Fri . dag berg, 8 Gegen 1d Juli Ab „ Abends 1 4 Jamin. 9 ereins sind Nag Lorstan 5 5 nach dem ing und der Uhr. Jorstand. all f Shultheiß. ö n nile. Arne ld kk, 66 denmaun. twerg, 5 t Wiltwe. l er II. ge 1884. Dienstag den 29. Zuli. My. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch ö und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedherg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Zi Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der ffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betrefsend: Die Wahl der Einschätzungs Commissionen für die Veranlagung der Einkommensteuer und Kapltalrentensteuer. Friedberg am 26. Juli 1884. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach Art. 36 des Einkommensteuergesetzes und Art. in die Steuerklassen der Einkommensteuer II. Abtheilung und der Veranlagung der Kapitalrentensteuer für mission zu bilden, welche von dem Ortsvorstand auf je 3 Jahre zu wählen ist. Von den zu zwei Dritttheile dem Gemeinderathe angehören, der Bürgermeister außer Betracht, da dieser als s Gemäß Verfügung Großherzoglichen Ministeriums der Kreises Friedberg— außer Friedberg und Vilbel— 3 Mitglieder und 2 Ersatzmänner zu wählen. in der Gemeinde Vilbel 4 Mitglieder und 2 Ersatzmänner zu wählen. zum 5. k. Mts. unfehlbar einsenden. glieder und 3 Ersatzmänner, meinderath sofort vornehmen lassen und uns das betreffende Protokoll bis wenigstens ein Mitglied muß aber demselben angehören. olcher ständiges Mitglied der Einschätzungs-Commission und Stellvertreter des Vorsitzenden ist. Finanzen sind für Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern, sonach für alle Gemeinden des Dr. Braden. 17 des Kapitalrentensteuergesetzes, beide vom 8. d. Mts., ist behufs der Einschätzung jede Gemeinde eine örtliche Com— wählenden Mitgliedern dürfen nicht mehr als Bei dieser letzteren Bestimmung bleibt In der Gemeinde Friedberg sind 5 Mit— Sie wollen diese Wahl durch den Ge— Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Großherzoglicher Bürgermeister Saltenberger von Maibach wurde als Feldgeschworener dieser Gemarkung ernannt und verpflichtet. Die Aufenthaltsorte des Christian Schäfer von Gambach und der Louise Simon, Dienstmädchen, früher in Gießen, sind unbekannt und zu ermitteln. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Lehrer an dem Lehrerinnen— seminar zu Darmstadt Dr. Schädel wurde zum Reallehrer zu Mainz und der Ingenieur Mangold aus Darmstadt zum„Culturingenieur“ ernannt. Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 18, enthält: J. Bekanntmachung, das Aufbringen der Mittel der Landjudenschaft der Prov. Oberhessen für 1884/85 betr. 11. Uebersicht der für 1884/85 genehmigten Umlagen in den Gemeinden des Kr. Heppenheim. 111. Bekanntmachung, die Brandschäden in der Ge— meinde Seeheim betr. IV. Ordensverleihungen. v. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. vi. Dienstnachrichten. Es wurde: dem ev. Pfarrer Memke zu Marienberg dle Pfarrstelle zu Stumpertenrod übertragen, der Militär-Anwärter Mathes aus Bessungen zum Canzleiwärter in Darmstadt ernannt, dem Schul⸗ amtsasp. Herbst aus Heimertshausen die Lehrerstelle zu Bernsfeld übertragen. VII. Charakterverleihung. VIII. Dienstentlassung. Die Lehrerin Heckmann zu Mainz wurde auf Nachsuchen entlassen. IX. Ruhestandsversetzungen. Der Schullehrer Welsch zu Rüsselsheim wurde auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienstführung, in den Ruhestand versetzt. X. Coneurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die ev. Pfarrstelle zu Hitzkirchen, Gehalt M. 2461. Das Prä⸗ sentationsrecht steht dem Fürsten Isenburg⸗Birstein zu. Zwei Lehrerstellen zu Stockstadt, Geh. je M. 900. Eine Lehrerstelle zu Schornsheim, Geh. M. 900. Eine Lehter— stelle zu Langen, Geh. M. 1000—1300. Eine Lehrerin⸗ Stelle zu Roßdorf, Anfangsgehalt M. 1000. Die Lehrer⸗ stelle zu Seckmauern, Geh. M. 900. Dem Grafen zu Erbach⸗Schönberg und dem Fürsten zu Löwenstein⸗Wert⸗ heim-⸗Rosenberg steht das Präsentatlonsrecht zu. — Militärdienstnachrichten. v. Zimmermann, Nittm. à la s. des l. Gr. Drag.⸗Regts. Nr. 23 und Lehrer bei der Kriegsschule in Metz wurde in den Nebenetat des Großen Geuneralstabs ver— setzt; Frhr. v. Gleichen gen. v. Rußwurm, Major vom 2. Gr. Drag.⸗Regt. Nr. 24, in das Westfäl. Ulanen-Regt. Nr. 5 versetzt; v. Eschwege, Rittm. vom 2. Gr. Drag. Regt. Nr. 24 zum Escadronschef ernannt; Boldt, Sec.-Lieut. von dems. Regt., zum Prem.⸗Lieut. befördert; Becker, früher Stabsoff. im 2. Gr. Drag.⸗Regt. Nr. 24, bisher Oberst und Comm. des 1. Pomm. Ulanen-Regts. Nr. 4, zum Comm. der 14. Cav.⸗ Brigade ernannt; Siebert, Unteroff. vom 4. Gr. Juf.-Regt. Nr. 118, zum Port. Fähur. befördert; Kinzenbach, Vice— feldw. vom 1. Bat. 2. Nass. Landw.-Regts. Nr. 88, zum Sec. Lieut. der Res. des 2. Gr. Juf.⸗Regts. Nr. 116 befördert; Helling, Prem.-Lieut. vom 2. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 116, der Abschied be— willigt; Wetzell, Sec. Lieut. der Landw.-Inf. des 1. Bats. 2. Gr. Landw.⸗Regts. Nr. 116, Schiffer, Prem.⸗Lieut. der Landw.⸗Inf. des 2. Bats. 4. Gr. Landw. Regts. Nr. 118, der Abschied bewilligt. Ausland. Schweden. Stockholm, 25. Juli. Die Kronprinzessin hat sich von ihrer Niederkunft noch nicht ganz erholt und ebenso wenig konnte sie gestern an dem Galadiner theilnehmen, das die Königin zu Ehren der Großherzoglich Ba— dischen Gäste gab. Frankreich. Paris, 25. Juli. Im Senat setzt Ferry auseinander, daß die Verfassungsre— vision nicht ein leichtfertiges, auf Wahlzwecke gerichtetes Unternehmen sei, sondern durch 330 Wahlmandate gefordert werde. Man würde diese Waffe nicht der äußersten Linken überlassen, von welcher die Regierung durch eine fortdauernd zunehmende Kluft getrennt sei. Feriy glaubt, daß das Votum der Kammer durch die Beschränk— ung der Revision eine hinreichende Garantie dem Senate biete, und erklärte, daß das Cabinet allen das Programm überschreitenden Vorschlägen die Vorfrage entgegenstellen werde. — 26. Juli. Im Senat wurde bei Be— rathung der Revisionsvorlage dieselbe in Ueber— einstimmung mit dem Amendement der Depu— tirtenkammer angenommen, wonach die Artikel, betr. die Senatswahlen aus der Verfassung ent— fernt werden. Bei der Berathung der Revision des Art. 8 der Verfassung erklärte der Bericht— erstatter, die Commission wünsche ebenso wie die Regierung zu einer Lösung der Frage zu kom— men, es sei indessen schwierig eine hinreichende Garantie dafür zu finden, daß die Majorität der Kammer im Congresse nicht über das ver— einbarte Programm hinausgehe. Ferry kündigte eine neue Redaction an, um die Frage wegen des Art. 8 zu lösen. — Der Ackerbauminister legte dem Minister— rathe einen Gesetzentwurf vor, wonach der Ein⸗ gangszoll für Ochsen auf 25, für Kühe und Stiere auf 12, für Schweine auf 5, für Kälber auf 4, für Hämmel auf 3 Fres. erhöht wird. — Ein Telegramm des Standard aus Camp Malgache(Madagascar) vom 27. Juni meldet, die französischen Truppen hätten an diesem Tage in der Frühe mit drei Kanonen und drei Mi— trailleusen das Lager der Howas angegriffen, nach zweistündigem Gefechte sich aber wieder zurückgezogen. Großbritannien. London, 24. Juli. Unterhaus. Hartington erklärte, wenn nicht un— vorhergesehene Umstände in Egypten einträten, die zu größeren Ausgaben führten, so würde die Forderung eines Nachtragscredits für die Vertheidigung Egyptens nicht nöthig. Rußland. Petersburg. Der Regierungs— Anzeiger veröffentlicht einen Circularerlaß des Ministers des Innern, in welchem derselbe das Circularschreiben vom 16. Juni 1880 in Erinner— ung bringt, wonach die durch Preußen in's Aus— land Reisenden ihre Pässe vorher durch die deutschen Consuln in Rußland visiren zu lassen haben. Warschau. Großes Aufsehen erregen hier der Selbstmord des Hauptmanns Tiszewski und des Lieutenants Kondratow; nach ihrem Tode wurden in deren Wohnungen Schriftstücke auf— gefunden, welche für die Selbstmörder wegen der Unterhaltung enger Beziehungen mit dem Friedensrichter Bardowski und der Umsturzpartei sehr belastende sind. Aus Stadt und Land. G. Friedberg, 27. Juli. Heute fand im Hotel Trapp dahler eine sehr zahlreich besuchte Versammlung von Vertrauensmännern der nationalliberalen Partei des II. Oberhessischen Reichstagswahl-Bezirks Friedberg— Büdingen statt. Als demnächstiger Reichstagseanditat wurde von dem hiesigen Wahlcomsté Oberlandesgerichts— präsident Görz vorgeschlagen, und von der Versammlung allseitig mit Freuden begrüßt und als Canditat proelamirt. Der Vorgeschlagene hat sich zur Annahme einer eventuellen Wabl bereit erklärt. Rendel. In voriger Woche gebar eine Kuh des Oeconomen Neuhard dahier ein Kalb, welches zwei Köpfe hat, im Uebrigen normal gebaut ist und lebt. Gießen, 25. Juli. Bei der gestrigen Wahlmänner— Wahl zum Landtag machten im Ganzen rund 500 Ur— wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Die Liste der deutsch-freisinnigen Partei ist glatt durchgegangen. Offenbach, 25. Juli. Bei der gestrigen Wahl war dle Betheiligung eine überaus geringe. Von rund 5000 Wahlberechtigten stimmten nur 327, also noch nicht 7 Procent ab, und zwar für die nationalliberalen Wahl— männer. Alsfeld, 25. Juli. Unser Städtchen wählt eben⸗ falls seinen eigenen Abgeordneten. Von 723 Stimm⸗ berechtigten haben gestern nur 128 gewählt. Der seit herige Abgeordnete C. Grünewald wird wieder nach Darmstadt gesandt werden. Bingen, 24. Juli. Die Wahlmänner der Volks partei, welche für den seitherigen Abgeordneten Pennrich stimmen werden, wurden nahezu einstimmig gewählt. Eln Gegencandidat war nicht aufgestellt. Die Betheiligung war mäßig. Worms, 24. Juli. Von 3300 Wahlberechtigten stimmten 550 ab. Die von dem Wahlcomité der hessischen Fortschrittspartei aufgestellten Wahlmänner vereinigten die abgegebenen Stimmen auf sich. Allerlei. Ems, 25. Juli. In der verwichenen Nacht hat man hier einen leichten, wenige Sekunden währenden Erdstoß verspürt, der sich in der Richtung von Südwest nach Nordost fortzupflanzen schien. Paris, 25. Juli. Von gestern Abend bis heute früh sind in Toulon 15 und in Marseille 17 Personen an der Cholera gestorben.— 26. Juli. Von gestern Abend bis heute Abend sind in Toulon 17 und in Mar seille 42 Personen an der Cholera gestorben.— 27 Jul. Seit gestern Abend bis heute Vormittag 10 Uhr sind in Toulon 8 und in Marseille 18 Cholera-Todesfälle vorgekommen. London, 26. Juli. Eine Depesche der Times aus Liverpool sagt, daß ein Matrose, Namens Obrien, von dem jüngst aus Marseille eingetroffenen Dampfer„Saint Dunstan“ gestern auf der Straße an der Cholera erkrankt sei. Nach in Liverpool eingezogenen Erkundigungen er welst sich jedoch die Meldung als unrichtig. Es handelt sich nur um einen Anfall von Magenkrampf. Petersburg. Einer Meldung aus Nischny Now— gorod zufolge ist der Passagierdampfer„Aniuta“ am 24. ds. auf der Wolga in Folge eines heftigen Sturmes untergegangen. Zwanzig Personen verloren hierbei das Leben. Charkow. Am 9. und 18. d. Mts. fanden in der Pulverfabrik Schostensky⸗Zawod im Gouvernement Tscher— nigoff Explosionen statt, wobei 16 Personen getödtet wurden. Kairo, 25. Juli. Nach Meldungen aus Suakin hat in Massaua ein Erdbeben stattgefunden, das eine sehr große Anzahl Häuser zerstörte. Die Schiffe im Hafen wurden heftig umhergestoßen. Die bestürzten Einwohner flohen in's Innere. Kurze Nachricht des Erziehungs-Vereins„Mathilden-Stiftung“ zu Friedberg an seine Freunde. Mit einem Bestand von 124 Pfleglingen sind wir in das Jahr 1884 eingetreten. Im ersten Semester wurden 8 Kinder aufgenommen, aus Bad-Nauheim und Pohl-Göus je 1, aus Beienheim, Groß-Karben und Wisselsheim je 2 Kinder. Am 16. Mai, dem 19. Jahrestag unserer Stiftung, zählten wir im Ganzen 300 Pfleglinge, von welchen viele bereits selbstständig geworden sind und ein gutes Auskommen ge— funden haben. Im letzten Semester waren unsere Kinder bis auf zwei leider recht kranke Knaben, die jetzt in Spitälern verpflegt werden, gesund ge— blieben. Acht Pfleglinge wurden confirmirt. Bei drei Knaben hat sich die Nothwendigkeit der Anstalts-Erziehung herausgestellt, weil sie einer beständigen Ueberwachung bedürfen, welche ihnen in den seitherigen Pflegestellen nicht ge— währt werden konnte. Wie gesunkene Aeltern sich in gröblicher Weise an ihren Kindern ver— sündigen, das haben wir am zweiten Pfingst— feiertage auf's Neue erlebt. Einer unserer Knaben hatte die Erlaubniß erhalten, seinen nach längerer Abwesenheit zurückgekehrten Bruder in der Heimath an diesem Festtage zu besuchen. Als er am Abend nicht wieder, wie er ange— wiesen war, nach Hause kam, haben ihn die Pflegeältern am dritten Feiertage gesucht und endlich nach langem vergeblichen Bemühen mit seinem Vater auf der Landstraße betrunken ge— funden. Der Vater wollte sich den Jungen nicht wieder abnehmen lassen. Er widersetzte sich den Pflegern und führte dadurch einen Straßenscandal herbei. Leider erfuhren wir hier noch Traurigeres, das sich der' offentlichen Kund— gebung entzieht und die Theilnahme mit unseren Kindern steigern muß. Besondere Schwierigkeiten bereiten uns die Kinder oft noch nach ihrer Confirmation. Im Pflegehause ist ihre Haltung oft gut, auch die Schule ist mit ihnen zufrieden gewesen. Wenn sie aber als Lehrlinge und Dienstmädchen selbst— ständiger werden und weniger überwacht sind, da werden die Keime des Leichtsinns, die wir unterdrückt glaubten, oft wieder recht mächtig. Insbesondere gehören die 14—20 jährigen Mäd— chen, welche keine Aeltern und nahe Verwandte mehr haben, die ihnen liebende Fürsorge zu Theil werden lassen, zu den verlassensten unter! allen Menschenkindern. Wie viele solcher armen Samstag den 2. Mädchen gehen in den nahen Städten, wo sie einen guten Arbeitsverdienst zu finden hofften, elendiglich zu Grunde, weil ihnen kein Freund zur Seite steht, der sie treulich berathen und behüten könnte. Für solche Mädchen, die in Gefahr des Sinkens an unsere Stiftung, die in ihrer Kindheit sich ihrer angenommen hatte, sich- hilfesuchend wenden, bedürfen wir einer besonderen Zufluchtsstätte. Im letzten Winter haben zwei Mädchen, die in Frankfurt dienen, wiederholt aus dem angegebenen Grunde unsere Hilfe in Anspruch genommen. Außerdem mußten wir zwei Mädchen, von welchen das eine jetzt seinen eigenen freigewählten Weg geht, noch einmal aus ihren Dienststellen in die Anstalt zurücknehmen, um sie vor schwerem Rückgang zu bewahren. Auch sehen wir uns genöthigt, einen Lehrling aus seiner Lehrstelle zu nehmen und anderweitig unterzubringen. Im Ganzen waren wir mit dem Betragen unserer Lehrlinge zufrieden. Drei derselben haben ausgelernt und zwei ältere Mädchen gute Stellungen gefunden. Seit der Veröffentlichung unserer letzten Nachricht sind dem Vereine 8 neue Mitglieder, aus Assenheim, Bad-Nauheim und Pohl-Göns je 1 und aus Friedberg 5 bei- und durch Weg— zug ist ein Mitglied ausgetreten. Leider warten aber schon seit Monaten zehn weitere Kinder auf die Aufnahme in die Stiftung, ohne daß dieselbe aus Mangel an Mitteln hat vollzogen werden können. Möchten sich die Zuschüsse zu unserer Kasse bald mehren, damit wir diesen armen Kindern die nothwendige Hilfe bringen können. Gegenwärtig sind sie theilweise noch bei Aeltern, welche ihre heilige Verpflichtung den Kindern gegenüber in bedauerlicher Weise verabsäumen. Handel und Verkehr. Friedberg, 26. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.20- 1.30, Eier 1 Stück 6 Pf. Gießen, 26. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.15- 1.18, Eier 1 Stück 5—6 Pf., Käse per Stück 5—9 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 bis M. 0.90, Hühner per Stück M. 1.00— 1.70, Hahnen per Stück M. 0.60— 1.00, Enten per Stück M. 1.30— 1.70, Gänse per Stück M. 4.00, Ochsen fleisch per Pfd. 68— 70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweinefleisch 52-58 Pf., Hammel— fleisch 60 70 Pf., Kalbfleisch 50—54 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 6— 9.00, Zwiebeln per Ctr. M. 15., Homburg, 26. Juli. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 8.00—9, per Gescheid 10— 12 Pf. Eier per Stück 5, 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.50, 2. Qual. M. 1.40. Frankfurt, 25. Juli. Heu- und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf ca. 60 Wagen und wurde bezahlt je nach Qual. per Ctr. für Heu M. 2.40—3, für Stroh M. 2.— 250. Wenige Wagen altes Heu wurden zu M. 3.50 verkauft.— Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Ctr. M. 110, im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfund M. 1.30— 1.40. Frankfurt, 26. Juli. Wochenmarkt. Neue Kar⸗ toffeln per Malter(200 Pfd.) M. 5.50, per Gescheid 12 Pf., gelbe M. 8 und 15 Pf., neue Mäuschen per Gescheid 25 Ps. Zwiebeln per Ctr. M. 10-12, per Gescheid 50 Pf. Gurken per Hundert 1. Qual. M. 1.80, 2. Qual. M. 1.20, Essiggurkchen 70—80 Pf., Brockel bohnen per Pfd. 10 Pf., gelbe und Schneidbohnen 12 Pf., Erbsen 15—20 Pf., Weißkraut per Stück 18—30 Pf., Rothkraut 20—25 Pf., Wirsing 15—25 Pf., Blumen⸗ kohl 20-50 Pf., Endivien und Escarolesalat 5—12 Pf., Kopfsalat 6 Pf. Obst: Feigenbirnen per Ctr. M. 15, Kirschenbirnen M. 13—15, Zuckerbirnen M. 1618, Himbeeren per Pfd. 25 Pf., Erdbeeren per Liter 50 Pf., Pflaumen per Hundert 40 Pf., Kirschen per Pfd. 20 bis 30 Pf., Johannistrauben 20—25 Pf., Kloster— beeren 10—15 Pf. Aprikosen per Hundert M. 5 bis 80 Pf., Eier per Hundert M. 5—6. Repertoir-Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus. Alda. Bettelstudent. Außer Abonn. Neu einstudirt: Die weiße Frau. Der lustige Krieg. Außer Abonn. Dienstag den 29. Mittwoch den 30. Donnerstag den 31. Freitag den 1. August. Samstag den 2. Don Juan. Sonntag den 3. Rienzi. Schauspielhaus. Dienstag den 29. Aschenbrödel(Lustspiel). Mittwoch den 30. Ultimo. Donnerstag den 31. Geschlossen. Freitag den 1. August. Graf Essex. Zum erstenmale: Die Goldprobe. Schauspiel in 5 Akten von Augier und Sandeau. Sonntag den 3. Zum erstenmale wiederh. Die Goldprobe. Literarisches. Daheim Nr. 43 enthält: Die kluge Else.(Forts.) — Torilde von Tornau.(Forts.)— Moritz Retzschs Schachspieler. Mit Illustr.— Richter Lynch. Von Ka⸗ pitän Nemo. Mit Illustr.— Elefanten im Kriegs dienst. Mit 2 Illustr.— Die„Sonnenblume“ in Erlangen.— Von einer Reise auf IJsland. Von Ph. Schweitzer.— Zu unsern Bildern: Heimkehr. Von H. Dahl, und Eine schwierige Stelle. Von H. Linnig.— Briefkasten.— In unserer Spielecke.— Mit zwei illustr. Beilagen. Geld- Cours. Frankfurt, am 26. Juli 1884. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20: Frankenstücke. 165. 2 do. in ½ 16. 2 16 209 Englische Sovereings 20. 39 20. 35 Russische Imperiales 00. 00 16. 75 Duc aten 5 al mare. Dollars in Gold. 1 Iskaelitischer Gottesdienst in Friedberg. Donnerstag den 31. Juli 1884. Faflen des neunten Ab. Beginn: Mittwoch Abends 8 Uhr 25 Minuten. Donnerstag Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr.(Mincha- u. Abendgebet.) Ausgang 8 Uhr 30 Minuten. Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des 17 allein ächten Cölnischen Wassers übertragen und empfehlen wir dasselbe per Glas zu M. 1.50, „ ½,ʒ Dutzend„ „ Dutzend 55„ 16 Die Expedition des Anzeigers. In der Strafsache gegen 1) den Humboldt Schulhof von Friedberg, 2) den Redacteur Gustav Nephuth von Bad-Nauheim wegen Beleidigung der Armen-Commiffion der Stadt Friedberg durch die Presse, hat das Großherzogliche Schöffengericht zu Friedberg am 1. April 1884 für Recht erkannt: Der Angeklagte Humboldt Schulhof von Friedberg, geboren am 8. Mai 1859, Kaufmann, Israelite, wird wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von achtzig Mark, eventuell sechszehn Tage Gefängniß und der Angeklagte Gustav Nephuth von Bad⸗ Nauheim, geboren am 7. November 1839, Buchdrucker und Redacteur des Wetterauer Volksblattes, evangelisch, wegen gleichen Vergehens in eine Geldstrafe von 40 M., eventuell 8 Tage Gefängniß— beide Angeklagte auch in die Kosten des Verfahrens zu gleichen Theilen und zwar bezüglich der dem Staate erwachsenen baaren Auslagen unter Haftung als Gesammtschuldner verurtheilt. Zugleich wird angeordnet, daß der verfügende Theil des Urtheils in dem Wetterauer Volksblatt und zwar unter der Rubrik„Aus Stadt und Land“, sowie in dem Oberhessischen Anzeiger einmal auf Kosten der Angeklagten bekannt zu machen sei. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be— scheinigt. Friedberg den 26. Juli 1884. 2785 Weber, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgericht. Arbeits-Vergebung. Donnerstag den 31. d. Mts., Vormittags um 11 Uhr, sollen nachstehend verzeichnete Arbeiten zu Weckes heim in dem Gasthaus des Herrn Schleuning öffentlich vergeben werden: Maurerarbeit, veranschlagt zu 129 M., Zimmerarbeit 38 Schreinerarbeit 84 Schlosserarbeit 1 Glaserarbeit 40 Weißbinderarbelt 78 Friedberg den 28. Juli 1884. Zörb 11., 2794 Bezirks bauaufseher. Arbeits-Vergebung. Die bei Herrichtung der Schulsäle ꝛc. ꝛc. vorkom⸗ menden Weißbinderarbeiten im Betrage von 219 Mark sollen Donnerstag den 31. d. Mts., Nachmittags um 3 Uhr, auf dem Rathhause zu Reichelsheim öffent⸗ lich vergeben werden. Friedberg den 28. Juli 1884. Zörb II., 2 Bezirks-Bauaufseher. u mmꝶi- Waaren- Bazar, Mannheim E. 3, Nr. 1. Preisliste gegen 10 Pfennig- Marke. 2070 — 8 2 S von achtet bpester 2783 H. Miese Jupe O Aüͤben Wiese reitu worte ie f cheut. Bod leich Anf sie Über Ihrer reich Imp perla Abendgebet,) rina Löln Vassers be g zeigers. e he 9, sad⸗Nauhelm der Stadt oßherzoglicht 51 für Reck ulhof von Raufmann, e Geldstrafe Gefängniß o n Bad⸗ Buchdrucker evangelisch, von 40 M, agte auch in en und zwar en Aus lage theilt. igende Thel tt und zwwal owie in den Angeklagte formel wird Urthells be— 285 — Das frühere Milani'sche, jetzt der Frau Gerhard Adami Wittwe zu Nieder-Weisel gehörige, zu Bad— Nauheim belegene Anwesen: Flur XIV. Nr. 71, Flächeninhalt 461[OMeter Hof— raithe in der Neustadt, Flur XIV. Nr. 70, Flächeninhalt 188 OHJMeter Grab⸗ garten daselbst, habe ich unter annehmbaren Bedingungen zu verkaufen, eventuell auch zu vermiethen. Reflectanten belieben sich an mich zu wenden. Friedberg den 22. Juli 1884. L. Seyd, 2739 Rechtsanwalt. Für Schaf besitzer. Die hiesige Schäferei⸗Gesellschaft besitzt nur noch eine geringe Zahl Schafe und können von jetzt an bis zum Nachhauseschlagen noch 100 bis 150 Stück reine Schafe, ohne dafür eine Vergütung zu entrichten, eingetrieben werden. Södel am 25. Juli 1884. Für den Vorstand: 2784 Reitz, Bürgermeister. 2780 Eine Frankfurter Colonialwaaren- Handlung sucht zu sofortigem Eintritt einen gut empfohlenen jungen Mann, der mit der Branche bekannt und sowohl im Verkauf tüchtig, als auch in schriftlichen Arbeiten geübt ist. die Central-Annoneen-Exped. von 6. L. Daube& Co. in Frankfurt a. M.(640.) D 18 nunmehr 16 Jahre so beliebte, trotz aller 1 Nachahmungen unübertroffene Haarwasser von Retter, München(staatlich geprüft und begut— achtet), welches statt Oel oder Pomade täglich gebraucht bestens zu empfehlen ist, verkauft um 40 Pf. 2783 J. Baumeister, Friedberg. H. 3773.) Englische 2787 Futterrüben, Riesen, pro Pfd. 4 M., 5 Pfd. M. 18., 10 Pfd. 35 M., Imperial, per Pfd. 1,50 M., 5 Pfd. 6,50 M., 10 Pfd. 12,50 M. Obgleich sich der Anbaukreis für englische Futter— füben im vorigen Jahre bedeutend erweiterte, so hat ziese ausgezeichnete Rübe doch die Beachtung und Ver— reitung noch nicht erlangt, die sie in Folge ihrer her— borragenden Eigenschaften wohl beanspruchen dürfte und zie sie in England, wo sie das Hauptfuttermittel bildet, leute schon hat. Sie gedeiht in jedem gutgedüngten Boden und ist ihre Kultur die möglichst einfachste und leichteste. Nach der Aussaat, die ununterbrochen von Anfang Juni bis Mitte August erfolgen kann, bedarf se überhaupt keiner Bearbeitung mehr. Im Ertrage überragen sie jede andere Rübensorte und behalten sie hren Nährwerth bis ins hohe Frühjahr. Riesen er— teichen bei richtiger Kultur 25— 30 Zoll im Umfange, Imperial 15— 20, Reifezeit in ca. 13 14 Wochen, Im⸗ serlal, obwohl im Extrage hinter Riesen zurübleibend, inpfehlen wir speeiell für rauhes Klima und zur späten Jussaat, da sie sich als besonders wetterbart erwiesen hat. Verden unsere Futterrüben in geeigneter Weise in Zwischen— umen von 4 zu 4 Wochen ausgesäet, so ist ein D Futtermangel vollständig unmöglich. Versuchsstationen landw. Vereine ꝛc. liefern Aussaat⸗ proben bis zu 1 Kilo gratis. Für Reinheit, Aechtheit und Keimfähigkeit unseres Samens übernehmen jede Garantie. Versendung gegen Nachnahme oder nach Ein⸗ undung des Betrags. Berger& Co., Kötzschenbroda⸗ Dresden. Kulturanweisung liegt jedem Auftrag bei. 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