un — — — — 2 — — — 3 1 2 — 23 82 P — 2 3 * ecelbel. et sich aße in der. ler, 31350 b ) Pf., 60 an macher, 21 11 ele insen ett. nn, Aeli 80 l. Donnerstag den 15. October. N 122. Oberhessischer Anzeiger. 1 Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen— haben), oder Ziffersatz mit 14 welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Dienstnachrichten aus dem Krei Heinrich Stroh von Holzhausen wurde als Feldschütze dieser Gemeind Amtlicher Theil. se Friedberg. e ernannt und verpflichtet. Deutsches Reich. Darmstadt, 12. Oct. Der Herzog und die Herzogin von Edinburg sind im Laufe des gestrigen Tages zum Besuch der Großherzog— lichen Familie hier eingetroffen und reisen heute Nachmittag nach England ab. Dem Schullehrer Roth zu Laubach wurde das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In⸗ schrift:„Für fünfzigjährige treue Dienste“ ver— liehen. Berlin. Caprivi ist erkrankt und die Er— krankung scheint eine ernstere zu sein. Man spricht von einem Schlaganfall, so daß mittelst kaiserlicher Ordre die Vertretung desselben in vollem Umfange dem Viceadmiral Grafen v. Monts übertragen wurde. 1 Oct. Der Reichskanzler leidet seit einigen Tagen wieder an heftigen Gesichts— schmerzen. — Dem Bundesrath ist eine Vorlage, be— treffend die Kriegs-Transport-Ordnung, zuge— gangen; das Reglement, welches sehr umfang⸗ reich ist, betrifft die Benutzung der Eisenbahnen für Militärtransporte im Kriegsfalle, sowie die f 1 Die Feststellung der Tarife wird den Gegenstand einer besonderen Vorlage bilden, da die Verhandlungen hierüber Abrechnung mit den Bahnen. noch nicht abgeschlossen sind. .„Colonialpolitische Correspondenz“ schreibt: Wie ein Telegramm aus Zansibar meldet, hat der Sultan den völlig ungestörten und unbeschränkten Besitz des Hafens Dar-es— Salem unter seiner politischen Oberhoheit der Deutsch⸗Ostafrikanischen Gesellschaft abgetreten. In Ostafrika herrschen übrigens zur Zeit die Pocken, so daß die genannte Gesellschaft besondere Vorkehrungen zu treffen sich veranlaßt sieht. Straßburg, 11. Oct. lager in Baden begeben. noch als wahrscheinlich erachten. Ausland. Dänemark. Kopenhagen, 12. Oct. Regierung erlassene nicht anzuerkennen. für unstatthaft. Die Entscheidung einer Kam mer allein sei ohne rechtliche Wirkung. Punkte der Tagesordnung über. Nach den Saal. Norwegen. Christiania. aus Gesundheisrücksichten. Der Statthalter von Elsaß⸗ Lothringen, Fürst von Hohenlohe— Schillingsfürst, hat gestern Abend Paris ver⸗ lassen und sich zuvörderst an das kaiserliche Hof— c Die Ernennung des Grafen Münster auf den Pariser Botschafter— posten ist noch keineswegs sicher, wenngleich die letzten Informationen aus Berlin dieselbe immer m Folkething beantragte die Linke, das von 15 provisorische Finanzgesetz Der Ministerpräsident er— klärte die Einbringung eines solchen Antrages Berg bestritt die Richtigkeit dieser Behauptung. Hierauf wurde eine Resolution beantragt, besagend, das Folkething lehne die Zustimmung zu einem pro— visorischen Finanzgesetz ab und gehe zum nächsten der Erklärung Berg's verließen sämmtliche Minister Die Entlassung des Admirals Smith, Commandanten der Ma—⸗ rine, erfolgte bestem Vernehmen nach ausschließlich Die Nachricht, daß die Eutlassung wegen eines Confliktes mit dem Staatsminister Sverdrup erfolgte, ist durchaus unbegründet. Belgien. Brüssel. Es verlautet, daß der Kriegsminister, General Pontus, demnächst seine Demission einreichen werde, weil das Ca⸗ binet in der nächsten Session das Organisations— gesetz der National-Reserve nicht vorlegen will. Frankreich. Paris. Die Nachricht, daß die Regierung beabsichtige, den größten Theil des Expeditionscorps aus Tonkin zurückkommen zu lassen, wird officiss als ebenso unrichtig be— zeichnet, als das von den Conservativen ver— breitete Gerücht, General von Courcy hätte be— deutende Verstärkungen auf das Dringendste ver— langt. Es sollen allerdings im nächsten Monate etwa 3500 Mann aller Truppengattungen nach Tonkin expedirt werden, aber nur als Ersatz der gleichen Anzahl Soldaten des Jahrganges 1880, welche am 1. Januar ihre Dienstzeit vollendet haben und nach Frankreich zurückge— schafft werden. Spanien. sprechen sich nur mit der größten den Inhalt der deutschen Note aus. jedoch zu wissen, setzung der Insel Bap hervorgehoben worden. lische Diplomatie und stützt sich auf diplomatischen Correspondenz abgegebenen klärungen der spanischen Minister. Priorität der Besetzung der Insel Bap, Küstenstrichen angelangt seien, der Vermittelung des Papstes die Sorge, die Frage endgültig zu entscheiden. erkläre ferner, annehmbar und nicht genügend erscheine. mittelst Extrazuges nach Adrianopel ab; nächsten Tagen. formen in Egypten ist gewonnen. baldmöglichsten Truppen aus. treide-Ausfuhr. — 12. Okt. gleich stattgefunden haben. Die Madrid, 13. Oct. Die Minister Reserve über Man glaubt daß Deutschland die Argumente und Prätensionen der spanischen Note vom 11. September ablehne und zurückweise, und daß es die historische Souveränetät Spaniens über die Karolinen-Inseln nicht anerkenne. Diese Souveränetät, sagt die Note, sei vor der Be⸗ nirgends bekräftigt und Die deutsche Note be— dient sich der nämlichen Argumente wie die eng— die in der Er⸗ Betreffs der allwo ein deutsches Schiff die Flagge gehißt habe, nachdem zwei spanische Schiffe vor jenem in denselben überlasse man über Deutschland daß die Offerte der Handels— und Schifffahrtsfreiheit wie der Errichtung einer Küstenstation mit Kohlenniederlage ihm nicht Türkei. Constantinopel, 12. Oct. Gestern gingen 1200 Mann Infanterie mit 30 Pferden weitere zu gelegene Defils. Waissel Pascha steht mit 12 Tabors und 4 Batterien, stark verschanzt, bei Prischina. Bulgarien. Sofia, 12. Oct. Nach einer Privatdepesche aus Constantinopel sollen sämmt— liche Botschafter nunmehr ihre Instructionen erhalten haben, ausgenommen diejenigen Oester— reichs und Nußlands, deren Regierungen noch nicht zu einem vollständigen Einverständniß ge— langt seien. Londoner Nachrichten besagen: Deutschland proponirt unter Zustimmung Oester⸗ reichs, Rußlands und Englands, der Berliner Vertrag solle moͤglichst wenig verändert werden; die Forderungen Griechenlands und Serbiens sollen zurückgewiesen werden, die Türkei solle gehalten sein, nöthigenfalls Waffengewalt anzu⸗ wenden, insofern Griechenland oder Serbien etwa fremde Gebiete besetzen sollten. Einer Per⸗ sonalunion wird zugestimmt, falls Fürst Alexan⸗ der die Tributpflicht gegenüber der Pforte und die Souveränetät des Sultans anerkennt. — Die Nüstungen in Ost⸗Rumelien sind nahezu vollendet. Die Civilbehörden haben ihre Functionen wieder aufgenommen und sind gegen— wärtig damit beschäftigt, die Angelegenheiten des alten Regimes zu erledigen und den Gesetzen des Fürstenthums anzupassen. Dem Vernehmen nach besteht Rußland auf der Beibehaltung des vom Berliner Congreß für Ost-Rumelien ge— schaffenen„organischen Stakuts“. Dieses Gerücht verursacht große Erbitterung sowohl unter den Einwohnern wie in Regierungskreisen, da die Ansicht vorherrscht, daß die Hauptursache der Revolution die ökonomische Lage der Provinz gewesen ist und daß unter dem organischen Statut der finanzielle Ruin des Landes unver— meidlich sei. Das Land scheint enschlossen zu sein, es an keiner Austrengung fehlen zu lassen, um eine vollkommene Vereinigung mit Bulgarien zu erlangen. — Die Belgrader Nachricht, daß das hart an der Grenze gelegene Dorf Jafrenovac, gegen— über dem serbischen Dorfe Brusnik, von bul⸗ garischen Truppen besetzt worden sei, wird amt— licherseits für unbegründet erklärt. Serbien. Belgrad, 13. October. Der Truppenabmarsch aus dem Lager bei Nisch in der Richtung von Pirot begann. Andere stehen abmarschbereit. Zwischen Serbien und Griechen— land soll ein Vertrag zum Zwecke gemeinsamen Truppentransporte folgen heute und in den — Die Grundlage für eine Verständigung ⸗iwischen England und der Türkei betreffs Re⸗ Dieselbe schließt die Sendung türkischer Truppen nach Egypten aus und geht von dem Prinzipe der Zurückziehung der britischen — Die türkische Regierung verbot die Ge— Nach neueren Nachrichten soll zwischen den aufständischen Albanesen und dem Befehlshaber der türkischen Truppen ein Aus⸗ albanischen Vorgehens abgeschlossen sein. Eine Collectiv⸗ note der Machte wird Serbien und Griechen— land zur Abrüstung auffordern. Die Note ist angeblich bereits von Oesterreich unterzeichnet. Es verlautet, daß heute eine türkische Garnison in Salonichi einrückt. Die Regierung ist be— sorgt wegen des Flüchtens der Grenzbewohner nach Sofia. Die Regierung beschlagnahmte aus serbischen Orten datirte, jedoch aus Bul⸗ garien importirte Proklamationen hochverräthe— rischen Inhalts. Grkechenland. Athen, 12. Oct. Dem⸗ nächst trifft ein hoher serbischer Offizier ein, um mit dem griechischen Kriegsministertum zu unter— handeln. Auch befindet sich ein hoher griechischer Truppenabtheilungen bewachen das nach Serbien Offizier im serbischen Hauptquartier, da im Falle eines Feldzuges nach gemeinsamem Plan vorge— gangen werden soll Das Amtsblatt veröffent— licht die königliche Mobilmachungsordre behufs Completirung des Effectivbestandes der Armee. — Der griechische Gesandte zeigte der Pforte an, daß, wenn der Status quo in Rumelien nicht hergestellt werde, die Griechen in Mace— donien einrücken würden. Aus Stadt und Land. m. Kloppenheim. Der Landwirth Joh. Schaaf dahler erntete eine Kartoffel, welche genau 4 Pfd. wiegt; an demselben Busch befanden sich noch 2 Stück von je 2 Pfd. Erstere liegt in der Restauration am Bahnhof hier zur Ansicht der Interessenten. Gießen, 10. Oet. Die Familie des hier wohnen— den Oberförsters Heyer ist in tiefe Trauer versetzt worden. Laut einer gestern hier eingetroffenen Nachricht aus Gera ist nämlich einer der belden hier studirenden Söhne Heyers, welcher sich auf einer Ferienreise befand, dort verunglückt. Derselbe war zu Besuch bei einem Freunde, dem Referendar Sorgen. Beide kehrten vorgestern Abend von einem Spaziergang aus Dorf Giblach zurück und stürzten in der Nähe des letzteren in einen Steinbruch. Heyer blieb sofort todt, während sein Freund schwer verletzt in fast hoffnungslosem Zustande gestern Morgen von Landleuten aufgefunden wurde. Mainz, 11. Oct. Gestern Nachmittag ist ein Haus— bursche, welcher am Freitag sich beim Abfüllen von Spiritus schrecklich verbrannte, im Hospital seinen furcht— baren Leiden erlegen. Es ist festgestellt, daß der Unglück liche, obwohl mit einer Sicherheitslampe versehen, im Keller ein Zünd hölzchen in Brand steckte und nachsehen wollte, ob genügend Spiritus abgefüllt sei. Der Sptritus entzündete sich und das Unglück war gescheben. Mainz, 12. Oet. In der Mordaffaire Herbst— Wothe wurde heute Nachmittag eine wichtige Entdeckung gemacht. Bei dem Entleeren des Abortes in der Brauerei zur„Stadt Mainz“ fand man nämlich in ein Lederfell eingehüllt den rechten Oberschenkel eines Menschen. Der Knochen des oberen Theiles desselben war zu drei Vter— theilen abgesägt und das andere Viertel abgebrochen. Daß der Schenkel zu dem seiner Zeit aufgefundenen Rumpf gehört, wurde sofort zur Evidenz dadurch fest— gestellt, daß Bruch und Schnitt des Schenkels genau auf den Knochen des gefundenen Rumpfes passen. Die in dem Abort sofort vorgenommenen weiteren Untersuch— ungen haben vorerst noch ein Lederfell, ein Geldtäschchen mit einem Schlüssel und einem Ring, sowie ein bei der Familie Wothe vermißtes Halstuch zu Tage gefördert. Der Verbrecher hat sich, wie es nunmehr den Anschein hat, der verschiedenen Körpertheile, die er an dem Rumpf abgeschnitten hat, nach und nach entledigt und in die Aborte geworfen, denn erwiesen ist es, daß Herbst nach dem Morde mit der Reisetasche verschiedene Wirthschaften besucht hat. Allerlei. Kaiserslautern e. Oet. Hier wurde ein ziem⸗ lich bedeutender Postdiebstahl verübt. Eine am Donners— tag⸗Abend aufgegebene Werthsendung des hiesigen Neben— zollamts an das Hauptzollamt in Landau im Betrag von gegen 7000 M. verschwand spurlos und es ist bis heute über den Verbleib derselben, sowie über den etwaigen Dieb trotz der sofort eingeleiteten Untersuchung nichts ermittelt worden. Lindau, 10. Oet. Dahier ist am 3. Oet. zwischen 3 und 4 Uhr ein Postbeutel auf räthselhafte Weise ent— wendet worden. Derselbe hatte neben gewöhnlichen Briefen und Mustersendungen viele eingeschriebene und Geldbriefe enthalten, war hier mit der Bahnpost Nürnberg-Lindau angekommen und hier von einem Schweizer Postbeamten für die Bahnpost Lindau-Romanshorn Genf übernommen worden. Wie es scheint ist der umfangreiche Beutel in der sehr dunklen Nacht zwischen dem Bahnhof und dem Seehafen abhanden gekommen, doch soll der Abgang erst in Romanshorn beim Ausladen der Poststücke aus dem Schnelldampfer bemerkt worden sein. Rom. Dem Fanfulla wird unter dem 3. Oetober aus Catania geschrieben: Zwei furchtbare Erdstöße haben die Gemeinde Nicolosi vollständig zerstört. Der Schaden ist unberechenbar, da der ganze Ort zusammengestürzt ist. Die Verwüstung ist grenzenlos; die Ueberlebenden sind trostlos. Zwei Compagnien Genie-Soldaten sind abgegangen, um für die Unglücklichen, welche ohne Ob— dach geblieben, Holzbaracken zu bauen. Rom, 12. Oet. In der Provinz Palermo kamen gestern an Cholera 100 Erkrankungen und 52 Todesfälle vor; davon entfallen auf die Stadt Palermo 54 Er— krankungen und 42 Todesfälle. In den Provinzen Genua, Massa, Parma und Rooigo betrug die Zahl der Erkrank— ungen 9, diejenige der Todesfälle 2. Fürst Alexander von Bulgarien. Ein ungarischer Gelehrter, Professor Tolloczy, der sich geraume Zeit in den Balkanländern aalfgehalten hat, entwirft von dem regierenden Fürsten Alexander von Bulgarien, dem einst— maligen Prinzen von Battenberg, und seiner Nesidenz folgende Schilderung, die gegenwärtig auf ein besonderes Interesse Anspruch machen darf. Er schreibt: Das dankbare Volk Bulgariens hat seinem stadt Sofia eine merkwürdige Residenz errichtet, ein ebenerdiges Haus, das sich blos durch Reinlichkeit von den übrigen hüttenähnlichen Gebäuden unterscheidet. Die innere Einrichtung ist geschmackvoll, aber einfach. Man suche dort nicht fürstliche Pracht; wir finden blos ein hübsches Generals-Quartier. Der Knez, wie die Bulgaren ihren Fuͤrsten nennen, verlebte hier mit geringen Unterbrechungen einige Jahre, Er besitzt drei Wohnräume; einen Empfangs— salon, ein Schreibzimmer und ein Schlafgemach. Damit basta! Zwei Dienerzimmer und im rück— wärtigen Theil des Hofes ein Zimmer für den Sekretär des Fürsten, Dr. Stojlov, sowie einige Ställe, vervollständigen diese Residenz eines Herrschers. Die Hofhaltung ist gleichfalls sehr bescheiden; sie besteht aus vier Dienern, die der Fürst noch von seinen Eltern übernommen hat. Sie sind natürlich Deutsche und ihre hessische Mundart zu verstehen, ist nicht viel leichter, als das Ueberschreiten des Balkanpasses. Ein Thürsteher und der in Nationaltracht ein— herstolzierende Riste Baja, ein martialischer Montenegriner mit kühn aufgedrehtem Schnurr— bart, vervollständigen die Dienerschaft. Als Flügeladjutanten umgeben den Fürsten seine früheren Kameraden, Baron Corvin, sein einstiger Hauptmann und einige höhere Stabsoffiziere. Privatsekretär des Fuͤrsten ist dessen Jugend— freund Menges. Ununterbrochene Arbeit ist das Leben des Herrschers. Vom Morgen bis zur Mittagsstunde verhandelt er mit seinen Ministern, Nachmittags werden militärische An— gelegenheiten verhandelt und selbst der Abend ist kaum der Erholung gewidmet. Die Hofetikette ist weder die spanische, ceremoniöse der west— lichen Höfe, noch eine satrapenmäßige; es ist eine trauliche, soldatische Haushaltung, in welche eingeführt zu werden gar keiner Umstände be— darf. Da der Südslave keine Aristokratie be— sitzt, besteht der Rangunterschied höchstens in der mehr oder minder großen Anzahl von Rubeln, die man besitzt, und deßhalb kann jeder Bulgare frei und ungezwungen mit seinem Herrscher verkehren. Nur eines wirkt störend; dieses schöne demokratische Gefühl steht im um— gekehrten Verhältniß zu dem Reinlichkeitsgefühl, so daß man die beschwerdeführenden vorsprechen— den Bürger erst dann einläßt, wenn ihr Aeußeres halbwegs annehmbar ist. Fremden gegenüber ist das Entgegenkommen ein ungemein an— heimelndes. Seine türkischen Unterthanen be— zeichnete der Fürst als die Ideale von Bürgern. Sie seien ehrlich, gehorsam, treu. In Bezug auf Erfüllung der Steuerpflicht und auf die Ausführung von Forderungen seien sie geradezu einzig. Die Geschicklichkeit der Bulgaren ent— wickele sich nur schwer, und die Scheu der Ein— geborenen den Fremden gegenüber wolle nur langsam weichen. Schließlich kam die Rede auf das Militär, auf welches der junge Fürst am stolzesten blickt. Handel und Verkehr. Friedberg, 13. Oct. Fruchtbericht. Walzen M. 16.75 bis 00.00, Korn M. 14.75—00., Gerste M. 14.— 16. Hafer M. 12.50— 13.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund. Friedberg, 14. Oet. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85—0.95, Eier 1 St. 7—8 Pf. Butzbach, 10. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.10, Käse per Pfund 45—46 Pf., Eier 2 Stück 12 Pf. Gießen, 13. Oetober. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.90— 1.05, Eter per St. 7 Pf., Käse per St. 4—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.60, Hühner per Stück M. 0.85— 1.20, Hahnen per Stück M. 0.50—0.80, Enten per Stück M. 1.80 1.80, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ leisch 56—60 Pf., Schweinefleisch 5060 Pf., Hammel⸗ fleisch 60—70 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00— 3.50, Zwiebeln per Ctr. M. 4.50 bis 6.00, Zwetschen M. 6.50—8. Homburg, 13. Oct. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 3.50—4, per Gescheid 8— 9 Pf., Eier per Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.00, 2. Qual. 90 Pf. Frankfurt, 12. Oct. Fruchtbericht. Hiesiges Welzen⸗ mehl Nr. 0 M. 32.—33., Nr. 1 M. 26.50— 27.50, Nr. 2 M. 25.—26., Nr. 3 M. 23.—24., Nr. 4 M. 16.50 17.50, Nr. 5 M. 15.50— 16.50, Milchbrod⸗ und Brod⸗ Herrscher im einstigen Türkenviertel der Haupt— Nr. 0(hiesiger Marke) M. 28.—24., do. 0/1 M. 21.— 22., do. 1 do. M. 19.50— 20.50, do. 2 do. 17.25— 17.50. Welzen ab unserer Umgegend M. 16.75 17., frei ab Bahnhof hier M. 17.25, do, fremder je nach Qualität M. 17.75 18.50. Roggen hiesiger M. 14.75— 15., Gerste, Brauerwaare neue M. 15.50—19., do. zu Mahlzwecken M. 12. Hafer je nach Qualität M. 13.25— 14.25, Raps M. 22 50— 22.75. Mais, bunter(mixed) M. 12.— 12.25. Kartoffeln M. 2.— 2.50. Aepfel(Kelterobst) je nach Qualität M. 9.— 10. Heu M. 3.— 3.25 per Centner, Roggenstroh M. 2. per Centner. Roggenklete M. 4.75, Welzenkleie M. 4.25 per Centner. Rüböl im Detail M. 52.— 53. Stimmung ruhig. Frankfurt, 12. Oct. Der heutige Viehmarkt war mit 404 Ochsen, 24 Bullen, 424 Kühen, Stieren und Rindern, 346 Kälbern, 674 Hämmeln und 91 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfund Schlachtgewicht M. 68.—69., 2. Qual. M. 54.—64., Bullen 1. Qual. M. 40.—42., 2. Qual. M. 34.—36., Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 55.—57., 2. Qual. M. 40.—45. Kälber 1. Qual. pro 1 Pfund Schlachtgewicht 60— 62 Pf., 2. Qual. 50—52 Pf., Hämmel 1. Qual. 55—57 Pf., 2. Qual. 35—45 Pf., Schweine, inländische 6063 Pf. Literarisches. Nr. 2 enthält: Aus der Welt.— Für die Werkstatt: Wie es den Taubstummen geht.— Den elsäßischen Woll— schuhmachern geht es schlecht.— Jeder sein eigener Patent— Anwalt. I.— Drei aus der Innung Ausgeschlossene be⸗ schweren sich mit Erfolg.— Allerhand Nützliches für den Handwerker.— Für den Abendschoppen: Wählt keinen Advokaten.— Sonntagsruhe oder Sonntagsarbeit! Von W. Schirmer, Pfarrer in Neiße.— Allerhand Neues und Merkwürdiges.— Für Haus und Herd: Eine rich⸗ tige und ordentliche Bandwurmkur(Schluß).— Wiegen⸗ lied.— Wider die Kröten im Keller.— Spanferkel, ein Kirmeßessen.— Die Mücke als Quellenfinderin.— Für den Feierabend: Bureauspäße(Schluß). Brodpreise vom 16. Oktober bis 1. November. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. Oktober bis 1. Nov. a Nach eigener Angabe der Metzger. Fur Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. In Bad⸗ Nauheim kostet das ½ Kilo Schweinefleisch 52 Pf. 0 35 Geld⸗ Cours. Frankfurt am 13. Oktober 1885. Geber. Nehmer M. Pf. M. Pf. 20⸗-Frankenstücke., e e e do. ir%% Englische Sovereings... 20. 30 20. 26 Rüssische Impertales i g Daba ten 2 al map.... Dollars in Golde. 2 4.19 4.46 Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 17. Oktober 1885. Beginn: Freitag Abends 4 Uhr 45 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 15 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr 50 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 18. Oktober an Morgens 6 Uhr 30 Min, Nachmittags 4 Uhr. 3185 Halbb.⸗Wagen, neu, lescht, sol., eleg., preisw. Abb. grat. J. G. Rumpf Ets. Hand 18, Frankfurt a. M.(1827. Bekanntmachung. Christian Wilhelm Armbrust von Vilbel beabsichtigt in seiner Hofralthe zu Vilbel eine Schlächterei zu er⸗ richten. Pläne und Beschreibung liegen 14 Tage auf unserer Registratur zur Einsicht der Interessenten offen und sind etwaige Einwendungen gegen die Anlage bel uns vorzubringen, widrigenfalls dieselben auf Berück— sichtigung keinen Anspruch haben. Friedberg am 6. Oktober 1885. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 3554 Dr. Braden. Faselochs-Versteigerung. Freitag den 16. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, soll ein fetter Faselochs aus dem Gemeindebullenstall in dem Gemeindehause meistbietend verstelgert werden. Rodheim v. d. H. den 13. Oktober 1885. Großherzogliche eee Rodheim v. d. H. a co bi. Empfeh lung. Unterzeichneter empfiehlt sich den Bewohnern Fried⸗ bergs im Schlachten von Schweinen. Bestellungen können bel Herrn Bierbrauer Georg Steinhäu ßer und Metzger H. Schäfer gemacht werden. 5 Ockstadt den 4. Oktober 1885. mehl im Verband M. 50.—52., norddeutsches und west⸗ 3448 Heinrich Gröninger II., Metzger. 2 fälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 28.— 23.25, Roggenmehl „Die Werkstadt“, Meister Konrads Wochenzeitung, 47 itdottg. — 1— EZ ANN 2 — In der Privatklagesache des Gottfried Brauburger, Georg Philipp Brauburger und Anton Klein, sämmtlich von Ober- Wöͤllstadt, ver⸗ 334 treten durch Rechtsanwalt Brentano di Tremezzo dahier, Privatkläger, gegen den Philipp Meisinger III. von Ober- Wöllstadt, Angeklagter, wegen Beleidigung, hat das Großherzogliche Schöffen— gericht zu Friedberg vom 6. Oktober 1885 für Recht erkannt: Der Angeklagte Philipp Meisinger III. von Ober- Wöllstadt wird wegen Beleidigung in eine Geld— strafe von 20 Mark, eventuell in eine Gefängnißstrafe von 4 Tagen, sowie in die Kosten des Verfahrens und in die den Privatklägern erwachsenen nothwendigen Aus— lagen verurthellt. Zugleich wird den Beleidigten die Be— fugniß zuerkannt, den Urtbeilstenor innerhalb 14 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, einmal auf Kosten des Angeklagten im Oberhessischen Anzeiger zu veröffentlichen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be— scheinigt. Friedberg den 8. Oktober 1885. Weber, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. Blauen Vitriol in bester Qualität billigst bet 1 1 Friedr. Hilbrecht Wittwe. 8 0 Zum Anstrich fertige Oelfarben, sowie Bernstein- und Spiritus-Fußbodenlacke in hart trocknender dauerhafter Qualität liefert die Lackfabrik von 3533 rz. Megerle. Teinst. 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Schriftliche Anmeldungen solcher, welche inaetiv beizutreten wünschen, nimmt jedes Vorstands mitglied entgegen. Inactive Mitglieder genießen freien Zutritt zu den Eoncerten und den geselligen Veranstaltungen des Ver⸗ eins. Das Eintrittsgeld beträgt Mark 3., der jährige Beitrag Mark 1.50 für ackive, M. 1.25 für ingetive Mitglieder. Der Vorstand des Musikvereins: Philippine Gatzert. Anna Link. Wilh. Fertsch. Carl Heyland. Johs. Schneider. Friedr. Schmidt. Carl Trapp. §. 1 der Statuten lautet: Der Musikverein hat zum Zweck Erhaltung und Belebung ächten Kunstsinns durch Einstudirung und Aufführung mustergiltiger Werke aus dem Gebiete der Tonkunst, insbesondere der Vocal⸗ musik. 3566 Die Stelle eines Wärters und Hausburschen im hiesigen Hospital soll alsbald wieder besetzt werden. Bewerber mit Zeugnissen versehen können sich im Hospital melden. 3552 Die Armen-⸗Commission. Feder⸗Weißer 3539 bei M. Scheibel. Meine Wohnung befindet sich von heute an Bismarckstraße in dem Hause des Herrn Bender. A. Winkler, 3538 Zahntechniker. Verloren wurde auf dem Wege von Reichelsheim über Dorn⸗ Assenheim nach Ossenheim ein Sack mit stleidern. Der redliche Finder wird gebeten, denselben gegen eine Be⸗ lohnung bei der Exped. d. Anz. abzugeben. 3553 3530 Das Neueste in garnirten Damen-& Kinderhüten empfiehlt zu reellen Preisen K. Friedrich, Kaiserstraße Nr. 77, neben der Post. Eine Parthie N J. A. Windecker Kaffee, gebrannt, in feinster Mischung, per Pfund M. 1.—, M. 1.20, M. 1.40, M. 1.60 in bekannter vorzüglicher Qualität. leere Kisten empfiehlt 3565 verkaufen einzeln oder zusammen sehr billig 3559 Spier& Kupfer. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel, Seite in, eine f Perso von d in gee des R. nehmer erinner und di Betre Namer gräber macher Sidero Terral dreher Porze Kennt zu Be gesetzt Betref ernstli Be bre Dat Aussch zum 6 streng — elbstge derwill deo