fen en che init. Hausc⸗ 9140 19 A. . gern Veranlassung, Ihnen fur diese willkommene Sendung bestens zu danken.“ Nönfersfag den 5. Afal. Oberhessischer A zeiger. Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Etrscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. 3 Die einspaltige Petitzeile wird bel Annoncen mit 11 P Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere f. berechnet, bei größerem Tabellen— nicht Jahres-⸗Conto bei uns haben oder Ziffersa mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. „ welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: 8 i von Hainzell, Michael Blumenthal von Kirchbracht, Bettels bestraft: Friedrich Anthes von Bessungen, David Dönges von Lieblos, Simon Buͤttner ist unbekannt und zu ermitteln; gefaͤngniß einzuliefern. Bernhard Mannheimer von Gräffenhausen ist im B Amtlicher Theil. N Philipp Arnoldi von Steinfurt. — Johann Kaufmann von Homberg, Susanna Franz von Dürkheim.— Wegen — Der Aufenthaltsort des Johannes Eifert von Holzmühl etretungsfalle festzunehmen und in das nächste Amtsgerichts— Deutsches Reich. Friedberg, 4. Mai. Se. königliche Hoheit der Großherzog stieg gestern früh 9 Uhr, von Alsfeld kommend, in Bad⸗Nauheim aus, begab sich zu Fuß nach der Stadt und besichtigte verschie— dene Einrichtungen, so unter Anderem eingehend die Gradirbäue, deren einen er bestieg. Er begab sich sodann zu Fuß hierher, nahm das Schloß und den Burgwall in Augenschein und reiste mit dem Zuge um ½ 1 Uhr weiter nach Darmstadt. Darmstadt. Der Oberdomänencalcula— tor II. Kl. Zuckmayer wurde zum Ministerial— protokollisten ernannt und der Steuerrath Trapp auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand versetzt und demselben das Ritterkreuz J. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großm. verliehen. — Post⸗Personalnachrichten. Zu Postsecre— tären sind ernannt: die Postverwalter Colin in Darmstadt und Schwebel in Gießen, die Post— assist. Schonebohm in Offenbach, Gutmann in Büdingen und Lange in Oppenheim, die Post— praktikanten Bohne und L. A. Meyer in Mainz; gestorben ist der Ober⸗Telegraphenassist. Terras in Mainz. Berlin. Nach einer Pariser Mittheilung der„Nordd. Allg. Ztg.“ hätten die deutschen Delegirten zur Münzconferenz sich dahin aus— gesprochen, daß nach ihrer Meinung Deutsch— land die Silberausprägung nicht freigeben könne, namentlich insolange England dies nicht thue, wohl aber bereit sein werde, falls Frankreich und Amerika die Silberausprägung in Werth— verhältnissen von 1 zu 15 ½ freigäben, sich hin— sichtlich der Verfügung über seine Thalerbestände Beschränkungen aufzulegen event. auch in eigenem des Jahresarbeitsverdienstes bezüglichen Antrag von Stumm; die Commission nahm den so amen dirten Paragraphen mit 16 gegen 10 Stimmen an und genehmigte mit großer Majorität die Paragraphen 2 und 8. Die Anträge Wöllmer's bezüglich Erweiterung der Haftpflicht und Aus dehnung des Gesetzes auf forst- und landwirth— schaftliche Arbeiten waren abgelehnt worden. Leipzig, 1. Mai. Eine heute abgehaltene zahlreich besuchte Landesversammlung des Reichs— vereins erklärte es als die Aufgabe der liberalen Mittelpartei, festzuhalten an ihren bisherigen Grundsätzen, also nicht unselbstständig mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck zu gehen, noch weniger aber in prinzipieller Opposition gegen Bismarck zu stehen. Karlsruhe, 29. April. Die Kaiserin ein, wurde auf dem Bahnhofe von den Mit— gliedern der großherzoglichen Familie begrüßt und reiste nach kurzem Aufenthalte nach Baden Baden weiter. Dieselbe ist heute Nachmittag dort eingetroffen und hat im Meßmer'schen Hause Wohnung genommen. Stuttgart. Der König und die Königin werden am 3. Mai von Cannes abreisen und über Ouchy, wo ein vierzehntägiger Aufenthalt genommen werden soll, hierher zurückkehren. Der König wird alsdann am 19. Mai die hie— sige Gewerbeausstellung eröffnen. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, Das Abgeordnetenhaus trat heute in die Spezial— berathung des Budgets ein. Auch viele Abge— ordnete der Linken stimmten für das Eingehen in die Spezialdebatte. Die ersten sechs Kapitel, einschließlich des Dispositionsfonds, wurden un— verändert angenommen. 2. Mai. Münzumlaufe Raum für größere Verwendung des Silbers zu schaffen. — Der Kronprinz richtete an Professor Baumgarten als Dank für die Zusendung einer Broschüre wider Hofprediger Stöcker„eine christ— liche Stimme über die Judenfrage“ folgendes Schreiben:„Ich habe mit besonderem Interesse die kleine Schrift empfangen, welche Sie die Güte hatten, mir zu überreichen und nehme — Die Commission für das Gerichtskosten— gesetz genehmigte die Herabsetzung der Gebühren in amtsgerichtlichen und schöffengerichtlichen An— gelegenheiten, sowie den Wegfall der Beglau— bigungsgebühren.— Die Commission für das 1 au, wonach die Versicherung entweder bei der 1 ferner den Antrag Ackermann, der anstatt der — r Unfallversicherungsgesetz nahm zu Paragraph 1 einen Antrag von v. Hertling und Moufang von den Einzelstaaten oder fuͤr deren Rechnung verwalteten Versicherungsanstalt zu geschehen hat; Reichsversicherung gleichfalls Versicherung durch Einzelstaaten will; endlich einen auf Berechnung Pest, 2. Mai. Im Unterhause brachte die Regierung eine Vorlage ein, betreffend die Pest— Semliner Eisenbahn und die Flügelbahnen der— selben.— Das Oberhaus genehmigte unverän— dert den Gesetzentwurf über die Convertirung der Goldrente. 8 Frankreich. Paris, 2. Mai. Die fran— zösischen Truppen besetzten Biserta ohne Wider— stand, die tunesischen Truppen hatten Biserta geräumt. Ein französischer Avisodampfer ging nach Gabes ab, um die Einfuhr von Pulver und Waffen fur die Khrumirs zu verhindern. Die bei Biserta ausgeschifften Truppen werden sich mit den Operationen der Colonne des Generals Logerots combiniren, wodurch das Gebiet der Khrumirs vollständig cernirt ist. Das angeblich auf dem Rückmarsche nach Tunis be— griffene Corps Ali Bey's hat entgegen dem Ver sprechen des Letzteren eine andere Marschroute eingeschlagen und ist in Belja eingetroffen. Mehrere italienische Bahnbeamte und Arbeiter sollen in den Reihen der Khrumirs als Mit kämpfer gesehen worden sein. Es bestätigt sich gischen Instituts beschlossen haben, die Fahne des heiligen Kriegs gegen die Ungläubigen auf— zupflanzen. Die Polizei des Bey's eutdeckte ein Complot, nahm Verhaftungen und Haussuch— ungen vor, wobei große Mengen Pulver und Kugeln gefunden wurden. Der Zufluß von Arabern aus dem Innern des Landes nach Tunis dauert fort. Großbritannien. London, 3. Mai. Unterhaus. Fortsetzung der zweiten Lesung der irischen Landbill. Lord Elcho beantragt die Ver— werfung der Bill, weil dieselbe ökonomisch un— gesund, ungerecht und unpolitisch sei. Die Dis— cussion wurde schließlich vertagt.— General— staatsprocurator Sir Henry James führt aus, die Bill über den Parlamentseid bezwecke, jedem Mitgliede der beiden Kammern freizustellen, ob Augusta traf mit Extrazug gegen Mittag hier ses fur die Eidesleistung eine Erklärung an Eides— statt abgeben wolle. Die Debatte über diese Bill wird ebenfalls vertagt. Dublin, 2. Mai. Eine Proclamation des Vicekönigs erklart Dublin als im Zustande der Ruhestörungen befindlich; die Maßregel scheint durch allwöchentliche Zusammenkünfte der Häupter der Agrarliga in Dublin hervorgerufen zu sein. Die Proclamation verfügte die Suspension der Habeas⸗Corpus-Acte in Dublin. — Das Unterhausmitglied Dillon wurde am Montag in Partalnigton verhaftet und wird hierher in Gewahrsam gebracht werden. Italien. Rom, 3. Mai. Der Finanz⸗ minister brachte heute in der Deputirtenkammer eine Regierungsvorlage, betreffend die Aufhebung des Ausfuhrzolles auf Thiere, frisches Fleisch, Geflügel und Käse ein. Türkei. Constantinopel, 3. Mai. Die Pforte hat den Botschaftern notificirt, daß sie die von den Mächten vorgeschlagene, von Griechen— land inzwischen acceptirte Grenzlinie ebenfalls angenommen habe. Rußland. Petersburg. Der Zustand der Kaiserin soll, wie man aus guter Quelle ver— nimmt, in Folge der bestandigen Angst, die ihr die Drohungen der Nihilisten verursachen, sich verschlimmert haben. Die nervoͤse Ueberreizung, an der sie leidet, habe, so verlautet, in den letzten Tagen einen beängstigenden Charakter angenommen. Der Kaiser weilt nur ihretwegen in Gatschina und kam auch deßhalb zu den Osterfeierlichkeiten nicht nach Petersburg, was sehr bemerkt wurde, da zum ersten Male ein russischer Zar dabei fehlte. In Gatschina ist der Kaiser von einer Kosakengarde umgeben. — Im Kasan'schen Stadttheil wurden in der Osternacht auf drei Stellen socialistische Procla— mationen angeschlagen; die Polizei entfernte sie, konnte aber trotz aller Aufmerksamkeit die Thaͤter nicht entdecken. — 1. Mai. Nach amtlicher Mittheilung fand am 27. April in Elisabethgrad ein Zu— sammenstoß zwischen Christen und Juden statt, wobei einige Judenhäuser und mehrere, Juden serner, daß die Häupter des arabischen theolo— angehörende Schanklokale geplündert wurden. ————— ———⏑ ũbi:— w —— — Die Ruhestoͤrungen Falterken bis zu. Morgens, wo die Ruhe wieder hergestellt wurde. Bei den Thätlichkeiten wurde ein Jude getödtet, mehrere Personen schwer verletzt. Es ist strenge Untersuchung eingeleitet worden. Während der Unruben wurden 400 Personen verhaftet. Auf Ansuchen der Stadtduma von Elisabethgrad ist der bevorstehende Jahrmarkt daselbst abbestellt worden. Einer Meldung des„Golos“ aus Kiew zufolge, gingen am 1. Mai auf Anordnung des Generalgouverneurs Drentelen 4 Bataillone nach Smela und Korssum zur Unterdrückung der durch Excesse gegen die Juden hervorgerufenen Unordnungen ab. In Aman, Spola und Litie wurden die Juden ebenfalls durch die Bevölker— ung bedroht, aber es sind energische Vorsichts— maßregeln getroffen worden. — Es geht gegenwärtig in allen Schichten der Bevölkerung ein Gerücht um, nach welchem die Nihilisten sich persönlich an den Kaiser ge— wandt haben soklen, um ihre Forderungen durch— zusetzen. Der Sachverhalt soll folgender sein: Eines Tages meldete sich beim Stadthauptmann Baranow ein junger Mann und theilte ihm mit, daß er den Kaiser um eine Audienz ersuche, um wichtige Mittheilungen zu machen. Auf alle weiteren Fragen blieb der junge Mensch dabei, daß er nur dem Kaiser persönlich die Mittheil— ungen machen konne. Der Kaiser erklärte seine Geneigtheit, ihn zu sehen und er wurde unter allen Vorsichtsmaßregeln Alexander III. vor⸗ geführt. Aufgefordert zu reden, sagte er, er sei Agent des Executiv-Comites und im Auf— trage desselben geschickt, dem Zaren mündlich die Vorschläge seiner Partei für die Wieder— herstellung der Ruhe darzulegen, da der Kaiser jedenfalls von der letzten großen Proclamation, welche die Forderungen enthielt, keine Kenntniß bekommen. Nun wiederholte der nihilistische Abgesandte nochmals das, was bereits in der großen Proclamation gestanden. Man brachte ihn alsbald nach der Peter-Paulsfestung, es gelang indessen bis heute noch nicht, seine Per— sönlichkeit festzustellen. Amerika. Washington. Die Abnahme der Staats-Schuld im Monat April beträgt 9,690,000 Doll. Im Staatsschatze befinden sich 233,730,000 Doll. Aus Stadt und Land. g. Friedberg, 4. Mai. Auf der Nauheimer Chaussee wurden gestern Nachmittag mehrere Lindenbäum— chen abgebrochen. Als der That verdächtig erscheinen 3 Stromer, die sich auch gegen Passanten sehr unge— zogen benahmen. Möchte es der Polizei gelingen, die Nichtsnutzer ausfindig zu machen! Assenheim. Unsere Stadt ist gegenwärtig ein An⸗ ziehungspunkt für viele Fremde, welche kommen, um den im Bau befindlichen großartigen Viaduet der Eisenbahn— strecke Friedberg-Hanau über das Niddathal während der Aufstellung zu besichtigen. Auf acht durchbrochenen schmiede— eisernen Pfeilern und zwei gemauerten Landpfeilern ruhen in einer Höhe von ungefähr 25 Meter die ebenfalls schmiede— eisernen Brücken, welche die Schienen, nicht wie gewöhn— lich zwischen, sondern oben auf dem Rand tragen, so daß die Bogen unter denselben sich befinden. Die schmiede— eisernen Pfeiler stehen auf gemauerten Sockeln, deren Unterbau bis in die Tiefe von etwa 80 Meter reicht. Von dem 300 Meter langen Viaduct ist gegenwärtig die Hälfte fertig; die Aufstellung schreitet so rasch vorwärts, daß derselbe in zwei bis drei Monat vollendet sein wird. Dieser Viaduct ist bis jetzt in Deutschland der erste, der in dieser Construetion ausgeführt worden ist; er wird in der Größe wohl nur von sehr wenigen Bauwerken ähnlicher Art in Deutschland übertroffen. Allerlei. Frankfurt. Wie von verschiedenen Seiten mitge— theilt wird, ist es, aus Santiago hierher gelangter Nach— richt zufolge, dem jüngeren der Gebrüder Sachs, Wilhelm Sachs, gelungen, zu entkommen. Angeblich schwer er— krankt, setzte er es durch, in ein Hospital gebracht zu werden, und benutzte die geringere Wachsamkeit, die hier herrschte, zur Entweichung. Albert Sachs ist noch in Haft. Hanau, 2. Mat. Gestern Abend verunglückte ein Bremser der Frankfurt-Bebraer Bahn auf hiesigem Bahn⸗ hofe dadurch, daß ihm beide Beine abgefahren wurden; derselbe verstarb alsbald nach seiner sofortigen Verbring⸗ ung in das hiesige Landkrankenhaus. Petersburg. Am 30. April Nachts entstand in Krasnojarsk ein großer Brand, wodurch in Folge des starken Sturmes die Hälfte der Stadt vernichtet wurde. Eine Abtheilung der Staatsbank, deren Kasse gerettet wurde, ist abgebrannt, ebenso mehrere andere Amtsge— bäude, sowie das Gymnasium. Der Generalgouverneur Od Wüche rt ese ß vom 24. Mai 1880. Es ist eine traurige, täglich wahrnehmbare Er— scheinung, daß nicht nur Einzelne, sondern ganze Strecken unseres deutschen Vaterlandes unter der aussaugenden Thätigkeit der Wucherer zu Grunde gehen. Ganz be— sonders leiden die Landbewohner unter dieser Plage und sie sind es, an welche sich vorzugsweise diese Zeilen wenden. Täglich und aller Orten zeigt die Erfahrung, daß sie verloren sind, wenn sie einmal in die Hände eines Wucherers gefallen sind. Immer größer werden die Opfer, die sie bringen müssen, um ihre erbarmungs⸗ losen Plagegeister zufrieden zu stellen. Was sie durch Arbeit und Thätigkeit erwerben, kommt nur diesen zu Gute. Freude am Schaffen kann nicht mehr bestehen. Die Schuld wächst, Vieh und Mobilien müssen verkauft, die Immobilien verpfändet werden. Der Friede weicht aus dem Haus, Unzufriedenheit kehrt ein. Im Wirths— haus wird Trost gesucht, der moralische Halt geht ver— loren. Der Concurs bricht aus und die Gemeinde ist um eine arme Familie reicher. Gibt es denn aber kein Mittel hiergegen? O ja. Der Wucher hat sich in ganz Deutschland breit gemacht und einen so unerträglichen Nothstand herbeigeführt, der zum Ruin ganzer Gegenden zu führen drohte, daß endlich die Reichsregierung ein— schritt und das Gesetz vom 24. Mai 1880 in's Leben rief. Dieses Gesetz kann freilich den Wucher nicht aus der Welt schaffen, so wenig wie der Diebstahl durch das Gesetz, das ihn mit Strafe bedroht, unmöglich ge— macht wird. Aber danach kann doch der Wucherer ebenso zur gerechten und verdienten Strafe gebracht werden, wie der Dieb und es ist nur Folge der Unkenntniß des Gesetzes, daß so selten das Vergehen des Wuchers zur Anzeige und Bestrafung kommt. Nur die Wucherer selbst kennen es und fürchten es, aber nur da, wo sie Kenntniß des— selben auf der anderen Seite vermuthen. Wie der Dieb nur da stlehlt, wo er nicht erwischt zu werden hofft, so treibt der Wucherer sein unsauberes Geschäft nur da, wo er keine Anzeige befürchtet. Es kann ihm also das Hand— werk nur dadurch gelegt werden, daß er überall, wo er sich des Vergehens des Wuchers schuldig gemacht hat, zur Anzeige gebracht wird. Es scheint nur wenig be— kannt zu sein, daß diese Anzeige keineswegs nur von dem Betheiligten auszugehen habe. Im Gegentheil, der Wucher ist ein Vergehen welches von Amtswegen zu untersuchen und zu bestrafen ist, ganz ohne Rüͤcksicht darauf, ob der Benachtheiligte dies wuͤnscht oder nicht. Es ist deshalb, wie bei einem Diebstahl, Jedermann, der von einem Wucher Kenntniß erhält, berechtigt, dem Gericht, dem Staatsanwalt oder dem Amtsanwalt An— zeige davon zu machen und die Polizeibehörden, ins— besondere die Bürgermeister, sind dazu verpflichtet. An sie ergeht hiermit die Mahnung, dem nachzukommen und Diejenigen, welche das Gesetz nicht kennen und welchen auch, wenn sie schon tief in der Schuld eines Wucherers stecken, diese Zeilen nicht zu Händen kommen werden, zu belehren. Ein Diebstahl wird— und mit vollem Recht— sofort zur Anzeige gebracht. Hat er aber nur annähernd so traurige Folgen, wie der Wucher? Ist der Wucherer, den nicht die Noth, sondern nur niedrige Habsucht treibt, dessen ganzes Sinnen und Trachten nur darauf aus— geht, sich auf Kosten Anderer zu bereichern, der er— barmungslos zusieht, wie sein Opfer sich das ganze Leben hindurch für ihn quält und schließlich untergeht, nicht viel verächtlicher, verabscheuungs würdiger, als ein gewöhnlicher Dieb, der nur Kleinigkeiten gestohlen hat? Und ist es nicht Pflicht, einen so verworfenen Menschen zu entlarven und zur verdienten Strafe zu bringen? Das Gesetz soll kein todter Buchstabe bleiben, es soll die heilsame Wirkung, die es bezweckt, auch erreichen. Dazu muß es aber auch im Volke bekannter werden, als dies bis jetzt der Fall ist. Um hierzu einen Bei— trag zu liefern, folgt hier ein Abdruck des Wortlauts, an den sich einige Erläuterungen und Beispiele an— schließen sollen. Gesetz, betreffend den Wucher. Wir Wilhelm von Gottes Gnaden, deutscher Kaiser, König von Preußen ꝛc. ꝛc., verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths und des Reichstags, was folgt: Art. 1. Hinter den§ 302 des Strafgesetzbuchs für das deutsche Reich werden die folgenden neuen§8. 30 2a, 30 2b, 30 2e, 302d eingestellt: §. 30 2a. Wer unter Ausbeutung der Nothlage, des Leichtsinns oder der Unerfahrenheit eines Anderen für ein Darlehen oder im Falle der Stundung einer Geld— forderung sich oder einem Dritten Vermoͤgensvortheile versprechen oder gewähren läßt, welche den üblichen Zinsfuß dergestalt überschreiten, daß nach den Umständen des Falles die Vermögensvortheile in auffälligem Miß⸗ verhältnisse zu der Leistung stehen, wird wegen Wuchers mit Gefängniß bis zu 6 Monaten und zugleich mit Geldstrafe bis zu 3000 M. bestraft. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. §. 302b. Wer sich oder einem Dritten, die wucherlichen Vermögens vortheile(§. 30 2a) verschleiert oder wechsel⸗ mäßig oder unter Verpfändung der Ehre, auf Ehrenwort, eidlich oder unter ähnlichen Versicherungen oder Betheuer— ungen versprechen läßt, wird mit Gefängniß bis zu Einem Jahre und zugleich mit Geldstrafe bis zu 6000 M. bestraft. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehren— rechte erkannt werden.§. 3020. Dieselben Strafen (§§. 30 2a, 30 2b) treffen Denzjenigen, welcher mit Kenntniß des Sachverhalts eine Forderung der vorbezeichneten Art erwirbt und entweder dieselbe weiter veräußert oder die wucherlichen Vermögensvortheile geltend macht. §. 302d. Wer Wucher gewerbs- oder gewohnheitsmäßig von Ostsibirien reiste zur Hilfeleistung nach Krasnojarsk ab. U ug 15 Mels 1 98 90 is 1 bestraft. Auch ist auf Verlust der bürger rechte zu erkennen. Art. 2. Der§. 360 Nr 12 des Strafgesetzbuchs in der durch das Gesetz vom 26 Februar 1876 festgestellten Fassung wird durch nachstehende Be— stimmung ersetzt:§. 360 Nr. 12. Wer als Pfandleiher oder Ruͤckkaufshändler bei Ausübung seines Gewerbes den darüber erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt, ins besondere den durch Landesgesetz oder Anordnung der zuständigen Behörde bestimmten Zinsfuß überschreltet, (wird mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft bestraft). Art. 3. Verträge, welche gegen die Vor— schriften der§88. 302 a, 302b verstoßen, sind ungültig. Sämmtliche von dem Schuldner oder für ihn geleisteten Vermögens vortheile(§. 302) müssen zurückgewährt und vom Tage des Empfanges an verzinst werden. Hierfür sind Diefenigen, welche sich des Wuchers schuldig gemacht haben, soltdarisch verhaftet, der nach§. 302 Schuldige jedoch nur in Höhe des von ihm oder einem Rechts- nachfolger Empfangenen. Die Verpflichtung eines Dritten, welcher sich des Wuchers nicht schuldig gemacht hat, be⸗ stimmt sich nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts. Das Recht der Rückforderung verjährt in 5 Jahren seit dem Tage, an welchem die Leistung erfolgt ist. Der Gläubiger ist berechtigt, das aus dem ungültigen Vertrage Geleistete zurückzufordern; für diesen Anspruch haftet die für die vertragsmäßige Forderung bestellte Sicherheit. Die weiter gehenden Rechte eines Gläubigers, welchen nach den Bestimmungen des bürgerlichen Rechts die Ungültigkeit des Verkrags nicht entgegengesetzt werden kann, werden hierdurch nicht berührt. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. Wilhelm. Fürst v. Bismarck. 1) Zunächst ist hervorzuheben, daß Wucher nur vor— kommen kann: a, bei Darlehen, b. bei Stundung(Frist⸗ gestattung) von Geldforderungen. Bei anderen Rechts⸗ geschäften, wie namentlich Kauf und Tausch, ist ein Wucher nicht möglich, mag auch der Handel für die eine Seite noch so nachtheilig sein. Damit ist jedoch nicht gesagt, daß bei solchen Händeln jede Uebervortheilung ungestraft ausgeübt werden könne. Nein, wenn ein Betrug dabei verübt worden ist, so mag sich der Betrogene nur getrost an die Gerichte wenden. Nur Wucher ist es nicht. Mit dem Bemerkten ist auch nicht ausgeschlossen, daß nicht in Wirklichkeit ein Darlehn unter dem Scheine eines Kaufs abgeschlossen werden könne. Wenn z. B. Demjenigen, der ein Darlehn aufnehmen will, Sachen verkauft werden, welche der Verkäufer für einen niedrigeren Preis direet oder durch einen Dritten zurückkauft, so wäre dies in Wirklichkeit ein wucherisches Geschäft, und zwar sogar ein verschleiertes, nach§. 302b schwerer zu bestrafendes. 2) Ein weiteres Erforderniß eines wucheri⸗ schen Geschäfts ist, daß der Gläubiger die Nothlage, den Leichtsinn oder die Unerfahrenheit des Schuldners benutzt hat. Dies wird auf dem Lande in der Regel der Fall sein, wenn der Schuldner bei einem Darlehn oder einer Fristgestattung für eine Schuld nachtheilige Versprechungen macht. Denn es wird nicht leicht vorkommen, daß Jemand ein Darlehen aufzunehmen, oder sein schuldiges Geld zu behalten wünscht, und es zu seinem Vergnügen oder zur Vergrößerung seines Geschäfts oder zu einem riskirten Unternehmen oder in ähnlicher Weise zu ver⸗ wenden und sich deshalb zur Zahlung höherer als der üblichen Zinsen verpflichtet. 3) Das dritte Erforderniß ist, daß die Vermögensvortheile, welche der Wucherer sich versprechen oder gewähren läßt, in keinem Verhältniß zu den Vortheilen stehen, welche er dem Schuldner ge⸗ währt. Man merke wohl: a. Das Gesetz spricht von Ver⸗ mögensvortheilen, welche der Wucherer sich versprechen oder geben läßt. Es ist danach ganz einerlei, worin diese bestehen und wie sie bezeichnet werden. Mag der Gläubiger das, was er sich für das Darlehn oder die Fristgestattung wegen einer Schuld ausbedingt, Zinsen, Provision, Prämie oder wie er will, nennen, es bleibt immer ein Vermögensvortheil, der ihm für das Darlehn oder die Fristgestattung versprochen oder gegeben wird. Ebenso ist es gleichgültig, ob das, was der Schuldner verspricht oder gibt, Geld oder Frucht oder Vieh oder eine andere Sache ist. d. Das Gesetz spricht weiter von dem Mißverhältniß zwischen den von dem Schuldner versprochenen oder gewährten Vermögensvortheilen und der Leistung des Gläubigers. Diese Leistung des Gläu⸗ bigers besteht nur in der Hingabe des Darlehns oder in der Stundung der Schuld. Sie ist aber doch nach Umständen verschieden, je nachdem z. B. der Schuld⸗ ner größere oder geringere Sicherheit bietet oder der Gläubiger das Geld selbst nöthig hat und ohne dasselbe in Nachtheile kommen kann und dergl. Das erwähnte Mißverhältniß ist aber immer dann vorhanden, wenn der Schuldner auffällig mehr geben muß, als die ublichen Zinsen betragen würden. Das Gesetz hat nicht be⸗ stimmt, wie viel Zinsen von einem Darlehn oder von einer gestundeten Geldsumme genommen werden dürfen, und zwar mit gutem Grund. Denn, wie oben bemerkt, ist es kein Wucher, wenn Jemand nicht aus Noth, Leicht⸗ sinn oder Unerfahrenheit, sondern aus besonderen anderen Gründen mit voller ruhiger Ueberlegung ungewöhnlich hohe Zinsen verspricht. Hätte nun das Gesetz z. B. ge⸗ sagt, es dürften nicht mehr als 10 oder 12 PCt. Zinsen genommen werden, dann wären alle Geschäfte straflos, bei denen nicht mehr genommen würde. In der That hört man oft die Ansicht äußern, 10 oder 12 pCt. Zinsen dürfe man nehmen. Das ist aber durchaus falsch, viel⸗ mehr kann es schon ein strafbarer Wucher sein, wenn nur 6 oder 7 pCt. Zinsen genommen werden, da die üblichen Zinsen dermalen nur 5 pCt. und bei Handels- betreibt, wird mit Gefängniß nicht unter drei Monat geschäften 6 pCt. sind. Es kommt eben auf die Um⸗ stände an, ob die ausbedungenen Vortheile das Geschäft *„ooh m.“ lichen Ehren⸗ fub⸗ und 41 Pf., Ho 68 U., K. pet Ctt. 1 Fran waren eit Rinder, stellten si M. 60.— M. 45.—5 M. 10.—5 M. 40.—5 wurden 68 65 Mark. 8 D. F. der letzten heute zeigt und die S ausdehnen steigende d neue Käuf vermehren —— Eisenb 16580 7 Vöschunge pachtet wi 1) auf J 1 dollen 12 5 Kallstein. berstiiger ule pelter besitzt, als einige Waaren, mit denen er Handel für die drei Monate) zu geben, so wird das kein Wucher B. der Schuldner zur Zeit, wo er zahlen soll, nichts reibt, und der Gläubiger ihm drei Monate Frist gibt gegen das Versprechen, 8 pCt. Zinsen pro Jahr nicht sein, weil der Gläubiger das Risiko übernimmt, daß der Schuldner in drel Monat gar nichts mehr besitzt. Wenn aber der Schuldner ein sicherer Mann ist, der nur im Augenblick nicht zahlen kann, und der Gläubiger läßt sich für eine Frist von drei Monat 8 pCt. Zinsen pro Jahr versprechen, so ist dies ein übermäßiger wucherischer Gewinn.(Schluß folgt.) Handel und Verkehr. Friedberg, 3. Mai. Fruchtbericht. Waizen M. 24.50—00., Korn M. 22.00, Gerste M. 16—18, Hafer M. 15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpfund. Friedberg, 4. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95— 1.05, Eier per St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf. Gießen, 3. Mai. Wochenmarkt. Butter per Pfd MN. 1.00— 1.05, Eier 1 St. 5—0 Pf., 2 St. 9 Pf., Käse per Stück 5— 10 Pf., Tauben das Paar 60—80 Pf., Hühner per St. M. 1.20— 1.50, Habnen ver St. M. 1.50- 2.00, Enten per St. M. 2.00—2 50, Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., fuh⸗ und Rindfleisch 48— 50 Pf., Kalbfleisch 40 bis 14 Pf., Hammelfleisch 66—70 Pf., Schweinefleisch 64 bis 68 Pf., Kartoffeln ver 100 Kilo M. 4—5.00, Zwiebeln per Ctr. M. 20-00. Frankfurt, 2. Mai. Viehmarkt. waren eirca 370 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 290 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 64.— 67., 2. Qual. M. 60.—62., Kühe 1. Qual. M. 55.—57., 2. Qual. Angetrieben M. 45.—50., Kälber 1. Qual. M. 54.—56., 2. Qual. M. 40.—50., Hämmel 1. Qual. M. 58.—60., 2. Qual. M. 40.—50. per 100 Pfund Schlachtgewicht. Schweine wurden 680 Stück eingeführt und kostete der Centner 65 Mark. D. Frankfurt a. M., 3. Mai 1881. Jeder Tag der letzten Zeit bringt eine Fortsetzung der Hausse. Auch heute zeigte sich wachsende Kauflust auf allen Gebieten und die Strömung nach oben konnte sich daher weiter ausdehnen und vertiefen. Wie es scheint, zieht die steigende Bewegung in Folge ihrer längeren Dauer stets ungarischen Goldrente eine Aenderung der Tendenzricht— ung nicht wahrscheinlich sei. Die nach Notizzeit heute eingetretene Abschwächung war nur vorübergehend und konnte die außerordentlich günstige Disposition der Börse nicht erschüttern. Creditaetien, gestern Abend 2935/8, gingen zwischen 296½— 196-7- 295½ und 296½ um. Staatsbahnaetien, gestern Abend 280, wurden à 281 bis 280% und 282 ½ gehandelt. Lombarden notirten 102. Oester. Bahnen sehr fest. Galizier standen im Vordergrunde und waren zu steigendem Course lebhaft gefragt. Außerdem stellten sich Dux-Bodenbach, Elbthal und Nordwest höher. Deutsche Bahnen beliebt und anziehend. Oberschlesische auf Berliner Käufe erheblich besser, ferner Heidelberg-Speyerer und Werrabahn ge— sucht. Für Banken herrschte gute Kauflust. Disconto— Commandit und Darmstädter, sowie hiesige Banken höher. Oester. Prioritäten wurden theilweise besser bezahlt. Amerikanische Prioritäten sehr fest. 60¾ Atlantik-Paelfik— Goldbons, welche seit gestern offieiell notirt werden, wurden lebhaft umgesetzt und bis 101% bezahlt. Oesterr.⸗ ungarische Renten fest, Russen matter. Deutsche Fonds fest. Consolidirte Alkaliwerke Westeregeln beliebt. Wechsel fest. Privatdisconto 3%. Verloosung. Wien, 2. Mai. Bei der heutigen Ziehung der Credit⸗Loose fiel der Haupttreffer auf S. 2673 Nr. 90, 30,000 fl. auf S. 961 Nr. 67, 15,000 fl. auf S. 2729 Nr. 43, je 5000 fl. auf S. 1295 Nr. 86, S. 2673 Nr. 12. Im Ganzen wurden gezogen die Serien 34 267 737 961 1078 1295 1342 1451 1476 2455 2528 2673 2629 3021 3337 3686 und 4048. Literarisches. Ein neues Buch von Otto Müller darf immer auf lebhaften Willkomm bei dem gebildeten Theil der Lese— welt zählen, um so weniger hat daher der vorliegende Roman„Schatten auf Höhen“ noch einer besonderen Empf hlung nöthig, als er bereits bei seiner ersten Ver öffentlichung im Feuilleton einer vielgelesenen Zeitung durch seinen fesselnden Inhalt und die dramatische Leben digkeit seiner Schilderungen in einem großen Leserkreis Anklang und Beifall gefunden hat. Aber auch der kul turhistorische Werth der Erzählung, die uns in der Lebens geschichte einer edlen, der hohen Gesellschaftssphäre an neue Käufer an, die die Kraft derselben von Tag zu Tag vermehren. Man gibt sich in Spekulationskreisen dem gehörenden Frau die Zustände, Menschen und Begeben— heiten einer kleinen Residenz in der Mitte der dreißiger 1* 1 7 U DU + U 4 U U 0 0 U 8 D 4 der jüngeren Generation, eine ebenso anziehende als be— lehrende Lektüre, zumal der Verfasser seinem Romane einzelne interessante persönliche Eindrücke und Reminis⸗ cenzen seiner eigenen Jugend einverwebt hat, die dem Ganzen ein noch erhöhtes Relief von lebendiger Un— mittelbarkeit und psychologischer Wahrheit verleihen. Wir können den poetischen Gesammteindruck dieser phantasie— vollen Dichtung des Verfassers von„Charlotte Acker— mann“,„Stadtschultheiß von Frankfurt“,„Bürger, ein deutsches Dichterleben“,„Der Professor von Heidelberg“, und so vieler anderer, jedem Gebildeten bekannter Ro— mane nicht besser charakterisiren, als durch das schöne Naturbild am Schlusse des Buches von dem schwarzen Trauerfalter, der sich in dem Augenblick, da die Heldin der Erzählung drinnen im Hause ihre Seele aushaucht, auf eine weiße Herbstaster ihres Gartens niedersenkt und dieselbe mit seinen dunklen Fittichen bedeckt. Eingesandt. .- Friedberg. Im Anschluß an die-Einsendung und die darin enthaltene Warnung vor„Feuerwehrscheu“ möchte der Einsender d. dem an der letzten Leldenden das Beispiel unseres großen Dichters und Volksfreundes Uhland vorführen.„Bis in das Alter, so heißt es in einer biographischen Skizze von Emil Neubürger über Uhland, eilte er zu jedem Brande in der Stadt oder Umgegend, und noch im 65. Jahre hat er in dem eine Stunde von Tübingen abliegenden Dorfe Weilheim mit einem Bäuerlein an der Pumpe gestanden und eilte, als die Feuerglocke von Neuem erscholl, von der Tafel fort, nochmals dem Dorfe zu, bis er hörte, daß alle Gefahr vorüber sei.“ Geld⸗Cuurs. Frankfurt am 3. Mai 1881 20 ⸗Frankenstücke do. in 16 17-21 20 40—45 16 69—73 9 55—59 9 57—62 425—28 Englische Sovereigns. Russische Imperiales Ducaten. al marco 5 Dollars in Gold Israelitischer Gottesdienst Be M. 16 19—23 * * * * * in Friedberg. ginn: Freitag Abends 63% Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr. Eisenbahn- Directions- Bezirk Hannover. Eisenbahn-Betriebs⸗Amt Cassel. (Main⸗Weser-Bahn.) 1653 Die Gras- und Klee-Erndte auf den Bahn— böschungen soll auf 3 Jahre wie folgt öffentlich ver— pachtet werden: 1) auf der Strecke Friedberg Butzbach Dienstag den 10. Mai c., Vormittags 7 Uhr, an der Friedberg— Schwalheimer Grenze beginnend; 2) auf der Strecke Friedberg-Nieder Wöllstadt Mittwoch den 11. Mai e., Vormittags 7 Uhr, an der Fried— berg⸗Schwalheimer Grenze beginnend; 3) auf der Strecke Nieder-Wöllstadt⸗Vilbel Dienstag den 10. Mai c., Vormittags 7 Uhr, am Bahnhofe zu Vilbel beginnend. 0 Frankfurt a. M. den 2. Mai 1881. Königliche Eisenbahn-Bau-⸗Inspection. Holz⸗Versteigerung. 1654 Freitag den 13. Mai sollen im Butzbacher Stadt⸗ wald, Distrikt Zipfen, nachstehende Holzsortimente ver— steigert werden: 66 Eichen⸗Stämme, 10,54 Kubikmeter Inhalt, 2 Nadel⸗Stämme, 0,77 Kubikmeter Inhalt, 53 Eichen⸗Derbstangen, 4,21 Kubikmeter Inhalt, 45 Nadel⸗Reisstangen, 1,29 Kubikmeter Inhalt; sodann Raummeter Buchen- und Eichen-Scheiter, 75 Raummeter Eichen- und Nadel-Knüppel, 5175 Buchen-, Eichen⸗ und Nadel⸗Reisholzwellen, 136 Raummeter Eichen-, Nadel- und Aspen⸗Stöcke. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr im Distrikt gipfen am Eingang des Waldes. Bemerkt wird noch, daß das Stamm- und Stangen— holz Vormittags, das Brennholz Nachmittags zum Aus- gebot kommt. Butzbach den 3. Mai 1881. Großherzogliche Bürgermeisterel Butzbach. Küche l Kalkstein-Versteigerung. 1664 Samstag den 7. Mai d. J., Morgens 11 Uhr, sollen 12 Klafter schwarze Kalksteine in dem Aulendiebacher Kalksteinbruch auf Ort und Stelle an den Meistbietenden versteigert werden. Aulendiebach am 1. Mai 1881. Großherzogliche Bürgermeisterel Aulendiebach. Stock. Universal-Reinigungssalz ist das einfachste und billigste Hausmittel gegen Säure— blldung, Aufstoßen, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magenbeschwerden. Original-Packete zu 25 Pf., 50 Pf. und 1 Mark. 65 J. A. Mindecker, Hof,Lieferant. 24,5 * le 8 51* Holz- Versteigerung in den Gräflich Solms-Rödelhein'schen Waldungen. Es werden versteigert: 1) Dienstag den 10. Mat d. J. in dem Revier Bain hards, Distrikt Oberwald: 14 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, Vuchen-Prügelholz, 24 1 Eichen⸗Prügelholz, 2 5 Nadel-Prügelbolz, 27 7 Buchen⸗Stockholz, 8 1 Eichen⸗Stockholz, Wellen Buchen⸗Reisholz, 300 Wellen Eichen Reisholz, 14 Eichen-Stämme von 20—25 Centim. mittlerem Durchmesser und 5—14 Meter Länge, 30 Nadel⸗Stangen von 6 Centim. mittlerem Durch— messer und 7 Meter Länge. Zusammenkunft am Forsthaus Bainhards und Anfang der Versteigerung Vormittags 9 Uhr. 2) Mittwoch den 11. Mai l. J. in dem Revier Wickstadt, Distrikt Haardt, Abtswald und Kohlwäldchen: 23 Raummeter Buchen- und Eichen-Scheitholz, 65 5 Eichen-Prügelholz, 87 Buchen- und Eichen⸗Stockholz, 300 Buchen- und Eichen-Reisholz, 1000 Wellen Eichen-Durchforstungs-Reisholz, 3. Durch— forstung, 400 Wellen Nadel⸗Reisholz, 37 Eichen-Stämme von 23—38 Centim. mittlerem Durchmesser und 4— 10 Meter Länge. Zusammenkunft am Eingang in den Distrikt Haardt bei Wickstadt und Anfang der Versteigerung Vormittags 8 Uhr. Wickstadt den 2. Mai 1881. Gräfliche Oberföorsteret Assenheim. Schallas. Alleinige Niederlage 1656 of bel Georg Groß in Friedberg. 8 8„ zu sehr billigen Preisen bei Cor etten 87 K. Friedrich. 5 N 41 Holz- Versteigerung. 1662 Montag den 9. und Dienstag den 10. Mai, jedes⸗ mal Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen im Nieder⸗ Weiseler Gemeindewald, Distrikt Langscheid und hinterster Kopf, nachbezeichnete Holzsortimente öffentlich versteigert werden. Am Montag den 9. Mai l. J. steigerung: 10000 Stück Eichen-Reisholzwellen, 2178 Gebund Ginstern und 156 Stück Eichen-Bau⸗ und 87,35 Festmeter haltend. Die Zusammenkunft ist am 9. Mai an dem Bann⸗ weg nach Bodenrod am hinteren Kopf. Am Dienstag den 10. Mai l. J. steigerung: 90 Raummeter Eichen-Scheiter, 120 Eichen-, Erlen⸗ und Nadel-Pruͤgel⸗ holz, 6000 Stück Eichen⸗Reisholz-⸗Wellen, 400 Raummeter Buchen-, Eichen- u. Nadel⸗Stockholz. Die Zusammenkunft ist am 10. Mai bei der Oes, an der Schneise nach der Grenze. Die Herren Bürgermeister werden öffentlich bekannt machen zu lassen. Nieder-Weisel den 3. Mai 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Weisel. Reuter. 1 8 1 Arbeits-Versteigerung. 1668 Freitag den 6. Mai l. J., Vormittags 11 Uhr, soll auf dem Rathhaus zu Vilbel Pflasterer-Arbeit, ver⸗ anschlagt zu 90 Mark, öffentlich in Aceord gegeben werden. Vilbel den 3. Mai 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel. Hinkel. 1652 Eine Hofraithe, an der hiesigen Hauptstraße ge— legen, nebst einem anstoßenden, 155 Meter haltenden Grabgarten ist zu verkaufen. Das Haus eignet sich besonders zu einer Bäckeref, da bis jetzt in dem Orte eine solche nicht vorhanden, obwohl es ein länger gefühltes Bedürfniß ist. Kirch⸗Göns. Joh. Euler IV. 515 Mark liegen in der hiesigen Kirchenkasse zum Ausleihen bereit. Melbach den 2. Mai 1881. 0 1651 Blum, Kirchenrechner. Halsbinden und Shlips, 22 Fonlards, seidene Umknöpftücher, sowte weiße und schwarze seidene Halstücher in schoͤnster Auswahl zu den billigsten Preisen bei K. Friedrich. kommen zur Ver⸗ Werkholz⸗ Stämme, kommt zur Ver⸗ ersucht, dieses 2 Eülschlafenen, Dr. Karl Hüffell, Fürstlich Solms⸗Braunfels'scher Kammerdirector, und der Theilnahme, welche uns bei diesem uns betroffenen s wurde, sagen wir Allen unseren herzlichsten Dank. 1665 Fried berger Nähmas⸗ chinen⸗ Lager von H. Bindewald, Kaiserstraße, gegenüber dem Nathhaus, empfiehlt Nähmaschinen aller Sy steme für Familien-Gebrauch und unter langjähriger Garantie. Alte und nicht zweckentsprechende Maschinen werden um getauscht und in Zahlung angenommen. Alle Utensilien, sowie Oel und Nadeln aller Systeme. 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Fingado in Kehl bezogen habe, mich von meinem Leiden e vollkommen befreit hat. Eine einzige Flasche a 2 Mark war im Stande, 5 mich von meinem fünfjährigen Magenleiden zu befreien. Mit Staunen e verspür te ich schon am ersten Tage dessen wunderbare Wirkung. 5 Ich bitte um eine zweite Flasche, da mein Vater auch an Magenleiden seit zwei Jahren leidet. Einem jeden Magenleidenden rathe ich den allein achten Bernhardiner von Herrn Wallrad Ottmar Bernhard zu gebrauchen und diesen Weg zur schnellen Heilung nicht zu versäumen. Muckenschopf(Baden) den 15. Juli 1880. Hochachtungsvoll Karl Wahl, Bürgermeister. Der ächte Bernhardiner ist allein zu beziehen in Flaschen à M. 1.05 Pf., M. 2. und M. 4. in Friedberg bei Herrn Wilh. Bernbeck, Colonialwaarenhandlung; Homburg v. d. H.: Fritz Nagel; Nidda: Jul. Fischer; Vilbel: Carl Krayer. 1354 Holz⸗Verstesgerung Montag den 9. und Dienstag den 10. d. Mts. sollen in dem Stadtwalde zu Hungen in den Distrikten Buchwald, Galgenwald und Eichenstücke nachver⸗ zeichnete Holzsortimente versteigert werden: Montag den 9. Mai: Raummeter. S Holzart. Scheiter Knüppel Reisig Stöcke. Buchen 200 175 300 165 Eichen 1 30 34 11 Dienstag den 10. Mai: Ra um meter. Holzart. Scheiter Knüppel Reisig Stöcke. Buchen 11 15 84 16 Eichen. 39 108 14 Nadel 42 15 Bemerkt wird, daß das Holz im Distrikt Galgenwald bei der Versteigerung nicht vorgezeigt wird und wollen sich deßsalb die Steigerer vor der Versteigerung an den Forstwart Jockel dahier wenden, welcher hier— über die nöthige Auskunft erthellt. Der Anfang der Versteigerung ist jedesm wald, am zweiten Tag im Distrikt Eichenstücke. Hungen am 2. Mai 1881. 1650 Ein tüchtiges Dienstmaͤdchen Kilet-Decken, al Vormittags 10 Uhr, am ersten Tag im Distrikt Buch⸗ Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. K B Der. die neuesten und schönsten Muster, verkauft zu sehr wird für nach Darmstadt gesucht. chweren Verluste entgegengebracht gewerbliche Zwecke Ratenzahlungen von wöchentlich M. 2. an. „unter Garantie billigst Kinder ⸗Hosen, Strümpfe, Socken, sowie Fücher und Fücherhalter zu den bei Mutter Martin Fritzel's Witte, 2 uhr gatt. Gatten und Vaters nahme bewiesen haben, 1658 Höch L N Franken 1655 hausen den 1. Mai 1881. Gust. Müller und Frau, geb. Garthoff, 0 Warme Päder nächsten Samstag von 9 Uhr ab. 1661 35 C. Walter. Im Anfertigen von empfiehlt sich 1606 Frau Lang. Am 30. April d. J., Nachmittags gegen 3 Uhr, ver— lief sich in der Nähe von Friedberg eine rothe, lang⸗ haarige, englische Jagdhündin. Dieselbe führt den Namen „Roda, hat eine weiße Brust und ist sehr ängstlich. Dem Wiederbringer eine Belohnung. Näheres bei der Exped. d. Anz. Geschäfts-Anzeige. 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