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Petttzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Mit dem 1. Dienstag, Donnerstag und bemerkenswerthesten October begann und Samstag, erscheinen wird. 5 Tagesbegebenheiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, ein neues Abonnement auf den„Oberhessischen Anzeiger“, welcher auch ferner wöchentlich dreir Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, e nal, sodann eine kurze Uebersicht der ibertsfang landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt⸗ und Coursberichte, Verloosungen von Staatspapieren und lokale Notizen, Anekdoten, Räthsel; sodann monatlich ebenfalls gratis in dem praktischen Rathgeber für Landwirthe Aufsätze und in dem praktischen Rathgeber für's Haus interess Das Abonnement beträgt bei der Verlagsexpedition ohne außerdem wöchentlich einmal in dem gratis beigegebenen Unterhaltungsblatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Notizen für die Landwirthschaft, ante und belehrende Notizen für's Haus und die Familie. Bringerlobhn vierteljührlich 1 Mark, durch die Post bezogen jedoch viertel— jährlich 1 Mark 50 Pfennig. In Bad⸗Nauheim kann der Anzeiger auch bei Herrn Heinrich Bernhard(Schnurstraße) bestellt werden, der den— selben für eigene Rechnung, per Quartal 1 Mark 30 Pfennig, vertreibt. Inseratgebühren werden die einspaltige Petitzeile oder deren Raum mit 11 P fennig berechnet, bei Tabellen- und Ziffersatz mit 14 Pfennig Die Expedition. Betreffend: Das Landgestüt, hier die Bedeckung von Stuten durch die Landgestütsbeschäler in 1883. Amtlicher Theil. Friedberg am 29. September 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg Kreises und Großherzogliches Polizei-Commissariat Wickstadt mit Ausnahme von Bönstadt, an die Großherzoglichen Büurgermeistereien des Groß-Karben, Ilbenstadt, Ostheim, Trais-Münzenberg Wir erwarten umgehende Einsendung der Verzeichnisse über die Ihrerseits behufs der beschäler in 1883 ausgestellten Scheine, oder Bericht, daß keine Stuten bedeckt worden sind. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Jacob Heß und Georg Hahn, beide von Burg-Gräfeurode, wurden als Feldschützen dieser Gemarkung ernannt und verpflichtet. und Wölfersheim. Bedeckung von Stuten durch die Landgestüts— Dr. Braden. Der Aufenthaltsort des Withelm Balthaser Speier von Okarben ist unbekannt und zu ermitteln. An die Großherzoglichen Bürgermeistereien in den Großherzoglichen Di Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden durch vom 1. bis 25. October dieses Jahres an den Zahltagen Dienstags und Donnerstags ohne Mahnung Friedberg am 30. September 1883. die Schelle bekannt machen zu lassen, Großherzogliche stricts-Einnehmereien Friedberg und Nieder-Wöllstadt. daß die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen für die 4. Periode 1883 anher geschehen kann. Distriets⸗Einnehmereien Friedberg und Nieder-Wöllstadt. Weigel. Nieß. Deutsches Reich. Darmstadt, 28. Sept. Der Großherzog hat sich beute Vormittag von Frankfurt aus in Begleitung des Generaladjutanten Generalmajors v. Westerweller und des Flügeladjutanten Oberst— lieutenants v. Herff zur Einweihung des National— denkmals auf dem Niederwald begeben und kehrte Abends hierher zurück. Der Herzog und die Herzogin von Connaught sind heute mit dem Erbgroßherzog und den Prinzessinnen Victoria, Elisabeth, Irene und Alix dahier eingetroffen. Die Herrschaften sind im Neuen Palais abge— stiegen, wohin von heute an das Großherzogliche Hoflager wieder verlegt ist. — 29. Sept. Der Kaiser, der Kronprinz, die Kronprinzessin und Prinzessin Victoria von Preußen, sewie der Großherzog von Sachsen— Weimar trafen heute Vormittag 12 Uhr, mit Extrazug von Wiesbaden kemmend, zum Besuche der Großherzoglichen Familie dabier ein. Die— selben wurden am Bahnhöfe von dem Groß— herzog, der Prinzessin Victoria und dem Prinzen Heinrich, sowie dem Prinzen Franz Joseph von Battenberg empfangen. Da ein officieller Empfang verbeten war, so war nur Staatsminister v Starck, der preußische Gesandte Legationsrath Stumm, sowie die Generalität bei dem Empfang an— wesend. Nach stattgehabter Begrüßung bestiegen die Herrschaften die Wagen, um durch die im Flaggenschmuck prangende Stadt nach dem Neuen Palais zu fahren, überall mit freudigen Zurufen begrüßt. Am Femiliendejeuns nahmen die Prin— zessin Carl, der Erbgroßherzog sowie die Prin— zessinnen Theil. Die Weiterreise nach Baden— Baden erfo'gte um 1 Ubr 50. 5— Militärdienstnechrichten. Dr. Saarbourg, Ass.⸗Arzt 1. Kl. vom 1. Gr. Drag. Regt. Nr. 23. wurde zum Stabs- und Bat.-Arzt des Füs.⸗Vats, 5. Bad. Inf.⸗Negts. Nr. 113 besördert; die Ass⸗Aerzte 1. Kl. Dr. Schubert, vom Hess. Feld— Art.⸗Regt. Nr. 11, zum 1. Gr. Drag.-Regt. Nr. 23, Dr. Schneider, vom 1. Gr. Inf.-Regt. Nr. 115, zum Hess. Feld-Art.⸗Regt. Nr. 11 ver⸗ setzt; Dr. Wolf, Ass.-Arzt 1. Kl. vom 3. Gr. Inf⸗Regt. Nr. 117, aus dem activen Sanitäts— corps ausgeschieden. Prem. Lieut. v. Stoltzen— berg vom 1. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 115 wurde zum überzähl. Hauptm. befördert; Hauptmann Winter, Comp.-Chef vom 2. Gr. Inf.-Regt. Nr. 116, dem Regiment, unter Beförderung zum überzähl. Major, aggregirt; Prem.-Lieut. Ronneberg von dems. Regt. zum Hauptm. und Comp. Chef befördert; Prem.-Licur. Danneil, aggregirt dems. Regiment, in dieses Regt. ein⸗ rangirt; Prem. Lieut. Scheele vom 3. Gr. Juf.⸗ Regt. Nr. 117 zum überzähl. Hauptm. befördert; Ritim. Otto, Es cadronchef vom 2. Gr. Drag. Regt. Nr. 24, der Charakter als Major und Prem.-Lieut. v. Eschwege vom 2. Gr. Drag. Regt. Nr. 24 der Charakter als Rittm. ver— liehen; Sec. Licut. von Oertzen von dems. Regt. zum Prem.⸗Lieut. befördert. — Die evangelische Landessynode sür das Großberzogthum Hessen ist nunmehr definitiv auf den 9. October einberufen. Die Tagesord⸗ nung weist folgende Gegenstände auf: Beeidig— ung der ncu eintretenden Mitglieder; geschäft⸗ liche Mittheilungen; Wahl eines zweiten Prä— sideunten; Wahl eines Mitgliedes des zweiten Ausschusses für den verstorbenen Bürgermeister Heimburg; Berathung des Entwurfs eines Kirchergesetzes, betreffend die Erhaltung der kirch— lichen Ordnung in Beziehung auf Trauung, Taufe und Confirmation. Das Dis ciplinargesetz über die Geistlichen wird erst später zur Be— rathung kommen. des Socialdemokrat, entfernen, welche während der Nacht auf die an den Straßenecken ange— klebten Festprogramme ꝛc. geklebt waren. Berlin, 28. Sept. Fürst Bismarck mit Frau und Graf Herbert sind heute nach Fried⸗ richsruhe abgereist. — Man erwartet in der bevorstehenden Reichstagssession die Einbringung des schon ein⸗ mal berathenen Vogelschutzgesetzes, nachdem sich dessen Nothwendigkeit immer mehr herausgestellt hat. In einzelnen Theilen Thüringens wird der Vogelmord in einer Weise betrieben, die derjenigen in Südfrankreich und Italien wenig nachgibt. Kiel. S. M. S.„Marie“, 10 Geschütze, Comm. Corv. Cap. Krokisius, ist mit der Süd— polar⸗Expedition in Montevideo eingetroffen. — Ueber das Ausscheiden des Contre-Ad— mirals Livonius aus dem activen Marinedienst, welches dem Anscheine nach feststeht, wird mit⸗ getheilt, daß dasselbe in Folge von Differenzen stattfinde, welche bei der Geschäftsführung inner— halb der Admiralität entstanden sind. Durchaus unbegründet ist die Annahme, daß Admiral Livonius zu dem Entschluß, auszuscheiden, durch angebliche Uebergehung bei der Besetzung einer der Marine-Stationen veranlaßt worden; der Directorposten in der Admiralität ist früher wiederholt von einem Viceadmiral verwaltet wor— den; er gilt durchaus nicht als im Avancement dem Posten eines Stationschefs untergeordnet. München. Im Landtage brachte der Finanz— minister das Budget pro 1884— 1885 ein, welches in Einnahme und Ausgabe mit 234,143,613 M. balancirt. Unter den Mehrausgaben befinden sich 2,334,965 M. für Verzinsung und Tilgung der Staatsschuld, 968,000 M. für Heimzahlung des seinerzeitigen Reichszuschusses zur Einführung des baierischen Staatsgeldes, 140,000 M. für Mainz, 28. Sept. Heute Vormittag mußte die Polizei Plakate, und zwar ältere Nummern den Neubau des Landtagsgebäudes, 277,000 M. —— für Neubauten von Strafanstalten und 1,566,000 Mark für Aufbesserung der pragmatischen Be— amtengehälter. Baden-Baden, 29. Sept. Der Kasiser, die Krouprinzlichen Herrschaften, Prinzessin Victoria und der Großberzog von Sachsen— Weimar sind soeben hier eingetroffen und wurden von dem Großherzoglichen Paare, dem Erb— großherzog und den Spitzen der Behörden empfangen. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 28. Sept. Zu Ehren des Prinzen Alexander von Hessen fand gestern in Schönbrunn ein Galadiner statt, wozu auch Graf Taaffe, Bylandt, Kalnoky und mehrere Generale geladen waren, sowie eine Deputation des 6. Dragonerregiments, dessen Inhaber Prinz Alexander ist. Derselbe besuchte Vormittags den Grafen Kalnoky und den Fürsten Reuß. Letzterer erwiederte den Besuch.— Bra⸗ tiano ist gestern Nachmittag nach Bukarest ab—⸗ gereist.— Der König von Serbien ist hier ein⸗ getroffen und empfing den Grafen Kalnoky sowie vorher den Prinzen Alexander von Hessen. Der König, welcher bis Montag hier verweilt, wurde sodann vom Kaiser in einstündiger Audienz empfangen. — 28. Sept. Mehrere Morgenblätter feiern in Leitartikeln die Enthüllung des Germania— standbildes auf dem Niederwalde. — 28. Sept. Gegenüber der Meldung der Blätter, daß der Fürst von Bulgarien nach Wien abgereist, sagt das Fremdenblatt, daß in hiesigen maßgebenden politischen Kreisen Nichts davon bekannt sei; übrigens würde die Anwesen— heit des Prinzen Alexander von Hessen, des Vaters des Fürsten von Bulgarien, dessen even— tuelle Reise hierher genügend erklären. Pest, 23. Sept. Einen guten Eindruck machte die Eröffnungsrede Tisza's zum Reichstag bei der liberalen Partei. Tisza wird vom Reichstag weit— gehendste Vollmachten verlangen, damit nicht die willenlosen Werkzeuge, sondern die intellectuellen Urheber des antisemitischen Treibens gefaßt wer— den könnten. Die Demission des Justizministers ist bevorstehend. Die croatischen Abgeordneten erscheinen im Reichstage. — 30. Sept. Das Amtsblatt veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben, in welchem die erbetene Entlassung des Ministers für Croatien und Slavonien Bedekowitsch unter Versicherung der Anerkennung und des Dankes für geleistete Dienste genenehmigt und derselbe bis zur Er— nennung eines Nachfolgers mit Fortführung der Geschäfte beauftragt wird. Agram. Starcseviscianische Agenten durch— streifen die Gegenden der dalmatinischen Grenze und hetzen dort die Bevölkerung zum Aufstand. Man verspricht ein Handgeld von 100 Gulden. Die Parole lautet: Gegen die Magyaren; jetzt ist es Zeit, das Joch abzuwerfen. Dänemark. Kopenhagen. Die Rückreise des Kaisers von Rußland ist bis zum 11. Oct. verschoben, die Abreise des Königs von Griechen— land auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Frankreich. Paris. Der Marineminister erhielt die Bestätigung der Nachricht, daß die schwarzen Flaggen am 15. Sept. die vor Sontay innegehabten Stellungen geräumt haben. — 29. Sept. Unter dem Vorsitze Grevy's fand heute ein Ministerrath statt, dem nur Kriegsminister Thibaudin wegen Unwohlseins nicht beiwohnte. Der Marineminister berichtete über den Stand der militärischen Operationen in Tonkin, Ferry und Challemel-Lacour über den Stand der Verhandlungen mit China. Der Ministerrath beschloß, die Kammern zum 23. Oc— tober einzuberufen. Gleichzeitig ging der Be— fehl nach Toulon, drei Compagnien Seesoldaten von je 150 Mann für Tonkin zu formiren. — 29. Sept. Der König von Spanien ist Nachmittags hier eingetroffen. Er wurde am Bahnhof von Grevy und den Ministern empfangen. Bei der Fahrt des Königs aus dem Bahnhofe machten sich einige Personen durch Schreien und Zischen bemerkbar. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. — 30. Sept. Die meisten Blätter geben ihr Bedauern über die Kundgebungen beim Eintreffen des Königs von Spanien Ausdruck, welche viel ärger waren als die erste Nachricht erwarten ließ. Die Menge rief:„Nieder mit dem Straßburger Ulauen“. Dem König wurde bekanntlich das in Straßburg aarnisonirende Schleswig-Holstein'sche Ulanen-Regimeut ver⸗ liehen und hierüber war die Menge erbost. Die Zeitungen hatten aber auch vorher ihr ehrlich Theil gehetzt. Der König wohnte heute Vor⸗ mittag der Messe in der St. Clotilden-Kirche bei und wird heute Abend bei dem Präsidenten der Republik im Elysée-Palaste diniren. Die Jagd, welche heute bei Rambouillet stattfinden sollte, ist angeblich des schlechten Wetters wegen abgesagt worden. Großbritannien. London, 28. Sept. O'Donnell wurde unter der Anschuldigung, den Kronzeugen Carey ermordet zu haben, vor die Geschworenen verwiesen. Die Wittwe Carey's hat bezeugt, daß O'Donnell nach vollbrachtem Mord ihr gegenüber zugestanden habe, daß er abgesandt worden sei, um die That auszuführen. — Die„Times“ spricht gelegentlich der Einweihung des Niederwald-Deukmals ihre Ge— nugthuung aus; ein starkes Deutschland gewähre die beste Garantie für die Erhaltung des euro— päischen Friedens. Indessen bedinge ein starkes Deutschland keineswegs ein schwaches Frankreich. Deutschlands Kraft sei jetzt so groß, daß es mit Wurde die gelegentlichen Reizungen seitens der Nachbarn ertragen könne. Dublin, 28. Sept. Parnell befindet sich seit acht Tagen in London. Derselbe wird heute nach Leeds reisen, um der morgen stattfindenden Versammlung der internationalen Liga beizu— wohnen. Ein Londoner Gerücht von einem Attentat auf Parnell ist gänzlich unbegründet. Die Orangisten griffen jedoch gestern Abend den Abgeordneten O'Connor auf dem Bahnhof Portadowu an. O'Connor entkam unversehrt. Der Grundbesitzer Crotty wurde gestern Abend in der Grafschaft Maye meuchlings erschossen. Spanien. Madrid. Wie verlautet, hat der Ministerrath beschlossen, bei dem König nach seiner Rückkehr die Amnestirung der in Folge des Aufstandes in Badajoz nach Portugal ge— flüchteten 600 Soldaten zu beantragen. Italien. Rom. Nach einer der„Polit. Corr.“ von hier zugehenden Meldung wird die italienische Regierung, ebenso wie Deutschland, ein Kriegsschiff in die chinesischen Gewässer ent— senden und zwar ist der„Colombo“, ein sehr starkes und erst vor Kurzem gebautes Schiff, hierfür bestimmt. Türkei. Constantinopel, 29. Sept. Lord Dufferin ist hier angekommen. Serbien. Belgrad, 29. Sept. Der König von Serbien wies telegraphisch aus Wien das serbische Cabinet au, die Skupschtina am Sonntag feierlich zu eröffnen und den königlichen Ukas zu verlesen, worin die Skupschtina daran er— rinnert wird, daß der dermalige Wirkungskreis nur auf die Berathung und Beschlußfassung be— treffs der Eisenbahn- Convention eingeschränkt werde, welche gleichzeitig vorgelegt wird. Im Weiteren versichert die Regierung, daß sie ent— schlossen sei, un Falle des Widerstandes der Opposition die Skupschtina aufzulösen, in wel— chem Falle sich nach der Rückkunft des Königs der Cabinetswechsel vollziehen würde. Es wird auf das Bestimmteste versichert, daß das radicale Cabinet nicht in Frage komme. Bulgarien. Sofia, 29. Sept. Die Nachrichten der Wiener Blätter, wonach der Fürst von Bulgarien Sofia verlassen habe, sind vollkommen unbegründet. Rußland. Petersburg. Einer Meldung der Nowosti zufolge wurde die verschärfte Sicherheits-Aufsicht auf ein Jahr verlängert in den Gouvernements Moskau, Kiew, Podo— lien, Cherson und Bessarabien, in den Kreisen: Simferopol, Eupatoria, Jalta, Theodosia, Pere— kop, in den Städten Berdinausk, Rostoff am Don, Marinpol und in den Stadthauptmann⸗ schaften Odessa, Taganrog, Kertsch, Jenikale und Sebastopol. — Die Zolleinnahmen von Anfang des Jahres bis Ende August betrugen 55,601,291 Rubel gegen 56,125,398 Rubel, die Edelmetalleinfuhr 3,272,621 Rubel gegen 4.565.324 Rubel, die Edelmetallausfuhr 25,129,374 Rubel gegen 32,848,432 Rubel im Vorjahre. — Großfürst Konstantin Nikolajewitsch ist wieder in Gnaden aufgenommen. Bekanntlich hielt man den Oheim des Zaren für das Ober— haupt der Nihilisten, und zwang ihn vor zwei Jahren, das Amt des Großadmirals der Flotte an den Großfürsten Alexius abzugeben. Zwei Jahre hielt sich Konstantin hierauf dem Hofe fern. Daß es mit der Versöhnung erust gemeint ist, beweist der Umstand, daß auf Anordnung des Zaren der Namenstag des Großfürsten fortan wieder in den Kreisen der Marine ge— feiert werden soll. Auch soll eine neu erbaute Fregatte den Namen Nonstantins tragen. — 29. Sept. Die den Mächten bezüglich der Ereignisse in Bulgarien seiteus der hiesigen Regierung gemachten Mittheilungen laufen in der Hauptsache auf die Versicherung hinaus, daß Jonin seine Mission auf das Versöhnlichste fort— setzen wird. Rußlands Haltung gegenüber den jüngsten Vorgängen in Bulgarien wird, wie aus den mitgetheilten Andeutungen des Journal de St. Petersbourg hervorgeht, eine beobachtende sein. Die russische Regierung will die Dinge sich erst weiter entwickeln lassen, und überdies Alles vermeiden, was zu Conflicten mit den an— deren Großmächten führen könnte. Amerika. Washington. General Sherman, der vom Commando der Vereinigten Staaten— Armee am 1. November zurücktritt, wird General Sheridan als Nachfolger erhalten. Am 8. Febr. tritt General Sherman in die Reihe der pen— sionirten Offiziere über. Afrika. Durban, 24. Sept. Ein Bericht⸗ erstatter des Standard meldet: Ein Correspon— dent, der soeben zwei Tage bei Cetewayo im Inkandhlagebüsch zugebracht hat, meldet, daß der König von seinen Wunden genesen ist, aber sich in einer sehr verzagten Stimmung befinde. Zu seiner Sicherheit schläft er am Saume eines Waldes, wo das Terrain sehr steil ist. Er hat kein„impi“(Heer) bei sich und sein Anhang zählt nicht mehr als 60 Männer und Frauen. Usibepu, welcher droht, den König zu tödten, hat einen Einfall in den Ingomiwald gemacht und verhindert das Volk an der Bestellung des Feldes. Er hat in dem ganzen Himmelsstriche zwischen Pongola und dem Tugela Schrecken verbreitet. Zwei Brüder des Königs sind im Begriff, sich Oham anzuschließen. Asien. Simla, 29. Sept. Nachrichten aus Afghanistau zufolge nimmt der Aufstand der Ghilzai's gegen den Emir zu. Es fand im nördlichen Ghilzailande ein Gefecht statt, welches mit der Niederlage von 8000 Mann der Truppen des Emirs endigte. Aus Kabul und anderen Orten werden Verstärkungen gesandt. Die indische Regierung hält die Nachricht für übertrieben. Aus Stadt und Land. J. Friedberg. Wir hatten schon früher Gelegen⸗ heit, in diesen Blättern unseres Landsmannes, des Archi⸗ tekten Manchots, gelegentlich der Mannheimer Ausstell⸗ ung zu erwähnen. Damals wurde sein Entwurf zur Ausstellungshalle preisgekrönt. In letzter Zeit wird sein Name in den betr. Kreisen wieder viel genannt, denn Manchot weilt zur Zeit in Stockholm, wo seine persönliche Anwesenheit behufs Berathung über die Aus⸗ führung seines preisgekrönten Planes zur E r⸗ bauung eines Nation almuseums gewünscht wor⸗ den war. Der Großherzog von Baden, von welchem Manchot vor seiner Abreise nach Schweden zur Tafel gezogen war, hat ihm Empfehlungen mitgegeben, die ihm Seitens der höchsten Kreise der nordischen Residenz das freundlichste Eatgegenkommen erwirkt haben. Der König von Schweden hat ihm wiederholt Audienz erthellt und sich in der liebenswürdigsten Weise mit ihm unterhalten. Wir freuen uns aufrichtig über die wohlverdiente Aner⸗ kennung, die unserem Landsmann als Frucht seines rast— losen Fleißes zu Theil wird und wünschen auch für die Zukunft seinen Arbeiten den besten Erfolg. . die ahre. gegen N Nikolaj sumen.. garen für öhuun 6 daß Gera genen g des Großfürste en der Marine gu oll eine neu erbaul 8 cba intius tragen. f u Mächten bezüglich selteus der hiesige heilungen laufen erung hinaus, ß 5 Versöhnlichste fol ltung gegenüber de garien wird, wie aut gen des Journal de t, eine beobachtende unz will die Dinge assen, und überditz ouflicten mit den al, könnte. . General Sherna, Vereinigten Staat, lücktritt, wird General thalten. Am 8 Feb., die Reihe der pen⸗ Sept. Ein Berich⸗ det: Ein Correspon, e bei Cetewayo im hat, neldet, daß em Tugela des Königs Habe gh 10 4 Aufstand 4 f 1 aß auf Auordug * ö ausgebrochen. s. Friedberg. Wle in anderen Städten Deutsch— unds, so hat sich auch hier ein„Allgemeiner Taubstummen— serein“ gegründet, der zum Zweck hat, erwachsene Taub⸗ zummen zu geistiger Fortbildung und sittlicher Belebung zu vereinigen und gegenseitige Unterstützung bei Krank niten oder sonstiger unverschuldeter Bedürftigkeit, sowie m Alter zu gewähren. Außerdem verpflichtet sich jedes Mitglied nicht allein für sich selbst zum Fleiß, zur Spar⸗ amkeit and zu einem geordneten chtistlichen Leben, son⸗ deen es soll auch bedacht sein, Andere hierzu anzuhalten. Mitglied kann jeder erwachsene Taubstumme in und außer⸗ galb Frledbergs werden, der fähig ist sein Brod zu ver, benen und der einen geordneten sittlichen Lebenswandel führt. Lehrlinge können Aufnahme finden, wofern Ein⸗ »tittsgeld und Monatsbeiträge durch die Eltern oder beren Stellvertreter entrichtet werden. Die Statuten können eingesehen, sowle jede nähere Auskunft kann er⸗ theilt werden durch den Präsidenten Kappenmacher J. Friedrich, sowie durch den Kurator des Vereins, Taubstummen⸗Lebrer Schneider dahier. v. Burggräfenrode. Bei der heute dahier statt— gehabten Bürgermeisterwahl wurde, da der seitherige Bürgermeister Adam Moscherosch, welcher das Vürger⸗ meisteramt schon über 38 Jahre zur Zufriedenheit der Gemeinde versehen hatte, eine Wiederwahl ablehnte, dessen Sohn Heinrich Moscherosch von 70 Abstimmenden ein⸗ siimmig zum Bürgermeister gewählt. Vom hiesigen Ge⸗ fangverein wurde dem Neugewählten Abends ein Ständ⸗ dchen gebracht. 5 th. Stammheim. Bei der am 28. d. Mts. statt⸗ zgehabten Wahl eines Bürgermelsters wurden 107 Stimmen jabgegeben. Davon erhielt H. J. Bermann 92. Dem Neugewählten wurde ein Ehrenbaum vor seine Wohnung gesteckt und vom Gesangverein ein Ständchen gebracht. Darmstadt, 28. Sept. Der gestern in Frankfurt sabgehaltene, aus nahezu sämmtlichen deutschen Staaten besuchte zweite evangelische Kirchengesangvereinstag hat die von der Redactionscommission vorgelegten Statuten imit unwesentlichen Abänderungen einstimmig genehmigt und hierauf den„evangelischen Kirchengesangverein für Deutschland“ als constituirt erklärt. Zum Vorstand des Vereins wurde für die Dauer des nächsten Jahres der seitherige Vorstand des evangelischen Kirchengesangvereins für Suͤdwestdeutschland(Vorsitzende: Geheimrath Hall⸗ wachs in Darmstadt und Professor Dr. Köstlin in Fried⸗ berg) ernannt. Allerlei. Agram, 28. Sept. In der vergangenen Nacht sind zweimal Erderschütterungen wahrgenommen worden. Mecheln, 29. Septbr. Der Erzbischof Cardinal Dechamps ist gestorben. Neapel, 29. Sept. In Casamieciola ist der Typhus Von fünf Erkrankten ist bis jetzt einer Die Kranken sind sofort isolirt worden. Verloosungen. Karlsruhe, 29. Sept. Prämienziehung der badi⸗ schen 35 fl.⸗Loose: 40,000 fl. fielen auf Nr. 157513, 15,000 fl. auf Nr. 386393, je 4000 fl. auf Nr. 10598 und Nr. 355241, je 2000 fl. auf die Nr. 202285 255591 290017 und 387414, je 1000 fl. auf die Nr. 63542 91934 114748 118420 136011 157512 164432 189589 206700 219657 285849 331570. Freiburger(Stadt) 10 Fr. Serten⸗ und Gewinnziehung vom 15. Sept. 1883. Heimzahlung am 15. Januar 1883. Serien: 160 479 525 919 997 1125 1770 1847 2164 2315 2556 2650 2868 3182 3699 3865 3963 4019 4052 4106 4188 4625 4988 5208 6954 7076 7438 7662 7758 7791 7907 7948 8378 8570 8705 8847 9046 9162 9244 gestorben. Loose von 1879. 10075. Gewinne: Serie 997 Nr. 4, S. 1125 Nr. 20, S. 1770 Nr. 3, S. 1847 Nr. 14, S. 2315 Nr. 7 S. 2650 Nr. 23, S. 2868 Nr. 24, S. 3865 Nr. 3, S. 3963 Nr. 12, S. 6954 Nr. 25, S. 7076 N S. 7907 Nr. 1, S. 8378 Nr. 19, S. 8705 Nr. 20, R Fr. 1000. Serie 3699 Nr. 9, S. 4052 Nr. 4 19, S. 4188 Nr. 1 5, S. 6954 Nr. 23, S. 7076 Nr. 13, S. 8847 Nr. 1, à Fr. 300. Serie 525 Nr. 3, S. 1847 Nr. 238, S. 2164 Nr. 25, S. 4052 Nr. 8, S. 4188 Nr. 9, S. 7758 Nr. 8, S. 8378 Nr. 16, S. 9046 Nr. 3, S. 9162 Nr. 22, S. 9244 Nr. der 100. Serie 997 Nr. 5, S. 1125 Nr. 19, S. 1847 Nr. 4, S. 3182 Nr. 4, S. 3963 Nr. 13, S. 4019 Nr. 5, S. 4106 Nr. 8 16, S. 4188 Nr. 25, S. 5208 Nr. 11 18, S. 7438 Nr. 16, S. 7662 Nr. 12, S. 7791 Nr. 13, S. 7907 Nr. 7, S. 8570 Nr. 13, S. 8847 Ny. 3, S. 9244 Nr. 25, S. 10075 Nr. 1 15, à Fr. 50. Die übrigen Nummern obiger Serien erhalten je 10 Fr. Mailänder 10 Lire⸗Loose von 1866. Ziehung vom 17. Sept. 1883.— Heimzahlung am 15. Dez. 1883. Gezogene Serien: 51 66 136 198 260 311 389 424 416 498 595 650 753 758 769 824 828 949 1052 1063 1087 1104 1138 1175 1274 1232 1334 1347 1384 1435 1466 1504 1545 1630 1653 1729 1778 1792 1828 1894 1942 2003 2038 2093 2125 2129 2212 2226 2241 2242 2330 2544 2708 2861 2931 2955 3097 3167 3250 3271 3311 3339 3348 3377 3420 3442 3479 3547 3672 3684 3752 3831 3924 3929 3935 3943 3965 4037 4175 4227 4234 4257 4261 4341 4363 4407 4427 4514 4585 4603 4634 4654 4723 4782 4838 5037 5105 5123 5370 5449 5451 5593 5607 5634 5716 5723 5764 6195 6198 6247 6255 6299 6314 6330 6382 6637 6641 6700 6760 6830 6874 6944 7036 7038 7127 7205 7274 7294 7383 7493. Gewinne: Serie 6637 Nr. 61 à Lire 50000. S. 4393 Nr. 22 à Lire 1000. S. 493 Nr. 94 à Lire 500. S. 3348 Nr. 30, S. 5607 Nr. 34, S. 6198 Nr. 37 F Lire 100. S. 2129 Nr. 68, S. 3097 Nr. 74 76, S. 3167 Nr. 88, S. 3271 Nr. 84, S. 3311 Nr. 96, S. 4603 Nr. 75, S. 4723 Nr. 69, S. 5716 Nr. 50, S. 6198 Nr. 4 à Lire 50. S. 1104 Nr. 39, S. 1334 Nr. 13, S. 1501 Nr. 41, S. 2093 Nr. 40, S. 2242 Nr. 99, S. 3377 Nr. 23 41, S. 3479 Nr. 28 100, S. 4514 Nr. 24, S. 4634 Nr. 57, S. 4782 Nr. 6, S. 5105 Nr. 17, S. 5593 Nr. 90, S. 6314 Nr. 4, S. 6760 Nr. 26, S. 6874 Nr. 15, S. 7294 Nr. 71, A Lire 20. Die übrigen Nummern obiger Serien er— halten je 10 Lire. Gerichtssaal. Butzbach, 29. Sept. Das gestrige Schöffengericht verhandelte und erkannte in folgenden Sachen: 1) Joh. Göbel V. von Pohlgöns, angeklagt des Betrugs, wurde von Strafe und Kosten freigesprochen und letztere ein schließlich der Vertheidigungsgebühren, dem Staate zur Last gelegt; 2) wurde Georg Weil und Bartholomäus Bayer, beide von Rockenberg, angeklagt wegen Mißhand⸗ lung, für schuldig erkannt und demgemäß, Milderungs- gründe ausschließend, zu je! Monat Gefängniß und Tragung der Kosten verurtheilt; 3) wurde Beigeordneter Jost Fett von Hausen, angeklagt wegen Beleidigung, für schuldig erkannt und demgemäß zu 50 Mark Strafe ev. 10 Tage Haft, sowie zur Tragung der sämmtlichen Kosten verurtheilt; 4) die Strafsache gegen H. Müllers Eheleute von Eschenrod mußte wegen Nichterscheinens der mitangeschuldigten Ehefrau, gegen welche Vorführ— ungsbefehl erlassen worden ist, auf den 5. Oetober ver⸗ tagt werden; 5) die Sache, betr. Ludw. Suppes von Kirchgöns, angeklagt, die öffentliche Ruhe gestört zu haben, kam ebenfalls nicht zur Verhandlung, indem Suppes seinen Einspruch gegen die ihm zuerkannte Strafe vor der Hauptverhandlung zurückzog. Gleßen. Schwurgerichtsverhandlung am e und 28. d. Mts. gegen Sebastian Schneider von Willofs, wegen Raubmords. Derselbe ist beschuldigt, daß er am 22. März d. J. auf dem Wege zwischen Willofs und Grebenau den Aron Weihl von Grebenau vorsätzlich ge— tödtet und daß er die That mit Ueberlegung ausgeführt habe. Die Geschworenen sprachen das Schuldig aus, worauf das Gericht ihn zum Tode verurtheilte. Altenstadt. In der Don erstag den 4. October da⸗ hier stattfindenden Schöffengerichtssitzung kamen folgende Sachen zur Verhandlung: 1) Strafsache gegen Konrad Bonrad und Jacob Würz von Langen Bergheim, wegen Diebstahls; 2) Strafsache gegen Georg Hofmann von Lindheim, wegen Thterquälerei; 3) Strafsache gegen Heinrich Wenzel Wittwe von Rommelhausen, wegen Be⸗ leidigung; 4) Strafsache gegen Joh. Adam Hornung von da, wegen Beleidigung; 5) Privatklagesache der Georg Walther Wittwe von Langen-Bergheim gegen Adam Kraft ll. Ehefrau von da, wegen Beleidigung; 6) Strafsache gegen Philipp Berg von Rodenbach, wegen Pfandveräußerung. Handel und Verkehr. Friedberg, 29. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete der Pfd. M. 0.90— 1.10, Eier 1 St. 8, 2 St. 15 Pf. Gießen, 29. Sept. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.90 1.03, Eier 1 St. 6—7 Pf., Käse per St. 5—9 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.65. Hühner per Stück M. 0.85— 1.20, Hahnen per Stück M. 0.55— 0.85, Enten per Stück M. 1.40 1.70, Ochsen⸗ fleisch per Pfd. 70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 56 60 Pf., Kalbfleisch 50— 54 Pf., Schweinefleisch 62- 64 Pf., Hammelfleisch 62— 70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.50— 4.50, Gänse per Pfd. 46—58 Pf., Zwiebeln per Centner M. 7.50 8.50. Gießen, 26. Sept. Auf dem heute und gestern da⸗ hier abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrieben: 1396 Stück Rindvieh und 1077 Stück Schweine. Fast sämmt— liches aufgetriebene Vieh war schön und gut genährt und hielten sich die Preise durch den lebhaften Handel am ersten Tage den früheren gleich, während am zweiten Markttage, als am Ochsenmarkt, der Handel nicht so belebt und die Preise etwas niedriger waren. Nächster Markt Dienstag den 9. und Mittwoch den 10. Oktober d. J., am letzteren Tage auch Krämermarkt und findet an diesem Tage, Morgens 8 Uhr, das Verlesen der Krämerstände statt. Frankfurt, 28. Sept. Buttermarkt. Im Engros⸗ handel wurde heute Butter mit M. 92 pr. Ctr. bezahlt, im Detallverkauf kostete dieselbe je nach Qualität der Waare M. 1.15— 1.30 per Pfund.— Heu- und Stroh⸗ Markt. Die Zufuhr belief sich auf 36 Wagen und wurde bezahlt je nach der Qualität per Centner für Heu M. 2.80—3.50, für Stroh M. 2.80 3,30. Frankfurt 28. Sept. Kälbermarkt. Es waren an⸗ getrieben 214 Stück und wurde bezahlt für 1. Qualität 75 Pf., 2. Qual. 70 Pf. und 3. Qual. 65 Pf. per Pfund Schlachtgewicht. Von nächster Woche an werden Kälbermärkte nur Montags und Donnerstags abgehalten. Frankfurt, 27. Sept. Viehm. Der heutige Markt war sehr schwach betrieben; einschließlich des großen Restes vom letzten Markt standen nur ca. 100 Stück Ochsen und 20 Stück Kühe und Rinder am Platze. Da nicht viele Käufer erschienen waren, genügte der Stand und wurde derselbe bis auf etwa 20 Stück Ochsen zu den Preisen des letzten Montags verkauft. Frankfurt, 29. Sept. Wochenmarkt. Die Zufuhr in Gemüsen war wie seither schon eine sehr bedeutende. Weißkraut standen allein 22 Wagen am Markt. Der Preis war per 100 Stück M. 10— 12, für kleine M. 8, S. 389 Nr. 10, S. 2330 Nr. 70, M. 8, rothe M. 9. im Ctr. wurde M. 2.70 bezahlt. Blumenkohl große Exemplare 10-15 Pf. per Stück, Zwiebeln per Centner Kartoffeln per Malter(200 Pfd.) M. 3.50— 4.50.— Eier per Hundert M. 5.80— 6.80. Wildpret und Geflügel: Hahn M. 0.80— 1.70, Huhn M. 1.20— 2, Ente M. 2—3, Gans M. 4—8, Taube 50 vis 60 Pf., Feldbuhn M. 1.70— 1.80, Capaun M. 3 bis 4, Welsche M. 5—11, Hase M. 3.50—4. Mit dem 1. October tritt Bulgarien dem Pariser Uebereinkommen vom 1. October 1878, betreffend den Austausch von Werthbriefen im internationalen Verkehr, bei. Der Meistbetrag der Werthangabe bei Werthbriefen nach Bulgarien beträgt 8000 Mark. Die Taxe setzt sich zusammen aus dem Porto und der festen Gebühr für einen Einschreibbrief von gleichem Gewicht und Bestimm⸗ ungsort, sowie aus einer Versicherungsgebühr von 20 Pf. für je 160 M. Die Werthbriefe sind nach allen bedeu⸗ tenden Orten Bulgariens zulässig; über die Namen dieser Orte wird auf Wunsch bei den Postanstalten Auskunft ertheilt.— Vom 1. Oet. d. J. ab ist das Porto ohne und mit Werthangabe bis zum Gewicht von 5 Kilogramm im Verkehr zwischen Deutschland und Schweden stets vom Absender im Voraus zu entrichten. Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 2. Oetober. Tell.(Oper.) Mittwoch den 3. Oetober. Robert der Teufel. Abonn. Donnerstag den 4. October. Fidelto. Freitag den 5. October. Alda. Außer Abonn. Samstag den 6. October. Die lustigen Weiber von Windsor. Samstag den 7. October. Der Prophet. Schauspielh aus. Dienstag den 2. October. Die Versucherin. Der moderne Barbar. Eine Tasse Thee. Mittwoch den 3. October. Viel Lärm um Nichts. Donnerstag den 4. October. Geschlossen. Freitag den 5. October. Iphigenia auf Taurtis. Samstag den 6. October. Königslieutenant. Sonntag den 7. Oetober. Freund Fritz. Geld⸗Cours. Frankfurt, am 29. September 1883. 20⸗Frankenstü cke 16. 18—22 do. f 5 Außer in 1½ 16. 16-20 Englische Sovereings. 20. 3438 Russische Imperkales. 16. 71-76 Düeg ten 9. 70-75 „ en ee, 9. 63—67 Dollars iy Golffd 4. 18 22 Briefkasten. D. in Münzenberg. Reclamationen wegen nicht er⸗ haltener Nummern sind stets, wie schon oft bemerkt, an das zuständige Postamt zu richten, das dieselben, wenn sie begründet, ohne Kosten für den Reclamanten und für uns erledigt. Die Expedition. Pfennig⸗Sparkasse. Sammelstellen. Eiulagen. Vetrag. M. Pf Vestand am 1. Juni 1883 sammt Zinsen 28722 96 Uebertrag vom 22. Sept. 1883 10181 7066 95 1. C. Bindernagel.. 69 48 15 2. W. Bernbeck 173 118 1 3. E. Oppenheimer 146 112 25 1. H. 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Wechsel 25403. 33 Depositen„ 17609.— Conto-Corrente A.„ 106169. 53 Conto-Corrente B.„ 58030. 22 Spar-⸗Einlagen„ 42582. 68 Anlehen-Conto„ e Bank⸗Conto„ 19700. 08 Auswärtige Correspondenten„ 3972 0 Pfennig-Sparkasse 5 1187. 61 Effeeten 77 9440. 03 Depositen-Zinsen-Conto 0 4. 70 Unkosten 5 1497. 81 Kassebestand pro 1. Oetober 1883„ 28151. 31 M. 324375. 46 Eingang. Ausgang. M. 31822. 78 Wechsel⸗-Conto-Corrent A. M. 38377. 54 „ 2780.— Wechsel⸗-Conto-Corrent B.„ 12515. 20 „ 33516. 83 Wechsel⸗Bank⸗Conto„ 15550. 39 eee e Wechsel-Giro„ 13473. 53 31165. 55 Effekten-Conto 40955. 71 7 M. 114847. 77 M. 120872. 37 Ein stolzer Schnurr ba der erwedt stets das Interesse 8 0 60 Mädchenwelt. rt Schnurrbart keine Liebe. 2 Ohne Schnurrbart leinguß em Schmturr⸗ oder Voll bart noch fehlt, er laufe sich gleich eine Dose Paul Bosse's Mustaches-Balsam. Ganze Dose. 2.50, halbe I. 1,50. FJavoxit⸗Balsam für üppigen Kopf⸗ Sgarwuchs p. Dose K. 2,50.— Zu haben bei Paul Bosse, Frankfurt a. 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Letztere werden daher ersucht, Karten für Uhl t it dun reservirte Plätze a 2 Mark und solche für den ersten Platz à 1 Mark spätestens bis zum 10. Oetober in den beiden hiesigen Buchhandlungen entgegen zu nehmen. füllung vorber bestimmt und vergeben werden, so können auswärtige Refleetanten nach jenem Termin nicht mehr berücksichtigt werden. Friedberg am 26. September 1883. 3491. Die Finanz-Commission. Bei der am 4. d. Mts. stattfindenden Bügermeister wahl in Nieder-Mörlen glauben wir als den entsprechend— sten Candidaten unseren seitherigen Herrn Bürgermeistet Möbs vorschlagen zu dürfen, da derselbe doch in jeder Hinsicht seiner Pflicht, so viel uns bekannt ist, stets Genüge geleistet hat und es ihm gegenüber ein Undank wäre, seine Stimme einem anderen Candidaten zu geben, Deßhalb Mitbürger fordern wir Euch auf, an genanntem, Tage zur Wahlurne zu gehen und Eure Stimmen fur unseren seitherigen Herrn Bürgermeister Möbs abzugeben. Nieder-Mörlen, 30. September 1883. 3563 Mehrere Wähler. Heute und morgen ist mein Geschäft Feiertags halber geschlossen. Friedberg, 2. October 1883. 540 Mauer J. Hirsch. Den Empfang der Riodellhüte zeige ich hiermit ergebenst an. Gleichzeitig empfehle ich mein Lager in Regenschirmen, Corsetten, Tüchern, Schürzen, Wolle⸗ und Weißwaaren u. s. w. 3520 2 Dorothea Barnas⸗Falck. Jagdwesten 3231 in großer Auswahl empfiehlt i Isidor Stern. Gestrickte Kinderkleider, Jr und Gamaschen, sowie Schlaber billigst bei K. Friedrich. Winterschuhe und Stiefel find in größter Auswahl und guter Waare frisch eingetroffen und empfehle solche bestens. Uusagasse. 9450 Hch. Diehl. Cor fetten in großer Auswahl. G. F. Aletter. 3 Kaffee, gebrannt, in feinster Mischung, per Pfund M. l., 1.20, 1.40, 1.60, 1.70, in bekannter vorzüglicher Qualität. 3558 J. A. Windecker. Aecht chines. Haarfärbemittel, a Fl. 2 M. 50 Pf., halbe Fl. M. 1.25. In Zeit von 5 Minuten kann man seine Haare dem Gesichte kleidsam ächt färben, blond, braun und schwarz und hinterläßt keine nachthetiligen Folgen für die Haut— 3544 Rothe& Co. in Berlin. Niederlage in Friedberg bei K. Oberhöfer, Friseur. Verantw. Red.: Carl Vindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. 1 1 Da sämmtliche Plätze zur Vermeidung einer Uebe g 0 sti 1 Hunder kele achten 1 trachtell 550 Denk Auen Jup 0 1 1 1 „ 5 1 enden, Ju N Gakengel. Lande alle, hat adden elraßen Zladt fit Die! gehenden aungestal polhsten Die! ten, i ür läng dus soli Aheinuf don vie den Pl dem in Sehr u Ludwig Hobel acht, en-“ Fladte zudt J Irovinz eferte irthun und es u dank Leseun afzig um! ein die d 0 endli Tun mit den prac von vere Krit und Uni men entl Gli Hal schle tell Ula gan ehe bar lb. 2 = ein g ** lf erheslischer An i a cis Seilage. 5 M 115. Tckober fi ur diess igen ee a g——————— 5 an mich 8 Jah.—— 1 gefällsa ch aus Na; N R: au bit einrechen Die Einweihung des Niederwald Denkmals. mich eben(Nach dem Frankf. Journal und den Hess. Volksblättern.) a Hunderttausende von den Bewohnern der gesegneten und oberhalb einer Seitenrampe standen die Depu Darauf hielt Landesdirector Sartorius eine An 88 Uhr ein feier. Plätze U Nonatsd e ö—* ur die Bes vartigen g 0 en dal. 8 daher ersucht, f und solche 9 ois uche Jesuche Karten ei zum 10 Jer den asg agen u u l f Veel qu nehmen. b verde dag Air Rec vergeben werden, so könne gen sceben oͤnng ch jenem Termin nicht meh eptember 1883 NN Die alkfidenden Buͤgermeisie hben N 1 J den wir als den enksprechin! herigen Herrn B N er urgermeist da derselbe 0 1 lil viel uns bekannt sst, siaß 8 ihn gegenüber ein Unda uderen Candldaten zu gebe, wir Euch auf, an genannt den und Eure Stimmen fi meister Möbs September 1883. Mehrere Vahlen en ist mein Geschaf er geschlossen. Oetober 1889. ger J. Hirecl. er Modellhü Gleichzeitig empfehle! en, Corsetlen, Tüches, paaren u. s. w. Barnas: Falck. vesten empfieblt g Isidor Stern, 177 Jickchen, Nöckgh leider, gestr. Kinderschl lber billigt bel K. Fried * 2 5 1 und Stiefel und guter Wagre frisch le solche bestens. Sc. Diehl. tte! G. F. Aletter 0 Min- und Rheingaue mochten heute Morgen den grauen, n dunkelem Gewölk bedeckten Himmel besorgten Blicks —— berachten, der für den Tag der Einweihung des U wi d⸗Denkmals nichts weniger als Kaiserwetter verhieß. Nieder Mein Jupiter Pluvius ließ es bei einigen Regenschauern ersannbependen und überließ dann, wenn auch manchmal duekles Gewölk zusammenschiebend, der Sonne und dem uu des Himmels das Feld. In Rüdesheim, das durch Böllerschüsse und Gockengeläute schon in früher Morgenstunde weit in di Lande hinaus den Anbruch des Festtages verkündet hatte, hatte man große Mühe, sich durch die dichten Menschenmassen hindurchzuwinden, welche die engen Sbaßen der im reichsten Fahnenschmuck prangenden Sndt füllten. Die Rheinstraße, die zu den bergaufwärts sich hin genden Wegen führt, war zu einer via triumphalis gestaltet worden, die zu dem schönsten und geschmack sten gehört, was wir seit langem gesehen haben. Die Rheinhalle, welche die hohen Herrschaften be ten, ist eigens für das Fest neu erbaut, hat aber, längere Dauer bestimmt, den Charakter eines durch s soliden, schönen Holzbaues. Sie liegt hart am seinufer neben dem Bahnhofsgebäude. Das schmucke, ven vier Eckthürmchen flankirte Gebäude wurde nach dn Plänen des Regierungsbaumeisters Rowald von dm Zimmermeister Leikert in Oberlahnstein ausgeführt. ehr reich ist der innere Raum gi 1 decorirt; hier hat udwig Grüder von Frankfurt a. M. in imitirten (obbelins zwei hübsche bezügliche Decorationen ange lacht, darstellend den Vater Rhein und eine Rhein ren-Gruppe, sodann sind die Wappen aller rheinischen dadte zu sehen und die Wappen des Reiches, der gaadt Frankfurt, des Königreichs Preußen und der ovinz Nassau. Die sehr schmuckreiche Schlosserarbeit (ferte Valentin Hammeran in Frankfurt. Die Be lrthung oblag dem Bahnhofs Restaurateur Roos, ud es hat derselbe seiner sorgfaͤltigen Geschäftsführung danken, daß ihm die Ehre zu Theil wurde, heute ein sejeuner für etwa dreihundert Ehrengäste, darunter etwa snfzig fürstliche Personen, serviren zu dürfen. Auf allen Wegen zog die Bevolkerung der um lͤgenden Städtchen und Dörfer heran, Zug auf Zug hr in den Bahnhof ein und schüttete jedesmal mehr e 1000 Personen aus, die nun, meist nach kurzer (närkung in den zahlreichen Weinstuben dieses durstigen kädtchens, zu Fuß oder zu Wagen den Aufstieg zum siederwald-Denkmal begannen, das von allen Seiten en staunenden Blick auf sich lenkte. Hoch über den naldbedeckten Kamm des Berges emporragend und h hell und scharf vom Horizont abhebend, macht das sational-Denkmal einen ganz gewaltigen, über alles gewohnte weit hinausgehenden Eindruck auf jeden Be auer, der sich der herrlichen Statue vom Thale aus nähert. Schon begann sich die Schuljugend, allezeit zuerst r Stelle, zu sammeln; die kleinen Mädchen, im krepp zothen, mit einer Bordüre von Eichenblättern versehenen lleidchen, schwarzem Mieder und Eichenkranze auf den londen Köpfen, die Knaben im schneeweißen Hemd, urzen Kniehosen und meist Schiffermützen als Kopf edeckung. Behörden, Deputirte, Militär, Feuerwehren, rieger-, Turners, Gesangvereine nahmen Aufstellung, tationen von Kriegervereinen mit ihren Fahnen. Die Ordnung der Aufstellung schloß sich an die Armeecorps an, so daß das erste Corps auf dem rechten Flügel stand. Innerhalb eines jeden Corps standen die Ver eine nach der alphabetischen Reihenfolge der Ortsnamen. Die Vorstände der großen Kriegerverbände, namentlich auch des bayerischen, württembergischen, badischen und hessischen, standen unmittelbar vor der Figur des Krieges, die ja auch von allen Kriegervereinen gestiftet ist. Rechts vom Denkmal unter der Figur des Friedens standen Studenten und Schüler, ebenfalls die Stifter dieser Statue. Oberhalb der Seitenrampe auf der Rüdes heimer Seite standen Deputationen der Männergesang vereine mit ihren Fahnen, weiter unten Vertreter der Turnvereine mit der großen Turnerfahne. Unmittelbar vor dem Denkmal standen vier Militäreapellen, sodann die Bildhauer, Architekten, Erzgießer, Maurer, Stein theilgenommen haben. um halb zwölf Uhr erfolgte die Ankunft des Kaisers mit Extrazug auf dem Kreuzungspunkt der Eisenbahn und der Geisenheimer Landstraße. Von allen Seiten krachten die Boller, die Glocken läuteten, die Menschen menge rief begeistert Hurrah und wurde nicht mude, den geliebten Herrscher auf seinem ganzen Wege mit lautem Jubel zu begrüßen. Mit dem Kaiser waren folgende Fürsten erschienen: Kronprinz Friedrich Wil helm des deutschen Reichs und von Preußen, Konig von Sachsen, Prinz Luitpold von Bayern in Vertretung des Königs von Bayern, Prinz Wilhelm von Wurttem ber in Vertretung des Königs von Wurttemberg, der Großherzog, die Großherzogin und der Erbprinz von Baden, der Großherzog von Hessen, der Großherzog von Sachsen, Prinz Wilhelm von Preußen, Prinz Friedrich Karl von Preußen, Prinz Albrecht von Preußen, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, Prinz Georg von Sachsen, Prinz Ernst und Prinz Friedrich von Sachsen- Meiningen, der Erbgroßherzog von Sachsen, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen, mont, der Fürst zu Fuürst zu Schwarzburg Rudolstadt, jungere Linie, der Furst zu Schaumburg Lippe, der Erbprinz von Hohenzollern. Außerdem der Burger meister der freien Stadt Bremen, der Bürgermeister der freien Stadt Lubeck, General Feldmarschacl Graf Moltke c. Im Momente, da der kaiserliche Wagenzug(über 120 Equipagen) den Waldsaum erreichte, erschock eine Fanfare, bald nachher, beim Aussteigen, eine zweite, fast erstickt von dem brausenden Jubel der Menge. Der Kaiser kam mit dem Kronprinzen, der die Kürassieruniform e trug. Vor ihm her zog eine Schwadron Bonner Husaren mit Musik. Der gkatser verließ auf fallend leicht den Wagen, ohne Hilfe seines General adjutanten. Vor dem Denkmal war die glänzendste Gesellschaft versammelt. Wog auch das Militär vor, so waren doch viele vornehme Civilpersonen bemerkbar. Wir er— wähnen zunächst Bennigsen, Simson, Becker, Bam berger, Wedell Malchow, Windthorst, Frankenstein, Heinemann. Zahlreich waren die Mitglieder des Reichs tags, Landtags, Bundesraths, letzterer vollzählig, des um vom Bahnhof anfangend bis hinauf zum Denkmal in ununterbrochenes Spalier bildend, den Kaiser und le deutschen Fürsten an sich vorbeiziehen zu sehen. Einen prachtvollen Anblick gewährte die gidliche Linie der Krieger, Veteranen-, Gesang V urnvereine mit dem Auge zu verfolgen, wie ste mit Musik und Trommelschlag, Fahne hinter en Berg hinauf schlängelte. 2 urachtvolle Fahnen von Kriegervereinen, et on Turnvereinen und ca. 40 Fahnen von Gesang zereinen wurden den Berg hinaufgetragen. Unter den Friegervereinen befanden sich zahlreiche gediente, Offiziere und Mannschaften aller Waffengattungen in voller uniform. Allmählig kam Ordnung in diese Menschen menge und man sah deutlich, wie sich Alles den Weg utlang, den der Kaiser kommen mußte, in Reih und Glied aufstellte, während oben am Denkmal selbst die hahnen sich zu einer bunten wehenden Masse zusammen thlossen. Der ganze Festplatz war es, un ln die 300 meist hochst va 60 Fahnen oben durch Parade- Auf vellung von Truppen abgegrenzt. Den Mittelpunkt des Glatzes bildete das Kaiserzelt, von welchem aus das sanze Denkmal und alle Nebenanlagen am besten ge ehen werden konnten. Fünfzig Sessel im Kaiserzelte waren von den fürstlichen Personen besetzt, vor dem elben waren rechts die Platze für die Generäle, deren Porträts auf dem Hauptrelief des Denkmals angebracht ind. Zur Linken standen die obersten Reichsbehörden, ie Vorstände des Reichstages Ubgeordnetenhauses, die Spitzen der Bertreter von Kunst und Wissenschaft. Daneben waren Tribünen für Damen und Herren, an diese angeschlossen siie Berichterstatterplätze. An der ganzen Fahrstraße n der Behörden und die Boigts Rheetz, Franseki, Schlothe und zog die in strammer Haltung aufmarschirende sich compagnie des ersten Garderegiments zu Fuß, Fahne, Prinz „des Herrenhauses, des Herrenhauses und der parlamentarischen Korperschaften der Einzelstaaten anwesend. Von bekannteren Militar personen nennen wir: Stosch, Hann von Weyern, im, Rauch. Allgemein Leib welche Wilhelm von Hohenzollern commandirte, die Auf merksamkeit auf sich. Seiten des Kaiserzeltes Aufstetlung. Die Ehrenjung frauen trugen alle Eichenkranze im Haar und hatten schwarz weiß rothe Schärpen um. deutschen Colonien im Auslande waren mehrere an wesend. Nachdem die allerhöchsten, höchsten und hohen Herr schaften in dem großen Zelte Platz genommen uno die Vorstellung des Comites beendet war, begrüßte eine Deputation von Mainzer Damen und Herren die kaiserlichen Herrschaften. Diese Deputation überreichte dem Kaiser durch Frl. Ihm von Mainz ein Bouquet und deren von Bodenstedt gedichteten Verse durch die genannte Dame mit warmem, begeistertem Tone vorgetragen wurden. Fräulein Hey'l von Wies baden hatte schon vorher beim Empfange in Rudes heim einen Strauß überreicht unter Vortrag von Versen, die E. Ritterhaus gedichtet. Ein Kanonenschuß verkündete die bevorstehende Ent hüllung und in allen Orten des Rheingaues begann Glockengeläute. Die Musikcorps intonirten alle Gott!“ Nach Beendigung des Chorales hielt der Vorsitzende des Fest-Comites, Staatsminister und Oberprasident Graf zu Eulenburg, die Festrede. Widmung, metzen und Zimmerleute, welche an der Aufrichtung der Herzog von Sachsen Meiningen, kommend), der Fürst zu Waldeck und Pyr Schwarzburg⸗Sondershausen, der die in Mainz einliefen, der„Fürst Reuß Stadt, besonders das ganze Rheinufer, war herrlich ge ö sprache an den Kaiser. Nun ertheilte der Kaiser den Befehl zur Enthüllung des Reliefs. Unter dem Donnern der Geschütze, Tusch der Musikchöre, dem Salutiren der Schiffe auf dem Rhein fiel die Hülle. Jubelnd stieg aus der unge heuren Menschenmenge der Gesang„der Wacht am Rhein“ zum Himmel hinan, in den Alles oben auf dem Berge wie unten im Thale einstimmte. Der Kaiser und die anwesenden Fürsten besichtigten zum Schluß das Denkmal eingehend, uber das sich der Monarch voller Lob äußerte. Der Kaiser sagte, er danke Allen, die zur Errichtung des Monuments mit beigetragen, und trat dann, nach allen Seiten grüßend, unter den sich den Berg hinab fortpflanzenden Hurrahrufen der Menge die Rückkehr an. 5 Im Moment des Fallens der Hülle wurde das Denk mal von der Sonne Glanz übergossen, es machte einen unbeschreiblichen Eindruck, von den Höhen und Tiefen donnerten die Kanonen. Der Kaiser stand lange sinnend und nickte öfters nach dieser und jener Seite. Um 9 Uhr früh hatte unter dem Donner der Ge schütze, der Musikchore und einer nach Tausenden zählenden jubelnden Menschenmenge die Festslotille das Rheinufer in Mainz verlassen, um die Fahrt nach Rüdesheim anzutreten. Voran fuhr das im reichsten Fahnenschmuck prangende Salonschiff„Wilhelm, Kalser und Konig“, dann kam der Salondampfer„Humboldt“, beide Schiffe des Comités. Personendampfer waren es folgende; „Bismarck“,„Moltke“,„E. M. Arndt“,(in Biebrich sich anschließend),„Kriemhilde“,(von Worms kommend). Schleppdampfer:„Rhenus V.“,„Mathias Stines II.“, „H. A. Disch y.“,„Taunus“,„Friedrich der Große“, „Tauerei Köln“,„Franz Haniel II.“,„Joh. Faber III.“, „Elsaß“ und„ithenus IV.“ Personen Dampfboote; „Ludwigsbahn III.“,„Ludwigsbahn J.“(n Eltville sich anschließend),„Stadt Ludwigshafen“(von Ludwigshafen „Ludwig IV.“,„Lessing“,„Wilhelm, Prinz von Nassau“(in Eltville sich anschtießend),„Cornelius“ und„Schwanheim“(von Frankfurt kommend). Die Betheiligung war eine ganz colossale, denn alle Züge, waren geradezu überfüllt. Die schückt. Schuß auf Schuß wurde während der Fahrt von den Schiffen gelost und von den Ufern kräftig er wiedert. Die Bevolkerung kam an allen Orten, welche die Flotte passirte, schaarenweise herbei und begrüßte laut jubelnd die Schiffe. Halb 12 Uhr traf die Flottille vor Rudesheim ein. Die stolzen Schiffe, dicht mit„Hurrah“ rufenden, Hüte und Tucher schwentenden Menschen be setzt, gewahrten mit ihren hunderten bunten Flaggen und Wimpeln ein prachtvolles, geradezu ein schones Schauspiel, als sie sich zu einem weiten Halbkreis ver einigten und auf ihnen, nachdem oben auf dem Berg ein weithin droöhnender Kanonenschuß den Beginn der Enthullungsfeierlichkeit angezeigt, aus 10,000 Kehlen ein gewaltiger Gesang mit Masikbegleitung ertönte, dessen Tonwellen mächtig uber den Rhelnstrom dahinflutheten und sich mit dem Gelaute zahlreicher Glocken vereinigten. Herrlich war der Anblick oieser Flotte vom Berge herab. 25 Meter hoch uber der Bergspitze des Niederwaldes erhebt sich der gewaltige Unterbau des Denkmals und auf ihm in der Hohe von 10½ Metern die Germanka. In der Mitte des unteren Sockels befindet sich eine Gruppe von zwei Figuren: der Mhein übergibt mit der Rechten der Mosel das Wachterhorn. Die Linke hebt Anstrengungen und Gefahren aufmerksam machen. Die Compagnie nahm zu beiden Deputationen von eine von der Hand Rissel's angefertigte kunstlerisch schöne „Nun danket der bisherige Wachter des Reiches belehrend hoch, gleich sam als wocle er seine Nachfolgerin auf die Schwierigkeit des übertragenen Amtes, auf die mit diesem verbundenen Die beiden Ecksocgel des Unterbaues krönen zwei adegorische Figuren, der„Krieg“ und der„Friede“, jene links, diese rechts vom Beschauer- Ein wildblickender Jungling, in der Rechten das Schwert, in der Linken die deriegsposaune, steht der „mannermordende“ Krieg da, ein Bild der Stärke, des Muths und der Entschlossenheit. Die nervige Mechte hat den Schwertgriff umspannt und unter dem durch die Aufregung hervorgerufenen Druck der Hand zittert das Schwert nach, es endet in Windungen. Pie Posaune hat er an den Mund gesetzt und seine aufgeblähten Backen zeugen davon, daß der Kriegsruf weit hinaus in das Lando tönen muß, um die Kampfer zu sammeln. die Haare des Junglings strauben sich, aus einem stahlernen Helm wallen Ftammen hervor. Die Brand sackel des Krieges leuchtet. Stahlerne Schuhe bedecken seine Füße, seine Flugel sind gestellt, als mußte er augenblicklich zum Kampfe. Sein Gegentheil ist der„Friede“. Eine Jung frau mit miloem Engetsantlitz, die Haare lang an den Kopf geschmiegt und auf die Schultern herabfallend, trägt der„Friede“ in der Linken ein Füllhorn, in der Rechten einen Friedenszweig, das Gewand der Jung frau ist hochgeschurzt, ie wich die gesammten deutschen Lande durchwandern, um überallhin Segen und ptuhe zu verbreiten. Auch ihre Flügel sino hoch emporgerichtet, aber sie setzen an, um leicht und schwebend die Vesitzerin F... ˙ A hinabzutragen in die Gaue des deutschen Vaterlandes. Ihr Haupt schmückt ein Blumenkranz. 5 Zwischen beiden Figuren breitet sich ein Relief aus, den König Wilhelm, umgeben von seinem Kriegsvolk, auf dem Auszuge zum Kampfe darstellend. Alle Krieger eilen nach links, als hörten sie den Posaunenstoß des Jünglings, dem„Kriege“ 1 In der Mitte reitet König Wilhelm, rechts von ihm schreitet der König von Bayern, zu seiner Linken König Johann von Sachsen. Ihnen reihen sich die Fürsten des Reiches und die 7 55 des Heeres, vor Allem Bismarck und Moltke an. Aus nahezu 200 Figuren setzt sich das Relief zusammen, alle in Lebensgroße, viele mit portraitähnlichen Köpfen. Ueber dem Haupte des Kaisers sieht man, um die Flagge des norddeutschen Bundes gruppirt, die Fahnen der anderen Staaten, das Ganze stellt dar die„Wacht am Rhein“. Unter ihm sind die Strophen des Schnecken— burgischen Liedes eingemeiselt, in gröberer Schrift die Worte:„Lieb Vaterland magst ruhig sein, fest steht und treu die Wacht am Rhein.“ „Abschied“ und„Heimkehr“ stellen zwei an den Seitenwänden des unteren Sockels angebrachte Reliefs dar: Auf dem ersteren nimmt zur Linken ein bayerischer Cavalerist Abschied von Vater und Mutter. Der Vater hält segnend seine Linke auf den Kopf des Sohnes, die Mutter will ihn mit beiden Händen zurückhalten. Aus dem Gesichte des Vaters spricht gedankenschwerer Ernst, aus dem der Mutter bange Angst um das Schicksal des Lieblings, des Sohnes Gesicht und seine zum Himmel emporgehobene Linke zeigen an, daß er den Sieg erhofft. Im Mittelpunkt nimmt ein junger Krieger Abschied von einer Jungfrau, welche ihren Bräutigam mit den Armen am Halse umschlungen hält. Die ergreifendste Scene bietet die rechte Seite. Ein Landwehrmann, dessen Gewerbe, wie die umliegenden Taue, Netze und Segel andeuten, das eines Schiffers ist, nimmt Abschied von seiner Familie. Die Mutter, welche eingesehen, daß keine Bitten im Stande find, den Gatten zurück zuhalten, steht schluchzend, die Hände vor das Gesicht haltend, regsignirt da, drei Kinder, zwei Mädchen und ein Knabe, machen Anstrengungen, den Vater zurück— zuziehen, das ältere Mädchen hält ihn am Arme zurück, das jüngere steht vor ihm und will ihn zurückdrangen, der kleine Knabe hat des Vaters Hand erfaßt. Dieser selbst sucht eiligen Schrittes zum Heere zu gelangen. Das Relief„Heimkehr der Krieger“ ist von dem Künstler der Antike genähert worden. Die Ge— wandung der die einziehenden Truppen bewillkommnen— den Frauen und Mädchen ist nach altcelassischen Mustern gefertigt und die Uniformen der Krieger sind dement sprechend gleichfalls reichlich mit Falten versehen. Diese Aeußerlichkeit erhoht die weihevolle Stimmung, die durch das Relief hervorgerufen wird. Im Mittelgrunde schlingt ein liebendes Weib die Arme um den heim kehrenden Mann, Tochter und Sohn drängen sich jubelnd an, ihn heran. Rechts rücken die einziehenden Truppen näher, links stehen Männer, Frauen und Jungfrauen mit emporgehobenen Lorbeerkranzen, die bestimmt sind, die Helme der Sieger zu zieren. wie ihn nur Menschen von sich geben, die sich ihrer bedurfte es doch, um die Germania zu formen, 4 Gusse. von denen jeder nahezu 200 Centner Erz in Anspruch Rings um einen zweiten höher gelegenen Sockel sind die Wappen der deutschen Staaten angebracht, in der Mitte der Vorderseite ein heraldischer Adler, über diesen Eiserne Kreuze und Lorbeerkränze. Dann folgt ein gewaltiges Postament, dessen abgestumpfte Kanten Palmenblätter schmücken und auf dessen Vorderseite die Worte verzeichnet sind:„Zum Andenken an die ein⸗ müthige, siegreiche Erhebung des deutschen Volkes und an die Wiederaufrichtung des deutschen Reiches 1870 bis 1871.“ Die Seitenwände zeigen die Namen der 1870 und 1871 geschlagenen größeren Kämpfe. Drei Stufen führen zur Germania. Nicht mehr wie sonst steht die hehre Maid mit vorgebücktem Leibe da, nicht wie die Wächterin des Rheines lugt und späht sie nach dem Feinde aus, der Deutschlands Grenze be— droht, in mafestätischer Ruhe hat sie sich aufgerichtet und aus ihren Augen blitzt jener Strahl der Sicherheit, Kraft völlig bewußt sind. Und nicht diese allein, auch den Erfolg der Kraft simbolisirt die Gestalt. Ihr im Winde wehendes Haar, dessen mächtige Wellen sich um Schulter und Rücken lagern, krönt ein Eichenkranz, ein Lorbeerzweig windet sich um die Krone, welche die Jung— frau in hoch erhobener Rechten dem bietet, der sie ge— wonnen und Lorbeer rankt sich um das auf den„ gestützte, von der Linken umklammerte Schwert, um das Schwert, welches der Jungfrau den Stempel der Sicherheit auf die Stirn und die Krone in die Hand zu drücken vermochte. Die Brust schmückt der deutsche Aar, ein breiter Gürtel hält das faltige Obergewand über den Leib, eine Spange dasselbe um den Hals zusammen. Das Gewand selbst zieren heraldische Adler und Thiere des deutschen Waldes, von denen besonders die Schwäne am unteren Saume gut gewählt sind, um nicht nur an und für sich im Auge einen gefälligen Eindruck hervor— zurufen, sondern auch die Wellen des Gewandes zu beleben. Der rechte Fuß tritt etwas zurück und diese Stellung ruft die Empfindung hervor, als wolle die Jungfrau die Krone herabschleudern auf das deutsche Land, damit der sie aufnehme, der die deutschen Lande wieder zu einem Deutschland gemacht hat. Die ganze Figur steht vor einem Sessel, dessen Lehne zwei Greife zieren, die zur Rechten und Linken der Germania hervor- schauen. Ihre trotzig blickenden Augen und spitzigen, aufgerissenen Schnäbel schrecken Jeden zurück, der un— befugt die Jungfrau berühren wollte. Das Denkmal muß schon durch seine gewaltigen Dimensionen, durch die Größe der auf ihm errichteten Figuren erhebend wirken. Ist doch die Gemania allein 10½ Meter hoch und waren zu ihrer Darstellung 700 Centner Erz nothwendig. Beanspruchte doch der Guß sämmtlicher Theile des Denkmals die Zeit von 4 Jahren; nahm. In die gesegneten Lande des Rheingaues hinein gestellt, wirkt das Denkmal geradezu imponirend. Weithein öffnet sich das Panorama von der Platt form des Denkmals aus. Vor uns fließt der Rhein, zurief, so rufe ich auch heute an dieser bedeutungs vollen Gedächniß, den Lebenden zur Anerkennung, den künftlgen Drüben grüßt uns Bingen, die Thürme von Mainz länzen in der Ferne, am Naheufer sieht man die Ebernburg, der Mäusethurm weckt die Erinnerung an alte deutsche Sagen, die Rochuskapelle zeugt von dem frommen Sinn der Umwohner. Geisenheim, Ingelheim, Rüdesheim, Hattenheim, der weingesegnete Johannis— berg und Marcobrunn, wen heimelten nicht diese Namen an? Auf Deutschlands herrlichsten Gau, auf seinen schönsten Strom blickt das Denkmal herunter, es mahnt zur Einigkeit, wenn wir den Rhein ganz besitzen wollen. Der Entwurf des gesammten Unterbaues ist das Werk des Architekten Weißbach, Professors am Poly— technikum in Dresden. Ausgeführt wurde das ganze Piedestal sammt der Terrasse von den Bauunternehmern Gebrüder Holtzmann in Frankfurt a. M. Der Guß der Germania-Statue erfolgte in der von Miller'schen Anstalt in München. Die ebendaselbst bestehende Gießerei Lenz besorgte den Guß der Colossal statuen von„Krieg“ und„Frieden“. Nächst diesen beiden Instituten wurde Meister Bierling in Dresden beschäftigt, er führte die Gruppe„Rhein und Mosel“ aus, das Mittelstück des Haupt-Reliefs und das Relief der„Heimkehr“. Unter den Auspicien des Directors Heyer und des Ciseleur-Werkstatt-Dirigenten Rudholzner in Lauchhammer sind die Seitenstücke des großen Haupt— Reliefs entstanden, ebenso der Adler, die Kränze, die Wappen und die Relief-Inschrift. Endlich ist auch noch der Gießermeister Gladenbeck in Berlin betheiligt, das Relief des„Abschieds“ ist sein Werk. Das Hauptmaterial für den Steinunterbau ist Ober— kirchner sogen. Kohlensandstein von den Ufern der Weser. Derselbe hat sich beim Bau des Hermanns-Denkmals im Teutoburger Walde als vorzüglich geeignet bewährt, Die Figur des Krieges ist von den deutschen Krieger vereinen gestiftet, die Kosten der Friedensstatue hat eine Sammlung in den höheren Lehranstalten bestritten. Als hauptsächliche Mitarbeiter an dem großen Werke Schilling's sind folgende Schüler des Meisters zu nennen: Rudolph Höller aus Lippe-Detmold, Ockelmann aus Hamburg, Ernst Paul aus dem Fürstenthum Waldeck, Martin Engelke aus Tilsit, Otto Staudinger aus Dresden( Anfang 1883), Bruno Kruse aus Hamburg, Theodor Bausch aus Stuttgart, Kircheisen aus Johann georgenstadt, Schade aus Kassel, Lochmann aus Dresden, Werner Stein aus Braunschweig, Paul Werner aus Magdeburg, Joachim Tietjens aus Altona und Scheibe aus Sachsen-Weimar. An der Fronte der Unter-Terrasse befindet sich in Goldbuchstaben auf einer Granit-Tafel folgende Inschrift: „Seine Majestät der Kaiser und Konig Wilhelm vollzog die Grundsteinlegung des Denkmals am 16. Sept. 187“ mit den Worten:„Wie mein koniglicher Vater einst dem preußischen Volke an dem Denkmale bei Berlin Stelle dem deutschen Volke zu: Den Gefallenen zum Geschlechtern zur Nacheiferung!“ Bekanntmachung. Das Verfahren in dem Konkurse des Weißbinders Heinrich Martin Weitz zu Vönstadt wird nach Abhaltung des Schlußtermins, sowie nach Vollzug der Schlußver tbeilung hiermit aufgehoben. UAltenstadt den 27. September 1883. Großberzogliches Amtsgericht Altenstadt. Hofmann. Veröffentlicht: Orth, 3542 Gerichtsschreiber. 999 1 ir. Oeffeutliche Aufforderung. Nachdem der Herr Graf Wilderich v. Walder— dorf zu Molsberg darum nachgesucht hat, ver schledene in den Gemarkungen Vilbel, Kloppenheim, Okarben und Petterweil gelegene Immobilien, über welche Grundbuchsauszüge dahier vorgelegt worden sind, dem früher errichteten Familien-Fideieom— misse einzuverlelben, werden in Gemäßheit des Gesetzes vom 13. September 1858 alle bierbet Vetbeiligten und etwa vorbandene unbekannte Gläubiger hierdurch auf gefordert, etwaige Einsprüche gegen die Fideieommiß Errichtung binnnen einer Frist von drei Monaten unter dem Rechtsnachtbeil dabier vorzubringen, daß nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist, obne Rücksicht auf solche Einsprüche, Beurkundung dahin, daß der Erricht— ung des ziebung nichts im Wege stehe, ertbeilt werden wird. Vilbel den 25. September 1883. Großberzogliches Amtsgericht Vilbel. Wegelin. F Weiß. Steinkohlenliefer Steinkohlenlieferung. Die Anlieferung von ca. 2000 Centner Kesselkoblen für die städtische Wasserleitung soll im Submissionswege vergeben werden. Angebote sind bis zum 5. Stelle einzureichen. Friedberg den 1. October 1883. d. Mts. bei unterzeichneter Fideieommisses in rechtlicher Ve- Großherzogliche Bürgermelsterei Frledberg. 3359 Steinhäußer. Uergebung von Drainage-Arbeiten, Fertig— ung und Anfuhr der Röhren, sowie Lieler— ung der Mündungssteine Donnerstag den 4. October d. JI, Vormittags 11 Uhr, sollen in dem Rathhause dahler die bei Ausführung von Feld Dralnagen in hiesiger Gemarkung vorkommenden Arbeiten und Lieferungen, veranschlagt wie folgt: 1) Fertigung der Grabenarbetlten, ein- M. Pf. schließlich des Röhrenlegens und Zu— füllens der Gräben, 2) Fertigung der erforderlichen Drai zlegelröhren von 37— 137 mm vicht—⸗ weite ca. 15700 Stück— 3) Anfuhr der Röhren, ea. 1003 Ctr. 4) Lieferung zweier Mündungssteine von Haustein nebst Eisengitter„ 30 an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Reichelsheim am 28. September 1883. Großherzogliche Vürgermeisterei Reichelsheim. Schmid. Arbeits— Vergebung. 3522 Mittwoch den 3. d. Mis., Nachmittags 3 Uhr, sollen in der Wirthschaft des Herrn Müller zu Ober— Wöllstadt die zur Unterhaltung der dortigen Kirche und des Thurmes nöthigen Arbeiten öffentlich vergeben werden: Dachdeckerarbeit mit Materiallieferung, veranschlagt zu 78 Mark, Spenglerarbeit 3 Schreinerarbeit 10 Weißbinderarbeit 2 Friedberg, 1. October 1883. Zörb, 3550 Bezirks bauaufseber. Zur Vermittelung des Ankaufs und der Erpachtung von Oekonomie- und Müblengütern beauftragt, empfehle ich mich, seit 30 Jabren Fachagent, resp Abgebern unter Zusicherung strengster Diseretson. Solide Mitarbeiter gewünscht. 9201 Robert Fauerbach, Hanau, 9 Langgasse Nr. 82. Obligations-Verloosung. Von den Partial Obligationen der israel. Gemeinde Vilbel wurde beute mittelst Verloosung dle Nr. 16 à 50 fl. zur Rückzahlung gezogen. Der Inhaber derselben wird hierdurch aufgefordert, gegen Rückgabe der Obligation und der nicht fällig gewordenen Zinsabschnitte am 31. Dezember 1883 vorgenannten Vetrag beim Rechner der israel. Gemeinde dahrer erheben zu lassen mit dem Anfügen, daß mit dem 1. Januar 8d die Verzensung der genannten Partlalschuldverschreibung aufhört. Vilbel am 28. September 1883 3541 25 Der israel. Vorstand. 9 5* 8 Arbeits-Vergebung. Die Anlieferung von 2 Straßenlaternen mit elsernen Laternenstöcken soll im Submissionswege an den Wenigst⸗ nehmenden vergeben werden und sind blerbei veranschlagt: die Maurerarbeit zu 7 Mark, „ Stetnbauerarbeit zu 13 „ Schlosserarbeit zu 422 „ Spenglerarbeit zu 39 „ Weißbinderarbelt zu 6 4 Die Angebote auf die einzelnen Arbeiten sind bis zum 10. d. Mts, bet der unterzeichneten Stelle, allwo auch die näheren Bedingungen zu erfahren sind, einzureschen. Assenheim den 1. Oktober 1883. Großberzogliche Vürgermelsterei Assenheim. Best. Taso i Faselochs-Versteigerung. 2562»Donnerstag den 4. October l. J., Vormitlags 10 Uhr, soll ein der biesigen Gemeinde gehöriger zu schwer gewordener Faselochs, welcher sich sehr zum Schlachten eignet, in der Wirthschaft des Herrn Grünewald an den Meistbietenden versteigert werden. Ober Florstadt am 28. September 1883. Großherzogliche Vürgermeisteret Ober Florstadt.“ n Emmerich, Beigeordreter. 3561 Ein jüngerer Mensch wird als Hausbursche gesucht. 3537 Vad Nauheim. Deutscher Hoj. „Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze“. 1 Un bon er ge mi 0 100 her