8 — 18 E 8. N. Suns us hppn en — * * — 1885. Donnerstag den 12. Uovember. M34. Oberhessischer Anzeige Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, und Freitag Abend ausgegeben. Donnerstag und Samstag. * Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Das Unfallversicherungsgesetz, hier die Führung der Unfallverzeichnisse settens der Ortspolizelbehörden. Friedberg den 10. November 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 5 Indem wir Ihnen nachstehend das von dem Reichsversicherungsamt festgestellte Formular fuͤr das von Ihnen nach§. 52 des Unfallversicherungsgesetzes zu⸗ führende Unfallverzeichniß sammt den einleitenden Bemerkungen mittheilen, empfehlen wir Ihnen die genaue Beachtung der erwähnten Bemerkungen und die sorgfältige Führung des Verzeichnisses nach dem vorgeschriebenen Muster. Bezugnehmend auf unser Ausschreiben vom 14. v. Mts.— Kreisblatt Nr. 123— machen wir Ste bei dieser Gelegenheit nochmals auf die Ihnen nach 851 u. ff. des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 zukommenden Verpflichtungen mit dem Anfügen aufmerksam, daß die zur Anzeige gekommenen Unfälle sobald wie möglich, also, falls die Bedeutung des Unfalls sofort feststeht, alsbald nach der Anzeige, falls aber die längere Dauer der Erwerbsunfähigkeit(über 13 Wochen) erst später wahrscheinlich wird, spätesten alsdann, wenn die Ueberzeugung von dieser Bedeutung des Unfalls gewonnen worden ist, einer Untersuchung zu unterziehen ist. 2) Die Eintragung ist in der Reihenfolge zu bewirken, in welcher die Anzeigen eingehen. einem Beilageheft zum Unfallverzeichniß zu sammeln. 3) In Spalte 2 ist der Betrieb, in welchem sich der Unfall ereignet hat, genau zu bezeichnen. J. B. . Dr.. Gemmingen. Unfallverzeichnift. (§. 52 des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884.) Zur Beachtung. 1) In das Unfallverzeichniß sind alle Unfälle einzutragen, welche auf Grund des F. 51 des Unfallversicherungsgesetzes zur Anzeige gelangen. (Gemeindebezirk, Straße, Haus nummer) erforderlich erscheint, ist dieselbe beizufügen. 4) Sind mehrere Personen durch einen Unfall verletzt oder getödtet, so bedarf es einer Ausfüllung aller Spalten für jede Person nicht. Soweit zur Feststellung der Indentität eine Die letzteren sind mit fortlaufender Nummer zu versehen und in Ortsangabe Es, genügt in Spalte 5 die Namen der Personen, in Spalte 6—7 die Verletzungen, welche dieselben erlitten haben, aufzuführen, im Uebrigen aber nur eine einmalige Angabe hinsichtlich des Betriebes u. s. w. zu machen. 5) Ist ein Unfall zur Anzeige gelangt, welcher eine Untersuchung(§. 53 a. a. O.) zwar nicht erforderlich erscheinen ließ, indeß auch nicht als ein ganz unerheb⸗ licher anzusehen ist, so wird die Ortspolizeibehörde wohl daran thun, denselben im Auge zu behalten, um event. bei eintretender Verschlimmerung der Folgen des Unfalls die Untersuchung rechtzeitig bewirken zu können. nach einiger Zett vorgenommen worden ist. 6) Mit Rücksicht auf 8. 5 Absatz 9 a. a. S bezeichnete Krankenkasse, welcher der Verletzte angehört, und ist hierüber in Spalte 10 ein entsprechender Vermerk einzutragen. 7) Es ist zulässig, getrennte Unfallverzeichnisse für örtlich abgegrenzte Theile des Bezirks der Ortspolizelbehörde(Polizeireviere u. A.) oder für eine oder mehrere Berufsgenossenschaften(vergl. den Kopf der Unfallanzeigen) oder für einzelne Gewerbezweilge oder einzelne größere Etablissements zu führen. In diesem Falle wird in Spalte 10 anzugeben sein, warum die nachträglich erforderlich gewordene Untersuchung erst H empfiehlt sich eine kurze Mittheilung über das Ergebniß der Unfalluntersuchung an die in der Unfallanzeige * 2 5 9. 8 7 5 f 8. J. 10. 83 2 2 Betrieb, 1 Wird die Verletzung Ne fin welchem sich der Un⸗= Vor⸗ und Zuname e 7555(Wenn je 15 1— 2 90 N 5 N anz 8 U„ 2 fall ereignet hat. 8 a. der Art Tod oder eine Er Veranlassung des welchem Tage?) Bemerkungen. — Name,= Verletzten. der Verletzung. werbsunfählgkeit von Unfalls. Vergl. 59. 53 u. f 9 E(Firma) des Betriebs— 8 2*(Getödteten.) 5 mehr als 13 Wochen des Unfallver⸗ S Unternehmers. 5 zur Folge haben? sicherungsgesetzes. * Maschinenfabrik 5 5 1 0 Nein e 2 22 von 2 1 9 15 eichte(eg. 1 Woche Erwerbs-] Zahnradgetrlebe Pei 2 Erhard Keller, 00 2 1] Robert Müller. Fingerquetschung. 9 n einer Hand bohr— 4 855 222 Teichstraße 11.. maschine. 85 8 2 5 1 7 2 8 Kopfver⸗ 1. 7 192 N 5 8 9. 5 2 f etzung. 0 ochen Er⸗ n Betreff der Verletz⸗ 2 Wollspinnerei 8 3. Peter Mich. 2. Armbruch und werbsunfähigkeit.) 5 e ten 2. und 3. Mittheil⸗ — Dpinner 85 2. Maria Nickel. Verbrüh 2. J l Dampfkessel-[ Am 7. Oetot d änd 2 N 2 2—5 3. Joseph Werner.. 28 Epplosion. r S2 Christoph Reuter& Co.*— 4. Carl Weise 3. Schwere Ver⸗ 8. Ja. 8 1885. Krankenkasse am 10. Oet. S2* 5 Wax 15 brühung. 4. Ist bereits ge⸗ 1885. — 5 nc err 1„ 2 5 te Untersuchung nachträg⸗ Kalksteinbruch 2 lich vorgenommen, da 1 der— Reln Fall von Ja nach angestellter Ermittel— 2— 1 2 0„ 5 2 2 5 Wintersberger Stein- S ledrich Schönberg.] Fußquetschung. ca. 3 Wochen Erwerbs-] überhängendem Am 15. Novembers ung die Herstellung des 2. g bruchs ⸗Aetlengesellschaft 4 8 6 Friedrich Schönberg Fuß quetschung 0 unfahigkelt) Gesteln. 1885. Aer e denden 2 Gemeindebezirk: Rehm Der zuständigen Kran⸗ 2 8 8 hausen im„ Hölzchen“ 5 kenkasse am 15. November 5 Mittheilung gemacht. Ausschreiben. Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Heinrich Bott von Stockstadt a. M. und des Peter Heck, Korbmacher von Der Großherzogliche Amtsanwalt Astheim, wird ersucht. Friedberg den 8. November 1885. Wagner. Deutsches Reich. Darmstadt. Die Ernennung des Ober— Amtsrichters Roos in Hirschhorn zum Ober— Amtsrichter in Lorsch wurde auf dessen Nach⸗ suchen zurückgenommen, der Ober⸗ Amtsrichter Römheld in Laubach zum Ober- Amtsrichter in Lorsch, der e 5 Gießen zum vandgerichtsrath daselbst ernannt. ö ö 10 Her. trifft am 11.. Mts. in seinem Schlosse in Romrod ein; Tags darauf wer— den die Hofjagden beginnen, die dem Vernehmen nach bis in die nächste Woche dauern werden. Berlin. Der außerordentliche Etat für die Verwaltung des Reichsheeres schließt mit einem Bedarf von 24,992,218 Mark, um 4,657,859 Mark mehr als im Vorjahre, ab. In Aussicht genommen ist, den Bedarf mit 10,787,101 Mark aus Anleihemitteln, mit 12,230,860 Mark aus dem Reichsfestungsbau⸗ fonds und mit 1,974,257 Mark aus den ordentlichen Einnahmen des Reiches zu decken. In der Vorlage erscheint wieder der Posten: Errichtung einer Unteroffizier-Schule in Neu⸗ Breisach; ferner Umgestaltung und Ausrüstung von deutschen Festungen, Festungsanlagen u. Ein⸗ ebnungsarbeiten, Erstattungen von Grundstücks— werthen, sowie Erweiterung bezw. Neuerwerb— ung von Artillerieschießplätzen und Kasernen— bauten. Der Etatsentwurf des Auswärtigen Amtes schließt mit einer Einnahme von 638,235 M. An fortdauernden Ausgaben sind erforderlich: 7,377,535 M., um 234,460 M. mehr als im Vorjahre. Die einmaligen Ausgaben im Ge— sammt-Betrage von 615,000 Mark sind um 79,050 M. höher als im vorigen Etat. Stuttgart, 10. Nov. Heute ist das Königspaar incognito als Graf und Gräfin Teck nach Nizza abgereist. Die Route wird auf der Gotthardbahn zurückgelegt werden. Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 10. Nov. Dem Vernehmen nach demissionirt der öster— reichische Ackerbau-Minister Graf Falkenhayn. Als Nachfolger wird der feudale Graf Zedtwitz genannt. Auch des Handels-Ministers Pinos Demission ist bevorstehend. Der Sectionschef Wittek soll die Leitung übernehmen. — 10. Nov. Im Budget-Ausschuß der österreichischen Delegation beantwortete der Minister des Aeußern, Graf Kalnoky die Inter— pellation Czerkawskis bezüglich der Ausweisungen aus Preußen mit dem Hinweis darauf, daß Preußen aus Staatsrücksichten handle. Frankreich. Paris, 10. Nov. Der Abg. Gomot wurde zum Ackerbauminister, Dautresme zum Handelsminister ernannt. Die neue Kammer und der Senat hielten heute ihre erste Sitzung. Großbritannien. London. Die englische Regierung hat heute den Krieg an Birma erklärt. — 10. Nov. Bei dem Guildhall-Banket erklärte Premierminister Lord Salisbury, die Schwierigkeiten in Afghanistan seien beigelegt und bestehe jetzt ein freundschaftliches Zusammen— wirken mit Rußland. Das Haupthinderniß in der bulgarischen Frage liege in der Haltung Serbiens und Griechenlands; wenn jedoch die Union nicht anerkannt werden sollte, würden Bulgaren, Serben und Griechen vereint gegen die Türkei gehen. England verlange, ein jedes Arrangement müsse die interessirte Bevölkerung befriedigen, jedoch von einem Eingriff in die Integrität der Türkei abschrecken. Italien. Rom. Die„Gazette ufficiale“ veröffentlicht ein Decret, welches die Versetzung des bisherigen Botschafters in London, Nigra, nach Wien meldet. Türkei. Koustantinopel, 9. Nov. In der ersten Sitzung der Conferenz wurden bezüglich der angeregten Wiederherstellung des status quo ante als Berathungsbasis allgemeine Ansichten ausgetauscht und wurde anerkannt, daß es vor— zuziehen sei, die Berathungen nicht einzuschränken Diese erste Conferenzsitzung verlief übrigens bedeutungslos. Said Pascha betonte das Ver— trauen der Türkei auf die Bemühungen der Mächte zur Erhaltung des Friedens. Eine Verständigung über die wesentlichsten Punkte ist vorher nicht erfolgt. Zwischen den beiden Nord— mächten herrscht Einverständniß, dagegen besteht eine Meinungsdifferenz mit England, ein Erfolg der Conferenz ist daher zweifelhaft. Serbien. Belgrad, 10. Novbr. Die Schanzen gegen etwaige Operationen der bul— garischen Donauflottille sind von der Timok— mündung aufwärts vollendet und mit schweren Positionsgeschützen armirt. Die, Schumadija— Diwision besetzte mit drei Regimentern die Berg— höhen unmittelbar an der bulgarischen Grenze bei Zaribrod. In maßgebenden Kreisen wird fortgesetzt daran festgehalten, das Ergebniß der Conferenz abzuwarten. iii Sosia, 9 Nos, Der „Standard“ will wissen, Stransky habe seine Entlassung nehmen müssen, da er der Bestechung beschuldigt sei. — 9. Nov. Serbische Soldaten griffen am 8. d. einen bulgarischen Posten bei Rakita an. Der Posten erwiederte das Feuer und tödtete einen Serben. Weiteres feindliches Auftreten von Serben wird aus dem Distrikt Küstendje gemeldet. Fürst Alexander ist entschlossen, jedem Versuch zur Herstellung des status quo ante Widerstand entgegenzusetzen. Euglische Agenten bestärken ihn in dieser Absicht. Rumelien Philippopel. Einer der Drago— mane des hiesigen russischen Consulats hat eine Rundreise in den bulgarischen Dörfern gemacht, und zwar unter dem Vorwande, Geld für eine Fahne zu sammeln, aber in Wirklichkeit mit der Absicht, um die Bewohner zum Aufstande gegen den Fürsten Alexander aufzureizen, indem er ihnen vorstellte, daß sie besser daran thäten, sich Rußland zuzuwenden, welches ihnen einen ihrer eigenen Kirche angehörigen Fürsten geben würde. Der militärische Attaché soll versucht haben, im Heere eine Meuterei gegen die Offi— ciere anzuzetteln. Griechenland. Athen, 8. Nov. Nach hier eingetroffenen Telegrammen aus Kreta hätte der dortige türkische Gouverneur den amtlichen Verkehr mit dem griechischen Consulatsverweser, dessen Abberufung von der Pforte verlangt wird, eingestellt. Egypten. Kairo. Eine Zusammenziehung von großen Araber-Massen bei Abou Hamet und Khartum wird durch ein Telegramm der „Daily News“ gemeldet. Man darf jetzt nicht mehr daran zweifeln, daß ein organisirtes Vor— rücken unter El Khair und den anderen her— vorragenden Scheiks beabsichtigt ist. Dem eng— lischen Beispiele folgend, führen die Araber Vor— räthe in Booten mit sich. 4000 Derwische mit 6000 Eingeborenen sollen 70 Meilen von Akasha stehen. Eine Reuter-Depesche aus Suakim vom 7. Nov. will wissen, daß Osman Digma in der Schlacht bei Kufit nicht gefallen sei. Aus Stadt und Land. k. Friedberg. In den Nächten vom 11. bis 14. November, besonders aber in der Nacht vom 13. auf den 14., wird sich das Schauspiel einer größeren Anzahl von Sternschnuppen darbieten. Die meisten kommen aus dem Sternbilde des großen Löwen und da dieses erst gegen Mitternacht aufgeht, so wird die Er— scheinung hauptsächlich in der zweiten Hälfte der Nacht eintreten. In den Nächten vom 24. bis 26. November wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein anderer, sehr merkwürdiger Meteorschwarm erscheinen. Diese letzteren Sternschnuppen stehen in enger Beziehung zu dem ver— loren gegangenen Biela'schen Kometen, ja, sie werden von einigen Astronomen geradezu als die Trümmer dieses Kometen betrachtet. Nach der Meinung des ausgezeich— neten Beobachters Denning in Bristol sollen sogar im gegenwärtigen Jahre die Sichtbarkeitsverhältnisse dieses Sternschnuppenschwarmes noch günstiger sein, als ge— legentlich der großartigen Erscheinung von 1872. In— dessen läßt sich mit Gewißheit nichts hierüber voraus sagen, well es möglich ist, daß die Erde, als sie im Jahre 1872 den Schwarm durchschnitt, die Bahn des— selben völlig umgestaltet hat. Darüber werden nun die Beobachtungen im letzten Drittel des gegenwärtigen Monats Aufschluß geben h. Friedberg. Eine freundliche, ansehnliche Geld— gabe von Darmstadt war von folgenden Zeilen begleitet: „Die Nachricht, daß Sie mit Ihrer Herberge zur Heimath so wacker vorangehen, hat mich und Viele hier sehr ge— freut. Seit 14 Tagen ist hier eine Verpflegungsstation eröffnet und die Verpflegung der Durchreisenden ist von dem Poltzeiamt der Herberge zur Heimath übergeben, ein Gleiches wird gewiß auch bei Ihnen geschehen.“ h. Friedberg. Daß sich hier ein Verein zur bau— lichen Unterhaltung und Verschönerung unserer sehr schönen Stadtkirche gebildet hat, ist den Lesern des An— zelgers bereits bekannt. Wie sehr es unsere Stadtkirche verdient, erhalten und verschönert zu werden, wissen Alle, die den herrlichen Bau kennen. Die Art gothischen Styls, in der die Kirche erbaut ist, findet sich in Deutschland nicht häufig mehr. Der Verein jedoch muß reichliche Mittel bekommen, wenn seine Zwecke erreicht werden sollen. Die Großherzogliche Regkerung, wie die Land— stände müssen auch noch um ihre Unterstützung der guten Sache gebeten werden. Aber auch viele Bewohner unseres Landes und über seine Grenzen hinaus werden uns gewiß ihr Interesse thatkräftig zuwenden. Wir denken hier in erster Linie an unsere Geistlichen und Lehrer, die doch größtentheils zu Friedberg in freundlichen Bezieh— ungen gestanden haben und noch stehen, wie wir aus mancherlei Vorgängen schließen dürfen. Der jährliche Beitrag für ein Mitglied beträgt nur 50 Pfennig; der erste Betrag unserer Kasse rührt von einem Ueberschuß der Sammlung für die Feier des Lutherfestes vor zwei Jahren her und beträgt etwas über 100 Mark. Der Beitritt von Geistlichen und Lehrern zu unserem Stadt— kirchenbauverein sollte uns eine große Freude sein und derselbe könnte so ein Band werden, die Gemeinsamkeit, die darin schon liegt, daß man die gleiche Stadt Studien halber besuchte, die aber noch in sonst Vielem Grund und Ursache hat, auch äußerlich zu dokumentiren. Und wenn dann auswärtige Freunde Versammlungen, oder Feste dahler besuchen, so geschieht dies gewiß auch mit erhöhtem Interesse In 1887 feiert das Predigerseminar das fünf— zigjährige Jubelfest seines Bestehens und bei der Ge— legenheit wird es auch an einer feierlichen Erinnerung an das 70jährige Bestehen des Schullehrerseminars nicht fehlen, zumal dlese Schwesteranstalten stets engverbunden und immer in freundschaftlicher und freundlicher Beziehung gestanden haben. Dann werden gewiß viele Geistlichen und Lehrer des Landes einträchtig und als Freunde zu dem Studienorte ihrer Jugend wandern und Alle werden von Friedberg freundlich und herzlich empfangen werden. Gewiß aber darf diese Aeußerung hier nicht so verstanden werden, als sei der Beitritt zum Verein auch nur eine leise Bedingung für freundlichen Besuch und herzlichen Empfang. Aber erhöhen wuͤrde er Beides immerhin. Allerlei. Hattersheim, 10. Nov. Gestern Abend schwebte ein Eisenbahnzug in großer Gefahr, zu entgleisen. Zwei vor einen Wagen gespannte Pferde, einem Manne aus Kriftel angehörend, gingen durch und liefen über die Schlenen, als der Zug heranbrauste und die Pferde überfuhr; zum Glück passirte dem Zuge nichts. Berlin. Der Mörder der Frau Sekretär Papke in Berlin soll in der Person eines Arbeiters Lehmann von der Kriminalpollzei bereits verhaftet worden sein. Berlin, 9. Nov. Bei der Sonnabend in Potsdam abgehaltenen Schnitzeljagd stürzte Herzog Günther von Schleswig Holstein mit dem Pferde und brach das Schlüsselbein. Hamburg, 8. Nov. Der„Hamburgischen Börsen— halle“ wird aus Hogaues(Südschweden) telegraphirt, daß der Hamburger Dampfer„Vilola“, welcher am 5, d. von Hamburg nach Gefle abging, heute Vormittag bei Kullenlöck gestrandet ist. Handel und Verkehr. Friedberg, 10. Nov. Fruchtbericht. Waizen M. 16.50 — 16.75, Korn M. 14.50 14.75, Gerste M. 14.00— 15.50, Hafer M. 12.00— 13.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund. Friedberg, 11. Nov. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85— 0.90, Eier 1 St. 8 Pf. 5 Butzbach, 7. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.95— 1.00, Käse per Pfd. 45—46 Pf., Eier 1 Stück 7 Pf. Gleßen, 10. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.00— 1.05, Eier 2 St. 13 15 Pf., Käse per St. 5—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.45 0.60, Hühner per Stück M. 0.85 1.10, Hahnen per Stück M. 0.60— 0.85, Enten per Stück M. 1.50— 1.80, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Pf., Kuh- und Rind⸗ fleisch 54 56 Pf., Schweinefleisch 5060 Pf., Hammel⸗ fleisch 56—64 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00, Zwiebeln per Ctr. M. 4.00, Weiß⸗ kraut per Stück 3—8 Pf. Grünberg, 7. Nov. Fruchtpreise. Waizen M. 16.60, Korn M. 14.00, Gerste M. 13.00, Hafer M. 12.60, Erbsen M. 14.80, Samen M. 22. Homburg, 10. Nov. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 3.50—4, per Gescheid 8— 9 Pf., Eier per Stück 7 und 8 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.00, 2. Qual. 90 Pf. Frankfurt, 9. Nov. Fruchtbericht. Weizenmehl Nr. 0 M. 32—33, Nr. 1 M. 26.50— 27.50, Nr. 2 M. 25—26, Nr. 3 M. 23—24, Nr. 4 M. 16.50 17.50, Nr. 5 M. 15.50— 16.50, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 50—52, norddeutsches und west— fälisches Weizenmehl 00 M. 28— 23.50, Roggenmehl Nr. 0(hiesiges) M. 23— 24, do. 0/1 do. M. 21—22, do. 1 do. M. 19.50— 20.50, do. 2 do. M. 17.25 bis 17.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 16.75— 17, frei ab Bahnhof hier M. 17.25, do. fremder je nach Qual. M. 17.75 18.50, Roggen hiesiger M. 14.75— 15.00, Gerste, Brauerwaare M. 15.50— 19, do. zu Mahlzwecken M. 12, Hafer stark beregnet mit Geruch M. 11.50— 12, do. mittel M. 13— 13.25, do. prima M. 14—14.25, Raps M. 22.75— 23, Mais, bunter(mixed) M. 12 bis 12.25, Kartoffeln M. 2— 2.50. Heu M. 33.25, Roggenstroh M. 2 per Ctr., Roggenkleie M. 4.75, Weizenkleie M. 4—4.25 per Ctr. Rüböl im Detal M. 52— 53. Stimmung ruhig— Frankfurt, 9. Nov. Der heutige Viehmarkt war mit 377 Ochsen, 14 Bullen, 367 Kühen, Stieren und Rindern, 247 Kälbern, 893 Hämmeln und 172 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt; Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 6668, 2. Qual. M. 5660, Bullen 1. Qual. M. 42— 44, 2. Qual. M. 36- 38, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 58-60, 2. Qual. M. 40—50, Kälber 1. Qual: pro 1 Pfd. Schlachtgewicht 55 60 Pf., 2. Qual. 45 bis 50 Pf., Hämmel 1. Qual. 55—57 Pf., 2. Qual. 30—35 Pf., Schweine, inländische 56—60 Pf. Bitte um Hilfe! Am 5. November, Abends 8 Uhr, verunglückte in der dunkelen Nacht der Maurer Heinrich Kreuter von Schwalheim dadurch, daß er den Steg über die Wetter verfehlte und ertrank. Sein jämmerliches Hilferufen wurde zwar gehört, aber leider nicht beachtet. Der fleißige, brave Mann war der Ernährer seiner nun tief— gebeugten Frau, die schon seit 3 Jahren bettlägerig ist, und seiner 3 unerzogenen Kinder. Vermögen ist nicht vorhanden. Wer hilft hier der jammernden, in ihrer Noth fast verzagenden Wittwe und den armen verwalsten Kindern? Gaben nehmen gern entgegen: Walz, Pfarrer in Bad⸗Nauheim; Fr. Winter, Lehrer in Schwalheim. Es ist mir zugekommen, Hab's dankbar angenommen. Ich will die Kleinen von Dir grüßen! Doch Deinen Namen will ich nicht wissen! Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 14. November 1885. Beg inn: Freitag Abends 4 Uhr 5 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr 5 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 15. November an Morgens 7 Uhr, Nachmittags 4 Uhr. NB. Freitag den 20. November 1885: 12. Risleb, Friedberger Fasttag(Selichoth). 3185 Halb. Wagen, neu, leicht, sol., eleg., preisw. Abb. grat. J. 6. Rumpf, Eis. Hand 18, Frankfurt a. M.(1827.) med zgesu ———c—— 22d ase Au N f 7 O aenem od Aa OY an Sni 2 res 8 2 eimunzs unc bc 78 All irgend uu Sc binnen a Nn ef ee e eee In 0% Gun Ann 72 rad zu außergewöhnlich billigen Preisen. 100 St. doppelt breite Cachemire in 100 xira 100 1 ichifarbige Elsässer Piqué- 200„„ 3708 Aufforderung. Alle Diejenigen, welche Forderungen oder Ansprüche irgend welcher Art an den Nachlaß des August Stamm zu Schwalheim haben, werden aufgefordert, dieselben binnen 8 Tagen bei unterzeichnetem Amtsgericht geltend[a zu machen, widrigenfalls dieselben bei Regultrung des Nachlasses nicht berücksichtigt werden. Bad Nauheim den 7. November 1885. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. 3897 Obligations Verloosung. In der heutigen Gemeinderathssitzung wurde die Nr. 30 der Partialobligattonen zur Rückzahlung gezogen. Der Inhaber dieser Obligation hat deren Betrag bis zum 1. Februar 1886 bei der Gemeindekasse dahier in Empfang zu nehmen, da von diesem Tage an die Ver⸗ zinsung aufhört. Die Inhaber der Obligationen werden ersucht, ihre Talons mit Angabe des Namens, wegen 8 Ausfertigung neuer Coupons, bis zum 1. Februar 1886 an Großberzogliche Bürgermeisterei einzusenden. Rockenberg, 10. November 1885. Großherzogliche Bürgermetsterei Rockenberg. Wolf. Zur Beachtung. Es wird im Interesse des Handels und Verkehrs mit Schafen und Hämmeln hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß nach und zwar wiederholter Unter— suchung seitens der Thierärzte die hlesige Schafheerde von Räude frei und überhaupt von reiner Abslammung ist und ihr daher das erforderliche Attest„räudefrei“ ausgestellt werden könne. Köppern, 7. November 1885. Der Bürgermeister Stamm. 3900 3872 Concursmasse-Waaren- Versteigerung. Dienstag den 17. November, Vormittags 9 Uhr anfangend, kommt in Philippi's Felsenkeller dahier der Rest eines Coneurs-Waaren⸗ Lagers gegen Baarzahlung zur Versteigerung, als: Eine Parthte fertige Herrenkleider, eine große Parthie Buxkin zu Anzügen, Kinder-Anzüge, einzelne Hosen und Westen, eine große Parthie Herrep— und Damenhemden und Kragen, Unterhosen, Unterjacken, eine große Parthie Kleiderstoffe, Betttücher, Tischtücher, Handtücher, Servietten, Teppiche, Bettdecken, Commode— decken, wollene Hemden, Jagdwesten, Halstücher, sowie noch verschiedene Waaren. Jos. Butzbach, Auetionator. Auch elne Parthie Schuhe und Stiefel kommt zur Versteigerung. 3905 Die Hochparterre-Wohnung in meinem Gartenhaus, bestehend aus 5 ineinander— gehenden Zimmern, Küche, abgeschlossenem Corridor, Keller, Speicherraum, ist zu vermiethen. 3907 SGgoorg Hanau. RVVA Nene a Italienische Kastanien 3478 bet(eke pen Fertsch. 5 bis 6 Bienenvölker een e Kalchen. 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