0 3 A berg“ 1881. Dienstag den 6. Dezember. — 1 144. * 85 Bau A 1 Oberhessischer Anzeiger. 4 Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. 1 Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. ö Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conko bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. — Waldulen, Bezirksamt Achern; kreis Oberfranken; Karl Magdeburg; Peter Erb Bonisacia geb. Gieß von Nieder-Kalbach, Kreis Amtlicher Theil. Schaller aus Glauchau, Amtshauptmannschaft in Sachsen; Dumnik Riefer aus Aufnau, Kreis Gelnhausen; Stephan Fischer von Waldulen, Bezirksamt Achern, Baden; Johann Heinrich Simon aus Bukau, Regierungsbezirk von Odenhausen, Kreis Gießen.— Der Aufenthaltsort des Georg Stutt und der Ehefrau des Georg Stutt, Fulda, ist unbekannt und zu ermitteln. E Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Karl Olivier aus Bartin, Regierungs? lezirk Köslin; Johann Bätz von Unterlahnstadt, Kreis Oberfranken; Dumnik Riefer aus Aufnau, Kreis Gelnhausen; Johann Heinrich Simon aus Bukau, Regierungsbezirk Magdeburg.— Wegen Bettels bestraft: Maler Richard Stephan Fischer aus Johann Bätz von Unterlahnstadt, Deutsches Reich. Darmstadt. Postpersonalnachricht. 1 ist der Telegraphenassistent Range ießen nach Frankfurt a. M. In dem neuen Etat des Finanz— ninisteriums sind für die laufende Unterhaltung Er sämmtlichen Staatsstraßen jährlich 765,089 Mark vorgesehen(gegen das vorige Budget mehr 38,575 M.), für Unterhaltung der Fahrbahn der Brücke über den Main zwischen Hanau und glein⸗Steinheim 1500 M.(+ 1500 M.), für die Gehalte der Straßenmeister und Bauaufseher, sowie für die Grasnutzungsentschädigung der letzteren 53,876 M. und für Ueberzugskosten zer Straßenmeister und Bauaufseher 1200 M. Für die beiden letztgenaunten Posten zusammen enthält die Anforderung ein Weniger von 26,753 M. 5 das Staatsbudget für 1879 bis 1882. Ver⸗ von Floskändel“/— s betrug bei letzterem die Gesammtlänge der taatsstraßen 1819.4021 Kilometer, wovon 2 26.2470 Kilometer auf die Provinz Starkenburg, 460.0375 Kilometer auf die Provinz Oberhessen ind 533.1176 Kilometer auf die Provinz Rhein— ellen entfielen, während der durchschnittliche ufwand für den Kilometer Straßenlänge sich jährlich 444 M. ermittelte. Es wird in en Erläuterungen zum Budget darauf hin— 9 ewiesen, daß im Laufe der nächsten Jahre um— assende Nachpflanzungen an den durch den Frost sark geschädigten Baumpflanzungen vorzunehmen Ind und hierdurch die für die laufende Uater— altung zur Verfügung stehenden Mittel be— sonders in Anspruch genommen werden. Im inter 187980 wurden durch den Frost 7537 Oostbäume und 1435 Wildbäume, im Ganzen 5972 Bäume zerstört und ist seitdem noch eine Irhebliche Zahl von Bäumen abgestorben. Zu Ende des Jahres 1880/81 waren im Ganzen 154,876 Väume an den Staatsstraßen vor⸗ banden, darunter 49,924 Obstbäume und 104,952 .— Der zweiten Kammer ging ein Gesetzentwurf in Betreff der Hinterlegung von Depositen, Cautionen und Privatcapitalien bei (ber Hauptstaatskasse nebst Motiven zur Ertheilung be, ler verfassungsmäßigen Zustimmung zu. 13 Versuchsweise soll in jeder Provinz je tine Secundärbahn erbaut werden, an welcher han die Rentabilität solcher neuen Verkehrswege erproben kann. Es sind dies in Starkenburg: die Strecke Pfungstadt⸗Eberstadt; in Rheinhessen: bie Strecke Osthofen-Westhofen; in Oberhessen: die Strecke Gedern-Stockbeim. 2 Berlin, 2. Dez. Reichstag. Ein Schreiben des Reichskanzlers wegen Ermächtigung zur straf⸗ en, techtlichen Verfolgung einer Beleidigung des aten Reichstags geht an die Commission für die Ge⸗ lita 1 schaͤftsordnung. Dann folgt die weitere Be— des Reichsamtes für das Innere. Lingens weist auf die Ueberhand— vahme der Auswanderung hin. Staatssecretär Bötticher entgegnet: Die Auswanderung von zathung des Etats Deutschen über Hamburg und Bremen hat aller— dings bedauerlich zugenommen: 1877 betrug sie 20,000, 1878: 23,000, 1879: 28,000, 1880 allerdings 94,000. Daneben hat auch die Aus— wanderung von Nichtdeutschen über diese Häfen bedeutend zugenommen. Sie betrug 1877: 20,000, 1878: 23,000, 1879: 22,000, 1880: 54,000. Meyer(Bremen) meint, die Zu— nahme der Auswanderung beruhe auf dem un— geheuren Aufschwung in den Vereinigten Staaten. Er wünscht ein Gesetz zum Schutz der Aus— wanderer. Es sei bedauerlich, wenn werthvolle Kräfte in so großer Zahl das Vaterland ver— ließen. Man müsse aber doch der Auswanderung ihren Lauf lassen, denn auf der anderen Seite drohe das Gespenst der Uebervölkerung. Frohme macht für die Zunahme der Auswanderung auch das Socltalistengesetz verantwortlich, unter dessen Wirkung Tausende ein politisches Martyrium erleiden müssen. Leuschner verlangt, zur Minderung der Auswanderung solle der Staat die Colonisation beginnen. Hirsch will in der Erhöhung der Lebensmittel-Zoͤlle und der Tabak— steuer die Ursache der zunehmenden Auswander— ung finden. Die Etats für Auswanderung wer— den schließlich bewilligt. Eine längere Debatte führt das Capitel„Statistisches Amt“ herbei. — 3. Dez. Berathung des Etats der Justiz⸗ verwaltung. Der Berichterstatter der Budget— commission tritt für weitere Ermäßigung der Gerichtskosten ein. Der Staatssecretär Schel— ling koustatirt, der Bundesrath halte die Revision des Gerichtskostengesetzes keineswegs mit der dies— jährigen Novelle für abgeschlossen. In dieser Session werde allerdings eine Vorlage wegen weiterer Ermaͤßigung nicht erfolgen. Windt— horst tritt fur schleunige Reorganisation ein. Hartmann spricht in gleichem Sinn, da die heutige Höhe dem minder Bemittelten unmöglich mache, sein Recht zu suchen. Das Rechtsbewußt— sein werde im Volk dadurch geschädigt. Auch Gerwig spricht sich für schteunige Ermaͤßigung der Gerichtskosten aus, desgleichen Schröder (Friedberg) und Payer(Württ.) Sonnemann regt darauf die Reform der Actien-Gesetzgebung an, unter Hinweis auf die Vorbilder der eng— lischen und franzoͤsischen Gesetze. Der Staats— secretär erkennt die Dringlichkeit der Aufgabe an; sie sei übrigens vom Justizamt nie außer Augen gelassen worden. Die Vorarbeiten seien schon so weit gediehen, daß eine schleunige Förderung zu erhoffen sei. An der weiteren De⸗ batte nahmen v. Minnigerode und Retting— hausen Theil. Lohrer erlaubt sich die Aeußer— ung:„Schulze-Delitzsch gehöre zu der Partei, die mit frevelnder Hand in das Jahrhunderte lange Bestehen der Innungen eingriff.“ Es wird„Zur Ordnung!“ gerufen; eine Debatte entsteht über den Ordnungsruf. Der Vice— präsident Ackermann lehnt den Ordnungsruf ab. Nach kurzer Bemerkung Perrots wird der Gebalt eines Staatssecretärs genehmigt. Bei dem Capitel Reichsgericht spricht Stephani sein Bedauern aus, daß mit dem Bau des Reichs— gerichts-Gebäudes noch nicht begonnen sei. Der Staatssecretär Schelling erklärt es damit, daß man den Geschäftsumgang des Reichsgerichts nicht übersehen könne, bevor die Sachen aus dem alten Gerichtsverfahren erledigt seien. Die Gerüchte von einer beabsichtigten Verlegung des Reichsgerichtes von Leipzig weg seien unbegründet. Windthorst fordert schleunigen Beginn des Baues, ebenso Lasker. Auch für den baldigen Angriff des Reichtstagsgebäudes spricht Lasker. Der Staatssecretär Bötticher verspricht für den Reichstagsbau eine Vorlage noch vor Weih— nachten.(Lebhaftes Bravo.) Der Etat des Reichsgerichts wird genehmigt. Eine Reihe von Capiteln vom Militär-Etat, soweit dieser nicht der Budget-Commission überwiesen, wird genehmigt. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. Dez. Die„Wiener Zeitung“ veröffentlicht das ge— nehmigte gemeinsame Budget.— Die Zeitungen bringen ein Schreiben der deutschen Kaiserin an den Erzherzog Karl Ludwig, mit dem sie zur Stiftung eines Krankenbettes für das neu zu gründende Elisabeth-Krankenhaus zu Buda— Pest 1000 fl. sendet. — 3. Nov. Der österreichische Gesandte in Bukarest erhielt den Auftrag, im Hinblick auf die jüngste rumänische Thronrede bis zum Ein— treffen weiterer Weisung vorläufig jedes persoͤn— lichen Verkehrs mit der rumänischen Regierung sich zu enthalten und sich auf die Erledigung der laufenden Geschäfte zu beschränken.— Die europäische Commission beschloß, die Discussion über das Donaureglement für eine außerordent— liche Session im Januar vorzubehalten. Frankreich. Paris, 2. Dez. Die repub⸗ likanische Linke des Senats sprach sich für partielle Revision der Verfassung aus. Großbritannien. London. Das Blau⸗ buch über Afghanistan, umfassend den Schriften— Wechsel vom 12. Januar bis 29. Juli 1884 und die Uebertragung der Verwaltung von Kandahar an Abdurrhaman, enthalt einen Brief von Abdurrhaman, in dem er erklärt, Nichts ohne Zustimmung Englands zu unternehmen und England stets von den Zuständen Afghanistans zu unterrichten. Italien. Rom, 3. Dez. In dem gestrigen Consistorium befragte der Papst nach einer kurzen Allocution die anwesenden Cardinäle, Patriarchen, Erzbischoͤfe und Bischoͤfe über das Leben der zu canonisirenden vier Heiligen; dieselben gaben saͤmmtlich schriftlich ihre Zustimmung fuͤr die Canonisation ab. Türkei. Constantinopel, Die Pforte verordnete die Schließung griechischer Post⸗ ämter zu Salonichi und Smyrna.— Novikow 2. Dez. verlangte, sie solle zu den von dem Gouverneur des Kaukasus nach Erzerum zum Studium des Pestfalles entsandten zwei russischen Aerzten auch zwei tuͤrkische entsenden. — 2. Dez. In der Sitzung der Bond— bolders zogen die türkischen Delegirten einen Theil der in voriger Sitzung abgegebenen Er— klärung über die Beschränkung des Autheils der Bondholders an dem Erträgniß der Tabakregie, welchem die Pforte principiell zustimme, zurück. Mehrere Amendements über die Repartition des Erträgnisses sind eingebracht. Die türkischen Delegirten wollen diese am Montag beantworten. — Eine Note der Pforte sagt auf den Protest des griechischen Ministers Konduriotis, sie habe Alles gethan, um die Schließung der griechischen Postämter zu vermeiden. Die Behandlung der meist begünstigten Nationen betreffe aber blos die Handelsverträge. Assym Pascha versicherte den Botschaftern mündlich, die Schließung der griechischen Posten sei nicht als Präcedenz für die Schließung weiterer Posten anzusehen. Rußland. Petersburg. Der„Regierungs— bote“ schreibt: Alle Processe wegen Staatsver— brechen, sowie die Processe, welche besonders geeignet erscheinen, die Bevölkerung aufzuregen, sollen vor verschlossenen Thüren stattfinden. Der Proceß Trigoni ist auf den Anfang Januar festgesetzt. — Das„Petersb. Journal“ tritt der„Times“ entgegen: Rußland habe niemals daran gedacht, in eigene Verwaltung eine türkische Provinz zu übernehmen, um aus deren Ertrag seine Kriegs— Entschädigung zu decken. Es sei niemals die Rede gewesen von solcher Einmischung in die türkische Finanzverwaltung. Amerika. Washington. Die Schuld der Vereinigten Staaten hat im vergangenen Monat um 7,250,000 Doll. abgenommen. Im Staats— schatze befanden sich ult. Nov. 245,040,000 Doll. Aegypten. Kairo. Einer Meldung der „Agenzia Stefani“ zufolge ernannte Italien den Viceconsul Vitto in Suez, und Aegypten den Gouverneur des Küstendistricts Ali Pascha zum Mitglied der neuen Untersuchungs-Commission über die Niedermetzelung Guilettis. Afrika. Tunis. General Saussier tele⸗ graphirt aus Gafza vom 29. November: Die Mehrzahl der Aufständischen jenseits des Schott sind zurückgeworfen. Die Colonne, welche gegen die Aufständischen im Gebirg, 60 Km. östlich von Gafza, entsandt wurde, besetzte ein be— festigtes Dorf El Azacha. Aus Stadt und Land. h. Friedberg. Es geziemt sich wohl, daß wir die Vorgänge in Friedberg auf geistigem Gebiete, auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft, in diesem unserem Lokalblatte registriren und besprechen. Damit leiten wir diesmal die nachfolgenden Zeilen über das herrliche Concert vom letzten Sonntagabend im Trapp'schen Saale ein. Es war das erste Concert des hiesigen Musikvereins in diesem Winter und er kann auf seine Leistungen, so— wohl was die Chöre als auch die Soli betrifft, als auf wohleinstudirte und mit Geschmack und Kunst vorgetragene zurückblicken und gewiß sein, daß er dem anwesenden zahlreichen Publikum große Freude bereitet und sich dessen Dank erworben hat, was übrigens schon während der Aufführung an den lebhaften Beifallsbezeugungen zu erkennen war. Dem Dirigenten, Seminarlehrer Schmidt, gereicht die ganze Aufführung nur zur Ehre. Aber ver⸗ gessen wir über den einheimischen die auswärtigen Mit— wirkenden nicht. Frau Weimar-Renner aus Frankfurt sang die Sopransoli, A. Müller,(früher auf dem Seminar dahier) ebenfalls von Frankfurt, die Baritonsoli. Beide verfügen über schöne, klangvolle Stimmen, von Kraft und Weichheit zugleich, und verstanden es, die Zuhörer zu hoher Befriedigung zu stimmen. Seminarlehrer Link begleitete die Gesänge mit bekannter Virtuosttät. Fräulein Hartmann von Hanau erfreute uns nach dem eigentlichen Concert noch mit einigen lieblichen Liedern. Einen wesentlichen Antheil an dem Gelingen des Concerts hatte auch der Seminaristenchor. Die zur Aufführung gekom⸗ menen Coneertstücke„Schön Ellen“ und„Comala“ haben in der musikalischen Welt einen so bedeutenden Ruf, daß es überflüssig ist, hier des Näheren darauf einzugehen. Dem Dirigenten wünschen wir Glück, gerade solche Sachen ausgewählt zu haben. Möge der Verein auf der betretenen Bahn weiterschreiten. Gießen. Spruchliste der Geschworenen vom IV. Quartal 1881. 1. J. Döll II. in Heisters. 2. J. Dietz V., Landw. in Villertshausen. 3. W. Koch II. in Langen⸗ bergheim. 4. H. Rühl II., Landw. in Maar. 5. J. Henkel, Muünster bei Lich. 7. H. Metz IV., Landw. in N.⸗Ofleiden. S. J. H. Würz, Schreiner in Dorn-Assenheim. 9. F. W. Lang, Färber in Lauterbach. 10. J. Uhl, Beigeord— neter in Unter-Schmitten. 11. G. Dietrich II., Landw. in Langd. 12. H. Wallbott VIII., Gem.-Rechner in Garben⸗ teich. 13. F. W. Hahn, Beigeordneter in Bellersheim. 14. A. Metz, Rechtsanw. in Gießen. 15. W. Buff, Bürgerm. in Nieder-Wöllstadt. 16. G. Schwarz, Kaufm. in Echzell. 17. J. Alles, Landw. in Unter-Wegfurth. 18. E. Balser, Schreibmat.-Händler in Gießen. 19. H. Grünebaum, Kaufmann in Bad-Nauheim. 20. R. von Eiff, Postm. in Grünberg. 21. H. Adami, Bauuntern. in Gießen. 22. K. Jäger, Kaufm. in Schlitz. 23. J. Walther III., Landw. in Ober-Bessingen. 24. G. Groth, Bäcker in Wenings. 25. A. Breidenbach, Oee. in Dor— heim. 26. Chr. Lonhard, Branntweinbr. in Steinfurth. 27. P. Birkenstock II., Gem.-Rechner in Ranstadt. 28. F. J. Guth, Wasserhändler in Vilbel. 29. W. Jochem, Bäckerm. in Laubach. 30. G. Dörr J. in Rixfeld. Allerlei. Frankfurt. Die beiden Straßenräuber, welche einen Schäfer in der Nähe von Gonzenheim anfielen und ihn, nachdem sie ihn mit dem Messer bedroht hatten, seiner Baarschaft von 10 M. beraubten, sind bereits er— mittelt und festgenommen. Die Polizei vermuthete nach der von dem Beraubten gemachten Veschreibung, daß der eine Thäter ein gewisser Reifinger aus Lauffach sei; sie erschien deshalb gestern Abend in seiner Wohnung zu Seckbach und nahm ihn nach kurzem Widerstreben fest; geschlossen wurde er hierher transportirt. Er räumte die That ein und bezüchtigte einen gewissen August Engel von Mubberg der Mithilfe. Nach Diesem brauchte man nicht lange zu suchen, denn er hatte sich einen Abend nach dem Vorfalle obdachlos auf der Constablerwache gemeldet und saß somit bereits in gutem Gewahrsam. Wird die Drohung mit dem Messer bewiesen, so dürften die Strauchritter eine lange Zuchthausstrafe zu gewär— tigen haben. Köln, 28. Nov. Eine dunkle That wurde am Samstag Abend in der Nähe unserer Stadt vollführt. Gegen 8 Uhr verließ der Buchhalter der Aktiengesellschaft Flora, Schmidt, ein allgemein geachteter Mann, die neben der Flora gelegene Restauration, wo er nach Be— endigung seines Tagewerkes ein Glas Bier getrunken hatte und begab sich auf den Heimweg nach Köln hin. Er nahm seinen Weg den Rhein entlang. Bald nach 8 Uhr hörten Leute im Kaisergarten und in der Nähe des zoologischen Gartens einen Schuß und zugleich einen Schrei. Mehrere in der Nähe Wohnende eilten hinzu und fanden Schmidt auf dem Rheinwege am Kaisergarten zusammengesunken. Eine Kugel, welche ihn in den Rücken getroffen, hatte ihn durchbohrt. Auf dem Wege nach dem Spital gab er den Geist auf. Gestern früh wurde in dem Glaeis des dem Orte der That nahe gelegenen Forts ein Militärgewehr gefunden, in dessen Lauf die Hülse einer abgeschossenen Patrone steckte. Kurze Zeit ehe der verhängnißvolle Schuß fiel, soll ein Soldat mit einem Gewehr in der Nähe des Thatortes gesehen wor— den sein. Allem Anschein nach handelt es sich hier um einen Akt der Rache, dem Schmidt, vielleicht durch Ver— wechselung der Person, zum Opfer gefallen ist. Der Getödtete hinterläßt Frau und 6 Kinder. Dortmund, 28. Nov. Vor dem hiesigen Schwur— gerichte stand heute die Haushälterin Lisette Ader aus Habinghorst, im Kreise Dortmund, angeklagt des drei— fachen Kindesmordes, und der Landwirth Theodor Kurig von Habinghorst, des gleichen Verbrechens beschuldigt. Die Tödtung selbst hat Kurig, wie die Beweisaufnahme ergab, allein ausgeführt, aber immer im vollen Einver— ständniß mit der Lisette Ader. Da bezüglich der Ange— klagten aber nur eonstatirt werden konnte, daß sie voll— kommen mit der Tödtung der Kinder einverstanden ge— wesen, ihr aber eine thätliche Betheiligung an den Morden nicht zu beweisen war, beantragte ihr Vertheidiger das Nichtschuldig. Das Verdikt der Geschworenen lautete diesem Antrage gemäß, worauf Freisprechung erfolgte. Kurig hingegen wurde wegen dreifachen Mordes zum Tode verurtheilt. Elm, 2. Dec. Die wegen Nebels von gestern auf heute verschobene Beschießung des Risikopfs begann um 11 Uhr und wurde wegen neuer Nebel nach sechs erfolg— losen Schüssen eingestellt. Paris, 1. Dee. Wieder sind drei Eisenbahnunfälle vorgekommen: der erste bei Saint-Quentin, wo ein Per sonenzug mit einem Güterzug zusammenstieß und 15 Per⸗ sonen, darunter der eommandirende General von La Fere, verwundet wurden; der zweite bei Gap, der dritte bei Nancy. Bei den beiden letzten wurde Niemand verletzt. Constantinopel, 20. Nov. Gestern wurde hier in der Vorstadt Beylerbey am Bosporus ein riesiger Haifisch gefangen. Das Ungethüm wog gegen 3000 kg, war 5 Meter lang und 2½ Meter breit. Die Farbe des Rücken war schwärzlich, die des Bauches blendend weiß. Ein kleiner Schraubendampfer schleppte den Meerriesen von Beylerbey bis zur Galatabrücke, von dort beförderte ihn ein Kaik mit sechs Ruderern zum Fischmarkte, wo er mittelst eines Wellenbaumes ans Land geschafft wurde. Zwei Fischhändler kauften den Haifisch für 368 M. und ließen ihn durch 48 Lastträger in ihren Laden tragen. Gemeinderathssitzung. 8. Friedberg, 4. Dezember. In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes machte der Bürgermeister die Mittheilung, daß im Staatsbudget für 1882/85 vorgesehen sei, daß die Stadt statt des seit⸗ her veränderlichen Zuschusses zu den Kosten der Realschule diese Höhe erreichte, wurde eine Eingabe an den Referenten des Finanzausschusses, worin die einschläglichen Verhält⸗ nisse unserer Stadt und Realschule dargelegt sind, zu dessen näherer Information zu richten beschlossen und der vorgelegte Entwurf genehmigt. Ein Gesuch des Maurer⸗— meisters H. Reuß um Versetzung einer Laterne an die Ecke der neu eröffneten Straße wurde abgelehnt, dagegen soll nach Fertigstellung der letzteren die Errichtung einer neuen Laterne in Aussicht genommen werden. Eine Rech⸗ nung der Firma Aird und Mark für Herstellung der zu Errichtung eines Wasserwerks erforderlichen Brunnenan⸗ lagen, wurde entgültig genehmigt. Einigen Grundbe— sitzern, welche bei Anlage dieser Brunnenarbeiten geschädigt wurden, wurde eine kleine Entschädigung zugebilligt. Für die Wohnung des Stadtbaumeisters soll ein neuer Koch⸗ berd angeschafft werden. Der Verkauf der in der städtischen Weidenanlage erzielten diesjährigen Weidenernte erhielt die Zustimmung des Gemeinderaths, auch wurde beschlossen, die Weidenanlage weiter aus zudehnen und noch in diesem Jahre ein weiteres dazu geeignetes Stück der Pfingst— weide umrotten zu lassen. Gerichtssaal. Altenstadt, 1. Dec. In der heutigen Schöffen⸗ gerichtssitzung wurde erkannt: 1. gegen Adolph Wenzel, Sohn von Johann Konrad Wenzel von Oberau, wegen Aus hebens von Singvögeln 3 M. Geldstrafe und Trag⸗ ung der Kosten; 2. gegen Heinrich und Wilhelm Berg von Altenstadt, wegen Körperverletzung, jeder 8 Tage Gefängniß und Kostentragung; 3. gegen Karl Klehm von Heegheim, wegen Beleidigung und Widerstands, 5 Tage Gefängniß und die Kosten, der Beleidigte kann das Ur⸗ theil veröffentlichen lassen; 4. gegen Wilhelm Stroh von Lindheim, wegen Pfandveräußerung, 2 Tage Gefängniß und Kosten; 5. gegen Friedrich Stroh II. von da, wegen Unterschlagung, 14 Tage Gefängniß und Kosten; 6. gegen Peter Heppner IV. von Stammheim, wegen Beleidigung, 5 M. Geldstrafe und Kosten; 7. gegen Jakob Grießemer II. von Staden, wegen Beleidigung, 3 M. Geldstrafe und Kosten; 8. gegen Heinrich Peter Brest von Rodenbach, wegen Beltels, 10 Tage Gefängniß und Kosten; 9. gegen Johann Georg Will von Altenstadt, wegen Widerstands und Beleidigung, 3 Tage Gefängniß und Kosten; 10. der von Katharina Mohn von Langenbergheim eingelegte Ein— spruch gegen einen Strafbefehl wurde verworfen, da die⸗ selbe nicht erschienen war. Handel und Verkehr. Friedberg, 3. Dee. Wochenmarkt. Bukter kostete per Pfd. M. 0.95—1.10, Eier 1 St. 7 Pf., 2 St. 15 Pf. Gießen, 3. Dee. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.20— 1.25, Eier 1 St. 7—8 Pf., 2 kleine St. 00 Pf., äse per Stück 5— 11 Pf., Tauben das Paar 50-60 Pf., Hühner ver Stück M. 6.80— 1.00, Habnen ver Stück M. 0.80— 1.30, Enten per Stück M. 1.20— 1.40, Gänse per Pfund 44—52 Pf., Ochsenfleisch 62— 00 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 45—50 Pf., Kalbfleisch 4400 Pf., Hammelfleisch 4560 Pf., Schweinefleisch 62-64 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00— 4.00, Zwiebeln per Ctr. M. 6.—8., Weißkraut 100 St. M. 5.00— 8.00. Frankfurt, 3. Dec. Marktbericht. Heu kostete per Centner je nach Qual. M. 4.—5.50, Stroh M. 4.—5., Kartoffeln M. 4.—5., Weißkraut das Hundert M. 8.50—9., das Stück 10— 12 Pf, Kohlkrayt 8—10 Pf., Rothkraut 20—25 Pf., Blumenkohl 20—60 Pf., Endivien 10 Pf., Rosenkohl die Portion 40—60 Pf. Ochsenfleisch 60—70 Pf, Kuh-, Rind⸗ und Kalbfleisch 40—55 Pf., Schweinefleisch 65—80 Pf., Hammelfleisch 40—55 Pf., 1 Hahn M. 1. bis M. 1.40, 1 Huhn M. 1.— 1.80, 1 Ente M. 2.503. Gans das Pfd. im Durchschnitt 60 Pf., 1 Hase M. 2.50 bis M. 3., 1 Taube 50—60 Pf., 1 Poularde M. 2. bis M. 2.50. Butter 1. Qual. im Detail M. 1.25., 2. Qual. M. 1.1520. g Mainz, 2. Dee. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 4.00— 5.00, Heu per Ctr. M. 4.50— 4.75, Stroh per Ctr. M. 4.40— 4.60, Butter ½ Kilo M. 0.95— 1.05, Butter in Parth. bis 7580 Pf., Eier ́ Hundert M. 1.70 bis M. 1.90, Handkäse 5—8 Pf., Rotbkraut 20 bis 25 Pf., Weißkraut 10— 12 Pf., Blumenkohl 20 bis 25 Pf., Wirsing 3— 4 Pf., Zwiebel ½ Kilo 9 bis 10 Pf., 1 Gans M. 4.50— 7.00, 1 Ente M. 2.—2.50, 1 Hahn M. 1.00—1.50, 1 Huhn M. 1.30— 1.70, 1 junge Taube 45— 50 Pf., 1 Feldhuhn M. 1.70— 1.90, 4 Hase M. 2.57— 3.— Frucht Markt. Waizen hiesiger M. 24.75— 25.20, fremder M. 24.75 25.70, amerik. rother Winterwaizen M. 00.00— 00.00, Roggen, hiesiger und franz., M. 21.10— 21.20, Gerste, pfälzer, M. 19.20 bis 19.40, Franken M. 19.25—19.75, Hafer eff. M. 15.50 bis 17.25, Reps M. 19.00— 29.25, Repskuchen M. 165., Rüböl eff. ohne Faß M. 30.20— 30.40, per Oetober mit Faß M. 30.10. Eingesandt. Am letztverflossenen Samstag-Abend hatten die Stamm⸗ gäste der Burck'schen Wirthschaft ein besonders animirtes, gemüthliches Zusammensein. Ein Mitglied der Gesell⸗ schaft naym fur den Winter Abschied. Die Stimmung gab sich selbst in Reden kund, welche Worte des Ab⸗ schieds, des Wiedersehens, treuer Freundschaft u. s. w. enthielten. Eins aber verlieh dem Ganzen eine beson⸗ dere Hebung. Der Prästdent hatte eine Parodie auf Schillers Glocke zum Lobe des Windecker schen Bieres gedichtet, welche nun gedruckt in schöner Ausstattung vor⸗ lag und wiederholt vorgetragen wurde. Dies schöne Gedicht hat besonderen Werth für die, welche im Speziellen die Personen und Verhältnisse der Burck'schen Wirthschaft Landw. in Landenhausen. 6. D. Heß IV., Landw. in für pie Folge einen fixirten ständigen Beitrag von 10,600 M. aus Vergangenheit und Gegenwart kennen. Wer die leisten soll. Da der seitherige wirkliche Zuschuß nicht N Jiberstützung f ust erleidel. 4 er Unterzel J ktähchen 4 Hilda 8 Minna 1 Fr. ID⸗Frankenst do Turglische Sor kusssche Img Dukaten „„ n Doars in G a 9 i ů— 9 Samm — VUioebertras . C. Binder J. B. Vernb J. Ph. Billa .. Th. Kran J. H. Flasch Friedbe Forderun Eheleute vor bssellten Vo Olstadt oder Fried b. 0 4070 aa Auf Ebb, 1. zun Ober- M N Anna 9 Taßen gewiß uns von f ben aufgef „Mttwoch i Ausprüc ana Maria Aumelden in der Na stlern obne ad⸗N Oroßh ird die Ueberzeugung gewinnen, daß dem Dichter und rauer das freudige Hoch, das ihnen die Gesellschaft achte, gebührt hat. Herr Windecker gelobte für die ere Vervollkommnung des Bieres Alles aufzubieten. W. Bitte. Damit demnächst wieder eine Christbe— scheerung für die hiesige Kleinkinder- schu le stattfinden kann, wird gütige Beisteuer n Geld und sonstigen Gaben um so dringender abeten, als diese Anstalt durch Entziehung der ir viele Jahre hindurch aus dem Mathilden— fte des Kreises Friedberg bewilligt gewesenen uterstützung jetzt einen sehr empfindlichen Ver— st erleidet. Zum Empfange erklärt sich jede r Unterzeichneten gern bereit. Käthchen Baur. Johannette Klipstein. Hilda Dieffenbach. Christiane Schmidt. SSöffen Minna Diegel. Julie Sebastiani. * En 8 Christiane Werner. dag Geld- Cours. Frankfurt am 3. December 1881. „Frankenstückeee M. 16 16-20 do. VV 118 glische Sovereiggns.„%rͤo 20 31-36 ssische Imper tales„ 16 66—71 ——..„ 9 63 b. 5 mare. r ne 9 5762 Nollars in Gold„ 4 21—24 Pfennig ⸗Sparkasse. Sammelstellen. Einlagen. Betrag. M. Pf. f Uebertrag vom 26. Nov. 17516[ 9014 25 C. Bindernagel 63 41 90 W. Bern beck 159 76 70 h. Bilan 128 72 95 D 96 52 70 H. Flaschenträger 10⁵ 66 30 18067 9324 80 NB. Uebertrag Einleger 898. Neue Einleger 4. Gesammt⸗Einleger 897. Friedberg den 3. Dezember 1881. Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß⸗ und Credit⸗Verein, e. G. 8. 9 Aufforderung Forderungen an den Nachlaß der Heinrich Schaaf II. N tbeleute von Ockstadt sind binnen 2 Wochen bei den i lestett ver estellten Vormündern Johann Rudolph Gröninger in „ dckstadt oder Heinrich Kipp III. daselbst anzumelden. 50 Friedberg am 25. November 1881. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Süffert. f 1 Hohenstein, dest 4076 Hülfsgerichtsschreiber. 2 Aufgebot. 1891 Auf Antrag der Katharina, Ehefrau des Karl 1 Schuh, geb. Wagner, und des Johannes Georg Wagner * zon Sber⸗Mörlen werden die abwesenden Jakob Wagner ind Anna Maria Wagner von da, welche glaubhafter⸗ naßen gewiß schon 50 Jahre von Hause abwesend sind, ohne was von sich haben hören zu lassen, oder deren Leibes— irben aufgefordert, im Aufgebotstermin Mittwoch den 1. Februar 1882, Morgens 10 Uhr, hre Ansprüche und Rechte an den Nachlaß der erwähnten inna Maria Wagner beim unterzeichneten Amtsgerichte enzumelden, als sonst dieselben für verschollen erklärt ind der Nachlaß derselben den aufgeführten Antrag— sellern ohne Caution überwiesen wird. Bad⸗Nauheim am 9. November 1881. Großherzogliches Amtsgericht Bad⸗Nauheim. 1 Allwohn. 5 1 Schub, 9 Gerichtsschreiber. Holzversteigerung in den Waldungen des Großh. Hauses der 1 Gberförsterei Ober-Rosbach. 1651 Es werden Montag den 12. d. Mts. im Distrikt 1 Vurgwald, Schlag IX: 5100 Ausjätungswellen, hierunter ca. 10 Besenreisig, b und Dienstag den 13. d. Mts. im Distrükt Keller:; lerg, Schlag XVIII: 1000 Gebund g 9400 Aus jätungswellen, hierunter ea. 300 Gebund 4 Besenreisig, — tersteigert. 1 1 Anfang jedesmal Vormittags 10 Uhr. lein Ober⸗ Rosbach, 3. Dezember 1881. 0% Großherzogliche Oberförsterei Ober⸗Rosbach. ee, 082 Stra ck 1 ierglocke“ liest und das Windecker'sche Bier trinkt, 11 Bekanntmachung. Betreffend: Die Offenlegung des Grundbuchs der Ge— markung„Friedberger Burgwald“. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das neu errichtete Grundbuch der Gemarkung„Fried— berger Burgwald“ nebst den dazu gefertigten Handrissen, welche dazu dienen sollen, sich desto leichter im Flur— und Grundbuche zurecht zu finden und Verwechselungen zu vermeiden, in dem Bureau des Ortsgerichtsvor— stehers zu Friedberg offen gelegt worden ist. Die Betheiligten sind befugt, das Grundbuch während der Zeit der Offenlegung in diesem Local einzusehen, auch gegen die Gebühr von dem Großherzog— lichen Ortsgerichtsvorsteher Grundbuchsauszüge zu ver— langen. Auch werden sie durch letzteren auf die von den Feldgeschworenen etwa entdeckt werdenden, sie betreffen— den Fehler aufmerksam gemacht werden. Allen denjenigen, welche sich bei den Angaben des Grundbuchs rücksichtlich des Besitzstandes für beschwert erachten, steht es frei, binnen einer unerstrecklichen Frist von sechs Monaten ihre Anstände entweder auf gerichtlichem Wege bei dem Großherzoglichen Ortsgerichtsvorsteher zu Friedberg, vor welchen sie ihren etwaigen Gegner vorladen lassen können, zu beseitigen, und insofern dieses nicht von Erfolg ist, ihre Ansprüche bei dem für Besitzstreitigkeiten zuständigen Gericht geltend zu machen. Ist dieses Gericht ein anderes, als das unterzeichnete, so haben sie davon, daß Letzteres geschehen, binnen eben dieser Frist Anzeige zu machen. Diese Anzeige liegt ihnen binnen derselben Frist alsdann ob, wenn sie vor Offenlegung des Grundbuchs gegen den daselbst eingetragenen Besitzer eine Besitzklage angestellt hatten.— Nach Ablauf dieser Frist wird der Besitz, wie ihn das Grundbuch angibt, in Bezug auf die Per⸗ sonen der Besitzer in allen den Fällen für richtig ange— nommen, in welchen weder eine gütliche Beseitigung bei dem Großherzoglichen Ortsgerichtsvorsteher zu Pro— tokoll gegeben, noch eine gerichtliche Klage deßhalb er— hoben und erforderlichen Falls bei dem unterzeichneten Gerichte zur Anzeige gebracht worden ist. Zugleich werden Diejenigen, welche die in Gemäßheit des Art. 30 des Gesetzes vom 21. Februar 1852, die Erwerbung des Grundeigenthums u. s. w. betr., bei⸗ gefügten Erwerbtitel berichtigt zu sehen wünschen, auf— gefordert, die erforderlichen Anträge binnen der fest⸗ gesetzten Frist von sechs Monaten bei dem zuständigen Gerichte zu stellen und, wenn dieses ein anderes ist, als das unterzeichnete, bei diesem die Anzeige zu machen. Die unerstreckliche Frist von sechs Monaten geht mit dem 15. April 1882 zu Ende. Friedberg, 15. September 1881. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Sellheim. Becker. 3441 Gerichtsschreiber. Aufgebot. 4073 Auf Antrag der Franz Möbs III. Erben von Nieder-Mörlen werden Franz Möbs IV. und dessen Erben, sowie Diejenigen, welche Ansprüche an die dem Ersteren im Grundbuch beigeschriebene Parzelle Flur XXX Nr. 207 bilden, aufgefordert, solche binnen 4 Wochen gelkend zu machen, als sonst dieselbe dem Franz Möbs III. in Nieder- Mörlen mit dem Exwerbtitel„Ersitzung“ bei— geschrieben wird. Bad⸗Nauheim den 2. Dezember 1881. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Rauheim. Allwohn. Schütz. Holz- Versteigerung. 4078 Freitag den 9. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Langenhainer Gemeindewald, Distrikt Filzhard(bei Maibach), folgende Holzsortimente, als: 285 Gebund Birken-Nutzreisig, 2050 Wellen Durchforstungs-Reisig, 880„ Nadelholz öffentlich versteigert werden. Ziegenberg am 2. Dezember 1881. a Großherzogliche Bürgermeisterei Langenhain. Rumpf. Mobiliar⸗Versteigerung. Am Mittwoch den 7. Dezember d. J., Vormittags 9 Uhr, lassen die Erben der Frl. Elise Pestel deren Mobiliar⸗Nachlaß, bestehend in Betten, verschledenen Sopha's, Möbeln, Stühlen, Küchengeräthen, Kleider— schränken, Tischen, Commoden, Bettstellen, Spiegeln, Holzwerk, Vorhängen, einem vollständigen fast neuen Reitgeschirr und sonstigen Hausgeräthen, durch den Unterzeichneten öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigern. Am 8. Dezember wird die Versteigerung nach Bedarf fortgesetzt. Friedberg den 24. November 1881. In Auftrag: 4028 Schwarz, Hoftaxator. Lin braver J Ein braver Junge wird als Lehrling in ein Speeereigeschäft gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Anz. 4063 Bekanntmachung. 4069 Mittwoch den 7. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Großherzoglichen Landeszuchthause Marien⸗ schloß eine Parthie alte Teppiche, getragene Mäntel und Unterkleider, sowie Lumpen, altes Eisen, alte Woll⸗ schlumpen und sonstige alte Geräthe an den Meistbieten⸗ den versteigert werden. Marienschloß den 2. Dezember 1881. Großherzogliche Landeszuchthauskasse. Lang. Bekanntmachung. 4090 Nachdem der Bestand an bedeckten Wagen den Bedarf an solchen gegenwärtig wieder übersteigt, wird die laut unserer Bekanntmachung am 1. Nobember d. J. für dieselben eingeschränkte Be- und Entladefrist vom 1. d. Mts. an wieder auf die normale Zeit von 12 Stunden verlängert. Königliche Eisenbahn- Direction. Arbeits-Versteigerung. 4081 Donnerstag den 15. Dezember, Mittags 12 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause die bei Herstellung von Lehrerwohnungen u. s. w. vorkommenden Arbeiten einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden: M. Pf— Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 3796 42 Steinhauerarbeit 1228 48 Zimmerarbeit 2549 66 Dachdeckerarbeit 2559— Schreinerarbeit 3614— Schlosserarbeit 3285 85 Glaserarbeit 869 60 Weiß bindererbeit 2408 18 Spenglerarbeit 541 25 Pflasterarbeit 222 20 Liefern von Mauersteinen aus den Münzenberger oder Rockenberger Steinbrüchen, 108 Kubikmeter, Anfahren dieser Steine, 108 Kubikmeter, Liefern von Weißkalk, 350 Centner, Desgl. von bydraulischem, 150 Centner, Liefern von Tuffsteinen, 4000 Stück, Sand, 212 Kubikmeter, Kies, 35 Kubikmeter, Lehm, 20 Kubikmeter, 25 Kornstroh, 10 Centner, Setzen der Steine und Messen des Sandes, 405 Kubik⸗ meter, Liefern von Basaltsteinen zu Schichtenpflaster, 15 Kubik⸗ meter, Liefern von Portland-Cement, 13 Tonnen, Liefern von Stickholz(Eichen), 2 Festmeter, Liefern von Kamin-Tuffsteinen, 47,6 lfd. Meter. Gambach am 3. Dezember 1881. Schneider, Bezirks-Bauaufseher. 24 Bekanntmachung. Die hiesige Gemeinde beabsichtigt einen 1½jährigen, schön gebauten Bullen anzukaufen. Besitzer solcher Thiere belieben ihre Offerten baldigst an die unter⸗ zeichnete Stelle gelangen zu lassen. Rödgen am 30. November 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. 4031 Luft. Rergmann's 2938 2 7 2 if bor* Cheerschwefel-Seife, bedeutend wirksamer als Theerseife, vernichtet sie unbe⸗ dingt alle Arten Haut-Unxreinigkelten und erzeugt in kürzester Frist eine reine, blendend weiße Haut. Depot à Stück 50 Pf. bei Apotheker Lülen. Neue Wallnuüsse, Ital. Haselnüsse Wilh. Bernbeck. 2 5 1* I H. v. Gimborn's Schreib⸗ und Copir⸗Tinten zeichnen sich durch lebhafte Farbe, große Flüssigkeit und schnelles Trocknen aus und liefern nach längerer Zeit scharfe, nie bleichende Copen. Lager in den diversen Sorten, sowie auch in rother Tinte, blauer Tinte, Stempelfarben, flüssigem Leim ꝛc., befinden sich bei den bekannten Schreibmaterialien⸗ Handlungen. K 5 2 Goldgelb und haltbar geräucherte 3788 Kieler Sprotten, beste große, 200 Stück eirea pr. 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Dezember täglich, von da ab nur Sonntags geöffnet ist. 4067 Frankfu Photograph E. Rheinstädter, rt a. M., Wiesbaden, Friedberg. Die ausserordentliche Ver- 31 breitung dieses Hausmittels hat eine ebenso grosse Zahl ähnlicher Präparate als Nachahmer hervor- gerufen, welche sich nicht ent: blöden, Verpackung, Farbe und Etiquette in täuschender Weise en den vollen Namen des Fabri- 39 Mobiliar⸗Versteigerung. Nächsten Donnerstag den 8. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, erfolgt Fortsetzung der am 30. November be⸗ gonnenen Mobiliarversteigerung im„Deutschen Hof“ dabier. Es kommen insbesondere noch zum Verkauf: 6 sehr gut erhaltene vollständige Betten, verschiedenes Bettwerk, eine rothe Plüschgarnitur in Mahagoniholz, ein polirter Kleiderschrank, verschiedene Tische und Waschtische, ver— schiedene bessere Oelgemälde, sowie diverse kleinere Gegen— stände. Bad⸗Nauheim den 5. Dezember 1881. Heutzenröder, 4091 Gerichts-Vollzieher. Betreffend: Den Concurs des Philipp Reuß III. von Dorheim. Mit gerichtlicher Genehmigung soll die Schlußver⸗ theilung erfolgen. Der verfügbare Massebestand beträgt: M. 127. und gebührt dem nächsten Pfandgläubiger— der Vor⸗ schußkasse in Berstadt,— währenddem die übrigen, noch nicht befriedigten Gläubiger mit ihren Forderungen aus— fallen. Das Schlußverzeichniß liegt zur Einsicht der Be— ligten auf der Gerichtsschreiberei dahier offen. theiBad⸗Nauheim den 1. Dezember 1881. Der Concursverwalter 4083 Jean Wörner jun. Soeben erschien: 4053 Azalien-Polka- Mazurka für Pianoforte(2händig) von Lorenz Müller. Preis 60 Pfennig. Vorräthig bei Carl Bindernagel in Friedberg. Melbourne 1881.— I. Preis— silberne Medaille. Spielwerke, 3874 4—200 Stücke spielend; mit oder ohne Expression, Im Verlag von Fr. Ackermann in Weinheim ist soeben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Lehr- und Uebungsbuch für den Unterricht in der deutschen Orthoepie& Orthographie in Schule und Haus. 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Der orthographische Theil ist unter Berücksichtigung der Verordnungen über die neue Rechtschreibung der Ministerien von Preußen, Bayern, Sachsen, Baden, Hessen, Weimar de., bearbeitet.— Diese Werkchen sind den Herren Schulvorständen und Lehrern hiermit bestens empfohlen und stehen bei beabsichtigter Einführung gern zur Ein— 4070 ziehen: J. Höser, Das Kopfrechnen in den deut schen Schulen. Mandoline, Trommel, Glocken, Castagnetten, Himmelsstimmen, Harfenspiel zc. Spieldosen, 2—16 Stücke spielend; ferner Necessalres, Cigar⸗ renständer, Schweizerhäuschen, Photographie⸗ Albums, Schreibzeuge, Handschuhkasten, Brief⸗ beschwerer, Blumenvasen, Cigarren-Etuis, Ta⸗ baksdosen, Arbeitstische, Flaschen, Biergläser, Portemonnaies, Stühle ꝛc., Alles mit Musik. Stets das Neueste und Vorzüglichste empfiehlt i J. H. Heller, Bern(Schweiz). 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Januar schon am unterzeichn Betragen haben die betreffende Fri Sat Rathhaus Gee Festste f 2) Uusfül Unter Aaufe dern Bu d Oeme Hinter bli 1