cker, udwig. bree. * 2 N ssern 1 N Lellefisen. erlsch. 2————— ——— Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Kriedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, 4 i 2 V Donnerstag und Samstag. . Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Amtlicher Theil. Zu publiciren ist aus dem Großherzoglichen Regierungsblatt Nr. 22: Bekanntmachung, die Erhebung von Reichsstempelabgaben. Bekanntmachung. Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse] der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs⸗Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum ein— jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spatestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briefpapier) zu ver⸗ wenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts— zeugniß; b ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit 5 auszurüsten und zu verpflegen; e. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen(Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Büͤrgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizeiobrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b.: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. d.: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen J. Ordnung, sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz⸗ ordnung(J. Theil der Wehrordnung vom 28. September 1875— Regierungsblatt Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der§§. 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatzordnung verwiesen. Darmstadt im December 1878. Großherzogliche Pruͤfungs-Commission für einjährig Freiwillige. während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, * Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Michael Steinmetz von Nieder-Eschbach wurde als Beischütze für diese Gemarkung ernannt und verpflichtet. Der Aufenthaltsort des Wilhelm Trier von Schlitz, des Adam Klöß von Vilbel, der Elisabethe Bock, taubstumm, von Nonnenroth, der Agnes Schmidt von Hosenfeld ist unbekannt und zu ermitteln. Deutsches Reich. Darmstadt. Militärdienstnachricht. Dr. Eich— baum wurde zum Unterarzt ernannt und beim 2. Gr. Inf. ⸗Rgt. Nr. 116 angestellt. — 18. Oct. In der heute stattgehabten constituirenden Sitzung der zweiten Kammer wurde Abg. Kugler mit 39 Stimmen zum ersten Präsidenten, Abg. Muhl zum zweiten Präsidenten mit 35 Stimmen gewählt. Gewählt zu Seere— tären wurden Heinzerling und Wolfskehl. So— dann fand die Constituirung der ersten Kammer statt. Graf Görtz, der für die Dauer des 24. Landtags zum ersten Präsidenten der Kammer ernannt wurde, übernimmt den Vorsitz und leitet die Wahl des zweiten Präsidenten. Gewählt wird der Fürst Bsenburg-Büdingen. Auf Vor— schlag des Präsidenten erfolgt sodann die Wie— derwahl der Secretäre des vorigen Laudtags, Graf Erbach-Schönberg und v. Willich, per Acclamation. Morgen wird der vierzehnte hes— sische Landtag im Thronsaale des großherzog— lichen Schlosses vom Großherzog feierlich eröffnet. Nach Verlesung der Thronrede wird die Eides— leistung der neu gewählten Kammermitglieder vorgenommen und der Landtag durch den Staats— minister für eröffnet erklärt. Leipzig, 17. Oct. Hochverrathsprozeß. Reichsanwalt Hofinger begründet in vierstün— diger Rede die Anklage. Es seien Beweise fur die Schuld der Angeklagten vorhanden(mit Ausnahme von Christ, der freizusprechen sei), welche darthun, daß sie Vorbereitungen zum Hochverrath getroffen haben. Er beantragte gegen Breuder, Kristopeit, Peschmann, Jacobi, Braun, Dave je drei, gegen Böll, Mahr, Dillich, Lichtenberger, Waterstraat, Metzkow je zwei, gegen Braun und Legel je ein Jahr Zuchthaus. Es sprachen noch zwei Vertheidiger; diese be— antragten, die Angeklagten nur wegen Zuwider— handlungen gegen die§§. 128—130 des Straf— gesetzbuchs zu bestrasfen.— 18. Oct. Das Plaidoyer ist beendet. Der Oberreichsanwalt von Seckendorff schildert die staatsgefaͤhrlichen Umtriebe der Angeklagten und Dave als den gefährlichsten und thätigsten der Agitatoren. Dave beantragte, seine Schlußrede in franzoͤsi— scher Sprache halten zu dürfen. Der Gerichts— hof lehnte es ab, da er die Ueberzeugung ge— wonnen, Dave sei der deutschen Sprache genügend mächtig. Dave verweigerte darauf seine Schluß— rede. Fast alle Angeklagten versicherten noch— mals ihre Unschuld. Das Urtheil wird am 21. October verkündet. Baden-Baden, 17. Oct. Der Kaiser ver— läßt wegen Heiserkeit heute das Zimmer noch nicht. Die Abreise ist vorläufig auf den 22. October festgesetzt, aber noch nicht definitiv entschieden. Die Kaiserin bleibt bis zum 7. November.— 18. Oct. Der Kaiser verlebte den heutigen Tag in dem Mesmerischen Hause. Es findet kein Festdiner statt, auch das projectirte Hof⸗ concert im großherzoglichen Schlosse fällt aus, weil der Kaiser das Zimmer Abends nicht verläßt. München. Der Bürgermeister von Immen— stadt hat Packete mit socialistischen Schriften abgefaßt, die als„Lederwaaren“ an einen Schuh— macher adressirt und von schweizer Schiffern in das Dorf gebracht worden waren, von wo sie nach Bayern gelangen sollten. Die Boten sind verhaftet. Bei einer am 12. d. Mts. in Nürnberg vorgenommenen Haussuchung ist eine Anzahl socialistischer Schriften confiscirt worden. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest, 18. Oct. Das Unterhaus nahm mit 204 gegen 114 Stim— men die von der Regierung befürwortete Adresse an. Das Amendement wegen der Heeresmin— derung oder wenigstens Herabsetzung der Dienst⸗ zeit wurde abgelehnt. Großbritannien. London, 17. Oct. In Limerick fanden gestern Ruhestörungen statt. Die Menge griff wiederholt die Polizei au., Die Truppen, welche von den Waffen Gebrauch machten, zerstreuten die Ruhestörer. Auf bei⸗ den Seiten viele Verwundete; zwanzig Personen verhaftet. Auch in Dublin waren am Sonn⸗ abend Ruhestörungen und Demonstrationen. Die Polizei zerstreute die Menge. In Cler⸗ kenwellgreen war gestern eine Volksversamm⸗ lung von 4000 Personen, welche gegen die Ver⸗ haftung Parnell's protestirte und das Verfahren der Regierung als willkürlich und tyrannisch bezeichnete. Auch in Mallow(Provinz Munster) waren gestern ernste Ruhestöͤrungen. Der Pöbel demolirte die Läden Derer, die wegen der Ver— haftung Parnell's nicht schließen wollten. Die Polizei zerstreute die Ruhestöͤrer. Die Regier— ung trifft umfassende Vorkehrungen gegen einen möglichen Aufstand in Irland. Alle beurlaubten Offiziere der in Irland stationirten Regimenter sind zurückberufen, die Garnison in Dublin ver⸗ stärkt und in den Kasernen gehalten. Die Wachen in dem Gefängniß zu Kilmainham sind verdoppelt, fliegende Colonnen stehen bereit, auf gegebenen Befehl auszurücken. N as Central— bureau der irischen Landliga ist von Dublin nach Liverpool verlegt. Der Deputirte Arthur O'Connor hat die Leitung der Liga übernommen. — 18. Oct. Drei Regimenter haben Marsch⸗ befehl nach Irland erhalten. Der Lordkanzler ordnete die Streichung Parnell's aus der Liste der Friedensrichter der Grafschaft Wicklow an. — Weiter eingegangenen Nachrichten zufolge ö 1 N N fanden gestern in Dublin neue Ruhestörungen statt. Die Volksmenge warf die Fenster einiger mißliebigen Zeitungs redactionen ein und zwang die Polizei durch Steinwürfe, sich zurückzuziehen. Nach Mitternacht wurde Militär aufgeboten.— Auch in Limerick erneuerten sich die Ruhestör— ungen am 17. October Abends, als die Polizei den Schatzmeister des localen Zweigvereins der Landliga ins Gefängniß abführte. Die zusammen— gelaufene Menge warf unausgesetzt mit Steinen und fuhr auch hiermit fort, nachdem der Ver— haftete ins Gefängniß eingeliefert war, so daß die Polizei von den Feuerwaffen Gebrauch machte. Unter den Verwundeten befindet sich auch eine junge Dame. Die Behörden erbaten, da die Unruhen fortdauern, telegraphisch Verstärkung der Polizei.— Am Sonntag wurde der Ver— such entdeckt, den auf dem Dock von New-Pork liegenden Dampfer„Bothnia“ der Kunardlinie in Brand zu stecken. In dem Capitäns-Raum ward ein mit Gasolin getränkter Teppich, in dem untersten Schiffsraum vier Flaschen Gasolin und eine Ouantität Phosphor gefunden. Italien. Rom, 16. Oct. Graf Robillant ist heute nach Monza abgereist. Nach Einhol— ung der Befehle des Königs geht er nach Wien. — 17. Oct. Der Einzug der italienischen Pilger in die Peterskirche begann gestern Morgen um 9 Uhr. Die Pilgerzahl wird auf 3000 geschätzt, außerdem waren etwa 8000 Gläubige aus Rom anwesend. Als Alle in die Peters— kirche eingetreten, wurden die Thore der Basilika geschlossen. Der Papst erschien unter Voran— tritt des Hofstaates, von der Nobelgarde escor— tirt, in der Peterskirche. 25 Cardinäle und viele Bischöse waren zugegen. Der Patriarch von Venedig verlas die Adresse der Pilger, die in gemäßigtem, aber festem Sinne sagte, daß Italien katholisch bleiben wolle. — 18. Oct. Iu einer Rede, welche der Deputirte Parenzo vor seinen Wählern in Chioggia hielt, betonte derselbe, die Politik Italiens müsse auf Erhaltung des Friedens und der Allianz mit Oesterreich-Ungarn und Deutsch— land gerichtet sein. Rußland. Petersburg. Die von deutschen Zeitungen gebrachte Nachricht von einer Anklage gegen den Minister Walujeff ist falsch. Die auf Grund localer Mißbräuche angeordnete Unter— suchung enthält keine Anklage gegen, diese hohe Persönlichkeit. Deren Demission ist durchaus freiwillig. Ein kaiserlicher Ukas enthebt den Minister Walujeff auf seine Bitte wegen zer— rütteter Gesundheit seiner Posten als Präsident des Minister-Comites, des Kaukasus-Comites, der Bittschriften-Commission. Er bleibt da— gegen noch Mitglied des Reichsrathes, Staats— secretär und Ehren-Vormund. Zum Präsidenten des Minister-Comites ist Baron von Reutern, zum Vorsitzeuden der Bittschriften-Commission Fürst Dolgorucki ernannt. Die„N. A. Ztg.“ enthält eine, wie sie sagt, zuverlässige Mit— theilung über den Rücktritt Walujeff's. Aus dieser erhellt, daß vor 4 bis 5 Jahren im Gouvernement Orenberg bei der Veräußerung von Staatsländereien Mißbräuche vorgekommen seien. Ein dem Kaiser erstatteter Bericht sei von diesem einer Commission unter dem Vorsitz des Fürsten Urusoff überwiesen. Weil hierbei Walujeff nicht zu Rath gezogen wurde, habe dieser seine Entlassung von den Functionen eines Präsidenten vom Minister-Comite erbeten. Aegypten. Kairo, 17. Oct. Die türkischen Commissäre kehren morgen nach Pera zurück. Der Ministerpräsident Sherif Pascha begleitet die Commissäre bis Alexandria. Das englische Kriegsschiff„Invicible“ wird am 19. hier er— wartet. Die Kriegsschiffe werden bis zur Ab— reise der türkischen Commission hier bleiben. Afrika. Tunis, 17. Oct. Sabattier wurde am Donnerstag durch beträchtliche Schaaren von Arabern angegriffen. Nach sechsstündigem Kampfe schlug er diese. 800 todte Araber wurden auf dem Schlachtfelde gefunden. Auch Ali Bey hat 200 Gefangene.— 18. Oct. Der Bahnverkehr ist voll— kommen wieder hergestellt. Der General Japy organisirte eine Freischaar von 200 Mann, welche die Umgegend von Tunis überwachen soll.— Aus Tebessa(Algier) wird gemeldet: Die Cavalerie— Brigade unter General Boms hatte eine Recog— noscirung nach Hydra ausgeführt. Dabei wurde sie gestern durch 300 feindliche Reiter angegriffen. Der Angriff wurde zurückgeschlagen, jedoch er— folgte ein neuer Angriff durch 1500 Reiter, welcher drei Stunden währte. Die Franzosen verloren 5 Todte und einige Verwundete; der Verlust des Feindes wird auf 50 Todte und eine größere Anzahl Verwundeter geschätzt. Morgen wird die ganze Division des General Forgemol nach Hydra aufbrechen. Allerlei. Frankfurt, 17. Oet. Heute fand der offieielle Schluß der Patent- und Musterschutz-Ausstellung statt. Director Schiele sagte in seiner Rede, die Ausstellung habe sich einen Ruf erworben, der nicht vorübergehend sein werde. Sie sei im Ganzen von eirea 500,000 Per— sonen, welche Entree nahmen, und 35,000 Abonnenten besucht worden, darunter viele hohe Besucher, welche sich äußerst befriedigt aussprachen. Redner dankte allen Denen, welche zum Gelingen beigetragen, dem Comite, den Baumeistern, den Beamten, sowie den Arbeitern, worauf die Ausstellung fur geschlossen erklärt wurde. Nach einer Mittheilung der„Fr. Pr.“ ist der Vorstand der Ausstellung von den Erbauern der Ausstellungshallen zur Sicherung ihrer Forderungen in einer Höhe von ca. 160,000 M. verklagt worden. Ueber die Höhe des Defieits ist immer noch nichts Genaues bekannt. Man spricht von M. 300,000.— Ein Gang durch eine deutsche Nähmaschinenfabrik. (Schluß.) In einem weiteren Fabrikgebäude findet die Montirung statt, welche darin besteht, daß die einzelnen Theile, wie sie die Bearbeitungs— maschine liefert, zusammengepaßt werden. Hier sind die geschicktesten Arbeiter beschäftigt, die diese besonders wichtige Arbeit mit der größten Sorgfalt ausführen. Einen Begriff, mit welcher Genauigkeit bei dieser Abtheilung verfahren wird, erhält man am besten, wenn man sieht, wie ein in eine Maschine gepaßter Theil, eben so genau in eine jede andere Maschine paßt. Ein Ver— gleich mit derselben Arbeit an der amerikanischen Original-Singermaschine überzeugt uns auf den ersten Blick, daß diese bei weitem nicht so solid und sorgfältig ausgeführt ist. Nachdem die Maschine fertig montirt ist, kommt sie in die Einnäherei und wird dort mit allen Apparaten genau probirt; ein Schneider macht dann die letzten Versuche damit, indem er von den feinsten bis zu den dicksten Stoffen näht. Ehe eine Maschine indessen zum Einpacken kommt, wird sie von dem Obereinnäher in Allem nochmals nachgesehen. Bei solcher Controle, die schon bei den einzelnen Theilen damit beginnt, daß jedes Stück, das nicht tadellos ist, von den Meistern und Vorarbeitern ausgeschieden wird, erscheint es unmöglich, daß eine fehlerhafte Maschine in die Hände des Publikums gelangt. In der Lackirung sind von der deutschen Fabri— kation große Fortschritte gemacht worden und die lackirten Maschinentheile sehen so schön aus, daß sie den Vorbildern der Lackirkunst, den japanesischen und chinesischen Fabrikaten zu ver— gleichen sind. Die 5 bis 6 Anstriche, welche jede Maschine erhält, werden in 6 großen Trockenkammern bei einer Temperatur von 110 bis 120 Reaumur mittelst Centralluftheizung getrocknet. Die Verzierung wird aus freier Hand gemalt und es bereitet Vergnügen, zu sehen, wie unter den geschickten Händen der Maler mit großer Schnelligkeit die schönsten goldenen Rosen und Arabesken erstehen. Die mit Perl mutter eingelegten Maschinen sehen überaus elegant aus und sind als feinere Geschenke in unserer Damenwelt sehr beliebt. Ein anderer Bau enthält eine Einrichtung, welche sonst noch wenig zur Nähmaschinen-Fabrikation angewendet wird, nämlich zwei Dampfhämmer; mittelst der— selben werden Schiffchen und verschiedene Näh— maschinentheile, die seither aus dem weniger guten schmiedbaren Guß gemacht werden mußten, aus dem für diese Zwecke weit besser geeigneten Stahl hergestellt. Jeder Fall der Hämmer liefert ein Schiffchen oder eines jener Theile. Zu diesen Hämmern gehören Schmiedfeuer, welche ganz dicht von gefüllten Wasserbehältern um— schlossen sind, um die den Arbeitern so sehr schädliche Hitze abzuwenden, auch der Rauch zieht direct ab, ohne irgendwie zu belästigen. Ferner ist zu erwähnen die Schleiferei resp. Poliranstalt, in welcher auf achtzehn Schleif— stühlen die blanken Nähmaschinentheile polirt werden. Bei dieser Arbeit entwickelt sich sehr viel Staub und schlechte Luft, die den Arbeitern sehr gefährlich sind, hier aber durch eine zum ersten Mal zur Anwendung kommende, gut aus— gedachte Ventilation sofort abgeführt und durch frische Luft ersetzt werden. Lobend hervorzu— heben ist hier noch die Einrichtung, die selbst andere große Schleifereien nicht besitzen, daß die Arbeiter nicht gebückt arbeiten müssen, son— dern stehend thätig sein können. Das Eta— blissement beschäftigt zur Zeit im Ganzen 250 Arbeiter und hat eine tägliche Production von vierzig completen Familien- und Schneider— Maschinen, System Singer. Ein jetzt in der Ausführung beffriffener Neubau wird im nächsten Halbjahre die Arbeiterzahl und Production auf's Doppelte erhöhen. Wenn die deutsche Näh— maschinenfabrikation, die schon jetzt eine achtung— gebietende Stellung einnimmt, sich in der gleichen Weise weiter entwickelt, so kann es nicht fehlen, daß sie in kurzer Zeit unbestritten überall den ersten Rang einnehmen wird, worüber wir Deutsche, nachdem es mit manchem unserer In— dustriezweige eine Zeit lang schief ausgesehen, alle Ursache haben uns zu freuen. Wer noch immer an die amerikanische Unübertrefflichkeit glaubt, dem sei gerathen, sich einmal eine ordent— liche deutsche Nähmaschinenfabrik anzusehen, er wird dann sicher anderen Sinnes werden. Handel und Verkehr. Friedberg, 19. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pf. M. 0.85— 0.95, Eier 1 St. kleine 7 Pf., 2 St. große 15 Pf. Friedberg, 17. October. Fruchtbericht. Waizen M. 24.75, Korn M. 20., Gerste M. 19., Hafer M. 15 bis 16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfd. Gießen, 18. Oet. Wochenmarkt. Butter per Pfd M. 1.00— 1.15, Eier 1 Stück 6—7 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben das Paar 40-50 Pf., Hühner per Stück M. 0.60— 1.50, Hahnen ver Stück M. 0.50—0.80, Enten per Stück M. 1.30— 1.50, Gänse per Pfund 50—60 Pf., Ochsenfleisch 64—00 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 46—50 Pf., Kalbfleisch 44—48 Pf., Hammelfleisch 50—60 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kar⸗ toffeln 100 Kilo M. 3.00— 3.50, Zwiebeln per Ctr. M. 7 bis 8, Weißkraut 1 St. 5—12 Pf. Frankfurt, 17. October. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 380 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 280 Kälber und 600 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfund Fleischgewicht: Ochsen 1. Qualität 63.—66., 2. Qual. M. 58—60., Kühe 1. Qual. M. 56 bis 58., 2. Qual. M. 45—50., Kälber 1. Qual. M. 52 bis 54., 2. Qual. M. 40—50., Hämmel 1. Qual. M. 54 bis 56., 2. Qual. M. 40—45. Vorige Woche wurden ca. 700 Stück Schweine eingeführt und mit 63-65 Pf. per Pfund verkauft.. Frankfurt, 17. Oet. Fruchtbericht. Buntes Mais M. 15 /. Mehl Nr. 1 M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 4 M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl/ (Berl. Marke) M. 28.50, do. 1.(Berl. Marke) M. 26. do. 2.(Berliner Marke) M. 23., Weizen, effeetiv hiesiger ab Bahnhof hier M. 25.2550, ab unserer Umgegend M. 24.75— 25.50, do. fremder je nach Qual. M. 23.50 bis 25.50, Roggen je nach Qual M. 21.— 21.25, Gerste M. 19.50— 21.50, Hafer M. 16.00— 17.50, Kohlsamen M. 27.00— 28.00, Erbsen M. 19.— 30., Wicken M. 17.00—20., Linsen M. 24— 57, Bohnen, weiße, M. 23— 27, Rüböl, detail, M. 64. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht S 100 Kilo. D. Frankfurt a. M., 18. Oet. Das bekannte Hausseconsortium hatte heute wieder am Wiener und Berliner Platze eine Credithausse inseenirt und auch hier eröffnete man mit einem bedeutend höheren Course der Creditaetien gegen gestern Abend. Doch zeigte es sich bald, daß unser Platz die neue Courshinaufsetzung des Papiers nicht geceptiren wollte, indem er zu realisiren begann. Die Course gingen hierauf abwärts und konnte erst wieder eine Besserung, aber nur vorübergehend, ein— treten, als Berlin das von hier dorthin gelangende Material willig aufnahm. In der zweiten Börsenhälfte machte sich jedoch eine allgemesne Verflauung geltend und zwar wurde dieselbe durch mattere Lyoner Course veranlaßk. Nament— lich mußten unter dem Druck derselben Lombarden eine empfindliche Einbuße erleiden. Ueber die Ressortverhält— nisse in Paris und Lyon lagen sehr ungünstige Meldungen vor. Der relativ bessere Reichsbankausweis übte keinen Einfluß aus. Von den Speeulatlonspapieren konnten isconto' J Harüch cement a dasel 8 Mitte. . in der aer Fase Id veaseiger ossenhe 0 asele bersendet in Tanne gegen Roskisten vo güne, sowie fern fran Cröslin l. 180 öb. je Oster aus ei Wohnhaus zaum, zwe Dampfschor Garten, ist Fried! 9 us den nachfo 1 Sche 1 Ofen 12 comf 9 nicht 1 Hobel dus freier g Reflecta Friedb 9403 1 cal sumilienk „Dutscher hebel's g freund Volkekaler Hinkend J her Be Vulkekalen J Liheinkal nstdlenf 5 inn 0 süwindbe a kalen Melk, S — salende u he W Friedhe veditactien ihren hoͤchsten Tagescours nicht behaupten d gaben ca. 2½ fl. nach. Staatsbahnaetien verloren 3 fl. mbarden büßten auf mattes Lyon 4 fl. ein. Galizier Id 2½ fl. niedriger. Creditaetien, gestern Abend 3243/8, ute 3250/½—6½— 35/1 4½—0% Staatsbahnaetien, stern Abend 307, heute 307—4/—5¼—48/. Lom⸗ urden, gestern Abend 140¼, heute 1388/1—6— bis %—67⁰—5½ und 136. Galizier, gestern Abend 283, Fute 282½/⁰—80½—5/4. Oesterr. Bahnen matter. Ru⸗ bolph gefragt. Deutsche Bahnen ruhig. Banken matter. Tisconto-Commandit, anfangs höher, dann niedriger auf is Gerücht, daß das Institut an einem Petersburger fallissement betheiligt sei. Deutsche Bank nachgebend. Darmstädter matt. Ausländische Fonds schwächer. Loose und Prioritäten ebenfalls niedriger. Deutsche Fonds still. Wechsel ziemlich fest. Privatdisconto 5½%½ A17¼80%/. Geld⸗ Cours. Frankfurt am 18. October 1881. 20 ⸗Frankenstücke M. 16 14— 18 do. in ½„ e Englische Sovereign ss.„% 20 37—42 Russische 8„75 Ducaten e s 3 al mareo.. Dollars in Gold.„ 4 22—26 Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des allein üchten Cölnischen Wassers übertragen und empfehlen wir dasselbe per Glas zu M. 1.50, „ ½ Dutzend„ 8.80, „ Dutzend* Die Expedition des Anzeigers. N f f Faselochs— Versteigerung. 548 Mittwoch den 26. Oetober, Nachmittags 1 Uhr, u ein der Gemeinde gehbriger, zum Schlachten ge— Igneter Faselochs auf dem Gemeindehause dahier öffent— Ich versteigert werden. Ossenheim den 17. October 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Ossenheim. Maul. Zu Kraut Fässern empfehle eine große Parthie frisch entleerte Nohnöl⸗, Olivenöl⸗, Rübül⸗ und Gelsefässer. 3517 1 helm Ferischi. 3—— 0 Brathering ersendet in Postfässern von 36—38 Stück zu 3,50 M. Fanco gegen Nachnahme, ferner frische Bücklinge in Fostkisten von 80 Stück zu 3,50 M. franco gegen Nach— zuhme, sowie ff. Gelée-Aal 6,50, Brataal 6,00 in Post— Fssern franeo gegen Nachnahme. Cröslin, Reg.⸗Bez. Stralsund. 3537 A. 11805 b.) Sehmidt jun. ie Ostermann sche Besitzung zu Friedberg, bestehend aus einem sehr bequem hergerichteten zweistöckigen Bohnhaus mit Balkon und Veranda, bedeutendem Hof— Rum, zwei großen Maschinenhallen, Werkstätte mit Dampfschornsteinen, Schoppen, Pferdestall und schönem barten, ist durch mich aus freier Hand zu verkaufen. Friedberg den 12. October 1881. L. 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