsenfleisch per Pfd. 58— 60 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 45—50 Pf., Schweinefleisch 54 bis 60 Pf., Hammelfleisch 4060 Pf., Kalbfleisch 4050 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00 0.00, Weißkraut Stück 8-10 Pf., Zwiebeln per Ctr. M. 6.90- 7.00. Frankfurt, 18. Nov. Heu- und Strohmarkt. Heu kostete 100 Kilo M. 6.40— 7.50, Stroh M. 5.— 6.80.— Vietuallenmarkt. Butter 50 Kilo M. 90.—95., Eler das Hundert M. 5.50—8. Kartoffeln pro 100 Kilo M. 3.60 bis 4., Mäusekartoffeln 50 Kilo M. 10., Weißkraut 50 Klo M. 3.— 5., ganze Erbsen 100 Kilo M. 18.— 22., ge⸗ schälte Erbsen M. 20.—30., Linsen M. 28.—45., weiße Bohnen M. 18.—24., grüne Erbsen M. 15.—18., Mohr⸗ rüben M. 6.—8., Blumenkohl das Hundert M. 30.—50., Kastanien der Ctr. M. 12.— 14., Maronen M. 16.— 20. Nüsse 100 Stück 60 Pf., Trauben per Ctr. M. 20.— 40, Citronen 100 Stück M. 8.—10., Orangen 100 Stück M. 10.— 12.— Der Gänsemarkt war sehr gut befahren, ca. 600 Stück waren am Markt. Das Pfund schöner Waare wurde mit 65— 70 Pf. bezahlt. Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 22.: Troubadour. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 23.: Geschlossen. Donnerstag den 24.: Der Prophet. Gewöhnl. Preise. Freitag den 25.: Geschlossen. Samstag den 26.: Norma. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 27.: Der Wildschütz. Gewöhnliche Preise. Schauspielhaus.. Dienstag den 22.: Zum ersten Male: Der Dukatenprinz, Operette in 3 Akten von Bernhard Triebel, Text von Wilhelm Jacoby. Als Einlage: Der Mizikado, oder Ein Tag in Pitltu, burleske Opern⸗Parodie in 1 Akt von Otto Ewald. Musik von Dr. Beier. Gr. Pr. Nr. 28865 45274 3146 Nr. 1, S. 3885 Nr. 7, Glaub otdtrunzen 1 kalletbinte din Mötlen 11 an 56 inn in des 157 1 1 31 Otoßberse 00 gn 18 1. De che Sich ödel den ö 1 41* in be sarti Mit! Rorde von 2 g 1 sün. Ferner Nor. don — Wittwoch den 29.: Julius Cosar. Ober Mörlen, Ellsabethe, geb ltrung der Nachlaß 1000 3934 * 1. Große Preise. Donnerstag den 24.: Geschlossen. Freitag den 25.: Geschlossen. Samstag den 26.: Zum er Dukatenprinz Als Einlage: Der Mizikado. Sonntag den 27. Der Dukatenprinz. Mizikado. Große Preise. sten Male wiederholt: Der Gr. Pr. Als Einlage: Der Stadtkirchenbau⸗ Verein. Die kürzlich erhobenen Mitglieder für den Ja ergeben 279 M. 50 Pf Rasch(Dorheim) 50 Pf. 2 M. Alle diese Beiträge der hlesigen Vereins- hrgang 1886/87 haben zusammen Welter gingen ein von Pfarrer „von Prof. Weiffenbach dahier Gaben werden mlt herzlichem Danke e eee Winter⸗Buxkin für Herren⸗ und Knaben kleider, garantirt reine Wolle, nadelfertig, circa 140 em breit 4 Mark 2.95 per Meter, versenden direet an Private in einzelnen Metern, sowle ganzen Stücken portofrel in's Haus Oettin er und 1 t Co., Frankfurt am Main Buxkin⸗ N beschelnigt, und um weltere wird freundlich gebeten. Fabrik- Depot.— Muster⸗Collettonen bereltwilligst Montag den 28.: Neu einstudirt: Macbeth. Große Prelse. Prof. Dr. Weiffenbach. Heidt Rechner. franeo. 3088 Oeffentliche Glaͤubiger⸗Aufforderung. Forderungen und Ansprüche der verstorbenen Ehefrau des 8 Tagen bei Meldun anzumelden. Bad⸗Nauheim den 17. November 1887. Groß herzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. 3993 Schütz. 1500 Mark tiegen bis 1. Dezember in der hie gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit. Sôödel den 14. November 1887. 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J., Nachmittags 3 Uhr, auf dem Rathhause zu Vilbel abgehalten werden. a J Es werden hierzu alle stimmberechtigten Mitglieder eingeladen. decken ꝛc. ꝛc. alles in großartigster Auswahl bei Auf der Tagesordnung stehen: 5 5 1) Wahl dreier Commissions-Mitglieder zur Prüfung der Rechnung pro 1887. Hebr üder Strauß, 2) Wahl des Vorstandes für die nächsten 3 Jahre. 3 ... 5 8. vis-à-vis der Post. 3) Beschlußfassung über Leistungen der Kasse, welche bei Spitalverpflegung nach Ablauf. der 13. Verpflegungswoche eintritt. Vilbel den 18. November 1887. Der Vorstand. e alict Af blaß be, Lebkuchen Pelzwaaren. Mals neisen. 1 72 . e el üffe, Kragen, Parells Garnirte Damen⸗ und Kinderhüte wu, A von 2 Mark an bei K. Friedrich, Kaiserstrasso 77, sowie Pelzbesätze aller Art neben der Post. Nächsten Donnerstag fällt der Famillen⸗Abend aus. Die trauernden Hinterbliebenen. Friedberg, 19. November 1887. 4007 Die Beerdigung findet Dienstag den 22. 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