1 g 5 * en werben, e Waaren, „itentteti ometern. ler ing u mer Attiltl. Febrkat. it Prtise. ckinge lar 4 un Ftitsch. 2 1 pferd nn beuftit 1 U 9 1. enöbalich bilig“ getut ge rund 77471 861 5 Hoflieftt 77 Blutatut 41 70 Pf. U Rabten Apotr J. 14490 60 och 1 Pont 1 71 1 f 1 f 5 f handlungen mit der Dienstag den 20. Octoher. M24. Oberhe f ser Anzeiger. Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Notar Sommer zu Bechtheim wurde zum Notar zu Sprendlingrn, der Gerichtsassessor Dr. Wallenstein in Mainz zum Notar zu Bechtheim, der pen. Bauaufseher Engel aus Nieder-Mörlen zum Hauptsteueramts— diener in Mainz ernannt. Berlin. Augenblicklich wird im Bundes— rathe die Frage erörtert, wie den Schwierig— keiten zu begegnen ist, welche daraus entstehen, daß die Rechte und Pflichten aus den Versicherungs— verträgen, welche vom Unternehmer gegen die Folgen der im Unfallversicherungsgesetze bezeich— neten Unfälle mit den Privatgesellschaften auf Gegenseitigkeit abgeschlossen sind, auf die Be— rufsgenossenschaften übergehen. Bei den Gegen— seitigkeits-Gesellschaften haben die Mitglieder bekanntlich bei ihrem Ausscheiden noch zwei Jahre lang Nachzahlungen zu leisten. — 17. Oct. Die Ausschüsse des Bundes— raths sind für 1885 gebildet worden und wer— den heute vom„Reichsanzeiger“ veröffentlicht. — Das Befinden des Chefs der Admirali— tät, Generallieutenants v. Caprivi, ist seit einigen Tagen fieberfrei und gibt zu keinerlei Besorg— nissen mehr Anlaß. Die Venen Entzündungen an den Beinen, deren Heilung bekanntlich lang— wierig ist, sind jedoch noch immer vorhanden. Seitens der Aerzte ist Caprivi nach seiner Ge— nesung eine Reise nach dem Süden zur völligen Wiedergenesung und Kräftigung empfohlen. — Der griechische Gesandte R. Rhangabe, welcher bekanntlich erst vor Kurzem, wie alle griechischen Gesandten(außer denen in Wien und Konstantinopel), aus Sparsamkeitsrücksichten abberufen worden, wird bereits diese Woche wie— der in Berlin erwartet, um seine Stellung wieder zu übernehmen. — Fur diejenigen Provinzen, deren Land— tage die Bildung von Gewerbekammern abge— lehnt haben, wird, wie verlautet, falls es nicht gelingen sollte, dieselben noch zur Zustimmung zu bewegen, die losere Einrichtung gewerblicher Conferenzen am Sitze der höheren Verwaltungs— behörde geschaffen werden. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Im Ab— geordnetenhause sagt Graf Taafe, die Inter— pellation Grocholski beantwortend, in Betreff der Ausweisungen aus Preußen: Die Regierung erhielt auf eine Anfrage über die Grundlage und Ausdehnung der Maßregel folgende Aus— kunft: Preußen betrachte die Ausweisung als interne Maßregel, hervorgerufen durch die Ver— schiebung der sprachlichen und confessionellen Ver— hältnisse. Die österreichische Regierung ist daher nicht in der Lage, weitere Schritte in dieser Sache zu unternehmen, hat indessen in berück⸗ sichtigungswerthen Fällen mit Erfolg eine Ver— wendung eintreten lassen. — Wie die„Presse“ meldet, berief das Ministerium des Aeußern die österreichisch-unga— rische Zollconferenz zum 22. October ein, um die Instructionen fur die Handelsvertragsver— Türkei festzustellen. Dänemark. Kopenhagen, 17. Oct. Die Prinzessin von Wales mit Kindern reist morgen mit der Königin auf dem„Danebrog“ nach Lübeck. Prinz Waldemar ist gestern nach Paris ab— gereist; der Kronprinz und die Kronprinzessin werden morgen dahin folgen. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland gedenken ebenfalls morgen von hier nach Petersburg abzureisen. Großbritannien. London, 7. Okt. Ju der Capstadt haben der deutsche Consul und der Commandant der Corvette„Gneisenau“ sich geweigert, die Gefangennehmung eines deutschen Matrosen zuzugeben, der angeklagt wurde, bei einem in der Capstadt begangenen Morde mit— gewirkt zu haben. Die Angelegenheit ist an die deutsche Regierung berichtet worden und inzwischen jede weitere Thätigkeit der Civilbehörden in der Sache eingestellt worden. Ueber einen neuen englisch-spanischen Conflict wird aus Madrid gemeldet: Vor einiger Zeit wurde eine englische Firma in Havanna zur Zahlung einer schweren Geldbuße verur— theilt, die vorbehaltlich einer Berufung gegen das Urtheil zu hinterlegen gewesen wäre; der britische Generalconsul willigte jedoch ein, Bürge für die Zahlung der Geldbuße zu sein, wenn dieselbe von der Madrider Regierung nicht er— lassen werden sollte. Die Zollbehörde nahm bedingungsweise diese Bürgschaft an. Da die englische Firma ihre Zahlungen einstellte, ehe der Appell zur Verhandlung gelangte, belegten die Madrider und cubanischen Behörden das eng— lische Generalconsulat thatsächlich mit Beschlag und versiegelten sogar die Archive und Privat— effecten des Consuls. Er protestirte, konnte jedoch nach einer langen Correspondenz nur die Freigebung der Archive und der Consulats— Bureaux erlangen. Die britische Regierung instruirte jüngst den Geschäftsträger Bunsen in Madrid, der spanischen Regierung eine Note zu übermitteln, welche Genugthuung für diese bei— spiellose Handlung der spanischen Beamten fordert. Am 15. ds. wurde diese Note dem Minister für auswärtige Angelegenheiten überreicht. — Ein Blaubuch über Zululand und die St. Lucia-Bay ist erschienen. Dasselbe enthält die Verhandlungen mit Einwald und umfaßt die Zeit vom 8. Dezember 1884 bis 14. Juli 1885. Türkei. Constantinopel, 16. Okt. Das Memorandum der Botschafter, welches hier und in Sofia überreicht wurde, entspricht seinem ganzen Inhalte nach der Uebereinstimmung in der Auffassung, welche die Mächte von Anfang an gegenüber der bulgarischen Frage gehabt haben. Demgemäß anerkennt das Memorandum auch das Recht des Sultans, dem Berliner Vertrage Genugthuung zu verschaffen, und gibt der bulgarischen Regierung den ernsten und nach— drücklichen Rath, dem Berliner Vertrage nach— zuleben und sich der Souveränetät des Sultans zu fügen. In der Declaration heißt es dann weiter: In Folge des Antrages der russischen Regierung seien die Botschafter zur Vereinbarung einer Declaration zur Wahrung des Friedens und zur Vermeidung von Blutvergießen zusammen— getreten, bis die Mächte entsprechende Beschlüsse gefaßt hätten. Die Declaration lobt die Halt— ung des Sultans, welcher den Souveränen ihre Rechte zu wahren bemüht sei. Die Botschafter hoffen, der Sultan werde in dieser versöhnlichen Haltung verharren, sie tadeln entschieden die Ereignisse in Rumelien und machen die Fuͤhrer der Bewegung fur jede Agitation verantwortlich. Die Bulgaren werden aufgefordert, keine Truppen an der Grenze zu concentriren, ihre Nüstungen einzustellen und zur Ordnung zurückzukehren, sie dürften auf keinen Beistand der Mächte rechnen. Diese Declaration wurde gleichzeitig in Con— stantinopel und Sofia überreicht. Die Ver— treter der Mächte in Sofia bemerkten bei der Ueberreichung an Karaweloff, die Bulgaren sollten jede Unklugheit vermeiden und die Rüst— ungen einstellen. Auf die Pforte machte die Declaration einen günstigen Eindruck. Auf Be— fehl des Sultans ist ein außerordentlich er Ministerrath behufs Beantwortung der Decla— ration einberufen worden. — Wie der„Times“ unter'm 16. aus Wien gemeldet wird, sind Oesterreich und Rußland dahin übereingekommen, der Pforte zu empfehlen, die europäischen Mächte zu einer Conferenz ein— zuladen, deren Basis der Berliner Vertrag bilden solle. Der Beitritt Deutschlands sei gesichert; die Pforte habe ihre Einwilligung gegeben; die Zustimmung Englands, Frankreichs und Italiens sei jedoch noch nicht erlangt. Ein Delegirter der Conferenz soll alsdann zu Fürst Alexander gesendet werden, und diesen kategorisch auffor— dern, seine Truppen aus Ostrumelien zurückzu— ziehen. Falls er sich weigert, wird der Pforte die militärische Action freigestellt, will sie diese nicht, so wird ihre Zustimmung zur bulgarischen Union vorgeschlagen. — Der Sultan verlangte von der Otto— manbank 20 Million für Rüstungszwecke, er— hielt aber den Bescheid, daß die Negociirung nur unter der Garantie, daß der Berliner Ver— trag aufrechterhalten werde, erfolgen könne. Bulgarien. Sofia, 17. Oct. Bulgarien hat Serbien eine Grenzberichtigung durch Ab— tretung des Grenzgebietes einschließlich Widdin vorgeschlagen. Es ist wahrscheinlich, daß Serbien den Vorschlag annimmt. 18. Oct. Wiener Mittheilungen zu— folge hätten die bulgarischen Truppen in Ost— rumelien Befehl erhalten, nach Bulgarien zurück— zugehen. Serbien. Belgrad, 16. Okt. Von Wien aus wurde heute folgende Nachricht verbreitet: „Ein Theil der nächst Nisch concentrirten serbi— schen Armee hat gestern Nachmittag die Grenze überschritten. Serbien protestirte gegen die Beschlüsse der Botschafter. Die in Berana befindlichen türkischen Bataillone wurden in Eil— märschen nach Pristina dirigirt. Das Kriegs— manifest des Königs Milan wird heute Nacht gedruckt.“ Diese Nachricht bestätigt sich zwar nicht, allein die Gefahr kriegerischer Verwickel— ungen ist noch unvermindert, wie auch aus der Rückkehr des Fürsten Alexander nach Sofia hervorgeht. Heute, am 17. d., soll die strategische Vertheilung der serbischen Truppen vollendet werden, worauf König Milan den Oberbefehl über die drei Armeecorps übernimmt. In Alt— serbien rüsten sich die Mohamedaner, um einem Einfall der Serben zu begegnen. Die Frei— willigen, 5000 Mann stark, durch 15,000 Regu— läre gestützt, organisirten sich in bewaffneten Banden. In Kossowo stehen 11,000, in Uesküb 7000 Mann. 9000 Mann sind zerstreut dis— locirt. Die Türkei verfügt angeblich in Europa über 140,000 Mann, weitere 20,000 Mann sind von Asien her auf dem Marsch. — Serbiens Vertreter bei den Großmächten präcisirten den Standdunkt dahin, daß Serbien den Berliner Vertrag respectire, daß aber durch eine Vergroͤßerung Bulgariens ohne Compen— g sation für Serbien jenes eine stete Bedrohung bilden würde. Daher sei es für Serbien eine Lebensfrage, daß das Kraftgleichgewicht auf der Balkanhalbinsel erhalten bleibe. Rumelien. Philippopel, 17. Okt. Die administrative Vereinigung der beiden Bulgarien dürfte in 14 Tagen beendet sein.— Der von der provisorischen Regierung von der Filiale der Ottomanbank verlangte größere Vorschuß wurde wegen Geldmangels verweigert.— Der bulgarische Exarch in Constantinopel verweigerte den Empfang der bulgarischen Delegirten. Montenegro. Cettinje, 16. Okt. 300 Montenegriner haben sich nach der serbischen Grenze begeben. Griechenland. Atben, 17. Oct. Eine Meldung des„Reuter'schen Bureaus“ aus Candia vom 16. d. erklärt alle Gerüchte über eine in— surretionelle Bewegung auf der Insel für voll— ständig unbegründet. Asien. Bombay, 16. Okt. Die einheimische Presse bespricht und verurtheilt die vorgeschlagene Vergrößerung der militärischen Ausgaben. Sie glaubt, daß Nichts beweist, daß diese Vermehr— ung nothwendig ist, um die effective Stärke aufrecht zu erhalten. — 17. Oct. Die„Times“ veröffentlicht ein von der indischen Regierung formulirtes Ulti— matum an den König von Birma; dasselbe verlangt, der König solle den Abgesandten des Ober-Commissärs von Britisch-Birma ehren— voll empfangen und alle Maßregeln gegen die Bombay-Birma Handels-Compagnie ein— stellen lassen, bis der Abgesandte den Streit zwischen der Compagnie und der birmanischen Regierung untersucht haben werde. Würden diese zwei Punkte nicht zugestanden, so werde eine Action gegen Oberbirma sofort ohne weitere Ankündigung erfolgen. Drittens wird gefordert, der König solle die Niederlassung eines ständigen britischen Agenten in Mandalay mit einer Schutz— wache gestatten. Aus Stadt und Land. 2 Friedberg. Der hiesige ev. Stadtkirchen⸗ bauverein hat sich nunmehr definitiv gebildet, seine genehmigten und gedruckten Statuten veröffentlicht und durch die in§. 4 vorgeschriebene Wahl(„zum ersten Mal durch den ev. Kirchenvorstand, später durch die General⸗Versammlung“) für drei Jahre seinen Vor— stand erhalten. Denselben bilden: Kirchenrath Baur, Hofmaler Hieronimus, Kreisbaumeister Schneller, Bürgermeilster Steinhäußer, Dr. August Trapp, Seminarlehrer Wahl, Professor Dr. Weiffen bach. In seiner kürzlich abgehaltenen ersten Sitzung wählte der genannte Vorstand: Professor Dr. Weiffen bach zum Präsidenten, Kirchenrath Baur zu dessen Stellver⸗ treter, Dr. Trapp zum Schriftführer und Seminarlehrer Wahl zum Rechner. Außerdem wurde beschlossen, daß demnächst ein Aufruf an die Bewohner der Stadt und des Kreises Friedberg erlassen und zum Beitritt von Mitgliedern aufgefordert werden, sowie daß in Kürze eine Liste zur Einzeichnung elreultren solle. Endlich theilte der neuerwählte Rechner noch mit, daß der Kassenvorrath schon jetzt sich über 250 M. belaufe. Wir zweifeln nicht, daß der neue Verein die ungetheilte Sympathie der Bevölkerung in allen, auch den nicht-evangelischen, Kreisen finden wird: gilt sein Werk doch der Erhaltung eines so„herrlichen Denkmals gothischer Baukunst!“ Um allen den Beitritt zu ermöglichen, wurde der Minimal⸗ Jahresbeitrag, unbeschadet der daruber hinausgehenden Opferwilligkeit der Begüterten, auf blos 50 Pf. angesetzt. sch. Friedberg. Endlich ist der Platz für das neu dahier zu errichtende Kreisamtsgebäude defintiv bestimmt. Das Gebäude wird eine Zierde der Stadt und der Bismarckstraße werden, und wird erstere hier— durch einigen Ersatz für die hierzu erbrachten Opfer finden. sch. Friedberg. Kürzlich wurde von der Königl. Eisenbahndirektion zu Hannover das Ersuchen an unsere Stadt gestellt, behufs Entlastung des Bahn-Uebergangs am Fauerbacher Thor die Genehmigung zu einer projek— tirten Unterführung der Straße, durch Vergrößerung des kleinen Viadukts am Haingraben, zu ertbeilen. Die Stadt hat nach reiflicher Ueberlegung mit Zustimmung der oberen Bau- und Verwaltungs behörden dem Pro- jekte nicht zugestimmt, vielmehr bezugnehmend auf früher stattgehabte Verhandlungen wiederholt zur Ent— lastung jenes Uebergangs beantragt, die Verlängerung der neuen Straße von der Ecke des Ulrich'schen neuen Hauses an am Haingraben vorüber dem Mainzer Thor⸗ weg entlang durch den Viadukt vor Fauerbach zu be⸗ werkstelligen, jedenfalls aber die von der Direktion der Main-Weser-Bahn bereits in Aussicht gestellte Ver⸗ legung der Rangirarbeiten und des Güterbahnhofs nach dem südwestlichen Theile der Bahnhofsanlagen in Aus— führung zu hringen. Mainz. Eine eigenthümliche Erscheinung konnte man am 13. Oet. in unserer Stadt wahrnehmen; gegen 2 Uhr Nachmittags bei ziemlich heiterem Himmel zog es plotzlich wie starkes Schneegestöber von Nord- Westen kommend über unsere Stadt, über den Schillerplatz zog eine ganze Wolke, die sich später lichtete und durch alle Straßen und Gassen verbreitete. Diese dem Schnee ähnliche Erscheinung waren Milltarden von winzig kleinen Mücken mit weißen Flügeln und grünen Leibern; vor den Thoren der Stadt flogen diese Mücken an manchen Stellen so dicht, daß man das Taschentuch vor den Mund und die Nase halten mußte, um keine dieser Thierchen beim Athmen zu verschlucken. Mainz, 16. Oet. Der Oberstabsarzt Dr. Hennicke, der aus dem Militärbefreiungsprozeß bekannt ist, wurde heute in das Zuchthaus nach Wehlheiden bei Cassel übergeführt. Allerlei. Frankfurt, 15. Okt. Heute paffirte einem Frauen- zimmer auf der Zeil die Unannehmlichkeit, daß ihr der mächtige Cul de Paris heraäbrutschte, so daß sie ihn hinter sich her schleppen mußte, auch nicht sofort ent— fernen konnte. Es gab unter dem Publikum ob dieses Ereignisses eine allgemeine Heiterkeit, welche die Betreffende mit Resignatlon unter steter Nachschleppung ihres An— hängsels ertragen mußte. Frankfurt. Das neue Schlachthaus wird am 15. November durch einen Festzug vom alten zum neuen Schlachthaus eröffnet und dann das erstere seiner noch vorbehaltenen späteren Bestimmung zugeführt. Im Jahre 1302 hat dieses Haus schon bestanden. Es be— stand früher aus zwei Häusern, in deren einem die Ochsen und in deren anderem das Kleinvieh geschlachtet wurde; später fand eine Vereinigung statt, bis mit der Ausdehnung der Stadt Anfangs der 70er Jahre und später die unteren Räume des Leinwandhauses für das Schlachten von Kühen und von Kleinvieh erst zu Anfang des 8. Jahrzehntes dieses Jahrhunderts hinzugenommen wurden. In dem alten Schlachthaus befindet sich noch die Kette aufgehängt, über welcher der historische Kaiser— Ochse gebraten wurde. Dieselbe wird im neuen Schlacht— haus als Erinnerung an längst vergangene Zeiten auf— gehängt. Der Festzug wird ganz den Charakter eines alten Innungszuges an sich tragen. Alle im Archiv aufbewahrten Embleme, die Metzger in ihrer malerischen Tracht werden am ersten Schlachttag das festlich ge— schmückte Vieh in das neue Haus geleiten. Ochsen, Bullen, Kühe, Rinder, Stiere, Kälber, Hämmel, Schweine, Spanferkeln und auch das edle Pferd werden im Festzug mitgeführt, letzteres wird jedoch die Todes— stätte wieder verlassen, da der Raum zu seiner Schlachtung noch nicht fertiggestellt ist. Einzug und Uebergabe wird feierlichst erfolgen, worauf die Metzger ihres Berufes walten. Nürnberg, 14. Oet. In der verwichenen Nacht, kurz vor 12 Uhr, stieß Courierzug 3(München-Hof) in der Station Doos auf den im Nebengeletse über den Kreuzungspflock stehenden Stationswagen, wodurch nach dem„Fränk. Cour.“ dieser Wagen zertrümmert, Maschine, Dienstwagen und Postambulanz, dann ein Personenwagen des Courterzuges beschädigt wurden. Verletzt wurde Nie— mand. Der genannte Zug erlttt durch diesen Unfall jedoch eine zweistündige Verspätung, Untersuchung ist eingeleitet. Innsbruck, 16. Okt. Das rapide Steigen des Inns und seiner Nebenflüsse verursachte mehrfach Be— triebsstörungen der Bahnen. Es drohen Ueberschwemm— ungen und muß daher Militär zur Hülfe aufgeboten werven. Hamburg, 16. Okt. Das Landgericht verurtheilte heute den Direktor der Transatlantischen Handelsgesell— schaft Petersen zu 8 Million Mark Geldstrafe, wegen Ausgabe von 800,000 Mark unverzinslicher Schuldscheine. Rom, 16. Oct. Die Etsch bei Verona ist im Steigen, mehrere Straßen sind bereits überschwemmt. Aus der Pro— vinz Belluno wird das Wachsen des Piaveflusses gemeldet. Literarisches. Daheim Nr. 3 enthält: Unser Neffe.(Forts.)— Bauern aus einem Dorfe bei Leipzig schauen der Schlacht bei Leipzig zu. Bild von Mende.— Der gestörte Apfel—⸗ dieb. Bild.— Das Schriftstellerelend. Von Th. H. Pantenius.— Berlin Ostende mit zehntägigem Retour⸗ billet. Lustige Reiseerinnerungen von H. Arnold.— Der erste Aufsatz. Bild.— Am Famllientisch: Die Hol— bein'sche Madonna des Bürgermetsters Meyer. Von A. Rosenberg. Mit Bild.— Eine neue Parzivalüber— setzung(G. Bötticher). Von Dr. Coste.— Die Thräne. — Taubenthürme in Itallen.— Nückfällig. Von Pastor Cremer.— Briefkasten.— In unserer Spfelecke.— Mit zwei illustr. Beilagen. „Die Werkstatt“!, Meister Konrads Wochenzeit— ung, Nr. 3 enthält: Die Verletzungen, welche in den Werkstätten vorkommen und wie solche am besten bis zur Ankunft des Arztes zu verbinden sind.— Aus der Welt. — Fur die Werkstatt: Kinder-Sklaverei.— Belohnte Lehrlinge.— Bohne in Kamerun.— Allerhand Nütz— liches für den Handwerker.— Für den Abendschoppen: Wo das Handwerk krankt.— Wilde Menschen in Frank— reich.— Allerhand Neues und Merkwürdiges.— Für Haus und Herd: Nach 13 Jahren.— Was man am Schnaps sparen kann, nota bene, wenn man ihn nicht teinkt.— Guter Gartendünger.— Meiner Frau Küchen— zettel für den Herbst.— Was ein Berliner Buchdrucker täglich braucht.— Wie man Pilze zubereiten soll.— Wie man aus 15 Meter Leinwand ein halbes Dutzend Frauenhemden schneidet.— Für den Feierabend: Die gestohlene Geldkatze. Aufruf. Wie bekannt hat die Dekanatssynode Friedberg, die 20 Pfarreien und 31 Gemeinden in sich befaßt, am 26. August d. J. einstimmig beschlossen, hier in Fried⸗ berg elne„Herberge zur Heimath“ zu errichten. Dieselbe, wenn auch von der evangelischen Kirche ge⸗ gründet, soll doch den Bekennern aller Confessionen und Religionen, ohne den religiösen Anschauungen der Einzelnen zu nahe zu treten, also jedem Wanderer in christlicher Liebe und Weitherzigkeit offen stehen Daß eine solche Anstalt, von welcher der Branntwein, Streit und Unzucht ausgeschlossen sind, gerade an dem hie⸗ sigen Orte, in der Mitte zwischen den mit„Herbergen zur Heimath“ versehenen Städten Frankfurt und Gießen, eine dringende Nothwendigkeit ist, darüber braucht an dieser Stelle kein weiteres Wort gesagt zu werden. Nur an die warmherzige Nächstenliebe der Menschenfreunde soll noch einmal kräftig appellirt werden. Denn ohne nachhaltige Unterstützung, große Gaben und wirkliche Opfer seitens der Begüterten und Wohlhabenden kann das schwere und verant⸗ wortungsvolle, aber auch so heilbringende Werk nicht begonnen, geschweige denn durch⸗ geführt werden. Darum helfet ihr Menschenfreunde in Stadt und Land, helfet ihr Gemeinden und Ein⸗ zelnen, ihr Anstalten und öffentliche Fonds, helfet alle, damit ein Werk zu Stande komme, das für Tausende und auf viele Jahrzehnte hinaus ein Werk des Segens werden kann. Helfet ganz besonders nachdrück⸗ lich am Anfang, wo Hülfe ganz besonders noth thut. Ist die Herberge nur einmal im Gange, dann wird sich dieselbe, auf Grund der anderwärts gemachten Erfahr— ungen, nach menschlicher Voraussicht ganz oder doch in der Hauptsache durch sich selbst erhalten können. Dies wird um so mehr der Fall sein, da nach Versicherungen von zuständiger Seite begründete Aussicht vorliegt, daß durch das Wohlwollen der Verwaltungsbehörde die Na⸗ turalverpflegung für die Handwerksburschen im Kreise Friedberg der zu errichtenden Herberge zugewiesen wird. Darum helfet, helfet ihr Menschenfreunde, helfet nach— drücklich, helfet nach dem vollen Maaß euerer Kräfte, helfet willig und selbstlos! Dann wird abermals ein Stück„socialer Frage“ für unsere Gegend von der Tagesordnung verschwinden und Gottes Segen unserem Unternehmen nicht fehlen. Der geschäftsführende Ausschuß: Meyer, Decan. Schwarz, Kaufmann. Wahl, Seminarlehrer. Dr. Weiffenbach, Professor. Walz, Pfarrer in Bad-Nauheim. Arbeitercolonie für das Großherzogthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden. Der am 3. April 1884 von dem Vorstand unseres Vereins erlassene Aufruf, worin um Beiträge zur Gründ— ung einer Arbeitereolonie gebeten wurde, hat willige Herzen und Hände gefunden; mehr als 100,000 Mark wurden von Privaten, Vereinen und Behörden gespendet, und es war uns hierdurch möglich, die Colonie auf dem von dem Vereine gepachteten Großherzoglich Hessischen Domanialgut Neu-Ulrichstein bei Homberg a. d. O. zu errichten. Der Verein hat die Pachtung am 1. Juli l. J. angetreten, und am 28. v. Mts. nach Vollendung der nothwendigen Bauarbeiten konnte die Colonie mit einem Bestand von 11 Colonisten feierlich eröffnet werden. Die Herstellung der Gebäude, die Uebernahme der Pachtung, die Anschaffung des erforderlichen Inventars für die Guts wirthschaft und für die Colonie haben indessen die uns zur Verfügung stehenden Mittel sehr geschmälert, so daß nur noch ein Kapitalbestand von etwa 50,000 M. übrig bleibt, dessen Zinsenertrag zu den Kosten der Unter— haltung der Colonie verwendet werden kann. Allerdings ist in dem Staatsbudget des Großherzogthums Hessen für 1885/88 ein jährlicher Zuschuß von 2000 Mark be⸗ willigt, und ein gleicher Betrag ist von den Communal— verbänden des Regierungsbezirks Wies baden zu erwarten, indessen kann für dieses Werk der freiwilligen Liebes- thätigkeit auf größere Unterstützung von Seiten der staat⸗ lichen und communalen Organe nicht gerechnet werden. Von Vereinen, Corporationen, Sparkassen und Privaten wurden außer reichlichen einmaligen Gaben auch jährliche Beiträge zugesagt, und manche Freunde der gemeinnützigen Unternehmung glaubten ihre Entschließung über ihren regelmäßigen Beitrag vorerst aussetzen zu sollen, bis die Colonte gegründet sein werde. Dies ist nun geschehen, und wir können heute sagen, daß die uns zur Verfügung stehenden Mittel, auch wenn wir die bis jetzt gezeichneten jährlichen Beiträge im ungefähren Betrag von 4000 M. hinzurechnen, nicht hinreichen, um neben dem jährlichen Pacht von 1800 M. die Kosten der Colonie, welche auf einen Personalbestand von 100 bis 120 Colonisten be— rechnet ist, zu decken. Der unterzeichnete Verwaltungs—⸗ ausschuß sieht sich deßhalb veranlaßt, mit der Anzelge, daß er die Erhebung der gezeichneten jährlichen Belträge für 1885 nunmehr vornehmen lassen wird, die Bitte um weitere einmalige oder jährliche Beiträge zu verbinden, und die Arbeitereolonie dem Wohlwollen und der werk— thätigen Theilnahme der Bevölkerung des Vereinsbezirks zu empfehlen, damit der Zweck, den arbeitslosen aber arbeitswilligen Wandernden den Segen einer geordneten Arbeit und eines durch eigene Kraft erworbenen Unter— halts zu gewähren, erreicht wird. Durch Zusendung getragener, aber noch verwend— barer Kleidungsstücke für männliche Arbeiter würde die Colonie in den Stand gesetzt werden, an der Ausgabe für Anschaffung von Kleidern wesentliche Ersparnisse zu machen, und würden wir für solche sehr dankbar sein; die Ablieferung der Kleidungsstücke kann an jeden der 8288 TTT * — Ich e Mitth 0 3614 + 9633 —* Unterzeichneten, sowie an den Neu-Ulrichstein erfolgen. Frankfurt a. M. den 14. Oetober 1885. Der Verwaltungsausschuß des Vereins für das Groß— herzozthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden dur Beschäftigung Arbeitsloser. Dr. Goldmann, Oberconsistortalpräsident, Vorsitzender. v. Hergenhahn, Polizesprästdent. Dr. v. Strauß und Torney, Pollzeipräsident. Münzenberger, geistlicher Rath. Ladenburg, Geh. Commerzienrath. Inspektor Schmidt in Curtman, Rechts⸗ Anwalt. Dr Stromberger, Pfarrer, Schriftführer. 5 Handel und Verkehr. Friedberg, 17. Oet. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80—0.95, Eier 1 St. 7—8 Pf. Gießen, 17. October. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.90— 0.95, Eler 2 St. 15 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.60, Hühner per Stück M. 0.85— 1.30, Hahnen per Stück M. 0.45 0.80, Enten per Stück M. 1.50 1.70, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh⸗ und Rind— fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 50— 60 Pf., Hammel: fleisch 60—70 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00 4.00, Zwiebeln per Ctr. M. 4.00 bis 4.50, Zwetschen M. 6.50—8. Homburg, 17. Oet. Marktpreise. Malter M. 3.50—4, per Gescheid 8 Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 2. Qual. 90 Pf. Kartoffeln per Schiffsbewegung der Postdampfschiffe der Hamburg⸗ Amerikanischen Packetfahrt⸗Actiengesellschaft.„Hammo⸗ nia“, 24. September von New⸗Pork, 5. October in Ham— burg angekommen;„Westphalta“, 8. Oetober von New— Vork nach Hamburg;„Rugia“, 7. Oetober von Hamburg nach New Vork;„Holsatia“, 9. Oetober von St. Thomas nach Hamburg;„Stlesia“, 21. September von Hamburg nach Westin dien, 9. Oetober in St. Thomas angekommen; „Albingta“, 22. September von St. Thomas, 10. October in Hamburg angekommen;„Suevia“, 27. September von New Vork, 10. Oetober in Hamburg angekommen; „Thuringia“, 12. Oetober von St. Thomas nach Ham⸗ burg;„Frisia“, 1. Oetober von New-Nork, 14. October in Hamburg angekommen;„Rhaetia“, 14. Oetober von Hamburg nach New Nork;„Lessing“, 27. September von Hamburg, 9. Oetober in New-Vork angekommen und „Bohemia“, 30. September von Hamburg, 14. October in New⸗Nork angekommen. Repertoir⸗ Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. f Opern baus. Dienstag den 20.: Das Nachtlager in Granada. Hierauf: Carnevalsfest(Divertissement.) Mittwoch den 21. Vorstellung bei ermäßigten Preisen zum 400. Male: Don-Juan. Außer Abonn. Donnerstag den 22.: Carmen. —9 Pf., Eier per Freitag den 23.: Erstes Gastspiel der 1. Qual. M. 1.00, Frau Marie Geistinger. Neu einstudirt: Thereses Krones. Krones: Frau Geistinger. Außer Abonn. Samstag den 24.: Silvana. Sonntag den 25.: Zweites Gastspiel der Frau Marle Geistinger: Madame Favart. Madame Favart: Frau Geistinger. Außer Abonn. Schauspielbaus. Dienstag den 20.: Anna Lise. Vorher: Mittwoch den 21.: Donna Diana. Donnerstag den 22.: Abonnement⸗Vorstellung(für einen ausgefallenen Freitag): Fedora. Freitag den 23.: Geschlossen. Samstag den 24.: Abonnement-Vorstellung(für einen ausgefallenen Mittwoch): Relf⸗Reiflingen. Vorher: Ein Wort an den Minister. Sonntag den 25.: Abonnement⸗Vorstellung(für einen ausgefallenen Freitag): Die große Glocke. Das Tagebuch. Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 17. Oktober 1885. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20-Frankenstücke. 18. 17 16 do. in /. 16. 16 16. Englische Sovereings 4 20. 30 20. 26 Russische Imperiales. 2 16. 72 16. 68 Ducaten. 8 9. 60 9. 35 al mareo 9. 63 359 Dollars in Gold. 4. 0 18 Ausschreiben. Ester, Friedrich Karl, Taglöhner aus Villingen, dessen jetziger Aufenthaltsort unbekannt ist und der zuletzt sich in Friedberg aufhielt, soll am 18. November l. J. vor hiesiger Strafkammer als Zeuge vernommen werden. Ich ersuche um Ermittelung dessen Aufenthaltsortes und Mittheilung darüber. Gießen den 17. Oktober 1885. Großherzogliche Staatsanwaltschaft. 3614 Zimmermann. Faselochs-Versteigerung. Mittwoch den 21. d. Mts., Nachmittags um 1 Uhr, soll ein der Gemeinde gehöriger Faselochs, welcher sich zur Zucht sowie zum Schlachten eignet, auf dem Bürger⸗ meisterei⸗Büreau meistbietend versteigert werden. Griedel den 18. Oktober 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Griedel. 3630 2 Wetz. 9 Faselochs⸗Versteigerung. Freltag den 23. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll auf hiesigem Bürgermeisterei-Büreau ein der hiesigen Gemeinde zustehender, zur Nachzucht zu schwer gewordener Faselochs öffentlich meistbietend versteigert werden Das Neueste n sowie Unterjacken, Unterhosen, 3362 5 Kai Leierfässer der vorzüglichsten Qualität zu billigen Preisen bei 3567 Carl Damm. Usagasse. Zu haben in den beiden hiesigen Buchhandlungen, bei den Herren Geistlichen, Herrn Seminarlehrer Wahl, Herrn G. Schwarz und Seminardiener L. Haber: Predigt am 13. Sonntag nach Trin. über Ev. Lucae 10 V. 2337, in der Burgkirche zu Friedberg am 30. August 1885 gehalten von Fauerbach b. Fr. am 18. Oktober 1885. 305 Großherzogliche Burgermeisterei Fauerbach b. Fr. 631 — Neisel. Faselochs-Versteigerung. Freitag den 23. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, soll 1 ein der hiesigen Gemeinde geböriger, zum Schlachten ge⸗ eigneter Faselochs auf dem Rathhause meistbietend ver— steigert werden. Nieder⸗Florstadt den 19. Oktober 1885. Großherzogliche Bürgermeisteret Nieder-Florstadt. 3632 Alles. Rorbweiden-Verfleigerung. Freitag der 23. Oktober d. J., Vormittags 11 Uhr anfangend, sollen die biesigen gemeinheitlichen Korbwelden an Ort und Stelle in Abtheilungen meistbietend ver— steigert werden. Büdesheim den 19. Oktober 1885. Großherzogliche Bürgermeisterel Büdes helm. 3633. 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