1885. Dienstag den 3. März. „— U Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. —*—— Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres conte bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Bost nacher iommen. bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. 8 Deutsches Reich. 1 1 Darmstadt. Der Regierungs-Accessist 18 von Loehr wurde zum Hofjunker ernannt. .— Der erste Assistenzarzt bei der Landes— 2 Irrenanstalt, Medieinalrath Dr. Werle, wurde zum Director und ersten Arzt bei dem Laudes— hospital Hofbeim ernannt. — 27. Febr. 2. Kammer. Die Kammer setzte beute die Berathung des Ausgabebudgets fort. Die Forderung für die Kreisärzte wurde dem Auschußautrag gemäß bewilligt, ebenss die An— forderungen für das Impfwesen, für die 3 Ent— bindungsanstalten, für das Landeshospital, die Landesirrenanstalt, für die Anstalt für Blöd— innige„Alicestift“. Eine längere Debatte ent— steht bei Kap. 57(Anforderungen für die Land— virthschaft und die Förderung der Bodenmelio— ration 84,000 M.). Es liegt hierzu ein n des Abg. v. Rabenau vor, der dahin geht: Das (andwirthschaftliche Vereinswesen auf Denne des Wegfalls der Centralstelle für die Land wirthschaft und durch Bestellung eines technischen Referenten im Ministerium zu reorganisiren. Dieser Antrag wird zunächst an den Ausschuß . derwiesen. Im Laufe der Debatte wird beson— i ders die Nothwendigkeit der baldigen Verab— schiedung eines Konsolidationsgesetzes und der anderen Agrargesetze betont. Die Bewilligung der angeforderten Mittel findet statt; ebenso die Mittel für Regulierung von Bächen und nicht schiffbaren Flüssen. Den Ausschußanträgen a——ů— i — 1 2 222 182 3 a f— 2 1 ——— nn N gemäß werden ferner die Kapital 60— 78 erledigt. 28. Febr. Fortsetzung der Budgetberathung. „„Der zu Kap. 79 als Staatsbeitrag zu der Er⸗ bauung von Kreisstraßen geforderte Beitrag von „„M. 60,000 jährlich wird nach längerer Debatte „einstimmig bewilligt. Eingelaufen ist dazu ein Antrag des Abg. Schönberger und Gen.„Großh. Regierung zu ersuchen, baldigst Vorlage wegen 10 Trhöhung dieses Beitrags auf M. 120,000 zu 12* machen,“ der an den ersten Ausschuß verwiesen vird. Das Kapitel Centtalbauwesen⸗ im Ressort der Sektion für innere Verwaltung, wird im ve fentlichen der Regierungsvorlage entsprechend rledigt. Der ganze Justizetat wurde e ine. den Ausschuß⸗ Anträgen gemäß erledigt. Das Nee Landgerichte und Amtsgerichte wurde edoch an den Ausschuß zurückverwiesen. 0— Nach wiederholten Londoner Meldungen n ürde die Königin von England mit der Prinzeß 1 eatrice Ende Marz hier eintreffen und sich 8 ach erfolgter Confirmation des Erbgroßherzogs *. lach Aix sles⸗Bains begebeben. Berlin, 27. Febr. Im Preußischeu Herren— lau 2 fand heute die Berathuntz des Conver⸗ 95 trungsgesetzes statt, das in der Fassung der 2 Vorlage angenommen wird. Ferner fand die Nis L Generaldebatte der Communalsteuernothstands— — Jorlage statt. Kiel. Eine kaiserliche Cabinetsordre ordnet zie Bildung eines Südsee-Kreuzergeschwaders n, bestehend aus der Kreuzerfregatte„Stosch“, e er Kreuzercorvette„Marie“, dem Kreuzer„Alba— i„ beß“ und dem Kanonenboot„Hyäne“; Com— godore Paschen ist zum Geschwaderchef ernannt und geht sofort mit der Kreuzerfregatte„Stosch“ „on Ostasien nach Sidney. Schering, Com- „andant der Kreuzerfregatte„Elisabeth“ über— ummt das Commando des ostasiatischen Ge— hwaders. Die Kreuzercorvette„Ariadne“ ist n Westafrika zurückbeordert. * dee Leipzig. Der Landesverrathsprozeß gegen Jaussens und Kipper, welcher bekanntlich am 2. Maͤrz vor dem Reichsgericht beginnt, wird wahrscheinlich 4oder 5 Tage in Anspruch nehmen. Die Oeffentlichkeit wird wahrend der gangen 1 . Dauer der Verhandlungen ausgeschlossen sein. Straßburg, 27. Febr. Der Landesaus schuß stellte nach dem Commissionsantrag die! im Vorjahre bewilligten 125,000 M. zur Be arbeitung des Projects des Canals Straßburg- Ludwigshafen der Regierung zur eigenen Ver 1 4 wendung von Neuem zur Verfügung. 5 Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 27. Febr. Im Abgeordnetenhause brachte der Finanzminister einen Antrag betreffs der theilweisen Bedeckung des Deficits pro 1885 durch Begebung von 8 Million Gulden ö§procentiger Papierrente ein. — 28. Febr. Der erhöhte Zolltarif wird dem Reichsrathe schon Dienstag vorgelegt werden und zwar wird dies wahrscheinlich gleichzeitig auch im ungarischen Reichstage geschehen. Pest, 27. Febr. Das Abgeordnetenhaus nahm die Bestimmung über die Vertretung der israelitischen Confession im Oberhause mit 214 gegen 43 Stimmen an. Schweiz. Bern, 27. Febr. Heute Vor⸗ mittag wurden 10 Arnarchisten verhaftet. Die Verhaftung erfolgte am Bahnhofe im Momente der Abfahrt. Auch in anderen Städten der Schweiz sollen Verhaftungen von Anarchisten stattgefunden haben. Wie verlautet, liege ein diesbezüglicher Beschluß des Bundesraths vor. Belgien. Brüssel. Bezüglich der Frage, ob der neue Congostaat eine monarchische Spitze erhalten soll, wird aus Brüssel geschrieben:„Zwei Strömungen sind es, die sich bei Hofe über die Gestaltung des neuen Congostgates geltend machen. Der Koͤnig fersönlich halt im Interesse der Consolidirung desselben eine monarchische Gestaltung für die Vörtheilhafteste, wäre auch geneigt, die Souverähetaͤt selbst zu übernehmen. Die andere Richtung betont das Bedenkliche der Situation, wenn der Koni ig selbst auch König des Congostaates wüßfde, die parlamentarischen Schwierigkeiten und die für die Krone und Belgien eutstehenden möglichen Verwickelungen. Sie moͤchte die Leitung des Congostaates der Association unter Vorsitz des Königs, wie bisher, anvertrauen, bis Prinz Albert, der zweite Sohn des Grafen von Flandern, majorenn geworden. Der König soll unter Würdigung dieser Argu— mente jetzt geneigt sein, sich dieser letzteren An— schauung anzuschließen. Die klerikale Presse dagegen wünscht entschieden und gibt damit dem Wunsche der Partei Ausdruck, daß keine Ver— bindung zwischen Belgien und dem Congostaat stattfinde. Frankreich. Paris, März. Die Ge— rüchte von einer Aßitation im Süden Algiers werden amtlicherseits für unbegründet erklärt; es herrsche dort vollkommene Ruhe und Sicherheit. Großbritannien. London, 28. Febr. Das Oberhaus hat mit 189 gegen 68 Stim— men das von Salisbury beantragte Tadels— votum angenommen, das Unterhaus das von Northeote beantragte Tadelsvotum mit 302 gegen 288 Stimmen verworfen. Mit der 2* „Daily News“ meint, die geringe Mosoriiat, welche die Regierung erhielt, werde das Cabinet wahrscheinlich zum Rücktritt zwingen. Die sagt, es frage sich, ob das Ministerium etwas überleben könne, was unter Verhältnissen als* Niederlage zu betrachten sei.— Die heutige Sitzung des Cabinetsraths dauerte von 2 bis 6½ Uhr. Von bestunterrichteter Seite verle zutet, daß die Minister beschlossen, nicht zu emissio Aren. Spauien. Madrid, 28. Febr. Deputirten⸗ ammer. Der Minister des Auswärtigen stellte bei der Berathung der Vor de betreffend den modus vivendi in den Handelsbeziehungen zu Fngland, die Cabinetsfrage. Italien. Rom, 27. Febr. Auf einer Panzerfregatte und dem Transportschiff„Marino Falieri“ wird morgen von Catania aus die vierte Expedition nach dem rothen Meere abgehen. Rußland. Petersburg. Dem„Grashdanin“ zufolge begibt sich der Minister des Innern, Graf Tolstoi, Mitte dieses Monats zur Er⸗ holung nach Livadia in der Krim, wird aber von dort die Oberleitung des Ministeriums bei— en. In Petersburg wird wahrscheinlich der Adjunkt des Ministers, Durnowo, die Ge— schäfte des Ministeriums Ve, — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bringt einen Artikel, der die alarmirende Sprache englischer Blätter, bezüglich Afghanistans als auf der fingirten Voraussetzung beruhend bezeichnet, daß die Westgrenze von Afghanistan bei den russisch— englischen Verhandlungen im Jahre 1872 fest— gestellt worden sei, während die dem Parlamente seit 10 Jahren vorliegenden Actenstücke das Gegentheil bewiesen, und daß die Russen Herat beanspruchten, während die russischerseits vor— geschlagene Grenzlinie 80 englische Meilen noͤrd— lich von Herat laufe. Als einziges wirkliches Streitobject sei die im vorigen Sommer von den Afghanen besetzte Oase Pendjeb anzusehen, worüber sich aber leicht eine Lösung finden lassen werde; kein englischer oder russischer Staats— mann werde daraus einen casus belli machen. Egypten. Kairo, 27. Febr. Die Colonne Buller's ist in Gakdul eingetroffen. — Einem Telegramm des„Temps“ aus Aden zufolge ist in Zeilah ein Aufstand der Somalis ausgebrochen. Gerüchtweise verlautet, Zeilah und Moka seien seitens Italiens besetzt worden. Amerika. New Vork. Aus Pittsburg, Pa wird wiederholt gemeldet, es existire daselbst eine Bande bewaffneter Anarchisten, welche regel— mäßige Exercier-Uebungen abhielten und an ver— schiedenen Orten in der beträchtliche Quantitäten von Dynamit aufgespeichert hätten. Die Pittsburger Zeitung„Despatch“ behauptet, die dortigen Anarchisten hatten kürzlich von Auswärts eine große Quantität Waffen und Munition erhalten. China. Shanghai, 28. Febr. Gerücht⸗ weise verlautet in Peking, alle Wuͤrdenträger des Reiches seien aufgefordert, ihre Meinung abzugeben, ob es angezeigt sei, den Krieg gegen Frankreich fortzusetzen oder Jrieden zu bieten. Ans Stadt und Land. l. Friedberg. In dem hlesigen Schullebrerseminar befanden sich im letzten Schulfahr 111 evang. Zoͤglinge; „Times“ Stadt Minorität stimmten 39 Parnelliten, auch mehrere Liberale, darunter Goschen und Forster.— elner starb, elner ist ausgetreten, so daß der Bestand am Ende des Jahres 109 ist. Davon sind Sohne von * e Landwirtben 45, von Lebrern 30, von Handel und Gewer betreibenden 23, von Beamten 12, von sonstigen Berufsklassen 13 aus Städten über 10,000 Einwohner 2, aus Städten zwischen 10,000 und 2000 Einwohner 22, aus Orten unter 2000 Einwohner 87; vorbereitet in Pröparandenanstalten 67, von Lehrern 17, in Gym nasien 1, in Realschulen 23, in sonstigen Bildungs-An⸗ stalten 3; aus der Provinz Oberhessen 82, Starken— burg 27, Rheinbessen 23 zur Zelt der Aufnahme im sechszehnten Lebensjahr 8, im siebenzehnten 2, im achtzehnten 28, im neunzehnten 28, im zwanzigsten. 16, im einundzwanzigsten und älter 7. Die öffentliche Prüfung findet am 5. März statt. 8 i Friedberg, 1. März. Gestern Abend fand eine Comitesitzung bezüglich der Bismarckspende statt. Es wurde zunächst beschlossen, außer den an den bekannten Orten aufgelegten Listen auch eine Sammlung von Haus zu Haus zu veranstalten, um eine möͤglichst allgemeine Bethelligung herbeizuführen. Es wurde dabei betont, daß es weniger auf die Größe der Gabe ankomme, als auf die Bethätizung des nationalen Sinnes, der sich durch dieselbe zu erkennen zibt. Es sei bier noch einer vielfach verbreiteten irrigen Meinung entgegengetreten, als ob es sich um eine petsönliche Dotation für den Reichskanzler handle. Die eingegangenen Gaben werden vielmehr dem Reichskanzler zur Verfugung übergeben, und es steht zu erwarten, daß der Reichskanzler dte Summe im Sinne der Geber zu einem patriotischen Zwecke verwenden wird. Mit Befriedigung wurde con⸗ statirt, daß die Bethetligung hier und auf dem Lande eine rege ist und Männer jeder Varteistellung ihr Scherflein beitragen und für die Sache sich interessiren. Ferner wurde beschlossen, den Geburtstag des Reichskanzlers durch ein allgemeines Bankett zu feiern und wurde die Ausführung resp. die Aufstellung des Programms dem engeren Comits überlassen. g r. Friedberg. Im Gegensatz zu dem letzten Concert unseres Musikveresns wird das Programm des nächsten mebrere kleinere Compositionen für gemischten Chor von Brahms(Schicksalslied) und Faist, ein Trio unseres geschätzten heimischen Pianisten Fr. Link und Solo⸗ Vorträge der mitwirkenden Frl. Anna Göring von Darmstadt und des Violinisten Triebel von Frankfurt enthalten. Der 15. März ist fuͤr das Concert in Aus sicht genommen... Darmstadt. Auf persönliche Anfrage des Bürger; meisters des Garnisonsortes Babenbausen hat Staats minister Finzer bestätigt, daß eine Verlegung der beiden Garnisonen Babenhausen und Butzbach nach Darmstadt bevorsteht. In ersterem Orte garnisoniren zur Zeit die 2., 3. und 4. Schwadron des Garde-Dragoner- Regiments Nr. 23, im letzteren Orte die 3. und 4. Schwadron des Leib⸗Dragoner⸗Regiments Nr. 24. Die übrigen Schwa⸗ dronen der beiden Regimenter stehen jetzt schon in Darmstadt. Allerlei. Hamburg, 27. Febr. Vor Cuxhaven fand eine Colision zweier ausgehenden Dampfer statt. Der schwedische Dampfer„Norden“ ist gesunken, der englische Dampfer„Cumberland“ wurde leck. Vier Personen vom„Norden“ sind ertrunken. Passau, 26. Febr. Gestern wurde der lexige Bäckergehilfe Wilhelm Hensel aus Frankfurt, der sich seit einigen Tagen dahier beschäftigungslos herumtreibt, verhaftet und in die Frohnfeste eingeltefert. Hensel wurde aus Wien und den österreichischen Kronländern wegen anarchistischer Umtriebe ausgewiesen. In dessen Besitz befanden sich Corresvondenzen aus den Großstädten Europa's, in welchen Hensel nach den vorgefundenen Notizen zu urtheilen, sich früher auch aufgehalten hat. London, 27. Febr. Während der Schießübungen in Schweburyneß platzte gestern eine Granate, wodurch ein Offtzier und ein Kanonter sofort getödtet, Oberst Fox, Strangways, Director der Arti lerieschule, Oberst Lyons und sieben andere Officiere, Artilleristen und Civilisten schwer verwundet wurden. Oberst Strang— ways und Oberst Lyons sind heute gestorben. Gerichtssaal. Altenstadt. In der Donnerstag den 5. d. Mts. dahier stattfindenden Schöffengerichtssitzung kommen fol— gende Sachen zur Verhandlung: 1) Strafsache gegen Wilh. Güngerich von Engelthal, wegen Körperverletzung; 2) Privatklagesache des Friedrich Hochstein von Enzheim, gegen Heinrich Weigand König Ehefrau das., wegen Beleidigung; 3) Privatklagesache des Wilhelm Koch II. Wittwe von Langen Bergheim, gegen Nathan Löwenstein das., wegen Beleidigung; 4) Strafsache gegen Heinrich Lauter und Karl Kaiser, Beide von Nieder-Mockstadt, wegen Uebertretung der Feierabendstunde; 5) Strafsache gegen Karl Nahrung III. von da, wegen deßgleichen; 6) Strassache gegen Johannes Meub II. von Stamm- heim, wegen Hehlerei; 7) Strafsache gegen Heinrich Hühn von Hainchen, wegen Hetzen eines Hundes auf Menschen. Rede des Reichskanzlers über die Kornzölle in der Reichstagssitzung vom 10. Februar. (Mehrmals darum angegangen, die betr. Rede aus— führlich zu bringen, mußten wir dies leider früher ab— lehnen, weil uns bis jetzt der Platz dazu fehlte. D. R.) „Ich komme nun zu der Frage der Kornzölle. Der Herr Vorredner hat befürchtet, daß durch dieselben die Kornpreise bel uns gestelgert werden und dadurch soeiale Gefahren herbeigeführt werden würden. Wollen sie sich doch erinnern, daß vor 6 Jahren in diesem Saale dieselben Prophezeihungen theilweise von denselben Red— nern, welche heute gesprochen haben und noch sprechen werden, geäußert wurden, daß wir, wenn wir dle Kornzoͤlle einführen und dem Arbeiter sein Brod be⸗ schränken, soeialen Gefahren entgegengeben werden, Alle diese Prophezethungen sind falsch gewesen, es ist Nichts davon eingetroffen. Die damalige Zollgesetzgebung hat überall wohltbätig gewirkt, nur in der einen Richtuntz nicht, die aber von mir auch nicht erwartet, ja sogar als unwahrscheinlich damals bezeichnet wurde. Eine Verbesserung der Preise der landwirthschaftlichen Pro⸗ duete ist nämlich nicht eingetroffen, im Getzentheil, das Korn ist jetzt woblfeller, als es jemals gewesen ist. Diese Folze der Kornzölle, die jene Herren vorhergesagt haben, ist also nicht eingetreten: ob sie jetzt eintreten wird, wenn die Zölle nunmehr verdreifacht werden, möchte ich mit Sicherheit nicht vorhersagen, mir ist es kaum wahrschelnlich. Tritt sie aber ein, so kommt sie dem Landwirth zu Gute, tritt sie nicht ein, so sind also die höheren Zölle vom Ausland bezahlt worden. Warum soll also der Finanzminister des Reichs nicht die Zölle einführen, die das Ausland, z. B. Rußland, bezahlt? Daß die niedrigen Kornpreise überhaupt ein Bewels für den Wohlstand sind, habe ich schon hier vor 5 bis 6 Jahren so bekämpft, daß ich es heute nicht nochmals zu thun brauche. Wäre das richtig, so müßte ja der Lithauer glücklicher sein, als der Rheinländer, der Russe, der Rumänier müßte mehr prosperiren, als der Franzose oder Belgier. Warum wollen Ste denn die Herab⸗ drückung der Preise blos auf das Korn beschränken, warum nicht auch auf die Kleidung, Stiefel, Wohnunzz ausdehnen, die dem Arbeiter ebenso nöthig sind, wie das Brod? Warum wollen Sie nicht die Fabrikation aller solchen Gegenstände der Bekleidung u. s. w., über⸗ haupt aller unentbehrlichen Lebensbedürfnisse herab— drücken und alle Schranken der Einfuhr öffnen, indem Sie diesen Bedürfnissen den nöthigen Schutz versagen? Was geht Sie denn der deutsche Schneider an, wenn man sich mit Hilfe des amerikantschen Schneiders wohl⸗ feiler kleiden kann? Was geht Ste ebenso der deutsche Schuhmacher an? Für alle diejenigen, welche gegen Honorar arbeiten, für die unproduetive Classe der Ge— lehrten und Ungelehrten, mag es ja recht angenehm sein, wenn die Preise aller Lebens bedürfnisse so herabgedrückt werden, daß sie im Inlande nicht mehr erzeugt werden können, daß sie schließlich gar Nichts mehr kosten. Da würde Jenen, die bei den Preisverhältnissen nicht interessirt sind, die ja hier die Majorität bilden, dieser Zustand sehr behaglich sein, wie auch den Krebsen, wenn sie ins Wasser kommen, die Wärme anfänglich sehr an— genehm ist, während es ihnen zum Ende sehr übel be— kommt. Ziehen Sie Ihre Consequenzen bis zum Aeußersten, wenn es Ihnen gelingt, die Preise immer weiter herabzudrücken, dann, das werden Sie mir zugeben, wird das Deutsche Reich und seine wirthschaft— lichen Verhältnisse einen Zusammenbruch erleiden. Wenn Sie bei den Getreide- und Brodfrüchten das Glück hätten, niedrige Preise zu haben, wollen Sie es nicht auch für andere Produkte, Eisen, Leder, das doch auch ein wichtiger Gebrauchsgegenstand ist, Glas, Garn u. s. w. Dann schaffen Sie doch alle Schutzzölle ab! Wenn wir aber Schutzzölle haben, so ist die Landwirth— schaft derselben am dringendsten bedürftig. 45 Million hängen von dem Gedeihen der Land wirthschaft ab, wie auch der Arbeiter der Textil-Industrie von dem Preise der Gewebe abhängt. Sie nehmen blos den Großgrund— besitzer zum Gegenstand Ihrer Erwägung, Sie müssen aber sämmtliche Arbeiter, die bei der Landwirthschaft be schäftigt sind, berücksichtigen, die möglicherweise nicht das ganze Jahr hindurch oder weniger als sonst beschäftigt werden können, wenn die Landwirthschaft nicht mehr prosperirt. Es werden dann einige von den Arbeitern überflüssig und entlassen, denn setzt man die Löhne herab, weill man nicht mehr so bobe zahlen kann. Es ist auch behauptet worden, daß die Getreidezölle nur zu Gunsten der gegenwärtigen Grundbefitzer erhöht werden sollen, es sei daher eine Bewegung nützlich, die die jetzigen Groß— grundbesitzer wie eine Welle wegschwemmte. Es müsse der Besitz in die Hände anderer Besitzer übergehen, die mit weniger auskommen. Nun, die werden ihre Zinsen auch nicht bezahlen können! Dem Abg. Rickert entgegne ich bei dieser Gelegenheit, da er die Hardenberg'sche Politik rühmte, daß sie den Bauer von dem damaligen Druck befreit hätte, daß wir bestrebt sind, ihn von dem jetzigen zu befreien! Herr v. Schön ordnete damals die Subhastation des sämmt— lichen Grundbesitzes an mit der Bestimmung, daß auf jedes Gebot zugeschlagen werden mußte. So kam der Grund⸗ besitz damals in die Hände von Gastwirthen, von Bauern, von Händlern, namentlich in Ostpreußen von Pferdehänd— lern. Man kaufte ein Gut z. B. fur sechzig Thaler, das Tausende werth war. Was hat das gefruchtet? Auch in Pommern ist so, wenn auch nicht ganz so streng ver— fahren worden. In meinen Kinderjahren habe ich noch solche Erwerber großer Güter gesehen. Ich erinnere mich, daß mein Vater Nachbaren hatte, die früher eben in der einen von den Eigenschaften, die ich bezeichnet habe, bekannt gewesen waren, die ich selbst gesehen habe, wie sie in Holzpantoffeln und bäuerlichem Costüm ihren großen Wirthschaften vorstanden. Das ist ja kein Un⸗ recht und kein Uebel, aber auf einen grünen Zweig sind sie doch nicht gekommen; sie hatten eben kein Be— triebskapital und sind zum großen Theil wieder ein— gegangen. Nur wenige von den damaligen Erwerbern sind im Besitz geblieben und auch diese haben fortan bäuerlich gelebt, was ja auch achtbar ist, aber verdient hat Niemand von ihnen etwas. Keinen Handwerker ließen sie Etwas verdienen, sie trieben keinen Luzus, der zwar nicht nöthig ist, aber doch Manchen ernährt. Sie haben möglichst wenig Arbeiter beschäftigt. Aber es handelt sich nicht blos um den Arbeiter, sondern auch um den Handwerker. Schon in jenem Llede heißt en:„Es ist kein Dörfchen so klein, ein Hammerschmled muß darin sein.“ Es ist aber nicht blos ein Hammerschmied da, auch Rademacher, Stellmacher, auch Schuhmacher, wenns auch nur ein Schuhflicker ist. Alle dlese, die allerdings nicht in der landwirthschaftlichen Statlstik verzeichnet sind, hängen von dem Gedeihen der Landwirthschaft ab. Der Bauer läßt sich vom Schneider keinen Rock machen, wenn er Nichts dazu übrig hat. Er muß sich immer nach seiner Decke strecken. Wenn er kein kaltes Flelsch zum Frübstück baben kann, so nimmt er Käse, und wenn er den nicht haben kann, so begnügt er sich mit Butter, endlich läßt er auch diese fort und ißt trocken Brod. Dabet befindet er sich zwar immer noch munter, allein der Handwerker verdient dabei Klchts.(Schluß folgt.) Handel und Verkehr. Friedberg, 28. Febr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.75 0.85, Eier 1 St. 6 Pf. Gießen, 28. Febr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.80 0.85, Eier 2 Stück 9 Pf., Käse per St. 510 Pf., Tauben per Paar M. 1.00— 1.10, Hühner per Stuͤck M. 1.30— 1.80, Hahnen per Stück M. 1.50— 2.00, Enten per Stück M. 2.00— 2.50, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 56—60 Pf., Schweinefleisch 5060 Pf., Hammel⸗ fleisch 64—70 Pf., Kalbfleisch 48—54 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00, Zwiebeln per Etr. M. 450-5. Frankfurt, 28. Febr. Wochenmarkt. Kartoffeln per Malter(200 Pfd.) M. 4, per Gescheid 9 und 10 Pf., Zwiebeln per Ctr. M. 5— 5.50, per Gescheld 20 Pf., italienischer Blumenkohl im Korb 25—30 Pf. per Stück, einzeln 3540 Pf. Obst: Kastanien per Pfd. 17— 20 Pf., Moronen 27 Pf, Citronen per Kiste(300 Stück) M. 18, Orangen per Kiste(400 Stück) M. 24. Dürrobst: Kirschen per Pfd. 50 Pf., geschälte Birnen 50 Pf., Apfelschnktte 4045 Pf., Hutzeln 40 Pf., Zwetschen 25—35 Pf. Eier per Hundert: deutsche M. 5.50, italienische M. 7.50. Frankfurt, 2. Febr. Heu⸗ und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf ea. 70 Wagen und wurde bezahlt je nach Qual. per Ctr. für Heu M. 2.40—3., fuͤr Stroh M. 2— 2.30.— Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Ctr. M. 80, im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfund M. 1,00— 1,10. Verloosung. Nassauer fl. 25 Loose von 1837. Ziehung am 2., 3., 4., 5., 6., 7., 9. und 10. Februar 1885. Heinzahlung am 1. Mal 1885. Nr 43740 20,000 fl., Nr. 44537 4000 fl. Nr. 41611 2000 fl., Nr. 81051 1000 fl., Nr. 20859 73110& 400 fl., Nr. 50423 61573 4 200 fl., Nr. 20639 44409 à 100 fl., Nr. 4404 5169 8663 13323 15145 17231 35458 36722 49487 49673 53075 53285 58367 60733 61093 70354 79825 95722 96401 99701 à 65 fl., Nr 797 1427 3146 3606 4648 14259 16328 17680 21886 21893 23594 24617 26909 27614 29349 30390 3203 34648 38708 39276 41650 42616 45037 49538 50957 51071 51598 52257 53082 55040 56761 58644 59265 61024 63198 64918 65777 66937 67807 70615 70927 71195 72735 74071 76001 77478 77870 80104 81166 83569 84206 85303 85673 87241 87768 87925 88284 88854 89192 89799 92481 94107 95538 96203 96603 97590 100016 102311 103343 103388& 55 fl. Die weiteren Nummern können auf unserem Bureau eingesehen werden. Karlsruhe, 28. Febr. Serlenziehung der Badischen 35 fl.⸗Loose. 2 156 165 184 234 279 289 676 741 762 793 812 940 1050 1165 1179 1288 1348 1422 1437 1442 1472 1502 1527 1692 1729 1748 1768 1769 1788 1791 1809 1982 1995 2046 2065 2090 2114 2165 2185 2259 2260 2289 2335 2366 2445 2462 2466 2474 2485 2560 2605 2661 2669 2699 2742 2805 2806 2809 2866 2890 2921 2926 2940 2941 2992 2999 3013 3046 3062 3124 3128 3201 3216 3236 3246 3274 3317 3415 3428 3730 3822 4034 4057 4118 4155 4162 4289 4387 4441 4561 4580 4601 4620 4688 4744 4746 4814 4819 4837 4837 4846 4860 4866 4868 4922 5022 5278 5345 5452 5478 5543 5569 5582 5603 5618 5817 5990 6037 6051 6087 6093 6163 6219 6399 6548 6555 6570 6587 6629 6636 6679 6709 6755 6814 6859 6877 6896 6900 6952 6960 6988 8993 7049 7117 7235 7428 7431 7458 7477 7543 7565 7611 7618 7693 7742 7765 7795 7813 7850 7903. Eingesandt. Bad⸗ Nauheim. Wie wir hören, beabsichtigt Herr Direktor Herrmann, welcher auch bei uns hier durch die Vorstellungen im Kurhause rühmlichst bekannt ist— hier im„Deutschen Hof“ eine Vorstellung zu geben, die zwar vorzugsweise für kleine Kunstfreunde bestimmt ist, aber vermöge des gehaltvollen Stückes und der glänzenden Ausstattung auch Erwachsenen einen großen Genuß zu bieten vermag. Es soll nämlich das bereits in Friedberg mit außergewöhnlichem Betfall gegebene Märchen„Aschenbrödel“ auch hier zur Aufführung kommen. Wir können unsern Lesern— großen wie kleinen, den Besuch dieser Vorstellung warm empfehlen, da sie, wie wir dies s. Z. in Friedberg selbst erfahren haben, sehr angenehm unterhält und durch die nöthigen Requisiten und glänzenden Kostuͤme ebenso wirkungs⸗ vall und überraschend wie prächtig ausgestattet ist.— r. Literarisches. Daheim Nr. 22 enthält: Die Mohre von Mohr stein.(Forts.)— Der gefährdete Schnurrbart. Bild. 1 828 fl 8 keden ö * Nin teien 1 0 * 15 ett „ d du *„ Amt. N. nech 6 — 17 fete 772* 4 5 — 9 8 * 1. 1 8660 Nach 2 12 1 enn * 1 1 N 81007 1 E U ur eres u t Babtee 770 00* 117 7 16 „ d he 1 1 „ 5c * 1 — Das gebannte Gespenst. Elne Seehumoreske.— Dürer's Porträt Holzschuber's. Von A. Rosenberg.— Gottlob Geißler, ein deutscher Missionär auf Neu-Guinea. — Braunschweigische Prinzessinnen.— Mllitärtsche Cha— rakterbilder, Eine Schwadronsbesichtigung. Von H. Vogt. Mit 3 Illuste.— Verrechnet.(Schluß.)— Am Familten: tische: Rechtsrath.— Was aus einem Fragezeichen alles werden kann. In unserer Spielecke. Mit 2(llustr. Beilagen. Repertoir-Entwurf der vereinigten Stadt- Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstaß den 3.: Mignon. Mittwoch den 4.: Geschlossen. Donnerstag den 5.: Vampyr. Freitag den 6.: Geschlossen. Samstaz den 7.: Walküre. Sonntaz den 8.: Neu einstudirt: Norma. Schauspielhaus. Dienstag den 3.: Die Grille Mittwoch den 4.: Wallensteins Lager. Donnerstag den 5. Geschlossen. Freitag den 6.: Zum ersten Male: Frau Aspasia. Lust spiel in 4 Akten von Otto Franz Gensichen. Samstag den 7.: Wallensteins Tod. Sonntag den 8.; Zum erstenmale wiederholt: Frau Aspasia. Briefkasten. H. in Vilbel. Wir haben Ihren sehr interessanten Artikel der Redaction des Rathgebers übermittelt, wo er Verwendung finden wird. Unter„Stadt und Land“ ist er nicht verwendbar. Die Pleeolomini. Die Redaecetlon. Geld- Cours. Frankfurt, am 28. Februar 1885. Geber. Nehmer M. Pf. M. Pf. 20-Frankenstücke 16. 20 16. 16 do. in ½ 106. 18 16. 14 Englische Sovereings 20. 44 20. 40 Russische Impertales. 10, 6 18, 71 r 9. 56 L. 51 „ al mares 9.0. 87 Dollars in Gold. e Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des allein ächten Cölnischen Wassere übertragen und empfehlen wir dasselbe per Glas zu M. 1.50, „ ½ Dutzend 0 „ Dutzend„ ee Die Expedition des Anzeigers 788 zagen zum Selbstfahren, Bock zum Abnehmen, gleicher Spur, elegante, saubere und soltde Arbeit, empfiehlt billigst J. G. Rumpf, Frankfurt a. M., Eiserne Hand. Abbildungen auf Wunsch gratls.(6598.) Oeffentliche Aufforderung. Forderungen und sonstige Anspruͤche an den von den Erben unter der Rechtswohlthat des Inventars ange— tretenen Nachlaß des Zieglers Konrad Knaf in Rod— heim sind binnen 14 Tagen bei Meidung der Nicht⸗ berücksichtigung bei der dermaligen Nachlaß-Negultrung dahler geltend zu machen. Vilbel den 25. Februar 1885. Großherzogliches Amtsgericht Vilbel. Dr. Seriba. Weiß. — 12 Submission. Es sollen circa 150 Centner Eichenlohrinde aus dem Eckartsborner Gemeindewald und elrea 250 Centner Elchenlohrinde aus dem Selterser Gemeindewald im Sub— misstons wege verkauft werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 12. März d. J. bel den betreffenden Bürgermelstereten einzureichen. Eckartsborn und Selters am 26. Febr. 1885. Großherzogliche Bürgermeisteret Eckartsborn und Selters. 791 Meyer. Rupp. Jagd Verpachtung. Montag den 16. März, Vormittags 11 Uhr, wird die Jagd in hlesiger Gemarkung, elrea 1300 Morgen Wald und 1700 Morgen Feld, auf dem Bürgermelsteret; Büreau auf 6 Jahre anderweitlg verpachtet. Pfaffenwles bach den 26. Februar 1885. 783 Stephan, Bürgermeister. Haide-Scheiben-Honig, Pfd. 75 Pf., zweite Waare 65 Pf., veckhonig 50 Pf., Seim(Spelse) Honig Pfd. 40 Pf., Futterhonsg ge⸗ stampft 40 Pf., in Scheiben 50 Pf., täglich felsch. Bienenwachs, Posteollt gegen Nachnahme, en gros billiger. Nichtpassendes nehme umgehend franeo zurück. Soltau, Lüneburger Halde.(4 57/1 K.) 02 Bekanntmachung. Wir machen alle Grundbesitzer darauf aufmerksam, daß die Guterverzelchnisse und Karten, welche das Grund— buch für die hlesige Gemarkung bilden, 6 Wochen auf hiesigem Rathhause offen liegen sollen. Die Geschosse, welche jedem Besitzer übergeben worden sind, sollen innerhalb dieser Frist anerkannt und unterschrieben an uns abgeliefert werden. Damit sich nun die Besitzer über zeugen konnen, daß ihnen dle richtigen, ihnen gehörenden Nummern auch in ihrer wirklichen Form zugeschrieben sind, baben wir die Einrichtung getroffen, daß seden Nach mittag, von 2— 4 Uhr, durch einen Sachverständigen die Grundstücke auf den Karten nachgeschlagen und die un— kundigen Besitzer überhaupt über das, was sie anerkennen sollen, aufgeklärt werden können. Die Besitzer der zusammengelegten Grundstüͤcke können gleichzeitig die über ihre Grundstäcke vom 5. August 1884 angefertigten Kreisamtlichen Eigentbums Urkunden bei uns einseben und vertzleichen, ob dle darin enthaltenen Nummern und Flächengehalte in das neue Kataster richtig eingetragen sind. Großherzogliche Vürgermelsterel Friedberg. Stelnhäußer. Güterverpachtung. Auf Antrag der Erben des verstorbenen Samenhändlers W. Goökus werden Montag den 9. Marz, Vormittags 10 Uhr, auf hlesigem Rathhause verschledene Grundstücke, ohngefähr 30 Normalmorgen in der Töpfenkaut, am Schuͤtzenweg und im Usafeld, auf 8 bzw. 11 Jahre nochmals öffentlich meistbietend verpachtet. Eine weitere Verstelgerung wird nicht beabsichtigt. Friedberg den 2. März 1885. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Steinhäußer. Holzversteigerung. 806 804 Montag den 9. Marz l. J. werden im Domanial wald Frauenwald, Schläge II, 7 und XIV, von Morgens 10 Uhr an, versteigert: 19 Eichenstämme von 4— 6 Meter Länge und 23 bis 36 Centimeter Durchmesser, 205 Eschenstangen von 2— 5 Meter Länge und 2—6 Centimeter Durchmesser, 44 Raummeter Eichen Scheiter, 8334 Eschen Wellen, 264 Weichlaubholz Wellen, 216 Gebund Pfriemen. Ober Rosbach em 1. März 1885. Großherzogliche Oberförsterel O Ober⸗ Rosbach. Strack. 800 5 toi 1 140 Versteigerungs-Anzeige. Donnerstag den 5. Maͤrz d. J., Vormittags 10 Uhr, soll looo Fauerbach b. Fr. das Anfertigen von 15785 lfd. Metern Draingraben inel. Roͤhrenlegen und Zufüllen, sowie das Anfertigen und Anfahren von elrca 30000 Stück Dralröhren von 37— 137 mm Lichtweite an den Wenigstnehmenden vergeben werden. Melbach den 28. Februar 1885. Hahn, Culturtechntker. Holzversteigerung. 762 Donnerstag den 5. März l. J., Vormittatzs 9 Uhr, werden in hlesigem Gemeindewald, Distriet Halde, Stei nernwand und Stephans wlese, nachstehende Holzsortimente verstelgert: 30 Elchenstämme von 5— 12 m lang, 28—77 em. Durch— messer, 30 sm Inhalt, Klefernstämme von 7— 10 m lang, 1418 on Durchmesser, Klefernstangen von 7— 13 m lang, 11— 13 em Durchmesser, 789 10,57 sm In⸗ 0 halt, 45 Raummeter Eichenscheiter, 32 7 Buchenscheiter(hiervon 8 Raummeter Halnbuchen), 18 1 Elchenknüppel, 126 15 Buchenknüppel(hiervon 6 Raummeter Hainbuchen), 80 1 Kiefernknüppel, 2½ m lang, zu Garten pfäͤählen und Bauholz geeignet, 50* Klefernknüppel, 7 5 54 5 Eschenstoͤcke,* 3 Pa 304 4 Buchenstoͤcke, 850 Eschenwellen,„ 5 Neue 4015 Buchenwellen, 1000 Kiefernwellen. Das Pfarr- und Schul-Besoldungsholz wird mitver steigert. Die Zusammenkunft ist auf der Halde. Das Bau- und Werkholz kommt zuerst zum Ausgebot. Nlebder-Florstadt den 26. Februar 1886. Großherzogliche Bürgermelsterel Nieder- Florstadt. Alles. Wegen Ableben des Besitzers ist in einem Oberhess Amtsstädtchen eine frequente Wirthschast mit Specerei Geschäft zu verkaufen oder zu verpachten. Lage und Lokalttät eignen sich auch vortheilhaft für eine Meßgerel. Holzversteigerung in den Gräflich Solms-Rödelherm'schen Waldungen. In dem Revier Wicksladt, Distrikt Hardt, Ziegenberg, Kuͤhloch und Dachs bau, werden versteigert: Mittwoch den 4. März, Morgens 9 Uhr: 11 Raummeter Eichen Scheitholz, 8 Buchen Prügelholz, A 28 5 Eichen Prügelholz, 22 5 Eschen-Stockholz, 60* Buchen Relsholz, 78 5 gemischt Durchforstungs Reisholz, 102 5 ichten-Nutz Reisholz in natürlscher Länge, zu Einfriedigungen, Baum— pfählen und Bohnenstangen geeignet, 3300 Wellen Eschen-Retsholz, 4300 gemtscht Reis holz(Backholz), 2200 7 Nadel-Reisholz. Zusammenkunft Distrikt Hardt zunächst Wickstadt. Wickstadt den 26. Februar 1885 Der Gräfliche Revierförster Habich. Gauplatz- und Baumaterialien- f Versteigerung. 778 Der den Erben des verstorbenen Samenhaͤndlers W. Göckus gehörende Bauplatz am Friedberger Bahn⸗ hof, sowie die vorhandenen Russensteine, das Bauholz ze. werden nächsten Mittwoch den 4. März, Nachmittags um „ 761 2 Uhr, an Ort und Stelle einer zweiten und letzten Verstelgerung ausgesetzt. Bet entsprechendem Gebot wird die Genehmigung sogleich erthellt. Fauerbach b. Fr. den 26. Febr. 1885. Großherzogliches Ortsgericht Fauerbach b. Fr. Neisel. — n—— Versteigerungs-Anzeige 6 ge 9 2 0 9 8 Donnerstag den 5. März l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, lasse ich öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zablung versteigern: 2 Kühe, 1 Kalbin, 1 Rind, 1 Mutterschwein(träch⸗ tig), 1 neuen vollständigen Wagen, Ackergeräthe, Geschirre, neue Futterschneldmaschine, 1 Fegemühle, 1 Dickwurzmühle, 1 sehr gute Obstkelter mit Mahl⸗ trog, 1 große stelnerne Treppe mit Geländer, 1 zwei⸗ flügelige Hausthüre, 5 Jauchepumpen neuester Con⸗ struktion, eine Varthte Fässer, 1 große Waschbütte, Ockonomtegeräthe, Heu, Srummet, Dickwurz. Eine Parthte Porzellan- und Etisenwaaren habe noch aus der Hand zu verkaufen. Altenstadt, Februar 1885. 749 W. Weith. Uorschuß-& Credit-Verein zu Kriedberg. Eingetragene Genossenschaft. Ausweis pro Februar 1885. 802 Einnahme. Kassebestand pro 1. Februar 1885 M. 24417. 61 Wechsel 5 Depositen„ 11490.— Conto-Corrente 4.„ 47430. 50 Conto-Corrente B.„ 57089. 50 Spar⸗-Einlagen„ 70877. 63 Bank Conto„ 90608. 40 Pfennig ⸗Sparkasse 181. 90 ReservefondsBettritt 9 18.— Effecten 5 Stammantheil Conto 5 57. 66 Wechsel-Zinsen Conto* 404. 65 Depositen-Zinsen Conto* 534.— Unkosten 9 11. 75 M. 408065. 69 Ausgabe. Wechsel⸗Conto M. 16051. 38 Depositen 1 9190.— Conto- Corrente 4.„ 74459. 84 Conto Corrente B.„ 32198. 50 Spar Einlagen„ 50469. 41 Anlehen Conto„ 151793. 20 Bank-Conto„ 32498. 32 „Auswärtige Correspondenten 9 282.— Elleeten-Conto„ Mir . Hausreparaturen Conto 5 12. 50 Unkosten 1 1194. 43 Kassebestand pro 1. März 1885 12198. 24 M. 198065. 69 Eingang. Ausgang. M. 21337. 01 Wechsel⸗Conto-Corrent A. M. 28898. 79 1 579. 49 Wechsel-Conto-Corrent B.„ 14171. 96 „ 27393. 20 Wechsel Bank- Conto„ 18832. 86 „ 16033. 43 WechselGtro„ 13100. 58 „ 6442. 41 Effekten Conto„ 142209. 20 W 71785. 51 WIN 15 Strick baumwolle in allen Farben empfiehlt billigst Brlefe bitte an die Expeditlon des Anzelters zu 386 E. Dransfeld's Imkereien. richten. 798 702 Heinr. Dlehl, Usagasse. 1 5 E Ar ee K KK Bruders Danksagung. Für die vielen Beweise der Theilnahme bei der Beerdigung unseres lieben, unvergeßlichen Vaters, Schwiegervaters, Großvaters und Herrn Postmeister Daniel Bender, sagen Allen innigen Dank Butzbach, Griedel, Gambach den 27. Februar 1885. 790 Die trauernden Hinterbliebenen. Landwirthschaftsschule zu an der Lahn. Oeffentliche Prüfung zum Schluß des Wintersemesters 31. März. Die Abgangszeugnisse der Anstalt berechtigen zugleich zum einjährig⸗ freiwilligen Militärdtenst. zum 12. April an Director Mazat in Weilburg, welcher auch Programme l(kostenfret) versendet und weitere Auskunft ertheilt (6609.) gez Für Confirmanden. Zug Stiefel, Knopf und elegant, dauerhaft und billig, empfiehlt Straf⸗Anstalt⸗Schuh⸗ Magazin, gegenüber dem Rathhause. Zur bevorstehenden Aus saat Prima Luzerne⸗& Roth⸗ klee⸗Samen P. Theis, 637 vormals G. Haustädt. Obstbäume empfiehlt zu billigen Preisen Assenheim i. d. W. Ad. Welle. Preis⸗, sowie Sortiments-Verzeichniß sende ich auf Verlangen franeo. 736 Prima Nepskuchen stets frisch von der Mühle empfiehlt äußerst billig 280 Ph. Dau. Kümmich. Alle Sorten Gemüse⸗, Feld⸗, Garten⸗ und Grassamen, sowie deutschen und ewigen Kleesamen, garantirt seidefrei, empfiehlt zu den billigsten Preisen Theodor Andreas, 752 Bad⸗ Nauheim. Geschäfts⸗Verlegung. Einem verehrlichen Publikum Friedbergs, sowie meiner verehrten Kundschaft die ergebenste Anzeige, daß sich mein Geschäft seit heute bei Herrn Fuhrmann Heinrich Weisensee dahier befindet. Friedberg den 27. Februar 1885. Achtungs voll 793 J. Oesterling, Schuhmachermeister. Eierkisten, das Stück von 50 Pf. an, bei 785 Trapp& Münch. S 2 2 Dreschmaschinen. Alle Betheiligten werden zu einer Besprechung wegen einer Unfallgenossenschaft auf Samstag den 7. Marz, Nachmittags 2 Uhr, in der Bierbrauerei Steinhäußer in Friedberg i. d. W. eingeladen. 787 Das provisorische Comité. Einen Gesellen 125 Segen ee. Ein tüchtiger Bäckerbursche kann sogleich in Arbeit treten Beil wem? sagt die Exp. des Anzeigers. 805 Strümpfe und Socken 208 für Erwachsene und Kinder billigst bei K. Friedrich. „ Wurmb,. R eglerungspräsident in Wiesbaden. Weilburg Beginn des neuen Schuljahres 1 6. April Anmeldungen bis Das Curatorium: Um wegen Aufgabe meines Ladengeschäftes mi meinem Waarenbestand zu räumen, verkaufe ich von heut an unter dem Fabrikpreise: Alle Arten Spazierstöcke, Tabakspfeifsen und einzelne Theile dazu, Sonnen- und Regenschirme, Schmucksachen in Elfenbein, Bein, Jet, Bernstein und Metall, Damentaschen, Photographie— Albums, Portemonnaies, Visittes, Fächer, Kämme, Cigarrenspitzen in Holz und Meerschaum, Feuerzeuge ꝛc. ꝛc. Frtedterg. Lorenz Berg. 796 Kaiserstraße 96. Die Samenhandlung von Georg Andreas, Frankfurt a. M., Rebst ock 5, bringt ihr Lager in Gemüse⸗, Blumen⸗, Feld⸗, Gras-, Klec- und Wald-Samen in empfehlende Erinnerung. Deutscher und ewiger Kleesamen wird unter Garantie seidestei geliefert. Ferner Weißklee, Schwedischklee, Gelbklee, Esparsette, Seradella, Pferdezahnmais, Erbsen, Wicken, Linsen, weißen Senf c Grassamen für Bleich⸗ und Zierrasen, sowie Wiesenanlagen. Kleegrasmisch⸗ ungen für mehrjährigen Futterban. 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Helden bergen Assenheim TTT Die Verlobung unserer Nichte Settchen Friedemann mit Herrn Ahraham Stern von Nieder-Florstadt zeigen hiermit ergebenst an Friedberg, l. März 1885. 803 Elias& David Mayer und Familie. Thealer in Friedberg. wunde (Im Abonnement. Der Hypochonder. Lustspiel in 4 Akten von G. Moser. 5 Freitag den 6. März 1885. 1 Bürgerlich und Rom antisch. Lustspiel in 4 Akten von Bauernfeld. 794 265 Das Neueste in Halsbinden und Shlips, Vorsteckern, Foulards, seidenen Umknöpftüchern, weißen und schwarzen seidenen Halstüchern, Herren- und Damen-Kragen, Manschetten und Krausen, sowie Handschuhe und Hosenträger biligst bei K. Friedrieh neben der Post. J. A. 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