U 8. wäre 1 Flaschen gerle, . 1885. Dienstag den 3. Uouember. M 130. O berhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwo ö i 175 50 71 9 eee. 0 Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. 1 Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Volkszählung im Jahr 1885. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 14. September 1885— Kreisblatt Grund der bis jetzt eingelaufenen Berichte abgeänderte Zusammenstellung der Zählungscommis tragen Sie, Diejenigen von Ihnen, welchen eine genügende J. V.: Dr. v. Gemmingen. Uebersicht der Zählungs-Commissionen im Kreise Friedberg für die Vo Bürgermeister Best, 1 Berntheusel. Bad⸗Nauheim mit Bahnhof und Ziegelei, Gasfabrtk, Registrator Tönges, Lehrer Schüler-, Thal- und Weißensee-Mühle: Gr. Bürgerm. Ried, Lehrer Cleer, Georg Hock III. Ilbenstadt mit Schloß, Ilbenstädter Hof und Nonnen— Bahnwärterhaus Nr. 201, altes und neues Chaussee⸗ hof: Gr. Burgerm. Veith, Lehrer König, Lehrer haus, Johannisberg, Saline, Schweizer- und Teich- Ruppert. haus: Gr. Bürgerm. Wörner, Kaufm. Ph. J. Weiß, Kaichen mit Löges Mühle: Gr. Bürgerm. Weitzel, Beigeordn. Grünewald III. Johannes Bönsel, Wilhelm Scharmann. Bauernheim: Gr. Bürgerm. Väth, Lehrer Bullmann, Klein-Karben: Gr. Bürgerm. Schneider, Lehrer Urias Höres I. Knab, S. Ortenberger. Beienheim: Gr. Bürgermeister Stein, Lehrer Steitz, Kirch-Göns mit den Bahnwärterhäusern Nr. 183, 184 Friedrich Stein. Bodenrod: Gr. Bürgerm. Wissig, Lehrer Best, Ge- 7 meinde-Einnehmer K. Hofmann V. Boönstadt mit Chausseehaus: Gr. Beigeordn. Hofmann, Lehrer Volk, Gem.⸗Einnehmer M. Wagner. Bruchenbrücken mit den Bahnwärterhäusern Nr. 213, 214, 215, 216 und 217, Görbelheimer Mühle und Heidenstock: Gr. Bürgerm. Wagner, Lehrer Schuchard, Andr. Papst. Büdesheim: Gr. Bürgerm. Otto, Lehrer Fr. Mörschel, Beigeord. Faß. Burg⸗Gräfenrode mit Marienhof: Gr. Bürgerm. Moscherosch, Lehrer Vetter, Lehrer Ritzel. Butzbach: Gr. Bürgerm. Küchel, Conrad Hagemann, Rechner Heinzerling. Dorheim mit Dorheimer Braunkohlen-Bergwerk: Gr. Bürgerm. Zerb, Aug. Breidenbach, Konr. Iffland III. ö Dorn⸗Assenheim: Gr. Bürgermeister Rack, Lehrer Becker, Wilhelm Adam Geck. 5 a Dortelweil mit Backstein-Fabrik, Bahnwärterhäuser 1 Nr. 231, 232, 234, Chausseehaus und Dortelweiler 4 Stationshaus: Gr. Bürgerm. Hensel, Wilh. Fauerbach. Fauerbach b. Fr. mit den Bahnwärterhäusern Nr. 210, 211, 212, Ziegeleien am rothen Thurm und im Wartfeld: Gr. Bürgerm. Neisel, Lehrer Roth, Lehrer Fr. Söllner. Fauerbach v. d. H. mit Herrn- und Obermühle: Gr. Bürgerm. Dilges, Lehrer Usinger, Gem.-Ein⸗ nehmer Seipel Y. Friedberg mit Vorbach's Mühle, Ziegelei am Nau— heimer Weg und Forsthaus Winterstein: Gr. Bürgerm. Steinhäußer, Gemeinderath Ruths, Gr. n Schulverwalter Rahn. Kloppenheim mit den Bahnwärterhäusern Nr. 228, 229 und 230, Groß-Karber Bahnhof und neuer Selzer⸗(Taunus⸗) Brunnen: Gr. Bürgerm. Kliem, Verwalter Stahl, Lehrer Rückert. Langenhain mit Langenhainer Ober- und Untermühle und Ziegenberg: Gr. Bürgerm. Rumpf, Lehrer Will, Gem.⸗Einnehmer Huth. Maibach und Maibacher Mühle: Gr. Bürgerm. Salten— berger, Lehrer Oswald, Gem. Einnehmer Saltenberger. Massenheim mit Ober- und Untermühle: Gr. Bürgerm. Schmidt, Gem. Einnehmer Val. Wilhelm Schmidt, Wilh. Chr. Schmidt. Melbach: Gr. Bürgerm. Hahn, Gr. Beigeordn. Geck, Wiesenbautechniker Hahn. Münster mit Hessenmühle: Gr. Buürgerm. Lehrer Momberger, Gem.-Einnehmer Reineck. Münzenberg mit Laubacher Hof, Junker- und Ketter— Mühle: Gr. Bürgerm. Jäger, Gr. Beigeordneter Heinrich Schäfer, Lehrer Hitzel. Nieder⸗Erlenbach mit Ober-Mühle: Gr. Bürgerm. Kötter, Lehrer Metzler, Lehrer Linn. Nieder⸗Eschbach mit Nieder-Eschbacher Hohemark: Gr. Bürgerm. Faust, Lehrer A. Wolf, Sparkasserechner W. Seiboldt 1. Nieder Florstadt: Gr. Bürgerm. Alles, Lehrer Hechler, Kirchenrechner Alt. Nieder-Mörlen mit den Bahnwärterhaͤusern Nr. 199 und 200, der Kaisergrube und dem Hof Löwenthal: Gr. Bürgerm. Kremer, P. Jae. Möbs, Lehrer Kohl. Nleder-Rosbach mit Brunnen, Harb- und Seemüuhle: Ludwig, Aktuar i. P. W. Nau. Gr. Bürgerm. Groh, Lehrer Wallbrecht, Lehrer Gambach mit Bahnwärterhaus Nr. 186, Gambacher Windecker. Mühle, Kreuz⸗ und Plätsch⸗Mühle: Gr. Bürgerm. Nieder Welsel mit den Bahnwärterhäusern Nr. 192 Reul, Lehrer Heß, Lehrer Repp. und 193 und der Elnhäuser Mühle: Gr. Bürgerm. Griedel mit den Bahnwärterhäusern Nr. 187, 188, Reuter, Johannes Morschel, Konrad Heinz VIII. der Burg, dem Weiher-Hof, der Rled- und Rain-Nleder-Wöllstabt mit den Bahnwärterhäusern Nr. 218, Mühle: Gr. Bürgerm. Wetz, Gem.⸗Einnehmer Ohly, 221, 222, 223, Hof Neuherberge, Gäns⸗, Langen⸗ Wilh. Streb. und Schlag-Mühle: Gr. Bürgerm. Weith, Lehrer Groß⸗Karben mit Dögelmühle, Ludwigs⸗ und Selzer, Schmidt, Heinrich Bausch III. 5 5 Mineralbrunnen: Gr. Bürgerm. Lanz, Lehrer Musch, Ober⸗Erlenbach mit der Guthmanns⸗ und Stein⸗ Lehrer Schmidt. Mühle: Gr. Bürgerm. Veith, Lehrer Ant. Wagner, Harheim mit Untermühle und Ziegeleien: Gr. Bürgerm. Lehrer Joh. Neher. i. 1 Guth, Lehrer Burk, Gemelnderath L. Brauburger. Ober⸗Eschbach mit der Geiß'schen und Hütten-Muhle: Hausen mit Oes: Gr. Bürgermeister Häuser, Jacob Or. Bürgerm. Himmelreich, Lehrer Mohr, Gem. Häuser IV., Jacob Klös. Einnehmer Wächters häuser. 2 eldenbergen mit Hinter- und Niddermühle: Gr. Ober-Florstadt: Gr. Burgerm. Dauernheim, Gr. Buürgerm. Schäfer, die Lehrer Epple, Ritter und Wolf. Belgeordn. Emmerich, Lehrer Aug. Bauer. Hoch⸗Welsel: Gr. Bürgerm. Wörner, Lehrer Walther, Ober⸗Mörlen mit den Bahnwärterhäusern Nr. 196, Gem.⸗Elnnehmer Schmidt. 197, 198, der Hefftersheimer, Krämers, Loh- und 1 15 etreffend: Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahr 1885. Das ö ö Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 20. April l. J.— Kreisblatt Nr. 48 gelchnisse bis laͤngstens zum 10. November l. J. anher einsenden zu wollen. — 5 5 und 185: Gr. Bürgerm. Weber, Konrad Nern II., Friedberg den 30. October 1885. das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt. Nr. 111— bringen wir die nachstehende, auf sionen nochmals zu Ihrer Kenntniß und beauf— i die den Zählern zuzustellenden Zählkarten, Zählbriefe und Controllisten, sowie die für die Zählungscommissionen bestimmten Gemeindelisten binnen acht Tagen durch von Ihnen mit schriftlichem Auftrag versehene Boten auf unserer Amtsstube abholen zu lassen. Diejer. Anzahl der an die Zählungscommissionen abzugebenden Bestimmungen, sowie der In— struction für die Zähler noch nicht mitgetheilt worden ist, wollen den Boten beauftragen, die fehlenden Exemplare ebenfalls mitzunehmen. lkszählung im Jahr 1885. (Der Erstgenannte fungirt als Vorsitzender der Commission.) Assenheim mit Amalien hof und Hainau-Mühle: Gr. Holzhausen mit Born, Freimunds⸗, Nadel-, Schlapper⸗, Oel-Mühle, sowie dem Hof Hasselhecke: Gr. Bürgerm. Jeckel, Lehrer Busch, Lehrer Beyke. Ober⸗ Rosbach mit Ober⸗ und Unter⸗Mühle: Gr. Bürgerm. Blecher, Lehrer Wallbrecht, Philipp Ruppel. Ober⸗Wöllstadt mit der Hain⸗ und Ried-Mühle und dem Hof Ludwigshütte: Gr. Bürgerm. Feuerbach, Sr. Beigeordn. Breidenbach, Gem.-Einn. Odenwäller. Ockstadt mit der Kipp's⸗ und Schmelz⸗Mühle, der Ziegelei bei Friedberg und Straßheim(Löwenhof): Gr. Bürgerm. Dienst, Dekan Keller, Lehrer Veith. Okarben mit den Bahnwärterhäusern Nr. 224, 225, 226 und 227 und der Neu-Mühle: Gr. Buͤrgerm. Fauerbach, Pfarrer Orth, Lehrer Werner. Oppershofen mit der Nonnenmühle: Gr. Bürgerm. Schmidt, Martin Weil, Andreas Hainstadt. Ossenheim mit Ossenheimer Bergwerk und Ossen— heimer Jagdhaus: Gr. Bürgerm. Keller, Dekan Buchhold, Lehrer Nagel. Ostheim mit den Bahnwärterhäusern Nr. 194 und 195: Gr. Bürgerm. Schneider, Lehrer Kunz, H. Schneider II. Pekterweil mit der Ried-Mühle: Gr. Bürgerm. ö Berges, Lehrer Kredel, Gem.-Einnehmer Cost. Pohl⸗Göns: Gr. Buͤrgerm. Seitz, Pfarrer Broß, Gr. Betgeordn. Schepp. Reichelsheim mit Reichelsheimer Mühle: Gr. Bürgerm. Schmid, Beigeordn. Schmidt, W. L. Vogt. Rendel mit Born⸗ und Scharr⸗Mühle: Gr. Bürgerm. Herling, Pfarrer Fertsch, Lehrer Walther. Rockenberg mit Klapper⸗Mühle und Landeszuchthaus Marienschloß: Gr. Bürgerm. Wolf, Lehrer Frieß, Joh. Georg Landvogt V. Rodheim v. d. H. mit Dick- und Tannen-Muͤhle: Gr. Bürgerm. Jacobi, Lehrer Hüfner, Beigeordn. Schraidt. Rödgen mit Holz⸗ und Rödger-Mühle: Gr. Bürgerm. Luft, Lehrer Lehleitner, Gr. Beigeordn. Hensel. Södel: Gr. Bürgerm. Reitz, Lehrer Lortz, Lehrer Loos. Schwalheim mit den Bahnwärterhäusern Nr. 203, 204, 205, dem Sauerbrunnen und der Ziegelei und der Born Mühle: Gr. Bürgerm. Hensel, Lehrer Winter, Gem.⸗Einnehmer Bingel. Staden: Gr. Bürgerm. Grießmer, Lehrer Jäger, Rechner Roth. Stammheim: Gr. Bürgerm. Thaler, Pachter Rull⸗ mann, Peter Luther. Steinfurth: Gr. Bürgerm. Alt, Lehrer Huber, Gr. Beigeordn. Alles. Trais⸗ Münzenberg: Gr. Bürgerm. Gorr, Gr. Bei⸗ geordneter Kaiser, Heinrich Jäger III. Vilbel mit den Bahnwärterhäusern Nr. 235, 286, 237, 240 und 241 und der Ziegelei: Gr. Bürgerm. Hinkel, Lehrer Buchinger, Lehrer Muhl. Weckesheim mit Weckesheimer Kohlengrube: Gr. Bürgerm. Hilger, Lehrer Döll, Joh. Gg. Steffan. Wickstadt: Gr. Polizei⸗Commissär Habich, Friedrich Chelius, Revierjäger Aehle. Wisselsheim: Gr. Bürgerm. Hofmann, Lehrer Pfann— müller, Gem. Einnehmer Steinhauer. Wölfersheim mit Wölfersheimer Bergwerk: Gr. Buͤrgerm. Heyer, Lehrer Schultheis, Gem. Einnehmer Scherrer. Wohnbach: Gr. Bürgerm. Fatum, Lehrer Goͤrlach, Nie. Euser II. Friedberg den 30. October 1885. Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt. — empfehlen wir Ihnen die rubricirten Ver— J. V.: Dr. v. Gemmingen. Betreffend: Den Rundgang der Wiesenvorstaͤnde im Oetober 1885. Friedberg den 1. November 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die alsbaldige Erledigung unserer Verfügung obigen Betreffs vom 25. September l. J.— Kreisblatt Nr. 115— bringen wir bei milttärischen Controle. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg* J. V.: Dr. v. Gemmingen, Friedberg am 31. Oktober 1885. n an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises, das Großh. Polizei-Commissariat Wickstadt und die Großh. Gendarmen des Kreises. Zufolge Verfugung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 26. d. Mts. zu Nr. M. J. 21958 thellen wir Ihnen die nachstehend⸗ abgedruckte Anweisung fur die Polizei- und Gemeinde- Behörden zur Mitwirkung bei Ausübung der militärischen Controle zur Kenntnißnahme und unter dem Auftrage mit, die darin gegebenen Vorschriften genau zu beachten. Wir machen hierbei noch auf Folgendes zur Beachtung aufmerksam: 1. Die Großherzoglichen Bürgermeistereten haben von allen neuverziehenden, innerhalb der Altersgrenze vom vollendeten 20. bis zum vollendeten 42. Lebens⸗ jahre befindlichen, männlichen Personen einen Ausweis über ihre Mllitär-Verhältnisse zu verlangen und, falls dleselben sich dieserhalb nicht auszuweisen vermögen, hiervon sofort dem Civil Vorsitzenden der Ersatz-Commission Anzeige zu erstatten. 2. Eine entsprechende Prüfung der Militär- Verhältnisse ist weiter erforderlich bei allen wehrpflichtigen Personen, welche in das Ausland reisen wollen und hierzu um Ertheilung eines Reisepasses nachsuchen. Den Mannschaften des Beurlaubtenstandes und der Ersatz-Reserve J. Classe sind Relsepässe— auch wenn sonst keine U Beanstandungen vorliegen— so lange vorzuenthalten, bis dieselben den Nachweis der milttärischen Abmeldung erbracht haben. Die Gendarmerie, Polizel- und Sicherheitsbeamten haben ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Prüfung der Militär-Verhältnisse der bei der Revision von Herbergen und Gastwirthschaften angetroffenen und der auf der Wanderschaft befindlichen Personen zu richten. Wir versehen uns zu Ihnen, daß Sie gemäß des Vorstehenden und nach Maßgabe der nachstehenden Anweisung der Ihnen obliegenden Pflicht zur Mitwirkung bei der mllitärischen Controle genau nachkommen. J. V.: Dr. v. Gemmingen. Anweisung für die Polizei- und Gemeindebehörden zur Mitwirkung bei Ausübung der militärischen Controle. Einleitung. Bel Handhabung der militärischen Kontrole ist davon auszugehen, daß regel— mäßig jede männliche, im Alter vom vollendeten 20. bis zum vollendeten 42. Lebens- jahre stehende, dem Deutschen Reiche angehörige Person sich im Besitze eines Militär- Papieres befinden muß. Die Kontrole hat sich vorzugsweise auf Personen im Alter vom vollendeten 20. bis zum vollendeten 31. Lebensjahre zu erstrecken. J. Abschnitt. ö Arten der Militär-Papiere und Gesichtspunkte, nach welchen bei Prüfung derselben zu verfahren ist. (Die Militärpapiere sind nachstehend in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.) 1. Annahmeschein. Inhaber ist als legitimirt zu erachten, wenn aus dem Scheine ersichtlich ist, daß er den ihm obliegenden Meldepflichten beim Bezirksfeldwebel nachgekommen ist. Andernfalls ist gegen denselben nach den Bestimmungen im Abschnitt III. A. zu verfahren. 2. Ausmusterungsschein. Inhaber unterliegt keiner Kontrole und ist daher als legitimirt anzusehen. 3. Ausschließungsschein. Wie vorstehend zu 2. 4. Berechtigungsschein zum einjährig⸗ freiwilligen Militärdienst. Inhaber ist als legitimirt zu betrachten, wenn der auf dem Scheine ein- getragene Zurückstellungstermin noch nicht abgelaufen ist. Andernfalls ist nach Ab- schnitt III. B. zu verfahren. 5. Ersatz⸗-Reserve⸗Paß 1(in Buchform). Inhaber ist als legitimirt zu erachten: a. wenn der im Paß angegebene Ge— stellungstermin noch nicht verstrichen ist, d. wenn derselbe den ihm auferlegten Meldepflichten beim Bezirksfeldwebel nachgekommen und dies aus dem Passe er— ichtlich ist. N Andernfalls ist in dem Falle: zu a. gegen den Inhaber nach Abschnitt III. B., zu b. gegen den Inhaber nach Abschnitt III. A. zu verfahren. 6. Ersatz⸗Reserve⸗Schein J. Inhaber ist als legitimirt zu betrachten, wenn die in demselben vorgeschriebenen An⸗ und Abmeldungen beim Bezirksfeldwebel erfolgt und bescheinigt sind, oder wenn sich auf dem Scheine der Vermerk befindet, daß Inhaber zur Ersatz-Reserve II übergeführt ist. Andernfalls ist nach Abschnitt III. A. zu verfahren. 7. Ersatz Reserve⸗Schein II. Inhaber unterliegt keiner Kontrole und ist daher als legitimirt anzusehen. 8. Loosungsschein. Inhaber ist als legitimirt zu erachten, wenn er: a. zu den Musterungs— terminen erschienen, d. den ihm in dem Scheine auferlegten Meldepflichten nach— gekommen ist. Andernfalls ist in dem Falle: zu a. gegen den Inhaber nach Abschnitt III. B., zu b. gegen den Inhaber nach Abschnitt III. A. zu verfahren. 9. Mel descheln zum freiwilligen Eintritt. Inhaber ist bis zum Ablauf der auf dem Scheine(am Schlusse) bezeichneten Gültigkeitsdauer als legitimirt zu erachten. Ist die Frist abgelaufen, und befindet sich Inhaber bereits im milltär— pflichtigen Alter(vollendetes 20. Lebensjahr), so ist mit ihm nach Abschnitt II. 3 zu verfahren. Hat Inhaber das milttärpflichtige Alter noch nicht errelcht, so unterllegt der— selbe einstweilen keiner weiteren Kontrole. 10. Militär⸗Paß(in Buchform). Inhaber ist als legttimirt zu erachten, wenn sich in dem Passe einer der nachstehenden Vermerke befindet:„dauernd ganzinvalide“—„zum Landsturm über— getreten“—„aus dem Seewehr-Verhältnisse entlassen“—„aus dem Heere oder der Marine ausgestoßen“. Andernfalls ist zu kontroltren, ob Inhaber seinen Meldepflichten beim Be— zirksfeldwebel nach Maßgabe der dem Passe vorgedruckten Bestimmungen genügt hat. Hat Inhaber diese Meldepflichten verabsäumt, so ist gegen denselben nach Ab— schnitt III. A. zu verfahren. 11. Seewehr⸗ Schein. Inhaber ist als legitimirt zu erachten, wenn sich in dem Scheine der Ver— merk befindet:„aus dem Seewehr-Verhältniß entlassen.“ Andernfalls ist die Kontrole und das Verfahren wie vorstehend zu 10. 12. Urlaubspaß(für Rekruten). a. Ist in demselben ein Gestellungstermin angegeben, so ist Inhaber bis zum Ablaufe dieses Termins als legttkmirt zu erachten, wenn er die vorgeschriebenen Meldungen beim Bezirksfeldwebel bewirkt hat. Wenn der angegebene Gestellungstermin verstrichen, so ist mit dem Betreffenden nach Abschnitt III. B. zu verfahren. Ist nur die Meldung beim Bezirksfeldwebel versäumt, so ist na Abschnitt III. A. zu verfahren. b. Ist in dem Passe kein Gestellungstermin angegeben und hat Inhaber in— zwischen keine Gestellungsordre zum Eintritt bel einem Truppentheil erhalten, so ist nur die Erfüllung der Meldepflicht beim Bezirksfeldwebel zu kontroltren, eventuell nach Abschnitt III. A. zu verfahren. II. Abschnitt. Grundsätze, nach welchen mit denjenigen innerhalb der im Eingange bezeichneten selbe— bei gleichzeitiger Uebersendung der Verhandlung— Altersgrenze befindlichen Personen zu verfahren ist, welche keine Militärpaptere haben. Jeder Reichs angehörige, welcher sich im Alter vom vollendeten 20. bis zum vollendeten 42. Lebensjahre befindet und keine Militärpapiere hat oder sich über seine Militärverhältnisse nicht anderweit glaubhaft auszuweisen vermag, ist, wenn er am Orte seinen Wohnsitz hat, der mit der Führung der Rekrutirungsstammrolle betrauten Behörde(Guts-Gemeindevorsteher ꝛc.) zur Anzeige zu bringen, andernfalls derselben zuzuführen. 2. Die zu 1 genannte Behörde hat alsbald eine eingehende Prüfung der Militärverhältnisse des Betreffenden zu veranlassen. 3. Ergibt sich, daß derselbe noch militärpflichtig, d. h. über seine Dienst⸗ pflicht von den Ersatzbehoͤrden noch nicht endgültig entschieden ist, so sind seine persönlichen Verhältnisse unter Benutzung eines Formulars der Rekruttrungsstamm⸗ rollen festzustellen. Stellt sich bei der Vernehmung heraus, daß der Militärpflichtige seiner Melde- und Gestellungspflicht(beim Stammrollenführer bezw. bei der Ersatz-Kom⸗ mission) nicht nachgekommen ist, und hat der Betreffende am Orte oder in dem betreffenden Aus hebungsbezirke keinen festen Wohnsttz, so ist derselbe— unter gleich— zeitiger Uebersendung des ausgefüllten Formulars— dem Civil-Vorfitzenden der Ersatz-Kommission zuzuführen. Hat der Militärpflichtige am Aufgreifungsorte oder in dem betreffenden Aus⸗ hebungsbezirke seinen Wohnsitz, so genügt schriftliche Anzeige und Uebersendung des Formulars an den Civil-Vorsitzenden der Ersatz-Kommission. 4. Ergibt sich, daß der Betreffende als Rekrut ausgehoben aber noch nicht zur Einstellung gebracht worden, so ist in einer mit demselben aufzunehmenden Verhandlung festzustellen: a. Vor- und Zuname, b. Tag und Ort der Geburt, o. Wohnort oder zeitiger Aufenthaltsort, d. in welchem Aushebungsbezirk und für welchen Truppenthell ausgehoben, e. wo bisher oder zuletzt in Kontrole. Diese Verhandlung ist sofort dem nächsten Bezirksfeldwebel oder Bezirks- Kommando zur weiteren Veranlassung zuzustellen. Läßt sich dagegen bei der Vernehmung nicht mit Sicherheit feststellen, daß der Betreffende seiner Melde- und Gestellungspflicht nachgekommen ist, so ist der⸗ dem Bezirksfeldwebel bezw. Bezirks Kommando zuzuführen. 5. Ergibt sich, daß der Betreffende seiner aktiven Dienstpflicht bei einem Truppentheile ganz oder theilweise genügt hat, so ist in der mit demselbem aufzu— nehmenden Verhandlung festzustellen: a. Vor- und Zuname, b. Tag und Ort der Geburt, o. Wohnoct oder zeitiger Aufenthaltsort, d. bei welchem Truppentheil ge— dient, e. Datum des Diensteintritts und der Entlassung, k. wo bisher oder zuletzt in Kontrole. Wegen Einsendung der Verhandlung oder Zuführung des Betreffenden gilt das zu vorstehend 4 Gesagte. 6. Ergibt sich, daß der Betreffende der Ersatz-Reserve 1 oder Seewehr an— gehört, so ist in der aufzunehmenden Verhandlung festzustellen: a. Vor- und Zuname, b. Tag und Ort der Geburt, e. Wohnort oder zeitiger Aufenthaltsort, d. wann und in welchem Aushebungsbezirke die Ueberführung zur Ersatz-Reserve 1 oder Seewehr stattgefunden hat, e. wo bisher oder zuletzt in Kontrole. Wegen Elnsendung der Verhandlung oder Zuführung des Betreffenden gllt das zu 4 Gesagte. III. Abschuitt. Grundsätze, nach welchen mit denjenigen innerhalb der im Eingange bezeichneten Altersgrenze befindlichen Personen zu verfahren ist, welche zwar giltige Militär⸗ Papiere haben, sich aber über Erfüllung der Melde- oder Gestellungspflicht nicht ausweisen können. A. Nichterfüllung der Meldepflicht. Wer nach Maßgabe seines Militärpapieres zur Meldung a. bei dem Stamm⸗ rollenführer oder b. beim Bezirksfeldwebel verpflichtet ist und diese Verpflichtung nicht erfüllt hat, ist unter Abnahme und Einsendung der Militärpapiere bei gleich⸗ zeitiger Angabe seines Wohnsitzes oder Aufenthaltsortes in den Fällen zu à. bei dem Civil⸗Vorsitzenden der Ersatz- Kommission, in den Fällen zu b. bel dem nächsten Bezirksfeldwebel oder Landwehr Bezirks Kommando zur Anzeige zu bringen. B. Nichterfüllung der Gestellungspflicht. Wer nach Maßgabe seiner Milttärpaplere zur Gestellung a. vor den Ersatz⸗ behörden oder b. vor den Militärbehörden(Landwehr-Bezirks⸗Kommando oder Truppentheil) verpflichtet ist und diese Verpflichtung nicht erfüllt hat, ist in den Fällen zu a. unter Abnahme der Militärpapiere dem Civil-Vorsitzenden der Ersaß⸗ Kommission, in den Fällen zu b. dem nächsten Bezirksfeldwebel oder Landwehr⸗ Bezirks Kommando zuzuführen. IV. Abschnitt. Sicherung der Strafvollstreckung der wegen Verletzung der Wehrpflicht ergangenen Erkenntnisse. Kontrole über die Mllitär-Verhältnisse der Einwanderer. 1. Die Gemeinde- und Polizetbehörden sind verpflichtet, von allen zu ihrer Kenntniß gelangenden Fällen, in welchen den wegen Verletzung der Wehrpflicht bezw. wegen unerlaubter Auswanderung verurtheilten Personen Vermögen durch Erbschaft oder Vermächtniß zufällt, im ersteren Falle dem Civil-Vorsitzenden der Ersatz-Kom⸗ mission, im letzteren Falle dem Landwehr-Bezirks-Kommando sofort Anzeige zu erstatten. Wandern Personen im Alter vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 42. Lebensjahre zum Zwecke der Niederlassung vom Auslande ein, oder kehren solche Personen nach erfolgter Auswanderung in das Inland zurück, so sind die Betreffenden dem Civil-Vorsitzenden der Ersatz-Kommission bel gleichzeitiger Ueber⸗ sendung ihrer Legitimatlonspapiere(Paß, Bürgerbrief ze.) namhaft zu machen. 1299 gun umg. 22228 tien, daß b i der rte feldwebtl! 11* zich ier 781. i bi ie er 1 ben n traf iht 13 Die Herbst⸗Control-Versammlungen pro 1885 im Kreise Fried— berg, 1. und 3. Compagnie des 2. Bataillons(Friedberg) 1. Groß— berzoglich Hessischen Landwehr-Regiments Nr. 115, werden in nach— stehender Weise abgehalten: . A. In Butzbach, auf dem Viehmarkt. Am 13. November, Vormittags 9 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen sämmtliche Reservisten und die zur Dis— position der Truppentheile und Ersatz-Behörden beurlaubten Mann— schaften aller Waffen, sowie diejenigen Wehrleute, welche im Herbst dieses Jahres zum Landsturm überzuführen sind(das sind diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit zwischen dem 1. April und 30. Sep— tember 1873 in den Militärdienst eingetreten sind), aus den Ortschaften: Bodenrod, Butzbach, Fauerbach v. d. H., Gambach, Griedel, Hausen mit Oes, Hoch Weisel, Kirch Göns, Langenhain mit Ziegenberg, Mai— bach, Münster, Münzenberg, Nieder-Weisel, Oppershofen, Ostheim, Pohl⸗Göns, Rockenberg, Trais-Münzenberg, Wohnbach. B. In Friedberg, im Hof der Kloster-Kaserne. Am 13. November, Nachmittags 2 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Kategorien aus den Ortschaften Bad-Nauheim, Dorheim, Fauerbach b. Fr., Friedberg, Ockstadt, Bauernheim, Beienheim, Dorn-Assenheim, Melbach, Nieder-Mörlen, Ober-Mörlen, Ossenheim, Reichelsheim, Rödgen, Schwalheim, Södel, Steinfurth, Weckesheim, Wölfersheim, Wisselsheim. OC. In Nieder⸗Wöllstadt, am Eisenbahn-Viaduct über der Friedberger Chaussee. Am 14. November, Vormittags 8 ½½ Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Kategorien aus den Ortschaften Assenheim, Bönstadt, Bruchenbrücken, Burg— Gräfenrode, Holzhausen, Ilbenstadt, Kaichen, Kloppenheim, Nieder— Wöllstadt, Nieder-Florstadt, Nieder Rosbach, Ober-Rosbach, Okarben, Bekanntmachung. Ober⸗Florstadt, Ober-Wöͤllstadt, Petterweil, Rodheim, Staden, Stammheim, Wickstadt. D. In Vilbel, auf der Frankfurter Chaussee, südliches Ende von Vilbel. Am 14. November, Nachmittags 3 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Kategorien aus den Ortschaften Büdesheim, Dortelweil, Groß-Karben, Helden— bergen, Harxheim, Klein-Karben, Massenheim, Nieder-Erlenbach, Nieder— Eschbach, Ober-Erlenbach, Ober-Eschbach, Rendel, Vilbel. Es wird noch ausdrücklich bemerkt, daß die Leute pünktlich zu erscheinen und die in ihrem Besitz befindlichen Militärpapiere mit zur Stelle zu bringen haben. Sollten Mannschaften wegen häuslicher ꝛc. Verhältnisse Dispen— sations-Gesuche von den Control-Versammlungen vorbringen wollen, so sind diese,— von der Ortsbehörde beglaubigt,— mindestens 8 Tage vor der Control-Versammlung dem betreffenden Bezirksfeld— webel vorzulegen. Nur für außerordentliche Fälle ist eine kürzere Frist statthaft. Wer Dispensation von der Control-Versammlung erhält, hat sich spätestens 14 Tage nach der Control-Versammlung bei dem zuständigen Bezirksfeldwebel zur Nachcontrole zu melden. Außerdem werden die Großherzoglichen Bürgermeistereien ersucht, jeden Controlpflichtigen auf vorstehende Bekanntmachung und weiter darauf aufmerksam zu machen, daß keine besonderen Ordres zur Ge— stellung ausgegeben werden. Schließlich werden die an den Controlversammlungen theilnehmen⸗ den Mannschaften hiermit noch darauf aufmerksam gemacht, daß sie für den ganzen Tag, an welchem sie zur Controlversammlung einberufen sind, zum activen Heere gehören und den Militärgesetzen unterworfen sind. Das Großherzogliche Bezirks Kommando Friedberg. Roemheld. die Ausland. Frankreich. Paris, 1. Nov. Der Mann, welcher das Attentat auf den Minister Freyeinet verübte, ist ein Corse Namens Mariotti; der— selbe gibt als Grund des Attentats an: Er sei im Jahr 1880 bei den Arbeiten für den Pana— macanal beschäftigt gewesen, dort sei seine Tochter durch einen Agenten der Compagnie entehrt worden und in Folge der Gewaltthätigkeiten gestorben. Er sei deshalb verzweifelt nach Frankreich zurückgekehrt, habe hier aber ver— gebens gerichtliche Hilfe verlangt. In Folge dessen habe er durch einen Gewaltstreich die Aufmerksamkeit auf sich lenken, aber den Mi— nister Freycinet nicht tödten wollen, er habe deshalb den Revolver nur gegen den Boden und nicht gegen den Minister gerichtet abge— feuert. Die Richtigkeit der von Mariotti in Bezug auf seine Tochter gemachten Angaben ist von der Panama-Canal-⸗Gesellschaft bestätigt worden. Wie verlautet, beabsichtige Freycinet die Freilassung Mariotti's in Rücksicht auf das Schicksal seiner Tochter zu beautragen. — 1. Nov. Das„Journ. officiel“ veröffent— licht ein Decret, auf welches die Deputirten— kammer zum 10. November einberufen wird. Rußland. Petersburg, 31. Oct. Das Organ Katkow's schlägt vor, die serbische Com— pensation durch Vereinigung Bos niens und Serbiens zu erledigen. König Milan sollte mit dem Titel und den Rechten eines österreichischen Generalgouverneurs, resp. eines türkischen Paschas an die Spitze der Provinz gestellt werden. Egypten. Kairo, 31. Oct. Heute empfing der Khedive im Abdinpalaste Sir Drummond Wolff; Letzterer verlas sein Beglaubigungs— schrriben, woaruf der Khedive erwiederte, alle zwischen Eugland und seinem Souverän ver— einbarten Maßnahmen würden seine waͤrmste Unterstützung finden. Aus Stadt und Land. H. Friedberg. Unsere an dieser Stelle ausge⸗ sprochenen Wünsche bezüglich des Pferdemarktes haben sich nur zum Theil bewahrheitet. Der erste Markttag schien anfangs vom Wetter begünstigt, doch stellte sich am Mittag Regen ein, der bis zum Dienstag Abend währte. Die Händler hatten zum großen Theil sehr schöne Fohlen zu Markt gebracht, verlangten aber unserer Ansicht nach thellweise übertrlebene Preise. Für 2½ßj̃ährige Fohlen wurden bis zu 750 M. bis 800 pro Stück, für 1½ jährige bis zu 550 M. bis 600 und für Saugfohlen bis zu 280 M. bis 300 gezahlt. Die Commission hat ur Verloosung bestimmten 30 Fohlen auf dem arkte selbst angekauft. Die am Montag stattgehabte Prämiirung lieferte folgendes Resultat: Es erhielten Prämien für 2½ jährige Fohlen: 1) J. Huber in Wölfers— helm, 2) Oekonom Muller in Heldenbergen, 3) Oekonom Jochim in Stockhausen bei Grünberg; für 1 ½jährige Fohlen: 1) J. Hoffmann in Wölfersheim, 2) Wilhelm Hensel in Okarben, 3) Schlunk in Gambach, 4) Schau— bach in Nieder ⸗Florstadt, 5) Wagner von der Wachs- mühle; für Saugfohlen: 1) Schepp in Pohl-Göns, 2) Conrad Schudt in Steinfurth, 3) Waas in Leidhecken, 4) Schaubach in Bönstadt. Sämmtliche Prämien be⸗ standen in dritten Preisen, nur ein 1½ jähriges Fohlen Fohlen erhielt einen zwelten Preis. t. Friedberg. Am 28. Oct. fand dahier der Herbstfaselmarkt des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg pro 1885 statt. Es waren 63 Fasel im Alter von 7 Monaten bis zu 2 Jahren aufgetrieben, ohne Ausnahme von den Eigenthümern selbst gezüchtet. Gemeindefasel waren ausgeschlossen. Mit dem Markt war eine Prämitrung verbunden, welche seitens der hierzu bestellten Commission(dem stellvertretenden Direktor des Bezirksvereins, Dr. Freih. v. Gemmingen, Kreis— veterinärarzt Gebb, Bürgermetister Reitz von Södel, Mühlenbesitzer Wagner von der Kreuzmühle bei Gambach, Pachter Schäfer von Ossenheim) vollzogen wurde. Die Mittel zu der Prämtirung waren zum Theil von dem Bezirksverein, zum Theil von der Stadt berelt gestellt worden. Es wurden 12 Fasel einer Prämie würdig befunden und zwar 4 Stück reiner Berner Rasse und 8 Stück Berner Kreuzung. Die prämiterten Thlere waren aufgetrieben aus Nieder-Wöllstadt(Heinrich Stoll Wittwe und Heinrich Sommerlad); Södel(Aug. Reitz); Bainhardshof(Pachter Wendel); Rodheim(Emil Jacobi und Balthasar Holl VII.); Reichelsheim(Hurch. Bausch); Schwalheim(Gg. Jehner J.); Burggraͤfenrode(Jakob Becker und Konr. Vetter); Weckesheim(Konr. Lindt IV.) und Echzell(Bürgermeister Habich). Das Kaufgeschäft ging flotter und lebhafter als in früheren Jahren, auch erzielten die Verkäufer durchgängig sehr schöne Preise und wurde weit über die Hälfte der aufgetriebenen Thiere verkauft. Wirklich gute und tadellose Waare war des Absatzes absolut sicher und konnte die Nachfrage insoweit nicht befriedigt werden. Mainz. Der seinerzeit wegen Landes verrath hier verhaftete Journaltst Rudolph Röttger ist, nachdem nunmehr die Untersuchung geschlossen, wie man aus Berlin mittheilt, zur Aburtheilung vor das Reichsgericht in Leipzig verwiesen. Allerlei. r. Homburg v. d. H. Vor einigen Tagen fand hlerselbst eine Sitzung des Comités für die Erbauung der Eisenbahn Homburg Frledberg statt. Es wurde zu nächst beschlossen, daß das derzeitige Comité die aus dem Jahre 1882 verbliebenen, nicht uubeträchtlichen Kosten für Vorarbeiten aus Bllligkeisgründen übernimmt. In den welteren Verhandlungen wurde hervorgehoben, daß außer der Linte Homburg- Friedberg auch zugleich die baldigste Ausführung der von der Station Köppern nach Usingen bezw. nach der Lahn führenden Linte in Aussicht genommen werden müsse, da gerade für diese ärmere Gebirgsgegend diese Elsenbahnlinie von der aller— größten Wichtigkelt sel. Was spezlell die Linse Homburg— Frledberg betrifft, so haben sich die von derselben be— rührten Gemeinden sämmtlich bereit erklärt, das ver— langte Terrain sowie die geforderten baaren Zuschüͤsse herzugeben. Auch die Vertreter der Stadtgemeinde Hom— burg werden binnen Kurzem über diese für Homburg hochwichtige Angelegenheit zu berathen haben. Wir können nur wünschen, daß der Eisenbahnfiskus sobald als mög⸗ lich mit den definitiven Vorarbeiten beginnt, da die Nothwendigkeit der Linie Homburg- Friedberg unbe— stritten ist. h. Frankfurt. Wie wir vernehmen, findet am ersten Weihnachtsfelertage im großen Coneertsaale des Saalbaues eine Wohlthätigkeits-Aufführung statt. Das zur Aufführung gelangende Werk betitelt sich:„Weih- nachtsfeier, ein Oratorium für Männerchor, Soli, Orchester, Orgel, verbindenden Text und lebende Bilder,“ von H. F. Müller. Das Arrangement des Coneertes sowie die musikalische Leitung liegt in den Händen des durch derartige frühere Aufführungen wohlbekannten Musikdirectors Eyles. Um vielfachen Wuͤnschen aus— wärtiger Freunde solcher Aufführungen zu entsprechen, wurde der Beginn des Oratorlums auf Abends 5 Uhr festgesetzt. Die Zeitdauer der Aufführung bedingt ea. 2 Stunden. Es ist somit manchem unserer verehrlichen Leser Gelegenheit geboten sich dtiesen Kunstgenuß zu ver⸗ schaffen, zumal die um 8 Uhr nach allen Richtungen ab— gehenden Züge man bequem benutzen kann. Bezuͤglich Billetbestellungen, welche für Logen a 3 M., Saal⸗ karten à 2 M., Galerielogen a M. 1.50 und für Galerie à 1 M. ausgegeben werden, beliebe man sich an den Comité Schriftführer J. Hensler, Sandweg Nr. 92, Frankfurt a. M. zu wenden. St. Johns(New⸗Foundland), 26. Oet. Ein ver heerender Sturm hat in Labrador sehr schwere Verluste verursacht. Schon jetzt weiß man, daß die sechs Schiffe Augusta, Kenmore, Guiding Star, Sophie, Snowdrop und Brundrif an der Ostküste von Labrador gescheitert nd. Newyork, 30. Oet. Capitän Juengst vom Nord⸗ deutschen Lloyddampfer„Rhein“ wurde, weil er mehr als die erlaubte Anzahl von Passagteren befördert hat, zu dreitausend Dollars Geldstrafe verurtheilt. Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 3.: Arda. Radames: Herr Oberländer vom Hoftheater in Karlsruhe als Gast. Mittwoch den 4.: Vorst. bei ermäßigten Preisen: Barbier von Sevilla. Hierauf: Coppelta(Ballet). Außer Abonn. Donnerstag den 5.: Postillon v. Lonjumeau. Freitag den 6.: Geschlossen. Samstag 7.: Margarethe. Faust: Herr Oberländer als Gast. Sonntag den 8.: Mignon. Wilhelm Meister: Herr Nachbauer als Gast. Schauspielhaus. Dienstag den 3.: Veilchenfresser. Mittwoch den 4.: Letztes Gastspiel von Frau Geistinger: Die Fledermaus. Rosalinde: Frau Geistinger. Donnerstag den 5.: Geschlossen. Freitag den 6.: Zum ersten Male: Frau Susanne. Schausplel in 4 Akten v. Paul Lindau und Hugo Lubliner. Samstag den 7.: Relf- Reiflingen. Vorher: Ein Wort an den Minister. Sonntag, 8.: Zum ersten Male wiederholt: Frau Susanne. Stadtkirche Bauberein. Wir bescheinlgen mit bestem Danke die empfangenen Gaben von Carl Trapp mit 20 M. und Frau Pfarrer Breldenstein mit 15 M. Die Mitgliederzahl mehrt sich in erwünschter Weise. Der Vorstand. Total⸗ Geschafts⸗Veränderungshalber insve unserer beiden Waaren⸗Lager, und verkaufen wir, um rasch zu räumen, den ganzen Waarenbestand bedeutend unter Einkaufspreis. 0 J. Fürth's Erben. J. A. Nauheim nachsolger 3798 Musileverein u Friedberg. Concert Sonntag den 8. November 1885, unter gefälliger Mitwirkung der Condertsängerin Frl. Dienstbach aus Frankfurt a. M., des Herrn Seminarlehrer Link von hier und des ganzen Sängerchors des Schullehrer Seminars. Braunkohlen⸗Verkauf. Für die Braunkohlen, welche von heute ab bis Ende Dezember d. J. von dem Großherzoglichen Braun— kohlenbergwerk Ludwigshoffnung bei Melbach gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft auf Credit bezogen werden, wird Frist zur Zahlung bis Ende März 1886 gegeben. Die Preise der Kohlen sind: für 100 Formklötze 3 M. und für 100 Preßklötze 1 M. Die im 3. Quartal 1885 eingelegten Bürgscheine haben noch für das 4. Quartal Gultigkeit. Bad⸗ Nauheim am 31. Oktober 1885. Großzogliches Salinen- und Bergamt Bad-Nauheim. 3794 Jäger. Die versicherungsgesellschaft Thuringia in Erfurt! gewährt— außer Feuer- und Transport-Versicherungen— a. Kapitalbersicherungen auf den Todesfall mit und ohne Dividende. Dividenden werden schon von der dritten Jahresprämie an gewährt und steigen nach Verhältniß der Versicherungsjahre. Bei An⸗ nahme einer Durchschnitts-Disidende von drei Prozent erhält der Versicherte beisplelsweise für das 10., 20., 30., 40. Versicherungsjahre der Jahresprämie als 30 60 90 120 Prozent Dividende; b. Altersversorgungen, Aussteuer⸗,* und Renten⸗Versicherungen; C. Versicherungen gegen Reiseunfälle, sowie gegen Unfälle aller Art. Prospekte und Antragsformulare stehen bei Unterzeichnetem unentgeltlich zu Diensten und ist derselbe zur Ertheilung jeder Auskunft gern bereit. 3787 Philipp Vogt, Agent der Thuringia. Nachdem meine aus 7000 Bänden bestehende Leihbibliothel sich nunmehr wieder hier in Friedberg befindet, lade ich zum Abonnement für das Winter— 8 ein. Die Bibliothek ist bis auf die neuesten Werke in deutscher, französischer und englischer Sprache ergänzt und werde ich 5 weiteren Anschaffungen den Wänschen der geehrten Leser gerne Rech— nung tragen. Carl Bindernagel. 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Uhr Vormittags bis Abends 10 Uhr für Jedermann geöffnet. Die Ausgabe von Büchern aus der Bibliothek findet jeden Mittwoch, Nachmittags von 1½ bis 2 Uhr statt. Auch Nichtmitglieder können auf Namen von Mit⸗ gliedern Bücher erhalten. Aufträge können täglich im Lesezimmer 77800 werden. 3795 Eine vorzügliche Karte der Balkan⸗Hal binsel und der angrenzenden Gebiete von G. Freitag, Preis M. 1.— ist vorräthig bei Carl Bindernagel. Feinsten gebrannten Kaffee empfiehlt 4 Mark 1— 3802 Ph. Dan. Kümmich. Meine Wohnung befindet sich Bismarckstraße in dem Hause des Herrn Bender. A. Winkler, 3538 Zahntechniker. Engl. Speckbückinge 3763 empfiehlt W. Bernbeck. eee * 5 Hrößtes Lager 5 Kappen, Handschuhen in 5 Wasch⸗ u. Wildleder, Negen⸗ schirmen, Halsbinden bei e ü 12 in Filz, Seidenhüten und 5 701 C. Kalbfleisch. ieee eee Rauhlederne Handschuhe sowie Glacé-, und seidene Handschuhe empfiehlt zu den billigsten Preisen K. Friedrich neben der Post. 89 Die Bonner Dampi-Kaffee-Brennerei P. 3. Hansmann in Bonn empfiehlt ihre extra feingebrannten Java- Kaffee's in Packeten von ½ und 95 Kilo. Niederlage in Friedberg bei C. Th. Kranz und Ph. Dan. Kümmich. 3789 Wee 12 Carl r N Druck und Verlag von Carl Bindernagel, (Hierzu eine Beilage.) nalen hestim Pensie einer d. h. Etats Milit der J der statt. tons licht Aus Neu sei, von des mäß Die mey nad deu beth lobe aus „Ar l — — — — — 2— 4— *—— — 2 — bianigb det sich ause des ikler, kinge 8. Betubel. . .. r Beilage. * ä Hberhessischer Anzeiger. 1 130 —.———— Deutsches Reich. Darmstadt. Der Oberamtsrichter Roos in Hirschhorn wurde zum Oberamtsrichter in Lorsch ernannt. Berlin, 30. Okt. Der Kaiser ist heute Nachmittag zur Hofjagd nach Hubertusstock ab— gereist. — Der Etat des Reichsamtes des Innern weist an Einnahmen 1,567,805 M. auf, darunter 1,525,307 M. aus dem Patentamt, also um 130,000 M. mehr als im laufenden Jahre. Die fortdauernden Ausgaben beziffern sich auf 7,753,025 M., also um 4,582,004 M. mehr, wovon 4,400,000 M. zur Einrichtung und Unterstützung regelmäßiger deutscher Postdampfer— Verbindungen mit Ostasien und Australien zu rechnen sind. Die einmaligen Ausgaben betragen 2,590,010 M., um 904,410 M. mehr als im laufenden Etat. Für die Errichtung des Reichs— tags⸗ Gebäudes sind 2,000,000 M., gegen 1,000,000 M. im laufenden Jahre, für die Herstellung einer Statistik der offentlichen Armen— pflege 3930 M. neu ausgeworfen. Für die Förderung der Hochseefischerei sind in fortdauern— den Ausgaben 100,000 M., für die Unterstützung der Betheiligung deutscher Kunst an internatio nalen Ausstellungen des Auslandes 20,000 M. bestimmt worden. Der Etat des allgemeinen Pensionsfonds für 1886/87 ist veranschlagt zu einer Gesammtausgabe von 21,850,075 M., d. h. um 442,428 M. mehr als im laufenden Etatsjahre. Der Hauptzugang findet bei den Militärpensionen mit 358,842 M. statt. Bei der Marine findet ein Mehr von 33,036 M., bei der Civilverwaltung ein solches von 50,550 M. statt. Die Auschläge sind auf Grund des Pen sionsstandes von Ende Juni 1885 gemacht. — Die Neu-Guinea-Compagnie veröffent— licht eine Bekanntmachung, daß eine Ansiedelung Auswanderungslustiger in den Districten von Neu⸗Guinea gegenwärtig noch nicht opportun sei, da die Compagnie noch mit der Errichtung von Stationen an der Küste, der Erforschung München, 31. Okt. In der Abgeordneken— kammer brachte der Abgeordnete Freiherr von Soden den Antrag auf Errichtung einer staat— lich geleiteten Mobiliarbrandversicherung ein. Das Gesetz soll auch auf die Pfalz ausge— dehnt werden. Straßburg. Nach einer Meldung der „Landeszeitung“ trifft der Statthalter hier am 5. November ein. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 31. In der Ungarischen Delegation bezeichnete Graf Kalnoky die Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Deutschland und beider zu Rußland als un— verändert. Das Verhältniß zu Deutschland beruhe auf Grundlagen, welche durch unvorherge— sehene Zufälle nicht erschütterbar seien. Die fac— tische Vereinigung Bulgariens und Ostrumeliens bestehe nicht. Das Fait accompli werde keiner— seits anerkannt, noch sei die Anerkennung beab sichtigt. Der ganze Zustand sei ungelöst und fehle daher jeder Vorwand zu Gebietscompen— sationen für andere Staaten. Der Minister lehnt die Beantwortung der auf die Conferenz bezüglichen Fragen ab. Oesterreich-Ungarn habe den Juterressen Serbiens keinen Schutz ver— heißen, falls dasselbe vor Schluß der Conferenz einen Schritt zur Occupation thue. Schweiz. Bern. Nach dem nunmehr vor— liegenden Resultate der Volksabstimmung über die Alkoholvorlage wurden 229,169 Stimmen für und 157,035 Stimmen gegen die Vorlage abzegeben. Dänemark. Kopenhagen. Bald fünfzehn Jahre tobt nun der dänische Verfassungskampf, in welchem auf der einen Seite die Anhänger des Parlamentarismus, auf der anderen die liberalen Anhänger der, bestehenden constitutio— nellen Verfassung und der rechts von denselben stehenden politischen Parteischattirungen stehen. Am 23. d. Mts. wurde der Reichstag bis zum 18. Dezember vertagt, einerseits um gewisse an— messene Ausnahmegesetze anläßlich der zu Tage getretenen aufrührerischen Symptome zu erlassen, . Oct. des Junern und der Herstellung einer regel— mäßigen Schiffsverbindung beschäftigt sei. Nordenflycht, welcher aus türkischen Diensten geschieden ist, ist in Berlin angekom— men und geht demnächst als deutscher Consul nach Chicago. Das Befinden Caprivi's ist be⸗ deutend besser. Kiel, 30. Okt. beth“, Commandant Schering, verließ am 29. Ok— tober Zansibar. Das Schulgeschwader, bestehend aus den Schiffen„Stein“,„Moltke“,„Sophie“, „Ariadne“, unter dem Geschwaderchef Commodore Stenzel, traf am 29. Okt. in Madeira ein und beabsichtigt am 4. Nov. seine Reise fortzusetzen. Die Kreuzerfregatte„Elisa- und andererseits um der Opposition Zeit zur Ueberlegung zu geben, ob sie den Kampf fort— setzen oder einlenken will. In ersterem Falle wird das Ministerium einem Kampf auf's Messer nicht ausweichen, in letzterem dagegen kein Hinder— niß einer Aussöhnung sein, am wenigsten wenn solche auf eine Verfassungsreform abzielt, welche geeignet ist, die Wiederkehr so unheilvoller Zu— stände, wie sie jetzt und seit Jahren in Däne⸗ mark herrschen, zu verhindern. Belgien. Brüssel. Der König hat nun doch, wie die„K. Z.“ meldet, die Beschlüsse unterzeichnet, wonach mit Einem Schlage 53 Gemeindeschulen abgeschafft werden. Er hatte sich längere Zeit gesträubt, diese Maßregel zu genehmigen. Türkei. Constantinopel, 30. Okt. Die gestrige Vorbesprechung der Conferenz betraf die Modalitäten der Verhandlungen. Die be— sonderen Verhaltungsmaßregeln der englischen Repräsentanten betreffen die Verbesserung der rumelischen Verwaltung und derjenigen anderer türkischen Provinzen. Der Botschafter Thornton vertritt England. — Pariser officlösen Informationen zufolge ist das Einvernehmen der Botschafter in Kon— stantinopel jetzt ein vollständiges und wäre es zweifellos, daß die rumelische Angelegenheit bal— digst eine befriedigende Lösung finden wird. Bulgarfen. Sofia, 31. Oct. Die bulga⸗ rische Regierung dementirt die Nachrichten der serbischen Regierung betreffs der Haltung der bul— garischen Behörden und Truppen an der Grenze. Rumänien. Bukarest. Zwölf isrealitische Journalisten sind ausgewiesen worden, den Jour— nalen zufolge wegen Angriffen gegen die Regierung. Serbien. Nisch, 30. Okt. Offiziell. Die Bulgaren sperrten überall die Grenze ab und ordneten an, jeden von Serbien aus die Grenze Ueberschreitenden zu tödten. Die serbischen Truppen sind angewiesen, in entschiedener Weise ohne speciellen Befehl auf ein derartiges Ver— halten mit den Waffen zu antworten. Die bul— garischen Freiwilligenschaaren begannen, serbische Grenzorte mit Ueberfällen zu beunruhigen. Der König besichtigte die Truppen bei Ahpalanta, Laskovac und an der Grenze. Egypten. Kairo. Die aufständische Be— wegung im Sudan ist trotz der ihr in den letzten Monaten beigebrachten Schläge doch nicht in der Weise niedergeworfen, wie man dies aus den egyptischen Sieges-Nachrichten entnehmen müßte. Wie nämlich aus Alexandrien unter dem 17. d. M. gemeldet wird, sah sich die englische Occupationsleitung in Folge der Meldung über ein rascheres Vorrücken aufständischer Schaaren gegen Norden veranlaßt, die Vorkehrungen für die geplante Expedition zu beschleunigen. Es gehen fast täglich, insoweit Truppenfahrzeuge zur Ver— fügung stehen, Truppen nach dem oberen Ril. Desgleichen wurden die Commandanten an der Grenze angewiesen, die Fortificationen im besten Stande zu erhalten, die größte Wachsamkeit zu üben und bis auf Weiteres in energischer Defensive zu verharren. Aechte Friedrichsdarfer 0* 1—* Westen und Wämse empfiehlt billigst 3350 Heinr. Diehl. Usagasse. Foncurs! 100 St. doppelt breite Cach 100 5 2975„ f 100„ ächifarbige Ellässer Piqu 200„ 1 Ferner eine große Part Garchente, Zwillich, Bettdecken, Koller etc. etc., sudellose Madre. Gebrüder Durch Uebernahme eines N zu außergewöhnlich billigen Preisen. Bes erlra schwere Tuchlamas, neueste Hausmacher-Veltzeuge pr großen Concurslagers verkaufen wir, um rasch damit zu räumen, onders machen auf folgende Posten aufmerksam: emire in allen Farben pr. Elle 55 Pfge., hie D Alles weit unter 0 Muster, pr. Elle 80 Pige E- Uu. Näper-Catlune zu Ueberzügen pr Elle 20 u. 25 Pige., Elle 28 und 30 Pige. amen- und Kinder-Mäntel, Cischtücher, Servietten, Handlücher, Neuesle Musler. Strauß, vis-à-vis der — dem Herstellungspreise. Feste Preise. Post. . ˙ rr— Oeffentliche Aufforderung. Laut gerichtlich bestätigter Schuldverschreibung vom 20. September 1869 entliehen Karl Sprengel(richtiger Friedrich Karl Sprengel) Eheleute von Bad-Rauheim von Walther Theodor Zinser daselbst ein Kapital von 3500 fl. und verpfändeten zur Sicherheit des Darlethers nachfolgende, in der Gemarkung Bad-Nauheim belegenen Immoblillen: Flur. Nr.[Meter. XIV. 390. 114. XIV. 391. 724. Iv. 392. 164. II. 66. 1480. Grabgarten in der Altstadt, Hofraithe daselbst, Grabgarten daselbst, Acker auf der Lauckert, links der Eisenbahn, Acker am Söderweg, Acker auf dem obersten Roth, Acker an der Wetter, Wiese hinter der Mühle, Baum- und Grasgarten im Setzling, 10. XIII. 307. 191. Grab garten in der Kammerlade, 11. XIV. 362. 345. Grasgarten vor dem Unterthor. Laut Schenkungsvertrag vom 4. November 1882 hat Walther Theodor Zinser sein ganzes Vermögen der Christtan Preisag Wittwe, Elise, geb. Paul, von Gießen geschenkt. Bei dem im Jahre 1879 erfolgtem Ableben der Ehefrau des Walther Theodor Zinser, Katharina, geb. Schepp, betrug deren Vermögen laut aufgenommenen Inventar 2894 Mark 21 Pf., das laut vorltegender Quittung— da Kinder nicht vorhanden waren— an Rechtsanwalt Windecker in Friedberg, als bevollmächtigter Vertreter der gesetzlichen Erben der Frau Zinser, aus⸗ bezahlt wurde. Die Sprengel'sche Hypothekforderung war errungenschaftliches Vermögen und wurde bei der Aufstellung des erwähnten Inventars berücksichtigt. Laut Cessionsakt vom 24. Juli 1884 hat Christian Preisag Wittwe die pfandlich gesicherte Forderung dem Mühlenbesitzer Heinrich Schudt auf der Görbelheimer Mühle bei Friedberg mit allen Rechten cedirt. Dieser hat die als Unterpfand dienende Hofraithe Flur 14 Nr. 390. 391 und 392 käuflich erworben und nun beantragt, die Hypothek bezüglich der erwähnten 3 Items zu löschen, bezüglich sämmtlicher übrigen Ver⸗ satzstücke den Uebergang der Hypothek auf seine Person zu wahren. Es werden nunmehr etwaige unbekannte Erben der verlebten Ehefrau des Walther Theodor Zinser von Bad⸗Nauheim, Katharina, geb. Schepp, aufgefordert, ihre etwaigen Ansprüche an die oben erwähnte, von den Sprengel'schen Eheleuten geschuldete Hypothekforderung um so gewisser binnen 14 Tagen dahier geltend zu machen und zu bescheinigen, als sonst dem obigen Antrag des jetzigen Gläubigers, des Herrn Heinrich Schudt, statt⸗ gegeben wird. Bad⸗Nauheim den 29. Oktober 1885. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. 3792 Schütz. ————ůů Edictalladung. In dem Grundbuch der Gemarkung Bad-Nauheim sind die Parzellen Flur. XX Nr. 48[Meter 406 Grasrain hinter dem Siechhaus, 471 Lagerplatz daselbst, 441 Wiese und Grasrain daselbst auf dem Namen des Großherzoglichen Baufiseus, die Parzellen Flur III Nr. 345 Meter 8703 Chaussee nach Fried⸗ berg, in der rothen Heil, 132 6269 Chaussee nach Fried⸗ berg, hinter der Mühle, 10190 Chaussee nach Frled— berg, am Heiligen stock, 1 7 5330 Chaussee nach Fried berg, in der Leimen—⸗ grube, 8 1 E 2 2 n. VI. 186. 503. 5 9. 382. 285. 286. XIII. 667. 506. 0 f — „F090 5 5 77 N I 2 VII N berg, auf der Hub, . 1 7 5926 Chaussee von Cassel nach Frankfurt, auf dem Schützenrain, „5 I 1 1 4224 Chaussee von Cassel der hohen Straße, XX„ 49„ dem Siechhaus auf den Namen: das Großherzogthum„Landeseigenthum“ (Bauverwaltung), alle jedoch ohne Erwerbtitel einge— tragen. Auf Antrag der zuständigen Verwaltungs behörde sollen diese Grundstücke, insoweit dies noch nicht geschehen, auf den Namen: „das Großherzogthum, Landeseigenthum(unter „Verwaltung Großherzoglichen Ministeriums der „Finanzen, Abtheilung für Bauwesen)“ überschrleben und der Erwerbtitel Ersitzung beigefügt werden. 852 7 4304 Chaussee nach Fried— nach Frankfurt, an 10604 Chaussee von Cassel nach Frankfurt, hinter zu können glauben, die Aufforderung, solche innerhalb. drei Monaten von heute an geltend zu machen, gegen— falls die beantragte Ueberschreibung unter Beifügung des Erwerbtitels„Ersitzung“ in dem Mutatkonsverzeichniß vollzogen wird. Bad⸗ Nauheim den 29. Oktober 1885. Großherzogliches Amtsgericht Bad Nauheim. Bauer. 3791 Schü tz. Im Konkurse über das Vermögen des Bäckers Phtlipp Keßler von Bad-Nauhelm findet demnächst Schluß vertheilung statt. Die noch verfügbare Masse beträgt 696 M. 71 Pf. und ist dieselbe auf Forderungen im Betrage von 12164 M. 48 Pf. zu vertheilen. Das Verzeichniß der zu berücksichtigenden Forderungen liegt während der gesetzlichen Frist auf der Gerichts schretberei offen. Bad⸗Nauhelm den 30. Oktober 1885. 3790 Der Konkursverwalter. Hofraithe-Versteigerung. Mittwoch den 4. November l. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhause die Hofraithe des Speeerei— händlers Moses Eckstein, in welcher schon lange Jahre eln Spezerelgeschäft betrieben wird, noch mals an den Meistbietenden versteigert werden. Bel entsprechendem Gebot wird die Genehmigung ertheilt. Friedberg den 29. Oetober 1885. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. 3775 Stein häußer. Ohstbaum-Versteigerung. Donnerstag den 5. November d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in der hiesigen Gemeindebaumschule eirea 250 Stück hochstämmige Apfelbäume, „ 2000„ 2, 3 und AKjährige Veredlungen, 5 5800„ Wildlinge(dretjährig) und zwar die Hochstämmchen im Einzelnen und die übrigen abthetlungs weise versteigert werden. Assenheim den 2. November 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Assenheim. 3799 Best. 9 0 0 71 Versteigerung. Mittwoch den 4. November J. J., Nachmittags 2 Uhr, werden vor dem Rathhause zu Friedberg meistbietend gegen Baarzahlung versteigert: eirea 60 Säcke künstlicher Dünger, „ i Spelzsp ren, eine Parthie leere Säcke, 7 Säcke Kleie, 2 Säcke Reismebl und 1 Sack Futtermehl. Friedberg am 2. November 1885. Gegr. 1857. von Gegr. 1837. J. Zuntz sel. Witwe. Bonn& Berlin, 8 8 K 2— 2 Hoflieferant, 95 8 e bringt ihre Speelka- litäten:. 1. Gebrannte Java-Kaffe in empfehlende Erinnerung. 98 Sorgfältigste Auswahl und Mischung nur feinster Rohsorten verbunden mit rationeller Brenn— methode, garantiren ein stets gleichmäßig vorzüg— 9 über eine Ersparniß von 250% gestattet. 5 Niederlage in Friedberg bei Herren J. A. Windecker, L. Adler, Stern, Dorheim bei Herrn Johs. Braun, Herrn S. Simon Wittwe 0 Echzell bei ö Herrn M. Simon, Heldenbergen bei Löb Spier Wlttwe, Nauheim bei Herrn Gg. Ph. Ludwig, Nieder⸗Florstadt bei Herrn Mich. Adler, Nieder⸗Wöllstadt bei Herrn Toblas David, Staden bei Herrn Hessenberger Sohn. Prima Nepskuchen Es ergeht deßhalb an alle Diejenigen, welche an diesesstets frisch von der Mühle empfiehlt äußerst billig Immobilien Elgenthums oder sonstige Ansprüche bilden 1280 Ph. Dan. Kümmich. 0 affee, a 95 Pf., M. 1.05, M. 1.10, M. 1.20 per Pf. u. s. w. in garantirt reinschmeckendster, ungefärbter und un be⸗ schädigter Waare, versendet in 10 Pfund-Säckchen gegen Nachnahme franeo 55 Gotthard Schäfer 3766 in Gießen 3744 7( 1 1 Haide⸗Scheiben-Honig, Pfd. 80 Pf., zwelte Waare 55 Pf., Leckhonig 50 Pf., Seim-⸗(Speise-) Honig Pfd. 40 Pf., Futterhonig 40 Pf. Posteolli gegen Nachnahme, engros billiger, Nichtpassen⸗ des nehme ich umgehend franco zurück. N Soltau, Lüneburger Haide. ö (à 535/10 A.) E. Dransfeld's Imkereien. 200 ertra große, rein wollene Pferde-Decken à 3 M. per Stück. G. Schulhof. 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Besonders mache ick auf Marke„Chateau Ern. Stein“ mild-herb vom Weingut Baksa aufmerksam. Niederlagen werden im In- und Auslande vergeben und wollen Bewerber sich an obige Firma direct wenden, 3665 VV. Bernbeck, Friedberg. utsverkauf. Erbvertheilungshalber soll ein Gut, welches Petritag 1886 pachtfrei wird, etwa 106 Normalmorgen Aecker und Wiesen haltend, mit Hofraithe und einem Theil der Ortsschäferei, aus freier Hand verkauft werden. Die Hofraithe liegt etwa 10 Minuten von einer Zuckerfabrik und 20 Minuten von einer Station der Oberhessischen Bahnen entfernt. Offerten sind an F. K. zu M. postlagernd Büdingen zu richten. 3793 Ein goldner Ring 0 wurde am verflossenen Freitag auf dem Wege von Reichelsheim nach Weckesheim gefunden. Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Inseratgebühren auf Großh. Bürgermeisterei Weckesheim in Empfang nehmen. Hilger, Bürgermeister. 64 Imser Pastillen in plombirten Schachteln. Emser Catarrh-Pasten in runden Blechdosen m. uns. 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