1884. Dienstag den 26. August.. 0l. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendérn(soweit Letztere e nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden slets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Errichtung von Arbeiter Colonien. Friedberg den 23. August 1884. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Sie erhalten kurzer Hand durch die Post— soweit unser Vorrath reicht— ein Exemplar eines Vortrags des Herrn Pfarrers Dr. Stromberger zu Zwingenberg über die Nothwendigkeit der Errichtung einer Arbeiter-Colonie für das Großherzogthum Hessen. Wir empfehlen denselben Ihrem Studium und wollen Sie auch anderen Gemeindemitgliedern, welche Interesse für die Sache haben, das Schriftchen zugänglich machen. Gleichzeitig bringen wir die Vornahme der Sammlungen in den betreffenden Gemeinden, in welchen dies noch nicht geschehen, in Erinnerung. r Bi Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Kasimir Böckel von Massenheim wurde als Wiesenvorstandsmitglied dieser Gemarkung ernannt und vexpflichtet. Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Ludwig Wilhelm Schneck von Biedenkopf. Wegen Bettels bestraft: Ludwig Wilhelm Schueck von Biedenkopf.— Der Aufenthaltsort des Joseph Mohr, Orgelspieler von Maiuflingen ist unbekannt und zu ermitteln. Deutsches Reich. Mainau zu begeben, wo die Ankunft heute er-[daß an Millot und Courbet demnächst große Darmstadt. Militärdienst- Nachrichten. folgte. Am 25. d. besucht der Kronprinz das Verstärkungen gesandt würden, es handele sich Hogrewe, Sec.-Lieut. vom 4. Gr. Juf.-Regt.] württembergische Königspaar in Friedrichshafen nicht darum, den Krieg in das Junere von Nr. 118, wurde unter Besörderung zum Prem.-und reist am 26. zur Truppenbesichtigung bei China zu tragen, sondern lediglich darum, Lieut. in das 4. Pos. Juf. Regt. Nr. 59 versetzt;]Dettmeringen. Futscheu und Kelung zu besetzen und dann Müller, Sec.⸗Lieut. vom 2. Gr. Juf.⸗ Regt. Ausland. das Weitere abzuwarten. Nr. 116, zum 0 Lieut. besördert; Becker, Belgien. Brüssel, 22. Aug. Die Kammer— 23. Aug. Die Nachricht von der Ab— Sec.-Lieut. vom Gr. Jus. f.⸗Regt. Nr. 115, beendete heute die Generaldiscussion des Schul-freise Li-Fong-Pao's bestätigt sich nicht. Der— A la s. des 1 9 5 gestellt; r Rosen, Hauptm.gesetzes. Die Berathung der einzelnen Artikel und selbe änderte 8 seine Dispositlonen im letzten vom Generalstabe des 1 als Rittm.] der dazu gestellten Anträge beginnt Dienstag. Augenblicke wieder und befindet sich noch hier. und Escadr.-Chef in das J. Gr. Drag.-Regt. Frankreich. Paris, 22. Aug. Die„Agence„Frangais“ will sogar wissen, Li-Fong- Pao Nr. 23 versetzt; Hessig, Prem. Lieut. vom 2. Gr. Havas“ veröffentlicht folgende Note: Trotz des habe eine Depesche des Tsung-vi Vamen erhalten, Juf.⸗Regt. Nr. 116, Riecks, Sec. Lieut. vom der chinesischen Regierung fortdauernd bewilligten die ihn formell anweise, Frankreich nicht zu ver— . Gr. Juf.-Regt. Nr. 118, von ihrem Com- Aufschubs und trotz der Mihigung der fran- lassen. Nach einer Meldung der„Times“ aus mando bei der Unteroff. Schule in Viebrich ent- zösischen Unterhändler hat das Cabinet in Peking Futschen vom 23. d. ist Lis Fong; Pao durch bunden; Rittershaus, Unteroff. vom Gr. Feld- definitiv jede Genugthung für den Verrath von kaiserlichen Befehl angewlesen worden, die Disse— Art.⸗ Regt. Nr. 25 zu Port.-Fähnr. befördert; Langson verweigert und seine e ee renzen zwischen China und Frankreich„besteus v. Zakrzewski, Prem.⸗Lieut. der Gr. Train-Com-⸗ von Shanghai zurückberufen. Die französische zu ordnen. Vie offizielle chiuesische Depesche pagnie in das Niederschles. Train.⸗Bat. Nr. 5, Regierung mußte deshalb der chinesischen Re- melde, auch von französischer N werde ein Dudy, Sec.⸗Lient. vom Schles. Train-Bat. Nr. 6, gierung einen letzten Aufschub vorschlagen. Der Ausgleich gewünscht. 8 Reuter's Bu eee unter Beförderung zum Prem. Lieut. in die Gr.] frauzösische Gesandte Patenotre erhielt Befehl, aus eee, Admiral wee ee die Absicht n versetzt; Clemm, Vicewachtm. vom dem chinesischen auswärtigen Amte das Votum an, das Bombardement auf. Ne von 1. Bat. Gr. Landw. Regts. Nr. 115 zum des französischen F zu notificiren und Futscheu N zu eröffnen.— Ein Telegramm 8 5 5 der Res. des 2. Gr. Drag.-Regts.] gleichzeitig zu erklären, daß die Eutschädigungs 25 5 8 Futscheu von heute besagz Nr. 24, Kolb, Vicefeldw. vom 1. Bat. 3. Gr. summe definitiv auf 80 Million Fres. festgesetzt daß 12 5 Feindseligkeiten e hätten. 55 Landw.⸗Regts. Nr. 117, zum Sec. Lieut. der und in 10 Jahren zahlbar sei und daß, wenn Aus Peking e eee wird en 75 Res. des 1. Gr. Inf.⸗Regts. Nr. 115, Deuig, innerhalb 48 Stunden das Auswärtige Amt bee eee e age und e Vicefeldw. von dems. Bat. zum Sec.-Lieut. der sich nicht endgültig entschieben habe, Admiral ee e mit ihren Truppen nach Ton— Res. des 1. Nass. Inf.⸗Regts. Nr. 87, Görz, Courbet beauftragt werden würde, die erforder kin zu„ Der ec Vikewachtm. vom 1. Bat. l. Gr. Landw. ⸗Regts. lichen Maßregeln zu ergreifen, um Frankreich.. 1855 1 eee 1 5. Nr. 115, Daudt, Machenhauer, Vicefeldw. von die ihm zukommende Entschädigung zu sichern. fassen Pao hat ae ere 1 e dems. Bat. zu Sec.-Lieuts. der Res. des Gr. Der letzte Aufschub lief heute 1 Uhr Nachmittags. Ein 8 en 8 1 Feld⸗Art.⸗Regts. Nr. 25, Stein, Vicewachtm. ab. Der französische Gesandtschafts Beam te ee ee 9 5 ene e 92 e 5 e vom Res.⸗Landw.⸗Bat. Nr. 80 zum Sec.-Lieut.] Semalle mußte deshalb sofort Peking verlassen, von. Abend 6 1 8 n der Res. der Gr. Train-Compagnie befördert; um sich Patenotre, welcher in Shangai bleibt, vor Fu e 20 1 e 4 v. Westrell, Rittm. und Escadr.-Chef vom anzuschließen. Im Laufe des Tages suchte der 9955 Ne 1 5 9 I. Gr. Drag.⸗Regt. Nr. 23, als Major, Frhr.] hiesige chinesische Gesandte eine 0 Fee e 5 1 e B 1 v. Ketteler, Rittm. und Escadr.-Chef von dems.] Ferry nach und erklärte, er habe von dem Aus 1 me 95 2 5 155 8 11 Reg. der Abschied bewilligt; Dietz, Sec.-Lieut.] wärtigen Amte in Peking den Befehl erhalten,. 3 17 18 1705 5 1 der Landw.⸗Inf. des 1. Bat. 3. Gr. Landw. e Post en nach Berlin, zurückzukehren. 1 1 11055. bete Regts. Nr. 116, Rieß, Prem. Lieut. der Landw.⸗ Li-Fong-Pao verabschiedete sich von Ferry, 1 eee 0 f Cav. des 1. Bat. 4. Gr. Landw.-Regts. Nr. 118 1 5 ihm seine Pässe zustellen ließ. Li Fong 90 ahnt e. 115 15 der Abschied bewilligt. Pao verließ Paris schon am Abend. Dem 155. zweier französischer Schiffe be— Berlin. In hiesigen politischen Kreisen„Journal Paris“ zufolge fand zwischen ihm und stätigt sich nicht. 23 9 8 wird angenommen, daß es noch im Laufe desder chinesischen Regierung während der ganzen* E g YPien⸗ Kairo, ag 2 8 Herbstes zu einem europäischen Congreß in vergangenen Nacht ein lebhafter Depeschenwechsel Bureau meldet aus Suakin: 9 aus Jeddah Berlin kommen werde. statt, ebenso auch zwischen Ferry und Patenotre. melden, daß der neff Vicecon usul von 23. Aug. Die Ratifications-Urkunden Von Futscheu ist bis jetzt keine 0 cht ein Weenen ien ern ee 1 mere der 1 5 italienischen Literarconvention wurden getroffen. Das erwähnte ante e elt se 0 55 i 0 on. e heute hier ee nicht, daß Futschen und Nelung heute Vor⸗ kehrte.— Ein Alaber der 5 1 hier — 24. Aug. Der Kronprinz verließ gestern mittag besetzt worden seien, da Courbet bereits angelangt ist, beric gat; daß die N 1. Osborne, um sich über Ostende, Antwerpen, gestern morgen Herr der Zugänge Futscheus Horde verhungerker eee wurde, Metz, Straßburg und Basel nach der Insel gewesen. Das„Journal Paris“ dementirt ferner, Udie nicht von Officieren des Mahdi befehligt —. war.— Der vom General Stephenson befür— wortete Vorschlag, die Expedition nach Khartum statt den Nil entlang, von Suakin aus zu unter— nehmen, ist von der englischen Regierung ab— gelehnt worden. Eine amtliche Depesche aus Assuan sagt, der Nil steige, General Wood habe den ersten Nilkatarakt passirt, ausgenommen die letzten 270 Meter desselben, die man füt stets passirbar halte. — Der„Daily Telegraph“ erhält aus Kairo vom 22. d. die Nachricht, daß die vornehmsten Scheichs und Notabeln der Provinz Kassala, die bisher dem Khedive treu geblieben, zum Mahdi übertraten, nachdem sie erfahren, daß Kassala Abessinien übergeben werden soll. Dies bildet eine Verstärkung der Rebellenarmee um 14,000 Mann mit vielen Waffen und reich licher Munition Afrika. Kapstadt.„Reuter's Bureau“ meldet von hier, eine von Prätoria ausgehende Proclamation besage, daß eine Republik der Boers im Zululande errichtet und das Zululand unter das Proteckorat dieser Republik gestellt worden sei. Durban. Nach Meldungen des Reuter'schen Bureaus aus Mozambique ist unter den Ein geborenen von Zambesi ein allgemeiner Auf stand ausgebrochen. Die portuglesische Streit— kraft soll vollständig geschlagen und Verstärk ungen von Europa verlangt worden sein. Persien. Teheran. Es wurde seiner Zeit berichtet, daß Rußland die im Turkmenenlande dicht an der persischen Grenze gelegene Stadt Sarachs eingenommen habe. Wie nun von hier gemeldet wird, ist Moshir Dowleh, der in St. Petersburg weilende persische Gesandte, instruirt worden, Rußland durch alle ihm zu Gebote stehenden Mittel zu bewegen, seinen Anspruch auf Sarachs aufzugeben. China. Peking. Der Hongkonger Cor— respondent der Times meldet vom 20. d.:„Ich habe den Vicekönig von Canton gesprochen. Er bestätigte die Nachricht, daß ein Edict nach den Provinzen gesandt worden, welches den Behörden anbefiehlt, Vorbereitungen für einen Krieg zu treffen. Sollten Feindseligkenen ausbrechen, so werden die Chins sen mit Energie die Offensive in Tonkin ergreifen. Kühne Pläne für die Operationen sind formulirt worden. Neue und ausgedehnte Flußbefestigungen sind vollendet worden, welche Barrieren bilden mit einer Oeff— nung von 150 Fuß zwischen denselben, die binnen 2 Stunden geschlossen werden kann.“ Aus Stadt und Vvand. e. Friedberg. Die belden obersten Klassen des Schullehrer-Seminars unternahmen am 21. August eine größere Turnfahrt. Sie fuhren mit dem Nachtzug nach Gießen, marschirten dann über Rodbeim durch das Bie— berthal nach den Burgruinen Königsberg und Hohensolms, wo sie die in wunderbarer Pracht aufgehende Sonne be— obachteten. Hierauf wurde der Marsch bis nach Nieder— Weldbach, dem südlichsten Orte des Hinterlandes fort— gesetzt. Hier, in dem Geburtsorte des Seminarlehrers Schmidt, wurde längere Zeit gerastet. Während dieser Rast benützten die Seminaristen die ihnen gebotene Ge— legenheit, den Gottes dienst durch eine Motette zu ver schönern. Um 11 Uhr wurde aufgebrochen. Der Marsch ging nun in das ehemals nassauische Gebiet über Bischoffen, Offenbach, Bicken, Herbornseelbach nach Herborn und von da mit der Bahn zurück. Eine starke Tour, wenn man erwägt, daß der zu Fuß zurückgelegte Weg mindestens 9 Wegstunden beträgt und auf der letzten Strecke, das Aarthal entlang, die Sonne sich alle Muͤhe gab, zu zeigen, daß sie nicht nur schön aufgehen, sondern auch schön brennen könne. Um ½6 Uhr trafen alle wohlbehalten zu Hause ein. Noch sei bemerkt, daß die Wirthe Nieder Weidbachs sich alle Mühe gaben, den Touristen den dortigen Aufenthalt so schön und angenehm als möglich zu machen. W. Bad ⸗ Nauheim. Nächsten Mittwoch, den 27. August, Nachmittags 3 Uhr, hält der Bezirkslehrer verein Bad Naheim eine Versammlung auf dem Teich hause dahier ab. Die Tagesordnung lautet: 1. Dis cussion über die von Reallehrer Luley aufgestellten Thesen, betreffend die Ueberbürdungsfrage. 2. Erfahr ungen hat man bezüglich des gemacht? J. Ueber die Kirchengesangvereine. Seminar lehrer Schmidt. Hungen. Im Felde zwischen hier und Bettenhausen wurde vor Kurzem ein Roͤmerkastell aufgedeckt, welches jedenfalls ermöglicht, die Rich tung des Pfahlgrabens ge nauer festzustellen. i k. Lich, 25. August. neue Turnhalle eingeweißtt. Welche Sedanfestes Referent: Gestern wurde dahier die Zahlreiche Gäste von allen Seiten waren erschienen und man amüsirte sich bei einem Tänzchen auf das beste, als plötzlich Feuerlärm ertönte. Zwei gefüllte Scheuern brannten total ab. Ein Wunder war es, daß bei dem Drängen der Menschenmenge aus dem Tanzsaale kein Unglück entstand. Auffallend ist es, daß schon mehrmals bei der Abhaltung größerer Fest— lichkeiten in unserer Stadt Feuer ausbrach und man konnte diesbezügliche Aeußerungen und Vermuthungen auf dem Brandplatze mehrfach hören. Allerlei. Frankfurt, 24. Aug. In dem Bahnhof in Sachsen— hausen hat sich gestern in der Frühe ein Fall ereignet, ber glücklicherweise ohne ernste Folgen verlaufen ist. Um JUhr des Morgens hatte ein dazu beauftragter Heizer das Feuer in einer Locomotive angezündet, da die Loco— motioe zu einem der ersten Züge Verwendung finden sollte. Nun hatte wahrscheinlich der Locomotivführer am Abend vorher dadurch ein Versehen gemacht, daß er es entgegen der Vorschrift unterließ, die Locomottve derart abzustellen, daß der Dampf bei dem Anzünden des Feuers die Locomotive nicht in Betrieb setzen konnte. Der Helzer hatte daher kaum das Feuer in der Locomotive entzündet, als sich die Räder derselben in Bewegung setzten und im Nu war das herrenlose Fahrzeug den Blicken des er— staunten und erschrockenen Bahnhofpersonals entschwun— den. Lange konnte die Locomotive nicht fahren, das wußten die Leute, denn das Feuer mußte, da es nicht unterhalten werden konnte, ausgehen, so daß kein Dampf mehr vorhanden war; aber mittlerweile konnte das da— hinfahrende Dampfroß schon manches Unheil an den nicht verschlossenen Barrièren angerichtet haben. Sofort würde eine andere Locomotibve in Dienst gestellt und mit dieser wurde nun Jagd auf den Ausreißer gemacht. Unterwegs gelang es nicht, die Locomotive zu erwischen, erst bei der Station Walldorf fuhr die Maschine langsam, denn das Feuer war am Erlöschen und der Dampf aus gegangen. Ohne Unfall hatte die durchgebrannte Loco— motive bis zur Station Walldorf eine Strecke von elren 15 Kilometer durchmessen. Dieser Vorfall hat eine ge richtliche Untersuchung im Gefolge. Wiesbaden, 21. Aug. Der Strolch, der den be jahrten Wächter der Leichtweishöhle gefährlich verwun dete und um Uhr und Kette beraubte, hat sich heute früh in Bingen, als der betreffende Schutzmann im„Englischen Hof“, wo derselbe logirte, die Hand an ihn legte, um ihn zu verhaften, erschossen. Der Räuber, der zwischen 7 und 8 Uhr früh die scheußliche That beging, flüchtete, da ihm ein Criminalkommissariats-Schutzmann auf den Fersen war, nach dem Jägerhaus„Fasanerie“, versuchte in Eltville und Niederwalluff die geraubte Uhr zu ver kaufen, was ihm auch endlich in Rüdesheim gelang. Derselbe war ein stellenloser Kaufmann aus Hamburg und hat den Tag und die Nacht vorher, ehe er den Raubanfall beging, im Hötel„zum grünen Wald“ logirt. Coblenz. Die beiden unter dem Verdachte der Spionage verhafteten französischen Offiziere, Klein und Nühlmann, sind wieder auf freien Fuß gesetzt und nach Cöln abgereist. Paris, 22. Aug. In den letzten 24 Stunden sind in Marsetlle 13, in Toulon 3, in den Departements Herault 4, Aude 5, Gard 2, Ostpyrenäen 21 Cholera— Lodesfälle vorgekommen.— 23. Aug. In den letzten 24 Stunden sind in Toulon 6, in Marseille 9, in den Departements Herault 9, in Gard 2 und in Aude 12 Choleratodesfälle vorgekommen. 24% Aug In den letzten 24 Stunden sind in dem Departement Ostpyrenäen 8 Personen an der Cholera gestorben. Rom, 22. Aug. In den Provinzen Bergamo sind gestern 14 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Campobasso 3 Erkrankungen und 6 Todesfälle, Cuneo 12 Erkrank— ungen und 6 Todesfälle, Como 1 Erkrankung, Genua 1 Todesfall, Lodi 1 Erkrankung, Parma 1 Todesfall, Turin 1 Erkrankung und 3 Todessälle, Massa e Carrara 9 Erkrankungen und 4 Todesfälle an der Cholera vor— gekommen.— 23. Aug. Gestern kamen in den Provinzen Bergamo 3, Campobasso 3, Cosenza e, Cuneo 15, Massa carrara 4, Portomaurizio 3, Turin 2 Choleratodesfälle, in der Provinz Genua und zwar in dem Orte Specia 15 Cholera Erkrankungen vor.— 24. Aug. Den Journal— meldungen zufolge sind in Specia bis gestern Mittag 12 Erkrankungen und 31 Todesfälle an der Cholera vorgekommen. 8 Edison, der Elektriker. Wenn wir hier die Biographie eines verdienstvollen Mannes bringen, so geschieht es deßhalb, weil damit bewiesen werden kann, daß man bei eisernem Fleiß jedes Ziel zu erreichen in der Lage ist, ohne den üblich vor— geschriebenen Weg in Schulen, Universitäten, Museen und Akademien zu machen. Die Fachltüchtigkeit in irgend einem Zweige menschlicher Thätigkeit steht Jedermann offen. Fleiß und Ausdauer führen slets zum Ziel. Damit aber dieses Ziel ein richtiges sei, muß der Strebende trachten, aus dem Geleise des Herkömmlichen zu treten und sich eine neue Bahn schaffen, wie wir dies an Edison sehen, welcher seinem Namen einen Werth beilegte, um welchen ihn Alle beneiden. Thomas Alva Edison wurde am 10. Februar 1847 zu Milan im Staate Ohio geboren und verlebte seine Kinderzeit in der Stadt Port Huron (Michigan). Sein Vater, bolländischer Abstammung, ein mit 76 Jahren noch rüstiger und gesunder Mann, war der Reihe nach Schnelder, Baumgärtner, Korn— händler u. s. w., konnte es aber trotz seiner Intelligenz und Energie zu keinem ausreichenden Einkommen oder zur Wohlhabenheit bringen. Edison's ganze Erziehung seiner Mutter erhielt, die nach dem Muster vieler junger Amerikanerinnen vor ihrer Verhelrathung eine Elementar— schule geleitet hatte. So lernte Edison lesen, schreiben und rechnen; alles Uebrige eignete er sich durch eigenes Studium ohne jedwede Beihilfe, ohne jede Unterstützung selbst an. Schon in seinen Knabenjahren zeichnete er sich durch eine wahre Lesewuth aus und las ohne jede Wahl Bücher, Zeitungen, Broschüren, wie sie ihm eben in die Hand gertethen. Indessen fiel Edison's Eltern in ihrer dürftigen Wohnung die Erhaltung eines unnützen Essers zur Last, und so wurde beschlossen, den nun zwoͤlf— jährigen Edison, welcher von seinem Vater mit der Energie und Lebhaftigkeit des Geistes auch dessen gesunde robuste Natur geerbt hatte, seine eigene Kraft versuchen zu lassen. Und so kam er als„train boy“ zur Eisenbahnlinie von Nanada und Centralmichigan; hier fuhr er mit dem Zuge von einem Ende zum anderen und hatte hierbei den Reisenden Zeitungen, illustrirte Journale, auch Früchte, Bäckereien, Cigarren ꝛc. anzubieten. Die Rettung eines Kindes vom sichern Tode wurde zu einem Wendepunkte in Edison's Leben. Dies ging so zu: Edison stand am Perron des Babnhoses von Port Clement, als er ein kleines Kind spielend auf den Schienen bemerkte, während der im vollen Laufe befindliche Zug nur mehr ea. 5 Meter weit entfernt war. Ohne sich lange zu besinnen, sprang Edison quer über die Schienen, im Sprunge das Kind erfassend. Die Puffer der Locomotive streiften ihn bereits, doch fiel er, ohne sich zu beschädigen, auf der anderen Seite des Schienenstranges mit dem gerelteten Kinde nieder. Aus Dankbarkeit für die Rettung seines Kindes unterrichtete der Vater desselben(der Stations- chef von Port Clement) Edison systematisch in der Tele— graphie. Letzterer gab nun sein Geschäft als„train boy“ definitiv auf und widmete sich ganz der Telegraphie. Hierin hatte er nicht nur bald seine sämmtlichen Kollegen weit überholt, sondern machte Erfindungen über Er— findungen. Es ist hier einerseits nicht der Ort, und würde andererseits zu weit führen, sie Alle aufzuzählen; es sei nur erwähnt, daß Edison im Jahre 1881 auf Verbesserungen des Morse-Apparates allein 36 Privilegien besaß; die Ausbeutung seiner Erfindung gewährte ihm bald reichliche Mittel. Er gab den Telegraphendienst auf und richtete sich in Menlo-Park, einige Kilometer von New⸗Rork entfernt, ein großes Laboratorium ein, aus welchem seine großen Erfindungen, wie z. B. der Phonograph, hervorgingen. Edison dachte nicht daran, sich zu verehelichen, als ihm einst zu Newark, wo er elne Fabrik einrichtete, das sanfte und liebe Gesicht einer dort beschäftigten Arbeiterin Namens Marie Stillwell auffiel und sich ihm einprägte. Kurz entschlossen stellte er dem jungen Mädchen, ohne Umschweife zu machen, den Antrag, es zu seiner Frau zu nehmen, und nicht lange darauf fand die Trauung statt. Es erübrigt, zur Vollendung von Edisons Charakterbild, noch mit zutheilen, daß er als zärtlicher Vater und Muster eines Ehegatten gilt. An Sonntagen, die ausschließlich dem Familienleben gewidmet sind, ist bei Edison jedes wissen— schaftliche oder geschäftliche Gespräch verpönt. Bezeichnend für Edison's Lernbegterde sind folgende Züge. In Detrott, wo sein Train stets einen mehrstündigen Aufenthalt hatte, hielt er sich während dieser Zeit immer in einer Biblio— thek auf; er hatte den Vorsatz gefaßt, sämmtliche Bücher von der ersten bis zur letzten Nummer der Reihe nach auszulesen. Er hätte diesen Vorsatz sicher ausgeführt, wenn sich nicht der Bibliothekar für den jungen Mann interessirt und ihn darauf aufmerksam gemacht hätte, daß es zweckmäßiger sei, die zu lesenden Bücher ihrem Inhalte nach auszuwählen. War Edison in Port Huron, wo ihm keine Bücher zur Verfügung standen, so be— schäftigte er sich damit, Elemente und Telegraphen— Apparate zusammenzustellen, Leitungen auszuführen und überhaupt zu experimenttren, so gut es seine beschränkten Mittel gestatteten. Wie sehr Edison mit seiner Zeit geizte, zeigt die originelle, wenn auch vielleicht nicht sehr empfehlenswerthe Art, die 20 Minuten zu gewinnen, welche er anfänglich durch den Weg vom Vahnhofe bis nach Hause verlor. Er errichtete nämlich an der Rück seite des Wohnhauses, welches am Bahndamme stand, einen großen Sandhaufen und sprang dann immer, während der Zug in voller Fahrt war, auf diesen herab. Verloosungen. Nassauisches 4prot. Staats-Anlehen von 1853. Ziehung vom 2. August 1884.— Heimzahlung am 1. Dezember 1884. Lit. A. Nr. 22 51 104 177 178 182 203 214 220 224 276 327 328 à fl. 1000. Lit. B. Nr. 15 91 101 132 149 242 245 261 280 286 316 317 367 398 414 427 488 539 559 562 565 585 587 597 673 779 801 824 855 934 943 976 a fl 500. Lit. C. Nr. 5 19 40 74 88 104 158 199 220 244 255 285 3ʃ5 321 370 395 398 402 431 532 454 509 579 603 628 646 687 826 880 908 909 930 958 972 à fl. 200. Lit. D. Nr. 26 71 91 97 108 181 188 228 324 357 412 420 442 459 507 575 590 591 612 648 742 753 763 790 809 810 874 876 943 à fl. 100. Freiburg, Stadt, lO-Fres.⸗Loose vom Jahre 1879. Serienziehung vom 14. August 1884. Ser. 155 264 844 918 1864 1934 2175 2383 2440 2482 313 3287 3437 3539 3666 3990 4082 4461 4965 5422 6062 6101 6205 6295 6636 6898 7182 7554 8071 8439 9266 9443 9717 9903 10240 10324 10357 10374 10528 10684. Die Gewinnziehung findet am 15. Sep— tember 1881 statt. Handel und Verkehr. Friedberg, 23. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete war daher auf die Lektsonen beschränkt, welche er von per Pfund M. 1.10- 1.25, Eier 1 Stück 6 Pf. leler ö un e Elen ger 5 tz ö u, sch dar Gieß 24. 0 , schral Gießen, 21. Aug. Auf dem heutigen ü 3 l e, ee e 51 Oblsorten batten den letzlnatirlen Preis. ü 8 atersüͤgu 1 Stück 5—9 Pf., Tauben per Paar M. If. Hundert M. 5 6. Ucreifes Obe— fort d ler 20 Mittwoch den 27. und Donnerstag den 28. geschlossen. zeichnete 90 lis M. 0 60, Hühner per Stück M. 1001.70 Banen simmung als Einmachobst nicht sofort 8 ssen Be. Freitag den 29. Fourchambault 1 ohne 10 der Stück M. 0.50—0.65, Enten per Stück M 1 515 5 8 in den Hallen nicht verkauft werden 8 darf Samstag den 30. Iphigenie auf Tauris. le ih e Hänse per Stück M Oe geif 58 1.40, 2 S tag den 31. Der Probepfeil. 5s 6 0 Pf., Kuh⸗. Literarisches—— 5 Elte 10 Jund Rindfleisch 56 60 Pf., Schwei f. Nalfe des 0 0 eisch 52— 60 Pf., Hammelflei Pf., Schweine⸗ Daheim. Nr. 47 8 0 Volksbad. g 2 5 5 isch. S 5 Nr. 47 enthält: Ein M nun il. leisch 50—54 Pf., 808 15 15 3 00(Schluß.)— Geistliche A bödiendschter U dusenhaupt.] Wasserwärme am 25. Aug. Mittags, 170 Reaumur. Walter. d Ener 0 is M. 7.00, Zwiebeln per Ctr. M. 8—9. e aus dem russischen Volksleben. e nde robust Gießen, 22. August. Auf dem am 19 fährliche Nachtparthie. Von H. Müller V J. Eine ge⸗ Geld ⸗ Cours. une e mts, ab gebslinen Markte wa am 19. und 20. Chinin. Eine Skie von br. Clasen. zn. ces Frankfurt, am 23. Aug 1884. bullen Pferd, 2 Fohlen, 1386 Stück Nindvleh 15 6 1 strand. Von H. Seidel. Mit 7 Jdus Vom Osisee⸗.. Geber. Nehmer. r mit d chweine. Nächster Markt Dienstag 855 8 Stück Bildern: Das Ende des ne 1— Zu unseren M. Pf. M. 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