Donnerstag den 14. Juli. dietend 5 1 4 9 5 8 a. 7 1 Instucke 40 5 I etreffend: Amon. — — 22 — 1 S — a 3983* N berhessischer Anzeige * Wird hier und in Nauheim Montag Mittwoch und g 9 Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annon Annoncen von auswärtigen Einsendern cen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. werden stets per Post nachgenommen. Friedberg: Darmstadt. beim, dem Schullehrer Heeß zu Nieder-Flörsheim eine un Vonstadt, Gehalt 900 M.; eine Lehrerstelle zu Mos⸗ Es wird hiermit zur Kenntniß der Kreis pännern der Einschätzungs-Commission J. Abthei zu Mitgliedern: i Bad⸗Nauheim, 4) Müller Ströbel zu Klein— Mitgliedern: 1) Johannes Jacobi VIII. zu Rod 1 fur den Steuercommissariats-Bezirk Butzbach: ) Johannes Diehl J. zu Münzenberg, ) Bürgermeister Jeckel zu Ober-Mörlen, 2) Fr ju Stammheim als Mitglied, Martin Hammel zu Wölfersheim als Mitglied und Konrad Lung II. zu Wohnbach als Ersatzmann. beyer zu Friedberg den 7. Juli 1881. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, Während dieser . September laufenden Jahres Ferien hält. selangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen Friedberg den 12. Juli 1881. Wegen Bettels bestraft: Theodor Flemm von Obladen, Kreis Solingen; Wilhelm Wolf von 4) Apotheker Heinrich Vogt zu Butzbach, 5) zu Melbach; c. für den Steuercommissariat Steuercommissariats— Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Die Regulirung der Einkommensteuer für die J. Abtheilung der Einkommensteuerpflichtigen. angehörigen gebracht, daß von dem Kreistag des lung für den Kreis Friedberg gewählt worden 1) Heinrich Weith IV. zu Nieder-Wöllstadt, 2) Bürgermeister Himn Karben, 5) Georg Steinhäußer zu Friedberg, e heim v. d. H., 2) Kaufmann Nauheim zu Fried zu Mitgliedern: 1) Jacob Wießler zu Butzbach iedrich Keil Staden als Ersatz-Mitglied; d. für den Bekanntmachung. Fristen dadurch nicht unterbrochen. Bürgermeister daß der Kreisausschuß des Kreises Friedberg vom Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung Kreises Friedberg zu Mitgliedern und Ersatz— sind: a. für den Steuercommissariats-Bezirk jelreich zu Ober-Eschbach, 3) Peter Stoll II. ) Wilhelm Seybold II. zu Vilbel; zu Ersatz— berg, 3) Wilhelm Buff zu Nieder- Wöllstadt; „ 2) Buͤrgermeister Mobs zu Nieder-Mörlen, Reitz zu Södel; zu Ersatz-Mitgliedern: s⸗Bezirk Büdingen: Pachter Rullmann Bezirk Hungen: Bürgermeister 1 1 J * 1 Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Monats bis 21. dieses Der Vorsitzende des Kreisausschusses. Dr. Braden. Ranstedt; Ludwig Fauth von Udenheim. Deutsches Reich. Das Regierungsblatt, Bei- gage Nr. 17, euthält ferner: VII. Dienstnachrichten. Es wurde: dem Schullehrer Haub zu Alstaden die Lehrerstelle zu Liederbach ber ragen; dem Chr. Falk aus Hungen das Patent als Geometer 2. Kl. für den Kr. Gießen ertheilt; der auf die 3. Lehrerstelle zu Schlitz präs. Schullehrer Krömmel— bein bestätigt; dem Schullehrer Vonderheit zu Ober⸗ Modau eine Lehrerstelle zu Griesheim, dem Schullehrer Tremper zu Haßloch die Lehrerstelle zu Hainhausen, dem Schullehrer Schuster zu Fürth eine Lehrerstelle zu Viern— Lehrerstelle zu Dexheim übertragen. VIII. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle zu Rumpenheim, Gehalt 900 M.; eine Lehrer- telle zu Heusenstamm, Gehalt 1100 M.; eine Lehrerstelle bach, Gehalt 900 M.; eine Lehrerstelle zu Hausen, Kr. Offenbach, Gehalt 900 M. — Der Großherzog wird mit den Prin⸗ zessinnen Victoria und Elisabeth am 15. Juli aus England im Jagdschloß Wolfsgarten ein— treffen. Mit dem Großherzog wird Prinz Leo pold, Herzog von Albany, ankommen, um auf einige Zeit zum Besuch zu bleiben. Berlin, 10. Juli. Der Austausch der Der Minister Frere Orban erklärte bezüglich nach dem Antrag der Commissionsmehrheit das Verbot für nicht verfassungswidrig. Dänemark. Kopenhagen. Die neuen Wahlen zum Folkething sind auf den 26. Juli sestgesetzt. Belgien. Brüssel, 12. Juli. Kammer. der Wahlreform, das Cabinet könne den Forder— ungen des Führers der außersten Linken nicht nachgeben. Obwohl seine(des Redners) Collegen für die Ausdehnung des Stimmrechts wären, hätte sie doch keinerlei Antheil an der jetzigen Politik in dieser Frage. Das Cabinet sei keines— wegs abgeneigt, dieselbe zu prüfen. Es wolle sich aber nicht für die Zukunft binden. Er be— antrage daher eine Verweisung des Antrags an die Central-Fraction. — 12. Juli. Gestern fand in Antwerpen eine tumultarische Manifestation socialistischer Arbeiter zu Gunsten des allgemeinen Stimm⸗ rechts statt. Frankreich. Paris. Ein Telegramm des Commandanten des Panzerschiffes„Reine Blanche“ aus Madhia vom 10. d. meldet: Der Wider— Natificationen der deutsch-rumänischen Handels— Convention hat heute stattgefunden. — Der„Reichs-Anzeiger“ publicirt die Er nennung des Geh. Ober-Regierungsraths Stüve zum Vorsitzenden im Patentamt und das Gesetz über die Aenderung der Gerichtskosten. — 12. Juli. Bulletin. Die Kaiserin hat in der vergangenen Nacht etwas mehr geschlafen. Sie fühlt sich dadurch gestärkt; ihr Zustand ist im Allgemeinen befriedigend. Obwohl ihr Be— finden noch mehreren Schwankungen unterliegt, so kann doch bei dem günstigen, wenn auch lang— samen Verlauf der Genesung von der Ausgabe täglicher Bulletins abgesehen werden. Leipzig, 9. Juli. Gestern und heute sind 22 neue Ausweisungen erfolgt. Ausland. Schweiz. Zürich, 12. Juli. Der Cantonal⸗ rath erklärte nach zweistündiger Debatte sich für incompeteut, das Regierungs-Verbot über den Socialisten-Congreß aufzuheben. Er erklärte stand von Sfax dauert fort. Eine Recognos cirung ergab, daß eine Landung nur vor Sfax möglich sei. Heute früh schossen die Kanots mit Kanonen auf 1000 Meter und zerstörten eine Strandbatterie. Andere Batterien sollen heute Abend beschossen werden. — 11. Juli. Die Kammer genehmigte das Ausgabe-Budget und begann die Berathung des Einnahmen-Budgets.— 12. Juli. Die Kammer berieth heute das Marinebudget. Clone be antragte die Aufhebung des Artikels, welcher den Bau neuer Panzerschiffe für 1882 untersagt. Die Kammer stimmte diesem Antrag zu. Hierauf wurde das gesammte Budget mit 488 gegen 2 Stimmen angenommen. Die näachste Sitzung findet am Montag statt.— Der Senat nahm das Gesetz über die Verlängerung der Handels verträge an, sowie das über den obligatorischen Unterricht. Das von der Kammer genehmigte 0 rücht, daß neben dem Vertrag mit Tunis vom 12. Mai eine geheime Zusatz-Clausel existire, absolut für unbegründet.— In diplomatischen Kreisen wird versichert, infolge der Erklärung der Pforte, die Truppensendung nach Tripolis bezwecke nur die Ordnung in Tripolis, seien alle Schwierigkeiten beseitigt.— Ein Gerücht, das Geschwader gehe nach Tripolis, wird formell dementirt. Das Geschwader geht nach Sfax und Gabes und bleibt in dem Golf von Gabes, bis die Ruhe hergestellt ist. Die aufständische Bewegung ist blos anf die Gegend von Sfax beschränkt; im übrigen Tunis herrscht Ruhe. Toulon, 11. Juli. Eiu Panzer-Geschwader ist gestern Abend nach Gabes ausgelaufen. General Logerot ist in Goeletta angekommen, um das Commando der Truppen in Tunis zu übernehmen. Großbritannien. London, 9. Juli. Die Königin hat heute in Windsor die Revue über die Freiwilligen-Regimenter abgehalten. Gegen 60,000 Mann standen in Parade. Sämmtliche hier anwesende Mitglieder der königlichen Fa— milie, sowie der deutsche Kronprinz und die Kron— prinzessin wohnten der Revue bei. — 11. Juli. Im Unterhaus erklärte Staats- secretär Dilke, es sei kein Grund vorhanden, der annehmen lasse, daß Frankreich einzelne Theile seiner Truppen mobilisiren werde — 12. Juli. Als die Töchter des Prinzen von Wales gestern von einer Spazierfahrt im Hydepark zurückkehrten, gingen die Pferde durch, wobei der Wagen umstürzte, und arg beschädigt wurde. Die Prinzessinnen blieben unverletzt. Kronstadt, 9. Juli. Das englische Geschwa— der hat gestern den hiesigen Hafen verlassen. Vor der Abfahrt hatten der Kaiser, die Kaiserin, der Großfürst-Thronfolger, Großfürst Wladimir nebst Frau, die Großfürsten Alexei Alexandro— witsch, Michael Nicolajewitsch nebst Sohn, der Herzog von Leuchtenberg mit Frau und die Prinzen von Oldenburg und Mecklenburg Schwerin nebst Gefolge das Geschwader besucht. Italien. Rom, 12. Juli. Der Ertrag einiger Steuern im ersten S Budget wurde dem Senate vorgelegt. — Die„Agence Havas“ erklärt das Ge— 7* 0 Semester d. J. üͤber— schreitet denjenigen Ertrag derselben Steuern 1 0 N * 1 1 f . ö 1 f 1 — im Vorjahre um nahezu 36 Millionen.— Heute Nacht wird die Leiche Pius IX. von der provi— sorischen Ruhestätte in Sanct Peter ohne Ge— pränge, von den Testamentsvollstreckern geleitet, in die Gruft San Lorenzo extra maros überge— führt werden. Amerika. Washington. Bulletin vom 10.Juli. Die guͤnstigen Erscheinungen in dem Befinden des Präsidenten dauern fort. Pulsbewegung, Temperatur und Befinden werden mehr und mehr normal. — 12. Juli. Bulletin von heute Morgen: Das Befinden des Präsidenten ist befriedigend. Afrika. Algier. Bu-Amema machte mit 1000 Araber am 9. Juli zwei vergebliche An— griffsversuche auf Kreider, welches von drei Tiraillenrs-Compagnien vertheidigt wurde. Die Aufständischen flohen südwestlich und verloren 250 Mann. Aus Stadt und Land. w. Bad⸗Nauheim. Bei dem am Sonntag in Lauterbach abgehaltenen Turnfest haben der Turner Brand von hier den 2. Preis und Bieler von hier den 11. Preis, der Turner Störicko von Butzbach den 9. Preis erhalten. Den 1. Preis erhielt ein Wetzlarer Turner. Die beiden hiesigen Turner wurden bei ihrer Ankunft am Bahnhofe mit Musik abgeholt und in die Stadt begleitet. Darmstadt, 10. Juli. Der Lithograph Piel aus Köln, welcher infolge der Geständnisse des Zeugen Krause in der letzten Assisenverhandlung auf Requisition der hie— sigen Staatsanwaltschaft bei Köln verhaftet wurde, ist gestern, fest geschlossen, in Begleitung eines Schutzmannes aus Köln, hier eingetroffen und im Provinzial-Arresthaus abgeliefert worden. Piel hatte sein Geschäft in Solingen unter der Angabe, daß dasselbe nicht gehe, aufgegeben und in Köln resp. in einer abgelegenen Gegend vor der Stadt eine Wirthschaft angefangen, wo er auch die fal— schen 50-Markscheine anfertigte und an seine„Kunden“ absetzte. Die Platten für die Falsificate sind gleichfalls in Händen der Polizei. Allerlei. P. A. Frankfurt, 11. Juli. Am vergangenen Mittwoch war die Ausstellung von ca. 13— 14,000 Men— schen besucht, zu welchen die nähere und weitere Umgegend Frankfurts das bedeutendste Contingent gestellt hatte. In den Nachmittagsstunden waren im Hauptgebäude das Ge— dränge und die Hitze sehr groß; glücklicherweise brachten leichte Gewitterregen die gewünschte Abkühlung und die Menge zerstreute sich bald durch den ganzen Garten, sowohl in die Bierpavillons als auch in die übrigen Lokale. Der elektrische Aufzug und mehr noch die elek— trische Eisenbahn waren in fast ununterbrochener Thätig— keit.— Gestern bot der Ausstellungsplatz ein farbenreiches Bild. Tausende und Abertausende, wir schätzen die Menge auf 25,000 Personen, bewegten sich nicht allein im Parke, sondern auch in den Ausstellungsgebäuden und verschie— denen Wirthschaften, so daß es oft schwierig wurde, ein Plätzchen zu erobern.— Die Eröffnung der natürlichen Eisbahn muß immer noch um einige Tage verschoben werden, obwohl die angestellten Versuche ein ganz befrie— digendes Resultat geliefert haben. Man sagt, der plötz— lich eingetretene Wassermangel sei daran Schuld; Andere geben andere Ursachen an, aber gleichviel: es handelt sich, wie uns bestimmt versichert wird, nur um einen Aufschub von einigen Tagen. Schon jetzt bemerken wir daher, daß die mitgebrachten Schlittschuhe keine Schnäbel haben dürfen und daß sie in den Absatz geschraubt sein müssen. Mit Stacheln und Spitzen versehene Schlittschuhe sind nicht gestattet. Die sogenannten Halifax-Schlittschuhe, verbesserten Systems, werden auf der Eisbahn vermiethet und ebenso Schlittstühle verschiedener Größe. Hamburg, 11. Juli. Die„Vandalia“ ist gestern morgen in Greenork eingetroffen, von dem„Conqueror“ und„Expreß“ geschleppt. An Bord ist Alles wohl. Nach der Reparatur geht die„Vandalia“ am 18. Juli nach New ⸗Pork. Cineinnatt, 7. Juli. Heute wurden hier vier große Möbelmagazine durch Feuer zerstört, wobei eine Person getödtet und 16 verletzt wurden, während 24 andere vermißt werden, die, wie man fürchtet, unter den Trümmern umgekommen find. Der angerichtete Schaden wird auf 680,000 Dollars geschätzt. Montreal, 8. Juli. Heute wurde hier eine Massen— versammlung von Dock-Arbeitern abgehalten. Der Prä— sident des Arbeitervereins hielt bei der Gelegenheit eine Ansprache, in deren Verlauf er bemerkte, daß der jetzige Strike einen Theil der großen Arbeiterbewegung bilde, die in Europa und den Vereinigten Staaten bereits im Gange sei und jetzt erst anfange in Canada Wurzel zu schlagen. Er empfiehlt das schieds richterliche Verfahren als ein Mittel zur Lösung der Streitfrage und rieth seinen Zuhörern, nach Hause zu gehen und sich von den Werften fernzuhalten. Juchtenleder. „Russisches Leder“ oder„Juchten“ ist ein Gegenstand, über welchen ungemein große Un— klarheit in aller Herren Länder herrscht. Der Geruch des Leders, bekanntlich einzig dastehend in seiner Art, hat Nachahmungs-Versuche zu Tausenden hervorgerufen, ohne daß bis dato auch nur einigermaßen nennenswerthe Resultate erzielt worden wären. Ja, es schwebt sogar über der Art und Weise, in welcher dem Leder sein eigenartiges Parfum beigebracht wird, ein ge— wisses geheimnißvolles Dunkel. Einige Fachleute wollen wissen, das Verfahren, dem Leder den charakteristischen aromatischen Geruch mitzutheilen, sei Geheimniß der russischen Regierung und werde von derselben mit argusaugiger Sorgfalt gehütet. Diese Leute behaupten, ein für Herstellung der Juchten-Essenz speziell konstruirter Apparat werde zur geeigneten Jahreszeit von eingeschworenen Beamten und unter militärischer Bedeckung in die Kronwälder transportirt, woselbst in der ge— heimnißvollsten Weise das zur Anfertigung von Juchtenleder nothwendige ätherische Oel aus ge— wissen Pflanzen gewonnen würde. Dieses Oel ge— lange nicht in den Handel und sei speziell der Export desselben ganz unmöglich gemacht. Nach derselben Quelle haben schon zu verschiedenen Malen ausländische Gerber sich Arbeiter aus Rußland kommen lassen, welche genau mit der Herstellung des in Rede stehenden Geruchstoffes vertraut zu sein meinten, um mit deren Hilfe die Juchtenlederfabrikation zu betreiben, ohne etwas Anderes als Mißerfolge zu erzielen, trotzdem von ihnen in unzähligen Experimenten enorme Kosten aufgewendet wurden. Thatsache ist, wie die„deutsche Gerber-Zeitung“ mittheilt, daß Gerber juchtenartiges Leder zu verfertigen im Stande sind, welches viel billiger als ächtes Juchten ist, den durchaus eigenthümlichen Ge— ruch desselben jedoch nicht besitzt. In einer vor einigen Jahren von zwei Beamten der General— Jutendantur des rusischen Kriegsministeriums herausgegebenen Schrift über die Lederfabri— kation in Rußland wurde der eigenthümliche Geruch dem Birkentheer zugeschrieben, welcher in der Fabrikation des Juchteuleders zur Ver— wendung kommt. Es ist jedoch Thatsache, daß der Export von Birkentheer nicht verboten ist. Auf Grund dessen kauften amerikanische Leder— fabrikanten nach der Weltausstellung in Phila— delphia im Jahre 1877 200,000 Pud Oel, ohne daß indeß die betreffende Association damit befriedigende Resultate erzielen konnte. Der Preis dieses Birkentheer-Oels variirt von 3 bis 4 Rubel per Pud(1 Pud= 32¾ Pfund). Das Oel wird jedoch so verfälscht, daß die russischen Lederfabrikanten in der Regel mit eigenen Vorrichtungen zur Herstellung desselben versehen sind. Die Juchtenlederfabriken befinden sich meistens in den Bezirken Viatka, Orel, Twer und Kasan, welche mit Birken dicht bewaldet sind. Jun Rußland werden besonders die Häute junger Kühe zur Herstellung von Juchtenleder verwandt, und zwar zu weißem, rothem und schwarzem Juchten. Die rohen oder gewässerten Häute werden behufs ihrer Enthaarung und Reinigung von Fleisch in Kalk oder in mit Asche vermischten Kalk gelegt, worin sie ver— bleiben, bis das Haar sich zu lösen beginnt. Nach der Enthaarung werden die Häute zur Schwellung wieder in die Aschegefäße gebracht, hierauf in fließendem Wasser abgewaschen, be— schnitten, gefalzt, 67 Stunden in ein Gefäß gelegt, in welchem Mehl mit warmem Wasser vermischt ist, und in demselben häufig umgedreht. Es entwickelt sich hierdurch eiue Gährung, und die sich dabei entwickelnde Essigsäure nimmt die letzten Reste des Kalks fort. Dies ist das älteste und am meisten zur Anwendung kommende Ver— fahren; in einzelnen Gerbereien ist die Behand— lung jedoch eine andere. Die Gerbung beginnt nie durch Versetzung der Häute in Gruben, sondern durch Behand— lung derselben in schwacher Brühe. Diese Farben, welche viermal gegeben werden, sind von ca. 20 bis 25 Tage Dauer. Ein Pud und 10 Pfund Rinde werden durchschnittlich zu jeder Haut ver— wandt. Nach dem Abspülen und Sortiren werden die noch feuchten, aber nicht übersättig— ten Häute mit der Narbenseite nach unten auf einen Tisch ausgebreitet und mit einer Mischung handelt. Jede Haut zu weißem oder rothem Juchten enthält so ½ Pfund Theer und 1 Pfd. Fett Die Mischung wird sorgfältig mit der Hand aufgetragen, so daß die Schicht eben und gleichmäßig wird. Hierauf werden die Häute in einem offenen Schuppen zum Trocknen aus— gebreitet. Das zu rothem Juchten bestimmte Alaun eingeschmiert und auf der Narbenseite mit Sandelholzfarbe gefärbt, welche kalt aufge— tragen wird. Das zu schwarzem Juchten be— stimmte Leder wird auf der Narbenseite zunächst mit einer Alaunlösung und darauf mit einer Lösung von Campecheholz in fast siedend heißem Zustaude behandelt, und demnächst zur Befestigung der mit einer Lösung von grünem Vitriol(Eisensul— phat) bestrichen. Viele Gerbereien wenden jedoch statt des Vitriols eine Flussigkeit an, welche man erhalt, indem man rostiges altes Eisen in einen in saure Gährung übergegangenen Trank, von den Bauern Quaß genannt, thut. Hierauf wird das Leder auf der Fleischseite sofort mit Birken— theeröl und geschmolzenem Fett, welche im Ver— hältniß von ½ Pfund auf jede Haut gemischt werden, eingerieben. Es werden jedoch 1½ͤ Pfd. von jeder Substanz genommen, wenn das soge— nannte Birkentheer-Leder hergestellt werden soll. Zur letzten Zurichtung werden die Leder in Wasser erweicht und gründlich auf dem Baum bearbeitet, geglättet und geknetet, hierauf kräftig mit dem Narbenholz gerieben und schließlich mit dem Schliker von Glas, Stein oder Stahl auf dem Narben behandelt, abwechselnd damit auch gewalzt und sodann auf der Narbenseite ein wenig gefettet. Schwarzes Juchtenleder wird auch mit einer Mischung von Birkentheer und Fett auf der Narbenseite geschmiert. Der Export von Juchtenleder ist gestattet, ist jedoch nicht bedeutend. Im Jahre 1877 war der ganze Export 8622 Pud, im Jahre 1876 nur 7426 Pud. Eingehende Nachforschungen nach der Ursache des Geruchs des Juchtenleders haben mit Sicher— heit festgestellt, daß dieselbe nicht in dem Gerb— verfahren zu suchen ist, sondern daß der Geruch der Haut anhaftet, indem die Häute des russischen Viehs diesen Geruch bereits im rohen Zustande haben. Diesen Geruch aus der Haut zu be— seitigen, ist der russische Gerber ebensowenig im Stande, wie er fremden Häuten den richtigen Juchtengeruch zu geben vermag. Die Leder— fabrikation ist eine bedeutende und weit ver— breitete Industrie Rußlands; es gibt jedoch da— selbst vor allen Dingen drei bedeutende Gerber— eien, deren eine wir kurz beschreiben wollen. Es wird Dampfkraft bis zu 45 Pferdestärken angewandt. Die Fabrikräume werden mit Dampf geheitzt; eigene Gasanstalten liefern das Gas, sowie auch durch alle Räume Wasserröhren gehen. Es sind 485 Aescher und Färber vorhanden und 60 rotirende Walkfässer. Die Maschinen sind neuester Konstruktion, hydraulische Pressen zum Glätten und Strecken, Lohmühlen, Apparate zum Färben und Auftragen der Schmieren, mit Dampf geheizte Trockenräume und Wollwasch— maschinen. Diese Gerberei beschäftigt 400 Ar— beiter und gelegentlich noch 150 Hilfsarbeiter. In einem Jahre werden 150,000 Juchtenhäute, 30,000 Felle und 5000 Sohlhäute gegerbt und zugerichtet. Jährlich finden 180— 220,000 Pud Weiden- und Eichenrinde, 57000 Pud Rosma— rin und 4000 Pud Beeren Verwendung. Die zum Schmieren des Leders dienenden Ingredienzien sind Birkentheer, geschmolzene Fette, Talg und Mark. Die Gerbung von Juchtenleder dauert 4—5 Monate, von Bullenhäuten 5—7 Monate und von Sohlleder 10— 14 Monate. Die jähr⸗ liche Produktion beläuft sich auf 1,350,000 Rubel. Die besseren Arbeiter wohnen auf dem Gerberei— grundstück, und für ihre Kinder ist eine besondere Schule vorhanden. Verloosungen. Badtsche fl. 35⸗Loose von 1845. Gewinn⸗ Ziehung vom 30. Juni 1881.— Heimzahlung am 1. Oetober 1881. Nr. 26702 72231 105753 159316 167783 179894 185265 317350 393951 à M. 1714. 29. von Birkentheer und geschmolzenem Fett be— Nr. 26703—7 12 14—16 18—22 26 29 3132 3538 40 9 Leder wird beim Trocknen mit einer Lösung von J 95 59— 346402 10 43 71 73 10 16 36445 86 89 2 23 94 58 91—9 am 3 Ange Num 0 von Heim Nr. M. Nr. 7 à M. a M. à M. sehn affentl 5 Groß 6* — 7 80—82 84—86 179856 59 61 63 66 67 69 70 72 74— 77 43 45—48 50 61301 3—8 10—12 17 18 20-23 28 31 32 34 36 37 39—4fꝗ 46 47 49 69403 4 7—9 13 16 19 21 23 27 31 34—37 42—44 47 72206 15 17—19 21—23 25 26 29 32 35 37—39 41 42 49 75001 2 4—9 12—14 16 20—24 27 29—31 41 43 44 47—50 85102 7 9—13 17 19 20 22 23 5 39 42 46 49 105752 55 57 58 62 66 70 71 73 74 7682 85-87 91 93 94 97-800 111351 54 55 61 63 65 66 70-73 75 77 80 82 85 46 89—93 97 98 400 114304—7 9 12 16 19—23 29 2 34 35 38 39 43—47 127304—6 8 9 11—13 16 17 9 22—24 31 32 36 38 40-43 47-49 129951 53—56 961 63-66 69—71 73 75 78-81 83 85 86 89—95 8 99 144303 5 9 14—16 19—25 28 31 34 36 40 41 5-47 50 147402—4 9 10 12— 14 24 28 30—34 37 39 42 45 49 159302 3 5—11 22 24 29 31 33 34 566—39 42 47 49 50 167751 53—56 60 66 67 70 72 90* 91 95-98 800 169802—5 8 9 11 12 14— 16 21 24 27 31 33—35 42 45—47 50 79 81-83 36 88 90 91 95* 96 97 99 55 57 60 62 185252 53 64 67—70 72 74 77 81 83 85—88 90 92 95 96 38 300 191451 52 56 58 60 63 64 66 67 72 75 79 31 84 86—88 92 93 95 96 98 99 203651 55 57 58 30 64—66 70 72 74 75 77 81—84 86 87 89 91—95 —— 78 81-83 85 86 38 204701 3 4 6 8 11 12 16—21 23 26 28—32 36 38 39 41 44 45 47 49 219553 54 56—58 60 62 64 86 68 70 73 74 78 79 81-86 88 93 94 96 97 229204 1114 16 18 20—22 24 26—28 33 36 38—41 43 46 4850 651 53-56 58 61 63 64 67-69 72—76 92— 94 96 98 700 246701 3 48 9 12 13 18 19 22 25 28 30 33 34 37 39 40 43 48 255751 53 55 57 58 60 61 69 70 72 73 76 77 79 30 85 86 88 90 91 93 95-98 276251—54 57 59 60 PPP = — 8265 68—70 73 74 81 82 84-86 90 92— 95 97—300 901 3 4 7 10—12 14 15 17—20 22 25 29—31 33 34 36—38 39 40 44—6 278902 7—11 14 15 18—20 22 25 28 29 31 37 39 45 48 49 283901—4 11 12“ 13 14 20 23 25 29 3ꝗ4 32 34 35 40 45 49 50 304101 4 3 7 11 16 19 20 23 26 28 31 32 34 35 37—39 41 42 44 48 49 316051 52 55—57 59—62 65 66 70 72 7476 79 80 82 83 95 97 100 317301—3 5—7 9 13 15—17 22 24 25 30—32 34 35 38 40—48 344351 54 55 59—62 64 67 70 75 79 82 85 86 88 93 96 98 99 346402 4 6 8 10 11 15 17 18 20 22 28 30—33 38 40 43 45 46 49 50 349052 54 55 58 61 63 66 67 70 71 73 76 78 83 84 89—92 94— 100 353303 6 8 11 9145 16 20 22 25 26 30 32 35 38—41 44 46 49 364456—58 60—62 64—67 69—73 75—78 81 82 84 386 89 90 94 95 97-99 371904 6 7 9 12 14 16 17 21 23 24 27 29 31 35—37 42 44 45 47—50 393952 54 58 60 62-64 67 68 72 75 77 81 82 84 87 89 91—95 à M. 128. 58. Alle übrigen Nummern in den am 31. Mai 1881 gezogenen Serien erhalten den ge— ringsten Gewinn von M. 102. 86. Die mit! bezeichneten Nummern sind mit Zahlungssperre belegt. Schaumburg⸗Lippe'sche Thaler 25⸗-Loose won 18 46. Gewinn⸗Ziehung vom 1. Juli 1881.— Heimzahlung am 1. October 1881. Nr. 48549 M. 42,000. Nr. 3352 M. 3600. Nr. 40700 M. 1800. Nr. 48508 M. 900. Nr. 47561 M. 750. Nr. 9017 M. 450. Nr. 7876 9030 21164 25035 30720 32038 32050 48593 A M. 225. Nr. 11287 21160 37208 59691 M. 192. Nr. 21161 174 30635 644 730 52837 M. 165. Nr. 2392 7884 13629 17833 836 19248 21162 25025 28355 356 30603 628 791 32032 46 48 34492 907 937 36106 37224 44513 523 47591 58149 2 M. 150. Auf alle übrigen Nummern in den am 1. April 1881 gezogenen Serien entfällt der geringste Gewinn von M. 144. Stadt Wien fl. 100⸗Loose v. Jahre 1874. Serien⸗ u. Gewinn⸗Ziehung vom 1. Juli 1881.— Heim⸗ 7885 zahlung am 1. Oetober 1881. Serien. Nr. 201 1075 1161 1266 1348 1386 1388 1939 2099 2287 2568 2641. Gewinne. Serie 2099 Nr. 11 fl. 200,000. S. 1266 Nr. 44 fl. 50,000. S. 1161 Nr. 39 fl. 10,000. S. 201 Nr. 100, S. 1348 Nr. 81, S. 1939 Nr. 65, S. 2641 Nr. 13 30 à fl. 1000. S. 201 Nr. 77 87, S. Nr. 62 82 91, S. 1161 Nr. 12, S. 1266 Nr. 39 61, S. 1386 Nr. 35 55, S. 1939 Nr. 72, S. 2099 Nr. 13 A fl. 400. Auf alle übrigen in vorstehenden Serien ent— haltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von fl. 130. Handel und Verkehr. Friedberg, 13. Juli. Wochenmarkt per Pfd. 1 M., Eier 2 Stück 11 Pf. Friedberg, 12. Juli. Fruchtbericht. Waizen M. 23.25, Korn M. 21.00, Gerste M. 16.—18., Hafer M. 15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd. Gießen, 12. Juli. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 85-90 Pf., Eier 1 Stück 6 Pf., 2 Stück 11 Pf., Käse per Stück 5-11 Pf., Tauben das Paar 60— 70 Pf., Hühner ver Stück M. 0.85— 1.20, Hahnen per Stück M. 0.60— 0.85, Enten per Stück M. 1.40— 1.70, Gänse per Stück M. 5. bis 5.50, Welsche M. 8.—9., Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfund, Kuh- und Rindfleisch 48— 50 Pf., Kalbfleisch 40—44 Pf., Hammelfleisch 64— 70 Pf., Schweinefleisch 64— 66 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.00— 6.00, neue Kartoffel 100 Kilo M. 14.—16., Zwiebeln per Ctr. M. 14.—15., Kirschen das Pfd. 20 Pf. ö Frankfurt, 11. Juli. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 380 Ochsen und Stiere, 260 Kühe und Rinder, 260 Kälber und 150 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 63.—66., 2. Qual. M. 57.— 60., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 55.—57., 2. Qual. M. 45.—50., Kälber 1. Qual. Butter kostete M. 50. 52., 2. Qual. M. 35.—45., Hämmel 1. Qual. M. 55.—60., 2. Qual. M. 40.— 50. Schweine wurden in letzter Woche 480 Stück per Pfund bezahlt. Frankfurt, 11. Juli. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50% Nr. M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 31.—31.50, do. 1.(Berl. Marke) M. 29.50, do. 2.(Berl. Marke) M. 24.50, Weizen, eff. hiesiger, ab Bahnhof hier M. 24.25, ab unserer Umgegend M. 23.75— 24.25, do. fremder je nach Qual. M. 23.— 24.25, Roggen je nach Qual. M. 21., Gerste M. 18.—19.50, Hafer M. 15.50— 16.50, Kohlsamen M. 27.— 28.25, Erbsen M. 19.— 27., Wicken M. 16.50— 17.50, Linsen M. 20.— 40., Bohnen, weiße, M. 23.— 25. Rüböl, detail, M. 64. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo. eingeführt und mit 60 Pf. D. Frankfurt a. M., 12. Juli. Die Festigkeit der Vorbörse auf besseres Wien machte im eigentlichen offi⸗ ziellen Verkehr bald einer Abschwächung Platz, die zu⸗ nächst durch die matte Haltung des Pariser Platzes für Staatsbahn motivirt wurde. Hier fanden in Folge dessen in Staatsbahn starke Blankoabgaben statt, die auch die andern tonangebenden Werthe beeinflußten. Außerdem dürfte auch die an den Märkten herrschende Geschäfts— stille, die heute fast auf allen Gebieten eingetretene, Ab— schwächung hervorgerufen haben. Creditactien, deren Ten⸗ denz eine günstige blieb, waren relativ fest. Creditaetien, gestern Abend 313 ½, gingen 43131 2—8/4—128/— 13 und 312¼ä um. Staats bahnactien, gestern Abend 3095/4, wurden à 309%—8¼—5/—7 07/4 gehandelt. Lombarden, gestern Abend 1095, notirten 109¼. Galizier, gestern Abend 284, wurden à 285¼ und 284 gehandelt. Oesterr. Bahnen stellten sich meist etwas schwächer, nur Elbthal etwas höher. Elisabeth gut behauptet. Böhmische fest, dann matter. Deutsche Bahnen weniger belebt wie gestern und waren zum Theil matter. auf ungünstige Einnabmegerüchte 1¼½0%. und Hessische Ludwigsbahn fest. täten fest. 1075 F Mecklenburger verloren Berlin Anhalt Oesterreichische Priori⸗ Amerikanische Prioritäten fest. Ausländische Fonds fest. Banken etwas matter. Reichsbank höher. Schaffhausen in Folge der Steigerung der Montanpapiere besser. Loose fest. Ungarische anziehend. Deutsche Fonds wenig verändert. Wechsel fest. Privatdisconto 38/89%. Literarisches. Daheim. Nr. 41 enthält: Die Ungeliebten. Er⸗ zählung von M. von Reichenbach.(Forts.)— Palästina in Wort und Bild. Von H. Weser. Mit Illustr.— Giftproben. Von J. Stinde.— Des Steinmetzen Traum. Gedicht von St. Waetzoldt. Mit Illustr.— Am Grabe Gregors VII. Von Th. Trede.— Aus der Mappe einer alten Jungfer. Von L. von Falken: II. Die rauhe Tugend.— Der Sänger des Liedes:„Wer nur den lieben Gott läßt walten“. Von H. Huth. Mit Porträt. — Am Familientische: Bücherschau LXXXIII.— Kants Schädel.— Rechtsrath. Mit zwei illustr. Beilagen. Illustrirte Weltgeschichte für das Volk. Unter besonderer Berücksichtigung der Kulturgeschichte in zweiter Auflage neu bearbeitet und bis zur Gegenwart fortgeführt von O. von Corvin. Wieder ist das vor⸗ treffliche Werk um ein gutes Stück vorwärts geschritten. Die vorliegenden neuen Lieferungen 51 bis 56, Anfang des IV. Bandes, umfassen zunächst die Einleitung, deren kulturgeschichtliche Uebersicht den hierarchischen Kampf gegen die verschiedenen freien Bewegungen auf religiösem Gebiete vorführt, außerdem die mittelalterlichen Literatur- erscheinungen, das Ritterthum und die gothische Architek— tur charakterisirt, die Geschichte des damaligen Handels und der Städtebünde darstellt ꝛc., weiterhin die Ge— schichte des Morgenlandes und der Mongolen, die Reisen Marco Polo's im asiatischen Osten, China, ferner in Europa die Geschichte des mohammedanischen Khalifats von Cordova, die Entwickelungsperiode der christlichen Reiche Spaniens, die Geschichte Englands von Wilhelm II. bis zum Tode Heinirichs III., und endlich die Frank⸗ reichs von Philipp II. bis Ludwig IX.(dem Heiligen). In allen diesen Abschnitten und Zeitschilderungen zeigt sich das rühmenswerthe Bemühen der Verfasser, die Er⸗ scheinungen und Bewegungen im Zusammenhange uns möglichst übersichtlich vorzuführen, sodaß neben den Haupt⸗ und Staatsactionen auch das Kulturgeschichtliche schärfer beleuchtet wird und Alles sich zu einem Gesammtbilde, durch Rück⸗ und Vorblicke vervollständigt, zusammenfügt. Geld⸗Cours. Frankfurt am 12. Juli 1881. 20-Frankenstücke„„ do. JJ Englische Sovereigngss.„20 41—46 Russische Imperiales„%„l,ů 16 7278 rr᷑iinnn 4 Al maro Dollars in Gold Volksbad. Wasserwärme am 12. Juli: 170 Reaumur. Walter. Nachträglich waren uns von Frau N. N. dahier für die arme Familie in Pfaffenwiesbach ein Pack Kleider und M. 2. übergeben worden, die wir erst dieser Tage durch Gelegenheit an Ort und Stelle ge⸗ langen lassen konnten. Die arme Frau läßt der Geberin ihren Dank sagen. Die Exped. d. Oberh. Anz. Lieferung von Vasaltsteinen. 2485 Montag den 18. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, soll auf dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung bei Melbach die Anlieferung, das Auf⸗ setzen und Zerschlagen von 90 Kubikmeter Basaltsteinen öffentlich vergeben werden. Bad⸗Nauheim am 11. Juli 1881. Großherzogliches Salinen- und Bergamt Bad-Nauheim. Ager. Bekanntmachung. Durch Gesellschaftsvertrag vom 21. Mai 1881 hat sich unter der Firma „Spar- und Vorschuß⸗Verein (eingetragene Genossenschaft)“ mit dem Sitz in Bad-Nauhelm eine Genossenschaft zum Zwecke der Förderung der wirthschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder durch den Betrieb der dazu geeigneten Geldgeschäfte auf unbestimmte Zeit gegründet. Die zeitigen Vorstandsmitglieder sind: 1) Jean Wörner jun., 2) Peter Aletter IV. von Bad-Nauheim, welche nur bei kurz vorübergehenden Verhinderungen durch ein Ausschußmitglied vertreten werden können. Der Vorstand zeichnet die Firma, indem er derselben seine Namensunterschrift beifügt. Rechtsverbindlichkeiten des Vereins Dritter gegenüber hat die Zeichnung nur dann, wenn sie von belden Vorstandsmitgliedern ge— geschehen ist. Der Verein besteht dermalen aus 227 Mitgliedern. Das Verzeichniß der Genossenschafter kann zu jeder Zeit bel unterzelchnetem Amtsgericht eingesehen werden. N Die Genossenschafter haften für Verbindlichkeiten der Genossenschaft solidarisch und mit ihrem ganzen Ver— mögen. Die von der Genossenschaft ausgehenden Bekannt— machungen und Erlasse in Angelegenheiten des Vereins erfolgen unter dessen Firma und der Namensunterschrift des Vorstandes wie oben und resp. des Vorsitzenden des Vereins, welcher dermalen in der Person des Beigeord— neten Friedrich Langsdorf J. von hier erwählt ist. Alle öffentlichen Bekanntmachungen erfolgen durch das in Bad⸗Nauheim oder in Friedberg erscheinende Anzeigeblatt. Bad-Nauheim am 1. Juli 1881. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Allwohn. Schütz, Gerichtsschreiber. Arbeits-Versteigerung. 2494 Samstag den 16. d. Mts., Morgens um 8½ Uhr, sollen auf dem Bürgermeisterei-Büreau zu Fauerba ch v. d. H. nachstehende Arbeiten öffentlich in Accord ge— geben werden: Steinbrecherarbeit(Kalksteine), lt. Kosten 2486 überschlag 90 M., Steinfahren 369 5 Zerschlagen der Steine 297„ Messen der Steine 9 Butz bach den 13. Juli 1881. Metzger, Bezirks-Vauaufseher. 25 Fuder Strohseile 50 hat zu verkaufen Ilbenstadt. Georg Mörschel. 3 N Arbeits-Versteigerung. 2495 Samstag den 16. d. Mts., Vormittags um 11 Uhr, sollen in der Wirthschaft des Balthaser Wissig 1. zu Langenhain nachstehende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden: M. Pf. Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 37 40 Steinhauerarbeit 8 Pflasterarbeit 2 80 Planirarbeit 22 50 Lieferung von Mauersteinen 24 Kalklieferung 17 40 Kieslieferung 21 Steinbrecherarbeit 72— Steinfahren 120— Steinzerschlagen 168— Steinmessen 18— 90— Unterhaltungsarbeiten Buß bach den 12. Juli 1881. Metzger, Bezirks-Bauaufseher. 7 11 7 H. v. Gimborn's Schreib⸗ und Copir⸗Tinten zeichnen sich durch lebhafte Farbe, große Flüssigkeit und schnelles Trocknen aus und liefern nach längerer Zeit scharfe, nie bleichende Copien. Lager in den diversen Sorten, sowie auch in rother Tinte, blauer Tinte, Stempelfarben, flüssigem Leim ꝛt., befinden sich bei den bekannten Schrelbmatertalien⸗ 93 Handlungen. 28 r Stellensuchende jeden Berufs plaelr und empfsehlt stets das Bürean Germania, Dresden. 2499 22323 ͤ¾:t:mAdGꝓꝛꝓꝝ.... ̃] — m. ̃ ̃⁵—ͤͤUiGD. ̃—“V' 7— ———— Musikverein zu Friedberg. Kirchen-Contert Sonntag den 17. Juli 1881, Nachmittags 3½ Uhr, in der hiesigen Stadtkirche. Der Eingang findet am Hauptportal statt. Eintrittspreis 40 Pfennig. 2488 Friedberger Nähmaschinen-Lager von H. Bindewald, Kaiserstraße, gegenüber dem Nathhaus, empfiehlt Nähmaschinen aller Systeme für Familien-Gebrauch und gewerbliche Zwecke unter langjähriger Garantie. Alte und nicht zweckentsprechende Maschinen werden um— getauscht und in Zahlung angenommen. 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