dees dedtt. 85. Famstag den 21. Nanember. M Iss. berhessischer Anzeige 9 Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Rreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. e Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. nnoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Betreffend: Entwässerung der Fluren IV, V und I Amtlicher Theil. Bekanntmachung. in der Gemarkung Butzbach— Nachdem die Abstimmung über die Entwässerung der rubricirten Fluren stattgefunden und die Annahme des Projects ergeben hat, wird Offenlage des Abstimmungsprotokolls der Zusammenstellung des Abstimmungsresultates nach Stimmenzahl und Flächengehalt von Montag den 23. l. Mis. bis Montag den 7. Dezember l. J. auf dem Bürgermeistereibureau zu Butzbach unter der Bekanntgabe angeordnet, daß etwaige Anfechtung der Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit der Abstimmung, oder des offen gelegten Abstimmungsresultates, innerhalb der Offenleg— ungsfrist, bei Meidung des Ausschlusses, bei dem Kreisausschuß des Kreises Friedbert ge Friedberg den 17. November 1885. ltend gemacht werden muß. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Deutsches Reich. Darmstadt, 19. Nov. Der Großherzog traf beute, von Romrod kommend, hier ein, wohnte mit Familie der Einweihung des neuen Kranken— hauses des Diakonissenstiftes Elisabethenstift bei und kehrte nachmittags nach Romrod zurück. Berlin, 19. Nov. Die Eröffnung des Reichstages fand heute durch den Staatsseeretär v. Bötticher statt mit folgender Thronxrede: Geehrte Herren! Seine Majestät der Kaiser hat mir den Auftrag zu ertheilen geruht, Sie in seinem und der verbündeten Namen beim Wiederbeginn Ihrer Arbeiten zu begrüßen. Der Entwurf zum Reichshaushalts⸗Etat wird Ihnen alsbald zugehen. Die Sorge für die Sicher⸗ heit des Reichs und für die Befestigung und Entwickelung seiner Einrichtungen, veranlaßt die verbündeten Regier⸗ ungen, auf dem Gebiete des Heerwesens, der Kriegs- marine und der Fürsorge für bisher unversortzte In⸗ validen leider eine Erhöhung der bisherigen Leistungen bei Ihnen in Antratz zu bringen. In den erheblich ge⸗ steigerten Ueberweisungen aus den finanziellen Ertebnissen unseres verbesserten Zolltarifs und des Gesetzes über die Reichsstempelabgaben werden die Bundesstaaten die Mittel zur Deckung ihrer Mehrleistung an das Reich finden. In Folge der Nothwendigkeit, die vom Reich gewährten Miktel wiederum zu den Zwecken des Reichs zu verwenden, bleiben aber eigene Bedürfnisse der Bundes⸗ staaten unbefriedigt, und es liegt dem Reich die Aufgabe ob, auf dem nur ihm zugänglichen Gebiete der indireeten Verbrauchs⸗Besteuerung weitere Einnahmequellen zu er⸗ öffnen. Demgemäß ist die baldige Einbringung eines Gesetzes zur Reform der Zuckerbesteuerung in Aussicht genommen, da die Schwierigkeiten, welche während der letzten Session dieser als dringlich erkannten Reform mit Rücksicht auf die Lage der betheilligten Industrie und Landwirthschaft entgegenstanden, nicht mehr in derselben Stärke vorliegen und durch eine Verzögerung der Reform eher wieder verschärft werden könnten. Auch in Betreff der Branntwelnsteuer sind zu gleichem Zweck Vorlatzen in Vorberettung, über welche zunächst die Verständigung unter den verbündeten Regierungen herzustellen ist. In Uebereinstimmung mit den wiederholt und feierlich kund⸗ gegebenen Absichten des Kaisers rechnen die verbündeten Regierungen auch diesmal auf Ihre Mitwirkung für die schrittweise Welterführung des in Angriff genommenen soctalen Reformwerkes. Dank dem verständnißvollen Ent⸗ gegenkommen der betheiligten Kreise ist es möglich ge wesen, das Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884 und zum Theil auch die Novelle vom 28. Mail d. J. nach Abschluß der organtsatorischen Vorarbeiten bereits am 1. Oktober d. J. in Wirksamkeit treten zu lassen; in planmäßiger Verfolgung des beschrlttenen Weges wird Ihnen der in der vorigen Session unerledigt gebliebene Entwurf eines Gesetzes über die Ausdehnung der Unfall— Versicherung auf die Arbeiter der Land- und Forstwirth— schaft mit einigen Aenderungen wleder vorgelegt werden, durch welche elner Anzahl von Vorschlägen ihrer zur Vorberathung des Entwurfs gewählten Commission Rech⸗ nung getragen wird. Schon bei der Berathung des Un⸗ fallversicherungsgesetzes wurde die Nolhwendigkelt hervor⸗ gehoben, auch dle Unfallfürsorge für die Beamten und für Personen des Soldatenstandes entsprechend zu regeln. Es wird Ihnen ein Gesetzentwurf zugehen, welcher dleser Aufgabe, sowelt die Reichsgesetzgebung sie zu lösen hat, gerecht zu werden bestimmt ist. Die von fünf zu fünf Jahren gesetzlich vorgesehene Reviston des Servlstarlfes und ber Classenelnthellung der Orte ist der Gegenstand eingehender Vorberathungen gewesen. Ueber das Ergeb⸗ niß derselben wird Ihnen eine entsprechende Vorlage ge— macht werden. Im Interesse der wirksamen Vertheldig— ung der deutschen Kuͤsten durch unsere Marine ist die Herstellung eines Schifffahrtskanals von der Elbmünd⸗ ung nach der Kieler Bucht in Aussicht genommen, ein Unternehmen, welches zugleich wirthschaftlichen Interessen dienen wird. Das zur Verwirklichung des Planes er forderliche Reichsgesetz wird ihrer verfassungs mäßigen Beschlußfassung unterliegen. Die Rechtspflege in den unter den Schutz des Reiches gestellten überseeischen Ge— bieten bedarf der Regelung, behufs deren Ihnen die erforderliche Vorlage gemacht werden wird. Ueber die Ausdehnung, in welcher deutsche Unternehmungen und Erwerbungen in fremden Welttheilen ferner in den un⸗ mittelbaren Schutz und unter die Aufsicht des Reiches zu nehmen sein werden, sind Verhandlungen mit den Regierungen von England, Spanien, Frankreich, Por tugal und mit dem Sultan von Zansibar gepflogen worden, deren Ergebnisse Ihnen auf Befehl des Kaisers mitgetheilt werden sollen, sobald sie feststehen. Letzteres ist England gegenüber im Wesentlichen schon jetzt der Fall, und die Verhandlungen mit Spanlen lassen, in Folge der Vermittelung seiner Heiligkeit des Papstes, die den freundschaftlichen Beziehungen beider Länder ent sprechende vergleichsweise Beilegung ihrer Meinungs— verschledenheiten Aber die Priorität der Besitzergreifung der Karolinen-Inseln in Kurzem erwarten. Das Deutsche Reich erfreut sich friedlicher und freundschaftlicher Be— ziehungen zu allen auswärtigen Regierungen. Der Kaiser hegt die zuversichtliche Hoffnung, daß die Kämpfe der Balkanstaaten untereinander den Frieden der europätschen Mächte nicht stören werden, und daß es den Mächten, welche den für jede von ihnen gleich werthvollen Frieden Europas vor sieben Jahren durch ihre Verträge besiegelt haben, auch gelingen werde, diesen Verträgen die Achtung der durch sie zur Selbstständigkeit berufenen Volks stämme im Balkangeblete zu sichern. Der Kaiser ist von dem Vertrauen beseelt, daß Gottes Segen den bisher erfolg— reichen Bestrebunzen unserer Politik zur Erhaltung des europäischen Friedens auch in Zukunft nicht fehlen werde. Berlin. Durch die Bundesrathsbeschlüsse über den Reichshaushalts Etat pro 1886/87 hat derselbe eine nicht unwesentliche Veraͤnder— ung in der Beziehung erfahren, daß die von vorn⸗ herein vorbehaltene Revision der Ansätze für die Naturalverpflegung des Reichsheeres auf Grund der October-Preise zu einem Abstriche von 3,240,000 M. geführt hat. Zusammen mit einer ferneren Abminderung der einmaligen Ausgaben der Militärverwaltung hat sich hier— aus eine Ermäßigung der ursprünglich mit einem Mehrbetrage von 24,960,498 M. angesetzten Matricularbeitraäge um 3,386,516 M., also auf 21,573,982 M. mehr gegen das Vorjahr, ergeben. — Die Annahme des Vermittelungsent— wurfs des Papstes in der Karolinenfrage seitens Deutschlands und Spaniens bestätigt sich; dieser Spruch des Papstes wird zur Basis dienen für die ferneren directen Schluß- Verhandlungen zwischen Deutschland und Spanien. Bekannt⸗ lich lautet der Vorschlag des Papstes dahin, daß Deutschland die Oberhoheit Spaniens auf die Karolinen anerkennt, Spanien dagegen Deutschland die Anlage von Stationen und volle Handelsfreiheit gestattet. Kiel. Von den zur Zeit im Auslande be— findlichen einundzwanzig Kriegsschiffen der deut— schen Marine werden im Dezember d. Is. drei in die Heimath zurückkehren. Es sind dies: die Kreuzer-Fregatten„Stosch“ und„Prinz Adalbert“, welche von Capstadt kommend, nach Plymouth gehen, sowie die Kreuzer-Corvette „Marie“, die von Nordaustralien nach Aden in See gegangen ist. München, 18. Nov. Die Abgeordneten— kammer erledigte heute den Zolletat. Der An— trag der Clericalen auf Herabsetzung der Bier— exportvergütung um 20 Pfennig per Hectoliter wurde nach zweitägiger lebhafter Debatte bei der namentlichen Abstimmung mit 77 gegen 76 Stimmen abgelehnt. Der Minister bekämpfte den Antrag wiederholt. — 19. Nov. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde der Antrag Soden's auf Errichtung einer staatlichen Mobiliar-Brand— Versicherung erörtert. Auf Marquardsen's An⸗ trag wurde der Gegenstand mit Soden's Ein— willigung einstweilen vertagt. — Die Meldung der„Frk. Ztg.“ von der Ausweisung oder auch nur bevorstehenden Aus— weisung russischer Studenten aus München „wegen nihilistischer Umtriebe“ konnte, wie die „Augsb. Abendztg.“ und die„Neueste Nachr.“ melden, von keiner Seite bestätigt werden. Karlsruhe. Der Einzug des Erbgroß⸗ herzoglichen Paares in Freiburz ist, der„N. Bad. Landesztg.“ zufolge, nunmehr definitiv auf den 5. Dezember festgesetzt. Ebenso sicher ist jedoch auch die baldige Rückkehr nach Schloß Baden, da die neugebauten Wohnräume in Frei— burg noch nicht ausgetrocknet sind. Der Groß— herzog und die Großherzogin begeben sich nach ihrer Rückkehr aus Amsterdam bezw. Koblenz ebenfalls noch auf einige Zeit nach Schloß Baden. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Aus Paris wird der„N. Fr. Pr.“ gemeldet: Der Sommation durch die Pforte soll eine Collectiv-Erklarung der Mächte folgen, worauf die Conferenz einen provisorischen Verwalter Rumeliens ernennen, eine internationale Enquste zur Festsetzung der rumelischen Wünsche einsetzen und darüber be— rathen werde. Oesterreich und Rußland zeigten in der letzten Sitzung der Conferenz keinerlei Divergenzen. Frankreich. Paris. Das„Journal offiziel“ veröffentlicht die Ernennung Barrere's zum Gesandten in Stockholm an Stelle Annay's, welcher nach Kairo geht. — 19. Nov. Der Ministerrath beschloß, daß der Termin für die Zusammenberufung des Congresses behufs Wahl des Präsidenten der Republik nicht eher angesetzt werden könne, bis die für den laufenden Dienst pro 1886 er— forderlichen Credite bewilligt worden seien. Die Creditvorlage soll Samstag eingebracht werden. ———ͤ— r— ̃— 1* Türkei. Konstantinopel. Die Antwort der Pforte an den Fürsten von Bulgarien weist die Verantwortung für die jetzigen Vorgänge den Urhebern des rumelischen Aufstandes zu. Wenn der Fürst den status quo ante wiederherstelle, werde die Pforte sein Hülfegesuch erwägen. Serbien gegenüber sprach die Pforte ihre Be— friedigung aus über die Erklärung, daß es keine feindlichen Absichten gegen die Pforte hege. — 19. Nov. Die„Times“ meldet: Die Türkei und Serbien kamen dahin überein, daß nach Besetzung Sofias Serbien nicht mit dem Fürsten von Bulgarien, sondern mit der Pforte Frieden schließen solle, da die Pforte gleichgiltig gegen eine Zerstückelung Bulgariens sei und ein starkes Serbien einem mächtigen Bulgarien vorziehe. — Aus Damaskus sollen 25,000 Mann türkische Truppen unverweilt nach Kreta und dem Epirus abgehen. Serbien. Belgrad. Bezüglich der zwischen der Türkei und Serbien anläßlich des serbischen Einmarsches in Bulgarien schwebenden Verhand— lungen verlautet unterrichteterseits, daß die Pforte wegen Verletzung türkischen Staatsge— bietes, wozu Bulgarien unzweifelhaft gehöre, Verwahrung eingelegt habe. Garaschanin habe erwiedert, das Vorgehen Serbiens sei durch Zwangsverhältnisse und die Politik Bulgariens nothwendig geworden. Serbien wolle keines— falls die Türkei schaͤdigen. — 18. Nov. Die Serben rückten gestern in Bresnik ein. Die Bulgaren ließen 8 Ge— schütze zurück. Die bulgarischen Truppen bei Widdin sind als vollständig desorganisirt und zersprengt anzusehen. — 19. Nov. Gestern Nachmittag erfolgte die Einnahme Widdins. Die Serben besetzten Radomir und marschiren auf Sofia. Bulgarien. Sofia, 17. Nov. Die Serben griffen Slivnitza rechts und links mit zahlreichen Streitkräften an. Die Bulgaren schlugen den Angriff ab, ergriffen die Offensive und ver— folgten die Serben 5 Kilometer weit. Die Serben hatten große Verluste. Die Arbeiten zur Vertheidigung gegen den Feind werden eifrig fortgesetzt. Es geht das Gerücht, die Serben marschirten in der Richtung von Genci auf der Straße nach Lompalanka rechts von der festen Position bei Slivnitza. — 18. Nov. Der gestrige Sieg der Bul— garen bei Slivnitza dürfte die Gefahr für Sofia beseitigen. Der linke Flügel der Serben wurde vollständig geschlagen und bis zum Abend 17 Kilometer weit verfolgt. Wahrscheinlich dürften die Serbey genöthigt werden, den Dragomanpaß aufzugeben. Am rechten Flügel waren die Serben glücklicher, es kam hier zu keiner Verfolgung Der Fürst führte die Truppen mehrmals in's Gefecht und richtete selber eine Kanone gegen den Feind. Griechenland. Athen. Ministerpräsident Delyannis beauftragte den griechischen Gesandten Rhangabe in Sofia, bei dem bulgarischen Mi— nister des Auswärtigen nachdrücklich auf die nicht zu rechtfertigenden Belästigungen griechischer Unterthanen, sowie auf die von bulgarischen Beamten verübten Beleidigungen von Bildern der hellenischen Majestäten hinzuweisen. Der Führer der Opposition, Trikupis, sprach den Eutschluß aus, die Opposition werde keine Cabinetsfrage aufwerfen und den Regierungs— Vorlagen keine Schwierigkeiten bereiten. Die Nachrichten von Truppenbewegungen gegen die Grenze werden als falsch bezeichnet. — 18. Nov. Kammer. Mintsterpräsident Delyannis wies in Beantwortung einer Inter— pellation auf die freundschaftlichen Beziehungen zur Türkei hin. Die Kammer nahm einen Gesetzentwurf, durch welchen Abzüge von den Gehältern der Beamten angeordnet werden, an. — 19. Nov. Berichte von hier melden, daß es dort trotz der herrschenden Actionslust zu keinem kriegerischen Unternehmen kommen werde. Angebliche Vereinbarungen zwischen Griechenland und Serbien dürften sich nur auf eine Hülfe— leistung im Nothfalle beziehen. Rußland. Petersburg.„Przeglond“ meldet Gerüchte, nach welchen der Rücktritt Giers' und die Abberufung des russischen Gesandten aus Bel— grad bevorstehend seien. Ignatieff wurde vom Zaren empfangen. Man glaubt, er gehe in einer außerordentlichen Mission nach Wien, Berlin, Paris und London, Andere behaupten nach Bulgarien. — Die„Kreuzzeitung“ berichtet von hier, daß das Gerücht über die Absicht der Regierung, alle höheren Posten in der Verwaltung und auf dem Gebiete der Rechtspflege zukünftig nur mit Personen griechisch orthodoxen Bekenntnssses zu besetzen, auf Wahrheit beruhe. Das bedeute eine vollständige Verdrängung des deutschen und polnischen Elementes aus dem Staatsdienste. Armenier und Tartaren würden in die leer ge— wordenen Plätze einrücken, Asien würde die Ober— hand über Europa gewinnen. — Der serbische Gesandte in Petersburg soll dem Fürsten Milan ein Handschreiben des Zaren überbringen. — Der„Regierungsanzeiger“ veröffentlicht die nachgesuchte Enthebung des Justizministers Nabokoff und die Ernennung des Senators Manassein zu seinem Nachfolger. Amerika. Ottawa, 16 Nov. Louis Riel, der Führer der letzten Insurrection im Nord— westen von Canada, ist heute in Regina hin— gerichtet worden. Indien. Rangun, 18. Nov. Minhla wurde gestern nach dreistündigem Kampfe im Sturm genommen. Der Weg nach Mandaley ist nunmehr frei. Vor der Einnahme von Minhla besetzte Norman Simbougwab am linken Ufer des Irrawaddy nach Abfeuerung zweier Kanonenschüsse; General Prendergast ging am rechten Ufer des Irrawaddy vor und bombar— dirte das Fort Kuligan, welches er rückseitig angriff. Das Fort wurde genommen, die Ge— schütze wurden vernagelt vorgefunden. Handel und Verkehr. Butzbach, 18. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.90—0.95, Käse per Pfd. 45—46 Pf., Eier 1 Stück 7 Pf. Frankfurt, 19. Nov. Fruchtbericht. Weizenmehl Nr. 0 M. 31.75 32.75, Nr. 1 M. 26.50— 27.50, Nr. 2 M. 24.75— 25.75, Nr. 3 M. 22.75— 23.75, Nr. 4 M. 16.25— 17.25, Nr. 5, M. 15.25— 16.25 Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 49.75 bis 5.75, norddeutsche und westfälische Welzenmehle 00 M. 23— 23.50, Roggenmehl/ ruhig M. 18.50- 19.50 ab Berlin, Null allein M. 1.50 darüber, schwarze Sorten nominell. Roggenkletie M. 4.50— 4.75, Welzenkleie M. 4 per Ctr. Rüböl im Detail M. 51. Verloosungen. Freiburger 15 Fr.⸗Loose vom Jahre 1868. Ziehung am 15. Nov. 1885. Serie 3287 Nr. 50 A 35,000 Fres. S. 2203 Nr. 9 4000 Fres. S. 3878 Nr. 37 à 1000 Fres. S. 1680 Nr. 40, S. 3089 Nr. 50, S. 3249 Nr. 31, S. 4301 Nr. 4, S. 5620 Nr. 27, S. 6221 Nr. 14 à 250 Fres. S. 42 Nr. 30, S. 1077 Nr. 5, S. 1372 Nr. 14, S. 1824 Nr. 33, S. 2119 Nr. 40, S. 2954 Nr. 46, S. 3148 N. 3, S. 3192 Nr. 25, S. 4196 Nr. 33, S. 4623 Nr. 12 22, S. 5396 Nr. 34, S. 5479 Nr. 9 38, S. 5629 Nr. 42, S. 6995 Nr.? à 125 Fres. Ansbach-Gunzenhausen 7 fl.⸗Loose vom Jahre 1856. Ziehung am 15. Novbr. 1885. Ge— zogene Serien: Nr. 36 152 210 275 384 462 499 551 699 834 1083 1107 1200 1461 1500 1512 1592 1607 1627 1683 1850 2179 2225 2254 2605 2616 2762 2801 2981 2994 3025 3091 3100 3249 3546 3743 3871 3874 3983 3993 4113 4136 4137 4278 4335 4401 4429 4571 4701 4745 4819 4903. Die Prämien⸗ Ziehung findet am 15. Dezember statt. Finnländisches 4½ pCt. Staats⸗Anlehen von 188 1. Ziehung vom 2. Nov. 1885. Heimzahlung am 1. Febr. 1885. Lit. A. Nr. 339 347 505 553 599 644 686 à 3000 M. Lit. B. Nr. 244 293 432 498 722 852 96% 1003 1322 1421 1584 1619 1677 1697 1726 1819 1843 2034 2065 à 1500 M. Lit. C. Nr. 72 248 358 359 372 447 455 567 715 770 836 854 893 896 019 1099 1611 1627 1964 1998 6060 M. Lit. D. Nr. 94 114 156 308 365 390 446 453 609 735 762 773 849 989 1058 1082 1124 1310 1434 1508 1611 1847 1884 1970 2266 2275 2396 2629 2977 à 300 M. Eingesandt. Leise Anfrage. Warum hat das Brod einen so hohen Preis gegen⸗ über den billtgen Fruchtpreilsen? Beides steht in gar keinem Verhältniß zu einander. civis. Eingesandt. In anderen Städten ist es Gebrauch, daß früh Morgens ein Fuhrmann von Haus zu Haus fährt, um die Asche und den Kehricht abzuholen. Einsender ist überzeugt, daß ein Fuhrmann, der gegen eine kleine Vergütung dies Abholen unternimmt, ein ganz gutes Geschäft dabei macht. H. Kirchliche Anzeigen für Kriedberg Evangelische Gemeinde. 25. Sonntag nach Trinitatis. Todtenfest. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½⁰ Uhr: Herr Candtdat von der Au. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach. Am 1. Advent Abendmahl in der Burgkirche. stathslische Gemeinde. Samstag 5 Uhr: Beicht. Sonntag 547 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht. Frledberg, 19. Nov. Die kalte Witterung mahnt jeden Pferdebesitzer zur Anschaffung einer guten wollenen Pferdedecke. Es ist wohl bekannt, daß man die besten, dauerhaftesten und billigsten Decken in dem Geschäft von G. Schulhof, Friedberg, kauft. 4018 Die herannahende Weihnachtszeit veranlaßt Jung und Alt die Hände zu regen, um lieben Verwandten eine sinnige Gabe zu fertigen und gewiß hat manches Kind schon seine Sparbüchse hervorgeholt, um deren Inhalt festzustellen und zu berechnen, ob derselbe wohl ausreicht, um für seine Geschwister ein Wethnachtsgeschenk zu kaufen. Besonders aber Eltern, sowie Erwachsene, Vereine und einzelne Wohlthäter bemühen sich aus den von ver— schtedenen Geschäfts branchen in Hülle und Fülle gebotenen Weihnachtsgaben etwas Passendes zur Bescheerung aus⸗ findig zu machen. Die Schaufenster legen ihren besten Schmuck an und Ausstellungen werden veranstaltet, um die Kauflust zu steigern. Das Auge läßt sich durch einen Gegenstand fesseln und dieser wird gekauft, well die äußere Ausstattung bestechend wirkt. Sehr häufig wird aber nicht danach gefragt, ob der damit Beschenkte auch wirklich dauernd ein Interesse daran finden werde. Dauernd kann aber nur ein Geschenk befriedigen, wenn wenn seine Ausführung solld und das Alter des Em— pfängers berücksichtigt ist. Besonders für die liebe Jugend werden zu Festgeschenken manche Anschaffungen gemacht, die sich, wenn in Gebrauch genommen, bald als verfehlte herausstellen. Mag nun die Wahl eine nicht passende, oder die Ausführung des Gegenstandes eine magelhafte sein, immerhin wird es für den Geber eine Enttäuschung bleiben, denn das dafür angewandte Geld trägt keine Zinsen. Wir können nun Jedem, welcher die Wahl eines guten Spiels oder Apparates zur Beschäf⸗ tigung und Unterhaltung, eines guten Buchs oder Lehr⸗ mittels u. s. w. zu treffen hat, anempfehlen, sich zunächst an die Leipziger Lehrmittel⸗Anstalt von Dr. Oskar Schneider in Leipzig zu wenden und den neuesten Katalog dieser Firma kommen zu lassen. Dieselbe bemüht sich schon sest Jahren für Jung und Alt das Beste zu fabrl⸗ zleren und zu empfehlen und liefert an jeden Interessenten ihren elegant ausgestatteten, reich ilustrirten Katalog unentgeltlich; man hat nur nöͤthig, diesen Rathgeber zu verlangen. 4023 Für Feinbäcker. Hirschhornsalz und Pottasche zu En gros-Preisen, sowie sämmtliche giftfreie Farben empfiehlt 4031 J. Baumeister. 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Er will nicht schnödes Gold, Wünscht nur ein Weibchen hold; Drum Madchen, wenn ihr wollt— Hier winkt euch Minnesold. Wohlerzogene junge Damen werden freundlichst ge⸗ beten, ihre Adresse mit Photographie unter R. M. 6 an Das Haus des Herrn M. Eckstein habe ich unter günstigen Be⸗ dingungen in Auftrag zu verkaufen. 4013 J. Butzbach, Auctlonator. 3 0* 0* Georg Ileimburg, Kaiserstraße Nr. 96, Feinstes Lager die Expeditlon des Anzeigers einzusenden. Anonyme Zuschriften finden keine Beachtung. 4005 in Uhren, Gold und Silber⸗ Waaren, Musikwerken, JC hristoffle-Waaren, Zrillen, Barometern, Thermometern. Reparaturen aller in's Fach einschlagender Artikel. Eignes Fobrikat. 2337 Billigste Preise. CarlDa I. Usagasse, empfiehlt Nohrmatten, Cocosmatten und Cocosläufer billigst. 4039 Wollene Tücher, Kaputzen, Handschuhe, gehäkelte Kinderkleidchen, Strümpfe, Unterhosen und Jacken, sowie Winterschuhe in großer Auswahl zu billigen Preisen bei 4035 a Geschwister Schloß. Prima Steinkohlen u. 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Berathung über verschiedene Kassenangelegenheiten. Assenheilm den 19. November 1885. Bezirks ⸗Krankenkasse für Assenheim und Umgegend. 4038 Der Vorstand. 4 4049 im Hause von Henn& Jamin. 5 140 N Stellensuchende jeden Berufs e e ee e eee 5 plaeirt schnell Reuter's Bureau in Dresden, Reit⸗ eee bahnstraße 25. 4042 Großer Ausverkauf sämmtlicher Winter-Mäntel, Regen-Mäntel,“ Kinder-Mäntel, Herren-Ueberzieher zu außergewöhnlich billigen Preisen. G. Schuuthöof. Kaiserstraße 120. Kaiserstraße 120. e 0 8 3 Fgrößles Cager 8 in Filz, Seidenhüten und 5 tappen, Handschuhen in 25 Wasch⸗ u. Wildleder, Negen⸗ 8 schirmen, Halsbinden bei 2 9701 C. Kalbfleisch. . 8 eee ee Weihnachtsgeschenk. Makart-Bauquelks in großer Auswahl bei H. Bergner, Handelsgärtneret, 4040 Kaiserstraße 97. Weihnachtsgeschenk. Winter⸗Schuhe in sehr großer Auswahl zu euorm billigen Preisen. Spier& Kupfer, gegenüber dem Rathhaus. 3558 Im Reinigen van Dettfedern empfiehlt sich Frau Möbs, Möbelmagazin von G. M. 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Tagesordnung: Einläufe aus dem Gau und von anderen Turnvereinen. 4025 Der Vorstand. N 9 6* Windecker's Felsenkeller. Einem verehrlichen Publikum thetle ich ergebenst mit, daß die Lokalitäten auch den Winter über geöffnet blelben, dieselben sind durch einen neuen amertkanischen Ofen gut geheizt und ist eine neue Ventilation eingerichtet. Ein gutes Pianino steht für Vereine ꝛc. zur freien Verfügung. Samstag und Sonntag Gans, Schellfisch und Haas. Guten bürgerlichen Mittagstisch zu 50 und 80 Pf. 4037 C. Stenger. Conrad Heß(früher Burck). Heute Samstag und Sonntag: 4046 Gebackene Fisch und Gänsebraten. Sonntaß den 22. d. Mis. findet bei mir 1043 Tanzmufik statt. Bemerkt wird, daß neben Wein auch Bier, Apfel⸗ wein und Federweißer verzapft wird. Freundlichst ladet ein Dlabenn. Zoleph Bebop. Große steinerne Ständer und Töpfe zum Sauerkrauteinmachen empfiehlt 4053 Friedr. Hilbrecht Wittwe. 8 Halsbinden& Shlips 4 eng. u Schlittschuhe empfiehlt in großer Auswahl Ph. Dan. 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Entfernung Thal, kant ganzen An! würde dem besonders nütts bekat kurftemden auf der Da hem“ berül bahn einläu Crunsber deut Ort gehen und! in die Mal berkehtsresc Jaht man namentlich oder deren f uickelung 1 daß nach 5 * . * n Beilage. Hberhessischer Anzeiger. M 138. Aus Stadt und Land. Friedberg. Auf der Tagesordnung der Gemeinde— rathssitzung in Homburg v. d. H. vom 20. Nov. steht als dritter Punkt„Erbauung einer Etsenbahn von Hom— burg nach Friedberg“. Man will nun in Homburg wissen, es sel schon die Antwort des Ministers auf die letzte Eingabe eingelaufen und günstig ausgefallen. So sehr erfreulich nun diese Thatsache auch wäre, wollen wir uns zu sanguinischen Hoffnungen doch nicht hingeben, denn es ist bei dem bekannten Geschäftsgang kaum mög⸗ lich, daß jetzt schon eine Antwort eingetroffen sein könnte. 1. Friedberg, 20. Nov. Gestern Nachmittag kaufte eine Frau von auswärts in der Wind'schen Wirtbschaft am Bahnhofe mehrere Fleischwaaren und ließ ihre Tasche behufs späterer Abholung daselbst stehen. Ein Gauner hatte dies bemerkt und kam später, um die Tasche der Frau„in ihrem Auftrage“ zu holen. Als dann die Eigenthümerin selbst kam, stellte sich der Betrug heraus. Der Dieb wurde seiner Beute nicht lange froh, denn eine fofort eingeleitete Verfolgung führte zu seiner Ent— deckung und Verhaftung. e. Friedberg. Zur Errichtung eines Denkmals für Ulrich v. Hutten und Franz v. Sickingen auf der Ebernburg bei Kreuznach erläßt ein Comité einen Aufruf um Beiträge, welche an M. Hohenemser in Frankfurt oder S. Bleichröder in Berlin eingesandt werden können. Der Aufruf schließt mit den Worten:„Dort auf der Ebernburg soll ihr Standbild stehen, wo sie träumten des Lebens schönsten Traum, wo sie hoffend planten des Reiches Größe; dort soll's stehen gleichsam zu Füßen und im Schatten der thronenden Germania am nahen Rhein und soll Allen, die zum Sieges denkmal des neuen Reiches aufsteigen und aufblicken, ein ernstes Mahnzeichen sein, wie lange gehofft und geharrt, wie viel vergeblich erst gekämpft und gerungen ward, bis endlich ein Kaiser kam, dem huldigend die Fuͤrsten sich nahten, der den Herzenswunsch des Volkes erfüllte, der, des Friedens Hort und der Landmark Schutz, ein starkes und mächtiges 1 Vaterland schuf, dessen Guter und Gaben mit Liebe ge pflegt, mit Treue gewahrt, mit Leib und Leben geschirmt werden sollen von Geschlecht zu Geschlecht!“ r. Bad⸗Nauheim. In Folge des neuerdings auf— getauchten Bahnprojekts Köppern-Usingen wird in der hlesigen Gegend wieder das seiner Zeit aufgestellte Projekt: Die Herstellung einer Bahnverbindung zwischen Usingen— Bad Nauheim resp. Friedberg“ allgemein ventilirt, da durch event. Ausführung ersterer Linie die Aufschließung der südwestlichen Wetterau in weite Ferne rücken würde. Unterwerfen wir beide projektirte Bahnlinien einem Ver— gleich, so kommen wir zu nachstehendem Resultat. Ab— gesehen davon, daß die Linie Bad Nauheim-Usingen eine natürliche Verlängerung der proj. Eisenbahnlinie„Hom— burg Friedberg“ bilden würde, ferner, daß Terrainschwlerlg— keiten bei Ausführung der Bahnlinte dem Usathal ent— lang fast gar keine vorhanden sind, da dasselbe viel breiter ist und viel weniger Schwierigkeiten bezüglich der Entfernung der Wassermassen bietet, wie das Köpperner Thal, kann auch hierbei eher auf eine Rentabilität der ganzen Anlage gerechnet werden, denn diese Bahnlinie würde dem romantischen Usathal entlang ziehen, welches besonders in neuerer Zelt, nachdem dasselbe mehr aus wärts bekannt geworden ist, von vielen Reisenden und en. von Bad⸗Nauheim besucht wird. n Während auf der Bahnlinie Köppern-Usingen nur ein Ort„Wehr— heim“ berührt werden kann und dieselbe in eine Neben— bahn einläuft, würde die andere Linie an den Orten: Cransberg⸗Wernborn, Ziegenberg-Langenhain, dem großen Ort Ober⸗Mörlen und an Nieder⸗Mörlen vorbei— gehen und direct in eine der Hauptbahnen Deutschlands in die Main⸗Weser⸗Bahn einmünden, woselbst die beiden 1 verkehrsreichen Städte Bad-Nauheim und Friedberg liegen. Zieht man hierbei noch in Erwägung, daß Landestheile, namentlich auch Badeorte, wo Nebenbahnen entstehen oder deren Netz sich vervollständigt, einer ungeahnten Ent— wickelung und Kräftigung sich erfreuen, bedenkt man ferner, daß nach Vollendung dieser Bahn auch Aussicht vor— handen ist, daß der westliche Theil von Nassau durch Verlängerung dieser Linte nach der Lahn zu den großen Verkehrs linien angeschlossen wird, so muß constatirt werden, daß für die wirthschaftliche Entwickelung der bis jetzt von allem Verkehr ausgeschlossenen, aber doch wohl— habenden südwestlichen Wetterau, nebst unserem Bade— orte, die Ausführung obiger Linte von entscheidender Bedeutung wäre. b. Groß⸗Karben. Bekanntlich bestehen seit einigen Jahren in verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes sog. Bauern⸗Vereine, welche bezwecken durch corporative Zusammenfassung der Landwirthe den immer drohender werdenden Ruin des Bauernstandes zu verhindern. Auch in Hessen ist unter dem Vorsitze des Grafen zu Solms— Laubach ein solcher Verein ins Leben gerufen worden, der aber bis jetzt in Oberhessen nur wenig bekannt geworden. Am vergangenen Sonntag fand deßhalb eine Bersammlung auf dem Selzer Brunnen statt, um wegen Verbreitung des Vereins in Oberhessen zu berathen. Bel Verhinderung des Grafen zu Solms-Laubach ent— wickelte Baron d. Wam bolt die Zwecke des Vereins, welcher unter absolutem Ausschluß aller polltischen und religtösen Fragen lediglich die Interessen des Bauern⸗ standes heben und fördern soll. Die Versammlung war aus der Umgegend sehr zahlreich besucht und folgte den Ausführungen mit höchstem Interesse. Fast alle An— wesenden traten sofort dem Verein bei und bewlesen dadurch, daß auch die Landwirthe unserer Provinz zu der Ueberzeugung gekommen sind, daß der Bauernstand nur durch Aufbieten aller vereinten Kräfte aus seiner Krists gerettet werden kann. Möge bald auch die Wetterau die volle Wahrheit des alten und schönen Wortes er— fahren:„Hat der Bauer Geld, so hat's die ganze Welt.“ Laubach, 16. Nov. Nächsten Sonntag findet in der Horst'schen Gastwirthschaft zu Ruppertsburg(halb⸗ wegs zwischen Hungen und Laubach) eine Versammlung der sich für den Bau einer Eisenbahn von Hungen nach Laubach und ihre Weiterführung Interessirenden statt. 5 Worms. Mit dem 16. Novomber d. J. werden in den Orten Oppenheim, Guntersblum, Bodenheim, Wörrstadt und Partenheim Verpflegungsstationen für mittellose Reisende in's Leben treten. Es sollen diese Statlonen hauptsächlich gegen den so lästigen Wander— bettel Ahhilfe schaffen, und wird deshalb dort jeder arme Reisende, welcher nicht aus der nächsten Umgebung stammt, in angemessener Form verpflegt werden. Wenn irgend möglich wird die Verpflegung von einer vorgäng— igen Arbeitsleistung abhängig gemacht. Literarisches. Daheim. Nr. 7 enthält: Unser Neffe.(Forts.)— Dr. J. C. Haskarl und die Kultur der Chinarinde. Von C. K.— Berlin ⸗Ostende mit zehntägigem Retourbillet. (Forts.)— Die Sprengung von Hellgate. Mit 2 Illustr. — Am Familientisch: Ein seltener Fund. Mit Bild.— Fahrt zur Kirche im westlichen Norwegen. Mit Bild.— Eine seltsame Doktordisputation.— Versteinerte Menschen— augen?— Was soll der Junge werden?— Eine Reliquie Schillers.— Technische Umschau.— Rechtsrath.— In unserer Spielecke.— Mit zwei illustr. Beilagen. „Die Werkstatt“, Meister Konrads Wochenzeitung: Nr. 7 enthält: Aus der Welt.— Für die Werkstatt: Man muß sich die Arbeit nur leicht machen.— Be— fähigungsnachweis oder nicht?— Etwas für geschickte Mechaniker.— Thüren aus Pappe.— Deutscher Post⸗ beamter und Schneider zugleich.— Abgewiesen.— Nichtchristen in den Innungen.— Auf der Fachschule. — Um blankes Eisen gegen Rost zu schützen.— Aller⸗ hand Nützliches für den Handwerker.— Für den Abend⸗ schoppen: Zum ersten Male wieder bei Licht gearbeitet. — Sonntagsruhe in alter Zeit.— Für Haus und Herd: Was ist für einen Kranken das Bessere, daheim verpflegt, oder im Krankenhause?— Zu schöne Hosen(Wienerisch). — Verwerthung der Abfälle von zedörrtem Obst.— Wie wäscht man Glacéhandschuhe?— Die Blumen im Zimmer.— Das bloße Abkochen der Pilze.— Für den Feierabend: Die Brüder. Erzählung von Albert Bürklin. (Forts.)— Ein gefährlicher Mensch.— ? Friedberg. Im Nachstehenden theilen wir die Statuten des evangelischen Stadtkirchenbau⸗ Vereins zu Friedberg zur allgemeinen Kenntniß mit und hoffen, daß Viele, die noch nicht Mitglieder des Vereins sind, sich hierdurch veranlaßt sehen, es zu werden. §. 1. Zweck des Vereins. In Friedberg hat sich im Mai 1885 ein Verein gebildet, der Ich die Wlederherstellung, Erhaltung und Verschönerung der evangelischen Stadtkirche zum Zweck gesetzt hat. . 2. Mitglieder. Wer für die Zwecke des Vereins thätig ist und einen jährlichen Beitrag von mindestens 50 Pfennig leistet, ist als Mitglied des Vereins zu betrachten. §. 3. Mittel. a. Das Grundkapital des Vereins bildet die von der Feier des Luther-Festes im Jahre 1883 übrig gebliebene und einstwellen verzinslich angelegte Summe von 130 Mark, die sich inzwischen durch Ver⸗ zinsung und durch Einnahme aus Vorträgen, sowie durch Geschenke auf 200 Mark erhöht hat. b. Hierzu kommen zunächst die Beiträge der Mitglieder, sowie Gaben von Wohlthätern des Vereins, welche sehr willkommen sind. e. Weitere Geldmittel sollen durch Veranstaltung von Vorträgen, Concerten und dergl., sowie durch Collekten beschafft werden. d. Behufs der Erhebung von Collekten und der Gewährung von Beiträgen aus Staatsmitteln wird der Verein sich ernstlich bemühen, das Interesse sowohl der kirchlichen Oberbehörde als auch der Groß⸗ herzozlichen Staatsregierung und der Landesvertretung für das in hiesiger Stadtkirche vorhandene herrliche Denkmal gothischer Baukunst zu gewinnen. §. 4. Vorstand. Zur Geschäftsführung, sowie zur Vertretung des Vereins in allen Rechtsverhältnissen wird, zum erstenmal durch den evangelischen Kirchen— vorstand, später durch die General-Versammlung, ein Vorstand von sieben Mitgliedern auf je drei Jahre ge⸗ wählt, der aus seiner Mitte einen Vorsitzenden, einen Stellvertreter desselben, einen Schriftführer und einen Rechner ernennt. Drei dleser Vorstandsmitglieder müssen jederzeit dem evang. Kirchenvorstande entnommen sein. §. 5. Verhältniß zum Kürchenvorstande. Durch die dem Klrchenvorstande angehoͤrigen Vorstands⸗ mitglieder ist die Verbindung des Vereins mit dem Ge— sammtkirchenvorstande berzustellen und dieser von den Unternehmungen des Vereins in Kenntniß zu erhalten. Die von dem Vereine beabsichtigten baulichen Herstellungen, sowle Veränderungen im Innern der Kirche bedürfen der Zustimmung des Kirchenvorstandes. d §. 6. Generalversammlung. Die Vereins- mitglieder werden jährlich zu einer Generalversammlung berufen. Diese hat den Bericht des Vorstandes über den Stand der Vereinsangelegenheiten entgegenzunehmen, über diese Angelegenheiten zu berathen, alle drei Jahre den Vorstand neu zu wählen und, falls nach den ge— machten Erfahrungen eine Aenderung der Statuten nöthig erscheint, hierüber auf Vorlage des Vorstandes und unter Vorbehalt höherer Genehmigung mit zwei Dritteln der Stimmen zu beschließen. Außer der regelmäßigen Jahresversammlung kann der Vorstand nach Bedürfniß außerordentliche Versammlungen berufen und er muß—⸗ solche berufen, wenn mindestens zwanzig Vereins-Mit glieder dies verlangen. Handel und Verkehr. Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsenduntzen müssen auf den⸗ selben Empfänger und Bestimmungsort so genau be⸗ zeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei sind namentlich folgende Punkte zu beachten: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkelt, daß die Wohn⸗ ungsausgabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. 2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbezirk(O., N., NO. zc.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung „Berlin“ zu vermerken. 3. Gibt es mit dem Bestimm⸗ ungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzusehen sind, ergiebt sich aus dem„Verzeichniß gleich⸗ namiger oder ähnlich lautender Postorte“, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittelung jeder Reichs Postanstalt bezogen werden kann. 4. Wenn der im Reichs⸗Postgebiet belegene Bestimmungs ort zwar mit einer Postanstalt ver⸗ sehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu be⸗ zeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks(Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen[(Oder),(Elbe), (Rhein),(Main) zc.], oder von Gebirgen((Harz), (Riesengebirge) ꝛc.]J. Nicht minder sind zusätzliche Be⸗ zeichnungen, wie(Thüringen),(Altmark),(Lausitz) ꝛc. für den Zweck geeignet. 5. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Postanstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bz. die Abholung erfolgen soll. 6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Orts— namen noch das betreffende Land bz. der Landestheil auf der Sendung anzugeben. Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberkunft der Sendungen an die Empfänger wesentlich beitragen, und es llegt daher im eigenen Interesse der Absender, die Aufschriften der Sendungen hiernach genau anzufertigen. 2* Aufruf. Der kaum für möglich gehaltene Krieg zwischen Serbien und Bulgarien ist zum Ausbruch gekommen.— S. Hoh. der Furst von Bulgarien, ein Sprosse unseres hessischen Fürstenhauses, und mit ihm seine junge Armee find durch die plötzliche serbische Kriegserklärung und den vorbereiteten Einfall der serbischen Armee in Bul⸗ garien gezwungen worden, in einen Winterfeldzug ein⸗ zutreten. Wie viel Jammer und Noth ein solcher Feld⸗ zug, selbst für die bestorganisirte Armee, zur Folge hat, steht lebhaft genug in unserem Gedächtniß. Wir richten deßhalb an Alle, die fuͤr solche Roth ein warmes Herz haben, die dringende Bitte, dies durch recht reichliche Spende von warmen Kleidungsstücken(wollene Hemden, Jacken und Strümpfe), sowie Geld, theils zur An⸗ schaffung von antiseptischem Verbandszeug de., theils zur Ueberweisung desselben an den Huͤlfsverein in Sofia, so rasch als moglich zu bethätigen. Zur Empfangnahme von freundlichen Gaben ist das unterzeichnete Comits in der Hauptannahmestelle im Palals Sr. Gr. H. des Prinzen Alexander berelt. Darmstadt, 17. November 1888. Das provisorische Comité. Die Expedition des Oberh. Anzeigers ist bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiter zu befoͤrdern. Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 19. November 1885. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstü cke 16. 16 16. 13 do. n e 10. 8 12 Englische Sovereingg gs W. Russische Imperkales. ane. Duden 9. 60 9. 55 „ al marco. F ee e eee — 8 — — .—— Der neue Preis-Courant. Hier wird verkauft zum Schleuderpreis, Dies Jahr ist bald zu End', Bei mir, daß alle Welt es weiß, Noch billiger um zehn Prozent; Und dauert auch das nächste Jahr, Das Publikum weiß es mir Dank, 's ist, glaubt sicherlich,'s ist wahr, Wegen Mangel im Cassaschrank. Nur gegen Baarzahlung. Unterjacken in Wolle und Baumwolle 80, 90 Pf., 1.20, 1.50, 1.75, 2, 2.50, 3 M. Unterhosen für Kinder 50, 60, 70, 75, 85, 90, 95 Pf., 1, 1.10 M. Frauen-Unterröcke, gewebt, 1.20, 1.30, 1.50, 2, 2.50 M. Bettjacken, weiß und farbig, 1.60, 1.70, 1.80, 2 M. Handtücher, 1,30 m lang, pr. ½ Otzd. 2, 2.25, 2.50, 3, 3.50, 4 M. 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Regelung der Art und Weise der Erhebung der Beiträge. 6. Beschlußnahme über Einführung einer Krankencontrole. Vilbel den 17. November 1885. Der Vorstand der Bezirkskrankenkasse für Vilbel und Umgegend. 4017 J. C. Guth, Vorsitzender. Veltestes, größtes und billigstes von J. Pfeffer& Metzendorf, vor 4 Jahren unter der Firma J. Pfeffer gegründet, dessen Reellität seit dieser Zeit durch eine ausgebreitete Kundschaft Anerkennung gefunden hat, unterhält stets ein fehr reichhaltiges Lager von den feinsten bis zu den gewöhnlichsten Möbeln, allen Anforderungen bezüglich der Güte und der modernsten Jagon entsprechend. Ganze Zimmereinrichtungen, in schwarz eingelegt, berechnen sich nicht theurer wie feine Nußbaum-Möbel. Pelzwaaren, (eigenes Fabrikat) als: Müffe, Kragen, Vorlagen& Pelzbesatz, Schwarze Müffe schon für M. 3., Pelz- Baretts für Damen und Kinder empfiehlt in größter Auswahl Reelle Bedienung! Müöbelmagazin in Friedberg Gebrüder Strauß, vis-N-vis der Post. 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