R PW N 5 f 1 1885. Hamslag den 9. Mai. M 55. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch 15 17. 4 Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Bonner n Sa 5 Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. swärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Annoncen von aus L N.. Amtlicher Theil. N 1 der aus ö* 55 1 Gesetz, 7 die nachträgliche Aufnahme der von der früheren Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft übernommenen Beamten und Bediensteten in 1 0 den Staatsdienst betreffend. Vom 18. April 1885. dir. Ludwig IV. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein ꝛc. ꝛc. Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände 5 verordnet und verordnen hiermit wie folgt: * — Einziger Artikel. Diejenigen, auf Grund des Art. III. des Vertrags vom 21. Dezember 1875, betreffend die Uebertragung des Eigen⸗ thums der Oberhessischen Bahnen an den Staat(Regierungsblatt Nr. 30 von 1876), seiner Zeit übernommenen Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Eisenbahnen, welche nicht in Anwendung des Artikels 4 des Gesetzes vom 4. Mai 1881, betreffend die Anwendung der für die Civildiener bestehenden Bestimmungen auf die übernommenen Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Bahnen(Regierungsblatt Nr. 12 von 1881), in den Staatsdienst aufgenommen wurden, können nachträglich in denselben aufgenommen werden, wenn sie innerhalb einer von Unserem Ministerium der Finanzen ihnen nochmals zu bestimmenden letzten Frist die Bereiterklärung zum Uebertritt in den Staatsdienst nach Maßgabe der für die Civildiener bestehenden Bestimmungen abgeben, und zwar unter Verzichtleistung auf alle Rechte, welche sie durch die frühere vertragsmäßige Anstellung gegen die Verwaltung der Oberhessischen Bahnen erworben haben. Auf diese übertretenden Beamten und n Bediensteten finden die Bestimmungen der Artikel 3, 4 und 5 des Gesetzes vom 4. Mai 1881 Anwendung. Unserem Ministerium der Finanzen en steht das Recht zu, einzelnen der sich hiernach nachträglich meldenden Beamten und Bediensteten diesen Uebertritt zu versagen. 1 Urkundlich Unserer eigenbändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels. Ig. 8 Darmstadt den 18. April 1885.(L. S.) Ludwig. Weber. 1 1—— Friedberg den 7. Mai 1885. f Betreffend: Die Beschaffung und Unterhaltung thierärztlicher Instrumente in den Gemeinden des Kreises. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit Erledigung unserer Verfügung vom 31. Maͤrz l. J.— Amtsblatt ohne Nr.— noch im Rückstande sind, beauftragen wir, dieselbe nunmehr längstens binnen 24 Stunden bei Meidung von Strafe zu erledigen. Dr. Braden. Bekanntmachung. 990 Unter Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 8. Juli 1882, Oberhessischer Anzeiger Nr. 80, wird andurch zur öffent⸗ Walt da 2 lichen Kenntniß gebracht, daß vom 1. April d. J. an für Hebammenschülerinnen, welche auf eigene Kosten lernen, der für Unterricht, Wohnung art u dir Lurz. 250 M. erhöht worden ist. und Verköstigung während eines Unterrichtscursus zu entrichtende Betrag von 200 M. auf. Friedberg den 6. Mai 1885. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Bekanntmachung. 5 In Gemäßheit der Instruction vom 2. September 1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffneet feln Macht im Frieden wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Durchschnittspreise der nachbemerkten Artikel für den Monat April J kntnenn. 1885 sich folgendermaßen und zwar für je 100 Kilogramm berechnen: Hafer M. 16.—, Heu M. 6.—, Stroh M. 4.—. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. gun. L. hei- Friedberg den 7. Mai 1885. 8 Ul f Dr. Braden. Aloel, 5 1 1 Einladung. zu der Mittwoch den 13. 1. Mts., Nachmittags 2 Uhe, in dem Nathhaussaale zu Friedberg stattfindenden 11 General-Versammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg. „ Friedberg den 5. Mai 1885. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg. en Dr. Braden. decker. Tagesordnung. 1. Rechnung. 74 eilt 2. Voranschlag. Lahn 3. Neuwahl des Ausschusses. a a clundes 4. Mittheilungen des Herrn Professors Dr. Tobisch zu Friedberg über die auf dem Versuchsfeld ausgeführten Versuche. 1 1 5. Referat des Herrn Kreis⸗Veterinärarztes Dr. Gebb zu Friedberg über Wasenmeistereien. 1 6. Verschiedene Mittheilungen. 1 Deutsches Reich. nissen betr., wurden die Art. t u. 2 der Regierungs- machten Zusatz einstimmig bei. Bezüglich des en 1 N Darmstadt. Der Kreisarzt Dr. Ihring vorlage übereinstimmend mit dem Beschluß der Gesetzentwurfs betr. Gemeindeumlagen, hier Be— en„ in Bingen wurde zum Kreisarzte in Offenbach, zweiten Kammer, als Art. 1, sowie ferner Art. 2a, steuerung der Actiengesellschaften wird nach münd⸗ Art. 3 nach Strich des Alinea 1, die Ueber- licher Berichterstattung des Abg. Möllinger und der Kreisarzt Dr. Spamer in Lauterbach zum 8 9 nee Ungez KA. zritdtit⸗ Kreisarzte in Bingen, der Kreisassistenzarzt schrift„Gesetzeutwurf, die Kosten des Unter— lebhafter Diskussion der Antrag der Ausschuß— Dr. Matthias zu Mainz zum Kreisarzte in haltes der Sträflinge im Landeszuchthause und majorität der ersten Kammer„Strich des Art. 4 r Lauterbach, der Kreisassistenzarzt Dr. Lehr zu den Gefängnissen, sowie den Erlaß von Kosten] des Gesetzentwurfs— und Zusatz zu Art. 1 1 Offenbach zum Kreisassistenzarzt in Mainz, der der Straßvollstreckung betreffend“ und endlich Absatz 1: Hinsichtlich des Einkommensteuerkapi— das Gesetz im ganzen einstimmig angenommen. tals inländischer Privateisenbahn-Gesellschaften des 1** + 2441 abet e ar. Cabinetssecretär v. Hessert wurde definitiv 0 0. ö n gel 105 e ae— 6. Mai. Zweite Kammer. Es wurden findet eine Vertheilung auf die einzelnen be— ö— Das Neglerungsblatt, Beilage Nr. 7 enthält: zunächst neue Einläufe verkündigt und sodanntheiligten Gemeinden bezw. Gemarkungen im 0 die Vorstellung des Comité's der Eisthalbahn, Verhältniß der Summen der am einzelnen Ort J. Bekanntmachung, die Aufbringung des Bedürfnisses der Gr. Landes Erandversscherunge dafl e a 1 7 Erbauung der Bahn be ö d * r 1 1881/82 richterstattung des Abg. Theobald einstimmig für Grundsteuerkapitalien statt;“ mit 1 gegen 17 und 1882/83. erledigt erklärt. Bezüglich des Gesetzentwurfs, Stimmen angenommen. Ein Antrag des Abg. — 6. Mai. Erste Kammer. Den Gesetz⸗ das Brückengeld zu Mainz betr., tritt auf münd⸗ Frank und Gen. auf Beharren bei dem früheren entwurf, die Kosten des Unterhalts der Sträf— liche Berichterstattung des Abg. Moͤllinger die] Beschluß wird mit allen gegen(4 e linge im Landeszuchthause und in den Gefäng⸗ zweite Kammer dem von der ersten Kammer ge-habgelehnt. Der Kammer wird in einer Nach— tr., auf mündliche Be- der Gesellschaft zur Last gestellten Gewerbe— und 0 n, 1 . 3 1 0 ———— mittagssitzung mitgetheilt, daß die erste Kammer]Rechnug tragen soll, lautet: 1) im Tarif 41 dem Beschuß der zweiten Kammer in Bezug auf!zu streichen:„in ausländischer Währung zahl— die Besteuerung der Actiengesellschaften beige— treten ist. Demnach werden jetzt die Gesell— schaften zur Communalsteuer herangezogen, wo— gegen die Actionäre von der Entrichtung der— selben befreit sind. Bezüglich der Recommuni— kationen,„Verwaltungsgesetze“ betreffend, finden redactionelle Aenderungen der ersten Kammer die einstimmige Annahme des Hauses. Bei der Recommunikation,„Gesetzentwurf, die Kosten der Sträflinge im Landeszuchthause und in Ge— fängnissen“ betreffend, beantragt die erste Kam— mer folgenden Zusatz:„Das Ministerium des Junern ist ermaͤchtigt, den zu Freiheitsstrafen Verurtheilten, wenn ihre Vermögensverhältnisse hierzu Anlaß bieten, die Kosten der Strapvoll— streckung ganz oder theilweise zu erlassen.“ Wird angenommen. Ein Antrag wegen Nichtbesteuer— ung der Kali- und Phosphor-Dünger wird an die Regierung verwiesen. Hierauf erfolgt der Schluß der Session. Berlin, 6. Mai. Im Palais des Prinzen Friedrich Karl fand soeben die kirchliche Trauung der Prinzessin Heinrich der Niederlande mit dem Prinzen Albert von Altenburg durch den Ober— hofprediger Koegel statt. Der Kaiser, der Kron— prinz, die hier anwesenden Mitglieder des Königs— hauses und die fremden fürstlichen Gäste wohn— ten der Trauung bei. Zum Diner waren gegen 80 Einladungen ergangen. Nach dem Diner be— absichtigten die Neuvermählten sofort abzureisen. — 6. Mai Heute Nachmittag wurde ein Subject, anscheinend Ende der zwanziger Jahre, verhaftet, welches mit einem Stein das Eck— fenster des kaiserlichen Palais' zertrümmert hatte. Der Verhaftete ist ein beschäftigungsloser Ar— beiter, wie er angibt, aus Ragnit. Es handelt sich evident um einen groben Unfug. Der Kaiser war während des Vorgangs im Palais gar nicht anwesend. — 6. Mai. Der Bundesrath nahm den Antrag Bayerns, betr. den Entwurf des Ge— setzes über die Unzulässigkeit der gerichtlichen Beschlagnahme von Eisenbahn- und Fahrbetriebs- material, in erster Lesung an, genehmigte den Handels- und Schifffahrtsvertrag mit der süd— afrikanischen Republik, die Meistbegünstigungs— convention mit Birma und gab dem Gesetzent— wurf wegen des Nachtragsetats seine Zustimmung. — 6. Mai. Reichstag. Forsetzung der Berathung der Börsensteuer-Vorlage. Die Anträge Richter(Auf⸗ hebung des Petroleumzolles) und Kayser(Aufhebung der Salzsteuer) werden vom Staatssecretär Burchard als unannehmbar bekämpft und vom Hause abgelehnt. Der Rest des Börsensteuerentwurfs wird nach den Commis— sionsanträgen angenommen. Zu dem bei Berathung des Gesetzentwurfs bezüglich der Steuervergütung für Zucker gestellten Antrag des Grafen Hacke hatte der Abgeordnete Nobbe ein Amendement eingebracht, welches den Reichs— kanzler ermächtigt, zur Verstärkung des Betriebsfonds der Reichshauptkasse 170 statt 120 Million Mark Schatz⸗ anweisungen auszugeben. Der Bundes commissär hatte sich für das Amendement Nobbe ausgesprochen. Dasselbe wurde angenommen. Das Gesetz zum Schutz des Reichs— kassenscheinpapiers wurde in dritter Lesung genehmigt. — 7. Mai. Der Reichstag genehmigte in zweiter Lesung die Vorlage, betr. die Abänder— ung des Zollvereinigungsvertrags nach der Re— gierungsvorlage und überwies die Resolution Struckmann⸗Osterer, betreffend die Beschränkung des Kleinhandels mit Brantwein an die Zoll⸗ commission. Staatssecretär Burchard hatte gegen die Resolutionen gesprochen. — Die Nationalliberalen stellen zur dritten Lesung des Börsensteuergesetzes folgende An— träge: Im Tarif 4 1 zu streichen:„in aus— ländischer Währung zahlbare Wechsel, aus— landische Geldsorten, Auszahlungen an aus— ländischen Plätzen in fremden Valuten“, so daß also das Geschäft in ausländischen Bankarten und ausländischem Papiergeld stempelpflichtig bleibt; die Befreiungen zu ändern und den— selben als dritte Befreiung zuzufügen:„für Ge— schäfte über Waaren, welche von einer der ver— tragschließenden Personen a. in ihrem Betriebe erzeugt oder hergestellt sind, b. zur Verwendung in ihrem Betriebe erworben werden.“ Der von den Conservativen und dem Centrum gestellte Antrag, welcher den Bedenken des Reichskanzlers bare Wechsel“ und„Auszahlungen in fremden Valuten“; 2) im Tarif vor Befreiungen zu setzen: Anmerkung, Kauf und sonstige An— schaffungsgeschäfte über im Inlande von einem der Contrahenten erzeugte oder hergestellte Mengen von Sachen oder Waaren sind steuer— frei; 3) dem F. 7 einen Absatz 4 hinzuzufügen: Geschäfte, welche vorbehaltlich der Aufgabe „an Aufgabe“) abgeschlossen werden, sind ab— gabepflichtig, die Bezeichnung des destnitiven Gegencontrahenten,(die Aufgabe) ist steuerfrei, wenn dieselbe spätestens am folgenden Werktage gemacht wird; wird dieselbe später gemacht, so gilt sie als ein neues abgabepflichtiges Geschäft; 4) im F. 11a Absatz 1 Zeile 2 hinter den Worten„insofern letztere“ einzuschalten:„dem— selben Steuersatze unterliegen“ und 5) im F. 27 den Absatz 3 zu streichen und im Absaß 5 Zeile 1 statt„im Absatz 3“ zu setzen:„im Absatz 2“%. — 6. Mai. Das Herrenhaus nahm die hessen⸗nassauische Kreis- und Provinzial-Ordnung in der Fassung des Abgeordnetenhauses an und genehmigte das Lehrerpensionsgesetz nach den Commissionsanträgen, wonach den bereits ange— stellten Lehrern, die nach dem bisherigen Rechte nur zu einer geringeren Pension berechtigt sind, die Pension gleichwohl nach den Bestimmungen des neuen Gesetzes zu gewähren sei, und wonach der Staat nur bis zu 600 M. zur Pension bei— trägt. Das Gesetz geht demnach an das Ab— geordnetenhaus zurück. — Generalconsul Nachtigal ist an Bord des Kanonenbootes„Moewe“ auf hoher See am 20. April an perniciösem Wechselfieber gestorben und am 21. April auf Cap Palmas begraben worden. Wiesbaden. Wie zuverlässig verlautet, findet die Vermählung des Erbgroßherzogs von Baden mit der Prinzessin Hilda von Nassau auf Schloß Hohenburg in Oberbayern statt. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest, 6. Mai. Im Abgeordnetenhause legte der Finanzminister einen Gesetzentwurf vor betreffs Beschaffung des Betriebskapitals für die ungarischen Staats— bahnen und Staatseisenwerke im Betrage von 18,170,000 fl., welche durch Emission Sproc. steuerfreier Notenrente zufgebracht werden sollen. Frankreich. Paris, 7. Mai. Die Kammer genehmigte mit 308 gegen 57 Stimmen den am 21. August 1863 mit Annam abgeschlossenen Vertrag. Freyeinet hob hervor, daß der Vertrag thatsächlich schon seit 18 Monaten wirksam sei. Großbritannien. London, 6. Mai. Das Unterhaus lehnte mit 240 gegen 237 Stim— men den von der Opposition eingebrachten und von der Regierung bekämpften Antrag ab. Die Kosten für Aufstellung der neuen Wählerlisten anstatt aus lokalen Steuern aus den Staats— steuern zu bestreiten. Italien. Rom, 6. Mai. Kammer. In Beantwortung der Interpellationen Camporeale, Cairoli, Branc und Derenzis über die Colonial— politik der Regierung erklärte Mancini, seine früheren bezüglichen Erklärungen nur bestätigen zu können. Die Regierung unternahm die Ex— pedition in das Rothe Meer mit bescheidenem, vorsichtigen Programm, welches keinerlei poli— tische Ungelegenheit, kein finanzielles Derange— ment hervorrufen könne. Die Congoexpedition sei nur verschoben; der Forschungsreisende Cecchi befinde sich auf dem Wege nach den Pubamünd— ungen, um das dortige Gebiet zu erforschen. Die Beziehungen zu den Herrschern Abyssiniens, Choas und Achussas seien befriedigend. Die Expedition nach dem Rothen Meere kostete nur 2 Million. Mancini hälk seine früheren Er— klärungen hinsichtlich der Freundschaft mit Eug— land, über das treue Festhalten an der Allianz mit den europäischen Centralmächten und über das politische Gleichgewicht im Mittelmeer auf— recht. Die Regierung sei nach wie vor ent— schlossen, sich jeder Politik zu enthalten, welche zu gefährlichen Abenteuern führen könnte. Mau— eini ersucht die Kammer, sich über seine Politik Camporeale beantragt die Vor“ auszusprechen. legung der diplomatischen Correspondenz, Cairoll und Derenzis beantragen ein Mißtrauensvotum. Mancini ersucht, diese Anträge morgen zu berathen, womit sich die Kammer einverstanden erklärt. Rußland. Petersburg, 7. Mai. Oberst Zakrzewsky von dem Generalstabe Komaroff's war dieser Tage in Gatschina.—„Daily Rews“ erfährt: Die russische Regierung habe sich bereit erklärt, posititiv zu versichern, daß sie nicht be absichtige, jetzt oder später von Herat Besitz zu ergreifen. Amerika. Ottawa. Reuter's Bureau meldet; Eingegangenen Nachrichten zufolge fand am Sonn- tag ein Zusammenstoß zwischen 300 Mann cana⸗ dischen Truppen und 600 Indianern, Anhänger des Häuptlings Poundmaker, statt. Es fielen 9 7 Soldaten und 12 wurden verwundet, während die Indianer 50 Todte und Verwundete verloren. — 7. Mai. Neuesten Nachrichten aus Battleford zufolge wurden in dem Gefechte vom 3. Mai die Indianer vollständig geschlagen und mit einem Verlust von über 100 Todten aus ihrer Stellung vertrieben. Rio de Janeiro, 6. Mai. Das Ministerium hat demissionirt, da die Majorität der neuen Kammer der Vorlage der Regierung wegen Auf— hebung der Sklaverei feindlich gegenüber steht. Asien. Simla. Der Emir Abdurrahman von Afghanistan ist am 30. April in Kabul an⸗ gekommen. Aus Stadt und Land. st. Friedberg. Im Jahre 1884 wurden in hie⸗ siger Stadt geschlachtet: 394 Ochsen, Faselochsen und junge Stiere, 294 Kühe, 161 Rinder, 1216 Kälber, 3004 Schweine, 260 Hämmel und Schafe, 26 Ziegen⸗ lämmer, in Summe 5355 Stück Vieh. st. Friedberg. Auch hierher kam auf das am 1. April abgesandte Glückwunschtelegramm ein eigen⸗ händiges Schreiben Bismarcks:„Berlin, 20. April. Für die freundlichen Glückwünsche zu meinem siebzigsten Geburtstag bitte ich Sie, meinen verbindlichsten Dank entgegenzunehmen. v. Bismarck.“ Mainz, 4. Mai. Heute wurde die mit dem 15. Mai eingehende hiesige Schiffbrücke versteigert. Neben In⸗ teressenten hatten sich zu dem Aete viele Neugterige ein⸗ gefunden. Ausgeboten wurde die Brücke zunächst in 13 Loosen, für welche zusammen M. 22,090 gelöost wurden. Bet der alsdann stattgehabten Versteigerung der ganzen Brücke wurde ein Gebot gemacht von M. 30,000 und zwar von einem Mühlheimer Schiffsbauer. Die Genehmigung zu dem Preise wird schwerlich erfolgen, da der Schätzungswerth der Brücke M. 91,000 ist. Allerlei. Gelnhausen. Im benachbarten Gerichts wald macht seit etwa 3 Wochen Folgendes die Pächter der dortigen Jagden besorgt: Man findet nämlich fast täglich Rehwild todt im Walde liegen, welchem der Kopf vom Rumpfe getrennt und das Blut aus dem Körper gesogen ist, ohne sonst irgendwie berührt zu sein. Nur im Rücken finden sich Eindrücke von Klauen, aus denen zu schließen, daß das Wild erst zu Tode geritten wird. Man hat es muthmaßlich mit einem Luchs zu thun, von dem sich nur fragt, wie er dahin gekommen, da er bei uns be— kanntlich schon lange ausgerottet. a. Lahr. Am 25. Mai wird das Reichswaisenhaus dahter eingeweiht und ist folgendes Programm festgesetzt: Vormittags Empfang ankommender Festgäste. Um 11 Uhr: er neee eee b — d — Aufstellung des Festzuges beim Rathhause und Zug nach dem Waisenhause. Dortselbst findet die Eröffnungsfeier statt, für welche ein besonderes Programm am Festtage selbst ausgegeben wird. Die Stadt Lahr wird es sich zur Ehre rechnen, den Gästen aus dem ganzen weiten deutschen Vaterlande, die sich an der Feier zu bethetligen gedenken, den Aufenthalt in ihren Mauern so angenehm als möglich zu machen. wird schon nach den vorläufigen Mittheilungen eine ganz außerordentliche sein, und dürfte sich die Feier allem Anscheine nach zu dem gestalten, was sie ihrem eigensten Wesen nach ist, zu einem wahrhaft natsonalen Feste. Allen, die sich daran betheiligen, sei schon im voraus ein herzliches„Willkommen“ zugerufen. Minden, 4. Mai. hier, der sich im vorigen Sommer einer Expedition zur Erforschung Innerafrikas anschloß und thatsächlich den Dubbrlcafluß und dessen Gebiet mit bestem Erfolge be⸗ reiste, ist hierher gelangter telegraphischer Nachricht zu⸗ folge plötzlich von dem mörderischen Klima dahingerafft worden. Die Todes botschaft wurde vom Commandanten der Corvette„Bismarck“ den Eltern des muthigen jungen Mannes übermittelt. Neapel, 6. Mai. Starke Risse des Aschenkegels des Mittelkraters des Vesuvs lassen dessen Zusammen⸗ sturz befürchten. Die Lava fließt langsam. Madrid. An dem 22. April ist neuerdings Nord⸗ spanien durch eine heftige Erderschütterung heimgesucht Die Zahl der Festtheilnehmer Lieutenant a. D. Tilly von — e 1 2 i aul 0 ahr larnur er ir in rem eee ee N e e r Anst. 2 2 j — 1 27 der un ug uspzaua ne und 3 2— 27 au 12122 25 1 uauasien AMaéwen bund Cs fielt det, währen dete verlor zus Battlefonsf 0 N 11 211. = den 2 7 — Aton TAU ue tel tune utaalel unde Apr 1 1 Ita sten Aut Dank! **— Nen J— *— A Aae r auen— 1. 165 2 le zune— 0 3 2 2 22 f** Kian— SS etantr. *—— 7 4 erfolge Sem ersen— 5 0 E —— 2 2 — 22 2 iwald nb 2 Neben a ieee „ Nun e 0 8 2 0* vüdes 7 Sliches Elie 1 62 m 8 2 162 1 2— „— 148 ien ben 1 L age 4g 12 i 106 er iq worden, in Folge deren sich bei Boltanag, in der Provinz Huesca, eine Kluft von 70 Meter Länge und 20 Meter Breite öffnete. Asche, Rauch, heiße Steine und Feuer sind aus dem Boden geschleudert worden, Menschenleben aber sind dabei nicht zu Grund gegangen. Kirchliche Anzeigen für Kriedberg Ehangelische Gemeinde. Ro gate. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10¼ Uhr: Herr Candidat Euler. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Bauer. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Kathslische Gemeinde. 347 Uhr: Austbeilung der heil. Communkon. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 5 Uhr: Malandacht mit Segen und Predigt: Herr Kaplan Mauer in Ober-Mörlen. Dr. Gensch prakt. u. Specialarzt für Haut-, Frauen- u. Unterleibskrankhelten ete. Frank- 8 furt a. M., Stiftstr. 22. fr. Assist. Pro- fessor Rieord's. Auswärts brieflich. 580 1469 Halbverdeck- Wagen, leicht, solid, elegant, preiswürdig. Abbildung gratis. J. G. Rumpf, Eis. Hand 18, Frankfurt a. 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Darunter eine Extra Reserve von. r 9,188,022. Als Ueberschuß lieferte das Jahr 1884 für die Todessallbranche 1 5 2,211,674. welche Summe nach 5 Jahren als Dividende den Versicherten zurückvergütet wird. Im Jahre 1885 werden den Versicherten an Dividenden aus bezahlt 1,703,485. Seit dem 30jährigen Bestehen wurden bei der Bank eingereicht 78994 Anträge über..„ 358,257,689. und in Versicherung genommen 60890 Personen übeeeereee uns 296,172,815. In der Todesfallbranche wurden für die Sterbefälle und abgelaufene alternative Versicher⸗ ungen ausbezahlt e, ß Uebskschnsse!,. 25,237,447. den Verficherten an Dividenden rückvergüteue e. 14,062,070. Als Dividenden ⸗Reserve liegen or ñ lla. 9,138,022. welche in den nächsten 5 Jahren unter den Versicherten zur Vertheilung gelangen. Neue Versicherungs Anträge von M. 1000 100,000. nimmt entgegen 1709 Friedber J. Landau, Taubst.⸗Lehrer. 5 O. Fritze's Bernstein⸗ Oel ⸗Lackfarbe zum Selbst-Lackiren von Fussböden in bekannter vorzüglicher Qualität. 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