1882. M99. Oberhessischer Anzeiger. Donnerstag den 24. August. i Wird bier und in Nauheim Montag, Mittwoch und 5 N: Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Unlls: Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Areis Friedberg. Donnerstag und Samstag. N Lerndel die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Anno cen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bel uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. . Amtlicher Theil. Die Ausführung der allgemeinen Bauordnung, hier die Beschaffenheit der zur Erlangung der baupolizeilichen Genehmigung einzureichenden Pläne. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt. Noch immer vorkommende Verstöße gegen die allgemeine Bauordnung und die zu deren Ausführung erlassene Verordnung vom J. Februar dieses Jahres geben uns im Einverständniß mit der Großherzoglichen Baubehörde Veranlassung, wiederholt insbesondere die in Krtikel 66 und F. 85 enthaltenen Vorschriften dringend einzuschärfen(vergleiche Kreisblatt Nr. 82 vom 15. Juli dieses Jahres). Es bleibt samentlich Absatz e des F. 85 häufig ganz unbeachtet, wodurch für die technische Behörde, welche die Oertlichkeit und den bestehenden Zustand zus eigener Anschauung nicht kennt, ganz erhebliche Schwierigkeiten erwachsen, die, von allen weiteren Unzuträglichkeiten abzusehen, stets weit— säufige und kostspielige Correspondenzen und unvermeidliche Verzögerungen im Gefolge haben. Indem wir Ihnen daher nochmals genaue 2 Prüfung und eventuell Zurückweisung der an Sie gelangenden Pläne zur Pflicht machen, bemerken wir Ihnen zugleich, daß von nun an unzureichende en, Vorlagen kurzer Hand werden zurückgegeben werden, sowie daß, sollten sich solche wiederholen, ohne Weiteres disciplinares Vorgehen erfolgen wird. daß N7 J. V.: Dr. v. Gemmingen. 195 472 lharinge. N p. 1 20 50 ger de betreffend: Friedberg den 18. August 1882. * eder richt * betreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 27. April 1881 über die Ausübung und den Schutz der Fischerei. Friedberg den 22. August 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die Erledigung unserer Verfügung rubricirten Betreffs, Oberhessischer Anzeiger Nr. 66, bringen wir für diejenigen von Ihnen, welche och damit rückständig sind, innerhalb 24 Stunden bei 5 Mark Strafe in Erinnerung. Dr. Braden. betreffend: Die Herbstübungen in 1882. Friedberg am 19. August 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Mit Bezug auf unsere Bekanntmachung obigen Betreffs vom 3. dieses Monats, Oberhessischer Anzeiger Nr. 91, wonach die Mauöner der Cavalerie-Division vom 24. bis 30. dieses Monats in dem durch Berstadt, Echzell, Gettenau, Heuchelheim, Beienheim, Rödgen, Haingrund lei Södel, Wohnbach, Berstadt begrenzten Terrainabschuitt stattfinden, veranlassen wir Sie, mit Rücksicht auf die wegen des eigenartigen und schnellen Verlaufs der Cavalerie-Uebungen für das als Zuschauer sich einfindende Publikum bestehende Gefahr überritten zu werden ꝛc., in Ihren resp. Gemeinden nochmals entsprechende Verwarnung zu erlassen und dringend zu empfehlen, daß sich Zuschauer nur ganz in der Nähe von Ortschaften oder an Waldrändern aufstellen. Dr. Bradeu. Horner, F Sitte. — adchen 1 ider Deutsches Reich. Friedberg, 23. Aug. Heute Nachmittag Uhr 39 trifft S. K. Hoheit der Großherzog zebst allerhöchster Familie und großem Gefolge lier ein. Während die Familie hier bleibt, be— libt sich S. K. H. morgen auf einige Stunden lach Darmstadt, um am Abend wieder hier zu ein, wo der Seminarchor mit Unterstützung des liederkranzes, des Musikvereins und der Con— lordia unter Leitung des Seminarlehrers Schmidt den allerhöchsten Herrschaften ein Ständchen kringt. Am 27. August trifft daun S. K. H. ter Prinz Friedrich Carl von Preußen zum Besuche ein. Am 28. findet in Bad-Nauheim un Anwesenheit der Allerhöchsten Herrschaften, cuf den Wiesen nach Nieder-Mörlen zu, ein großes Offiziersrennen statt, zu dem bereits 76 Aumeldungen erfolgt sind. Darmstadt. An die zweite Kammer ist ein Gesetzentwurf, den Wildschaden betr., zur verfassungsmäßigen Berathung und Beschlußfass— ung gelangt. — Das Negierungsblatt Nr. 16 enthält: 1. Verordnung, die Ausführung des Jagdstrafgesetzes, as besondere Anordnungen wegen der Heegzeit betr. II. Bekanntmachung, die Vorbereitung zu der Stelle ines Oeeonomen an dem Landeszuchthause zu Marien— schloß betr. 4 — Der Finanz-Asp. Kratz aus Dudenhofen purde zum Districtseinnehmer in Grebenhain rnannt. Berlin. Eine Nachricht, daß der deutsche Vertreter in Constantinopel der Pforte eine Note ter deutschen Regierung mittheilte, worin er der Pforte dringend empfahl, jeder antichristlichen Manifestation im türkischen Reiche vorzubeugen, sst unrichtig. Möglich ware es und auch ganz satürlich, wenn der deutsche Vertreter, wie er duch schon früher gethan, die Pforte schon in hhrem eigenen Interesse darauf aufmerksam ge— macht hätte, daß die zahlreichen deutschen Nie— derlassungen im Oriente durch solche Manifesta— tionen gefährdet werden konnten. Die Vertreter der anderen Mächte durften sich in analogem Sinne betreffs ihrer Staatsangehörigen ge— äußert haben. Kiel. S. M. S.„Luise“, 8 Geschütze, Commandant Corvetten-Capitän Stempel, ist am 15. August c. in Plymouth eingetroffen. S. M. Kanonenboot„Eyclop“ ist am 19. August nach dem Mittelmeer in See gegangen. Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Wien. Alle Ge— rüchte, welche dem König Milan politische, mit seiner Auwesenheit auf öͤsterreichischem Boden verbundene Absichten insinuiren, werden auf das entschiedenste von hier dementirt. — Trotz allseits gemeldeter Fortsetzung der englisch-türkischen Verhandlungen wird der Ab— bruch derselben in hiesigen eingeweihten Kreisen befürchtet. Pest. Officiös verlautet, Baron Orczy sei provisorisch mit der Leitung des Honved-Ministe— riums betraut worden. — Zwischen Croatien und Ungarn schweben Differenzen bezüglich der Grenzfrage. Der Banus drohte mit seiner Demission. — Zur Tisza⸗Eßlarer Affaire meldet man einen Erfolg des Uuntersuchungsrichters. Der— selbe soll gestern von den Inhaftirten Geständ— nisse erhalten haben, welche eine vollständige Aufklärung des mysteriösen Falles versprechen. In Folge dessen sind aber neuerliche Erheb— ungen und eine Ausbreitung der Untersuchung nöthig geworden, welche den Abschluß des Pro— zesses wieder in weite Ferne rücken. Schweiz. Bern. Wie aus dem Geschäfts— bericht des internationalen Bureaus des Welt- sterium der auswärtigen Angelegenheiten postvereins in Bern für das Jahr 1881 her— vorgeht, sind die Vorarbeiten für den im Jahre 1884 zu Lissabon stattfindenden Postcongreß be— reits in Angriff genommen. Frankreich. Toulon, 21. Aug. Das Evo— lutionsgeschwader unter Admiral Krantz ist von Goeletta zurückgekommen; dasselbe wird sofort frischen Vorrath einnehmen und für die even— tuellen Bedürfnisse seefertig bleiben. Türkei. Constantinopel. Der entflohene Sheik Obeidullah ist in Baschkala bei dem Wan— See(im Norden Kurdistan's) eingetroffen. — Bezüglich der Militär-Convention ver— langt die Pforte nunmehr dem Vernehmen nach: 1) daß die Ziffer des türkischen Effectivstandes nicht von den Englaͤndern limitirt werde; 2) daß die türkischen Truppen in Alexandrien und nicht in Abukir landen; 3) die Einstellung jeder mili— tärischen Action, sobald der türkische Com— mandant sie verlange; 4) was die Unterordnung der Türken unter die Englaͤnder betrifft, so sollen die Türken vorschlagen, eine gemeinsame combinirte Action zu stipuliren, ohne das Ober— commando fest zu bestimmen. Smyrna, 22. Aug. Für die Englaͤnder angekaufte 700 Maulthiere sind von der Douane angehalten worden, nachdem die Pferde- und Maulthier-Ausfuhr verboten ist. Montenegro. Cettinje, 22. Fürst von Montenegro reist am nach Petersburg ab. l Rußland. Petersburg, 21. Aug. Groß— fürst Wladimir ist gestern in das Ausland ab—⸗ gereist.— Die Corvette Skobeleff ist gestern nach Alexandrien abgegangen. — Laut der Moskauer russischen Zeitung besteht gegenwärtig zwischen der hiesigen oͤster— reichischen Botschaft und dem russischen Mini— ein Aug. Der Donnerstag —̃— lebhafter Schriftenwechsel bezüglich der Streitig— keiten der Grenzwachen beider Staaten anläßlich der Ruͤckkehr der Juden aus Galizien und Rußland. Egypten. Alexandrien, 21. Aug. Das Gefecht zwischen den Engländern und Arabi's Truppen am Samstag am Mahmudie-Canal wurde durch letztere begonnen, welche das Ge— schützfeuer auf die englische Stellung eröffneten. Das Gefecht endete nach ziemlich lebhafter Kano— nade gegen Sonnenuntergang. Die Engländer hatten keine Verluste. Am Sonntag Nachmit⸗ tag führten vier englische Regimenter eine Re⸗ cognoscirung am rechten Ufer des Mahmudie— Canals aus. Eine beiderseitige lebhafte Kano— nade verlief resultatlos. Arabi's Truppen hatten Millahac besetzt. Die Recognoscirungen am Samstag und Sonntag ergaben, daß die Schanzen bei Kafr⸗el⸗Dowar mit schwerem Geschütz, theil— weise 7zölligen Krupp-Kanonen armirt sind. Vor der egyptischen Position sind tiefe Gräben aus⸗ geworfen; die Artillerie ist gut bedient. Einige Granaten fielen in nächste Nähe des gepanzerten Eisenbahnzuges, dessen Heizer durch ein Spreng— stück verwundet wurde. — 21. Aug. Eine von der Admiralität publicirte Depesche sagt: General Edwards be— setzte wahrend der Nacht den Canal und Kan— tara; Oberst Fairfax besetzte Port-Said und Oberst Fitzrey Ismailia. Alles geschah ohne die geringsten Schwierigkeiten. Fitzrey vertrieb den Feind aus Nefishe durch Bombardement. Der Commandeur Kane wurde leicht verwundet. Die Truppen des Feindes legten die Waffen nieder. In Port-Said wurde ein neuer, dem Khedive ergebener Gouverneur eingesetzt. Die Telegraphenverbindung mit Kantara und Ismai— lia ist wieder hergestellt. Ueberall herrscht Ruhe. Admiral Hoskins beorderte 340 Seesoldaten auf die Kriegsschiffe„Dee“ und„Ready“ zur Verstärkung Fitzrey's. Im Canal strandete ein Schiff; die Passage für andere Schiffe wird dadurch aber nicht gestört. Die Truppen Arabi's räumten Ghemileh und retirirten nach Damiette. — 21. Aug. Eine Nachmittags eingetroffene Depesche Wolseley's aus Kantara meldet ein Scharmützel mit den Egyptern bei Ismailia und das Bombardement von Nefishe durch Kriegsschiffe.— Ueberläufer aus Arabi's Lager stellen die dortige Lage als sehr mißlich dar; es mangelt an Aerzten. Es sind Uunterhand— lungen für den Uebertritt von 2000 Beduinen zu dem Khedive im Gange.— Abends wird durch eine Depesche der Admiralität gemeldet, die Besetzung Nefishe's ist ohne Widerstand er⸗ folgt, die Egypter flohen. — 22. Aug. Ein neues Decret des Khedive befiehlt den egyptischen Behörden, dem General Wolseley zu gehorchen, welcher gekommen sei, Ordnung und Ruhe in Egypten wieder herzu— stellen. Suez, 21. Aug. Nach Berichten von hier griff Capitän Hastings mit Matrosen und schot⸗ tischen Seesoldaten in der Stärke von 200 Mann 600 Egypter bei Kalnif an und schlug sie in die Flucht. Der Verlust der Egypter betrug 100 Todte und Verwundete, sowie 46 Ge— fangene, auch wurde eine Kanone genommen. Der Süßwassercanal wurde reparirt, wobei 2 Engländer ertranken. Afrika. Tripolis. Einer Meldung von hier zufolge, soll sich der Stamm der Ouled⸗ Sliman in Ben Gnazi befinden und sich rüsten, um Arabi Hülfe zu bringen. Der einflußreiche Führer Muhamed⸗es⸗Snussi soll die Bewegung begünstigen. Asien. Bombay. Der Vertrags-Entwurf zwischen der indischen Regierung und Birma wurde vom Könige von Birma abgelehnt; letz— terer wollte die Aufhebung der Monopole und den bewaffneten Schutz für die englische Resi⸗ denz in Mandalay, wie im Vertrage stipulirt, nicht acceptiren. Die Bevollmächtigten Birma's kehren in einigen Tagen nach Mandalay zurück. Aus Stadt und Land. st. Friedberg. Die Aufforderung Großh. Kreis⸗ amtes Friedberg an die Bürgermeistereien,„Vertilgung der Blutlaus betr.“, in Nr. 97 des Anzeigers, ist gewiß geeignet, jeden Besitzer von Apfelbänmen zur genauesten Untersuchung seiner Bäume zu veranlassen. Die Schwierig⸗ keit des Auffindens und die große Gefährlichkeit dieses Insectes veranlassen Einsender dieses zu einer besonderen Bitte an die Lehrer des Kreises. Noch besser als die Feldschützen und Feldgeschworenen, durch die größeren Schüler als geeignete Hilfstruppen unterstützt, könnten dieselben diesen Feind der Apfelbäume aufspüren. Eine Erklärung der gefährlichen Eigenschaften dieses Inseetes und hierauf eine Exeursion in die Baumstücke, die jetzt wegen der Aberntung überall zugänglich sind, könnten hier wesentliche Dienste leisten. Besonders hat Ein— sender dieses es abgesehen auf diejenigen Lehrer, welche die größeren Schulknaben unterrichten, da diese mit Leichtigkeit nöthigenfalls die Bäume besteigen und mit ihren gesunden, jungen Augen leichter das heimtückische Insekt entdecken können. Moͤchten alle Lehrer diese Bitte, die sich auf ihre Intelligenz und ihre Opferwilligkeit für das allgemeine landwirthschaftliche Interesse stützt, be— herzigen und bethätigen. Allerlei. Beiseförth, 20. August. Dem am verwichenen Dienstag hier niedergegangenen Wolkenbruch folgte heute früh gegen 4 Uhr ein zweiter, und zwar wiederum am Wildsberg, und schädigte hauptsächlich das Hainger Feld. Auch wurde die Eisenbahnstrecke zwischen hier und Morschen in Folge dessen wieder so arg verschüttet, daß der Be⸗ trieb seit heute Morgen gestört ist und die Passagiere an derselben Stelle von einem Zug zum andern wandern müssen. Lemberg, 21. Aug. Ueberschwemmungen verur⸗ sachten in Galizien vielseitig große Schäden. Die Albrecht bahn und die Lemberg-Czernowitzer Bahn mußten auf einzelnen Strecken den Personen und Waarenverkehr ein⸗ stellen.— Dle Amtszeitung dementirt das Gerücht über den Ausbruch der asiatischen Cholera im angrenzenden Gouvernement Kaminiec. B. Die Wasserversorgung der Stadt Friebberg. Die Arbeiten an der neuen Wasserwerks— Anlage sind in stetigem, nur durch die zeitweise ungünstige Witterung mitunter etwas gehemmtem Fortschreiten begriffen; das Maschinenhaus an der Pumpstation ist unter Dach und wird eben zur Montirung der Dampfpumpen und Kessel— anlagen im Innern hergerichtet, während gleich— zeitig der riesige Schornstein von Tag zu Tag mehr in die Höhe wächst. Nicht minder fleißig wird an dem in dem hinteren Theile der Burg in Ausführung begriffenen massiven Reservoir— Thurm gearbeitet und scheint derselbe, so viel sich aus dem bis jetzt Fertigen ersehen läßt, ein der Burg zur Zierde gereichendes, monumentales Bauwerk von kolossalen Dimensionen zu werden. Neben diesen Hochbauten ist nun auch die An— lage des Rohrnetzes bereits seit mehreren Wochen in Angriff genommen und in der Burg sowohl als auch auf der Kaiserstraße zum größeren Theile vollendet und sieht man gleichzeitig mit Legung der Rohrstränge auch die Anlage der Hauszuleitungen herstellen. Auf der Kaiser— straße, wo jetzt noch an dem Rohrnetz gearbeitet wird, scheint die Betheiligung eine ziemlich all— gemeine zu sein und Haus für Haus mit wenigen Ausnahmen statt zu finden; in den großentheils von weniger Bemittelten oder ganz Unvermögen⸗ den bewohnten Seitenstraßen und Nebengassen aber möchte diese Betheiligung voraussichtlich eine weniger lebhafte werden, als zu wünschen wäre, wenn nicht auch dem weniger Bemittelten ermöglicht werden kann, sich an der Wohlthat des Wasserbezugs zu betheiligen, ohne ihm eine seine Kräfte übersteigende Last aufzubürden. Um dem entsprechend vielfach geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen, dürfte sich vielleicht em— pfehlen, dem Tarif für den Bezug des Wassers einen Nachtrag beizufügen, nach welchem den weniger Bemittelten ein Minimalpreis von etwa 12 Mark verwilligt würde, wofür bis zu 30 Kubikmeter Wasser im Jahr bezogen werden könnte; ein Mehrverbrauch wie 30 Kubikmeter wäre mit 40 Pf. per Kubikmeter zu berechnen bis zur Erreichung des Normal⸗Tarifs von 25 Mark, womit dieser von selbst in Kraft träte. Hierbei könnte die Stadt Nichts verlieren, sondern nur den Beitritt all' Derer gewinnen, die mit 30 Kubikmeter und weniger genug haben und denen 25 Mark für diesen geringen Bedarf zu viel ist. Verloosungen, ö Freiburger(Stadt) Fr. 10⸗Loose v. 1879. Serien Ziehun 865 917 1001 1358 1369 1402 1420 1545 1583 2252 2363 2485 2606 2912 2945 3149 3466 3485 3609 4372 4779 4971 4985 5945 6240 6280 6348 7038 7060 7371 7874 7929 7971 8223 9419 9652 10025 10638. Die Gewinnziehung findet am 15. Sept. 1882 statt. Nassauisches öproc. Staats⸗Anlehen vom Jahre 1853. Ziehung am 5. August 1882.— Heim⸗ zahlung am 1. Dezember 1882. Lit. A. Nr. 18 96 116 131 192 210 233 262 279 287 302343 à fl. 1000. Lit. B. Nr. 1 119 145 179 185 187 219 284 304 329 361 369 381 382 478 505 558 584 629 633 643 657 660 662 751 759 800 947 979 984 à fl. 500. Lit. C. Nr. 24 46 68 92 106 187 197 219 294 320 353 358 414 438 447 471 512 533 562 609 629 651 759 867 907 934 945 990 994 999 a fl. 200. 61 68 84 96 119 132 133 202 268 273 280 298 307 353 376 426 485 509 602 652 682 687 693 719 720 736 737 à fl. 100. Handel und Verkehr. Friedberg, 23. Aug. Wochenmarkt. per Pfd. M. 1.15—1.30., Eier 1 St. 6 Pf, 2 St. gr. 11 Pf. Friedberg, 22. Aug. Fruchtbericht. Watzen M. 20½, Korn M. 16., Gerste M. 00., Hafer M. 00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Gießen, 22. August. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.92— 1.05, Eier 1 Stück 5 bis 6 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben das Paar 70—90 Pf., Hühner per Stück M. 1.00— 1.20, Hahnen per Stück M. 0.55 bis 0.90, Enten per Stück M. 1.30— 1.60, Ochsenfleisch per Pfund 66— 70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 54 60 Pf., Kalbfleisch 50—54 Pf., Schweinefleisch 62-64 Pf., Hammelfleisch 60- 66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 5 bis 6.00, Zwiebeln per Ctr. 6—8 M. Grünberg. Fruchtpreise vom 19. August. Waizen 16.36, Gerste M. 14.70, Hafer M. 21.94, Korn M. M. 13.76, Erbsen M. 00.00, Lein M. 00.00, Samen M. 26.44, Kartoffeln M. 0.00. Franfurt, 21. Aug. Viehmarkt. Fettvieh war sehr wenig am Platze, weßhalb für dasselbe ein be- deutender Preisaufschlag stattfand. Es wurde bezahlt bei Antrieb von ca. 360 Ochsen für feine Wnare M. 72, secunda M. 64— 66, Kühe 1. Qual. M. 60— 62, 2. Qual. M. 50—54, Kälber je nach Qualität M. 40 bis 5 Hämmel 1. Qual. M. 62-64, secunda M. 40 bis 50. Frankfurt, 21. Aug.(Getreide⸗Preise.) Waizen eff. htesiger und Wetterauer M. 21—22, fremder M. 00, Roggen effeetiv hies. M. 16½— 17, fremder M. 00, Gerste eff. hies. und Wetterauer M. 18.— 19, fremde M. 18 20½, Hafer eff. hiesiger M. 1517, fremder M. 00, Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. M. 33 ½, Branntwein eff. ohne Faß M. 45. Seitens der Postverwaltung wird auf den Mißbrauch hingewiesen, Briefe mit frei zu bezeichnen, ohne sie mit Marken zu versehen, dafür aber den Portobetrag in den Briefkasten zu werfen: Solche Beträge werden als„ge funden“ behandelt und der Polizei-Behörde übergeben, während für den unfrankirten Brief das doppelte Porto erhoben wird. Die kleinen goldenen Fünfmarkstücke(halbe Kronen) dürften demnächst gänzlich aus dem Verkehr verschwinden. Die Reichs bankanstalten sind angewiesen worden, die ein⸗ gehenden halben Kronen anzuhalten und nicht von Neuem in Umlauf zu setzen. Es scheint demnach, daß sich die kleinen Goldstückchen für den Verkehr als ungeeignet er⸗ wiesen haben. 0 Lit. D. Nr. 20 Butter kostete ö D. Frankfurt a. M., 22. Aug. Das Geschäft in Creditaettien war heute wieder ein sehr erregtes und unterlagen dieselben bedeutenden Schwankungen. Der Druck auf den Cours des Effeets, das ea. 4 fl. nach- gab, ging abermals von Wien aus, wo man muthmaß⸗ lich über den Ausfall der Semestralbilanz des Instituts, welche heute Abend veröffentlicht wird, sehr ungünstige Ansichten hat. Im Laufe des Verkehrs trat jedoch wleder eine bessere Tendenz für das Effect ein, da das von Wien hierher geworfene Material willig acceptirt wurde und Creditaetien konnten sich nachbörslich ea. 5 fl. über ihren niedrigsten Stand bessern. Im Uebrigen bewahrte die Börse ihre seitherige Festigkeit. Einzelne Werthe konnten bei lebhaftem Begehr sogar nicht unbeträchtliche Avancen, erringen. Lombarden waren auf Parlser Käufe bevor zugt. Egypter wurden in großen Posten aus dem Mut genommen und hielten sich sehr fest. Gotthard waren anfangs durch einen Zeitungsartikel gedrückt, erholten sich jedoch wieder nach Notizzeit. Staatsbahn waren gefragt in Folge des Wochenplus derselben von 138,000 fl, Creditactien, gestern Abend 269, heute 267— 265 ½ bie 266½ und 2698. Staats bahnactien, gestern Abend 298½, heute 288- 0⁰ und 299½. Lombarden, gestert Abend 1268, heute 126½—1265/. Galizier, gestern Abend 2755/, heute 275 274% und 275½. Oesterk, Bahnen meist in fester Haltung. Gotthardaetien be wegten sich zwischen 833/8.—88 und 83 ¼. Schweiger Central sind 1 matter. Deutsche Bahnen theilweist schwächer. Egypter gingen zwischen 623/16—2 und 621 um. Oesterr.⸗ungarische Renten fest. Russen still. Banken eher nachgebend. Anlagewerthe unbelebt. Amerikanische Prioritäten anziehend. Von Industriewerthen gewannes Alkali Westerregeln 1¼0 6, Deutsche Verlagsanstalt 0e matter. Von Wechseln Wien und Amsterdam theuerel Schweiz und Italien billiger. Privatdisconto 35/— 000% vom 14. August 1882. Serie 96 393 2 9 2 l N Bekanntmachung. Amtliche Verkaufsstelle für Postwerthzeichen befindet ich in Oppershofen bel Herrn Georg Weil III. Bertragsmäßig ist der Herr Verkäufer verpflichtet, stets einen angemessenen Vorrath von Postwerthzeichen zu halten und zu keinem höheren Betrage als dem ihres Werthes an das Publikum zu verabfolgen. Rockenberg. Kaiserl. Postagentur Landvogt. Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen bestehen: 1) in Münzenberg bei Herrn L. Engel Sohn und 2) in Trais-Münzenberg bei Hrn. Nonrad Seipp. Vertragsmäßig sind die Herren Verkäufer verpflichtet, stets einen angemessenen Vorrath von Postwerthzeichen zu halten und dieselben zu keinem höheren Betrage, als rvie sie bei den Postanstalten erhältlich sind, dem Publi— zum zu verabfolgen. Münzenberg am 21. Auzust 1882. Kaiserl. Postagentur: J. A.: Koch. Geld⸗Cours. Frankfurt am 21. August 1882. 20 ⸗Frankenstücke M. 25—28 do. innen Inglische Sovereigns.„ 20 37—47 Russische Imperiales.„ 16 74—79 Ducaten.„ 9 55—64 1 al marco.„ 9 59—60 Dollars in Gold.„ 416—20 Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg Sabbathfeier vom 26. Angust 1882. Beginn: Freitag Abends 6 Uhr 10 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 7 Uhr 45 Min.. Wochengottes dienst von Sonntag den 27. August an Morgens 6½ Uhr, Nachmittags 5½ Uhr. Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des allein ächten Cölnischen Wassers übertragen und empfehlen wir dasselbe per Glas zu M. 1.50, 1/2 Dutzend* 8.50, „ Dutzend eee Die Expedition des Anzeigers. Im Uamen des Großherzogs! In der Strafsache gegen den Ludwig Ulrich von Wölfersheim wegen Beleidigung, hat das Großherzogliche Schöffen⸗ gericht zu Friedberg in der Sitzung vom 1. August 1882, an welcher Theil ganommen haben: 1) Ober- Amtsrichter Sellheim, als Vorsitzender, 2) August Stein, 3) Johann Tobias Rack, als Schöffen, Gerichts- Accessist Pfannmüller, als Beamter der Staats-Anwaltschaft, Hülfsgerichtsschreiber Vicar Fischer, als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt: Der angeklagte Ludwig Ulrich wird wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von 5 Mark, eventuell 1 Tag Gefängniß, sowie in die Kosten des Verfahrens verurtheilt, dem Beleidigten auch die Be— fugniß zugesprochen, den Tenor der Urtheils innerhalb 14 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, einmal auf Kosten des Angeklagten im Oberherhessischen Anzeiger zu veröffentlichen. Für den Auszug: 2829 Hohenstesn, Hülfs⸗Gerichtsschreiber. Bekanntmachung. In dem Concurse über das Vermögen des Kaufmanns Leopold Becker von Bönstadt wird auf Antrag des Gemein⸗ schuldners und mit Zustimmung sämmtlicher Gläubiger das Verfahren eingestellt. Altenstadt den 19. August 1882. Großherzogliches Amtsgericht Altenstadt. Zur Beglaubigung: Orth, Gerichtsschreiber. Bekanntmachung. Dienstag den 29. August soll das Grummetgras von 70 Morgen cameralfiskalischen Wiesen in den Gemaxk⸗ ungen Groß Karben und Okarben und eine Parthle Korbweiden versteigert werden. Die Zusammenkunft ist Vormittags 8 Uhr auf dem Selzerbrunnen bei Okarben. Heldenbergen den 20. August 1882. Großherzogliche Oberförsterei Altenstadt. Pückel. 2834 2831 2 Submission auf Schachtpfähle. Die Schachtpfähl-Lieferung für die Fürstlichen Braun— kohlengruben der Wetterau pro 1883, 5000 Stück für Grube Wölfersheim und 14000 Stück für Weckesheim und Dorn⸗Assenheim, soll auf dem Wege der Submission vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen sind die früheren und liegen auf dem Büreau der Bergverwaltung zu Weckesheim zur Einsicht offen. Die Eröffnung der mit der Aufschrift„Schachtpfähl-Submission“ zu ver sehenden und hierher einzureschenden Offerten erfolgt am 31. August, Vormittags 10 Uhr, in Gegenwart der etwa erscheinenden Submittenten. Grube Weckesheim den 18. August 1882. 2810 Die Fürstliche Bergverwaltung. e—* Fischerei-Verpachtung. Samstag den 26. August l. J., Nachmittags 1 Uhr, soll die Fischerei in der Gemarkung Ober-Mörlen auf 6 Jahre meistbietend auf hiesiger Gemeindestube ver— pachtet werden. Ober-Mörlen am 20. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. Jeckel. Arbeits-Versteigerung. 2814 Montag den 28. August, Vormittags 9 Uhr, soll auf dem Rathhaus zu Holzhausen die zur Herstellung einer Schulhofraitbe erforderlichen und nachbenannten 2817 Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden: M. Pf. Maurerarbeit, veranschlagt zu 2086 47 Zimmerarbeit 699 42 Dachdeckerarbeit 261 80 Schreinerarbeit 316 31 Schlosserarbeit 316 60 Weiß binderarbeit 573 42 Spenglerarbeit 112 10 Pumpenmacherarbeit 369 50 Planirarbeit 100 80 Lieferung von Gartenkies 105— Lieferung von eisernen Trägern 41 40 Vilbel, 21. August 1882. Brod, Bezirksbauaufseher. Bekanntmachung. Dienstag den 29. I. Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll ein der Gemeinde gehöriger, sehr schwerer Faselochs, zum Schlachten geeignet, im hiesigen Faselstall öffentlich meist bietend versteigert werden. Ober⸗Mörlen den 22. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. Jeckel. Arbeits-Versteigerung. Samstag den 26. d. Mts., Vormittags um 10 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Wohnbach nachstehende Arbeiten und Lieferungen in Accord gegeben werden: Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 102 Mark, 2835 Weißbinderarbeit 1 Glaserarbeit 3 Planirarbeit 990 Lieferung von Weißkalk 80 Lieferung von Mauersteinen 15* Lieferung von Mauersand 40 8„ Aufsetzen der Steine und Sandmessen 5 Bußbach den 23. August 1882. Metzger, 2851 Bezirks-Bauaufseher. Grummetgras-Versteigerung. Mittwoch den 30. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll auf dem Rathhaus dahier das Grummet- Gras von 50 Morgen gemeinheitlichen Wlesen in einzelnen Ab— theilungen öffentlich meistbietend versteigert werden. Dortelweil am 22. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Dortelweil. Mohr. Faselochs-Versteigerung. Mittwoch den 30. d. Mts., Nachmittags 2½ Uhr, soll auf dem Rathhaus dahier ein zur Zucht untauglich gewordener und gut gehaltener Faselochs öffentlich meist bietend versteigert werden. Dortelweil am 23. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Dortelweil. 2852 22 Mohr. Herzotliche Fachschulen für: Baugewerkschule eee 9 556 Holzminden dchinenbauex.(H. 0608.) Errichtet 1831/3. gommers. 1. Mai Winters. 1. Nov. Dir. G. Haarmann. Bekanntmachung. Ein noch gut erhaltener Break mit ausgezeichneten Patent-Achsen, zum Ein- und Zwei— spännigfahren eingerichtet, ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Anz 2807 impes Kindernahrung Nestles Kindermehl, Liebigs Fleischextract 2788 empfiehlt Wilh. Bernbeck. „ Möbelmagazin von J. Pfeffer& Metzendorf in Friedberg nächst dem Bahnhofe, große Auswahl aller feineren und gewöhnl. Möbel. 3 Billigste Preise, reellste Bedienung. 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