1 Jnιαν,jũgp e 1 — — —. aben anden m Fran. Teiln. kr, Ber- Waustz, 2 1 1 2 wls, — . — —— re auf 8,429,043 1880. Donnerstag den 48. November. M 136. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und bel auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei ur hördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von is haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kreises Friedberg für 1887ô88. Das Großherzoglich Friedberg den 16. November 1886. e Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises mit Ausnahme von Bad-Nauheim, Dorn-Assenheim, Hoch-Weisel, Holzhausen, Ober— Rosbach, Oppershofen, Reichelsheim, Rendel und Södel. Mit Bezug auf unsere Ausschreiben vom 1 bringen wir andurch die Einsendung der rubricirten Voranschläge in Erinnerung. 8. September und 8. October d. J.— Oberhessischer Anzeiger Nr. 611 und 119— Dr. Braden. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Geheimerath Freih. von Preuschen wurde zum Mitglied des Ver— waltungsgerichtshofs ernaunt und der Wahl des bisherigen Bürgermeisters von Darmstadt Ohly zum Bürgermeister auf Lebenszeit die Bestätig— ung ertheilt. — Das Regierungsblatt Nr. 26 enthält: Bekanntmachung, den Bau und Betrieb der Nebenbahnen von Darmstadt nach Eberstadt und von Darmstadt nach Griesheim betreffend. — An die zweite Kammer ist eine Vorlage gelangt, betreffend Bewilligung einer Summe von 8400 M. zur Herstellung der Vorrichtungen für Reinigung und Desinfection der Viehwagen (gemäß den Vorschriften des Bundesraths) und der damit in Verbindung zu bringenden Erbau— ung von Waschküchen auf den Stationen der Oberhessischen Bahnen. Diese Summe soll aus den Ueberschüssen der laufenden Finanzperiode bestritten werden. Berlin, 15. Nov. Der Kaiser ist nach beendeter Jagd in der Letzlinger Haide gestern Abend wohlbehalten wieder in Berlin eingetroffen. Zugleich mit dem Kaiser und dem Kronprinzen langten auch Prinz Wilhelm von Preußen und Prinz Ludwig von Baiern von dort hier wieder ein. Der Kaiser conferirte heute Mittag mit dem Reichskanzler, welcher nach der Besprechung sogleich nach Friedrichsruh abgereist ist. — 15. Nov. Prinz Ludwig von Baiern begleitete gestern Abend nach der Familientafel den Kaiser in die Oper und besichtigte heute mit dem Kronprinzen die Ruhmeshalle, fuhr dann nach Potsdam und kehrte später zum Diner beim Kronprinzen nach Berlin zurück. Der Kron— prinz gedenkt morgen nach Schwerin zu reisen, um den Vermählungsfeierlichkeiten beizuwohnen. — Der Reichshaushaltsetat für 1887/88 balaneirt in Einnahme und Ausgabe mit 750,946,885 M. Die fortdauernden Ausgaben setzen sich folgendermaßen zu— sammen: Reichstag 379,670 M., Reichskanzler und Reschs— kanzlei 141,360 M., Auswärtiges Amt 7,762,530 M., Reichsamt des Innern 8,002,641 M., Verwaltung des Reichsheeres 349,453,526 Mark, Marineverwaltung 38,338,192 M., Reichs justizverwaltung 1,924,058 M., Reichsschatzamt 298,680 M., Reichsschuld 19,919,500 M., Rechnungshof 529,773 M., Allgemeiner Pensionsfonds 24,344,780 M. und Reichsinvalldenfonds 26,846,098 M.; zusammen 631,345,194 M. Die einmaligen Ausgaben betragen: Auswärtiges Amt 421,555 M., Reichs amt des Innern 20,388,273 M., Post⸗ und Telegraphenver— waltung 4,512,270 M., Verwaltung des Reichsheeres 58,667,051 Mark, Marlneverwaltung 931,770 Mark, Reichs justizverwaltung 850,000 Mark, Reichsschatzamt 7,400, 0% M., Reichsschuldenverwaltung 223,400 M., Reichs elsenbahnverwaltung 592,000 M., Fehlbetrag des Reichs haushaltsetats pro 1886/87 17,229,377 Mark; zusammen 119,601,961, Mark. Die Einnahmen sind veranschlagt bet den Zöllen und Verbrauchssteuern auf 392,673,000 Mark, den Reschsstempelabgaben auf 27,886, M., der Post u. Telegraphte auf 29,452,783 M., der Reichsdruckerel auf 1,078,130 M., der Elsenbahnver— waltung auf 16,696,000 Mark, dem Bankwesen auf 2,108,500 M., aus verschledenen Verwaltungseinnahmen Mark, den Reichsinvalldenfonds auf 26,846,098 M., den HZinsen aus belegten Reichsgeldern auf 00,0% M., den außerordentlichen Zuschüssen auf 72,981,791 Mark und den Matrteularbeiträgen auf 172,394,940 M.; zusammen wie oben auf 750,946,885 M. L 16. Nov. Gestern wurden nach dem Fr. J. hier große Massen socialistischer Hetz— schriften confiscirt, ehe dieselben zur Vertheilung gelangten. Die im Freiberger Prozeß verur— theilten Socialisten gedachten am 15. d. Mts. ihre Haft anzutreten und zwar Dietz, Hceintzel und Müller, welche sechs Monate zu verbüßen haben, in Chemnitz, Auer, Bebel, Frohme, Ulrich, Viereck und v. Vollmar, welche neun Monate zu verbüßen haben, in Zwickau. Hamburg, 15. Nov. Zu der heutigen Verhandlung des Socialistenprozesses in Altona fand ein enormer Andrang statt. Neun Ange— klagte waren wegen geheimer Verbindung und Verbreitung verbotener Schriften angeklagt. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest, 16. Nov. Der Heeresausschuß der ungarischen Delegation und der Budgetausschuß der österreichischen De— legation nahmen das Ordinarium des Heeres— budgets an. — Aus Privatäußerungen Kalnoky's geht, wie der„K. Z.“ gemeldet wird, mehr noch als aus der heutigen amtlichen Verhandlung hervor, daß die Lage durchaus friedlich ist, wenn auch die bulgarische Frage noch mehrfache Wandlungen durchzumachen habe. Kalnoky spielte im Privat— gespräch auf eine Conferenz zur Regelung der bulgarischen Frage an, dazu würde aber nicht Oesterreich den ersten Schritt thun. Belgien. Brüssel. Vom Congo kommen schlimme Nachrichten. Die Araber haben die Station Stanley-Fälle überfallen und mußte die— selbe geräumt werden. Der Commandant der Station ertrank auf der' Flucht. Großbritannien. London. Die„Morning Post“ erfährt aus Berlin, es schwebten zwischen den Centralmächten und England wichtige Unter— handlungen, das Auswärtige Amt in Berlin sei Tag und Nacht überaus thätig. Fürst Bismark soll das Vorgehen Kaulbars' als eine Schmach für die Diplomatie bezeichnet haben. Spanien. Madrid. Von hier ist der spanischen Botschaft in Wien die Mittheilung zugegangen, daß alle Meldungen über zu be— fürchtende neuliche Unruhen vor dem Zusammen— tritt der Cortes am 18. d. Mts. als tendenziöse Erfindung zu bezeichnen sind. Italien. Rom. In Italien wollen die Gerüchte über eine bevorstehende Flottenaction Italiens, Oesterreich-Ungarns und Englands nicht verstummen. Die officiöse„Gazzetta di Venezia“ deutet an, der Zweck des Aufenthaltes des Escadre-Commandanten Marquis Orenga in Constantinopel sei, die Pforte zu bestimmen, einer combinirten österreichisch-italienisch-englischen Flottille die Durchfahrt durch die Dardanellen zu gestatten, falls die Ereignisse dies zum Schutze der Unterthanen der drei Mächte erfordern sollten. Serbien. Nisch, 14. Nov. Skupschtina. Der zur Prüfung der Staatsfinanzen eingesetzte Ausschuß beantragte die Annullirung des Tabak— monopol-Vertrages. Der Finanzminister erklärte, er könne von dem Vertrage einseitig nicht zurück— treten. Eine Auflösung desselben sei nur mit Einwilligung der Tabaksgesellschaft und im Wege loyaler Verständigung mit derselben möglich. Die Skupschtina nahm diese Erklärung einstimmig zur Kenntniß und wurde sodann mit einer Thronrede geschlossen, worin der König seine Befriedigung über die Votirung der Finanzreformen, sowie seinen Dank für die legislatorischen Arbeiten auf dem militärischen, ökonomischen und culturellen Gebieten ausspricht. Bulgarien. Sofia, 15. Nov. In den letzten Tagen fanden hier zahlreiche Verhaft— ungen statt, die in einer neueren Kaulbars'schen Verschwörung ihren Grund haben. Rußland. Petersburg, 14. Nov. Gestern fand hier unter Vorsitz des Generals Obrutscheff eine Art Kriegsrath über die künftige militärische Organisation Bulgariens statt. An der Be— rathung nahmen Theil der Chef der General— stabs-Akademie Dragomiroff, die früher in Bul⸗ garien angestellt gewesenen Generale Fürst Kan— takuzen und Sobeleff, General Kourupatkin und andere militärische Größen. Von einer Besetz— ung des Fürstenthums ist vollkommen Abstand genommen, da man als unzweifelhaft annahm, daß sich alles nach den russischen Wünschen, auch ohne jene Maßregel, ordnen wird. Der jetzigen Thätigkeit des Generals Kaulbars wurde mit großer Anerkennung gedacht. — Die„Times“ meldet von hier, die Rede Kalnoky's habe die Wirkung gehabt, daß die Abberufung Kaulbars', die in wenigen Tagen erfolgen sollte, verschoben wurde, damit der An— schein vermieden werde, als gebe Rußland den österreichischen Drohungen nach. Amerika. Chicago, 15. Nov. Die streiken— den Arbeiter beschlossen, dem Befehl Powderly's, des Chefs der„Ritter der Arbeit“, obgleich unter Protest, zu gehorchen, und nahmen die zehn— stündige Arbeitszeit wieder auf. Asien. Rangun. Aus Birma gelangten wieder Nachrichten hierher, welche von mehreren Gefechten melden, die einen zweifelhaften Aus— gang nahmen. Aus Stadt und Land. o. Stammheim. Metzger Musch dahler schlachtete dieser Tage ein fettes Schwein aus dem Stalle des Oeconomen Lehr aus Hlimbach, der es als Ferkel aus der Großh.-Maleret zu Darmstadt s. Z. bezog. Das Schweln hatte eine Länge von 2 Meter einen Umfang von 1½ Meter und wog 605 Pfund, gewiß eine große Seltenheit. Darmstadt, 14. Nov. Bel der gestern abgehaltenen Schnitzeljagd stürzten mit ihren Pferden unser Erbgroß: herzog, Freifrau v. Schenk(Frau des Adjutanten des Prinzen Heinrich) und der Rlttmelster v. Brockhusen. Die beiden Erstgenannten sind mit dem blosen Schrecken und arg beschmutzten Kleidern davon gekommen, Brock— husen brach das Schlüsselbelin. ———— —————-—— e rde eee e Mainz. Die Verhaftungen auf der Ludwigsbahn in Folge der Massendiebstähle nehmen immer großere Dimensionen an; außer 6 verhafteten Bremsern, welche bereits theilweise eingestanden haben, die Dlkebstähle während der Fahrt begangen zu haben, wurde auch ein Zugführer der hessischen Ludwigsbahn in Haft genommen. Allerlei. Frankfurt. Die Verhaftung der Soeialdemokraten hatte auch einen Todesfall zur Folge. Einer derselben, ein Schneider Namens Schäfer, wurde am vorigen Samstag aus der Haft entlassen. Er begab sich nach Hause, doch kaum dort angelangt, meldete sich auch bereits die Polizei, um eine Haussuchung vorzunehmen. Als der Schutzmann bei Schäfer eintrat, soll dieser eben Papiere im Ofen verbrannt haben. Der Schutzmann riß ihm die noch nicht verbrannten Papiere aus den Händen, worauf Schäfer an das Fenster seiner im 4. Stock be— legenen Stube eilte, es aufriß und sich hinausstürzte. Er war sofort todt. Würzburg, 13. Nov. Auf dem hiesigen Unglücks Bahnhöfe hätte gestern beinahe wieder ein Zusammen⸗ stoß stattgefunden. Der Bamberger Eilzug Nr. 45, der um 5 Uhr Abends hier ankommt, fuhr nach Empfang des Signals„Bahn frei“ langsam ein. Auf einmal sah aber der Führer des Eilzugs auf seinem Geleise einen Rangirzug stehen und nur mit Mühe gelang es ihm, seinen Zug eine Wagenlänge vor dem Rangirzug zum Stehen zu bringen. Weimar, 15. Nov. Heute Mitternacht entgleiste zwischen Apolda und Oßmannstedt der Maschinentender des Personenzuges 12, der von Corbetha hier eintreffen sollte, einige Wagen sprangen aus den Schienen, das Zugpersonal und die Passagiere blieben unverletzt. Die Verkehrsstörung war, da an der betreffenden Stelle wegen Bauarbeiten nur ein Geleise in Betrieb ist, erheblich und führte Verspätungen der Nachtschnellzüge und Posten mit sich. Seit 9 Uhr ist die Strecke wieder fahrbar. Halle, 10. Nov. Ein polnischer Arbeiter in Burgörner hatte mit einem Mädchen ein Llebesverhältniß angeknüpft, obgleich er bereits verheirathet ist. Eine gleichsfalls daselbst wohnende Frau, die die Verhältnisse des Mannes kannte, warnte das Mädchen. Aus Rache erschlug der Arbeiter gestern Abend die Frau mit einem Spaten. Berlin. Professor Kiepert, der gegenwärtig auf einer wissenschaftlichen Reise begriffen, hat der„Nat.⸗Ztg.“ zufolge bei dem Unfall, der ihm kürzlich in Kleinasien begegnet ist, keine erheblichen Verletzungen davongetragen. Die Rückkehr des Gelehrten nach Berlin wird daher keine Unterbrechung erleiden und soll noch Ende dieses Monats erfolgen. Luzern. Ein Lawinensturz beim Axenbergtunnel an der Gotthardbahn erfolgte am 12. ds., was eine Ver— spätung des Schnellzugs um 80 Minuten verursachte, Luino, 14. Nov. In Folge Erdrutschungen, ver— anlaßt durch fortwährende heftige Regengüsse, sind die Schnellzüge Luino-Nowara, sowie der Güterverkehr ab Luino nach Oberitalien eingestellt worden. Handel und Verkehr. Friedberg, 16. Nov. Fruchtpr. Waizen M. 16.75, Korn M. 13.25, Gerste M. 13.50, Hafer M. 12— 12.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd. Friedberg, 17. Nov. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.83 0.90, Eier 1 Stück 8 Pf. Friedberg. Auf dem heutigen Schweinemarkte waren aufgetrieben 608 Schweine. Die Preise halten sich noch immer hoch. Nächster Markt am 1. December. Gießen, 16. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.95— 1.05, Eier per St. 7-8 Pf., Käse per St. 4—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.65, Hühner per St. M. 0.80— 1.00, Hahnen per St. M. 0.60 bis 1.10, Enten per Stück M. 1.30— 1.70, Ochsen⸗ fleisch per Pfund 62—64 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 54— 56 Pf., Schweinefleisch 56 60 Pf., Hammelfleisch 50—66 Pf., Kalbfleisch 46—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00 6.00, Zwiebeln per Ctr. M. 4.00 Homburg, 16. Nov. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4.50—5.00, per Gescheid 9— 10 Pf. Eier per Stück 7 und 8 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M 1.00. Frankfurt, 16. Nov. Wochenmarkt. Auf dem heutigen Kartoffelmarkte waren 20 Wagen mit ca. 360 Malter Kar⸗ toffel a M. 5.— 5.50 zugefahren. Auf dem Krautmarkte 12 Wagen. Es kostete der Ctr. Weißkraut M. 5.—6. Butter der Ctr. M. 85-96. Heu 100 Kilo M. 5 bis 6.40, Stroh M. 4.— 5. Eier das Hundert M. 5.50 bis 8., Sauerkraut 50 Kilo M. 8., Blumenkohl 100 St. M. 25.— 40. Frankfurt, 15. Novbr. Fruchtbericht. lesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 31.50 32, Nr. 1M. 22.1255 Nr. 2 M. 2526, Nr. 3 M. 2824, Nr. 41 M. 17 bis 17.50, Nr. 5 M. 15—16, Milchbrod- und Brod⸗ mehl im Verband M. 49—52, norddeutsches und west— fälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 22.75 23.25, Roggen⸗ mehl(hies.) Nr. 0 M. 22.50— 23.50, Nr. 0/1 M. 21 50 bis 22.50, Nr. 1 M. 18—19, Nr. 2 M. 1616.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 16.75—17, frei Bahn⸗ hof hier M. 17.25- 17.40, fremder nach Qual. M. 16.50 bis 19, Roggen hiesiger M. 13.50— 13.75, russischer je nach Qual. M. 13.60- 13.75, Gerste, Brauerwaare M. 15—18, do. zu Mahlzwecken M. 11.50, Hafer, mittel M. 12, prima M. 12.50— 13, Raps M. 22.50 bis 23.25, Mass bunter(mixed) beschädigt M. 10.75—11, geschrotener M. 13, Heu per Ctr. M. 2.50— 2.75, Stroh M. 2— 2.25, Erbsen M. 18, Wicken M. 14.5015, Roggenkleie M. 4.50, Welzenkleie M. 3.80—4(bet Ab- nahme von 200 Ctr. an), Malzkeime M. 4, Moostorf— streu M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.20, Sesamkuchen M. 5.25, Rapskuchen M. 5.75, Chilisalpeter per Febr. 1887 M. 9.50, Rüböl im Detail M. 51. Schiffsbewegung der Postdampfschiffe der Hamburg⸗ Amerikanischen Packetfahrt⸗Actien-Gesellschaft.„Si⸗ lesia“, 21. Okt. von Hamburg nach Westindten, 8. Rov. in St. Thomas angekommen;„Bavaria“, 9. Nov. von St. Thomas nach Hamburg;„Suevia“, 28. Oet, von New Nock, 10. Nov. in Hamburg angekommen;„Taor— mina“, 10. Nov, von Hamburg nach New Pork;„Rugta“, 11. Nov. von New Vork nach Hamburg;„Hungaria“, 11. Nov. von Stettin nach New-Vork;„Polynesia“ ab Hamburg, am 5 Nov. in New Nork angekommen;„Wle— land“, 31. Oet. von Hamburg, 12. Nov. in New Vork angekommen. Literarisches. Im Verlage von E. Roth in Gießen ist ein neuer Kalender für das Jahr 1887 erschienen, der den Titel „Hassta-Kalender“ führt und bet seiner schönen Ausstattung und seinem gediegenen Inhalt geeignet scheint, auch noch andere Kreise, als die, für welche er in erster Linie bestimmt ist, zu interessiren. Er ist nämlich das Organ des unter dem Proteetorat des Großherzogs stehenden Landes-Krieger Verbandes„Hassia.“ Das Kapftel„Unterhaltung und Belehrung“, mit Sorgfalt und Sachkenntuiß zusammengestellt, bietet des Interessanten mancherlei. Bei dem Umfang von 6 Druckbogen und vortrefflicher Ausstattung in Papler, Druck und Illustratlon finden wir den Preis von 50 Pf. sehr mäßig. Wir wünschen dem zeitgemäßen und schönen Unternehmen den besten Erfolg. Daheim Nr. 7 enthält: Und dennoch! Forts.— Die Kunst in ihrer erziehenden Bedeutung für das Leben des Volkes. Schluß. Mit Kögel's Porträt.— Aus meinen Knaben- und Jünglingsjahren. Von Waldvogel— Jesberg.— Eine Hörnerschliktenfahrt im Riesengebirge. Von A. O. Klaußmann. Mit vier Illustr.— Am Fa⸗ milientisch(Miscellen).— Der Anfang vom Ende. Mutter und Sohn. Nach dem Leben von C. Koch.— Umschau in fernen Landen. Am Strande von Mönchs— gut.—„Grüß Gott!“ Gemalt von P. Weingärtner. Anonyme Briefe. Die deutschen Redacteure find im Allgemeinen gegen anonyme Briefe völlig abgehärtet; es ist wohl selten noch ein Mann der Presse zu finden, der nicht mit gleich giltigem Lächeln den neuen anonymen Ankömmling in seine Sammlung anonymer Schriftstücke einfügt, oder ihn ohne jede sonderliche Erregung direet in den Schlund des Molochs unserer Tagesliteratur, den Papierkorb, be fördert. Anders steht es um die Privatpersonen. Da sie selten von anonymen Briefen betroffen werden, so sitzt der Pfeil oft tief und schmerzt oder beunruhigt. Meist wird ja auch eine wunde Stelle getroffen. Alle öffentliche Polemik gegen das in Deutschland und nament lich neuerdings wieder in Friedberg blühende Unwesen der anonymen Briefe, an deren Herstellung übrigens er⸗ fahrungsmäßig die„bessere Hälfte“ der Menschheit einen großen Antheil hat, war nicht im Stande, diesen Unfug auszurotten. Mit Recht wird aber von Zeit zu Zeit wieder dagegen geeifert, denn die anonymen Briefe ge— hören leider zu den alltäglichen Erscheinungen. Auch der berühmte oder berüchtigte„Fall Franke“ ist gewisser— maßen symptomatisch für diese Krankheit der Zeit. Gemeiniglich charakterisirt sich der anonyme Brief als ein in gährend Drachengift getauchter Gallenerguß, in welchem der ehrenwerthe Schreiber, der in seinen hetligsten Gefühlen gekränkte Ritter der Anonymität, seinen Haß gegen gute Sitte und— Orthographie in drastischer Form zum Ausdruck bringt. Leider beginnen die ano— nymen Briefe im gesellschaftlichen Leben eine immer be— deutendere Rolle zu spielen, und da nicht Jedermann in dieser Hinsicht so denkt, wie der durch lange Gewohnheit abgehärtete Redaeteur, so gewinnt dieser Zweig der Corre spondenz eine sehr ernste Bedeutung. Sehr zeitgemäß schreibt ein altes gesinnungstreues Blatt, die schlesische „Neue Gebirgszeitung“: Es hat eben jedes Menschenkind eine sterbliche Stelle, und die Kenntniß dieser Stelle wird dem anonymen Briefsteller zur gefährlichen Waffe, mit der er ohne jede Unkosten— ein Briefbogen und eine Postmarke bilden das erforderliche Hilfsmaterlal— das Glück eines Menschen, den Frieden elner ganzen Familie zerstören kann. Denn auch das Mißtrauen ist eine der wohl überall verbreiteten Eigenschaften des menschlichen Herzens, und dieses Mißtrauen anzufachen, genügt oft ein Wort, eine heimtückische Andeutung, die zugleich diesem Mißtrauen sein verderbenbringendes Ziel weist, es veranlaßt, sich thatsächlich zu äußern, und so eine vielleicht Jahrzehnte lange Freundschaft auf immer trennt. Dabei ist es oft nur pure Lust am Intriguiren, welche solcher Person die Feder führt, einer Person, die später, wenn die böse Saat aufgegangen, von der Größe des durch sie angerichteten Unglücks selbst erschreckt, das Ge— schehene gern ungeschehen machen würde, und sogar auf der— Anklagebank gestehen mußte, daß sie sich die Folgen ihrer Handlungsweise so schrecklich nicht gedacht. In jedem Fall, ob nledere Rachsucht, verletzter Eigendünkel oder lediglich Freude am Bösen, wie sie Shakespeare in seinem Jago verkörpert hat, die Triebfeder, ist der ano⸗ nyme Briefschreiber verächtlicher als ein Straßenräuber, der bei Ausübung seines Gewerbes doch noch Kopf und Kragen riskirt, während jener feige Ehrenräuber seine glftigen Pfeile aus sicherem Versteck eatsendet. Kein Gesetz der Welt wird dem verbrecherischen Treiben völlig steuern, das Uebel mit der Wurzel ausrotten können. Dasselbe wird fortwuchern, so lange lediglich gegenseltiges Mißtrauen die Basts für den gesellschaftlie bildet, so lange nicht edler Sinn und Charaklerstärke in Gemeinschaft mit Aufklärung und Bildung den Empfänger 1 des anonymen Briefes ein richtiges Verhalten dem letzteren gegenüber, nämlich absolute Verachtung desselben lehren und so das unselige„semper aliquid baeret“ außer Kraft gesetzt ist. Der häuslichen Erziehung fällt die Aufgabe zu, der Jugend die erforderliche Dosis von Haß und Verachtung gegen alles anonyme Geschreibsel fest ins Gemüth zu pflanzen. Man mache der Jugend deutlich, daß jeder dieser Ritter von der traurigen Ge— stalt, die unter dem Schild der Anonymität mit ge⸗ schlossenem Visir angreifen, schmähen oder verläumden, einem feigen, ehrlosen Schurken gleich zu achten ist, für dessen elende Skripturen der Mensch von edler Denkungs— art nur eine Verwendung kennt— ins Feuer damit. Mit Beziehung auf das anonyme Geschenk von pier Paar Strümpfen(20. Oet.) für die Arbeiter-Colonle Neu Ulrichstein veröffentlicht Dr. Diegel aus einem Briefe des dortigen Herrn Inspectors Schmidt Folgen— des: Mit vielem Danke nehme ich die gesandten Strümpfe für Colonisten in Empfang. Ich werde die Vertheilung recht gern dem Sinne des Gebers gemäß bewirken; be— merke jedoch, daß ich nach den reichlichen Erfahrungen eine Vertheilung„gratis“ nicht für richtig und ersprleß— lich erachte. Der Mann, welcher die Hülfe der Colonie in Anspruch nimmt, soll nicht das Gefühl„des Almosen— Empfangens“ haben, sondern er soll sich durch seiner Hände Arbeit alles Nöthige verdienen und in diesem Bewußtsein sich nach und nach wieder an Arbeit ge— wöhnen. Diese Lust und Liebe zur Arbeit ist aber bei dem weitaus größten Theile der Ankommenden(ea. 900%) abhanden gekommen. Wuͤrden sie nun hier gratis mit allem Nöthigen versehen, so wäre das den Leuten ohne Zweifel höchst angenehm und sie würden sich sofort wie— der auf die Landstraße begeben um— die Sachen in Branntwein möglichst schnell umzusetzen. Der Rest von ca. 10% der Leute, welche durch Schicksalsschläge that— sächlich hülssbedürftig geworden sind, will aber durchaus keine Gratisgabe, sondern sich durch ihrer Hände Arbeit selber weiter helfen. Selbstredend sind wir für jede Gabe zur Vertheilung an die Bedürftigen dankbar; namentlich wird uns mit alten getragenen Kleidern immer ein großer Dienst erwiesen und dürfte die Zuwendung solcher Sachen an die Kolonie segensreicher sein, als das planlose Ver— schenken derselben an den ersten besten Vaganten. Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Getraut: 7. Oct. Der Lehrer Friedrich Andreas Muhl mit Kath. Wilhelmine Müller, beide von Friedberg. 10.„ Der Kaufmann Jacob Heck von Dauernheim mit Julie Elisabethe Bieler von Friedberg 10.„ Der Bierbrauer Joseph Gros von Ransbach mit Bertha Hoffmann von Friedberg. 10.„ Der Schreiner Johannes Kreuder, Wittwer, von Ober-Ofleiden mit Anna Zimmermann von Rhein-Dürkbeim. 23.„ Der Buchbinder Chrtstian Heinrich Holler mit Marie Christine Lochmann, beide von Friedberg. 23.„ Der Lehrer Konrad Thomas Friedrich Jockel von Lang-Göns mit Elise Emilie Lina Anna Frick von Friedberg. Geboren: 2. Oet. Dem Gerber Michael Kassel 1 Sohn. 5.„ Dem Schreiner Heinrich Kautz 1 Sohn. 6.„ Dem Uhrmacher Herm. Stadelmann 1 Tochter. 6.„ Eine uneheliche Tochter. 7.„ Dem Schuhmacher Christ. Ludw. Kuh! Tochter. 10.„ Dem Bierbrauer Joh. Kasp. Dietrich! Tochter. 10.„ Dem Rechnungspraetikant Karl Adam Nicolaus Faatz Zwillinge. 12.„ Dem Kreis-Bauaufseher-Aspirant Christian Förster 1 Tochter. 12.„ Dem Metzger Benjamin Adler 1 Tochter. 14.„ Dem Rechtsanwalt Ludwig Karl Wilhelm Georg Rudolf Seyd 1 Tochter. 22.„ Dem Landwirth Friedrich Wilhelm Bechstein 1 Tochter. 24.„ Dem Metzger Samuel Neuhof 1 Sohn. 25.„ Dem Stations Assistent Joseph Simon Scholz 1 Sohn. 31.„ Dem Metzger Adolf Engel 1 Sohn. Gestorben: 9. Sept. Der Dienstknecht Heinrich Findling von Baben⸗ hausen, 51 Jahr alt. 11. Oct. Johunn Heinrich Weith, Söhnchen des Kürfers Heinrich Wilhelm Weith, 11 Monate alt. 5 19.„ Johann Karl Weith, Söhnchen des Küfers Heinrich Wilhelm Weith, 11 Monate alt. 22.„ Jean Gondolf, Söhnchen des Handschuh— machers Hch. Philipp Gondolf, 5 Monate alt. 28.„ Der Gerber Heinrich Friedrich Müller, sieben⸗ undachtzig Jahr alt. Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg, Sabbathfeier vom 20. November. Beginn: Freitag Abends 4 Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr 15 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr 5 Min. Wochengottesdlenst von Sonntag den 21. November an Morgens 6 Uhr 45 Min., Nachmittags 4 Uhr. Montag den 22. November: Selichoth. . u Verkehr — per Pfd. 25 Pf., in vorzüglicher Qualität bei 4307 65 methode, garantlren ein stets gleichmäßig vorzüg— 5 ordentliches * n 8 8 0 0 4 0 1 1 7 Pianinos, Flügel u. Tafelklaviere. Vorzüglichste Fabrikate Deutschlands in bedeutender, sorgfältig 5 getroffener Auswahl von über 100 Instrumenten, vom einfachsten bis zum hochfeinsten Concertpiano, nur neueste Systeme in Eisen construction.“ Preise: 450, 480, 500, 530, 560, 600 bis 2500 ½¼ 5jährige Garantie. Franco-Lieferung. Ratenzahlung. 8* N 0 5 Gespielte Pianos stets in grosser Auswahl zu den verschiedensten Preisen von 50 700, volle Garantie dafür, dass die gespielten Instrumente gut hergerichtet ind; die Reparaturen erfolgen in eigener Werkstätte. 5 JT rnantaus U Aucrteadtgche ep Cote rng für Kirche, Schule und Haus zu 120 bis 2000.. 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