J 1 1 Tabel. ache. ahl rte git 1 f Nuten Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15. Pf., lokale Anzeig ördli i die. lo gen und behördliche aus dem Kreise auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei ung Babe 3 loher. fn 0 ilhtn datateur. 7 1 — * 1886. Dienstag den 16. November. M 135. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. 1 Oberhessischer Anzeiger. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Annoncen von Betreffend: Die den Gemeinden zukommenden Forststrafen von der J. Amtlicher Theil. Periode 1886/87. Friedberg den 12. November 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehend theilen wir Ihnen das Verzeichniß der Il i f ö 0 5 1 der Ihren Gemeinden von der J. Periode 1886/87 zukommenden Forststrafen resp. Antheile an Holzwerth und Schadenersatz unter dem Auftrage mit, Einnahmedecretur zu ertheilen ö 1 1 8 M. Pf. M. Pf. Bönstadt— 61 Wölfersheim 22 Klein Karben— 15 Buß bach 154 Södel— 21 Nieder⸗Weisel— 44 ö M. Pf. M. Pf. Nieder Rosbach— 26 Ober-Florstadt 3 16 Heldenbergen— 28 Nieder-Wöllstadt 2 24 Nieder-Florstadt 15 96 Rodheim 189 Bekanntmachung. Betreffend: Die Herbstübungen in 1886, insbesondere Feststellung und Abschätzung der Flurschäden. Die durch Vorabschätzungen der Flurschäden erwachsenen Diäten der Feldgeschworenen sind auf die Corpszahlungsstelle des 11. Armee— corps angewiesen. Friedberg den 13. November 1886. und für ordnungsmäßige Controlirung zu sorgen. Dr. Braden. M. Pf. M. Pf. Holzhausen— 36 Klein⸗Karben 244 Büdes heim 119 Ober.⸗Eschbach* Groß-Karben 4 48 Vilbel 4 49 Großherzogliches Kreisamt Friedberg. ne An die Großherzoglichen Standesbeamten des Bezirks Friedberg. Betreffend: Die Führung der Standes register im Amtsgerichtsbezirke Friedberg. f Nach Vorschrift Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz weisen wir Sie nochmals an, für die alphabetischen Namens— verzeichnisse— sowohl die einjährigen als die zehnjährigen— ausschließlich die von der Bekker'schen Hofbuchdruckerei zu beziehenden For— mulare M. a., b., c. und M. aa., bb., cc. zu benutzen. Friedberg am 12. November 1886. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Herzberger. Weber. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Geh. Oberconsistorial— rath Freih. v. Preuschen wurde auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, in den Ruhe— stand versetzt und demselben der Charakter als „Geheimerath“, der Geh. Justizrath Buchner zu Darmstadt zum Rath bei dem Oberconsistorium ernannt und demselben der Charakter als„Geh. Oberconsistorialrath“ verliehen. Der Oberrech— nungsprobator 1. Kl. Weber wurde zum Ober— rechnungsrevisor ernannt. Berlin, 12. Nov. Der Kaiser nahm Vor— mittags Vorträge entgegen und reiste Nachmit— tags mittelst Extrazugs nach Letzlingen zur Jagd. Prinz Wilhelm, der von seiner Ohrenkrankheit jetzt soweit geheilt ist, daß er zum ersten Male wieder einer Jagd beiwohnen kann, ist gestern Abend mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Ludwig von Bayern nach Letzlingen gefahren. — 13. Nov. Wie aus Mailand gemeldet wird, traf die Kronprinzessin gestern mit ihren Töchtern dort ein, um heute die Reise über Triest fortzusetzen. — Nach einer Privatnachricht aus Sansibar richtete der dortige Sultan ein Schreiben an den Fürsten Bismarck, welches wegen Schmäler— ung seiner Einnahmen durch den Handelsvertrag mit dem Deutschen Reiche um Abaͤnderung des Vertrages bittet. — Der Entwurf eines Gesetzes, betr. die Unfallversicherung der bei Bauten beschäftigten Personen ist soeben dem Bundesrath zugegangen. Der Entwurf bezweckt, diejenigen im Baubetriebe beschaͤftigten Personen, namlich bei Erd-, Wasser⸗, Festungs⸗ und Canalbauten, bei Regiebauten der öffentlichen wie privaten Unternehmung, insbesondere bei Unternehmungen, deren Leit— ungen nur vereinzelt als Bauherren figuriren, und demzufolge nicht unter den Gewerbebetrieb der Bauunternehmer fallen, alle, soweit sie bisher nicht versicherungspflichtig waren, der Versicherung zu unterwerfen. — Gerüchte, daß der deutsche Botschafter in Petersburg, General Schweinitz, zurücktreten und sich ins Privatleben zurückziehen wolle, scheinen nach dem„Fr. J.“ nicht ganz unbe⸗ gründet. 1 Frankfurt, 11. Nov. Ueber eine gestern Abend erfolgte Verhaftung von 25 Socialdemo— kraten in der Prinz'schen Wirthschaft entnehmen wir dem„Fr. J.“ folgende Einzelheiten: Die Besetzung der Wirthschaft in der Albusgasse er— folgte in großer Ruhe durch 22 Schutzleute unter Leitung des Polizeiraths v. Hacke.„Jedermann bleibt sitzen!“ wurde den Versammelten anbe— fohlen. Einer der letzteren suchte schnell ein Packet unter dem Tisch zu verbergen, indem er den Fuß darauf setzte; ein Schutzmann bemerkte jedoch die Manipulation und nahm das Packet an sich, das socialistische Zeitschriften enthielt. Bei Durchsuchung des Hauses fanden sich noch mehr Packete dieser Art, worauf die Verhaftung der anwesenden Socialdemokraten und ihre Ueber— führung nach dem Polizeigefängniß erfolgte. Einige, die sich legitimirten, wurden noch Abends entlassen. Die Albusgasse war für die Dauer der Operation polizeilich abgesperrt. 15. Nov. Die Zahl der verhafteten Socialdemokraten ist inzwischen auf 37 gestiegen. Straßburg, 12. Nov. Der Statthalter Fürst Hohenlohe traf mit Familie gestern Abend nach Stägigem Aufenthalt in Paris wieder hier ein. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest, 11. Nov. Der Ausschuß der ungarischen Delegation für das Aus— wärtige nahm nach unwesentlicher Debatte das Budget des Aeußern an und beschloß in der Sitzung am Samstag von Kalnoky ein zusammenhängendes Bild der politischen Situation zu verlangen. Die Stellung Kalnoky's hat sich nach dem Fr. J. in den letzten Tagen erheblich befestigt; seine Aufgabe in der Delegation wird fortan eine leichtere sein. Gegenüber dem Gerücht, zwischen Tisza und Kalnoky herrsche Spannung, wird auf das bestimmteste versichert, zwischen beiden Staatsmännern bestehe das intimste, von gegen— seitigem Vertrauen getragene Verhältniß. Tisza betonte, er erkläre sich mit der ganzen bisher befolgten Politik Kalnoky's solidarisch, er sei bereit, die Verantwortung ohne Einschränkung zu theilen. — 13. Nov. Im Ausschuß für auswärtige An— gelegenheiten der ungarischen Delegation äußerte sich Kalnoky heute dahin, daß man rein bul— garische und europäische Interessen zu unter— scheiden habe. Die Interessen Oesterreich-Ungarns lägen in Principienfragen und dem allgemeinen Vertragsrechte. Die Hauptsache sei, daß der Berliner Vertrag unversehrt bleibe. Den Mächten und Oesterreich-Ungarn liege die schwere und wichtige Pflicht ob, darüber zu wachen, daß das Grundprincip der autonomen, durch Verträge gewährleisteten Vasallenstellung Bulgariens nicht verletzt werde. Die schwierigste Aufgabe der Regierung sei, ihre Action nicht von einer momen— tanen Erregung beeinflussen zu lassen. Durch das Auftreten des Generals Kaulbars werde nichts erreicht, was auf die definitive Gestaltung Bulgariens von entscheidendem Einflufse wäre. Es sei ihm wohl gelungen, auf Bulgarien den Einfluß Rußlands in der denkbar unangenehmsten Weise fühlbar zu machen, aber auch die europäische Meinung für das bulgarische Volk iu nie ge— kannter Weise sympathisch zu stimmen. Das Interesse Oesterreich-Ungarns sei, daß keine den Verträgen widerstrebende Schädigung Platz greife, und die von Europa gewährleistete Selbstständig— keit unangetastet bleibe. Es sei Aussicht auf eine langwierige und schwere Aufgabe vorhanden, weshalb es gerathen sei, den Gang der Er— eignisse mit Geduld und Vorsicht zu verfolgen. Tisza bezeichnete klar die allgemeinen Endziele der Politik, welche auf Prineipien beruhen, worauf die ganze Ordnung im Oriente aufgebaut sei. Wenn Oesterreich in die Lage käme, zum Schutze der Berliner Verträge einzutreten, so sei ihm die Sympathie und Mitwirkung aller jener Mächte gesichert, welche die europäischen Ver— träge zu schützen gewillt seien. Dänemark. Kopenhagen, 12. Nov. Der Reichstag erledigte die Vorlage betreffs der theil— weisen Convertirung der Staatsschuld. Belgien. Bruüssel. Der König begnadigte 650 verurtheilte Arbeiter, mit Ausnahme von Schmidt und Falleur. Frankreich. Paris, 12. Nov. Der Tod des General-Residenten Frankreichs in Tonkin und Annam, Paul Bert, ist nach dem Fr. J. das Ereigniß des Tages. In der Kammer er— schien der Ministerpräsident, langsam bestieg er die Tribüne, tiefe Stille herrschte im Hause. Der Ministerpraͤsident vermochte kaum zu sprechen. „Ich habe die schmerzliche Pflicht“, sagte er, „anzuzeigen, daß Paul Bert auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Frankreich verliert an ihm eines seiner hingebendsten Kinder.“ Kasimir Perier, welcher der Sitzung präsidirte, sprach hierauf einige Worte des Bedauerns. Dann wurde die Sitzung unter anhaltender Bewegung geschlossen. Großbritannien. London, 13. Nov. Der Generalrath der socialdemokratischen Föde— ration beschloß, am 21. Nov. auf dem Trafal— garsquare eine neue Arbeiter-Kundgebung zu veranstalten. Spanien. Madrid. Die Befürchtungen betreffs neuer Unruhen in Spanien scheinen nicht grundlos zu sein. Der„K. Z.“ wird von hier gemeldet: Die militärischen Maßregeln, die in der vergangenen Nacht getroffen wurden, wirken beängstigend; aus der Provinz laufen beun— ruhigende Nachrichten ein. In Cadix weigerten sich, wie der Correspondent des Fr. I. bestätigt, 700 nach Cuba bestimmte Soldaten sich einzuschiffen. Serbien. Nisch, 13. Nov. Die serbische Skupschtina genehmigte gestern fast einstimmig das Budget in der Generaldebatte und Specialdebatte. Bulgarien. Sofia, 13. Nov. Der König von Dänemark telegraphirte an die bulgarische Regierung, er könne unter den gegenwärtigen Umständen in die Wahl Waldemars nicht ein— willigen. Die Regentschaft demissionirte infolge dieser Antwort. Die Sobranje hat jedoch nur die Entlassung Karawelow's angenommen, der wie früher den Fürsten Alexander, so jetzt Bul— garien verrathen habe, während die Demission Stambulow's und Mutkurow's zurückgewiesen und anstatt Karawelow der bisherige Kammerpräsi— dent Zsivkow zum Regenten ernannt wurde. Rußland. Petersburg, 12. Nov. Die „Polit. Corresp.“ meldet von hier: Das russische Cabinet that bisher bei den Mächten noch keinen Schritt, um denselben die Candidatur des Fürsten Nicolaus von Mingrelien zu notificiren; das— selbe habe jedoch in der Voraussetzung, daß Waldemar die Wahl ablehne, bei dem augen— blicklich im Kaukasus sich aufhaltenden Fürsten von Mingrelien angefragt, ob er zustimme, daß seine Candidatur vorgeschlagen werde, sobald diese Frage auf die Tagesordnung gelange. Asien. Rangun. In der Nacht vom 8. Nov. steckte eine Bande von Freischärlern das Dorf Pagan in Brand, wodurch die Hälfte desselben eingeäschert wurde. Als die Garnison ausrückte, flüchteten die Brandstifter in das Dschungel. Heftiger Regen beeinträchtigt die Thätigkeit der Expedition. General Roberts kam heute hier an. Bombay, 12. November. Hier eingegangene Einzelnheiten über die Unterdrückung des Ghilzai-Aufstandes besagen, daß, als General Gholam Hyder Khan zum Entsatz von Ghuzni vorrückte, er im Shenidahan-Paß von den Re— bellen umzingelt wurde, daß es ihm aber dennoch gelang, dieselben zu zersprengen und am nächsten Tage Ghuzni zu erreichen. Später rückte der General wieder aus, griff die Rebellen an und schlug sie, wobei deren Verluste so groß waren, daß er im Stande war, als Zeichen seines Sieges zehn Wagenladungen mit abgeschnittenen Köpfen nach Kabul zu senden. Amerika. Chicago. Eine Meldung, daß der Streik unter den Fleischverpackern hierselbst sein Ende erreicht habe, ist eine irrthümliche. Die Führer der Streikenden und die„Ritter der Arbeit“ erklären, daß die Lage der Dinge unverändert bleibe. Aus Stadt und Land. T. Friedberg. Der diesmalige Winterkursus hiesiger Acker bauschule wurde am 2. d. Mts., 9 Uhr Vormittags, eröffnet. Außer einem Vertreter des Anstaltskuratortums, sowie der Mehrzahl der Lehrer und Schüler, waren dazu ein Theil der Eltern der letzteren und sonstige Interessenten erschienen. Nach Ansprache Seitens des Kuratoriums—⸗ Delegirten, sowie des Anstalts-Dirigenten wurden die Schüler von den betr. Klassenvorstehern in ihre Klassen ein⸗ geführt, dort mit ihren nächsten Obliegenhelten bekannt gemacht und darauf für den Vormittag entlassen, wo— Lehrmittel der Ackerbauschule besichtigten. Der Unter⸗ richt begann am Nachmittag. Gegenwärtig wird die untere Klasse von 11, die obere von 6 Schülern besucht. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieses Jahr die Gesammt; zahl der Schüler um einen, der Zugang dagegen um drel Schüler stärker Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß in diesem Jahr das Schulgeld wesentlich herabgesetzt und ein bedeutend höherer Stipendtenbetrag bewilligt wurde. Man ist hiernach wohl berechtigt zu sagen:„Die Wetterauer Landwirthe wissen im allgemeinen die Ge— legenheit, welche ihnen durch die hliesige Ackerbauschule geboten wird, ihren Söhnen eine theoretische Fachbildung angedeihen zu lassen, noch immer entfernt nicht genügend zu würdigen und sind nur wenig von der Verpflichtung durchdrungen, ihren im Gutsbesitz nachfolgenden Söhnen nicht nur zu gestatten, sondern dleselben nöthigenfalls sogar zu zwingen, eine Schule zu besuchen, welche sie in den Stand setzt, die wachsenden Schwierigkeiten ihres Berufes mit gesteigerter Leistungsfähigkelt zu bekämpfen.“ Gießen. Das Schwurgericht für das 4. Quartal 1886 wird Montag den 13. Dezember seinen Anfang nehmen. Zum Vorsitzenden desselben ist Landgerichts rath Dr. Gilmer bestellt worden. Lich, 10. Nov. Gestern Abend wurde ein hlesiger, sehr vermögender Bürger, dessen im freien Felde(an der Straße Lich Laubach) lagernder Strohhaufen in voriger Woche wegbrannte, als der Brandstiftung ver— dächtig gefänglich eingezogen. Alsfeld. Die landwirthschaftliche Winterschule da— hier, zu deren Besuch sich 19 Schüler angemeldet hatten, wurde am 2. d. Mts. eröffnet. Gegenwärtig sind fünf Schüler in der oberen und elf in der unteren Klasse. Der Unterricht wird von zwei Fachlehrern und funf Hilfslehrern ertheilt. Allerlei. Hanau. Dieser Tage wurde bei Baggerarbeiten im Main bei Kesselstadt ein aus einer Packung derber Basalthausteine und Latten nebst eingerammten Pfählen, die durch Querbalken verbunden sind, gebildeter Pfeiler angeschnitten, genau gegenüber der Stelle des hessischen Ufers, wo bereits vor 10 Jahren römische Fundamente aufgefunden wurden. Die Construktion des Pfellers, Die Beschaffenheit der Größe der durch und durch tief schwarz gefärbten Eichenpfähle und Balken, vor Allem auch die Form und Größe der gefundenen Pfahlschuhe, stimmen genau mit den an den Römerbrücken bei Mainz und Klein-Krotzenburg überein. Der Alterthumsforscher Dr. Koch hat constatirt, daß man es hier mit den Ueber— resten einer alten Römerbrücke zu thun habe. Halle, 12. Nov. Gestern in später Abendstunde ist der Magdeburg-Schönebecker gemischte Zug entgleist. Mehrere Wagen und das Geleise sind beschädigt und einige Verletzungen vorgekommen, ob schwere, ist noch nicht ermittelt. Die früh von dort kommenden Züge kamen hier deßhalb mit einer Stunde Verspätung an. Pest. Die Epidemie Commission dahier hat die Cholera offietell als erloschen erklärt, gleichwohl müssen die Vorsichtsmaßregeln weiter in Kraft bleiben. Dieselben haben bisher seit 12. September täglich 500 Gulden gekostet und werden nun einigermaßen eingeschränkt wer den. Im Choleraspital befinden sich noch 41 Kranke. Gefährlicher von Tag zu Tag wird die Blatternepidemie; gegenwärtig befinden sich an 300 Blatternkranke in den Spitälern, die Zunahme beträgt täglich 8 bis 10 pCt. Anschläge des Mazistrats fordern die Bevölkerung zu Impfungen und sonstigen Vorsichtsmaßregeln auf. Paris, 11. Nobo. Nach amtlichen Berichten sind die Eisenbahnverbindungen zwischen beiden Rhoneufern wieder hergestellt. Mehrere Brücken über die Durance sind von den Fluthen fortgerissen. Weitere Unfälle werden befürchtet. Der Regen fällt in Strömen. In Marseille verwüstete die Meeresfluth das Pradoquartler. Auch in Alx, Tarascon, Valence und Arles ist die Lage eine bedrohliche. Zwischen Genua und Nizza ist die Elsenbahn unterbrochen. Der Arbeitsminister Millaud hat sich nach den nothleidenden Departements begeben. Marseille, 12. Nov. Ein Personenzug zwischen Peypin und Sisteron wurde heute Vormittag durch einen 300,000 Kubikmeter umfassenden Bergrutsch des Berges Montgerves verschüttet. Vier Personen sind todt, zahl— reiche verwundet. Madrid, 13. Nov. Ein heftiger Wirbelsturm hat schwere Unglücksfälle in Cartagena verursacht. Mehrere Personen sind verletzt, die Schiffe im Hafen haben viel gelitten, mehrere sind untergegangen, der Leuchtthurm ist fast zerstört. Lissabon, 12. Nov. In der Provinz Beira Alta wurden gestern mehrere Erdstöße verspürt. London, 12. Nov. In den oberen Thälern von Vorkshire wurde am Mittwoch durch unaufhörlichen heftigen Regen arges Unheil angerichtet. Die Fluͤsse traten aus ihren Ufern und überschwemmten die benach barten Ländereien. Zwei Farmer, die unweit Lougton den Fluß Swale zu überschreiten versuchten, wurden von ihren Pferden gespült und ertranken. Ihre Leichen wurden später zugleich mit einer Anzahl todter Schafe aufgefischt. In Swaledale fanden fünf Männer und vier Kinder ihren Tod im Wasser, indem das Fährboot kenterte, in welchem sie über den Fluß setzen wollten. Rom, 11. Nov. Der Po und dessen Zuflüsse, so— wie die Etsch steigen. Einer Meldung aus Genua zu— folge stürze die Brücke bei Albenge ein, wodurch ein Last— zug in's Wasser stürzte; fünf Personen wurden getödtet. In Folge des Austretens des Bormideflusses ist die Gegend zwischen Marengo und Alessandria überschwemmt. gegen die Gäste unter Führung mehrerer Lehrer noch die St. Petersburg. Wie der hiesige Correspondent der„Kr. Ztg.“ berichtet, hat die Zarin ein Collier vier— 4 relhiger orientalischer Perlen, das Werth repräsentirt, der Schwester des durch einen Irr⸗ thum des Zaren getödteten Adjutanten, Grafen Reutern, bestimmt. Die Katserin ließ die Dame zu sich laden, und als man ihr den Bericht brachte, daß die Comtesse sofort nach dem Begräbnisse ihres Bruders nach Basel gereist sei, befahl sie, ein Kurler müsse das von ihr be⸗ stimmte Geschenk überbringen, welches sie der Post nicht anvertrauen wolle. In das Schloß des Collters ließ dle Zarin einen Brillantstein fassen, den sie einem Ringe entnommen, der das Brautgeschenk ihres ersten Verlobten, des Großfürsten Thronsolgers Nikolaus gewesen. In einem Briefe, den die Zarin dem Geschenke beifügte, schreibt sie an die Comtesse:„Meine Schmuckkassette hat nichts Kostbareres für mich, als den Ring, den ich Dir geopfert habe.“ Handel und Verkehr. Friedberg, 13. Nov. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90—0.95, Eier 1 Stück 7—8 Pf. Gießen, 13. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.00— 1.05, Eier per St. 7—8 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.55—0.70, Hühner per St. M. 0.85 1.10, Hahnen per St. M. 0.50 bis 1.30, Enten per Stück M. 1.30—1.70, Ochsen⸗ flelsch per Pfund 62-64 Pf., Kuh⸗ und RNindfleisch 54 56 Pf., Schwelnefleisch 56—60 Pf., Hammelfleisch 50-66 Pf., Kalbfleisch 46—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00—5.50, Zwiebeln per Ctr. M. 3.504. Homburg, 13. Nov. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4.50—5.00, per Gescheld 9— 10 Pf. Eier per Stück 7 und 8 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M 1.00. Frankfurt, 13. Nov. Wochenmarkt. Auf dem Kartoffelmarkt waren 25 Wagen zugefahren. Das Malter kostete M. 5.—5.50. Auf dem Kraut-Markt waren 18 Wagen angefahren. Der Centner Weiskraut kostete M. 5.—6., Sauerkraut der Ctr. M. 8.— 10., Eier das Hundert M. 5.50—7., das Stück 7—10 Pf., Butter M. 82.—85.— Heu 100 Kilo 5.— 5.80, Stroh M. 4.60 bis 5.— Der hiesige Gänsemarkt, so schreibt das„Int.“ Bl.“, hat ganz unerwartete Concurrenz bekommen, nicht etwa durch bayerische oder badische, sondern durch pommerische Gänse. Eine ziemlich große Quantität, in sauberen Säcken vernäht, traf gestern ein und fand so⸗ fort Käufer, das Pfd. stellte sich auf 50 Pfennig. Herberge zur Heimath. Bis heute gingen an Gaben weiter ein: Von der Kirche Langenhain 5 M., Major Römheld hier pro Juni, Juli, August, September und Oetober 15 M., Pfarrer Orth in Okarben 2 M., Director Dr. Diegel hier 2 M., Frl. Dieffenbach hier 2 M., von der Kirche Schwalheim 10 M., von dem Kugelhausfonds Butzbach 15 M., von der Kirchenkasse Nieder Rosbach 1 M., von der Pia corpora hier 50 M., von Staatsdame Frau von Massenbach in Stuttgart 5 M., von Frau Staats- minister v. Wächter⸗Lautenbach in Württemberg 10 M., Frau Gräfin Waldersee in Berlin 10 M.; außerdem an Naturalien: Hch. Waltz 1 Topf Fett, Pfarrer Heßler in Nieder-Florstadt ein Korb Küchenkräuter, von der Gemeinde Nieder-Rosbach 1 Sack Kartoffeln. Ferner empfingen wir als Darlehen von Director Dr. Diegel hier 300 M., Frl. Klippstein hier 100 M., Ludwig Weis hier 30 M., Wilhelm Fertsch hier 100 M., Oberlehrer Bitsch hier 100 M., Seminarlehrer Wahl hier 100 M., Mühlen⸗ besitzer Schudt, Görbelheimer-Mühle 100 M., Schul⸗ rath Schmidt hier 100 M., Pfarrer Muller in Nieder⸗ Rosbach 100 M., G. Schwarz hier 300 M., Decan Meyer hier 100 M. Wir sprechen hiermit unsern besten Dank aus und bitten um weitere Gaben und Darlehen. Friedberg den 9. November 1886. Dekan Meyer, Vorsitzender. G. Schwarz, Rechner. Stadtkirchenbau⸗ Verein. Mit herzlichem Danke quittiren wir folgende Gaben: durch Bürgermeister Steinhäußer Sühne 10 M., vom Junggesellenverein 30 M.„am Geburtstage des großen Reformators“, von Dr. Grödel in Bad-Nauheim Bei⸗ trag 2 M., Decan Buchhold in Ossenheim 10 M. Dr. Weiffen bach. Wahl. Brodpreise vom 16. November bis 1. Dezember. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. Nov. bis 1. Dez. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. In Bad-Nauheim kostet das ½ Kilo Kalbfleisch 54 Pf. und Hammelfleisch 40 Pf. 4292 Als Hausfreund sollte der von erster hygiesnischer Seite so warm empfohlene Widtfeldt'sche Magenbehagen in keiner Famflie fehlen. Niederl. u. A. b. W. Bernbeck. Err 9 1 Arbeits-Vergebung. Donnerstag den 18. d. Mts., Nachmittags um 2½ Uhr, soll in der Wirthschaft des H. Rosenbecker IV. zu Steinfurth das Anfahren, Zerschlagen und Eindecken von Unterhaltungssteinen, sowie das Ausbrechen von Pflaster öffentlich in Accord gegeben werden. Friedberg am 13. November 1886. i Zörb, 4288 Bezirks bauaufseher. einen bedeutenden 4 Ane Vel det Blinden K. Jol. 25. kömen do 17 det ation, 0 175 Rechne oben we he lee ein, so wir Anfolt unt Gleichfalls 1 Aunsen, als riedt 8 Oto 428 2 Bel der loosung S! 6, 10, 1. ezogen we barghe J. 1887 an g fälligen Zi 0 klasse zu 11 zu Frankfun Vom J. benannten Alzey 15 Zies Donner ein der Ge des Unter Niede Gr. von Mittwe fangend, Aufgabe d 1 55 gro gare Zah 9210 westen Herren Parth! ofen, sowie 4291 ohn Fri Sac Rüc Hert met! anerkannt. 2 bis 3 N., 5e. „ bel groß n Da — L Se ö leute 8 Tagen anzumelden, wenn sie bei Regulirung des Nach— Glaͤubiger-Aufforderung. Ansprüche an den Nachlaß der Martin Mäller Ehe⸗ in Ockstadt sind der Gerichrsschreiberel binnen lasses Berücksichtigung finden sollen. Friedberg am 11. November 1886. Oroßherzogliches Amtsgericht Friedberg. 428⁰ Suffert.. Actien-Verloosung. Bei der heute stattgehabten Aetien Verloosung der Blinden Anstalt zu Friedberg sind folgende Nummern: 101. 253. 270. 277. 279 und 302 gezogen worden und konnen die Beträge gegen qulttirte Rückgabe der Obli gatlon, der noch übrigen Zinsabschnitte und Talon bei dem Rechner, Herrn Gatzert, hier am 1. Januar 1887 erhoben werden. Sollte eln Betrag bis 1. April 1887 nicht erhoben sein, so wird angenommen, Inhaber schenke die Aktie der Anstalt und wird später keine Zahlung mehr geleistet. Oleichfalls werden Restante aus früheren Jahren, sowohl Zinsen, als Kapital nicht mehr bezahlt. Friedberg den 13. November 1886. Großherzogliche Direktion der Blinden-Anstalt. Bel der am 8. dieses Monats vorgenommenen Ver— loosung Stadt Alzeyer Obligationen sind die Nummern t, 6, 10, 13, 18 und 19 der V. Serie zur Rückzahlung gezogen worden. Den Inhabern dieser Obligationen wird vom 1. Jan 1887 an gegen Aushändigung derselben, sowie der nicht fälligen Zinscoupons der Nennwerth durch die Stadt— kasse zu Alzey oder die Landwirthschaftliche Creditbank zu Frankfurt a. M. ausbezahlt werden. Vom 1. Januar 1887 ab hört der Zinsenlauf der benannten Obligationen auf. Alzey den 10. November 1886. Großherzogliche Bürgermeisteret Alzey. 4275 Liessem. 1 3 Ziegenbock-Versteigerung. Donnerstag den 18. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll ein der Gemeinde gehöriger Ziegenbock auf dem Büreau des Unterzeichneten versteigert werden. Nieder-Mörlen den 11. November 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Mörlen. dremer. Versteigerung von fertigen Kleidern. Mittwoch den 24 d. Mts., Vormittags 9 Uhr an fangend, lassen die Herren A. Spier& Söhne, wegen Aufgabe des Geschäftes, dem Rathhause gegenüber fol gende große Parthie fertiger Kleider und Stoffe gegen baare Zahlung versteigern, als: g 1 Fertige Anzüge, Ueberzieher, Röcke, Hosen, Jagd westen, Knaben⸗Anzüge und Ueberzieher, verschtedene Herren- und Damen Regenmäntel, sowie eine große Parthle Stoffe; zwei große Nähmaschen, ein Bügel ofen, ein Zuschneidetisch, ein Arbeitstisch, Buͤgeleisen, sowie noch verschiedene Gegenstände. In Auftrag: Jos. Butzbach,, 4294 Aukttonator. J 2 versendet Anweisung zur Unentgeltlich radikalen Heilung der Trunksuecht, auch ohne Vorwissen und obne Berufsstörung, die privat Anstalt für Alkoholismus, Stein, Säckingen(Baden). Briefen sind 20 Pfennig Rückporto beizufügen. Die nach Vorschrift des Herrn Professor Dr. L. zu vollziehende Heil— methode ist gegen andere als Fe e anerkannt. b 405 2 bis 3 im Bau- und Möbelfach erfahrene Schreinergesellen werden unter Zusicherung dauernder W sucht von 2 Groß Karben. 4 Moritz Reitz. 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Kriegck, 8 heute Morgen 2 Uhr durch einen sanften Tod von 2 ihren langen, schweren Leiden erlöst, was wir tief K betrübt allen Verwandten und Bekannten hierdurch mitthetlen. Wisselsheim am 15. November 1886. Namens der Familie Huber und Krlegck: Der trauernde Gatte Heinrich Huber. f Die Beerdigung findet Mittwoch den 17. Nov., Nachmittags halb 2 Uhr statt. 4298 empfiehlt 4296 Wilh. Hanslein. ——————— Da unsere Geschäftslocalitäten anderweitig 1. und solche geräumt sein müß 18 so verkaufen wir sämmtliche auf Lager habenden N Total- Ausverkauf. Nicht mit singirten Ausverkäufen und großen Schwindel⸗Neclamen zu vergleichen. bis zum 31. Dezember dieses Jahres Tuche, Buckskins, Kammgarne, Paletot⸗ 2 stoffe, fertigen Anzüge, Joppen, Paletots, Hosen, Hosen s und Westen ꝛc. zu jedem annehmbaren Preise. gegenüber dem Rathhaus. K Söhne, Lauge e 22 U — A. 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Mts., Nachmittags 2 Uhr, findet die diesjährige statutenmäßige Generalversammlung auf dem Rathhause zu Assenheim statt, wozu sämmt⸗ liche Kassenmitglieder und Arbeitgeber eingeladen werden. Tages- Ordnung: 1. Wahl des Ausschusses für die Prüfung der Rech— nung des laufenden Jahres. 2. Bericht des Kassenarztes über die Kranken- und Gesundheitsverhältnisse des Bezirks. 3. N über verschiedene Kassenangelegenheiten. 3 enheim den 13. November 1886. Der Vorstan d. Wegen Auftabe der Artikel verkaufe zu Fabrikpreisen Naäputzen, Ropf-Shawls, Pelerines, mollene Halskücher, Damenwesten, Socken und Strümpfe. 00 K. Friedrich, Kaiserstraße 77, neben der Post in Friedberg. as Diebe —vorstehende Wie d empfehle ich mich dem tit. Publikum auf's Angelegentlichste. Aufnahmen bei jeder Witterung. NB. Momentaufnahmen für Kinder Erfolg garantlrt. H. Schrader, Photograph, 4269 Friedberg, Kalserstraße 58. 58. Müffe und Baretts, Kragen und Besatz, Kinder⸗Garnituren. 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