26 5 Lubcktrk Mit Rücksicht auf den früheren ritdberg. Kenntniß, daß mit dem 20. dieses Monats die Jagd auf Feldhü Nr Friedberg den 15. August 1881. E 9 1881. 5 Dienstag den 16. August. M96. 5 Oberhessisc er Anzeiger. Wird hier und in Naubeim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Rreisblatt für den Kreis Friedberg. J Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Amtlicher Theil. Das Reichsgesetzblatt Nr. 22 enthält: Vertrag mit Oesterreich-Ungarn wegen Ausdehnung des Vertrags vom 25. Februar 1880 über die Beglaubigung öffent⸗ licher Urkunden auf Vosnien und die Herzegowina. des Vertrages mit Oesterreich-Ungarn vom 13. Juni 1881 einer Beglaubigung nicht bedürfen. Bekanntmachung, betreffend diejenigen Behörden ꝛc. in Bosnien und in der Herzegowina, deren Urkunden auf Grund Bekanntmachung, betreffend ein Nachtragsverzeichniß derjenigen Vehörden im Deutschen Reich, deren Urkunden auf Grund des Vertrags mit Oesterreich-Ungarn vom 25. Februar 1880 einer Beglaubigung nicht bedürfen. Bekanntmachung. Betreffend: Die frühere Beendigung der Heegzeit für Feldhühner im laufenden Jahr. g ht auf ö Eintritt der Fruchterndte im laufenden Jahre hat Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz bestimmt, daß die Heegzeit für Feldhühner im laufenden Jahr mit dem 19. August endigt. Wir bringen daher zur öffentlichen hner allgemein eröffnet ist. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Bekanntmachung. Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum ein⸗ jährigen Dienst ist bei Verlust des Aurechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briefpapier) zu ver⸗ während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; e. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von hoheren Schulen(Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizeiobrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b.: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. d.: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen J. Ordnung, sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz⸗ ordnung(J. Theil der Wehrordnung vom 28. September 1875— Regierungsblatt Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der SF. 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatzordnung verwiesen. Darmstadt im December 1878. Fr wenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse 1 aangegeben wird. bermonie⸗ 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: u. Geburts— 5. Heller. zeugniß; b ein Einwilligungs-Attest des Vater der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen s oder Vormundes mit Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Spamer. Deutsches Reich. Friedberg. S. K. H. der Großher— zog mit allerhöchster Familie werden bestem Vernehmen nach in der zweiten Woche des September auf etwa 8 Tage in hiesigem Schlosse Wohnung nehmen. Sbander . — — —— „ Berlin. Der„Reichs-Anz.“ meldet die ß. Ernennung des Staatsministers Grafen v. Eulen— 8 burg zum Oberpräsidenten von Hessen-Nassau 7 und v. Schlieckmann's zum Unterstaatssecretär im Ministerium des Innern. 2 0— 14. Aug. Fürst Bismarck ist heute wohl— 7 behalten wieder hier eingetroffen. K Ausland. — Großbritannien. Innsbruck, 13. Aug. Der Kaiser ist gestern Nachmittag hier einge— troffen und unter dem Jubel der Bevölkerung in die Stadt eingezogen. g Dänemark. Kopenhagen. Nach der „National-Tidende“ geht das königliche Schiff „ Danebrog“ am 16. August nach Königsberg oder einen anderen Ostseehafen, um das daͤnische Königspaar nach Petersburg überzuführen, wo dieses bis gegen September einen Besuch abzu— statten gedenkt. e— 13. Aug. Im Folkething griffen die Führer der Opposition bei der ersten Lesung des Finanzgesetzes das Ministerium auf das heftigste au, weil es nach dem Ausfall der Wahlen nicht zurückgetreten sei. Der Conseil⸗ Präsident erwiedert: Unsere Verfassung begründet aun mann acemi ww keine parlamentarische Regierung. Die Pflicht des Ministeriums ist, zu verbleiben, um die Gleichberechtigung des Landesthing gegenüber dem Folkething zu behaupten. Daß das Fol— kething diese Gleichberechtigung nicht anerkenne, sei die Ursache des jetzigen Conflictes. Schweden. Stockholm. General-Feld— marschall Graf Moltke erhielt vom Konig die Jusignien des Seraphinen-Ordens. Frankreich. Paris. Eine Meldung der „Agence Havas“ sagt: Nachdem mehrere Re⸗ gierungen Erhebungen über den Schaden ihrer Landesangehörigen bei der Einnahme von Sfax veranstalteten, sandte auch die französische Re— gierung einen Agenten, um die summarische Enquete des Generals Logerot zu vervollstän— digen.— Es verlautet, zur wirksamen Unter— drückung des Marodirwesens werden die Mili— tärbehörden die Stämme verantwortlich machen, welche in diesen Gegenden wohnen. Die Absicht, Susa zu besetzen, ist aufgegeben. Die Einwohner sandten dem Bey die Versicherung ihrer Treue. — Einer Meldung aus Mecheria vom 8. zufolge ist Bu⸗Amema in Ain Sofra mit einer fllegen— den Colonne von 1200 Mann Infanterie, 4 Reiter— Schwadronen und einer Abtheilung Geschütze. Er sollte in der Nacht vom 8. zum 9. August von Ain Sofra abgehen. — 13. Aug. In einer gestern zu Belleville gehaltenen Versammlung berichtete Gambetta über sein Mandat. Er wies die Beschuldigung zurück, daß er die Dictatur gewünscht habe. Die auswärtige Politik, sagt er, ist Frankreichs würdig. Frankreich hält seine Hände vollkommen frei; es bevorzugt Niemand in dem europäischen Concert; es stellt sich gleich gut mit alleu. Frankreich betrachtet sich nicht als isolirt, aber als frei von allen tollkühnen, eifersüchtigen Be⸗ strebungen. Der Tag wird einst erscheinen, an dem die aufgestellten Probleme des Völkerrechts durch den Sieg des friedlichen Geistes gelöst werden können. Es scheint zwar, nur das Schwert könne jetzt die Frage entscheiden; die Gerechtig— keit ist aber auch Etwas. Ich hoffe, daß wir einst kraft der Majestät des Rechts die von uns getrennten Brüder wieder sehen werden. Diese Worte riefen stürmischen Beifall hervor, ein lang andauerndes Bravorufen. Großbritannien. London, 12. Aug. Das Unterhaus beendete heute die Berathung über die von dem Oberhaus gemachten Abän— derungen zu der irischen Landbill. Die Vorlage wurde sofort dem Oberhause zugesandt. — 13. Aug. Das Oberhaus stellte alle wichtigen Amendements mit großer Majorität wieder her, so daß Lord Granville erklärte, er wolle dem Hause Zeit ersparen und daher keine Abstimmung verlangen, die Regierung behalte sich jedoch alle Rechte vor. Granville bedauert die Beschlüsse der Opposition, die weder durch die Wichtigkeit der Frage noch durch die Majo⸗ rität der Volksvertreter sich beeinflussen ließ. Lord Salisbury, überrascht von dem Tone Granville's, erklärt, das Haus habe nur gesucht, —— 5— N g 8————— ———— 5—— die Privatinteressen und die verfassungsmäßigen Grundsätze gegen die gewaltsame Invasion einer zeitweiligen Leidenschaft zu schützen. Das Ober— haus habe nur seine ursprüngliche Hauptfunction ausgeübt und werde sie kühn bis ans Ende aus— üben.— Heute noch findet ein Cabinetsrath statt, welcher die irische Landbill erwägen soll. Die Lage des Parlaments ist durch die Haltung des Oberhauses sehr ernst geworden. Italien. Rom. Die„Opinione“ ver⸗ öffentlicht ein langes Schreiben des Staats⸗ rathspräsidenten Senators Cadorna, worin er die aus einem herzlichen Einvernehmen Italiens mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn sich ergebenden Vortheile darlegt, wobei jedoch zu vermeiden sei, sich die französische Regierung und das französische Volk zu entfremden. Türkei. Constantinopel. Ein Gerücht be— hauptet, der Sultan telegraphirte dem Comman— danten des Avisodampfers„Izzedin“, er solle die in dem Prozeß wegen des Sultanmordes Verurtheilten nach Constantinopel zurückbringen. Serbien. Belgrad. Die Panduren des türkischen Consul zu Nisch verwundeten tödtlich einige Serben. Es werden Unruhen befürchtet. — 13. Aug. Wegen Erhöhung der Tabak— steuer haben alle Tabakshändler ihre Läden geschlossen. Griechenland. Athen, 13. Aug. Die internationale Commission nahm den Antrag der Pforte an, die Occupation der zweiten Zone um 14 Tage zu verschieben. Afrika. Kairo, 13. Aug. Die„Times“ meldet über eine am Mittwoch ausgebrochene Ministerkrisis. Der Khedive habe sich beklagt, daß sein Einfluß verdrängt werde und habe den Vorsitz im Ministerium für sich beansprucht. Riaz Pascha, unterstützt von dem englischen und französischen Consul, habe sich diesem Ansinnen widersetzt. Der bisherige Zustand bleibt nun vorläufig weiter bestehen. In Folge der Vor— stellungen höherer Offiziere willigte der Khedive ein, daß der Kriegsminister durch Daud Pascha ersetzt werde. Tunis. Im südlichen Tunis ist Ruhe ein— getreten; im Nordwesten, trotz der Anwesenheit der Truppen, noch immer Gährung. Vor dem Ablassen der Eisenbahnzüge zwischen Djadeida und Quedzerga werden auf der Eisenbahnlinie Recognoscirungen vorgenommen. Aus Stadt und Land. Friedberg, 13. August. Gestern fand die Ein⸗ weihung der neu hergerichteten und erweiterten hiesigen Synagoge statt. Buß bach, 11. August. An der gestern dahier im Hessischen Hof abgehaltenen 20. Wander-Versammlung des oberhessischen Bienenzüchter-Vereins betheiligten sich ca. 100 Personen, größtentheils von auswärts. Als nächster Versammlungsort wurde Hungen bestimmt und der seitherige Vorstand wiedergewählt. Schotten. Dem Vernehmen nach soll das land— wirthschaftliche Fest dahier nicht, wie es bestimmt war, am 8. und 9., sondern am 19. und 20. September ab⸗ gehalten werden. Alzey. In der Kettenheimer Mordgeschichte sind nur zwei Personen und zwar die junge Zigeunerin, welche den tödtlichen Messerstoß führte, und ein junger Zigeuner, der mit einem Prügel dreinschlug, in Unter⸗ suchung gezogen und verhaftet; die Uebrigen, 13 an der Zahl, sind entlassen worden. Es ist festgestellt, daß nicht die Zigeuner, sondern die in der Wirthschaft befindlichen Leute den Skandal provoeirt haben; die Zigeunerin wurde von einem der Betheiligten mittelst eines Dreschflegels zu Boden geschlagen, so daß sich einer der vernommenen Zeugen äußerte, er habe geglaubt, das Mädchen sei todt, und erst nachdem dies geschehen war, wurde allem An—⸗ schein nach, im Falle der Nothwehr, von dem Mädchen der verhängnißvolle Stich geführt. Es steht in Folge dessen sogar die Freilassung der Verhafteten in Aussicht Allerlei. Hausen, 11. Aug. Leider hat der Brand der Brod⸗ fabrik ein Menschenleben gefordert. Gestern Abend wurde beim Aufräumen der gänzlich verkohlte Rumpf eines Bäckergesellen aufgefunden; die Beine, Arme und Kopf fehlten. Frankfurt, 10. Aug. Die Fürstin Dolgoruki ist hier eingetroffen und im Hötel„Schwan“ abgestiegen. Trotz der entsetzlichen Ereignisse, unter denen sie gelitten, ist die Fürstin immer noch eine schöne Erscheinung. Wien, 13. August. In der Mitte der Stadt, in der Sinzerstraße, ist heute Mittag ein altes, vierstöckiges Haus eingestürzt. Die Bewohner waren theils abwesend, theils sind sie gerettet. Ein Todter, zwei Verwundete sind aus dem Schutt gezogen. Prag, 12. Aug. Das neue böhmische National: Theater steht seit heute Abend 6 Uhr im Brand. Das Dach ist niedergebrannt; die Flammen wüthen im Inneren des Hauses. Der Statthalter Kraus ist zur Stelle. Der Brand soll durch Spenglerarbeiten am Dachboden ent— standen sein.— 13. August. Das National-Theater ist trotz riesiger Anstrengung bis auf den Grund ausge⸗ brannt. Die umliegenden Häuser und das anstoßende Interims⸗Theater sind gerettet. Das Theater war angeb— lich nur zu 400,000 fl. versichert. Vernachlässigung der körperlichen Ausbildung. Des Menschen Bestimmung ist nicht nur Ausübung seiner geistigen und sittlichen Fähig— keiten, er muß auch mit dem Körper handeln, widerstehen, kämpfen. Unsere moderne Civilisa⸗ tion scheint mit all' ihren Erfindungen und In— strumenten, die für uns handeln und arbeiten, eine Mißachtung und Vernachlässigung unserer eigenen Körperkräfte hervorgerufen zu haben. Und wenn wir nun durch irgendwelchen unvor— hergesehenen Zufall aus dem Bereiche unserer Einrichtungen geführt werden,— wenn wir mit äußeren Einwirkungen, mit Hitze und Kälte, mit Anstrengungen, mit Naturkräften, mit Thieren oder auch unseren Mitmenschen zu kämpfen haben, — dann entbehren wir jenes Muthes und Selbstvertrauens, welches, wie Montesquieu sagt, nichts Anderes ist, als des Menschen Bewußtsein seiner Kraft,— und unterliegen machtlos. Die Alten verstanden sich auf die gleichmäßige Ausbildung von Körper und Geist weit besser als wir. Der Grundsatz„mens sana in corpore sano“ wurde von ihnen streng beobachtet; Körperübungen wurden im Liede gefeiert, in den Jahrbüchern der Geschichte ver— herrlicht. Sie wurden beständig in Gymnasien geübt und die Helden der öffentlichen Spiele waren Gegenstand einer fast vergötternden Ver— ehrung. Sowohl in Griechenland als in Rom erblickte man in der körperlichen Ausbildung die Grundlage körperlicher wie geistiger, allge— meiner wie persönlicher Wohlfahrt und glänzende Erfolge haben die Richtigkeit dieser Anschauung dargethan. Dem Geschichtsforscher drängt sich die Beobachtung auf, daß die Menschheit, trotz ungeheurer Fortschritte in der allgemeinen Ge— sittung, in einigen Hinsichten zurückgegangen ist; dies gilt ganz besonders für die Körpererziehung. Man hat die erziehlichen Grundsätze der Alten, welche sich in so vollkommenem Einklange mit der körperlichen Beschaffenheit des Menschen befanden, allmählich fallen gelassen. Zwar ist, vornehmlich in neuester Zeit, für einzelne Zweige der Erziehung viel geschehen, aber über all' den Bemühungen zur Beförderung der geistigen Aus— bildung scheint man Eines übersehen zu haben; daß der Mensch einen Körper hat, der ebenso— wohl der Entwickelung bedarf, als sein Geist. Während sich die Aufmerksamkeit fast ausschließ— lich dem letzteren zuwandte, überließ man erste— ren seinen natürlichen Trieben, machte man ihn von zufälligen Enwirkungen körperlicher Beschäf— tigung abhängig. So hat sich eine gewisse Ent— fremdung zwischen Körper und Geist ausgebil— det; der Geist hat sich, ohne Rücksicht auf seinen Genossen, emporgeschwungen in die Gefilde idea— len Lebens, während der Tempel des Geistes,“ gleich einem vernachlässigten Gebäude, frühzei— tigem Verfall anheimgegeben wird. Die nachtheiligen Einwirkungen einer solchen Erziehungsweise machen sich im Staate, wie in der Familie fühlbar, in politischer, wie in socia— ler und militärischer Hinsicht. Noch viele andere üble Folgen einer ausschließlich geistigen Erzie— hung ließen sich anführen; man möge indessen nicht glauben, daß ich von unserer heutigen Aus⸗ bildung als einer übertriebenen spreche. Möge man den Geist in naturgemäßer und umfassender Weise zur rechten Zeit entwickeln; möge man aber zugleich dahin streben, Einklang zwischen Körper und Geist herzustellen. Die Macht des Verstandes allein genügt nicht in Zeiten der Noth; geistige Vorzüge allein sichern unser Glück nicht; wir bedürfen auch der Gesundheit, der Kraft, der körperlichen Geschicklichkeit und Wil— * lensfähigkeit. Eine Aenderung in unserem Er⸗ ziehungssystem in Haus, wie Schule, ist noth⸗ wendig. Außerhalb der Schulstunden sollte man unsere Jugend auf den Turnplatz führen, um dort ihre Körperkräfte auszubilden, ihren Geist zu erfrischen und ihr jugendliches Feuer zu me— thodischen Uebungen und Spielen zu erwecken. Jeder Menschenfreund und besonders jeder Ju— gendlehrer sollte daher seine hilfreiche Hand leihen zur Wiederbelebung der Turnkunst, welche die Jugend kräftigt und Gesundheit verleiht. Turn— uͤbungen setzen den Körper wieder in seine Rechte ein; sie stärken die Brust, härten die Muskeln ab, geben den Füßen Schwingen, treiben das Blut in regerem Flusse durch die Adern, erhalten und verbreiten Jugendkraft über jedes Lebens— alter. Viele sind heute noch gegen das Turnen eingenommen; sie schätzen die Turnübungen ge— ring, erblicken in ihnen nutzlose, wenn nicht gar gefährliche Kraftproben. Andere sind der Mein— ung, daß es in Städten, aber auch nur da, nützen könne. Wenige schätzen sie als einen Theil der allgemeinen Erziehung, als ein Mit— tel, nicht nur die körperlichen, sondern auch die geistigen und sittlichen Fähigkeiten auszubilden. Aber das wahre menschliche Glück und die wahre menschliche Vollkommenbeit kann nur dann ge— deihen, wenn man im Vollbesitze aller seiner Fähigkeiten ist; und es ist die große erzieherische Aufgabe des Turnens, den schönen Einklang zwischen Körper und Geist zu fördern, der uns in dem Leben der alten Griechen entgegentritt. Dies kann nur erreicht werden durch ein durch— aus wissenschaftliches System der Turnkunst, welches als Theil des regelmäßigen Schulplaues von gründlich gebildeten Lehrern geleitet wird. In der Gegenwart hat das Turnen einen hohen Grad der Vollkommenheit erreicht, allein es wird nur von verhältnißmäßig wenigen ausgeübt. Zu zeigen, daß es für alle Kreise einen höheren erziehlichen Werth besitzt, als gemeinhin von den Erziehern angenommen wird, ist der Zweck dieser Zeilen. Verloosung. Finnländische Thlr. 10. Loose von 1868. Serien⸗Ziehung vom 1. August 1881. Nr. 51 154 305 373 437 587 733 882 889 943 949 1085 1093 1198 1274 1353 1420 1461 1492 1557 1668 1690 1832 1846 1855 1868 1945 1974 1989 2039 2067 2082 2085 2308 2531 2573 2917 3000 3023 3095 3117 3322 3388 3389 3656 3907 3938 4054 4345 4384 4413 4452 4469 4728 4809 4854 4937 4999 5004 5076 5086 5156 5212 5427 5458 5682 5732 5854 5954 6010 6048 6065 6241 6325 6411 6428 6485 6490 6521 6543 6637 6673 6684 6723 6789 6896 7156 7170 7500 7581 7611 7687 7703 7726 7728 7747 7849 7926 7981 7991 8021 8137 8155 8304 8403 8511 8530 8537 8550 8560 8773 8810 8815 8910 9022 9168 9265 9331 9449 9591 9627 9771 9787 9845 9848 9893 9937 9991 10140 10172 10215 10235 10246 10274 10304 10357 10419 10490 10654 10858 10865 10968 10997 11173 11223 11315 11403 11608 11876 11890. Die Gewinn-Ziehung findet am 1. November 1881 statt. Handel und Verkehr. Friedberg, 13. August. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10— 1.30, Eier 1 Stück kleine 5 Pf., 2 Stück große 11 Pf. Gteßen, 13. August. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.05— 1.10, Eier 1 Stück 5—6 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 5—6 Pf., Tauben das Paar 60-70 Pf., Hühner per Stück M. 0.80— 1.30, Hahnen per Stück M. 0.50— 0.85, Enten per Stück M. 1.30— 1.50, Gänse per Stück M. 4.50— 5, Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfund, Kuh⸗ und Rindfleisch 46—50 Pf., Kalbfleisch 40-00 Pf., Hammelfleisch 60— 70 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kar⸗ toffeln 100 Kilo M. 7—8, Zwiebeln per Ctr. M. 8— 10. Schotten, 9. Aug. Auf dem diesjährigen Sommer- markte wurden aufgetrieben: 71 Pferde, 141 Fohlen, 3198 Stück Rindvieh, 692 Schweine und 204 Kälber. Gegen voriges Jahr wurden 13 Pferde, 10 Fohlen, 491 Stück Rindvieh und 107 Kälber weniger, dagegen 57 Schweine mehr aufgetrieben. Frankfurt, 13. Aug. Marktbericht. Heu kostete per Centner je nach Qual. M. 4—5, Stroh M. 3—4, Eier das Hundert M. 4.50—6., Butter 50 Kilo M. 90., im Detail 1. Qual. M. 1.25— 30, 2. Qual. M. 1.15— 20, Kartoffeln per Gescheid 12— 15 Pf., Gurken das Hundert zum Einmachen M. 2.15, Weißkraut 20 Pf., Rothkraut 25 Pf., Endivien 10 Pf., Kohlrabi 3— 4 Pf., gelbe Rüben das Bündel 10 Pf., Romainsalat 20 Pf., Ochsen⸗ fleisch 60—70 Pf., Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 45 bis 55 Pf., Kalbfleisch 40—55 Pf., Schweinefleisch aufge⸗ schlagen, 75—80 Pf., Hammelfleisch 4065 Pf., 1 Hahn 6. 2. Schwelle Wech mehr in jezt gesc des Cass druckt 2 eißen 9. 10 den a sind, trit datlon el Von Victoria, land dur Betrag mittelt! lischer währung Gebühr von 20 weisung buchstabe Firma de Wohnort — e Die Off 0 Es u neu erri den daz Rödgen dienen, zufinder Die Zeit de gegen! Gemein Auch we geschwor aufmerkf Aller Grundb erachten von 6 Wege b sie ihren beseitige Ansprͤt Gerichte anderes Leßteres zogliche gerichts ihnen b Offenle getraget Nack das Or Besther welchen meister deshalb zeichnete M. 1.60— 1.80, 1 Huhn M. 1.80— 2, 1 Ente M. 3, 1 Taube 50 Pf., 1 Capaun M. 2.3080, 1 Gans M. 4—8. Mainz, 12. Aug. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 8.50— 9.00, Heu per Ctr. M. 4.00 4.50, Stroh per Ctr. M. 3.25— 3.50, Butter ½ Kilo 90 Pf., Butter in Parthien 70— 75 Pf., Eier ½ Hundert M. 1.15 bis M. 1.20, Handkäse 5— 7 Pf., Rothkraut 25 bis 30 Pf., Weißkraut 10— 15 Pf., Blumenkohl 30 bis 35 Pf., Wirsing 6— 10 Pf., Zwiebel ½ Kilo 8 bis 9 Pf., 1 Gans M. 4.50—5., 1 Ente M. 1.80— 2.00, 1 Hahn M. 1.00— 1.50, 1 Huhn M. 1.00— 1.50, 1 junge Taube 35— 45 Pf.— Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M. 64., 2. Qual. M. 56— 60., Kühe 1. Qual. M. 54 bis 56., 2. Qual. M. 45.—50., Kälber das Pfd. 50 Pf., Schweine das Pfd. 58—64 Pf. Wechselstempelmarken dürfen nach dem 31. Aug. nicht mehr in der seitherigen Weise entwerthet werden. Bis jetzt geschah Dies so, daß auf die Marken beim Datum des Cassationsvermerks der Monat in Ziffern ausge— drückt wurde, z. B. 9./8. 81. Für die Folge muß es heißen 9. August 1881. Bei Wechselstempelmarken, welche auf den Wechseln nicht nach dieser Vorschrift entwerthet sind, tritt die gesetzliche hohe Strafe der Stempeldefrau— dation ein. Von jetzt ab können auch nach den britischen Colonien Vietoria, West⸗Australien, Neuseeland und Vandiemens— land durch die deutschen Postanstalten Zahlungen bis zum Betrag von 210 Mark im Wege der Postanweisung ver— mittelt werden. Der einzuzahlende Betrag ist in eng— lischer Währung anzugeben; die Umrechnung in Mark— währung erfolgt durch die Einlieferungs-Postanstalt. Die Gebühr beträgt 50 Pf. für je 20 M. oder einen Theil von 20 M., als Minimum jedoch 1 M. Die Postan— weisung muß den Namen und mindestens den Anfangs- buchstaben eines Vornamens bezw. die Bezeichnung der Firma des Empfängers, sowie die genaue Angabe des Wohnortes desselben enthalten. In gleicher Weise ist auf dem Abschnitt der Postanweisungen der Absender zu bezeichnen. Zu weiteren schriftlichen Mittheilungen darf weder die Postanweisung noch der Abschnitt derselben be— nutzt werden. Es können somit von jetzt ab Postan⸗ welsungen nach dem gesammten Britisch-Australien durch die deutschen Postanstalten vermittelt werden. Literarisches. Daheim. Nr. 46 enthält: Die Ungeliebten.(Forts.) — Schattensplel an der Wand. Von B. Genzmer.— Beobachtungen am Terrarium. Von J. Stinde.— Am 16. August 1870. Gedicht von G. Herrmann.— Fan⸗ faro! Eine Episode aus der Schlacht bei Mars la Tour. Von H. Ferschke.— Die Stadt des„Trompeters“ von Scheffel. Von H. Blum. Mit 4 Illustr.— Das funf⸗ zigjährige Jubelfest der vereinigten norddeutschen Lieder— tafeln zu Bremen. Von L. Ties meyer.— Am Familien— tische: Das Gericht der Barfüßigen.— Gesundheits— rath.— Mit 2 illustr. Beilagen.— Umschau in fernen Landen.— In unserer Spielecke. Geld⸗Caurs. Frankfurt am 13. August 1881. 20 Frankenstücke. M. 16 25—28 do. in/ 5„ 16 2327 Englische Sovereigns.„ 20 37—42 Russische Imperiales.„ 16 68—73 Ducaten. 3„ 9 55—59 N al mareo.„ 9 58—63 Dollars in Gold.„ 420—23 Brodpreise vom 16. August bis 1. September. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. August bis 1. Sept. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. Pfennig ⸗Sparkasse. Sammelstellen. Einlagen. Betrag. WMW. Uebertrag vom 6. Aug. 9147[4453 55 1. C. Bindernagel. 55 28— 2. W. Bernbeck 172 80 95 3. Ph. Billau. 106 59— 4. Th. Kranz 5 107 60 20 5. H. Flaschenträger. 98 52 20 9685 4733 90 NB. Uebertrag Einleger 765. Neue Einleger 9. Gesammt⸗Einleger 774. Friedberg den 13. August 1881. Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß⸗ und Credit-Verein, e. G. An die Herren Bürgermeister des Kreises. Formular zur Einquartierung (Liste: Titel und Einlagen, Quartierbillette) ist vorräthig. Carl Bindernagel. zu sehr billigen Preisen bei Corsetten. Frledtig. Bekanntmachung. Die Offenlegung des Grundbuchs und der Karten der Gemarkung Rödgen im Kreise Friedberg. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das neu errichtete Grundbuch der Gemarkung Rödgen nebst den dazu gehörigen Karten auf dem Gemeindehause zu Rödgen offen gelegt worden ist. Die Karten sollen dazu dienen, sich leichter im Flur- und Grundbuche zurech— zufinden und Verwechselungen zu verhüten. Die Betheiligten sind befugt, dasselbe während der Zeit der Offenlegung in diesem Locale einzusehen, auch gegen die Gebühr von dem Großh. Bürgermeister der Gemeinde Rödgen Grundbuchsauszüge zu verlangen. Auch werden sie durch Letzteren auf die von den Feld— geschwornen entdeckt werdenden sie betreffenden Fehler aufmerksam gemacht werden. Allen Denjenigen, welche sich bei der Angabe des Grundbuchs rücksichtlich des Besitzstandes für beschwert erachten, steht es frei, binnen einer unerstrecklichen Frist von 6 Monaten ihre Anstände entweder auf gütlichem Wege bei dem Bürgermeister der Gemeinde, vor welchen sie ihren etwaigen Gegner vorladen lassen können, zu beseitigen und insofern dies nicht von Erfolg ist, ihre Ansprüche bei dem für Besitzstreitigkeiten zuständigen Gerichte geltend zu machen. Ist dieses Gericht ein anderes als das unterzeichnete, so haben sie davon, daß Letzteres geschehen, binnen eben dieser Frist Großher⸗ zoglichem Gerichtsschreiber des unterzeichneten Amts— gerichts die Anzeige zu machen. Dieselbe Anzeige liegt ihnen binnen derselben Frist alsdann ob, wenn sie vor Offenlegung des Grundbuchs gegen den daselbst ein— getragenen Besitzer eine Besitzklage angestellt haben. Nach Ablauf dieser Frist wird der Besitz, wie ihn das Grundbuch angibt, in Bezug auf die Personen der Besitzer in allen den Fällen für richtig angenommen, in welchen weder eine gütliche Beseitigung bei dem Burger— meister zu Protokoll gegeben, noch eine gerichtliche Klage deßhalb erhoben und erforderlichen Falls bei dem unter— zeichneten Gerichte zur Anzeige gebracht worden ist. Zugleich werden Diejenigen, welche die in Gemäßheit des Artikels 30 des Gesetzes vom 21. Februar 1852, die Erwerbung des Grundeigenthums de. betr., beige— fügten Erwerbtitel eingetragen oder berichtigt zu sehen wünschen, aufgefordert, die erforderlichen Anträge binnen der festgesetzten Frist von 6 Monaten bei dem unter— zeichneten Gerichte zu stellen und wenn dies ein anderes als das unterzeichnete ist, bei diesem die Anzeige zu machen. Die unerstreckliche Frist von 6 Monaten geht mit dem 20. Dezember 1881 zu Ende. Bad⸗Nauheim am 18. Mai 1881. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Allwohn. Schütz 2133 Gerichtsschrelber. Schlackensand und Schlackenmehl kann von jetzt ab jederzeit in beliebigen Quantitäten zu nachstehenden Preisen bezogen werden: ab Margarethenhütte, Station Gießen: Schlackenmehl M. 30. per Doppelwaggon, Schlackensand M. 10.„ 1 ab Main⸗Weser⸗Bahn, Station Lollar: Schlackenmehl M. 20. per Doppelwaggon, Schlackensand M. 5.„ 1 raneo Waggon der betreffenden Statlonen. 2666(Gebrüder Buderus. Birnen-Versteigerung. Die Birnen auf der Straße„Hessenbrücker Hammer— Butzbach“ sollen Dienstag den 16. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, am Griedeler Weg, Abtheilung 106 beginnend, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werden— den Bedingungen an Ort und Stelle versteigert werden. Friedberg den 12. August 1881. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. 2773 eee Versteigerung. 2811 Mittwoch den 17. August, Vormittags 11 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathhause die ehemalig Waas'sche Scheuer nebst einem Garten an den Meistbietenden ver— steigert werden. 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Aufgebote in Prozenten anzugeben sind, frankirt und mit der Aufschrift:„Submission auf die in der Kaserne zu Butzbach auszuführende] ... Arbeit“ rechtzeitig an die unterzeichnete Verwaltung einzusenden. g Kostenanschläge und Bedingungen liegen auf dem genannten Büreau zur Einsicht offen. Butzbach den 6. August 1881. Großherzogliche Garnisonverwaltung. Billigste und schnellste Dampfschiffs-Erpedition nach Amerika mittelst der berühmten Post-Dampfschiffe der Allan-Linie nach Baltimore, Boston, New- Vork, Philadelphia, Neu- Orleans, Galveston in Texas, sowie nach Ouebee in Canada. Nähere Auskunft, sowie Beschreibungen ertheilen unentgeltlich Spiro& Co., ERAMRBURG, Bahnhofstraße 7 2801 Offerten wegen Uebernahme der Agentur beliebe man an Obige zu richten. 8 Allen Besuchern Frankfurts aus Friedberg und der Wetterau zur Nachricht, daß sich die Restauration Simon in nächster Nähe der Westbahnhöfe, am Eingange in die Gallusgasse, Neue Mainzerstraße Nr. 34 befindet. Anerkannt gute Küche. 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