3 der Warte und dem Wege„an den Friedhöfen“ 1887. Donnerstag den 21. April. Oberhessischer * Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Anzeige Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. auswärtigen Einsendern — Annoncen: die einspaltige* 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., oweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Betreffend: Die Bildung der für das Jahr 1887/88 nöthigen Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an Zufolge Auftrags Großherzoglichen in welchen seither Comissionen behufs Niedern und 2 Stellvertretern für das Jahr 1887 urchgehenden Fuhrverkehr gesperrt. en von der Warte nach Bornheim führenden? zeg zu nehmen. Beg von Preungesheim über Eckenheim und umgekehrt. Frankfurt a. M. den 18. April 1887. ehrlings⸗ Arbeiten ndung mit einer„Ausstellung von Zeichnungen und ndischen Handwerker⸗ und Kunstgewerbe⸗Schulen“ veranstaltet. a betreffend: Allgemeine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten aus dem Im Monat Juli l. J. findet in Darmstadt eine allgemeine Ausstellung von aus dem Großherzogthum Hessen statt. Dieselbe wird in Ver— Schülerarbeiten aus den in— Das Programm für diese Ausstellung ist in Nr. 2 des Gewerbeblatts vom J. abgedruckt. Exemplare desselben können von den Local Comité's und von der Aterzeichneten Stelle bezogen werden. Die Vorstände der Localgewerbvereine, der Handwerkerschulen, der Innungen, ind an Nebenorten Mitglieder des Landesgewerbvereins, funglren als Local-Comité's. inmeldungen zur Betheiliguag an der Ausstellung werden von den bemerkten Local— lemits's entgegengenommen. Lehrlinge, welche an Orten wohnen, in welchen, oder t deren Nähe, sich Local ⸗Comité's nicht befinden, koͤnnen sich auch direkt bei der iterzeschneten Stelle anmelden. die Besteuerung des Weines betreffend, laden wir Sie ein, Abschätzung der Weinsteuerschuldigkeiten bestanden haben, 2 Stellv 88 durch den Gemeinderath sofort vornehmen zu lassen und dem Großherzoglichen Haupt— teueramte Gießen spätestens bis zum 10. Mai l. J. unter Angabe der Gewaͤhlten Nachricht hiervon zu geben. ——— 2 Amtlicher Theil. Weinsteuer Einschätzungs Commisstonen. Friedberg den 19. April 1886. die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Ministeriums der Finanzen, Abtheilung für Steuerwesen, vom auf die Artikel 4, 6 und 7 des Gesetzes vom 9. Dezember 1876, SBemeinden, 1. d. Mts. und unter Hinweisung für Ihre resp. die Wahl von 3 Commissionsmit⸗ Dr. Braden. Bekanntmachung. Aus Anlaß der mit Benutzung der Dampfwalze stattfindenden Neudeckung der Friedberger Landstraße auf der Strecke zwischen bleibt diese Straßenstrecke vom 25. d. Mts. ab auf Die in der Richtung von und nach Vilbel gehenden Fuhrwerke haben den die Dauer von zehn Tagen für den Weg über Bornheim bezw. über Die in der Richtung von und nach Homburg gehenden Fuhrwerke benutzen den Der Polizeipräsident. von Hergenhahn. Bekanntmachung. Großherzogthum Hessen. Aufgabe, zu fertigen. Die Anmeldestellen bezeichnen den Lehrlingen die zu fertigen⸗ den Arbeiten. Die Ausstellungsgegenstände werden demnächst durch eine besondere Commission von Sachverständigen geprüft und hervorragende Leistungen werden prämtirt. Die Kosten des Transports der Ausstellungsgegenstände nach Darmstadt und zurück, die Kosten des Arrangements der Ausstellung, sowie der Prämlirung, bestreitet der Landes gewerbverein. Die Ausstellung von Lehrlingsarbelten soll Gelegenheit zur Vergleichung der Einzelleistungen der Lehrlinge der verschtedenen Gewerbe und zur Belehrung über den allgemeinen Stand des Lehrlingswesens im Großherzogtbum geben, sowte den Wetteifer in technischer Ausbildung unter den Lehrlingen fördern. Wir gestatten uns an die Herren Lehrmeister und Eltern der Lehrlinge das Ersuchen zu richten, Ihrer Seits das Unternehmen unterstützen und zu recht zahlreicher Bethelligung anregen zu wollen.— Darmstadt den 10. Januar 1887. Jeder Lehrling, welcher sich an der Ausstellung betheiligen will, hat ein ein— Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein. 9 ches, feinem Gewerbe und seiner Lebrzeit entsprechendes Arbestsstück, nach gestellter Fink. Dr. Hesse. 1 g 9 Die Weinsteuer. 6 Nach Inhalt des nun zur Ausgabe gelangten Berichts des Finanzaus- sgusses der Zweiten Kammer der Stände über die Vorlage des Großh. Zinisteriums der Finanzen hinsichtlich des Gesetzenwurfs, die Besteuerung des Lelns betreffend, sind die Gründe, von welchen g die der Vorlage günstige Mehrheit is Ausschusses(die Abgeordneten Ellenberger, Jöckel, Osann, Theobald und Lolfskehl) geleitet, ist wie folgt zusammengefaßt: 1 Vor allem liegt ein übereinstimmendes Ersuchen beider Kammern des gegen wiligen Landtags vor, welches eine Heranziehung der Privaten zur Weinbesteue zung zum Gegenstande hatte und eine dahingehende Vorlage wünschte, sofern eine (che Besteuerung ohne allgemeine Bezettelung ausführbar erscheine. Dieses Ersuchen, ulches in der Ersten Kammer einstimmige Annahme fand(vergl. Prot. Nr. 4 der ten Kammer vom 24. März 1885, S. 80), erhielt in der Zweiten Kammer lerdings nur eine Mehrheit von 26 Stimmen, während 43 Mitglieder in der A reffenden Sitzung anwesend waren(vergl. Prot. Nr. 16 der Zweiten Kammer n 7. März 1886, S. 11). Allein dieses Stimmenverhaͤltniß ist für die Anschau ig der Kammer um des willen nicht ohne weiteres maßgebend, weil damals eine 50 verschledenartiger Anträge mit gleichem Betreff vorlagen, über welche, nach— 6 ber Ausschußantrag eine Mehrhelt erhalten hatte, nicht mehr abgestlmmt wurde, in welche sich vie Ansichten vieler im Prinzip übereinstimmender Mitglieder ten. Vor dem Ausschußantrag war nur der Antrag des Abg. Kredel zur Ab— nmung gebracht worden, welcher jedoch manchen zu weitgehend erschlenen und 12 gegen 13 Stimmen abgelehnt worden war. Derselbe hatte ohne welteres gleiche Steuer, welche von den Wirthen entrichtet wird, für die Privaten und birdtes Deklaratlonspflicht für beide Kategorien von Steuerpflichtlgen verlangt. 1 In der vorausgegangenen sehr ausführlichen Debatte war indessen zu Tage 1 daß der von den Wirthen und Kleinverkäufern, wie schon wiederholt auch nals hauptsächlich ins Gefecht geführte Beschwerdegrund, nämlich die Bevorzugung Prtvaten, welcher seinen Wein in größeren Quantltäten selbst elnlegt, gegenüber n enigen, welcher denselben im Kleinen bezieht oder im Wirthshause trinkt, also Un entlich gegenüber dem wenlger Bemtttelten, als wohlberechtigt anerkannt werden ße und daß, sollte die Weinsteuer überhaupt fortbestehen, hlergegen Abhilfe geboten sei. Freilich wird Niemand darüber im Unklaren sein, daß die Wirthe, indem sie Beschwerden geltend machten, nicht sowohl eine Ausdehnung der Weinsteuer u auf die Einlagen der Privaten, als vielmehr die gänzliche Beseltigung jener diner angestrebt haben und daß sie selbst über den nunmehr erzielten Erfolg ihrer Aiatton nicht besonders erfreut seln werden. Es bedarf indessen wohl keines Hin- wies, daß die Stellung der Landstände gegenüber der vorliegenden Frage eine ganz 1 7 ist, als diejenige jener selbstbethelligten Steuerpflichtigen. Für die Landstaͤnde 1 1 melt es sich lediglich darum, zu untersuchen, ob die Besteuerung des Welnver— uchs der Gerechtigkeit entspricht und ob ihr Fortbestehen durch dle finanzlellen wältnisse des Landes gerechtfertigt, oder gar geboten erscheint. Werden dlese Ja en besaht, dann ergibt sich unseres Erachtens von selbst, daß die seltherige Be agung der Prlpatkonsumenten aufhören muß, sofern deren Heranziehung ohne beige Nachthelle für den allgemeinen Verkehr, namentlich ohne besondere Belästt a des Pflichtigen erfolgen kann. Jene Fragen sind aber nach Ansicht der Ausschußmehrheit entschleden zu be— e Daß der Wein als ein zur Besteuerung mindestens eben so sehr wie Bler Branntweln geeignetes Objekt anzusehen, ist wohl nicht zu bestreiten. Ern ge 1 ö hört zu denjenigen Gegenständen, in deren Verbrauch der Einzelne sich ohne irgend welchen Nachtheil für Leben oder Gesundheit Beschränkung aufzuerlegen vermag und unterscheidet sich dadurch vorthellhaft von gar manchen mit Verbrauckssteuern be— legten, unbedingt nothwendigen Lebensbedürfnissen. Auch ohne den Weingenuß als einen Luxus hinzustellen, wird man deßhalb eine auf denselben gelegte Verbrauchs— steuer als prinzipiell gerechtfertigt anerkennen müssen Dem widerspricht auch nicht der Umstand, daß, wie s überall, auch im Groß⸗ herzogthum Hessen der Weinverbrauch und damit die Steuerleistung in den einzelnen Landestheilen sehr verschteden ist. Daß der Wein vorzugsweise in weinbautreiben— den Gegenden konsumirt wird, liegt in der Natur der Verhältnisse, ist in der gegen⸗ wärtigen Vorlage durch die dem Weinproduzenten gewährte Befreiung angemessen berücksichtigt und bestätigt überdies nur die ohnehin notortische Thalsache, daß in solchen Landestheilen die Lebens hallung des Volkes eine bessere ist, als in anderen, belspielsweise als in solchen, in denen der, gleichfalls besteuerte Branntwein— konsum überwiegt. Was aber dle finanzielle Seite der Sache betrifft, so mag es genügen, auf die Thatsache hinzuweisen, daß nahezu die Hälfte aller unserer Staatsausgaben auf dem Wege der direkten Besteuerung aufgebracht werden muß und daß es schon aus Rücksicht auf die stark angespannte Leistungsfähigkeit unserer Steuerzahler geboten erscheint, auf eine an sich berechtigte indirekte Steuer nicht ohne die allertviftigsten Gründe zu verzichten. Ist auch der Ertrag der Weinsteuer seit der Aufhebung der früheren Besteue— rungsart sehr erheblich, um mehr als die Hälfte, gesunken, so bildet er doch auch jetzt noch mit rund 300,000 M. einen nicht unwesenktlichen Posten in den ordentlichen Einnahmen unseres Staatsbudgets und wir würden es für durchaus ungerechtfertigt erachten, diese Summe, für welche doch irgend welche anderweltige Deckung gefun den werden muͤßte, aus unserm Budget, etwa zu Lasten der Einnahmen aus direkten Steuern, verschwinden zu lassen. Wie bereits oben bemerkt, kann bei dieser Anschauung die Mehrheit des Ausschusses nicht zweifelhaft sein, daß der Grundgedanke der nunmehrigen Gesetzes. vorlage, die seither prinzipiell nicht zu vertheidigende Befreiung des Weinverbrauchs der Privaten zu beseittgen, ein richtiger ist. Indem dleselbe somit das Eingeben auf diese Vorlage empfiehlt, verhehlt sie sich nicht, daß letztere durchaus nicht den Anspruch erheben kann, den Gegenstand in ausreichender oder erschoͤpfender Welse zu regeln, ja, daß sie streng genommen sich nur als ein Versuch darstellt, die bestebende Ungleichheit in ihrer schroffsten Erscheinung zu beseittgen. Daß dem so, ist indessen lediglich die Folge des seiner Zelt von den Ständen selbst in der vorliegenden Frage eingenommenen Standpunktes“, wonach die Wleder einfuͤhrung einer ausgiebigen und das nichtige Ergebniß sichernden Kontrolle im voraus zurückgewiesen wurde. Ohne eine solche aber wird eine jede indtrekte Steuer, namentlich aber eine Verbrauchssteuer, stets in ihrer Veranlagung wie in ihrem Er— trage mangelhaft sein und es sind deßhalb alle von diesem Gesichtspunkte aus gegen dle Vorlage geltend gemachten Einwände von vornherein zugegeben. Hlerzu rechnen wir nicht nur die ganz bestimmt in Aussicht stebende Thatsache, daß die Steuer lange nicht das Ergebniß liefern wird, welche sie bel elner schärferen Kontrolle liefern würde, sodann mehr noch den prinziptell gewichtigen Einwand, daß eben, um nicht zu schärferen Kontrollmaßregeln greifen zu müssen, eln einziger Steuersatz ohne jede Abstufung nach dem Werthe des besteuerten Objektes eingeführt wird. —' ——— — Es ist aber andrerseits nicht zu verkennen, daß, wo es sich wle bier in erster Linie um die Beseitigung einer bestehenden Ungerechtigkeit handelt, eine solche Beseitigung, wenn auch in mangelhafter Form, immer noch besser ist, als die Fortdauer des be⸗ stehenden Zustandes, und es ist überdies auch der praktische Gesichtspunkt nicht außeracht zu lassen, daß die bei den füheren Verhandlungen allseitig zu Tag ge⸗ tretene Mißstimmung gegen schärfere Kontrollmaßregeln die Annahme einer auf solchen beruhenden Vorlage als gänzlich aussichtslos erscheinen läßt. Jedenfalls baben dlekenigen, welche schon die in dem Gesetzentwurf bestimmte volschriften enthalte. viren wird. e Aus diesen Gründen empfiehlt die Mehrheit des Ausschusses: auf die Berathung des vorliegenden Gesetzentwurfes einzugehen, indem sie bei den einzelnen Artikeln desselben ihre Abänderungsvorschläge vorbringen und motl⸗ Deutsches Reich. 3 Friedberg. Bekanntlich wurden die Kriegs— gerüchte während der Wahlen seitens der den Nationalliberalen feindlichen Parteien lediglich als Wahlmanöver hingestellt. Wie sehr diese Kriegsgerüchte jedoch begründet waren zeigt fol⸗ gende Notiz: Einen ungefähren Begriff davon, wie bedeutend die in den Rahmen der„mili— tärischen Vorsichtsmaßregeln“ fallenden Trans⸗ porte waren, welche in der ersten Hälfte des Monats März auf der Kaiser-Ferdinands Nord⸗ bahn nach Galizien befördert wurden, gibt die Nachricht, daß die Fracht-Einnahme der genannten Eisenbahn in diesem Zeitraume ein Mehr von 130,000 fl. gegen das Vorjahr aufwies, als dessen Veranlassung in den amtlichen Einnahme⸗ Nachweisen lediglich jene Transporte für Rech— nung des Staates angegeben werden. Darmstadt. Die erste Kammer wird vor— aussichtlich am 26. d. Mts. zu zwei Plenar— sitzungen zusammentreten. — 19. April. Die Kammer setzt heute die Bera⸗ thungen über das Feldbereinigungsgesetz fort. Zunächst gibt der Abg. Haas mündlichen Bericht über den in der letzten Sitzung zurückverwiesenen Art. 5 des Gesetzes (Abstimmungsmodus). Der Artikel wird in der Fassung der Ausschußanträge angenommen; ebenso der Antrag des Abg. Schröder, wonach mit Rücksicht auf die Be⸗ stimmungen des in Rheinhessen geltenden französischen Rechtes, die Ehefrauen bezügl. ihres eigenen Grundver⸗ mögens durch ihre Ehemänner nicht vertreten werden können. Art. 7a wird mit einem Zusatzantrag der Abgg. Hechler und Möhn genehmigt, desgleichen Art. 8(wo nach das Ministertum als höchstinstanzliche Behörde be— stimmt wird, wobet die seiner Entschließung vorbehaltenen Fälle präcisirt sind) nach den Ausschußanträgen. Art. 9 der Regierungsvorlage wird abgelehnt, dagegen die vom Ausschuß vorgeschlagene Fassung einstimmig angenommen. Danach wird die Landescommission zur obern Leitung bestimmt. Diese besteht 1) aus einem Vorsitzenden, 2) aus drei ständigen Mitgliedern, 3) aus drei nicht stän⸗ digen Mitgliedern. Der Vorsitzende und die drei stén— digen Mitglieder werden von großh. Regierung ernannt; von den drei nicht ständigen Mitgliedern wählt der Pro— vinzialausschuß einer jeden Provinz auf die Dauer von sechs Jahren je ein Mitglied und einen Stellvertreter. Der Landes Commission wird das erforderliche technische Calculator- und Bureaupersonal beigegeben. Laut Art. 9a werden die Functionen der Commission näher bestimmt. Die Regierung hatte ins besondere die Ernennung der Consolidirungsgeometer durch die Regierung, statt durch die Commission selbst, beanstandet. Art. 10, der die ersten Aufgaben der Commission nach der Berufung der— selben betrifft, wird nach den Ausschußanträgen ange— nommen, wodurch Art. 11 überflüssig wird. Art. 12 bis 23 werden ohne wesentliche Aenderung, Art. 24(Ent⸗ schädigungsfrage; nach Ablehnung der Anträge Metz— Darmstadt, Ellenberger und Jost, welche das Jagdrecht und dessen Verpachtung geregelt wissen wollen, angenommen. — Zurückgenommen wurde auf Nachsuchen die Ernennung der Fußgendarmen Herrmann zu Gernsheim zum Amtsgerichtsdiener in Herbstein, ernannt wurde der Fußgendarm Weyrich zu Lampertheim zum Amtsgerichtsdiener in Herbstein. Mainz, 19. April. Heute Morgen wurde eine große Anzahl von Sozialdemokraten ver⸗— haftet. Die Verhafteten sind bis zur Verneh— mung unter starker Bedeckung im Schwurge— richtssaal untergebracht. 5 Berlin. Die Ausschüsse des Bundes raths sind in Berathung über die Branntweinsteuer— Vorlage, welche als„ganz geheim“ ihnen zuge— gangen, eingetreten. Es ist die Ansicht ver⸗ breitet, daß parallel mit dieser Berathung wieder Verhaudlungen zwischen den Führern der na— tionalen Parteien stattfinden werden, so daß die Vorlage womöglich aus der Berathung des Bun⸗ desraths in einer Gestalt hervorgeht, welcher die Annahme im Reichstag im Voraus gewiß ist. Unterrichtete Kreise nehmen an, daß schon im jetzigen Entwurf mindestens in einigen wich— tigen Punkten auf die Wünsche aus der Mitte des Reichstages Rücksicht genommen ist. Frag⸗ lich scheint jedenfalls noch die Stellung der süd⸗ deutschen Regierungen, namentlich Baierns, wo ja die Verhältuisse wesentlich anders als insbe- sondere im Osten Preußens liegen. — 19. April. Reichstag. Zur Berathung der Vor— lage über die Verhängung des kleinen Belagerungszu— standes über Stettin und Offenbach ergreift zuerst der Abgeordnete Sabor das Wort. Er hält die Maßregeln für nicht gerechtfertigt. Der Stettiner Tumult set die Folge des provokatorischen Auftretens der Polizei. Ueber Offenbach sei lediglich wegen Frankfurts der Belagerungs— zustand verhängt worden. Der Reichstag erledigte als— dann den Rechenschaftsbericht über die Verhängung des kleinen Belagerungszustandes über die Städte Stettin und Offenbach und lehnte den Antrag des Abgeordneten Singer wegen nochmaliger Vorlegung der in der vorigen Reichstagssession nicht berathenen Darlegungen über die auf Grund des Socialistengesetzes getroffenen Maßregeln gegen die Stimmen der Soelaldemokraten, der Deutsch Freisinnigen und einizer Centrums mitglieder ab. Staats— sekretär v. Bötticher erkannte keine Verpflichtung zur noch maligen Vorlegung an und erklärte sich prinelpiell gegen den Antrag, welcher nur bezwecke, eine Gelegenheit zu soeialdemokratischer Propaganda zu geben. Ausland. Belgien. Brüssel.„Etoile“ meldet, die Anwesenheit der Königin von Sachsen in Brüssel bezwecke ein Heirathsproject des belgischen Kron— prinzen Balduin mit der Prinzessin Marie, Tochter des Prinzen Georg von Sachsen. Spanien. Madrid, 17. April. In der Pro— vinz Catalonien ist es jüngst zu erheblichen Streitig— keiten zwischen katholischen, resp karlistischen Parteigängern und republikanischen Arbeitern ge— kommen, welche seitens der Karlisten provocirt wurden. Zur Unterdrückung der Unruhen mußte Militär requirirt werden.— Heute wurde eine mit Explosivstoff gefüllte Patrone mit brennen— der Zuͤndschnur im Ministerium der öffentlichen Bauten aufgefunden. Ein Beamter schnitt die Zündschnur ab und verhinderte so eine Explosion. Großbritannien. London, 18. April. Die irische Strafrechtsnovelle wurde ohne beson— dere Abstimmung in zweiter Lesung angenommen, Aus Stadt und Land. tr. Friedberg. Vergangenen Samstag den 16. d. M. fand Abends 8 Uhr die zweite ordentliche General-Ver— sammlung der hiesigen Ortskrankenkasse im Rathhaus— saale statt. Zuerst wurde zur Abhörung der Rechnung des Geschäftsjahres 1886 geschritten, welcher wir Nach— stehendes entnehmen: Im Januar des vorigen Jahres hatte unsere Kasse 325 männliche und 60 weibliche Mitglieder. Im Laufe des Jahres traten ein 508 männliche und 20 wetb— liche Personen, ausschieden 483 männliche und 16 welb— liche Personen, so daß wir im Dezember 1886 noch 350 männliche und 64 weibliche Mitglieder hatten; hiervon wohnten etwa 20 in Nieder- und Ober-Mörlen, sowie Bad⸗ Nauheim. Vereinnahmt wurden: an Beiträgen 3715 M. 46 Pf., an Rückständen 145 M. 51 Pf., an Eintrittsgeldern 73 M., an Zinsen 15 M. 76 Pf., an sonstigen Einnahmen 27 M. 35 Pf., zusammen 8977 M. 8 Pf.; der Kassenbestand am 31 Dezember war 308 M. 71 Pf., Effeeten(bestehend aus 2 Turnvereins-Actien à fl. 5.) waren vorhanden im Betrage von 17 M. 14 Pf., von dem Vorschuß und Credit-Verein hier entnahmen wir aus unserem Guthaben 1021 M. 30 Pf., Gut hatten wir Ende des Jahres daselbst 1180 M., was zusammen die Summe von 6504 M. 23 Pf. ausmacht. Veraus⸗ gabt wurden: für Krankengelder 1323 M. 59 Pf., für Sterbegelder 30 M., für Arzthonorare 817 M. 60 Pf., für Apothekerrechnung 641 M. 29 Pf., für Heilmittel 27 M. 80 Pf., für Zahlung an das Hospital 325 M. 60 Pf., für Gehalte 483 M. 31 Pf., für Drucksachen 9 M. 41 Pf., für sonstige Unkosten(Porti ꝛc.) 8 M. 1 Pf., für zurückbezahlte von dem Erheber zu viel be— zahlte Gelder 4 M. 50 Pf., an den Vorschuß- und Credit⸗Verein wurden abgeführt 1510 M., zusammen 5211 M. 14 Pf., wonach am Ende dieses Jahres ein Guthaben von 1293 M. 9 Pf., zusammen 6504 M. 23 Pf. verblieb. Von dieser Summe sind nachstehende Forder— ungen für das letzte Quartal 1886, die erst im Januar dieses Jahres bezahlt wurden, in Abzug zu bringen: Apothekerrechnung 106 M. 86 Pf., Arzthonorare 566 M. 70 Pf., diverse Gehalte 80 M., Hospitalvergütung 229 M. 20 Pf., Druckkosten 11 M. 79 Pf. Zusammen 991 M. 55 Pf., in Folge dessen der Reinüberschuß 298 M. 54 Pf. incl. der resttrenden Beträge von 3 M. 90 Pf. 302 M. 44 Pf. beträgt. Erkrankungen haben wir im Ganzen von 86 männl. 13 weibl. Mitgliedern zu ver—⸗ zeichnen; Unfälle kamen 10 und zwar bei männl. Per⸗ sonen vor; hiervon wurden zusammen 33 Fälle im Hos pitale behandelt. Krankengelder wurden fur 1652 Tage bezahlt. Hiervon entfallen auf männl. Mitglieder 1338 Tage, auf welbl. 314. Die Betriebsunfälle nahmen die Entschädigung für 301 Tag in Anspruch. Nachdem zur Vorstandswahl, die die Wiederwahl fast aller früheren Vorstandsmitglieder ergab. W. Butzbach. Auf dem letzten Delegirtentag„der hessischen Feuerwehren“ in Frankfurt a. M. wurde Butzbach dazu erwählt, in diesem Jahre das„hesstsche Feuerwehrfest“ abzuhalten. Die freiwillige Feuer⸗ wehr nahm die Wahl als Ehrensache an und bestimmte das Fest für den 18. und 19. Juni. Vor 12 Jahren, am 18. und 19. Juli 1875 feierten die hessischen Feuer⸗ wehren in unseren Mauern ebenfalls ihr Fest und sind die schönen Stunden, welche die damals in großer Zahl eingerückten Wehren bei uns verlebt haben, gewiß noch manchem im Gedächtniß. In der seither vergangenen Zeit ist man von Seiten der Feuerwehr bestrebt gewesen, sich immer zu vervollkommnen und das zu erreichen, was eine Feuerwehr sein soll; man hat aber auch gelernt, derartige Feste praktischer und angenehmer zu gestalten. und so wird man diesesmal alles aufbieten, um die Tage des 18. und 19. Juni recht lange unseren Gästen. in angenehmer Erinnerung zu erhalten. Die Feuerwehr⸗ feste bieten zwar keine rauschenden Vergnügungen, das, liegt nicht im Zwecke dieser Feste, vereinigt sich nicht mit dem Ernst der Männer, die freiwillig die Hand dazu bieten, oft mit Gefahr ihres Lebens dem Nächslen in großer Noth zur Wehr beizuspringen, nein diese Feste sollen mehr ein Austausch der Meinungen großer Massen 1 gleichgesinnter Männer sein, die über ihren Beruf sich aussprechen, Neues sehen und lernen wollen und dadurch frischen Eifer und Ausdauer für die Zukunft erhalten, Butzbach freut sich, die hessischen Feuerwehren weder begrüßen zu können und rüstet sich schon jetzt die Fest tage zu Ehren der Gäste zu recht schönen und würdigen zu machen. Mainz, 18. April. In einem Tunnel der Hessischen Ludwigsbahn erfolgte gestern ein Achsenbruch bei einem Güterzug. Der dabei entstandene Schaden ist nur gering, Allerlei. München, 18. April. Justizminister Fäustle it gestern während des Nachtessens vom Schlag getroffen worden und war sofort todt. Madrid, 18. April. Gegen Bazaine wurde heute von einem Franzosen, welcher, wie er sagte, das Vater— land an dem Marschall rächen wollte, ein Attentatsversuch gemacht. Bazaine erhielt einen Dolchstoß am Kopf, doch scheint die Verwundung keine schwere zu sein. Verloosungen. Hessische Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft, 4proc. Priorttäts⸗Obligationen von 1874. Ziehung vom 1. April. Heimzahlung am 1. Juni 1887. Nr. 240 335 764 856 985 1139 1154 1377 1603 1605 1606 1801 1817 1952 2086 2105 2288 2414 2556 2988 3212 3278 3321 3389 3841 3854 3951 4066 4153 4256 4337 4396 4413 4581 4596 4692 4693 4747 4851 4957 4969 5161 6274 6572 6643 6840 6845 6869 6944 7251 7471 7504 7578 8146 8425 8531 8552 8553 8554 8633 8724 8922 8923 9182 9209 9268 9342 9543 9560 10089 10148 10500 10558 10571 10682 10886 11199 11228 11250 11387 11469 11473 11588 11662 11677 11881 11839 12151 12290 12318 12320 12335 12337 12364 12378 12419 12430 12436 12535 12679 13075 13137 13191 13438 13471 13571 13575 13609 13610 13644 13902 13990 14059 14146 14295 14371 14420 14480 14580 14599 14672 14764 14779 14789 14883 14915 15185 15193 15293 15459 15479 15704 15784 15915 15917 15930 15953 15955 16207 16277 16322 16399 16487 16816 16817 16970 17093 17131 17467 17708 17756 18005 18020 18025 18101 18494 18643 18644 18850 18876 18969 à 600 M. Freiburger 10 Frs.⸗Loose von 1879. Ge⸗ winn⸗Zilehung vom 15. März 1887.— Heimzahlung am 15. Juli 1887. S. 56 Nr. 4, S. 1427 Nr. 9, S. 2144 Nr. 10, S. 3770 Nr. 2, S. 3772 Nr. 2, S. 7503 Nr. 13, S. 8100 Nr. 23, S. 9488 Nr. 9 10 114 2000 Frs. S. 731 Nr. 12 21, S. 755 Nr. l, S. 1450 Nr. 24, S. 1692 Nr. 10 12, S. 2833 Nr. 17, S. 3772 Nr. 17, S. 7503 Nr. 4 à 1000 Frs. Auf alle übrigen in den am 15. Februar 1887 gezogenen Serien: Nr. 56 731 755 1427 450 669 692 2074 144 546 833 3511 770 772 4459 603 5022 7503 851 8100 327 9174 488 538 806 10246 enthaltenen und hler nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Ge⸗ winn von 13 Frs. Oesterreschische fl. 250 von 1854. Gewinn; Ziehung vom 1. April 1887.— Heimzahlung am 30. Juni 1887. S. 3123 Nr. 17 fl. 100,000. S. 778 Nr. 28 fl. 10,000. Auf alle übrigen in den am 3. Januar 1887 gezogenen Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Ge⸗ winn von fl. 300. Handel und Verkehr. Friedberg, 19. April. Fruchtpr. Walzen M. 17.75 bis 18.00, Korn M. 13.50— 14.00, Gerste M. 14.00— 14.50, Hafer M. 11.00 11.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd. Friedberg, 20. April. Buktermarkt. Butter kostete — dem Rechner Decharge ertheilt worden war, schritt man per Pfd. M. 0.95 1.00. Eier 1 St. 5 Pf. 9 A Deklarattonspflicht des Privaten und des Verkäufers, beziehungsweise Versenders ö 91 als einen lästigen Eingriff in die Verkehrsfretheit betrachten, kein Recht, Vorwirse 1 gegen die Vorlage daraus herzuleiten, daß dleselbe keine weitergehenden Kontroll ö an 303 Man, 2 88. 2. öcactgew ul. 5 U Dual. be duunkf 100 Strohm deln N. 11 9-38 110606 bt N. — Auusag head, wt ich, 0 ö fe g 0 10 . ö 4 u. 562 Pf., Kalbflelsch 44—50 Pf., Kartoffeln per 100 Nilo f ä . ad * 12 Jun N de 5 1 1 e 9 1 1 f 1 kate Butter ver Pfd. M. 0.90— 0.95, Eier 1 St. 5 Pf., I 2.00, Enten per Stuck M.. 1.70— 2.00, Ochsen⸗ fi sch per Pfd. 62—64 Pf., Kuh und Rindfleisch 54 vil Nr. 0 M. 31.50 32.00, Nr. 1 M. 27.50— 28.50, —. 2 W. 25.00— 26.00, Nr 3 M. 23.00— 24.00, Nr. 4 W d Brodmehl im Verband M. 50.00— 53.00, nord- F. 0% M. 20.00— 21.00, Nr. 1 M. 2 z * ünberg, 16. April. Fruchtpr. Welzen M. 18.00, 1060 im M. 14.20, Gerste M. 13.40, Hafer M. 11.60, ben M. 14.60, Lein M. 24.00, Kartoffeln M. 4.50, Kicken M. 10.00. Gießen, 19. April. Auf dem beutigen Markt se per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.70—0.85, kühner per St. M. 0.90— 1.20, Hahnen per St. M. 1.20 bs 56 Pf., Schweinefleisch 54 60 Pf., Hammelfleisch 1 4.70—5 50, Zwiebeln per Ftr. M. 5.00 6.00. Frankfurt, 18. April. Fruchtber. Htesiges Weizen— I 17.00 18.50, Nr. 5 M. 15.00— 16.00, Milchbrod— dulsches und westfälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 24.00, b 25.00, Roggenmehl(hies.) Nr. 0 M. 22.00— 23.00, 17.25— 18.25, . 2 M. 15.00— 16.00, Weizen ab unserer Umgegend . 18.00 00.00, frei Bahnhof hier M. 18.25—00, rmder nach Qual. M. 17.75- 20.00, Roggen hliesig er . 14.—00.00, russischer je nach Qual. M. 13.25- 13.75, urste, Brauerwaare M. 15.00-17.50, do. zu Mahl— ecken M. 11.50, Hafer, prima M. 12.25— 12.75, ttel M. 11.50- 12.00, Raps M. 23.00—24., Mais 11.50-11.75, Erbsen M. 14—21., Linsen M. 20—88., cken M. 12.50— 00., Spelzkern M. 18— 18.25, Heu Ctr. M. 2.75— 3.25, Stroh M. 2 50— 2.75, Roggen⸗ e M. 4.50, Weizenkleie M. 3.80, Malzkeime M. 3.80, ostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.30, samkuchen M. 5 5.25, Rapskuchen M. 5.75, Reis— bl M. 4.50— 4.75.(Sämmtliche Artikel bei Abnahme 200 Ctr. an). Rüböl im Detail M. 52. Frankfurt, 18. April. Viehmarkt. Angetrieben ren 333 Ochsen, 11 Bullen, 312 Kühe, Stiere und der, 211 Kälber, 114 Hämmel, 16 Schaflämmer, Schweine. Die Preise stellten sich pro 100 Pfd. lachtgewicht: Ochsen 1. Qual M. 60- 62., 2. Qual. 56—58., Bullen 1. Qual. M. 44— 46., 2. Oual. 38 40, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 54 56., 2. Qual. M. 48— 50., Kälber pro 1 Pfd. lachtgewicht je nach Qual. 45— 60 Pf., Hämmel . Denkmal für P. Müller. Holzversteigerung. 11 f Qual. 52 53 Pf., 2. Qual. 50— 52 Pf. Frankfurt, 19. April. Auf dem heutigen Heu- d Strohmarkt kostete der Ctr. Heu M. 2.75— 3.25, Sroh M. 2.50— 2.80, Erbsen M. 14—21., Linsen N 20—38., Sauerkraut M. 8., Eier das Hundert 4.60 6.80, Butter der Ctr. M. 85—90., rr r Ctr. M. 4—6., Blumenkohl das Hundert M. 30—50. Wir qulttiren mit herzlichem Danke folgende weitere ben: aus Sprendlingen bei Langen von den Lehrern . Gebhardt, Keil, Lorey je 50 Pf., Lotz 30 Pf., Acker- mann 1 M., Lauterbach 40 Pf., Frl. Stern 50 Pf., G. A. Wittenberger 30 Pf., H. Wittenberger 50 Pf., aus Darmstadt von Lehrer i. P. Schlapp 5 M., Lehrer Backes 2 M., Redacteur Schmitt 2 M., Lehrer Eidmann 2 M., Lehrer Karl Schäfer 2 M., von Lehrer i. P. Ganzert in Groß Gerau 1 M., Lehrer i. P. Wiederhold in Bad⸗Nauheim 3 M., Oberlehrer Rasch in Lauterbach 4 M., Lehrer Weide in Butzbach 2 M., Lehrer Steeg 4 M., Lehrer Klein in Klein Gerau 3 M. und von den Lehrern des Kreises Groß-Gerau durch Kreisschullnspector Schöffer 14 M. Für das Comite: Wahl, Vorsitzender. Heidt, Rechner. Das Vorkommen von Viehseuchen im Großher⸗ zogthum Hessen während des Monats Januar 1887. Rotzkrankheit: Die in Gießen über ein der Seuche verdächtiges Pferd verhängte Sperre, sowie die über vier der Ansteckung verdächtige Pferde angeordnete poli— zeiliche Beobachtung wurde aufgehoben, weil das der Seuche verdächtig gewesene Pferd als gesund erklärt wurde. Auch das in elner Mühle bei Lauter, im Kreise Gleßen, befindliche wegen Rotzoerdacht unter Sperre ge— stellte Pferd wurde als unverdächtig befunden und die Sperre aufgehoben Milzbrand wurde festgestellt in Bellersheim, im Kreise Gießen, am 10., in Stockheim, im Kreise Bü— dingen, am 11., in Bauernheim, im Kreise Friedberg, am 15., und in Volkartshain, im Kreise Schotten, am 26. Januar bei je einem krepirten Rindviehstücke. Lungenseuche: In Rendel, im Kreise Friedberg, wo wegen größerer Ausbreitung der Seuche der Ort gegen die Ausfuhr von Rindvieh gesperrt wurde, kamen neue Seuchenfälle im Monat Januar nicht vor. Die Orts- sperre dauert fort. Der Bläschenausschlag in Rodheim und Nieder— Mockstadt, im Kreise Friedberg, ist erloschen. Festgestellt wurde die Seuche bei Rindvieh in den Orten des Kreises Alsfeld, Eifa am 20. und Bleidenrod am 21. ferner in Borsdorf, im Kreise Büdingen, am 4. und in Weiten⸗ gesäß, im Kreise Erbach, am 5. Januar. Die Räude gilt noch als vorhanden unter den Schafen in Echzell, im Kreise Büdingen, in Ilbeshausen 14 Dal 52—54 Pf., 2. Qual. 4548 Pf., Schweine und Maar, im Kreise Lauterbach, in Udenhausen, Blei— 15„*„ L..* Pf., 1 denrod und Elpenrod, im Kreise Alsfeld, in Harbach, im Kreise Gießen, in Ilbenstadt und Heldenbergen, im Lungenseuche: In Rendel, im Kreise Friedberg, besteht die Sperre des Orts gegen die Ausfuhr von Rind vieh fort. Neue Seuchenfälle kamen daselbst nicht vor. In Maulbach, im Kreise Alsfeld, wurde am 1. Februar bel einer nothgeschlachteten Kuh die Seuche durch die Obduktion festgestellt. In dem betreffenden Gehöfte be— finden sich noch 10 Stücke Rindvieh, die als der An— steckung verdächtig unter polizelllcher Beobachtung stehen. Der Bläschenausschlag in Borsdorf, im Kreise Büdingen, in Bletdenrod, im Kreise Alsfeld, und in Weitengesäß, im Kreise Erbach, ist erloschen. In Eifa, im Kreise Alsfeld, herrscht die Seuche fort. Festgestellt wurde dleselbe in Alsfeld am 1. und in Kohden, im Kreise Büdingen, am 24. Februar bei Rindpteh. Dle Räude wurde festgestellt bei einem Pferde in Gedern, im Kreise Schotten. Als räudekrank bezw. ver⸗ dächtig gelten die Schafe in Bleidenrod, Elpenrod und Udenhausen, im Kreise Alsfeld, in Harbach, im Kreise Gießen, in Echzell, im Kreise Büdingen, in Ilbeshausen und Maar, im Kreise Lauterbach, in Büdesheim und Burg⸗Gräfenrode, im Kreise Friedberg, und in Brombach und Krumbach, im Kreise Heppenheim. Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg Sabbathfeier vom 23. April 1887. Freitag Abends 6 Uhr 30 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 7 Ur 50 Min.(Neumond). Wochengottesdienst von Sonntag den 24. April an Morgens 6 Uhr, Abends 7 Uhr 45 Min.(Omergebet.) Sonntag den 24. und Montag den 25. April 1887: Neumond Jjar. Buxkin, Kammgarne für Herren- und Knaben⸗ kleider, garantirt reine Wolle, nadelfertig, circa 140 em breit à Mark 2.35 per Meter, versenden in einzelnen Metern, sowie ganzen Stücken portofrei in's Haus Oettinger& Co., Frank- furt a. M., Buxkin⸗Fabrik⸗ Depot.— Direkter Versandt an Private. Muster⸗Collektionen bereit⸗ willigst franco. 1266 In jedem Haus soll ein Mittel bereit sein, Kindern wie Erwachsenen, die von einem Katarrh des Kehl⸗ kopfes oder der Lungen befallen werden, oder schon seit längerer Zeit an quälendem Husten leiden, in leichter Kreise Friedberg, und in Brombach und Krumbach, im Kreise Heppenheim. Während des Monats Februar. Milzbrand wurde festgestellt in den Orten des Kreises Friedberg Nieder-Weisel am 1, Griedel am 19, Ober-Mörlen am 21., und in Laubach, im Kreise Schotten, am 27. Februar bel je einem krepirten Rindvlehstücke; ferner in Blofeld, im Kreise Büdingen, bei einem ge— schlachteten Schwein Weise diese lästigen Zustände buchstäblich„vom Halse zu schaffen“ und die schlimmeren Erkrankungen der Ath— mungsorgane zu verhüten. Wenn überdies das nämliche Mittel gegen Unverdaulichkelt, Stockungen des Stuhl⸗ gangs und andere Magen- und Darmleiden die bewähr— testen Dienste leistet, so darf es als eine doppelt will⸗ kommene Bereicherung der Hausapotheke betrachtet werden. Das vortreffliche Mittel ist in allen Apotheken à 85 Pf. zu erhalten und wird unter dem Namen Sodener Mineral--Pastillen verlangt. 1545 Dienstag den 26. d. Mts., Vormittags 9 Uhr an— gend, werden in hiesigem Gemeindewald versteigert: 224 Raummeter Nadel Knüppel, 30680 Stück Durchforstungs-⸗Wellen(eichen u. buchen), 2240„ Nadel Wellen, e Birken„ 610 9 Buchen 0 * Die Zusammenkunft ist am Eingang des Waldes, 12 Dillingen. Petterwell den 19. April 1887. Großherzogliche Bürgermeisteret Petterwell. 151 Berges. Erklärung. Ich Unterzeichneter erkläre hiermit, daß ich alles, * ich am 3. April d. J. gegen den Wirth H Schleuning n selner Wirthschaft gesagt habe, für unwahr und Lüge numüthig zurücknehme und verspreche sogleich demselben wieder zu beleidigen, Verläumden, noch zuwledersetzen. Weckes heim den 19. April 1887. 5 553 Reinhard Clöß III. Neu angekommen bes ese Oel fässer, un dend, bei 74 Georg Groß. 1— ö 1 Zwetschen-Latwerge, Qualltät, empfiehlt 2 22 ih. Bernbeck. Der landwirthschaftliche Consumverein„Ossenheim“ boo sichtigt 400 Centner Chilisalpeter cakaufen. Reflektanten können Näheres bei dem Vor— sind erfahren. Dssenheim im April 1887. U. Der Vorstand. Line größere Wohnung Stock, bestehend in 6 ineinandergehenden Zimmern ze., Activa. Cassa 3 52,035. 22 Hypotheken Bilanz der Candwirthschaffl. Creditbank in Frankfurtam. Abschluss am 31. December 1886. Mark. . 3,028,290. 53 Hypotheken- Antheilschelne-Effecten. (M. 36,900 Hypotheken Antheilscheine al pari zuzüglich vorgelegten Stempels 37,362. 80 Hyvotzeken⸗Iinen 59,312. 91 Conto⸗Corrent B 391,776. 05 Effecten. 5 125,188. 69 Reservefonds⸗Effecten. 48,560.— Platzwechsel 195,216. 72 Wechsel auf auswärtige Plätze 52,36. 44 Darlehen. 67,826. 39 icens⸗ Zn; 263. 60 Coupons und Sorten 111 7,428. 86 Liegenschaften. 148,373. 67 Mobilten 1,350.— Utensilten 4,600.— 1219,21. 88 Passiva. Mark. Actien- Capital. (2121 Aetien à M. 300) 636,300.— Hypotheken-Antheilscheine. 2,938,600.— Hypotheken Antbeilscheine-Zinsen 53,285. 75 Hypotheken Antheilscheine. Verloost per 1. Juni 1885, 1. Febr. und e Sasee s 15,875. 12 170,832. 40 24,523. 62 52,705. 7 Conto Corrent 4 Tratten. 5 Baardepositen. Baardepositen-Zinsen. 1,795. 16 Sparkasse 186,260. 82 Sparkasse⸗Zinsen 6,813. 03 Annultäten. 33 3,979. Zinsen und Provistonen 62. 70 3,892. 16 48,564. 68 35,270. 75 44,860 17 4219,92. 88 Dividenden pro 1872— 1885 Wee Speeclal⸗Reservefonds Gewinn und Verlust⸗ Saldo Der Coupon Nr. 10 unserer Actien wird von heute an mit M. 12 an unserer Kasse eingelöst. Frankfurt a. M. den 19. April 1887. 1552 8 FTichung: 27. April 1887. Die beliebten 2 der Frankfurter Loose Pferdemarktlotterie, 300 Gewinne im Werthe von 63,000 Mark, darunter 8 elegante Equipagen und 46 Pferde, sind à Drei Mark zu beztehen vom(H. 61480.) Secretariat des landwirthschaftlichen Vereins in Frankfurt a. Nl. 1261 Frische Schellfische in Elspackung Donnerstag und Freltag. beelbe auch getrennt in zwei kleine Logis von je 4 und mmern ze. ist Raiserflraße 306 zu vermlethen. 1559 8 Ph. Dan. stümmich. Die Direction P. p. G. v. Zangen. A. Otterborg. 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Wegen Aufgabe meines Geschäftes e ich meine sämmtlichen nachstehend ene 5 Zum Abels: Das Neulesten Garnirten Damen⸗ und Kinderhüten, Sonnen⸗ und Negenschirmen für Damen und Herren, Kragen, Manschetten, Krausen, Spitzen, Seldene und wollene Handschuhe aller Art, Jäckchen, Röckchen, Halsbinden, Shlips, Chemisetten, Taschen- Halstücher, Chenille- Unterjacken u. Unter— Schuhchen, Schlaber, Hemden für Herren, tücher, Corsetten, tücher, Kopftücher, hosen, Kinderkragen, Damen und Kinder, Unterröcke, Schürzen, Bulgarenhauben, Socken und Strümpfe, Hosenträger, Hemdeinsätze, Barben, Filet- u. Kordeldecken, Schleier, Brautkränze, Kinderkleider, Portemonnaies. 1444 K. Friedrich, Kaiserstraße Nr. 77 neben der Post in Friedberg. D Pugzarbeiten möglichst rasch, geschmackvoll und billigst. 115 W Laden zu vermiethen; Ladeneinrichtung zu verkaufen. 1* 7* 2* Die Versicherungsgesellschaft Thuringia in Erfurt gewährt— außer Feuer- und Transport-Versicherungen— a Kapitalbersicherungen auf den Todesfall mit und ohne Dividende. Dividenden werden schon von der dritten Jahresprämie an gewährt und steigen nach Verhältniß der Versicherungsjahre. Bei An— nahme einer Durchschnitts-Dividende von drei Prozent erhält der Versicherte beisplelsweise für das 10., 20., 30., 40. Versicherungsjahre der Jahresprämie als 390 60 90 120 Prozent Dividende; b. Altersbersorgungen, Aussteuer⸗, Militär dienst⸗ und Renten⸗Versicherungen; 0. Versicherungen gegen Reiseun fälle, sowie gegen Unfälle aller Art. Im Jahre 18858 waren 20,440 Personen mit 237,991,578 Mark versichert Prospekte und Antragsformulare stehen bei Unterzeichnetem unentgeltlich zu Diensten und ist derselbe zur Ertheilung jeder Auskunft gern bereit. 278. 1 Philipp Vogt, Agent der Thuringia. 2 5355 g 8. Grubenholz⸗Versteigerun 5 8 3 1544 Freitag den 22. April d. J., Vormittags 11 Uhr, werden dahier 34 Haufen abgängiges Grubenholz öffentlich versteigert. Gräfliche Bergverwaltung. Für Confirmanden 1514 Carl Damm m, Usagasse. schwarze und farhige Cachenurs, Seiden- Filz ck Skrohhüle, Tuche& Bulk skins Regen ESonnenschirme in großer Auswahl zu bekannten billigen 1447 hei Fritz Schmidt, Kaiserstr. festen Preisen. F Gebrüder Sträuss vis-à-vis der Post. 1382 Confirmanden⸗ und Knaben-Anzüge * empfehlen be in großer Auswahl billigst U J. Fürth's Erben. Herren-& Knaben-Auzüge, Schlaf-Rücke Ueberzieher kauft man immer am besten und billigsten in der Herrenkleiderfabrik von M. Netscher. 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Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag Nachmitlag! 3 Uhr vom Sterbehause aus stakt. 1908 IG. Schulhof. Näheres bei der Exped. d. Anz. 1558 Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernag«“ (Hierzu zwei Beilagen) lle donn Jurde 6. Al Schrift Prot halten Vagne dlligt! fucks k. Vague leben 8g antes v Lelig t ttt Diehl. Mia —— hüte Dame. hirme A llelsch. 1 nen Lb 11 1 1. kurt „ Aube Ntit, 10 fe „1 1 und die Vertreter der Versuchs Beilage. —— Oberhessischer Anzeiger. M47. Erwiderung Die von Wagner und Stutzer erlassenen Abwehren zwingen mich zu folgender Erwiederung. N Wagner und Stutzer bestreiten zunächst beide die Existenz eines Protokolls der Kölner Versammlung der Thomasphosphatmehlfabrikanten, auf welcher jene Beschlüsse gefaßt sind, die für mich Veranlassung zu meiner Veröffentlichung geworden sind; ich muß daher etwas näher auf diese Frage eingehen. Am 26. Februar d. J. schrieb mir die Fertilitas, Actien⸗Gesellschaft für Düngerfabrikation in Hörde: „Wie Ihnen bekannt geworden sein wird, haben sich auf einer am 29. Dezember v. J. zu Köln stattgefun denen Versammlung die Fabrikanten von Phosphatmehl Stationen Darmstadt, Bonn und Bremen dahin geeinigt, daß in Zukunft...“(folgt die Angabe der Garantie von 67 pCt. Feinmehl, die Art der Entschädigung eu s. w., was ja aus meiner Veröffentlichung genügend bekannt ist) und die„Fertilitas“ frug an, wie ich mich zu dieser Vereinbarung stellen würde. Ich erwiederte darauf am 27. Februar, daß sich die Mehrheit der deutschen Ver— suchsstationen auf Vorschlag von Professor Fleischer Bremen geeinigt habe, eine Minimalgarantie von 75 pCt. 1 * — „ e 7 Feinmehl zu fordern, und wenn Wagner und Stutzer einseitige Abmachungen über die Köpfe der übrigen Versuchsstationen getroffen hätten, so sei dies für mich unverbindlich. Ich schrieb nunmehr an Prof. Fleischer, um mich über den Sachverhalt zu orientiren, indem ich keinen Augenblick zweifelte, daß er, welcher Veranlassung zur Einführung der 75procent. Garantie gewesen war, der Sache fern stehen müsse, und erhielt auch unter dem 1. März ein diese Ansicht bestätigendes Schreiben, in welchem er mir mittheilte, daß er der Kölner Versamm— lung überhaupt nicht beigewohnt habe; Wagner und Stutzer seien anwesend gewesen, aber nur berathend, und, so viel er wisse, ständen auch sie den Kölner Be schlüssen ungebunden gegenüber. Dies schrieb ich der Fertilitas am 28. Februar und sorderte dieselbe auf, mir die Beweise für die Behaup tung, daß Wagner und Stutzer den Kölner Beschlüssen beigetreten seien, zu erbringen und erhielt nunmehr ein Schreiben der Fertilitas vom 1. März, in welchem es heißt:„zu ihrer Information senden wir Ihnen das uns über die Kölner Versamm lung zugegangene Protokoll“. Das Schriftstuck, welches dem Briefe der Fertilitas beilag, fing an:„Verhandelt zu Köln, 29. Dez. 1886; an⸗ wesend und vertreten waren folgende Firmen principielle Zustimmung hatten gesande ferner erschienen die Vorsteher der Versuchsstationen zu rde beschlossen wurde u. s. w.“ 1 Unterzeichnet ist das Protokoll H. und E. Albert. Nun möchte ich wissen, ob ein solches Schriftstück einen anderen Charakter trägt als den eines Protokolls? Ich habe es ohne Weiteres dafür ge— halten und die Ueberzeugung daraus gewonnen, daß Wagner und Stutzer die fraglichen Abmachungen ge— billigt hätten; nach dem offiziellen Aussehen des Schrift— stücks konnte ich wahrlich nichts Anderes glauben. Mit Wagner und Stutzer hierüber in Correspondenz zu treten, hatte ich keine Veranlassung, da die Vorsteher der Versuchsstationen Darmstadt und Bonn in Phos phorsäuxefragen längst ihren eigenen Weg gehen und 3. B. Abmachungen über analytische Methoden treffen, Ihne sich um die übrigen Versuchsstationen zu kümmern. Die fertilitas hat das Schriftstuck ebenfalls für ein Protokoll gehalten, wie aus der ausdrücklichen Be Zeichnung derselben als Protokoll hervorgeht. Wenn Von M. Maerker. keine krummen Wege zu wandeln, das Protokoll ist mir zur Information übersendet worden, ohne jede Be— schränkung; ich weiß auch, daß andere Agriculturchemiker, z. B. Professor Adolf Mayer in Wageningen(Holland) Kenntniß davon gehabt haben, daß Professor Fleischer „sich gewundert hat, daß er das Protokoll noch nicht erhalten habe“— kann ich da annehmen, daß Wagner und Stutzer als die zunächst Betheiligten das Protokoll nicht kennen sollen? Wenn dies der Fall war, so hätten sie sich wirklich darum kümmern und bei Zeiten pro— testiren sollen, und wenn sie es nicht gethan haben, so haben sie sich die Folgen selbst zuzuschreiben. Ich bin übrigens der Ansicht, daß die Vor— steher von landw. Versuchsstationen über— haupt nicht auf eine derartige Versammlung, wie sie von den Fabrikanten zu Köln abge halten wurde, gehören, wo man außer über die Feinheitsgarantie, jene famose Entschädigungsart bei Minderlieferung von Feinmehl, über Preissteigerungen der Thomasschlacke und über noch ganz andere Dinge, welche nicht hierher gehören, berathen hat. Wenn die anwesenden Vorsteher der Versuchsstationen auch nicht mitgestimmt haben, so gibt doch ihre Anwesenheit den dort gefaßten Beschlüssen einen gewissen Rückhalt, und daß in Wirklichkeit die Anwesenheit von Wagner und Stutzer in dieser Richtung gewirkt hat, ist nicht zu läugnen. Wenn die anwesenden Vertreter der Ver— suchsstationen gegen die gefaßten Beschlüsse nicht pro— testiren, so kann dies gar zu leicht als Zustimmung auf gefaßt werden. Von einem Protest Wagner's und Stutzer's, oder überhaupt von einer Stellungnahme der— selben zu den gefaßten Beschlüssen ist mir aber nichts bekannt geworden und ich bleibe deshalb bei der Ansicht, daß die Theilnahme von Wagner und Stutzer an den Kölner Berathungen nicht im Interesse der Landwirth— schaft gelegen hat. Wenn Wagner sagt, daß jene Be schlüsse für das Gebiet der Versuchsstation Darmstadt keine nachtheiligen Folgen gehabt hätten, und daß er es bedauere, wenn dies in der Provinz Sachsen der Fall gewesen sei, daß er aber nichts dafür könne, so ist eine solche Auffassung der Aufgabe des Leiters einer Versuchsstation meiner Ansicht nach recht kleinlich. Ich bin fest überzeugt, wenn Wagner und Stutzer energisch gegen die Annahme der Garantie von 67 pCt. Feinmehl, vor allen Dingen aber gegen jene Ent schädigungsart, welche jeder thatsächlichen Unterlage baar ist, protestirt hätten, die Fabrikanten würden sich wohl gehütet haben, derartige Beschlüsse zu fassen. 92 Von einem Protest Wagner's und Stutzer's weiß ich ö ö 1 aber nichts; oder wissen Wagner und Stutzer auch nicht, daß jene Entschädigungsart von Fabrikanten wirklich in Anspruch genommen wird? Wagner und Stutzer bemühen sich, darzulegen, daß mein Zweifel, „ob sie im Interesse der Landwirthschaft gehandelt hätten“, durch Nichts begründet sei und daß sie den Kölner Beschlüssen ungebunden gegenüber ständen; dem gegenüber führe ich an, daß es auch Unterlassungsfehler gibt„qui tacet consentire videtur“. Wagner und Stutzer waren auf der Kölner Versammlung, sie kannten die dort gefaßten Beschlüsse und trotzdem schwiegen sie dazu. So viel über die persönlichen Verhältnisse. Das Sachliche aus Wagner's und Stutzer's Abwehr ist schnell erledigt. Wagner wirft mir vor, ich hätte seine Broschüre nur oberflächlich gelesen und namentlich Versuche übersehen, welche er auf Seite 28 seiner Broschüre mitgetheilt habe. Der betreffende Abschnitt nimmt 5 Seiten der 50 Seiten langen Broschüre ein, ich glaube, so viel wird mir Jeder zutrauen, daß ich auf die„Abmehr“ der Herren Prof. P. Wagner-Darmstadt und Pr. A. Stutzer-Bonn. bis 20 pCt. der wasserlöslichen Phosphorsäure ergab; unmittelbar darauf folgen Wagner's 1886er Versuche, bei denen ein gröberes Mehl, welches aber immerhin noch 52 pCt. feinere Theile enthielt, nur zu 13 pCt. gewirkt hatte. Ich habe behauptet, der größere Theil jener 13proc. Wirksamkeit müsse nothwendiger Weise den vorhandenen 52 pCt. Feinmehl zugeschrieben werden und man könne nach diesen Versuchen nur annehmen, daß die gröberen Bestandtheile eine ganz unerhebliche Wirksamkeit besitzen. Wagner beklagt sich nun, daß ich seine 1885er Versuche nicht berücksichtigt habe. Konnte ich das wirklich? Dann würde man aus Wagner's Versuchen, deren Exactheit von ihm ja stets betont wird, herauslesen müssen, daß die gröberen Bestand— theile besser wirkten als die feineren, denn 1885 hat ein Grobmehl von 0.2—0.4 mm Körnung im Durch⸗ schnitt 18 pCt., 1886 aber ein Gemisch von 52 pCt. Feinmehl von 0.10.2 mm Körnung und 48 pCt. Grobmehl von 0.2—0.4 mm Körnung nur 13 pCt. der Wirksamkeit der wasserlöslichen Phosphorsäure gezeigt. Ich habe natürlich die neuesten Versuche Wagner's benutzen müssen, da ich annahm, daß er seine Methode von Jahr zu Jahr vervollkommnet, und Jedermann wird mir zugeben müssen, daß, wenn ein Düngemittel 52 pCt. Feinmehl enthält und es trotzdem nur eine dreizehnprocentige Wirksamkeit zeigt, die gröberen Be⸗ standtheile desselben hieran nur einen geringen, jeden⸗ falls vorläufig gar nicht zu berechnenden Antheil besitzen können. Wenn Wagner sagt, er habe die Zahl 13 als die niedrigere gewählt, um sicher zu gehen, so ist dies denn doch ein unzulässiges Verfahren, denn aus der Wirksamkeit eines Gemisches von Feinmehl und Grob⸗ mehl kann man nicht schließen, daß Grobmehl allein dieselbe Wirkung äußern wird. Was Wagner's Bemerkung über die Exactheit der Feldversuche anbetrifft, welche, beiläufig bemerkt, gar nicht zur Sache gehörte, da ich meine Zahlen überhaupt nicht zu Rechnungen in meiner Veröffentlichung benutzt habe, so führte ich selbst an,„wenn wir nun das End⸗ resultat unserer Versuche, welche selbstverständlich noch weiter fortgesetzt werden müssen und bei der mangel— haften Genauigkeit der Feldversuche, die erst ein Jahr durchgeführt wurden, nicht als abschließend betrachtet werden können u. s. w.“ Wagner hätte sich also die betreffende Bemerkung sparen können. Im Uebrigen hat weder Wagner noch Stutzer etwas gegen den thatsächlichen Inhalt meiner Ver öffentlichung angeführt; meine Behauptung, daß eine nur 67 pCt. oder gar nur 60 pCt. Feinmehl enthaltende Thomasschlacke ein geringwerthiges Düngemittel ist, daß das Feinmehl einer 67 Procent davon enthaltenden Schlacke weniger wirksam und darum auch weniger werth ist als das Feinmehl einer 80 pCt. Feinmehl enthaltenden Schlacke, und endlich der Nachweis, daß die von den Fabrikanten beschlossene Entschädigungsart ohne jede Berechtigung ist, steht unangefochten da und wird damit stillschweigend anerkannt. Man kann daher den Landwirthen nur den Rath geben, sich auf die von den Fabrikanten gefaßten Beschlüsse durchaus nicht einzulassen. Auf Veranlassung meiner Veröffentlichung hat sich eine sehr ausgedehnte Correspondenz entwickelt; nicht allein, daß Professor Fleischer mir schreibt, er werde demnächst den Nachweis fuhren, daß eine Mahlung mit 75 pCt. Feinmehl, wie sie die Versuchsstationen beanspruchen, technisch durchführbar ist, sondern es haben sich sogar mehrere Fabrikanten gemahlener Thomas— schlacken sofort erboten, eine Garantie bis zu 85 pCt. darin falsche Angaben enthalten sind, so kann ich einen so großen Abschnitt nicht wohl übersehen kann; Feinmehl zu übernehmen. Da es so aussehen würde, nichts dafür. ich habe in meiner Mittheilung den Beweis geliefert, als machte ich durch die Nennung der Namen dieser Ganz beiläufig bemerkt, geht aus obiger Darlegung daß ich Wagner's Broschüre recht genau studirt habe.] Fabrikanten öffentlich Reclame, so muß ich es denselben des Thatbestandes auch hervor, wie Wagner's Behaup- Der betreffende Abschnitt enthält einen Bericht über überlassen, für sich selbst zu sorgen; privatim bin ich tung, ich müsse mir die Mittheilungen unter der Hand Versuche, welche im Jahre 1885 ausgeführt wurden, gern erbötig, die Namen mitzutheilen. Die Angelegen derschafft haben, aus der Luft gegriffen ist; ich pflege bei denen sich eine Wirkung des Grobmehls von 16 heit ist also im richtigen Geleise. N Carl Schenck, Eisenglesserei und Waagenfabrik, Darmstadi. 5— N 3 1117 0 1 1 Tus Ind Zehn fee, 2 0 6 5 6 Brutto Empfünger 1 FF 2 r 8 J J Nette! Vien wangen, ganz in Eisen mit Luunfgeniehts- oder Dezimal construction. Schenck“ Regitrilirapparat zum Aufdrucken des Gewichts auf Billete, D. R. P. 19295. Fuhrwerkswanken mit elsernem Bett oder für Steinfundament und mit Laufgevilehtseonstruetlon. Ist seit kurzer Zeit in vielen Hunderten von Exemplaren ver— breitet und hat sich als zuverlässigste Wiegecontrole bewührt.— Bei Fuhrwerkswaagen Wird das Taragewient selbsttätig unter Aas Rruttogevieht ahgedksuckt. Elserne Dezimalu nagen mlt Wagner's Entlastung. Jorzügliche Sachkuangen, Kanz in 8 ale zuverlässigste Butter waage. 83 ünledelsen, mit derselben Eutlastuns. OCentesimal- und Laufgewietswangen mit neuer einfacher Entlastung.— Milchwaagen.— Tafel wangen, System Reranger, Prospecte gratis und franco. Vertreter für Oberhessen: A. Buch, Hungen. (I. 6250.) * ——— — —— — — —— Bekanntmachung. Der August Kraft in Butzbach hat die seither für den Hauptagenten F. J. Bothof in Mainz betrlebene Unterogenkur mit dem Heutigen niedergelegt Indem wir dies zur öffentlichen Kenntniß bringen, bemerken wir hierzu, daß Ansprüche, welche der Rück⸗ gabe der von August Kraft gestellten Cautlon entgegen⸗ gesetzt werden sollen, innerhalb 6 Monaten, vom Tage der Bekanntmachung an gerechnet, bei uns mit einer Nachweisung anzumelden sind, daß wegen dieser Ansprüche Klage bei Gericht erhoben worden ist. Friedberg, 19. April 1887. 1550 J. V.: Dr. Wallau, Holzversteigerung. Montag den 25. d. Mts. werden in dem Domanial— walddistrikt Burgwald, Schlag III: 1150 Eichen- ꝛc., 9125 Weichholz-Durchforstungswellen, sowie 25 Gebund Pfriemen versteigert. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr am Schlag III. Ober Rosbach den 19. April 1887. Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach. 1546 Strack. Holzversteigerung. Mittwoch den 27. April l. J., von Vormittags 10 Uhr an, werden im Freiherrlich von Ritter'schen Walde bei Hof Haselheck versteigert: Stück Eichen⸗Stämme von je 4 Meter Länge und 14— 16 Centimeter Durchmesser, 2 Stück Eichen Derbstangen, 6 Raummeter Eichen-Scheitholz, 7„ Knüppel, 5 5 2 626 Wellen Birken- und Elchen Reiser, 81 1 Fichten-Reiser, 150 Dörner, 300 Gebund Pfriemen. Die Zusammenkunft ist am Pflanzgärtchen. nn den 16. April 1887. In Auftrag der Freiherrlich von Ritter'schen Gutsver⸗ waltung zu Rüdesheim: Heidt. 1524 —— 0 0 0 J Holzversteigerung. Mittwoch den 27. d. Mts., des Vormittags 10 Uhr, kommt in dem Cleeberger Markwald, Distrikt Herrnwald und Sankhardtsberg, ½ Stunde westlich von Weiper— felden belegen, nachstehendes Holz zur Versteigerung: 157 Raummeter Buchen Knüppel,, 7480 Stück Buchen⸗Wellen, 7 Raummeter Stockholz. Die Zusammenkunft ist bei Nr. Cleeberg den 15. April 1887. Der Bürgermeister 1547 Rein Die Holzversteigerung vom 15. d. Mts. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine konnen vom 22. d. Mts. an bei Großherzoglichem Rentamt Friedberg in Empfang genommen werden. Als erster Fahrtag ist der 25. d. Mts. festgesetzt. Butzbach den 18. April 1887. Großherzogliche Oberförsterel Hoch-Weisel. Weigand. Holzversteigerung. Montag den 25. und Dienstag den 26. April 1887 sollen in dem Stadtwald zu Hungen, in den Distrikten Buchwald, Galgenwald, Steinkaute, Teiche und Herborn, nach verzeichnete Holzsortimente versteigert werden: 4 im Herrnwald. 154 5 Scheit Knüppel Reisig Stöcke Raummeter. Buchen⸗ 660 450 500 380 Eschen—— 149 130 53 Birken⸗— 37 8 11 Nadel⸗— 70 398 61 Aspen— 6— Der Anfang der Versteigerung bihinnt jedesmal Vor— mittags 10 Uhr, am ersten Tag in dem Distrikt Buch⸗ wald, am zweiten Tag an der Staatsstraße nach Nonnen⸗ roth, am Eingang des Distrikts Galgenwald. Hungen am 18. April 1887. Großherzogliche Bürgermelsteret Hungen. 1543 Bender. Geübte Steinschläger er finden auf längere Zeit lohnende hachlag Nidda, 24. März 1887. Großherzogliche Baubehörde für Nebenbahnen. 1215 Stahl. Fahnen. Für Krieger⸗- und Gesangvereine, sowie Schärpen und Abzeichen aller Art liefert geschmackvoll und billig! die Fahnenfabrik von Karl Schulze in Gießen. 1460 Reps- und Leinkuchen 1511 bei Wilh. Bernbeck. 15 N Reconstrulrter Stahl-Wendep flug. Zeugniss. Den von Herrn PH. MATFART H& C0. 2 Frankfurt a. III. bezogenen Wendepflug fand ich seinen Leistungen so zulriedenstellend, dass ieh mir sofort noch 2 Stück bestellte. eine normale Furche, und kann sie desshalb meinen Herren Collegen nur vorzüglichen leichten Gang, legen auf's Beste empfehlen. ANieder-Wöllstadt den 10. April 1887. Diese Wendepflüge haben einen Heinrich Bausch III. Verkauf Focralt geschtich erlaubt. 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