1885. Dienstag den 24. fehruar. M24. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. f berni 0 Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Zisferf Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresgonto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. atz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. 2* 7 Iahelt, Offenbach zu vertreiben. Amtlicher Theil. Auszug Der Vorstand des Frankfurter landwirthschaftlichen Vereins wird aus Anlaß der im April und O abzuhaltenden Pferdemärkte Verloosungen von Luzus- und Arbeitspferden, Equtpagen, Fahr- und Reit-RNequtsiten zc. veranstalten, bei welchen je 40,000 Losse à 3 M. und Gewinnste im Gesammtwerthe von je 84,000 M. verloost werden sollen. Innern und der Justiz hat dem gedachten Vorstand auf sein Nachsuchen gestattet, die fraglichen Loose im Kreise Friedberg und im Kreise ctober l. J. zu Frankfurt a. M. Großherzogliches Ministerium des Dini aus der von Großherzoglicher Ober-Rechnungskammer abgeschlossenen Rechnung der Provinzialkasse der Provinz Oberhessen für 1882/83. 3 ö 25 0 — Rubrik Nr. Elnnahme. MW. Pf. Abschluß. M. Pf. 5* Kassenvorrath aus vorhergehenden Jahren“. 3078 40 Gesammtsumme der Einnahme 125246 69 E 5 2. Ausstände f F— N„ Ausgabe 3 92622 58 un) N 9. Beiträge, der Kreise. 99069 90 Verglichen bleibt Nest 37 4 4. Kapitalzinsen. 200 1 5 D 5 1 delterbel N geocesß 1 welcher besteht: M Pf. *— 5. Proceßkesten 1578 39 a. in liquldirten Ausständen 13041 81 A sertmug 6. Beitrag aus der Staatskasse 1 21320 b. in Vorlagen M. 799.17 N Summe der Elnnahme 125246 69 o. in bagtrem Vorrath, 1878.13 * Ausgabe. 4 19582 30 K* d 1 o 1100 Gleiche Summe wie oben 32624 11 ! Lem 1 15. Diäten und Gebühren 10 3132 82 Gleßen am 12. Juli 1884. dalle in In 14 16. Botenlohn und Verkündigungskosten 105 13 Der Rechner der Provinztalkasse von Oberhessen. elt 50 14 17. Für Bureaugegenstände und Geräthschaften 1482 O07 HA k 1 g 0 80 e liche eee 8 7* Revidirt, ohne daß sich für den vorstehenden Abschluß eine Veränderung ergeben hat. 2 25. 9*———. Darmstadt den 4. Febr. 1885. Großh. Ober Rechnungskammer. 1 Summe der Ausgaben 92622 58 Hahn. Henkel. Gteßen am 16. Februar 1885. Frledberg am 21. Februar 18805 Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsert des Konrad Hedderlch von Ausschreiben. zeilbach, In Gemäßheit des Art. 93 bezw. 43 der Kreis- und Provinzialordnung wird der vorstehende Auszug zur offentlichen Kenntniß gebracht. Der Vorsitzende des Provinztalausschusses der Provinz Oberhessen. Ur. Boekmann. Kreis Alsfeld, wird ersucht. Der Großherzogliche Amts anwalt: Wagner. — Veutsched Reich. Darmstadt. Der Gerichtsvollzieher Hohen— stein zu Alsfeld wurde zum Gerichtsvollzieher in Darmstadt, der Gerichtsvollzieher Riegelmann chuhe Hunt zu Grünberg zum Gerichtsvollzieher in Alsfeld 8 5 und der Hülfsgerichtsschreiber Licks zu Mainz — zum Gerichts vollzieher in Bingen ernannt. Habtik vat— Die Finanzausschüsse beider Kammern stabt. 4 haben die Genehmigung der nachträglich von ö 72,000 M. auf 100,000 M. erhöhten Anfor— derung für Unterstützung armer Gemeinden bei Schulbauten in Antrag gebracht. — Das Reglerungsblatt, Bellage Nr. 3, enthält: J. Bekanntmachung, die Ausführuntz des Unfall⸗ versicherungsgesetzes betreffend. 11. Bekanntmachung, die Ergebnisse der Verwaltung 2 ber Brandversicherungskasse von 1882 betreffend. 9 111. Uebersicht der Umlagen der israelitischen Ge— meinden des Kr. Erbach pro 1885. 10 leu be IV. Ordens verlelhungen. tien, 4 V. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen bt. eines fremden Ordens. mam d VI. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Der Gerlchts, 1100 assessor Selzer in Offenbach wurde zur Rechtsanwalt K Tn 10 schaft bel ber Kammer für Handelssachen des Landgerlchts e der Prov. Starkenburg und bei dem Amtsgerichte Offenbach * 406 zugelassen. 4 51 2 VII. Dienst nachrichten. Es wurde: Dem ev. Pfarrer e eee Weber zu Staden die Pfarrstelle zu Lißberg übertragen; bee dem Seminarlehrer Schrod zu Benshelm die Rechte elnes . age Clollbeamten verliehen; dem ev. Pfarrer Schoͤnewolf zu . U Wächtersbach die Pfarrstelle zu Roßdorf übertragen; der 2 Schulverwalter Luley in Friedberg zum Neal Lehrer 1 4 baselbst ernannt; dem Schulamtsasp. Bramm aus Arns⸗ Il U hain die Lehrerstelle zu Unter Widdershelm, dem Schul— N 4%% lehrer Faustmann zu Rockenberg 4eine Lehrerstelle zu ee ee e Nieder- Ingelheim, dem Schulamttzasp. Dörschug aus n ee Pfaffen Schwabenheim die Lehrerstelle zu Sponszhelm, 1 bal dem Schulamtsasp. Gerhard aus Steinbach eine Lehrer— Vn nn, tielle zu Trals a. d. Lumda, dem Schulamtsasp. Keller aus Gberstabt die Lehrerstelle zu Dreieschenhaln, dem T, Schullehrer Adolph zu Wesckartshaln bie Lehrerstelle zu en. ifa übertragen; dem Alex. Ludwig aus Blblis dat 1 Patent als Glometer erster Klasse für den Kreis Bensheim 4 erthellt. Berlin, 20. Febr. Nelchtztag. Wesegentwurf wegen Ergänzung des 5. 7 Gangegenben ist ber ves Reichs * 1 f 4 beamtengesetzes. Die Speelalberathung der novelle wird bei Position Malz fortgesetzt. setzt den Zoll auf 3 M. fest. Die freie Vereinigung will M. 2.40, Zeitz M. 2.50, Lenzmann M. 2. Der Antrag Es folgt Berathung des Antrags Racks, welcher den Bundesrath ermächtigt, onen in Zeiten der Theuerung außer Hebung zu setzen. er Antrag Racké wird mit großer Maforität an die Commission für die Industrlezölle überwiesen. Die Zölle Reglerung in Höhe von 4 M. vorgeschlagen worden. Die freie wirthschaftliche Vereinigung schlägt einen Zoll von 3 M. vor. Abg. Kardorff beantragt für Anis und Korlander einen Zoll von 4 M., für Fenchel und Küm mel von 3 M. Der Antrag der freien wirthschaftlichen Vereinigung auf einen Zollsaß von 3 M. für alle 4 Frucht arten wird angenommen und die weitere Zolltarifdebatte vertagt. 21. Febr. Die Berathung der Zolltarif novelle wird bel Schaumweine fortgesetzt(80 M.) Die Freisinnigen beantragen, der Reichskanzler solle eine Vorlage machen, wodurch die Besteuerung inländischer Schaumweine eingeführt werde, deren Ertrag zur Er mäßigung des Kaffeezollez verwendet werden soll. Bis dahin soll der Schaumwelnzoll 46 M. betragen. Die Position wird nach der Regierungsvorlage angenommen Positlon Kraftmehl ze. geht an die Zolleommisston. Bet Posttton Mühlenfabrlkate aus Getretbe beantragt die Regierung elne Zollerhöhung von 3 auf 6 M. Die free Vereinlgung beantragt einen Zoll von 7 M. 50 Pf. Der Zollsaß von M. 7.60 wird angenommen Auf Antrag des Abg. Meier(Bremen) wird nun zunächst in dle zweite Berathung dess Gesetzentwursc, betreffend den Beitrag des Resches zu den Kosten des Anschlussetz [der frelen Hansestadt Bremen an das deutsche Hollgeblet, eingetreten. Die Commlsston, welcher der Entwurf zur Vorberathung überwlesen war, beantragt durch ihren Berlchterstatter, Abg. Ur. Meyer(Halle), die un veränderte Annahme. Ohne Debatte wird der Geset entwurf angenommen. In der Fortseßung der Zolltarlf novelle würd der Zollsaß für„frische Weinbeeren 16 M.“ ohne Debatte genehmigt. — Der„National- Zeitung“ zufolge wäre in der laufenden Session keinesfalls auf Eut schlüsse der Reglerung über die Boͤrsensteuer zu rechnen. Die Ansicht des Staatsxraths solle zu nächst eingeholt werden. Der Bundesrath hat die Vorlage betreffs Zollbehandlung des in Spanten und den meistbegünstigten Landern pro 1 Vo ge Dle Vorlage] genommen. der freten Vereinigung auf M. 2.40 wird angenommen Gleichzeitig bringt das für Ants, Korlander, Fenchel und Kümmel sind von der nehmigte mit g zolltartfeducirten Roggens mit einigen Abänderungen an⸗ Das Sperrgesetz wird durch das heute erscheinende Reichsgesetzblatt veröffentlicht. Reichs gesetzblatt eine betr. die Bekanntmachung des Reichskanzlers alle bisher berathenen Zollpo vorläufige Erhebung der neuen Eingangszoͤlle für Weizen, Roggen, Wen zen und Gerste. — 21. Febr. Die Bolzzoll Commission ge⸗ 1 gegen 7 Stimmen die Holz— zoͤlle in erster Lesung nach den Anträgen der wirthschaftlichen Vereinigung 21. Febr. Die Commission der Congo— Conferenz beendete heute ihre Berathung. Sie genehmigte den von Lambremont über alle von Arbeiten verfaßten der Conferenz erledigten Bericht. 22. Febr. Die Generalversammlung des deutschen Colontalvereins beschloß, den Sitz des Vereins nach Berlin zu verlegen, die nächst— jahrige Versammlung in Karlstuhe abzuhalten und ferner, den Vorstand zu ermächtigen, eine Kanzlei behufs Ertheilung von Auskunft uber die Verhältnisse uͤberseeischer Land einzurichten und dieselbe nach Maßgabe der vorhandenen Mittel mit den erforderlichen Kräften auszurüsten. Braunsch wel Der Regentschaftsrath beschloß in Folge besonderer Umstände eine noch- malige Vertagung des Landtags bis zum 10. Maͤrz. anzig. Der hiesige Ober Werftdirector, Capitän zur See Pirner, ist zum Contre-Admiral befördert worden ve 5 * Iserlon, 19. Febr. Gestern Abend kurz nach neun Uhr, gerade als ein Herr das Ge sellschaftshaus der„Harmonie“ verlassen wollte, explodirte eine, glücklicherweise nur kleine Dyna mitpatrone, welche unmittelbar vor die Ein— gangsthür auf die oberste Stufe der steinernen Treppe hingelegt worden war. Ein Theil der untersten Bekleidung beider Flügel der Thüe wurde der„E. 3.“ zufolge abgerissen, dir ————2—ͤ—ęœñ Fenster der Thüre zersprangen in Stücke. Die Poltzet nahm noch im Laufe der Nacht mehrere Verhaftungen vor, mußte die Verhafteten aber wieder entlassen, well sie ihr Alibtbewiesen. Ein kurz vor der Exploston vorübergehender Arbelter hat gesehen, wie ein Junge vor dem Gesell schaftshause beschaͤftigt gewesen, ein Zündhölz chen anzustecken. Heute Vormittag haben Staats anwalt Scheibler aus Hagen und die hlesigen Behoͤrden den Thatbestand festgestellt. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Prag. Nach einer Meldung hiesiger Blätter sind der Obmann des Teplitzer Arbettervereins und zwei Arbeiter wegen soctaltstischer Umtriebe verhaftet worden. Schwelz. Bern. Rumänten hat den im Jahre 1878 auf 7 Jahre mit der Schweiz ab geschlossenen Handelsvertrag gekündigt. Frankreich. Parls. Dem„Temps“ zu folge ist die Unterzeichnung des Vertrages be hufs Regelung der egyptischen Finanzfrage un mittelbar bevorstehend. Dieselbe sei bisher durch den Austausch der Ansichten über die Freiheit der Schifffahrt im Suezkanal verzögert worden. Der Vertrag werde die Zustimmung Englands zum Princip der Schifffahrtsfreiheit aussprechen. Die„Presse“ meldet, ein Meistbe günstigungs- Vertrag zwischen Frankreich und Rumänen sei abgeschlossen, welcher bis zum Ablauf der österreichisch rumäunsschen Handels convention gilt. — Meldung der„Agence Havas“ aus Kep vom 19. ds.: General Betsre ist über Bacle mit seinem Hauptquartier in Hanot eingerückt. Die Straße war frei und die Vertheidigungs werke verlassen. General Negrier bleibt in Langson. — 22. Febr. Gestern Abend fand im Saale von Levis-Batignolles eine soctalistische Versamm lung statt, in welcher heftige Reden gehalten wurden. Dem„Eri du peuple“ zufolge sollen bel dieser Gelegenheit etwa 15 Personen von der Polizei verhaftet worden sein. — 21. Febr. Der Senat beendete die Generaldiscusston über das Ausgabebudget und genehmigte saͤmmtliche Capftel des Finanzbudgets. — Die Kammer bewilligte einen Credit von 3 Million zur Subventtoutfrung der Handels marine. Bei der Berathung der Tarifvorlage wurde der Antrag auf Auflegung eines Ein gangszolles von fünf Frances für Waizen, sowie der Antrag auf Erhebung eines Zuschlagszoll von Francs 4,20 abgelehnt. Großbritaunten. London, 20. Febr. Unterhaus. Fitzmaurice theilt mit, Rußland habe bisher nicht auf das Ersuchen, bis zur Eutscheidung der afghanischen Grenzeommisstion die russischen Truppen von Putikhatun zurück, zuziehen, geantwortet. Croß erklärte es für unbegründet, daß der Vicekoͤnig Indtens die Entsendung von zwanzigtausend Mann englischer Truppen nach Indien verlangte. Auf eine An frage Tylers erklärte Croß: Hinsichtlich der wiederholten Erklärungen Rußlands, daß Af ghanistan nicht innerhalb der Sphäre des polltt schen Einflusses Rußlands liege, sind wir ver pflichtet, die jüngsten posttiven Versicherungen zu accepttiren. Das Gerücht von dem Vor marsche der Russen gegen Herat s ist unbegründet; Herat sist gegenwärtig von einer starken Garnison des Emirs von Afghantstan besetzt. Der Versuch Rußlands, Herat zu besetzen, würde die ernstesten Folgen haben. — 21. Febr. Die„Times“ bringt die noch der Bestaͤtigung bedürftigte Nachricht, die Russen selen gegen Penjden vorgegangen, welches noch von den Afghanen besetzt ist. Die englische Grenzeomtisston zog sich in die Nähe Herats zurück. Italten. Rom, 20. Febr. Gestern Abend um 10 Uhr explodirte vor dem kleinen Seiten thor der Deputirtenkammer eine mit Pulver gefüllte Flasche. Die Explosion verursachte keinen Schaden. — In den hiesigen, sonst zu den unter— richteten zählenden Kreisen erhalten sich die Gerüchte, daß noch eine große Expedition vor— bereitet werde, deren Ziel Tripolis sei. Die diesen Gerüchten sentgegengesetzten Dementis finden nur, soweit sie sich auf den Augenblick beziehen, Glauben. Mer Umfang der Vorbereitungen für die Expedition l ist jedenfalls ein solcher, der auf eine größere Action schllessen läßt, — 21. Febr. Ju der Kammer kündigt Cam— poreale eine Interpellation an, ob und welche auglo⸗italienische vertrauliche Abmachungen be— stehen. Bruntalti interpellirt, wann Mancini die Documente zu veröffentlichen oder eine Er— klärung abzugeben gedenke, welche das Land über die Stellung und Action Italiens in Ufrika und über die Beziehungen zu England und der Pforte beruhigen soll. Mauctul m ist abwesend. Ote Juterpellattonen werden demselben mitgetheilt. Bulgarien. Sofia, 21. Febr. Die tüuͤr— lische Regterung hat eine Note hierher gerichtet, in welcher sie die Auflösung des Macedonischen Vereines verlangt, wescher die bulgarische Agi— tation in Macedoulen fördert. Griechenland. Athen, 21. Februar. Delyaunts hat, da der König der Auflosung der Kammer seine Zustimmung versagte, die Bildung eines neuen Cabinets abgelehnt. Darauf wurde Trikupis wieder zum König berufen und zog nach einer längeren Conferenz mit dem König seine Demission zurück. Eine öffentliche Kundgebung wird vorbereitet, Trikupis einen Vertrauensbe— wels zu geben. Egypften. Kairo, 21. Febr. General Gra ham ist mit seinem Stab nach Suakin abge— gangen.— Die Sanitätsverhaͤltnisse im Lager von Korti sind gute, aber wahischelulich wird die herannahende große Hitze die Wahl eines neuen, mehr nördlich gelegenen Lagers nöthig machen, weil es spaͤter unmoglich sei, unter Zelten zu lagern. Nach etner Reutermeldung wurde die egyptische Regierung von London aus benachrich— tigt, daß alle Detalls des etzyptischen Finanzar— rangements zwischen England und den übrigen Mächten definitiv geregelt seien. Aus Stadt und Land. r. Friedberg. Am 30, Januar hlelt der Superinten dent unserer Provinz, Oberconststortalrath Ur, Hablcht, auf Ersuchen des Evang. Vereins, bezw. seines Vor— standes, einen Vortrag über„Zinzendorf und die Herrnhuter in Oberhessen“. Wir hatten gern den grünbeschen, klaren, anztehenden Vortrag, dem Wunsche vleler Hörer entsprechend, seinem ganzen Inhalte nach noch ausführlicher hier wiedergegeben; aber dazu bletet unser Blatt keinen Raum, und wir müssen uns deßhalb auf das beschränken, was den Mittelpunkt des Vortrags bildete. An die aus eigener Anschauung gegebene Schll derung der Gegend, in welcher Zinzendorf und die Herrnhuter sich in den Jahren 1736-60 aufhielten, schloß sich eine Darstellung des Lebensganges und eine Schtloerung der Persönlichkelt des am 26. Mat 1700 in Dresden geborenen Grafen Nikolaus Ludwig v. Binzen; vorf an. Wir erwähnen daraus nur, daß derselbe auf seinem Gute Berthelsdorf in der Lausitz, welches er 1121 mit seinem väterlichen Erbthell erworben hatte, den aus Oesterreich auswandernden Mährkschen Brüdern die Nlederlassung gestattete und daß durch diese Nleder— lassung am Hutberge der Ort Herrnhut getzründet wurde. Im brüderlichen Bunde mit seinem Freunde Friedrich von Wattowille, dem von ihm nach Berthelsdorf be— rufenen Pastor Rothe und dem Prediger Schäfer in dem benachbarten Görlitz suchte Zinzendorf auf seinem Gute und von demselben aus für die Herstellung elner wahren Gemeinde Chilstt zu wirken, und in seiner Ge mahlln, einer Schwester des ihm befreundeten Grafen von Reuß Gbersgorf, mit welcher er sich 1722 vermählt hatte, fand er eine treue Gehülfin in seinen Bestrebungen. Da wurde ihm 1736 durch ein Dekret des Kürfürsten unter Hinwelsung auf seine Convenktkel und Rellgtons neuerungen aufgegeben, die sächsischen Lande gänzlich zu melden; und obgleich Herrnhut aus der angeordneten Untersuchung glänzend gerechtfertigt hervorging, blieb das Verbannungsdeeret doch bis 1747 in Kraft. Nun lam der aus seiner Helmath Verbannte nach kurzem Aufenthalt in Frankfurt a. M. auf die Einladung der Grafen von Psenburg in deren Gebiet und nahm mit den Glledern seiner Gemeinde, die ihm folgten, nach einander selinen Aufenthalt in dem alten Bergschloß Ronneburg, im Schloß und Kloster Marienborn, in Herrnhaag und in Lindheim. Pie Gemeinschaft Herrn hutischer Brüder und Schwestern, die sich auf der Ronne burg sammelte, faßte Zinzendorf auf als„die Pilger gemeine“, d. h. als eine Gemelnschaft, deren Beruf es ist, der Welt den Helland zu verkündigen, die zwar eln bestimmtes Stanbquartler hat, deren elgentllche Thätigkeit aber in wandernder Zeugenschaft bestebt. Sie war durch gemelnschaftlichen Haushalt auf's Engste zusammen⸗ geschlossen, und blesem Haushalt, für welchen die Vor⸗ schüsse holländischer Freunde für's Erste den Fonds bildeten, stand die Gräfln 5 envorf mit welser Spar- samkelt vor. Das nächste 90 Pilgergemelnde auf der Ronneburg, war nun mancherlei verwilbertes Gesindel, das sich schon o auf der Burt eingensstet hatte; es würden, Frelschülen für die Kinder, Versammlungen für Erwachsene eingerichtet, Brod und sleidung an die Dürftigen ausgethellt. Im De⸗ zember 1736 hlelt Zinzendorf in Martenborn eine größere Gonferenz oder einen„Synodus“ mit seinen Mitarbektern, wozu auch solche aus Herrnhut kamen. Solche Synoden, auf welchen unter Zuzlehunz von Brüdern aus der Ferne die Angelegenhelten der in Kolonsen an ver— schlebenen Orten wohnenden Gesammtgemeinde, ihre Stellung und Aufgabe zur Verathung kamen, wurden, wle an anderen Orten, so auch in unserer Gegend in den folgenden Jahren noch mehrere gehalten, und in den Jahren, in welchen Zinzendorf sich hier aufhlelt, ging die Leitung der Gesammtgemelnde von der Wetterau aus. Hier erhlelt die Gemeinde einen neuen Wohnsitz auf dem Haag, der nun den Namen Herrnhaag erhlelt; auf elnem angekauften Stück Land entstand von 1738 an eine Reihe neuer Gebäude, und mit dem regen gelst lichen Leben entwickelte sich auch eine rege gewerbliche Thätsgkelt. Zinzendorf hielt sich bald längere, bald kürzere Zelt innerhalb seiner Gemelnde in der Wetterau auf; selne unermübliche Thätigkelt führte ihn oft auf Reisen. Ueberall wirkte er für die Förderung der Ge— meinde Ehrlstt oder der„Gemeinde Gottes im Geist“, fur Erweckung der Chrlstenhelt, für die Ausbreitung des Christenthumtz in der Heidenwelt, und aus der Brüdergemeinde gingen Boten des Evangeliums nach vielen Helden Landern. Im Zusammenhang mit dem Mittelpunkt der Lehre, der Versöhnung durch dass Blut Christti, wurde die innige Llebe zu dem für die Mensch— helt gekreuzigten Helland, die Einigung der Herzen in der gemeinsamen Liebe zu ihm, ein fröhliches Wirken in dankbarer Hingabe an ihn in der Brüdergemeinde geübt und gepflegt; aber leider kamen, besonders sett 1743, auch mancherlel schwärmerische Aus schreitungen in der Lehre, im Cultus und im Leben vor. Als 1749 der den Brüdern durchaus freundlich gesinnte Graf Ernst, Casimir starb, verlangte die Büdinger Regierung, daß die Mitglieder der Gemeinde in Herrnhaag dem neuen Grafen huldigen und zugleich jeder Abhängigkelt von Zinzendorf entsagen sollten. Da man sich weigerte in dleser Form zu huldigen, wurde 1750 ein Emigratlons-⸗ edlet mit dreljähriger Frist publielrt; aber die Aus— wanderung begann alsbald und nicht nur in Herrnhaag, sondern auch an den anderen Wohnorten; nur in Marlen— born blieb in Folge des mit dem Grafen von Ysenburg— Meerholz abgeschlossenen Pachtvertrags eine Anzahl von Brüdern bis 1773, als schwacher Rest des blühenden Gemeindelebens in der Wetterau. In Herrnhaag zeugen etzt nur noch einzelne Gebäude, wie das Grafenhaus, von früherer Herrlichkeit. lch. In der Nacht vom 18. zum 19. Februar entstand schon wleder Feuer hier, diesmal in der Scheuer des Hermann Heller. 5 Scheuern und 4 Ställe sind gänzlich abgebrannt, während ein Haus stark beschädigt wurde. Es ist dies seit einem halben Jahre der sechste Brand und liegt Brandstiftung unzweifelhaft vor, doch fehlen nähere Anhaltspunkte, um sich der Brandstifter zu bemächtigen. Allerlei. Frankfurt, 21. Febr. Gestern morgen wurde zwischen Ginnheim und Heddernheim, unweit der Nidda, der Vockenhelmer Wirth Engemann als Leiche aufgefunden, Der Korper des Todten zeigte schwere Verletzungen. Der Hund Engemann's lag auf der Leiche seines Herrn, Das Thier war durch Schläge mit irgend einem Instru— ment erheblich verletzt, lebte aber noch. Engemann, der elne Strecke der Nidda behufs Ausübung der Fischerei gepachtet hatte, revldirte vorgestern spät am Abend die Strecke, in der zuweilen unberechtigter Welse gefischt worden sein soll und traf dabel in seinem Wasser Leute beim ßischen. Der benachthetligte Fischerelpächter ging sehr energisch gegen die Fischfrevler vor, kam mit den selben in's Handgemenge und wurde dabet überwältigt und zetoͤdtet. Der Mörder ist bereits ermittelt und festgenommen. Es ist ein Heddernheimer Einwohner, der die That auch bereits eingestanden hat. Hanau. Am 2. März, Morgens 9 Uhr, kommt vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts die vlel— besprochene Anklage gegen den Telegraphisten Gutberlet zur Verhandlung, welcher beschuldigt ist, am 14. Nov. vorigen Jahres durch Vernachlässigung selner Dlenst, pflichten einen Eisenbahntransport in Gefahr gesetzt und durch Fahrlässigkeit den Tod von 22 Menschen verursacht zu haben. Es sind nahezu 30 Personen als Zeugen, bezw. als Sachverständige geladen. Mannhelm, 21. Febr. In einer hiesigen Fabrik wurde gestern der Schlosser Ignaz Lammer aus Wien verhaftet. Derselbe war mit mehreren anderen Arbeltern aus der Schweiz zugerelst. Meß, 22. Febr. In Folge von Regengüssen der letzten Tage ist der Stand der Mosel ein außerordentlich hoher. Bel Metz, Diedenhofen und Koͤnlgsmachern ist dleselbe stellenweise ausgetreten. Mons, 20. Febr. Etwa 3000 Arbeiter der Kohlen- gruben„Levant du Flenu“,„Prodults“,„Belle et Bonne“ bel Jemappes haben die Arbelt heute früh eingestellt und fordern eine Lohnerhoͤhung. tet für die Thätigkeit der polsh brllde wege nißstt unter Tral elne Verf wege straf des Kir weg ersch abw Ko von zug erst 7 von naht 2 Rework, 17. Febr. Ein heftiger Sturm hat bler gewüthet, der von einer so außerordentlich hohen Flutb begleitet war, wie sie bisher nicht erlebt worden ist. In den niedrig gelegenen Theilen der Stadt wurden die Straßen überschwemmt und die Häuser waren von Wasser umgeben. Gerichtssaal. Bad Nauheim. In der Donnerstag, 19. Febr., statt⸗ gefundenen Schöͤffengerichtssitzung wurde erkannt: 1) gegen 5 S —— Adam Bea aus Büdingen, wegen Dlebstahls, auf eine Gefängnißstrafe von 12 Tatzen; 2) getzen Joseph Geck von Ober-Mörlen, wegen Hehlerel, auf eine solche von da 2 Tatzen; 3) gegen Wilhelm Meyer von Bad-Nauhelm, wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Be⸗ leidigung, auf Freisprechnng von Strafe und Kosten und zwar aus dem Grunde, weil der juristisch genügende Nachweis fehlte, daß der Angeklagte bei dem fraglichen Vorfall— es war stockfinstere Nacht— die Organe der Staatsgewalt als solche erkannt und sie mit dem von ihm gebrauchten Ausdruck gemeint habe. Auf die Details des Vorfalls selbst brauchte deshalb nicht eingegangen zu werden. Vertheidiger war Rechtsanwalt Windecker von Friedberg. Ein zahlreiches und gewähltes Publikum wohnte der interessanten Verhandlung bei. Buß bach. Bet der am 13. Februar am biesigen Amtsgerichts stattgehabten Schöffengerichtssitzung standen folgende Anklagesachen zur Verhandlung: 1) Der Tag- löhner Peter Reichert von Höningen, angeklagt wegen Landstreicherei und Bettelns, erhielt eine Haftstrafe von 16 Tagen, auch wurde die Ueberweisung an die Landes- poltzeibehörde gegen ihn ausgesprochen; 2) die Ge— brüder Fritz und Karl Schmidt von Butzbach, angeklagt wegen vorsätzlicher Mißhandlung, erhielten je eine Gefäng— nißstrafe von 4 Tagen, sowie je die Hälfte der Kosten unter solidarischer Haftpflicht; 3) Heinrich Heim von Trais⸗Münzenberg, angeklagt wegen Diebstahls, erhielt eine Gefängnißstrafe von 1 Tag und die Kosten des Verfahrens; 4) Georg Bender von Gambach, angeklazt wegen Straßen⸗Polizeti⸗Uebertretung, erhielt eine Geld— strafe von 3 M., event. 1 Tag Haft, sowie die Kosten . Hemden, Kragen u. Manschetten empflehlt K. Hriedrich. des Verfahrens; 5) Christoph Suppes Wittwe von Kirch⸗Göns und ihr Sohn Loius Suppes, angeklagt wegen Diebstals, erhielt die Erstere, welche allein erschienen war[Louis Suppes ist zur Zeit in Paris abwesend) eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen und die Kosten; 6) die Strafsache gegen Bürgermeister Jäger von Münzenberg und Genossen wurde ausgesetzt, da be— züglich der Strafthat auf Antrag sämmtlicher Angeklagten erst gerichtlicher Augenschein eingenommen werden soll; 7) ebenso wurde auch die Strafsache gegen Heinr. Natz von Gambach behufs Vornahme weiterer Beweis auf— nahme ausgesetzt. Handel und Verkehr. Friedberg, 21. Febr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.70 0.85, Eier 2 St. 11 Pf., Gießen, 21. Febr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter ver Pfd. M. 0.80— 0.90, Eier 1 Stück 5— 7 Pf., Käse per Stück 4— 8 Pf., Tauben per Paar M. 0.70— 0.90, Hühner per Stück M. 100— 1.50, Hahnen ver Stück M. 1.20— 1.70, Enten per Stück M. 2.00—2.30, Ochsenfleisch per Pfd. 66—68 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 54 60 Pf., Schweinefleisch 50— 60 Pf., Hammel⸗ fleisch 64— 70 Pf., Kalbfleisch 48—54 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.70—4, Zwiebeln per Centner M. 4. Frankfurt, 21. Febr. Wochenmarkt. Preis der Kartoffeln per Malter(200 Pfd.) M. 4—5., in Wagen⸗ ladung von M. 3.50 an, per Gescheld 9 und 10 Pf., bessere Qualität für Salat 12 Pf., Mäuschen, gelbe 25- 30 Pf., rothe 20—25 Pf., Zwiebeln per Centner M. 4.50 5., per Gescheid 18- 20 Pf., italien. Blumen— kohl en gros per Stück 30 Pf., einzeln 40 Pf., Knob lauch 100 Stück M. 1.60— 1.80. Obst: Aepfel zum Kochen per Pfund 10—12 Pf., Reinette 15— 22 Pf., Borsdorfer 30 Pf., Birnen zum Kochen 10— 12 Pf., Tafelobst 18—30 Pf., Kastanten 16—20 Pf., Maronen 17— 22 Pf., 1 Klste(300 Stück) Citronen M. 18., 1Kiste(400 Stück) Orangen M. 25. Dürrobst: Zwetschen per Pfund 25— 30 Pf., Hutzeln 35— 40 Pf., geschälte Birnen 45—50 Pf., Apfelschnitten 40—45 Pf., Kirschen 50 Pf. Eier per Hundert deutsche M. 6—7., italtenische M. 7.50 8.50. Frankfurt, 20. Febr. Heu- und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf ca. 50 Wagen und wurde bezahlt je nach Qualität für Heu M. 2.80— 3.30, für Stroh M. 1.80— 2.20.— Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Centner M. 73. im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfund M. 0,95— 1,05. Verloosung. Freiburger 10 Fr.⸗Loose von 1878. Serien⸗ ziehung am 16. Februar 1885. Gezogene Serlen: Nr. 9 14 376 512 696 852 1087 1143 1352 1430 1499 2177 2237 2662 2783 2834 3004 3859 3924 4921 5005 5021 5257 5765 5922 6529 6717 6891 6937 6962 7192 7479 7567 7752 7897 8113 8139 8572 8938 9045 9069 9215 9654 9709 10736. Die Gewinn-Ziehung findet am 16. März 18888 statt. Literarisches. Daheim. Nr. 21 enthält: Die Mobre von Mohr⸗ stein.(Forts.)— Die Fürstin Bismarck. Von O. Pank. Mit Illustr.— Verrechnet.(Forts.) Ein Besuch beim König der Fldschtinseln. Mit 4 Illustr.— Am Familientisch: Aus einem chinesischen Kinderbuche. Mit 3 Illustr.— Haus wirthschaftliche Umschau.— La jilah ella Allah.— Briefkasten.— In unserer Spielecke.— Mit einer illustr. Beilage. Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt- Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 24.: Robert der Teufel. Mittwoch den 25.: Gastspiel des Herrn Ladislaw Mler⸗ zwinski. Der Troubadour. Manrico: Herr Mier⸗ zwinski. Außer Abonn. Erböhte Preise. Donnerstag den 26.: Der Verschwender. Freitag den 27. geschlossen. Samstag den 28.: Letztes Gastsplel des Herrn Ladislaw Mierzwinskt. Die Hugenotten. Raoul: Herr Mler⸗ zwinski. Außer Abonn. Erhöhte Preise. Sonntag den 1. März: Flidelto. Schauspielhaus. Dienstag den 24.: Ein Glas Wasser. Mittwoch den 25.: Richter von Zalamea. Donnerstag den 26. geschlossen Freitag den 27.: Wallensteins Tod. Samstag den 28.: Registrator auf Reisen. Sonntag den 1. März: Feeuhände. Montag den 2. März: Wallenstelns Tod. Eingesandt. Theater. Am 22. Febr. wurde vor außerordentlich gutbe⸗ setztem Hause(bei aufgehobenem Abonnement)„Pretiosa“ aufgeführt und fand vielen Beifall, da die Ausstattung, sowohl was Kostüme ze. anbelangt, eine sehr geschmack⸗ volle war, als auch in decorativer Hinsicht durch Auf⸗ stellung neuer Coulissen, die überraschend gut gemalt sind, und durch Illumination, verbunden mit einem kleinen Salonfeuerwerk, ein guter Effeet erzielt wurde Gespielt wurde wie immer gut und möchten wir vor Allem Frl. Belgrad als Trägerin der Titelrolle, Frl. Varnow als Viarda und Herrn Voigt als Schloßvogt nennen, welche letzterer namentlich auch heute wieder die Lachmuskeln der Zuschauer in rege Thätigkeit zu setzen wußte. Es wäre gut, wenn bald wieder ein Stück aufgeführt würde, worin die Kostüme zur Geltung kämen. Für den Diens⸗ tag(Abonnementsvorstellung) wird uns Harun al Na⸗ schid, oder der Khalif in 1000(1) Aengsten angezeigt, ein neues Lustspiel von Moser. Eine Novität von Moser ist immer ein Ereigniß und wird unser Interesse beson⸗ ders gespannt durch den Titel; ob nun das Stück wirk⸗ lich in Bagdad spielt(was wir, nachdem wir den Gar⸗ derobe Reichthum der Direction gesehen, gar nicht mehr für unmöglich halten können wir nicht verrathen, weil uns das Stück selbst noch unbekannt ist, indessen liegt unt ein Theaterzettel vor, wonach das Stuck in Gleßen viermal zur Aufführung gelangt ist, was viel zu seinen Gunsten spricht. Zum Schluß möchten wir die Theater⸗ Direction noch darauf aufmerksam machen, daß wir es entschieden für unrecht halten, die Aufführung des „Salontyrolet“ so lange binauszuschieben! Es wäre doch Zeit, damit endlich vorzugehen.* Geld ⸗ Cours. Frankfurt, am 21. Februar 1885. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke 16. 20 16. 16 do. in/ 16. 18 16. 14 Englische Sovereings 20. 44 20. 40 Russische Impertales. PP Ducaten.„%«— „ ail maro Dollars id Sold. 1 4.* Güterverpachtung. Auf Antrag der Erben des verstorbenen Samenhändlers W. Gökus werden Mittwoch den 25. d. Mts., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, auf hiesigem Rathhause verschiedene Grundstücke, ohngefähr 30 Morgen, auf„, bezw. 11 Jahre öffentlicht meistbietend verpachtet. Friedberg den 23. Februar 1885. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. 704 Steinhäußer. Mobiliar⸗Verstei Mobiliar⸗Versteigerung Unmittelbar nach der vorstehenden Güterverpachtung lassen die Erben des verstorbenen W. Gökus in der hiesigen Markthalle verschiedenes Hausgeräthe, darunter 2 Klelderschränke, Bettstelle, Bettzeug, Stühle, Küchengeschirr, Ofen, goldene Taschen-Uhr, Stiefel, altes Eisen ꝛc.; landwirthschaftl. Gerüthschaften, darunter Handdresch— maschine, Fegmühle, namentlich Siebe; vollständiges Russeinfabrikationsgeräthe, wobei 3 fast neue Schiebkatren öffentlich meistbietend versteigern. Friedberg den 23. Februar 1885. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. 705 Steinhäußer. ersteigerung. Donnerstag den 26. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, wollen die Erben der Friedrich Stamm Eheleute in Köppern 1 braunes Wallachpferd(8 Jahre alt), 1 Kuh, 3 Rinder, 3 Schaafe, 1 Lamm, 7 Hühner, 1 Hahn Ae betunga halber in deren Behausung versteigern assen. Köppern, 21. Februar 1885. Sta min m 1 Bürgermeister. feinen Henmdeinsätzen, 2 Das A Neneste in ö* — 8 * Holzversteigerung. Mittwoch den 25. Februar l. J., von Vormittags 8½ Uhr ab, werden im hiesigen Stadtwalde, Distrikt Lichtenberg, folgende Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert und zwar: 3 Stück Eichenstämme von 4— 6 Meter Länge und 17-23 Centimeter Durchmesser, 11050 Wellen Eichen-Reis holz, 250 Wellen Wetichlaubholz, 650 Dornwellen. Bad⸗Nauheim den 19. Februar 1888. Großherzogliche Burgermeisterel Bad Nauheim. 675 Wörner. Holzversteigerung. Montag den 2. März, Vormittags 10 Uhr anfangend, kommen im Hoch-Weiseler Gemeindewald, Distrükt Großer-Haus berg: 4 Fichten⸗ Stämme, 1300 Fichten Derbstangen, 1650 Nadel Reis stangen; Distrikt Lammshardt: 2 Birken⸗Stämme, 16 Fichten Stämme, 120 Fichten-Derbstangen, 16 Raummeter Nadel-Knüppel, 300 Buchen Wellen, 1000 Nadel Wellen, 670 Erlen Wellen; Dienstag den 3. März, Vormittags 10 Uhr, kommen im Distrikt Großer-Haus berg 250 Buchen Wellen, 750 Eichen-Wellen und 12060 Nadel-Wellen zur Versteigerung. b Das Brennholz im Distrikt Lammshardt wird den ersten Tag zuletzt verkauft. 6 Anfang am ersten Tag am Isselpfad beim Brand⸗ plaß, den zweiten Tag am Feld, nächst dem Isselpfad. Hoch Welsel am 20. Februar 1885. Großherzogliche Bürgermeisterel Hoch-Weisel. 689 Wörner. 7 5 5 Holzversteigerung. Freitag den 27. d. Mts., Vormittags halb 10 Uhr anfangend, kommen im Köpperner Gemeindewald, Distrikt 1, 2— 11 und Niederwald, Schlag Nr. 20, folgende Holz⸗ sortimente zur öffentlichen Versteigerung: 21 Stück Fichten⸗Stämme von 6,18 Festm. Inhalt, 18 Lärchen. 118 * 1„ é Kiefern⸗Stamm„ 0,39 8 233„ Fichten Werkholzstangen von 1. bis 5. Cl., 4400, Fichten-Bohnenstangen 1. Sorte, 1100„ Lerchen Stangen von 1. bis 5. Cl., „ 4 Raummeter Eichen Scheiter, 29 5 Klefern-Scheit- und Pruͤgelholz, 1500 Stuck gemtschte Laubholzwellen, 2550 lange Nadelholzwellen, 4175„ Nadelholz Astwellen. Die Zusammenkunft ist oberhalb des Pflanzgartens, bei der Huͤttenmühle. Köppern, 18. Februar 1885. Der Buͤrgermeister Stamm. Bekanntmachung. Dienstag den 3. Marz, Vormittags 9 Uhr, sollen im Domantaldistrikt Diebseiche 1800 Buchen, 500 Eichen-, 1100 Birken, 1560 Aspen- und 1200 Sablweilden⸗ Wellen versteigert werden. Die Zusammenkunft ist auf der Staatsstraße im Distrikt Diebseiche. Heldenbergen den 21. Februar 1888. Großberzogliche Oberförsterei Altenstadt. Pückel. Markt Anzeige. Durch höhere Genehmigung sollen Montag den 9. März und Montag den 17. August d. J. zwei weltere Viehmärkte im Orte Echzell abgehalten werden, was 658 695 wir blermit zur öffentlichen Kenntniß bringen. Gchzell am 21. Februar 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Echzell. Habicht. Blut Orangen empfiehlt 694 701 W. Bernbeck. Holzversteigerung. Mittwoch den 25. und Donnerstag den 26. Februar d. J. sollen in dem Gemeindewald zu Selters, jedesmal von Vormittags 10 Uhr an, nachstehende Holzsortimente versteigert werden: 10 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, 6 1 Eichen⸗Scheitholz, 16. Buchen-Knüppel, 75 5 Eichen⸗Knüppel, 21 9 Kiefern Knüppel, 32 1 Buchen⸗Stöcke, 37 8 Eichen⸗Stöcke, 2 5 Fichten Stöcke, 92 0 Buchen Reisig, 320 5 Eichen Reisig, 150 5 Weichholz Reisig, 180 Gichenstämme von 6— 14 Meter Länge, 20— 75 Centimeter Durchmesser, 149 Eichen⸗Derbstangen von 8— 14 Meter Länge, 12—16 Centimeter Durchmesser, 1 Buchenstamm, 7 Meter lang, 44 Centim. Durch— messer, 9 Fichtenstämme, 7—12 Meter lang, 18—34 Centi⸗ meter Durchmesser. Hierbei wird bemerkt, daß das Werkholz am ersten Tag und das Brennholz am zweiten Tag versteigert wird. Die Zusammenkunft ist im Ort. Selters am 18. Februar 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Selters. 652 Rupp. 1 0 Holzversteigerung. Montag den 2. März 1885, Vormittags 9 Uhr, werden in dem Gräflich Leiningen-Westerburgischen Wald— distrikt„Jungfernwald“: 1 Eichen⸗Stämme von 5—10 Meter Länge und 20—38 Centimeter mittlerem Durchmesser, 18 Raummeter Buchen-⸗Scheiter, 4 5 Eichen⸗Scheiter, 10 5 Buchen⸗Knüppel, 6 8 Eichen Knüppel, 700 Stück Buchen⸗Wellen, 1800„ Eichen Wellen, 200„ Erlen⸗Wellen, 100„ Eschen⸗Wellen, 20 Raummeter Buchen⸗Stöcke und 6 5 Eichen⸗Stöcke öffentlich versteigert. Die Zusammenkunft ist hinter dem Nonnenhof, beim Distrikt„Lieder“. Ilbenstadt am 20. Februar 1885. Gräflich Leiningen⸗Westerburgische Rentkammer. 690 Bierau. 2 0 2 Hofraithe⸗Verkauf. Dienstag den 3. März l. J., Vormittags 10 Uhr, soll die Hofraithe des verstorbenen Heinr. Breiter V. zu Vilbel(erbvertheilungshalber) auf dem RNathhause daselbst versteigert werden. Die Hofraithe besteht aus einem zweistöckigen Wohn— haus mit gewölbtem Keller, daranstoßendem Neubau, Scheune, Stallung und einem geräumigem Kelterhaus, 13 Meter lang, 6 Meter breit und 4 Meter hoch, mit zwei darunter liegenden, gewölbten großen Lagerkellern, wovon der eine 11 Meter lang, 8 Meter breit und in der Krone des Gewölbes 3,50 Meter hoch, der andere 20 Meter lang, 6 Meter breit und in der Krone des Gewölbes 3 Meter hoch ist. Unmittelbar an der Hofraithe liegt ein 1043 Oeter haltender Hausgarten; die Hof raithe, in welcher seither ein Wein- und Apfelweingeschäft betrieben wurde, eignet sich zu jedem anderen Gewerbe oder einer Fabrikanlage. Mit der Hofraithe kommt zugleich ein ea. 7 Morgen haltender Weinberg(fünfzehnjähriger Bestand) zum Aus zebot. Einem zahlungsfähigen Kaufllebhaber können die vor— theilhaftesten Zahlungs bedingungen gewährt werden. Nähere Auskunft ertheilt Herr E. Camp in Vilbel. Großherzogliches Ortsgericht Vilbel. 688 Hinkel. Versteigerung. Donnerstag den 26. Februar l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, lassen die Erben des verstorbenen Heinrich Bretter V. zu Vilbel in dessen Wohnhause durch den Unterzeichneten folgende Mobilien, als: ea. 50 Hectoliter Wein inel. Faß, Vilbeler Gewächs, verschledene Jahrgänge, 2 große Obstkeltern mit Zubehör, 1 Apfelmüble, leere Fässer u. Bütten, sowie verschiedene Hausmobilien öffentlich gegen gleich baare Zahlung an den Meistbietenden versteigern. Vilbel den 14. Februar 1885. 611 E. Camp. 5 5„A 701 Versteigerungs⸗Anzeige. Donnerstag den 26. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, läßt Georg Jos. Falkenstein Wittwe zu Ober⸗ Erlenbach folgende Gegenstände gegen gleich baare Zahlung meistbietend verstesgern: 1 fast neuen Wagen, 1 Pflug, 1 Egge, 1 neue Dickwurzmühle, 1 Strohbank, Heu, Stroh, Spreu, mehrere Joche mit Kubgeschirren, Ketten und sonstige Oekonomtegeräthschaften. 650 Georg Jos. Falkenstein Ww. Geschäfts⸗ Empfehlung. Einem hiesigen, sowie auswärtigen verehrlichen Publikum zur gefälligen Nachricht, daß ich vom Heutigen an ein Flaschenbier-Geschäft, sowohl in hiesiger Stadt, als auch in der Umgegend betreibe und erfolgen die Bierlieferungen mittelst Wagen, mit welchem ich die umliegenden Ortschaften woͤchentlich nach Bedarf besuchen werde. Offerire hiermit stets gutes frisches Getränke in reinen Flaschen oder Fläschchen aus der Bierbrauerei von Herrn Paul Nudelius,„Zum steinernen Haus“, in Friedberg und können bei letzterem Bestellungen in jedem beliebigen Quantum abgegeben werden. Reelle, billige Bedienung sichere ich zu und bitte um recht zahlreiche Lieferungs aufträge. Friedberg den 20. Februar 1885. Hochachtungsvoll Max Vrobst. 168800 Ctt. Eichrnlohrinde der 1885r Erdtef aus Domanial-, Gemeinde- und Privatwaldungen, welche sämmtlich in der Nähe von Friedberg, meist auf dem Taunus und theilweise auch in der Wetterau liegen, sollen Montag den 30. März l. J., Vormittags 11 Uhr, zu Friedberg im Trapp'schen Gasthofe öffentlich versteigert werden. Ober-Rosbach den 20. Februar 1885. Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach. 703 Prima Nepskuchen stets frisch von der Mühle empfiehlt äußerst billig 280 Ph. Dan. scümmich. Zur bevorstehenden Aussaat Prima Luzerne⸗& Roth⸗ klee⸗Samen P. Theis, 637 22 g vormals G. Haustädt. Kaltflussiges Baumwachs 700 bei W. Bernbeck. Haide-Scheiben-Honig, Pfd. 75 Pf., zweite Waare 55 Pf., Leckhonig 50 Pf., Seim⸗(Speise⸗) Honig Pfd. 40 Pf., Futterhonig ge⸗ stompft 40 Pf., in Scheiben 50 Pf., täglich frisch. Bienenwachs, Posteolli gegen Nachnahme, en gros billiger. Nichtpassendes nehme umgehend franeo zurück. Soltau, Lüneburger Haide.(à 571/1 A.) 386 E. Drarsfeld's Imkereien. In meinem neu erbauten Hause am Bahnhof ist ein schönes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. 507. b. ubricg. Veilchen Seife, — Rosen- Seife empfiehlt in Packet à 3 Stück 40 Pf. 295 Hofapotheker Län. Brauerstiefel zum Fabrikpreise. 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Wegen Neubaues eines Hauses wird Herr Kammer rath Bierau seine jetzige Wohnung(mittlerer Stock des Werner'schen Hauses) Ende Juni d. J. verlassen und es ist dieselbe vom 1. Juli an anderweit zu ver⸗ 706 miethen. Näheres bei Reallehrer klein. 693 J. A. Windecker empfiehlt 707 gebrannt, in feinster Mischung, per Kaffee, Pfund M. 1., M. 1.20, M. 5.0, M. 1.60, M. 1.70 in bekannter vorzüglicher Quallität. Strickbaumwolle in allen Farben empfiehlt billigst 702 Heinr. Diehl, Usagasse. Kleesamen. Zur bevorstehenden Aussaat empfehle deutschen u. Luzerner Klesamen in keimfähigster, seidefreter Qualttät. 9.— Georg Groß. Curbolineum 699 empflehlt g W. 7 Todes-Auneige. Freunden und Bekannten machen wir die! traurige Mittheilung, daß es Gott dem All— mächtigen gefallen hat, unseren innigstgeliebten Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel, den nach kurzem Leiden in seinem 85. b. Dietz, ein besseres Jenseits abzurufen. f Schwalheim den 23. Februar 1885. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdizung findet statt Mittwoch den 25. Februar, Nachmittags ½3 Uhr, wozu eine besondere Einladung nicht erfolgt. 708 Bernbeck. e Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. 1 f 1— N 1 2 Ren g Her geben Artig e f