beck. zeichnen einige bis 10 8 net. . g Vonnerstag den 2. Zanuar. M2. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwo g K 5 2 int drei 5 j e Kreisblatt für den Kreis griedberg. e e dee an See, Oberhessischer Anzeiger. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. e eee= e Amtlicher Theil. Betreffend: Die Abnahme des Verfafsungseides vom IV. Quartal l. J. Friedberg den 27. December 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Zur Ausschwörung des Verfassungseides durch die im IV. Quartal d. J. aufgenommenen, sowie die hiermit sich noch im Rückstande befindenden Ortsbürger und die, welche ohne Ortsbürger zu werden, geheirathet haben, aber in der Gemeinde wohnen, haben wir auf Mittwo den 9. k. Mts., Vormittags 10 Uhr, auf dem Selzerbrunnen bei Groß-Karben für die aus den Orten des früheren Kreises Vilbel und Dienstag den 8. k. Mts., Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause dahier für die zur Ausschwörung des Verfassungseides Verpflichteten aus den Gemeinden des früheren Kreises Friedberg Termin anberaumt. Zugleich werden wir in dem erstgenannten Termine anderen Angehörigen der ersteren Orte, welche Beschwerden und Wunsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen. Sie wollen hiernach Einladung ergehen lassen und die im Rückstand befindlichen unten Verzeichneten zugleich bei 3Z Mark Strafe vorladen lassen und bis zum 6. k. Mts. unfehlbar Verzeichnisse mit Bescheinigung, daß Vorladung erfolgt oder Bericht, daß keine zu laden sind, an uns einsenden. Dr. Braden. Georg Jacob Lang von Bönstadt, Georg Adam Gottfried Wagner von Nieder-Wöllstadt, Wilhelm Heinrich Bauer von Nieder⸗Wöllstadt, Joh. Kötter von Nieder-Erlenbach, Joh. August Petith von Ober⸗Erlenbach, Joh. Christian Ochs von Vilbel, Carl August Schoor von Vilbel. Betreffend: Das Militär⸗Ersatz⸗Geschäft pro 1884. Friedberg den 29. Dezember 1883. Der Cioil⸗Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und das Großherzogliche Polizei-Commissariat Wickstadt. Bezugnehmend auf mein Ausschreiben vom 26. Dezember 1876, Kreisblatt Nr. 153, das Reichs-Militär-Gesetz vom 2. Mai 1874 und die deutsche Wehrordnung vom 28. September 1875(Regierungsblatt Nr. 55) lade ich Sie ein, mit den Vorarbeiten zum Militär⸗ Ersatz⸗Geschäft zu beginnen und dieselben so zu beschleunigen, daß die Stammrollen und Reclamations-Protokolle nebst dazu gehörigen Belegen bis längstens zum 15. Februar 1884 bei mir eintreffen. Nach§. 23 der Ersatz-Ordnung wollen Sie sofaort bekannt machen lassen, daß die Anmeldung zur Stammrolle Seitens der im Jahre 1864 geborenen Militärpflichtigen, sowie derjenigen, welche dieses Alter bereits überschritten, sich jedoch zur Musterung noch nicht gestellt haben oder bei der 1883er Musterung zurückgestellt worden sind, bezw. über welche überhaupt eine endgültige Entscheidung hinsichtlich der Dienstpflicht noch nicht getroffen worden ist, während der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1884 bei Meidung der in F. 23,10 der Ersatz Ordnung angedrohten Strafe bis zu 30 M. oder Haft von 3 Tagen zu erfolgen habe. Bei Aufstellen der Stammrollen wollen Sie sich genau nach der Ersatz-Ordnung richten und nur vollständige, deutlich geschriebene Stammrollen vorlegen, namentlich auch die alphabetische Ordnung mit den Zwischenräumen inne halten. Bei Leuten, von welchen ein Bruder zur Zeit noch dient oder gleichzeitig zur Vorstellung kommt, wollen Sie in der Stammrolle einen kurzen Vormerk: S„1 Br. dt. S oder: = 1 Br. wird vorgest.“ machen, ebenso bei Leuten, welche mit Pferden umzugehen verstehen, entsprechenden Vormerk:—=„m. Pf.“— aufnehmen. Schließlich mache ich Sie noch auf das Ausschreiben vom 31. Dezember 1879, Kreisblatt Nr. 2 von 1880:„die Führung der Familien⸗Namen unehelicher Söhne in der Stammrolle“ zur genauen Befolgung aufmerksam. Dr. Braden. Betreffend: Das Militär⸗Ersatz⸗Geschäft pro 1884. 8 Fritten den 29. Dezember 1883. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und das Großherzogliche Polizei- Commissariat Wickstadt. Unter Bezugnahme auf F. 30 der Ersatz-Ordnung bemerke ich Ihnen, daß Gesuche um Zurückstellung Militärpflichtiger genau zu protokolliren und die Prctekel. l Beilagen bis längstens zum 15. Februar 1884 anher einzusenden sind. Frühere Reclamationen, welche pro 1884 erneuert werden sollen, wollen sie einfordern und, wenn keine Veränderungen in den Verhältnissen eingetreten sind, dies auf Seite 4 des Protokolls bescheinigen, andernfalls die etwaigen Aenderungen genau angeben. Dr. Braden. Betreffend: Die Anmeldung zur Stammrolle. Friedberg den 31. Dezember 1883. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt. 2 85 aus dem Großherzogthum stammende, nach Preußen verzogene Militärpflichtige, nachdem sie in Preußen ihre ti bat haben und 555 Mreußischen Ersatzbehörden auf ein Jahr zurückgestellt worden sind, in der Annahme, während der Bauer der Zurückstellung zu weiteren Meldungen nicht verpflichtet zu sein, ohne Abmeldung aus Preußen verziehen und sich bei der Musterung im zweiten oder dritten Militärpflichtjahre im Großherzogthum in ihrer Heimath gestellen. Da in Folge dessen diese Militär⸗ pflichtigen, weil ihr Abgang nicht bekannt ist, bei der Musterung in Preußen aufgerufen und als ohne Entschuldigung sehlend bezeichnet, bezw. bis zu ihrer Ermittelung und Ueberweisung in den Preußischen Listen weiter geführt werden, e sie zum Theil zur Zeit der Gestellung ihrer Pflicht an anderen Orten genügen, so beauftragen wir Sie, die ohne Abmeldung aus Preußen Verzogenen ohne Anmeldebescheinigung in die Stammrollen nicht aufzunehmen, sondern zu nachträglicher Abmeldung anzuhalten. Des„ sollen manche Mllitärpflichtige, welche aus dem Großherzogthum nach Preußen verzogen sind, ohne Rücksicht auf die Festsetzung in§. 24,2 1655 e kurz vor Abhaltung der Preußischen Ersatzgeschäfte zur Aushebung in das Großherzogthum nach ihrer Heimath beordert un 1710 e eibehalts ihres bisherigen Aufenthaltsortes in Preußen, in welchem sie sich zu gestellen gehabt hätten, für Großherzogliche Truppentheile ausgehoben und somit dem von Preußen zu stellenden Truppencontingent entzogen worden sein. Wir beauftragen Sie, dafür zu sorgen, e verzogene Militär⸗ ichtige, so lange sie ihren Aufenthaltsort in Preußen beibehalten, nicht mehr vor Großherzoglichen Ersatzbe⸗ pfli 15„ 07 17511 75 und Aushebung beordert werden Dabei bemerken wir zur näheren Prüfung des Begriffes„dauernder 1 die in 8.20 der Ersatzinstruction von 1868 speziell aufgeführten inen Pane e e rechnen sind, welche an den ebendaselbst bezeichneten Orten im Sinne des§. 23 Nr. 2 555 e einen dauernden Auf haben. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. i S ter Senzel von Ober-Florstadt wurden als Feldschützen dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet. e Nana Neuhl. wurde als Bürgermeister dieser Gemeinde erwählt und verpflichtet. Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des§. 3 Absatz 2 des Freizüͤgigkeitsgesetzes: Karl Burkhardt aus Kassel, Heinrich Lemmer aus Leidenhofen. 4 — 3 Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig freiwilligen beabsichtigen, sich der im Früh—⸗ jahr 1884 stattfindenden rubricirten Prüfung zu unterziehen, werden ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Diejenigen jungen Leute, welche hierdurch aufgefordert, ö N Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 12 der Anbringung der Gesuche wird im Speziellen 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten nur dann anzubringen, wenn der Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulassung zur Lebensjahre erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem 4. Dem Gesuch sind folgende zeugniß; b. Einwilligungs-Attest des einer einjährigen verpflegen; c. ein Obrigkeit oder selbstgeschriebenen Lebenslauf. Unbescholtenheitszeugniß, An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des i Februar 1884 bei der unterzeichneten Prüfungs⸗Commission einzureichen. sich Meldende im Großherzogthum Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. Papiere beizufügen: a. Geburts⸗ Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu welches von der Polizei— der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. einen — 4 * Bekanntmachung. Hinsichtlich das Folgende bemerkt: Prüfungs-Commission sich Meldende gereicht worden, Militärdienst im Frühjahr 1884. Zu pos. b. wird noch besonders darauf hingewiesen, Einwilligungs-Attest die Erklärung i er in der Lage sei, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf und daß die Unterschrift des Vaters oder Vormunde daß in dem des Vaters oder Vormundes, daß s beglaubigt sein muß. 5. In dem Gesuche ist außerdem fremden Sprachen(Französisch, Euglisch, geprüft sein will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung so bleibt dem erneuten Gesuche nur heitszeugniß beizulegen. Ueber die Anforderungen, werden, gibt die Prüfungsordnung I. Theil der Wehrordnung vom 28. Blatt Nr. 55 von 1875) Aufschluß. a Bezüglich des Prüfungs-Termins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt den 15. Dezember 1883. a 1 Großherzogliche Prüfungs⸗Commission für einjährig Freiwillige. anzugeben, in welchen zwei Lateinisch oder Griechisch) der zur Prüfung ein⸗ ein Unbescholten⸗ welche an die zu Prüfenden gestellt (Anlage 2 zur Ersatzordnung— September 1875— Regierungs- Der Vorsitzende: Gros. Kreises. Wir ersuchen Sie, diejenigen Ihrer Ortsangehörigen, welchen Pfleglinge unserer Stiftung anvertraut sind, zu benachrichtigen, daß unser Rechner, Herr Vogt, Donnerstag den 10. d. Mts. auszahlen wird. Friedberg den 2. Januar 1884. die Pfleggelder für das zweite Halbjahr 1883 gegen die vorschriftsmäßige Bescheinigung und Quittung Für den Vorstand der Mathildenstiftung: Meyer. Deutsches Reich. Darmstadt. Dem Reallehrer Dr. Ries in Darmstadt wurde das Ritterkreuz 2. Kl. des Philipps⸗Ordens verliehen; der ordenliche Professor Dr. Lemcke in Gießen wurde auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. Berlin. Der„Reichsanzeiger“ meldet: Durch Beschluß des Staatsministeriums ist für die Diöcesen Culm, Ermland und Hildesheim die Wiederaufnahme der eingestellten Staats— leistungen an die katholischen Bisthümer und Geistlichen vom 1. Oct. ab angeordnet worden. — 1. Jan. Nach der Rückkehr vom Neu⸗ jahrs⸗Gottesdienst im Dom empfing der Kaiser heute die activen und die zur Disposition stehen⸗ den Generale sowie die Obersten, welche General— stellungen bekleiden und die Commandeure der Leibregimenter und Leibcompagnien. Bei Be⸗ grüßung derselben gab der Kaiser seiner Freude, dieselben heute empfangen zu können, sowie der Hoffnung Ausdruck, dieselben mit Gottes Hilfe im nächsten Jahre in gleicher Frische und Rüstig— keit begrüßen zu können. Nachmittags nahm der Kaiser die Glückwünsche der Botschafter ent⸗ gegen und unterhielt sich mit einem jeden ein⸗ zelnen derselben auf das Freundlichste. Die Politik wurde gutem Vernehmen nach dabei nicht berührt. München, 1. Jan. Cultusminister v. Lutz ist vom König in den erblichen Freiherrnstand erhoben worden. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Agram, 31. Dez. Der Landtag wählte den bisherigen Präsidenten und Vicepräsidenten wieder. Frankreich. Paris. In den parlamen— tarischen Kreisen versichert man, die vom Cabinet Ferry projectirte Revision der Verfassung werde hauptsächlich in der Beseitigung der lebensläng⸗ lichen Senatoren und in der Wiederherstellung des Listenscrutiniums bestehen. Man glaubt, daß die Rechte dem Listenserutinium zustimmt. Großbritannien. London, 31. Dez. Gladstone ist wieder hier eingetroffen und em— pfing sofort die Besuche Hartington's und Gran— villes.— Das Handelsamt kündigt an, es werde die Bill, betreffend den Canaltunnel, im Parlamente bekämpfen. Spanien. Madrid. In der Thronrede— commission erklaͤrte Sagasta, er lehne jeden Gesetzentwurf über das allgemeine Stimmrecht und über die Reform der Verfassung ab und führte aus, nachdem die Regierung alle Con— cesstonen gemacht habe, welche mit ihrem politischen Programme vereinbar sei, lehne sie die Ver⸗ antwortlichkeit für einen Bruch ab. Italien. Rom. Die feierliche Ueber⸗ führung der Ueberreste Victor Emanuel's nach dem Pantheon findet am 8. Januar statt. Serbien. Belgrad. Nach einem Tele⸗ gramm von hier vom 30. Dezember hat der Ministerrath die Auflösung der gegenwärtigen und die Einberufung einer neuen ordentlichen Skupschtina im kommenden Februar beschlossen. Rußland. Petersburg. Ueber den Mord an Sudejkin liegen folgende Nachrichten vor: Die Ermordung durch einen Dolchstoß fand statt im Hause Ratkow-Roshnew am Newski⸗ Prospekt, der neben dem Moskauer Bahnhof gelegen ist, und zwar nach der einen Lesart in der Wohnung(Quartier 13) eines sich Jab⸗ lonski nennenden Herrn. Wahrscheinlicher klingt Folgendes: Im besagten Hause soll sich ein so⸗ genanntes„Convent-Quartier der Geheimpolizei“ befinden. Die Nihilisten wußten sich unter der Maske von Detektives daselbst Zutritt zu ver— schaffen, überfielen dann zu Mehreren— Su⸗ dejkin war ungemein kräftig— diesen, sowie dessen Gehilfen in der Nacht von Freitag zum Sonnabend, erdolchten den ersteren und ver⸗ wundeten den Gehilfen schwer. Es soll ein Racheact sein, weil es Sudejkin in Folge von auswärts nach hierher gelangten Warnungen glückte, in letzter Zeit wichtige Arretirungen vorzunehmen. Angeblich hinterließen die Mörder neben der Leiche Sudejkins einen Brief des Inhalts, daß nunmehr die Reihe an den Minister des Innern und Stadthauptmann Gresser komme. Egypten. Kairo. Einer amtlichen Meld⸗ ung zufolge griffen die Aufständischen am 28. Dez. Gezireh bei Berber an, wurden aber von der aus zwei Compagnien Baschi-Bozuks bestehenden Besatzung, welche Verschanzungen errichtet hatten, nach sechsstündigem heftigem Kampfe und großem Verluste zurückgeschlagen. Ein Araber, der El Obeid vor zehn Tagen verließ, ist in Khartum angekommen. Er meldet, daß der Mahdi mit einer Armee nach Muselinia am blauen Nil ab— marschirte zu dem Zwecke, um Senaar anzu— greifen. Es verlautet, er habe die Absicht kund— gegeben, alsdann Khartum anzugreifen und hier- auf dort seine Streitkräfte für einen Marsch nach dem Norden zusammenzuziehen. Die Be— festigungen in Khartum werden mit Eifer be— trieben, aber es sind nicht hinreichend Soldaten für deren Bemannung vorhanden, obwohl die Garnison von Farschoda angekommen ist. Amerika. New- Vork. Von dem Socia⸗ listencongresse in Baltimore wurde eine Reso⸗ lution bezüglich einer Aenderung des gegen⸗ wärtigen Systems angenommen, welche den extremen Ansichten des Redacteurs Most ent⸗ gegentritt. Aus Stadt und Land. a. Friedberg, 2. Januar. Die erste Abendunter⸗ haltung des Dilettanten⸗Vereins Friedberg fand gestern Abend unter außergewöhnlich großer Betheiligung im Saale des Hotel Trapp statt. Das gut gewählte und arrangirte Programm wurde mit großer Präcision, ein⸗ zelne Piecen geradezu meisterhaft vorgetragen, so daß dies Concert wiederholt Zeugniß gab von der Streb⸗ samkeit der Mitglieder und der Tüchtigkeit ihres allgemein beliebten Dirigenten Hertel. Auf das Concert folgte ein Tänzchen. Wünschen wir dem jungen Verein guten Fort⸗ bestand. Erwähnen wollen wir noch, daß die Capelle in der Neujahrsnacht um 12 Uhr vom Nathhaussaal aus einige geeignete Stücke spielte.. F. Nieder⸗Mörlen, 1. Jan. Der hiesige Ge⸗ meindeschäfer hat sich gestern den Hals abgeschnitten. Er war schon längere Zeit unheilbar leidend und dürfte dieser Umstand das Motiv zu dem Selbstmord ge⸗ wesen sein. st. Darmstadt. Eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart, an deren Lösung sich alle Parteien betheiligen können und wollen, ist die, dem Vagantenthum zu steuern. Die Mittel dazu sind sehr verschieden und sie müssen vom Staate, von den religiösen Gemeinschaften, von Gemeinden und Privaten in Anwendung gebracht werden. Um nun Diejenigen, welche auf der Wanderschaft ehrlich Arbeit suchen und Diejenigen, welche sich durch Dar⸗ bietung von Arbeit zu einem geordneten Lebenswandel führen lassen, in ihrem redlichen Bemühen zu unter⸗ stützen, hat man Arbeier⸗Kolonten gegründet und zwar nach dem Vorgange des Pastors von, Bodelschwingh mit der Kolonie Wilhelmsdorf in Westfalen, solche in Hannover, Brandenburg, Schleswig⸗Holstein, Schlesien, Württemberg u. s. w. Die Grundsätze dieser Kolonien sind kurz gefaßt diese: freiwilliger Eintritt; Arbeit, ins⸗ besondere landwirthschaftliche; Ordnung und Zucht; religiös⸗sittliche Einwirkung unter Berücksichtigunz der verschiedenen confessionellen Bedürfnisse; mäßiger Arbeits⸗ verdienst; Vermittelung von Arbeit je nach dem Berufe bei dem Austritt. Die aus christlicher Barmherzigkeit und uneigennütziger Menschenliebe gegründeten und ge⸗ leiteten Anstalten erfreuen sich guter Erfolge. Diese sind auch von dem Kronprinzen des deutschen Reiches aner⸗ kannt worden und sollen jedem Gebiete des deutschen Reiches, das eine Kolonie gründet, aus der Friedrich Wilhelm ⸗Stiftung 10,000 M. zugewiesen werden. Die Erkenntniß, daß für jeden Freund des Volkes eine Mit⸗ arbeit an der Erhaltung des Staatslebens möglich ist, wenn diese Kolonien gemehrt werden, hat eine namhafte Anzahl von Männern unseres Großherzogthums ver⸗ anlaßt,(vergleiche den beiliegenden Aufruf) die Gründ⸗ ung eines Vereins zur Errichtung einer Arbeiter⸗Kolonie für das Großherzogthum Hessen zu versuchen. Unter den Unterzeichneten bemerken wir Mitglieder der Regier⸗⸗ ung, der 1. und 2. Kammer, Verwaltungsbeamte und Richter, Geistliche der evang. und kathol. Kirche, Lehrer verschiedener Anstalten u. s. f., demnach Vertreter der verschiedensten Berufs- und Lebensstellung, die zu einer General⸗Versammlung auf den 14. Januar 1884 nach Frankfurt einladen, weil diese Stadt für die Theilnehmer aus den 3 Provinzen leicht zu erreichen ist, aber auch 1 . *— 1⏑2 —— br F- in der Hoffnung, daß eine Verbindung mit Hessen-Nassau zur Mitbetheiligung an der zu gründenden Kolonie da⸗ durch angebahnt werde. Möge das patriotische Unter— nehmen gelingen. a Allerlei. Wien, 31. Dez. In der Pfarrkirche des Bezirks der Favoriten fand gestern Abend gegen den Redemp— toristen Hammerle, während derselbe predigte, eine tumultuarische Kundgebung durch Zischen, Pfeifen, und gegen die Kanzel gerichtete Steinwürfe statt. Durch falschen Feuerlärm steigerte sich die Panik unter den an⸗ wesenden 3000 Personen, von denen 7 im Gedränge verwundet wurden. Zwei Arbeiter, welche Steine warfen, wurden verhaftet. Es ist kein Zweifel, daß das Attentat planmäßig angelegt war. Es wurde sogar versucht, die Gasflammen abzudrehen. Der Missionsprediger Hammerle hielt heute Nachmittag in der Kirche, in welcher gestern der Exeeß stattfand, eine Predigt, die ohne die geringste Störung verlief, und der ein sehr zahlreiches Publikum beiwohnte. 5 Verloosungen. Karlsruhe, 29. Dezbr. badischen 35 fl.⸗Loose. Je 1000 Mark fielen auf die Nummern 87070 121508 137021 137036 137042 174172 176799 229841 254353 254385. 5 Braunschweig, 31. Dez. Prämienziehung der Nr. 3 M. 32, Nr. 4 M. 27, Nr. 5 M. 24. Roggen⸗ Prämien⸗Ziehung der 20 Thlaler⸗Loose: 60,000 M. Nr. 49 Serie 7426, mehl%(Berl. Marke) M. 23.— 23.50, I.(Berl. 1 1500 5 55 e Nr. 26 S. 5187, Marke) M. 22, II. do. M. 18.. je. 7198 r 7509, je. e deen e s, 2180, Nr. 2 ee 0 ine ee e en getrieben 310 Stück Ochsen. Preise für 1. Qualität M. 68—70 per Ctr. Schlachtgewicht, für 2. Qual. M. 62, ganz gute junge und fette stellten sich auf M. 72— 73; Kühe⸗ und Rinderantrieb 280 Stück. Preise für 1. Qual. M. 60, 2. Qual. M. 50 und 3. Qual. M. 3842. Die aufgetriebenen ea. 10 Stück Bullen kosteten je nach der Qual. von 40— 50. Der Auftrieb von Kälbern betrug nahezu 400 Stück, 1. Qual. 70 Pf., 2. Qual. 55 60 Pf. Hämmel-⸗Antrieb etwa 100 Stück, 1. Qual. 64 Pf., 2. Qual. 4550 Pf. Schweine prima Han⸗ noveraner 5556 Pf., Landscheine 50- 52 Pf. 4479, Nr. 49 S. 6498, Nr. 14 S. 6714, Nr. 6 9304, Nr. 29 S. 9304, Nr. 16 S. 9544, Nr. 34 9757 und Nr. 46 S. 9785, je 225 M. Nr. 44 4455, Nr. 4 S. 5968, Nr. 27 S. 6714, Nr. 6 7481, Nr. 30 S. 7509. Handel und Verkehr. Friedberg, 2. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80— 0.95, Eier 1 St. 8, 2 St. 00 Pf. Friedberg, 1. Jan. Fruchtber. Waizen M. 19.25, Kron M. 16.50, Gerste M. 16, Hafer M. 13— 14. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Frankfurt, 31. Dez. Frankfurter Produktenbörse. (Officielle Notirungen.) Weizen unv., eff. hiesiger und Wetterauer M. 19.50—20., fremder M. 19.50—20., per diesen Monat M. 19.50. Roggen unv., eff. hiesiger M. 16.— 16.25, fremder M. 16.— 16.75, per diesen Monat M. 16.25. Gerste unv., eff. hiesige und Wetterauer M. 17—18., fremde M. 18— 19. Hafer un v., eff. hiesiger M. 14.— 00.00, fremder M. 14.— 14.50, per diesen Monat M. 14.00. Rüböl still, eff. ohne Faß hlesiges in Parthien von 50 Ctr. M. 38.00. Branntwein still, eff. ohne Faß M. 46. Mehl Nr. 1 M. 39, Nr. 2 M. 37, GGS Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 5. Januar 1884. Beginn: Freitag Abends 3 Uhr 55 Minuten. Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min. 5 Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr. Wochengottesdienst von Sonntag den 6. Januar 1884 Morgens 7 Uhr, Nachmittags 35 Uhr. Dienstag den 8. Januar 1884: Fasten des 10. Thebet. Oeffentliche Aufforderung. Georg Dienst II. und dessen Ehefrau, geb. Klein, von Ockstadt entliehen laut gerichtlich bestätigter Schuld und Pfandverschreibung vom 8. October 1847 bei Bäcker Reuß zu Friedberg ein Kapital von 300 Gulden und verpfändeten dafür nachstehende, in der Gemarkung Ockstadt gelegene Immobilien: Fl. I. Nr. 5,5, J. 7, XI. 280, XI. 318, I. 370 und II. 80. Die Pfandverschrelbung ist durch Cession im Jahre 1848 activ an die Kuratel über den geisteskranken Heinrich Hanstein übergegangen und bescheinsgtermaßen inzwischen abgetragen worden, es kann jedoch die Hypothekurkunde selbst nicht vorgelegt werden, weil sie angeblich verloren worden ist. Auf Antrag werden nun Alle, welche etwa Ansprüche aus dieser Pfandverschreibung herleiten zu können ver— meinen, aufgefordert, solche sogewiß binnen zwei Monaten dahier geltend zu machen, als sonst die Löschung der Hypothek verfügt werden wird. Friedberg am 18. Dezember 1883. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Sellheim. Weber. Bekanntmachung. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß zufolge Gemeinderathsbeschlusses aus dem Walddistrikt Grabenberg der Kubikmeter Streusand zu 1 M. 70 Pf. inel. Platzgeld und Sandgräberlohn zu bezlehen ist. Der Betrag von 1 M. 70 Pf. per Kubikmeter ist an den Sandgräber zu bezahlen, jedoch vorher bei Großherzog licher Bürgermeisterei ein Abfuhrschein zu erwirken. Wer ohne Abfuhrschein Sand abfährt, verfällt in die gesetz⸗ liche Strafe. Altenstadt den 30. Dezember 1883. Großherzogliche Bürgermeisterel Altenstadt. Weit 38 Einladung zum Abonnement auf die Neuen Hessischen Volksblätter. Mit dem 1. Januar 1884 eröffnen die„Neuen Hessischen Volksblätter“ ein neues Abonnement. Tendenz und Haltung unseres Blattes, das in seiner Unabhängigkeit lediglich und allein auf sich selbst und die Gunst seiner Leser angewiesen ist, bleibt unverändert dieselbe, so daß wir uns der zuversichtlichen Hoffnung hin⸗ geben dürfen, nicht nur die alten Leser fortzuerhalten, sondern auch immer mehr neue zu gewinnen. 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Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich die Wirthschaft in meinem seitherigen Lokal(Neue Mainzerstraße 34) geschlossen habe und mit dem Heutigen mein neues Lokal „Zur engen Weste“, Hochstraße 52, am Bockenheimer Thor, eröffne. Mein ganzes Bestreben wird auch ferner darauf gerichtet sein, mir das in so reichem Maaße geschenkte Wohlwollen zu erhalten zu suchen und hoffe ich meine alten Freunde aus Friedberg und der Wetterau recht oft bei mir zu sehen. Alleiniger Ausschank des Aschaffen⸗ burger Bieres, wie seither, renommirte Küche. W. Sim o n, 31 früher: H. J. Simon. * Braunkohlen⸗ Verkauf. Für die gegen Bürgschaft auf Credit von dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwerk Ludwigs hoffnung bei Melbach vom 1. Januar 1884 bis Ende März bezogenen Braunkohlen wird Frist zur Zahlung bis Ende Juni 1884 gegeben. Die Preise der Kohlen sind: für 100 gewöhnliche Klötze 3 Mark und fur 100 Preßklötze 1 Mark 20 Pf.. Die im 4. Quartal 1883 eingelegten Bürgscheine haben fuͤr das 1. Quartal 1884 Gültigkeit. Bad⸗Nauheim am 2. Januar 1884. Großherzogliches N und Bergamt Bad⸗Nauheim. 44 äger. sgte Garde * 0 224.000 beginnt soeben mit frischen Kräften ub A einen neuen Jahrgang, für welchen seitens der neuen Verleger außerordentliche Anstrengungen gemacht wurden. Der Eintritt ins Abonnement ist deshalb jetzt besonders zu empfehlen. Der ungewöhnlich billige Preis bleibt derselbe. Zu beziehen: in Wochen⸗ Nummern à M. 1.60 für das Quartal, 42 oder in 14 Heften à 50 Pf. oder 26 Halbheften à 30 Pf. durch alle Buchhandlungen(die Wochenausgabe auch durch die Post). Mit dem 1. Januar 1884 beginnt der im großen Zeitungsformat erscheinende Wetterauer Vote nebst Illustrirtem Sonntagsblatt ein neues Quartal. Der Inhalt des Blattes, alle Vorkommnisse des In- und Auslandes umfassend, besteht u. A. aus allgemein verständlichen politischen Uebersichten, Leitartikeln, Mittheilungen aus dem Großherzogthum, Markt⸗, Cours⸗ und Verloosungs nachrichten, Abschnitte eines spannenden Romans ꝛc. ze. Durch den Abdruck der in den Kreisen Friedberg, Gießen und dem Königl. Amt Usingen erlassenen amtlichen Bekanntmachungen, sowie durch die Veröffentlichung aller neu in Kraft tretenden wichtigen Gesetze ꝛe. wird der Inhalt des„Wetterauer Boten“ wesentlich bereichert. Durch rascheste und möglichst ausführliche Berichterstattung erfreut sich der„Wetterauer Bote“ in der Provinz Oberhessen und dem Königl. Amt Ufingen einer großen mit jedem neuen Quartal stets sich ver⸗ mehrenden Abonnentenzahl. Viele Behörden und Private benutzen deßhalb das Blatt zur Veröffentlichung ihrer resp. Bekanntmachungen. Die kleine Inseratzeile kostet 12 Pf., bei Wiederholung desselben Inserats wird hoher Rabatt bewilllgt. Die Ausgabe des„Wetterauer Boten“ erfolgt Dienstags, Donnerstags und Samstags. Bestellungen auf den„Wetterauer Boten“ nebst 8 Seiten großem„Illustrirten Sonntagsblatt“ nehmen sämmtliche Kaiserl. Postämter, die Posthülfsstellenverwalter, die Briefträger, unsere Privatboten und die unterzeichnete Expedition zum Preise von 1 W. 50 Pf. pro Quartal, jedesmal frei ins Haus geliefert, jederzeit entgegen. Wünscht man das Blatt regelmäßig an dem Postschalter oder bei den Posthülfsstellenverwaltern seines resp. Wohnorts abzuholen, so kostet der„Wetterauer Bote“ einschließlich Sonntagsblatt nur 1 M. 25 Pf. pro Quartal. Der Wand- und Notizkalender für das Jahr 1884 wird mit der ersten Nummer des neuen Jahrgangs ausgegeben. Butz bach. Die Expedition des„Wetterauer Boten“. Darmstädter Tägl. Anzeiger. Der Tägl. Anzeiger ist unter den in Darmstadt erscheinenden Blättern das, namentlich im Odenwald, der Bergstraße, dem Ried ꝛc. meistverbreitetste und meistgelesene Blatt, zugleich das billigste aller im Groß— herzogthum Hessen erscheinenden Tagesblätter und kostet durch die el bezogen einschließlich Bestellgeld und Bringerlohn pro Quartal nur E* 3 1 Mark 35 Pfennig. a Directe Telegramme, ausführliche Mittheilungen aus dem staatlichen, communalen und Vereinsleben, locale und vermischte Mittheilungen, spannende Erzählungen ꝛc. ꝛc. bilden den reichen Inhalt dieses freisinnigen, völlig unabhängigen Blat⸗ tes, dessen große Abonnentenzahl Inseraten die größte Verbreitung sichert. Casino. Sonntag den 6. Januar 1884, Abends 8 Uhr: Damencasino mit Musik. 20 Der Vorstand. An meinem Unterricht im Zuschneiden, Musterzeichnen und Maaßnehmen können nach Neujahr noch einige Damen Theil nehmen. Dauer der Lehrzeit 8 bis 10 Wochen. Meldungen möglichst bald erbeten. 25 Friedberg j Schnurgesse Nr. 395 1. 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