en.. in —— ig sucht „ Fenbein, Ktgen eaten niehhund ceritu. Lezzer dee uin Netzen den 1 een. WU J 15 banto. ling „ert Gesche zen Bit, 1 n 4. U rofsh en En, Zimmer a vert 1 1 2 berhessischer Anzeiger. Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoneen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Anoncen von auswärtigen Elnsendern(soweit Letztere nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. — Für die Monate November und Dezember kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden. — Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Die auf Martini l. J. fällig werdenden Erb⸗ und Zeitpachtgelder, Gras- und Holzgelder ꝛc., sowie die von den Gemeinden noch nicht berichtigten Beiträge u den Forstdienerbesoldungen müssen längstens bis zum 25. November k. J. an den festgesetzten Zahltagen, bei Meidung des Beitreibungs verfahrens, an das unterzeichnete Kentamt entrichtet werden. Friedberg am 31. Oetober 1882. Die Großherzoglichen Bürgermeistereten wollen dies im Interesse ihrer Gemeindeangehörigen durch die Schelle bekannt machen lassen. Großherzogliches Rentamt Friedberg. Stoltz. Deutsches Reich. Darmstadt, 31. Oct. Der Gesetzgebungs— Ausschuß der zweiten Kammer hielt heute aber— mals eine Sitzung in Gemeinschaft mit Ver— retern der Regierung. Berathungsgegenstand war der Gesetzentwurf, die Enteignung von Hrundeigenthum betr. — 31. Oct. Der Großherzog wird mit em Erbgroßherzog und der Prinzessin Alix veute Abend aus England zurückerwartet. Dresden, 31. Oct. Heute hat hier eine Versammlung stattgefunden, um einen sächsischen Zweigverein für die internationale Doppelwähr— ing zu constituiren. Ausland. Oesterreich-Ungarn Pest. Der neue Dandelsminister Graf Szechenyi inaugurirt seine Thätigkeit mit der Anbahnung einer Reform der Indwirthschaftlichen Vereine. Mit Rücksicht auf en Wunsch, daß eine landwirthschaftliche Ver— wetung nach Art jener, wie sie Industrie und pandel in den Handelskammern besitzen, ge— schaffen werden solle, wird ein Uebergangssta— ium angestrebt, durch welches die erwähnten n Ungarn eine so große Rolle spielenden Ver— ene in die Lage gesetzt werden sollen, auf Grund gesetzlicher Regelung die landwirthschaft— chen Interessenvertretungen mit genügenden Nitteln zu übernehmen. — In Kaposvar fand eine Versammlung on zweihundert Geistlichen, Advokaten, Aerzten ind Grundbesitzern statt, welche die Gründung zon Antisemiten-Vereinen und den Beginn einer gergischen Action beschloß. Frankreich. Paris. Prinz Napoleon be— (bsichtigt ein Manifest zu erlassen.— Krapotkin, der Genfer Nihilistenchef, soll sich bei dem Russen Lawroff verborgen in Paris aufhalten. — Ein ziemlich bestimmt auftretendes Ge— rücht spricht von der Demission Tirard, Fallidres und Deves, die durch Say, Ferry und Develle ersetzt werden sollen. — Graf Lefebvre de Behaine, Gesandter i Haag, wurde zum Botschafter bei der Curie, degrand zum Gesandten im Haag und Des Michiels zum Botschafter in Madrid ernannt. Lyon, 30. Oct. Sonntag Nacht entdeckte und beschlagnahmte die Polizei eine Dynamit— smdung von 40 Kilo.* 41. Oct. Gestern wurden hier sieben marchisten, welche des Mordes und zwei auch der heimlichen Anfertigung von Dynamit be— schuldigt sind, verhaftet. Großbritannien. London. Der Pallmall Gazette zufolge beschloß die Regierung, Dufferin v ovisorisch nach Kairo zu senden, um Verhand— ungen zur Regelung der Lage Egyptens zu hren. Malet werde ihn unterstützen. — Daily News erfährt, die englische Re- gierung habe Frankreich die Ernennung eines einzigen Commissärs für die Finanzcontrole durch den Khedive vorgeschlagen. Italien. Rom. Die bis jetzt bekannten Wahlergebnisse lassen eine sehr starke Majorität zu Gunsten des Cabinets erwarten. — Die Wahl eines italienischen ters in Paris ist nunmehr getroffen. Botschaf— Sie fiel auf den italienischen Gesandten in Madrid Grafen Greppi. Türkei. Constantinopel. Der Minister— rath genehmigte den von Baker Pascha aufge— stellten Plan für die Reorganisation der Armee mit geringen Modifikationen. — Lord Dufferin hat am 29. d. M. die Note der Pforte vom 17. d. M. in Betreff der Räumung Egyptens ausweichend beantwortet. Serbien. Belgrad, 30. Oct. Das Mi⸗ nisterium hat gestern sein Entlassungsgesuch ein— gereicht, welches der König indessen nicht an— nahm. Der König berief den gewesenen Minister— präses Ristie und den gewesenen Minister des Innern Milojkovits; er consultirte dieselben über die Situation, wodurch das Gerücht ent— stand, Ristie sei zur Cabinetsbildung berufen, was indeß bis jetzt unbestätigt ist. — Nachrichten von hier, die alle meist aus slavischen Ouellen stammen, lauten für die Situation des Königs recht ungünstig. Der— selbe wird auf schwere Kämpfe mit den Par— theien und, wie es scheint, nicht mit der Ristic'schen allein gefaßt sein müssen. Bulgarien. Sofia. Das bulgarische Mi— nisterium für Ackerbau und Handel ist von Dr. Vulcovitsch an den Minister des Innern, General Soboleff, übergegangen. Letzterer wird in dem Fürsten Schilkoff einen Gehilfen erhalten. Egypten. Kairo. Von hier wird mitge— theilt, daß die Situation im Sudan eine sehr ernste ist, die Insurgenten haben bereits Obeid besetzt und erscheint als einziger Ausweg, die schwarzen Truppen von Abukir und Damiette so rasch wie möglich zu reorganisiren. Baker Pascha erhielt den Titel eines Generalissimus. Die egyptische Regierung macht bekannt, daß die Domänen-Commission den Vorschuß zur Zahl— ung des Novembercoupons nicht leisten könne. — Die acht Hauptangeklagten Arabi, Ali Femi, Abdelial, Tulba, Osman Fanzi, Vakub Sami, Rifaat und Scheik Abdu werden durch Broadley vertheidigt.— Es geht das Gerücht, es würde 500 Mann von den britischen Truppen erlaubt werden, an der Expedition nach dem Sudan als Freiwillige theilzunehmen. Afrika. Tunis, 30. Oct. Die Beerdig⸗ ung des, Bey's hat gestern unter Theilnahme saͤmmtlicher Consuln und des französischen Ge— neralstabes stattgefunden. Aus Stadt und Land. Friedberg. Die Erbauung unserer Zuckerfabrik kommt jetzt in Gang. Bereits sind einige Ingenieure hier, das Terrain ist abgemessen, das Gelände ange— kauft und nächste Woche schon soll mit den Arbeiten be— gonnen werden. Die ganze Anlage wird 19 größere und kleinere Gebäude umfassen und soll bis Ende Mai 1883 fertig sein. Man spricht von ea. 800 Arbeitern, die zu⸗ nächst beschäftigt werden sollen, um die Fertigstellung bis dahin zu ermöglichen. Das gibt für manchen armen Arbeiter Brod für den Winter, der vor der Thüre ist. Die Fabrikgebäude kommen zwischen Fauerbacher Chaussee und Eisenbahndamm zu stehen, also links des Dammes, rechts der Chaussee, und werden sich bis beinahe nach Fauerbach erstrecken. Friedberg. Unsere Notiz bezüglich der an dem Volksbade geschossenen Fischotter ergänzen wir dahin, daß das prächtige Thier seitens unseres Schullehrer— seminars erworben wurde und(von C. Eich hier prä— parirt) nunmehr dessen naturhistorische Sammlung ziert. f. Friedberg. Der Taunus-Club zu Frankfurt hatte auf Sonntag den 15. Oetober eine Einladung an die deutschen Touristen-Vereine zu einer Zusammenkunft ergehen lassen, in welcher über die Gründung eines all- gemeinen deutschen Touristen-Verbandes berathen werden sollte. Allseitig wurde das Zeitgemäße der Idee aner— kannt. Die vorgelegten Statuten wurden durchgegangen und im Großen und Ganzen angenommen. Im Mai nächsten Jahres soll die constituirende Generalversamm— lung stattfinden. Es wurde ein provisorischer Central⸗ ausschuß bis dahin gewählt, dessen erster und zweiter Präsident, Schriftführer, Cassier ꝛc. ꝛc. sämmtlich in Frankfurt a. M. wohnen. Derselbe hat den einzelnen Vereinen die Statuten zuzuschicken und sie zum Beitritt aufzufordern und ferner der General-Versammlung den Entwurf eines Vertrages mit dem Verleger der Ver— bandsschrift und eines Verbandsabzeichens vorzulegen. Die Versammlung zählte über 200 Personen, es waren 11 Vereine vertreten, darunter auch der Taunus-Club Wetterau. Die Mitgliederzahl der bis jetzt beigetretenen Vereine beträgt zwischen 30 bis 40,000. Es wurde beschlossen, die Beitragsleistung zu den Verbandskosten nach dem Verhältniß der von diesen erhobenen Jahres— beiträgen zu bestimmen und nach den Beitragsleistungen, die Zahl der Stimmen bei der Generalversammlung fest— zusetzen. Die Jahresbeiträge an die Centralkasse werden den Vereinen nur minimale Opfer auferlegen; die Mit— glieder werden zu besonderen Beiträgen nicht herange— zogen werden. Das Resultat der Verhandlungen muß als ein in hohem Grad befriedigendes bezeichnet werden. In der Entwickelung des deutschen Touristen wesens bildet dasselbe einen bedeutsamen Fortschritt. Allerlei. Wien, 30. Oet. Die letzten Nachrichten aus Tyrol und Kärnthen besagen, daß das Wasser sinkt und der Regen aufhört; die angerichteten Verwüstungen sind je— doch ungeheuere und ist die Gefahr noch nicht beseitigt. Bern, 30. Oet. Durch einen furchtbaren Föhn und darauffolgenden heftigen Regen sind in Grindelwald fast alle Gebäude zerstört oder beschädigt. Die Heuvor— räthe haben in Folge des Regens schwer gelitten. Die schönsten Bergwaldungen sind vernichtet, Menschenleben aber nicht zu beklagen. Neapel. Von hier wird das Ableben des berühmten Physikers Palmieri gemeldet. Derselbe war(am 22. April 1807 geboren) seit 1847 Professor an der Untversität und sett 1854 auch Direetor des meteorologi— schen Observatoriums auf dem Vesuv, dessen Ausbrüche er regelmäßig, besonders im April 1872 mit persönlicher Lebensgefahr beobachtet hat. Auch durch die Erfindung wichtiger physikallscher Apparate,(Seismo: Anemo- und Elektrograph) hat er sich um die Wissenschaft hoch ver— dient gemacht. 2 . 5 ——— FFF 9 r ——— — Sturm richtete Madrid, 31. Oct. Ein heftiger zahlreiche See— an den Nord- und Südküsten Spaniens unfälle an. Manilla, 21. Oet. Eine neue und schreckliche Katastrophe hat Manilla betroffen. Ein fürchterlicher Orkan hat die Stadt fast gänzlich zerstört. In weniger als einer Stunde waren die Häuser der Eingeborenen und auch die Blockhäuser vernichtet; auch solide Stein— gebäude und solche mit Eisen-Construction wurden ab⸗ gedeckt und unbewohnbar gemacht. Mehr als 60,000 Familien sind obdachlos. Die Baracken, Spitäler, Aemter, Läden und Magazine sind zerstört. Mehrere Schiffe sind zu Grunde gegangen. Unter den Menschen sind ver- hältnißmäßig wenig Unglücksfälle vorgekommen. Gemeinderathssitzung. S. Friedberg, 31. Oet. In der gestern stattgehabten Sitzung des Gemeinderathes wurde der Entwurf eines Ver⸗ trags zwischen der Stadt und der Firma Dreyer, Rosen⸗ kranz& Droop in Hannover bezl. Lieferung der Wasser— messer vorgelegt und mit einigen Zusätzen und Abänderungen genehmigt. Ein Gesuch des G. Hanau auf Errichtung einer Petroleum⸗Laterne am Ende der Vorstadt zum Garten, wurde abgelehnt. Die Baucommission wurde beauftragt bezüglich der Ableitung des Küchenwassers aus der Wohnung des Dr. Schmid durch das Burg⸗ Pfarrhaus Einsicht zu nehmen und Vorschläge behufs Abhilfe zu machen. Ein Gesuch des Turnvorstandes auf Führung der Wasserleitung bis zur Turnhalle soll ge— nehmigt werden, wenn sich ersterer dazu versteht, minde— stens 35 Mark jährlich für den Wasserverbrauch zu ver⸗ güten. Als Maschinenführer für das städtische Wasser⸗ werk wurde Schlossermeister J. W. Faatz, als Heitzer J. Oberländer dahier mittelst schriftlicher Abstimmung gewählt. Mit denselben soll besonderer Vertrag abge— schlossen werden. Die Rechnung der Gr. Realschule von 1881/82 wurde nach vorausgegangener Prüfung genehmigt. Ein Weltfahrer unter den Pflanzen. (Schluß des Artikels in Nr. 125.) Parmentier legte Kartoffelsamen. Siehe, er ging auf und bald stand die weite Fläche voll) violetter Blüthen. Der König war entzückt, als er Brod wachsen sah. Er steckte die ersten Blüthen, die man ihm brachte, in's Knopfloch und durchfuhr mit diesem Schmuck die Straßen von Versailles. Die Königin Maria Antoinette erschien auf dem Hofballe mit einem Strauß Kartoffelblütben im Haare, als mit dem Kost⸗ barsten was Frankreich besaß. Nun beeilten sich alle Herzoginnen, Gräfinnen und Hofdamen, die Gunst Parmentier's zu gewinnen, damit er ihnen für Geld und gute Worte einen Kartoffelblütben— strauß band. Ganz Paris sprach nur von Par⸗ mentier und seinem neuen Brod, lieber noch von seinen wunderbaren Blumen. Aehnliches wiederholte sich in Athen, als die erste Königin, die oldenburgische Prinzessin Amalie, 1836 ihren Einzug hielt, denn die vornehmsten Jungfrauen überreichten ihr einen Strauß von Kartoffel- blüthen, als das Schönste und Seltenste, was das junge Königreich besitze. Ja, auch Rußland versuchte Aehnliches, indem es 1844 hohe Preise als Belohnung für Diejenigen aussetzte, die Kar— toffeln anpflanzten, wogegen Friedrich II. in Schlesien, Pommern und Preußen die Bauern durch Dragoner zwang, Kartoffeln anzubauen (1763). Die Volksnahrung fand bei den ab— soluten Herrschern die kräftigste Unterstützung, der sich aber das Vorurtheil der Gewohnheit widersetzte. Die Kartoffel wanderte unterdessen nach Deutschland, um auch hier eine lange Lei— densgeschichte durchzumachen, ehe die Bauern begriffen, welchen Vortheil ihnen der Kartoffel— bau bringen kann. Während des dreißigjährigen Krieges unternahm ein niederländischer Offizier, in den Gärten böhmischer Edelleute die Kartoffel als Ziergewächs anzupflanzen, worauf andere Edelleute sie nach Bayreuth brachten. Sie blieb hier 100 Jahre lang nur Gartenfrucht, wie etwa unsere Gurken, Zwiebeln und Salat; bis die Regierung 1716 die Bauern zwang, ihren Zehnten an die Geistlichen und an die Regierung in Kartoffeln abzuliefern, so daß namentlich den Main entlang die Prediger die Verbreiter des Kartoffelbaues wurden. Im Murgthale führte sie auf rührende Weise der Holzbauer Rinden— schwender ein(1740). Er hatte in Württem⸗ berg als Bauernknecht gedient, Kartoffel gepflanzt und gegessen und solchen Wohlgefallen an dieser Frucht gefunden, daß er sich öfter versucht füblte, sie zu stehlen, um sie in seinem Geburts— ort Gaggenau anzupflanzen. Seine Gewissen— haftigkeit hielt ihn jedoch ab, ein Verbrechen zu begehen, dagegen bedang er sich von seinem Herrn austatt des Lohnes einen Sack voll Kartoffeln. Der ehrliche Knecht empfing neun Koͤrbe voll, eilte mit seinem Schatze hoch erfreut heim in sein stilles Geburtsthal und hatte die Freude, recht bald viel Kartoffelfelder in seiner Heimath grünen zu sehen. Er machte gute Geschäfte, erhielt den Titel Oekonomierath und hinterließ bei seinem Tode(1803) ein Vermögen von 300,000 Gulden. Nach Norddeutschland kam die Kartoffel etwas früher, da man sie am Wesergebirge, am Harz und an der sächsischen Saale bereits 1640 als Gartenfrucht anbaute. Lange dauerte es, ehe man Kartoffeln auf dem Felde anbaute, denn die Bauern zogen sie im Garten nur als Leckerei, die man an Sonn— und Festtagen statt Butter oder Kaͤse zum Brode aß, was allerdings nicht recht mag gemundet haben. In Preußen mußte gar die Regierung die Bauern zwingen, Kartoffeln anzubauen. Wie in allen fürstlichen Gärten hatte man auch in dem kurfürstlichen zu Berlin 1699 Kartoffeln als Seltenheit und Leckerei angebaut, wie heut zu Tage etwa Ananas und Orangen; doch schon Friedrich Wilhelm J. wünschte, daß der Kartoffelbau als Nahrung für die Armen ge— pflegt werde, und Friedrich II. erzwang ihn namentlich in Schlesien durch Militärexekutionen. Die Kriegsjahre 1700— 1714 und 1751— 64 bewiesen, wie weise diese strengen Verordnungen waren. Als nun 1770 große Hungersnoth ausbrach und 180,000 Menschen in Böhmen verhungerten, 200,000 in das Kartoffelland Schlesien auswanderten, wo nur 100,000 vor Hunger gestorben waren, begriff man die Thor⸗ heit, den Anbau der Kartoffel als Feldfrucht versäumt zu haben. Nach und nach verbreitete sich der Kartoffelbau über ganz Europa. Nach Mecklenburg brachte ihn ein Offizier aus Schottland mit(1771), in Bern baute man sie 1730, in Finnland und Schweden 1760, selbst in die Hochthäler von Röraas kam die Kartoffel, wo sie nur die Größe einer Haselnuß erreicht. In Rußland förderte man(1844) ihren Anbau durch Belohnungen; in der Türkei, namentlich in Illyrien und Montenegro, sowie in Griechenland beginnt erst der Kartoffelbau, dagegen hat er sich von Osteuropa über Asien bis Kamtschatka verbreitet. In Persien nennt man die Kartoffel nach dem englischen Gesandten Malcolmpflaumen, in China bildet sie als Hol⸗ länderyam das edelste Gericht auf den Tischen der Vornehmen. In den Thälern des Himalaja, in Sibirien wie in Australien und im Kaplande fehlt die Kartoffel nicht mehr. Sie hat ihre Weltfahrt vollbracht in 400 Spielarten, auf hohen Gebirgsthälern, zwischen eisigen Berg— riesen und in fruchtbaren Niederungen aller Erdtheile hat sie ihr Heim gefunden, um den arbeitsamen Menschen vor Hungersnoth zu schützen. Die Kartoffel hat die Erde erobert, nährt Könige und Bettler, ist die Sorge des Landmannes wie die der Arbeiter und Regierungen. An Kartoffel, Mais und Lama knüpft sich die Cultur im alten Incareiche; auf die Benutzung des Landes zum Anbau der Knollenfrucht gründet sich zum Theil der Betrieb der gegenwärtigen Landwirthschaft mit ihren Brennereien und Vieh⸗ mast; ohne billige Volksnahrung konnte das Fabrikwesen nicht seine ungeheure Ausdehnung erhalten. Zwar hat sie die Ehre verloren, königliche Tafeln als Leckerei zu zieren, aber dafür ward sie die Ernährerin und Wohlthäterin von Millionen und unermüdlich thätig, Vorur⸗ theile zu beseitigen. Mit ihr beschäftigen sich Juristen, und noch sind Aerzte und Chemiker nicht darüber klar, wie viel Nabrungsstoff sie enthält und ob sie die Skropheln verursacht. Die Kartoffelfrage ist auch eine Weltfrage. Man beseitige sie— und dann wird man emfinden, was sie warl Handel und Verkehr. Friedberg, 31. Oet. Fruchtbericht. Waizen M. 19½, Korn M. 15½, Gerste M. 1416, Hafer M. 13. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Friedberg, 1. Nov. Wochenmarkt. Butter g per Pfd. M. 0.95—1.10, Ele 1 St. 8 Pf, 2 Sk. 15 ff Gießen, 31. Oct. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.20, Eier per St. 7—8 Pf., Käse pr. St. 4—8 Pf. Tauben das Paar 40—55 Pf., Hühner pr. St. M. bis M. 1.50, Hahnen per St. M. 0.60— 1.00, Enten 1 per St. M. 1.70— 2.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 56—60 Pf., Kalbfleisch 54 56 Pf., Schweinefleisch 62—64 Pf., Hammelfleisch 60 66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 5.00 8.50, Zwiebeln per Etr. M. 4.00, Gänse per Pfd. 46— 58 Pf., Weißkraut 100 Stück M. 2— 5.00. Grünberg, 28. Oct. Fruchtpreise. Weizen M. 18.80, Korn M. 15.68, Gerste M. 13.50, Hafer M. 12.20, Erbsen M. 16.40, Samen M. 256., Kartoffeln M. 6.08. Frankfurt, 30. Oet. Frankfurter Produktenbörse, (Offielelle Nottirungen.) Weizen still, effeetiv hiesiger und Wetterauer M. 201½. /., fremder M. 22.— 23., per diesen Monat M. 20½., Roggen still, eff. hies. M. 14½. bis 15., fremder M. 15.— 17., per diesen Monat M. 15, Gerste still, effectiv hiesige und Wetterauer M. 18.—19, fremde M. 18—21., Hafer still, eff. hies. M. 13.— 14, fremder M. 13½.— 14/., per diesen Monat M. 13½, Rüböl still, effectiv ohne Faß hiesiges in Parthien von 50 Centner M. 35., Branntwein still, effeetiv ohne Faß M. 45.— Mehl Nr. 1 M. 38., Nr. 2 M. 36., Nr. M. 31., Nr. 4 M. 27., Nr. 5 M. 24., Roggenmehl 0/1(Berliner Marke) M. 231½., I.(Berliner Marke) M. 21½., II.(Berliner Marke) M. 19. Frankfurt, 30. Oet. Viehm. Angetrieben waren ca. 320 Ochsen. Der Preis für 2. Qual. stellte sich auf M. 63—65., 1. Qual. M. 68—71. Die zugetriebenen eirea 250 Kühe und Rinder erzielten für 1. Qualitt M. 65., 2. Qualität M. 60. und 3. Qualität M. 55. Kälber waren zugetrieben eirea 230 Stück; 1. Qualität M. 70— 72., 2. Qualität M. 60. Hämmel waxen zu⸗ getrieben eirea 750 Stück; die geringere Qualität ging zu M. 38—40., bessere zu M. 50. ab, Primawaare war kaum oder gar nicht vertreten. Schweine waren in guter Landwaare(Hannoveraner) heute eirea 350 am Markt, welche zu M. 65. verkauft wurden. Von nächsten Montag an beginnt der Viehmarkt Morgens um 7 Uhr. D. Frankfurt a. M., 31. October. Die Tendeng war heute anfangs wenig fest in Folge des in der Liqui⸗ dation noch hervorgetretenen Stückeüberffusses und übten deshalb die höheren Wiener Morgencourse nur einen ge⸗ ringen Einfluß aus. Später machte sich jedoch eine Besser⸗ ung geltend, die theilweise auf gestiegenen Pariser und Londoner Eoursen basirte. Egypter geriethen auf Lon doner Impulse in steigende Bewegung und auch daz! gegewärtige Favoritpapfer der Spekulation, Gotthard actien, verkehrten wieder in sehr guter Haltung. De Liquidation ging im Ganzen ohne erhebliche Schwien keiten vorüber. Creditactien, gestern Abend 2605/8, heulte 2605/— 59½ und 259½ pr. ept., 2613— 260— 26ll pr. ult. November. Staatsbahnactien, gestern Abend: 2927/8, heute 2935— 17/ und pr. ept., 29334— 20/8 und 292¼ pr. ult. November. Galizier, gestern Abend: 265, heute 264½—/ iund 264. Lombarden, gesterm Abend 112 ¼, heute 1127/8/ und 1133/. Von österr⸗ Bahnen sind Rudolf, Siebenbürger, Alföld und Duzen matter. Bareser, Buschtiehrader, Böhmen, Nordwesl und Elbthal sind höher. Gotthardaetien stiegen von 99¼ bis 100. Ausländische Fonds fest. Oesterr. Gold rente matter. Egypter schlossen ½8ö0/0 höher. Russen matter, 1877er etwas besser. Banken still. Amerikanischg Prioritäten ruhig. Georgia Aid, 6 und 30% Nashyllle schwächer. Anlagewerthe preishaltend. Von Industrle⸗ werthen Alkali 3% höher. Von Wechseln Wien und! Holland billiger. Privatdisconto 47/0%. Geld⸗Cours. Frankfurt am 31. Oet. 1882. 20 ⸗Frankenstü cke M. 16 1721 do. in 2„ e ee, Englische Sovereigns.„ 20 3338 Russische Imperiales.„ 16 69—74 Ducat enn: e eee„ Dollars in Gold — Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 4. November 1882. Beginn: Freitag Abends 4 Uhr 15 Mim, Samstag Morgens 8½ Uhr. Samstag Nachmittags 3½ Uhr. Sabbathausgang 5 Uhr 25 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 5. November ant Morgens 6 Uhr, Nachmittags 4 Uhr. Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des allein ächten Cölnischen Wasserk übertragen und empfehlen wir dasselbe per Glas zu M. 1.50, „ 1½/ Dutzend de „ Dutzend e ee Die Expedition des Anzeigers. 2822 —— — A ˙ A. Nach Cassel. u Friedberg und Zad-Mauheim abgehende Züge. Vom 15. October ab. 1 19 Kar 5 7 58 55 N58 l 75 5„„ r Personen⸗Zug] Versonen-Zug J Schnell⸗Zug J Personen⸗Zug] Versonen⸗Zug] Personen⸗Zug] Personen-Zug Courier-Zug J Personen⸗Zug ane 55.4 105 53. 67 7 69 15 5¹ 40 ne Stationen. bis Marburg. 8 bis Gießen. 2 bis Marburg. 1 bis Gießen. Jeirdel a 1.- IV. N I.— III. 1 i e 1 1 5 1. IV. I. und II. 118 . 85 Wagen⸗Classe. Wagen ⸗Classe. Wagen ⸗Classe.] Wagen ⸗Classe. Wagen ⸗Classe. Wagen ⸗Classe. Wagen ⸗Classe. Wagen⸗Classe. Wagen ⸗Classe. Nachts. Vormittags. Vormittags. Vormittags. Nachmittags. Nachmittags. Nachmittags.] Nachmittags. Nachmittags. Friedberg. 0 12¹ 7²⁸ 8⁵⁰ 10⁵² 1˙0 955 6²⁸ 7⁵ 1 * Bad⸗Nauheim 125 35 95 1 8 1955 35⁰ 6³² 8⁵— a B. Nach Frankfurt. eee Personen Ing Courier⸗Zug] Personen-Zug Valange Zug J Schnell⸗Zug J Schnell Zug n Zug Personen-Zug Stationen. von Gießen.[ von Marburg. 0 1 a 90 von Gießen.. 1 von Marburg. b N. 55 . N 1 IV. un 8— 1 r 48 8„— UI. 1. IV. 5„ 4 Wagen⸗Classe.] Wagen ⸗Classe. Wagen⸗Classe.] Wagen⸗Classe. Wagen⸗Classe. Wagen-Classe.] Wagen-Classe. Wagen⸗Classe. Wagen⸗Classe. g 3. Vormittags. Vormittags. Vormittags. Mittags. Nachmittags. Nachmittags. Nachmittags. Nachmittags. Nachts. 2 Friedberg 8 5²² 7³⁶ 92 12³¹. 5²⁷ 7⁴¹ 8⁵⁵ 3⁵⁴ Bad ⸗Nauheim 5* 7²⁵ 8⁵⁴ 12²¹. 5˙¹⁷ 7³⁰ 8¹² 3⁴² 4 * legenteten 5 C. Nach Hanau. 1 Personen-Zug] Personen⸗Zug]Personen-Zug Dun Stati 712. 714. 718. Sti en.I. I.— Iv. I.— Iv. 2 Wagen⸗Classe.] Wagen⸗Classe.] Wagen Classe. Vormittags. Mittags. Nachmittags * Friedberg. 65 1 7 TDöschung gehörig quittirte Eigenthumsurkunden nicht vor⸗ gelegt werden konnten, alle diejenigen Personen, welche Ansprüche an Erwerbsurkunden zu bilden haben, hierdurch aufgefordert, 3609 sschaft, veranschlagt zu 500 Mark, ist auf dem Sub⸗ Oeffentliche Aufforderung. Aus der Concursmasse des Wilhelm Denhard von Gonzenheim sind nachfolgende, in der Gemarkung Ober⸗Eschbach gelegene Immobilien, welche auf den Namen des Wilhelm Denhard und Frau Marie Hebel iim Grundbuch wie folgt eingetragen sind: Flur III. Nr. 8(alt 320. 13), Acker auf der Gonzenheimer Grenze, Flur III. Nr. 15. 16. 17. 18 und 21, Acker daselbst, zur Versteigerung gebracht worden und werden mit Rück— ssicht darauf, daß die Einträge der Erwerbtitel als beschränkt stattgefunden haben und zum Behuf der jene Grundstücke, bezw. aus den betr. solche innerhalb 4 Wochen dahier zur Geltung zu bringen, als sonst die Löschung der beschränkten Einträge werfügt werden wird. Vilbel den 23. October 1882. Großherzogliches Amtsgericht Vilbel. Wegelin. 3558 Weiß. Vergebung von Schreinerarbeit. Die Herstellung eines Podiums und eines Ex⸗ perimentiertisches in unserem Lehrsaal für Naturwissen⸗ missionswege zu vergeben. Die Offerten sind mit dem Angebot in Prozenten auf den ganzen Betrag des Vor⸗ anschlags frankirt und mit der Aufschrift„Submission guf Schreinerarbeit für das Schullehrer-Seminar zu Friedberg“ versehen, bis längstens den 6. November, Vormittags 9 Uhr, in unserem Büreau einzureichen, liegen. Friedberg den 28. October 1882. i Großherzogliche Direction des Schullehrer-Seminars zu Friedberg. Schäfer. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntulß gebracht, waß die kleine Friedhofsthür vom 3. November d. J. an werschlossen bleibt und daß Schlüssel hierzu bei den Gemeinderaths⸗Mitgliedern Herren G. Hleronimus, J. Pfeffer, K. Reuß und E. Ruths zu haben sind. Friedberg den 30. October 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Seri b a. 3623 eee e Grundstücke-Verpachtung. 3628 Montag den 6. November 1882, Nachmittags Uhr, werden die in Fauerbacher, Frledberger und 5 Gemarkung gelegenen Grundstücke des Ver⸗ Hessischer Landkalender Lahrer Hinkende Bote — durchsch. Reichsbote Familienkalender Spinnstube Daheimkalender Trewendt's Volkskalender Agenda kleinere Boten Vorräthig bei Kalender für Hebel's Rheinländischer Hausfreund„ Volkskalender des Lahrer Hinkenden BS 8 Carl Bindernagel. Unwiderruflich Ziehung 15. November 1882. 1883. 30 Pf. 29 . 3636 Einnahme. Vorschuß- X Credit- Verein zu Kriedberg. Eingetragene Genossenschaft. Ausweis pro Octo ber 1882. Nürnberg. 8 Hauptgewinn 25,000 M. 29 1 Gewinn von 10,000 M., 2 à 5000 20, im Ganzen 4000 Gewinne im Werthe von 250,000 M. 5 Loose à M. 1. Größte deutsche Ausstellungs- Lotterie 8 (für Frankatur und Gewinn⸗Liste 20 Pf. beizufügen) zu beziehen durch die boireetlon d. 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