1880. Dienstag den 8. Juni. ———— M 67. Oberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. ———— Amtlicher Theil. . Zu publiliciren find aus dem Großherzoglichen Regierungsblatt: Beilage Nr. 16, Bekanntmachung, die Anleitung für die Fleischbeschauer betreffend; Nr. 17, Instruction für die Großherzoglichen Kreisämter, Kreisgesundheitsämter, delegirten Kreisärzte und Ortspolizeibehörden zur Ausführung des Gesetzes vom seh, 1913 ler zer Thor. Zuni: „Vorstellung ihltem Programm. 3 J Uhr. ustllugen Uebergabe bon 1 Ab 05 rstellung gillets vorher 1 Vorstellungen ladet Di. ger, Director 5tiedberg. 10. September 1878, betr. den Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren; Nr. 18, Gesetz, die Ausübung der Strafgerichtsbarkeit uͤber die vor dem 1. Januar 1872 pensionirten und zur Disposition gestellten Militärärzte und Militärbeamten betr.; Bekanntmachung, die Zutheilung der Feldgemarkung Bergheim zu dem Amtsgerichtsbezirke Butzbach betr. a Das Reichsgesetzblatt Nr. 10 enthält: Gesetz, betreffend den Wucher; Bekanntmachung, betr. Rückvergütung für Branntwein; Nr. 11, Verordnung, betr. nähere Festsetzungen über die Gewährung von Tagegeldern, Fuhrkosten und Umzugsko der Militär⸗ und Marineverwaltung. haben S Betreffend: Die Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach Art. 12 der Landgemeinde-Ordnung hat das 2. Dritttheil der zum Mitglieder am Schlusse l. J. durch das Loos auszus mit Anfang des nächsten Jahres in Dienst zu treten. nach Vorschrift der Anleitung über die Wahlen des Gemeinderaths u. s. zum höchstbesteuerten Dritttheil der Wählbaren gehörenden— Formular E. Landgemeinde-Ordnung, sowie in der Wahl-⸗Anleitung ertheilten Vorschriften verfahren. Insbesondere machen wir noch auf die Bestimmung in Art. 12 der Lau der Zwischenzeit abgegangenen Gemeinderaths-Mitglieder ersetzt werden müssen. fügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 29. März 1877— mitgetheilt durch Protokoll darüber errichten und solches der aufzustellenden Bestandsliste des Gemeinderaths beifügen. Liste, in welche auch die inzwischen etwa abgegangenen Gemeinderaths⸗ ie uns bis spätestens den 1. kommenden Monats zur Prufung einzureichen. Der Vorlage der Wahl-Akten sehen wir spätestens Ende September J. J. entgegen. Betreffend: Die Bildung der Einschätzungs⸗Commissionen für die Steuerregulirung pro 1881. binnen 14 Tagen unfehlbar vorzulegen. Anzeiger Nr. Betreffend: Don portspflichtigen Briefwechsel zwischen Weed den Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Nachdem inzwischen sämmtliche Gemeinden des Kreises Friedberg der 23— exwähnten Vereinbarung beigetreten sind, empfehlen wir Ihnen darauf zu achten, idgemeinde-Ordnung aufmerksam, Die Ausloosung wollen Sie genau nach Vorschrift der Ver— Kreisamtsblatt Nr. 9 von 1877— vornehmen, Mitglieder unter Angabe des Grundes des Abänderung der Sätze der badischen Uebergangsabgabe und Steuer— sten an die Beamten Friedberg am 3. Juni 1880. erstenmal auf Grund derselben gewählten Gemeinderaths— cheiden und haben die bei der Ergänzungswahl neu zu wählenden Gemeinderaths-Mitglieder Damit die Wahlen zur rechten Zeit vorgenommen werden können, b w. die Listen der Stimmberechtigten— Formular A.— und der — aufstellen und hiermit genau nach den in dem wollen Sie alsbald 2. Abschnitt der wornach gleichzeitig die in Das Ausloosungs-Protokoll nebst Bestands— Abganges aufzunehmen sind, Dr. Braden. Friedberg den 3. Juni 1880. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kretses. Unter Hinweis auf unsere Verfügung vom 23. April 1877, Kreisblatt Nr. 48, laden wir f lichen Einkommensteuer-Einschätzungscommissionen unter Zuziehung des Gemeinderaths sofort vorzunehmen und uns das diesbezügliche Protokoll Sie ein, die Wahl der Mitglieder der ört— Dr. Braden. Friedberg, am 3. Juni 1880. Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. in unserem Ausschreiben vom 19. Februar vorigen Jahres— daß dieser Vereinbarung entsprechend bei dem portopflichtigen Briefwechsel zwischen Ihnen und den Gemeindebehörden im Großherzogthum die Absendung immer frankirt erfolgt und auf Ersatz jeglicher Porto-Auslage zu Gunsten der empfangenden Behörde verzichtet wird. Beitweffend: Irren⸗ und Siechenzählung im Großherzogthum. Die Großherzogliche Kreisschulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises. Sie empfangen dunch die P über die betreffende Angelegenheit, Gegenstande recht forgfältige Aufmerksamkeit zu widmen.— Zu genaue Zusammenstellung aller in unseren siechen Kinder, fur deren Unterricht und die Lehrer beauftragen, über derartige in des Ausschreibens euthaltenen Rubriken die noͤthigen Angaben auf je einem Erziehung gar nicht, oder doch nicht in genügender Ihren Schulen oder doch in der Gemeinde schulpflichtigen Kinder, ganz entsprechend den in dem Zählblatte halben Bogen unserem Kreisschulinspector auf der nächsten Bezirks— Conferenz einzuhändigen, damit dieser dann hierüber uns die nöthige Vorlage machen kann. Dr. Braden. Friedberg, am 3. Juni 1880. ost das Amtsblatt der obersten Schulbehörde Nr. 6 vom 19. Mai laufenden Jahres zu Nr. M. J. 11254 damit Sie dasselbe an Ihre Lehrer, bezw. Oberlehrer abgeben und denselben empfehlen, dem fraglichen gleich wünschten wir bei dieser Veranlassung eine von uns schon längst beabsichtigte n Kreise befindlichen, dem Alter nach schulpflichtigen, jedoch geistesschwachen, blödsinnigen, irren und Weise gesorgt ist, zu erhalten und wollen Sie darum Dr. Braden. 1 Deutsches Reich. Darmstadt, 4. Juni. Prinz Alexander heute Tode der Kaiserin von Rußland hin jach St. Petersburg abgereist. ü Darmstadt. Der Kreisarzt Dr. Scriba Großen⸗Buseck, dem Schulasp. Heberer aus Richen eine tragenen Stelle eines Kreisarztes zu Lauterbach Lebrerstelle zu Mörfelden, dem Schullehrer Martin zu zu Ober⸗Jugelheim wurde von der ihm über⸗ uf Nachsuchen enthoben und wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand versetzt; der Hülfsgerichtsschreiber Koch in Gießen wurde zum Gerichtsvollzieher in Friedberg ernannt. ˖ Darmstadt. Das Regierungsblatt, Bei— lage Nr. 17, enthält: 8 1. und 11. Uebersicht über die Einnahmen und Aus⸗ gaben des Kirchen⸗ und Schulfonds für Rheinhessen von 1875 und 1876. 111. Uebersicht der für 1880 vorgesehenen Umlagen i den israel. Rel.⸗Gem. des Kr. Mainz. IX. Namens veränderungen. 1 eee 2 8 a ist auf die Nachricht von dem gestern erfolgten V. Dienstnachrichten. Der auf die ev. Pfarrstelle zu Birkenau präs. Pfarramts⸗Cand. Strack von, Darmstadt wurde bestätigt; dem ev. Pfarrer Schneider zu Wimpfen a. B. die Pfarrstelle zu Groß-Rohrheim übertragen; dem Schullehrer Otto zu Treis a. d. L. die Lehrerstelle zu Kesselbach übertragen; der auf die Diaconatsstelle zu Erbach präs. Schullehrer Grenz daselbst bestätigst; dem Schullehrer Rückert zu Massenheim eine Lehrerstelle zu Spiesheim eine Lehrerstelle zu Pfungstadt übertragen; der Gerichtsvollzieher-Asp. Möbus aus Worms zum Gerichtsvollzieher zu Pfeddersheim ernannt: dem Finanz Aspirant Eckstorm zu Darmstadt das Patent als Geometer 1. Classe für den Kreis Darmstadt, dem H. Grö⸗ ninger aus Ockstadt das Patent als Geometer 2. Cl. für den Kreis Friedberg ertheilt; der auf die Lehrerstelle zu Laudenau präs. Schulasp. Arras aus Erzbach bestätigt; dem Schullehrer Geil zu Schwanheim eine Lehrerstelle zu Groß⸗Gerau übertragen; dem K. Kolb aus Düdels— heim das Patent als Geometer 1. Cl. für den Kreis Büdingen ertheilt; der Schulamtsaspirantin Leinberger aus Büdesheim eine Lehrerinnenstelle zu Weisenau über⸗ tragen; der Vicefeldwebel Schäfer aus Reimenrod und der Bauaufseher Schneider aus Wendelsheim zu Steuer—⸗ aufsehern ernannt; der auf die Lehrerstelle zu Gersprenz präs. Schulamtsasp. Rocker aus Wörrstadt bestätigt; dem Schullehrer Lutz zu Weinheim die Lehrerstelle zu Armsheim übertragen; der auf eine Lehrerstelle zu Stockhausen präs. Schullehrer Altstadt zu Hartershausen bestätigt; dem Schullehrer Glitsch zu Grebenau die Lehrerstelle zu Ruttershausen und dem Schulamtsasp. aus Ernsthofen die Lehrerstelle zu Daubringen übertragen. »I. Dienstentlassung. VII. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle zu Rumpenheim, Gehalt 900 Mk. Zwei Lehrerstellen an der Volksschule zu Gießen, Gehalt 1200 bis 2400 Mk. und eine Wohnungsvergütung von 200 bis 300 Mk.; zu der einen dieser Stellen besitzt der Stadtvorstand zu Gießen das Präsentationsrecht. Das Concurrenzausschreiben in Beilage Nr. 3 des Reg.⸗Bl. von 1880 wird hiermit zurückgezogen. Eine Lehrerstelle zu Nieder-Roden, Gehalt 900 Mk. 5 Berlin, 4. Juni. Der Kronprinz reist im Auftrage des Kaisers heute Abend nach Petersburg, um der Trauerfeier beizuwohnen. Lehr — 3. Juni. Fortsetzung des Berichtes über die Sitzung der Kirchengesetztommission. Die Commission lehnte den Antrag v. Zedlitz mit 11 gegen 10 Stimmen und den Antrag Bruel mit 15 gegen 6 Stimmen ab und nahm den 2 in der Fassung der Regierungsvorlage mit 11 gegen 10 Stimmen an. Rauchhaupt bean⸗ tragt die§§ 3 und 4 folgendermaßen zusammen zu fassen und an die Spitze des Gesetzes zu stellen:„Gegen Kirchendiener, welche die Gesetze und Anordnungen so schwer verletzten, daß ihr Amtsverbleiben mit der öffentlichen Ordnung unverträglich ist, nicht mehr auf Eutlassung, sondern auf Amtsunfähigkeit zu erkennen. Gleiches findet statt im Falle des§ 12 des Gesetzes vom 22. April 1875. Der Widerruf der Erklärung zur Befolgung des Gesetzes zieht die Aberkennung der Fahigkeit der Amtsausübung nach sich und bedingt den Verlust des Amts⸗ einkommens, sowie andere Nachtheile gemäß dem Gesetz, betr. Verhinderung unbefugter Aus- übung von Kirchenämtern. In Fällen, wo auf Amtsentlassung bereits erkaunt ist, werden die recht— lichen Folgen auf Amtsunfähigkeit und auf die in Satz 3 angeführten Nachtheile beschränkt.“ Im weiteren Verlaufe der Debatte erklärte Bennigsen, betreffs des§ 3 beständen zwar keine principiellen Bedenken, es liege dafür aber auch kein prak— tisches Bedürfniß vor;§ 4 sei für die national—⸗ liberale Partei unannehmbar. v. Zedlitz theilt im hohen Maße die Bedenken Bennigsen's, hofft aber anderutheils, die Möglichkeit der Rückkehr der Bischöfe könne die Kurie zum Friedensschluß bestimmen, und stellt deshalb einen Zusatzantrag zu§ 4, wonach einem entlassenen Bischof die staatliche Anerkennung wieder ertheilt werden kann, wenn er bis 1. December 1881 die gesetz— liche Verpflichtung zur Anmeldung bei Ernennung anzustellender Geistlichen ausdrücklich oder that— sächlich anerkennt.— 4. Juni. Der Cultus— minister v. Puttkamer erklärte heute in der Kirchengesetzcommission: die Erklärung Bennig— sen's, daß Artikel 4 der Vorlage unannehmbar sei, betrübe ihn auf's tiefste, widerspreche auch anderweitigen Aeußerungen von Nationalliberalen im Hause. Ohne die rechtliche Möglichkeit der Rückkehr der Bischöfe sei die Vorlage werthlos. Von dem Amendement v. Zedlitz könne er nur die Heranziehung des Staatsministeriums accep— tiren. v Rauchhaupt's Antrag: den abgesetzten Bischof noch als Bischof anzusehen, hält der Minister für bedenklich. Gegen den Antrag Bruel müsse er sich in allen Punkten aus— sprechen. In der Debatte über den Antrag v. Rauchhaupt erklärte Gneist, die Regierung werde auch micht eine einzige nationalliberale Stimme für Artikel 4 erhalten. Artikel 3 wurde nach Ablehnung der Anträge Bruel und Rauchhaupt in der Fassung der Regierungsvor— lage, jedoch unter Streichung des dritten Absatzes, mit den Stimmen der Conservativen und des Centrums(11 gegen 10) angenommen. Bei der Abstimmung über Artikel 4 wurden die Anträge v. Zedlitz abgelehnt und der Antrag v. Rauchhaupt mit 1 gegen 10 St. auge— nommen. Ebenso wurde der Antrag Bruel, wonach die Wiederzulassung sich auf alle Kirchen— diener erstrecken soll, angenommen.— 5. Juni. In der heutigen Sitzung wurde Artikel 5 der Vor— lage in der Fassung derselben nach Ablehnung der Anträge Bruel mit 15 gegen 6 St. ange— nommen, ebenso wurde der Artikel 6 genehmigt. Die Artikel 7 und 8 wurden hierauf mit 12 gegen 9 St. abgelehnt. J. Juni. Die Nachricht eines Wiener Blattes, wonach der Papst an Kaiser Wilhelm ein versöhnliches Schreiben betreffs des kirchlichen Streites gerichtet haben sollte, ist unbegründet. — 5. Juni. Heute Nachmittag fand der Trauergottesdienst für die verstorbene Kaiserin von Rußland in der russischen Botschafts-Capelle statt, welchem der Kaiser und sämmtliche Prinzen in tiefer Trauer, in russischer Uniform mit russischen Orden, beiwohnten. Anwesend waren ferner Fürst Hohenlohe in Vertretung die Botschafter und Gesandten, die Fürstin Bismarck und viele andere Damen, sowie alle hier anwesenden Russen.— Der Kronprinz hat gestern Abend nach seiner Rückkehr von Magde⸗ burg dem Fürsten Bismarck einen Besuch abgestattet. — Die Beschlüsse der Berliner Nachtonferenz, die jetzt wirklich stattfinden soll, werden mit einfacher Majorität gefaßt. Die Conferenz wird zuerst beschließen, eine Grenzceommission an Ort und Stelle abzuordnen und später das Resultat derselben ratificiren. Magdeburg, 4. Juni. Das Jubelfest der Vereinigung mit Preußen wurde gestern Abend mit sämmtlichen Glocken feierlich ein— geläutet. Hierauf fand ein zahlreich besuchter Festgottesdienst in der Johanniskirche statt. Der Kaiser traf heute 10 Uhr Vormittags hier ein und begab sich mit dem Kronprinzen nach dem Domplatze. Im zweiten Wagen folgten die Prinzen Wilhelm und Friedrich Karl. Auf dem Domplatze wurde zunächst die Parade der Garnison gehalten, welche äußerst glänzend verlief. Um 11 Uhr fand die Vorstellung der zur Cour befohlenen Behörden und Provinzialdeputationen statt. Der Kaiser sprach hierbei bewegt seinen Dank für die dargebrachten Segenswünsche und Huldigungen aus. Dann erfolgte auf dem Domplatze die Vorstellung der Ortsvorstände der Ortschaften des ehemaligen Erzstiftes Magde— burg und der Provinzialkriegervereine. Um 12 Uhr fand die Vorstellung der städtischen Behörden statt. Nach dem Aufzuge des Reitervereins, sowie der Kaufmannschaft und Gewerke, wobei überaus große Pracht entfaltet wurde, besuchte der Kaiser die landwirthschaftliche Ausstellung und das Fort Stern. Alsdann trat der Kaiser die Rückreise an. Der Kronprinz verbleibt bis 8 Uhr und reist sodann nach Petersburg. Der Kaiser äußerte sich in lebhaster Anerkennung und Freude über den Festzug. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest. Den bis zum 1. Juni im Handelsministerium eingelangten Saatenstandsberichten zufolge ist in Oberungarn besonders in Weizen eine sehr gute, in Roggen Hafer und Gerste eine gute Mittelernte zu erwarten. Im Allgemeinen prognosticiren die amtlichen Berichte eine viel bessere Ernte als erwartet wurde. Belgien. Brüssel. Bischof Dumont hat eine Civilklage angestreugt behufs Wieder— erstattung von circa 3 Millionen Frs. Vor— schüsse, die er aus seinem Privatvermögen für die Begründung bischöflicher Schulen gemacht habe. Frankreich. Paris, 3. Juni. Im Senat brachte Ferry die Vorlage wegen Aufhebung der Obedienzbriefe ein. Das Haus vertagte sich bis 8 Juni. — 4. Juni. Deputirtenkammer. Auf Ersuchen des Handelsministers wird die Discussion über die Zolltarife geschlossen. Das Haus verwirft den Artikel 3 der Vorlage, wonach die Regier— ung die Befugniß haben sollte, gegenüber den— jenigen Staaten, welche französische Waaren mit über 20 pCt. hinausgehenden Eingangs— abgaben belegen, die Zölle um 20 PCt. zu erhöhen. — 4. Juni. Dem„Gaulois“ zufolge haben der päpstliche Nuntius in Paris und der franzö— sische Botschafter bei der Kurie, Depres, gegen die beabsichtigte Ernennung Challemel-Lacours zum Botschafter bei der italienischen Regierung Vorstellungen gemacht. Der„Rappel“ will wissen, Challemel-Lacour gehe an Stelle Leon Say's als Botschafter nach London. — 5. Juni. Auf morgen sind die Präfecten von 35 Departements hierherberufen worden, um von dem Minister des Innern mündliche als Jnstructionen bezüglich der Ausführung der Decrete vom 29. Marz entgegenzunehmen. Von den männlichen Congregationen hat nicht eine, von den weiblichen eine einzige die Genehmi— des Reichskanzlers und alle Minister, die Generalität, gung nachgesucht. Juni. Großbritannien. London, 4. Das Unterhaus nahm die Bill über die Haft- pflicht der Arbeitgeber gegen ihre Arbeiter ohne Abstimmung an. — Lord Russel und General Simmons Conferenz ernannt. Spanien. Madrid, 4. Juni. hat gestern dem Ministerium Canovas Vertrauensvotum ertheilt. Italien. Rom, 4. Juni. Deputirten⸗ kammer. Cairoli erklärt in Beantwortung der Interpellation Massarias, die griechische Frage nähere sich einer befriedigenden Lösung. Die Initiative dazu sei von dem englischen Cabinet ergriffen worden. Die Mächte hätten sich in den letzten Tagen bezüglich des Griechenland betreffenden Theiles der Note dahin geeinigt, der Pforte den Zusammentritt der Conferenz der Botschafter in Berlin anzukündigen. Die Conferenz fasse ihre Beschlüsse mit Stimmen— mehrheit. Es würden zu derselben technische Officiere beigezogen. Nach der Conferenz, welche sich blos mit der griechischen Grenzfrage befasse, werde sich eine Commission an Ort und Stelle Der Senat ein — wurden zu Vertretern Englands auf der Berliner Sonn Ora bis! Der, der berat nur die 6 Aben wurd demo verfügen. Die Instructionen der italienischen Vertreter werden den von dem Parlamente geneh— migten ministeriellen Erklärungen entsprechen. — Das„Tgbl.“ erfährt von hier:„Aurora“ sagt in einem ihrer heutigen Artikel: Die Ver— handlungen der Curie mit Deutschland seien abgebrochen und sie könne daher jetzt frei reden. Die Schuld am Abbruch der Verhandlungen trage Bismarck, weil er wie ein Jude mit dem Vatican schachern wolle. Die Kirche mißrathe solche kleinliche Annäherung. Wenn Bismarck Verbündeter des Vaticans sein wolle, müsse er die Kirche anerkennen. Türkei. Constantinopel, 4. Juni. Sultan empfing gestern den englischen Bot— Der schafter Göschen in feierlicher Audienz, um dessen Creditive entgegenzunehmen. Göschen betonte die Zeitweiligkeit seiner Mission. Der Sultan wies auf sein Bestreben hin, die noth— wendigen Reformen durchzuführen. Dem offi— ciellen Empfange folgte eine halbstündige Privat— Audienz. — Berichte aus Philippopel und Sophia constatiren eine wachsende Bewegung unter den bulgarischen Unionisten Ost-Rumeliens und Bulgariens. — 5. Juni. Es heißt, Layard habe vor seiner Abreise dem Sultan einen Cabinetswechsel vorgeschlagen. Bezüglich der Stellung Said Paschas circuliren widersprechende Gerüchte; nach dem einen soll derselbe das Vertauen des Sultans ununterbrochen besitzen, nach dem anderen wäre sein Rücktrutt bevorstehend. Montenegro. Cettinje, 4 Juni. Der eug— lische Consul Green aus Scutari ist gestern in Cettinje angekommen. Derselbe ist beauftragt, zwischen den Albanesen und Montenegrinern einen Ausgleich zu vermitteln. Er forderte vor seiner Abreise die albanesische Liga auf, vor feiner Rückkehr nichts zu unternehmen. f Serbien. Belgrad. Die Skupschting hat die Eisenbahn-Convention mit Oesterreiche Ungarn mit 122 gegen 40 Stummen angenommen. Griechenland. Athen. Brailas erhält die officiöse Mission, sich der bevorstehenden Conferenz in Berlin bezüglich der Griechischen Frage consultativ zur Verfügung zu stellen; e wird von mehreren griechischen Genieofficie res begleitet werden. 4 Rußland. Petersburg, 3. Juni. Nac officieller Mittheilung ist die Katiserin heu 4 fruͤh in der achten Morgenstunde sanft ohn Todeskampf entschlafen. — 5. Juni. Heute Mittag fand im Bei sein des Hofes, der Staatswuͤrdenträger und der Generalität die Ueberführung der Leiche der Kaiserin aus dem Sterbezimmer nach der Schloß kirche statt, wo dieselbe bis zur Ueberführung nach der Peter-Pauls-Kathedrale bleibt. Die Beisetzung der Leiche erfolgt am Mittwoch. Aegypten. Kairo, 5. Juni. Die hiesigen General-Consuln sind zur Berathung von Modi . ——— dall Pal dun. aus erfo — 5 gehal der! Mitg und Auf Erb Fri eine Hu bei der ue and a dahin geeinigt, ö der Couferenz azukündigen. Die se mit Stimmen⸗ aselben techuische r 9 55 welche kehfrage befasse an Ort und l n der italienischer n Parlamente 0 rungen entsprechen. on hier:„Aurora“ Artikel: Die Ver⸗ Deutschland seien her jezt frei reden. der Verhandlungen ein Jude mit dem e Kirche mißrathe Wenn Bismarck ein wolle, müsse er el, 4. Juni. Der en englischen Bol cher Audienz, um! nehmen. Goschel! ner Misston. Der ben hin, die noth— ihren. Dem off⸗ albstündige Privat- popel und Sophia sewegung unter del st⸗Rumeliens und „Layard habe 0 inen Cabinetswechst der Stellung Sal rechende Gerüchte das Vertauen dib, zel, nach dem andere hend. „4 J Uni. Der eig, ga auf, mel. 2 J ie Skupschtl 2535 esterrelt —— chedral e ttwoch, Mitt ge ö 1 0 90 5. Jun. von MW. gerung 5 e* 75 ficationen für die Zusammensetzung der inter— nationalen Gerichtshoͤfe zusammengetreten. Nach— dem einige vorläufige Bestimmungen getroffen, hat sich die Conferenz vertagt, damit die General— Consuln Instructionen ihrer Regierungen ein— holen. Die Con⸗ Amerika. Chicago, 3. Juni. vention trat heute Morgen zusammen, wählte 1 Hoar definitiv zum Praͤsidenten und vertagte sich schließlich bis 5 Uhr Nachmittags. Die bisherigen Abstimmungen über einige Anträge fielen zu Ungunsten der Anhänger Grant's aus, auch mehrere Eutscheidungen der Wahlprüfungs— Commission erfolgten zu Gunsten der Gegner 4 0 Grant's.— 5. Juni. Die Convention blieb bis heute früh um 3 Uhr zur Sitzung zusammen. Der Bericht der Commission für die Prüfung der Delegirten-Vollmachten wurde artikelweise beratheu. Die Candidatur Grant's scheint bisher nur 290 St. zu vereinigen, während 379 für die Ernennung erforderlich sind. Die gestrige Abendsitzung war erregter als je. Die Discussion — „ 1 * wurde mehrmals halbe Stunden lang durch Volks— demonstrationen, meist zu Gunsten der Candi— datur Blaines unterbrochen. Gegenwärtig scheint Blaine die meiste Aussicht auf die Ernennung zum Präsidentschaftscanditaten zu haben. Vor⸗ aussichtlich wird die Ernennung heute noch nicht erfolgeu. Aus Stadt und Land. Friedberg, 4. Juni. In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes gedachte der Bürgermeister zuerst des am Dienstag verstorbenen Mitgliedes des Gemeinderathes, Rechtsanwalt Seyd J., und bat demselben ein ehrendes Andenken zu bewahren. Friedb Auf eine seitens des Vorsitzenden des Comité's bezüglich Erbauung einer Secundärbahn von der Mücke nach erg, Graf Solms-Laubach, erlassene Einladung zu einer am 5. d. Mts. stattfindenden Versammlung in Hungen wurde der Bürgermeister beauftragt, derselben beizuwohnen, auch seitens der Stadt einen Beitrag zu den Vermessungskosten in Aussicht zu stellen, selbstverständ⸗ lich unter dem Vorbehalt, daß Friedberg als Ausgangs- punkt der projectirten Bahn festgehalten wird. In einer Unterstützungswohnsitz- Angelegenheit wurden die unbe— deutenden Kosten auf die Stadtkasse übernommen, desgl. in einem andern Falle vorbehaltlich des an die Gemeinde Ilbenstadt zu nehmenden Regresses. Zur Ergänzung der Commission, welche über Freistellen an der Realschule entscheidet, wurde Beigeordneter Steinhäußer und Gemeinderath Hirsch gewählt. Für die Stadtkasse soll ein feuerfester Schrank erworben werden. Der Fried⸗ hofaufseher Friedrich Jacobi soll auf den Garten- und Feldschutz verpflichtet und deßhalb Antrag am Kreisamt gestellt werden. Dem Instrumentenmacher Glück wurde die irrthümlich angeforderte Hundesteuer für 1879 nach— gelassen. daß die That auf gericht Weinheim, burg gebürtig sein. früheren Magdeburg 1982 franco Bahnwagen werden. neten Eisenbahn⸗Bau⸗Inspeetion Darmstadt. Bezüglich des von Weinheim gemel— deten Raubmordes erfährt der„Darmst. T. A.“ weiter, dem Wege nach Leutershausen, Amts⸗ verübt wurde. Der Getödtete soll ein Goldarbeiter Namens Polack und angeblich aus Ham⸗ Eine goldene Uhr sammt goldener Kette, das Portemonnaie, sowie eine Handtasche, welche er besessen hatte, fehlen, sind also geraubt. Der Ermordete wurde zuletzt in Gesellschaft zweier Handwerks burschen gesehen, von welchen man den einen für einen Metzger hält. Allerlei. Berlin. Hiesige Blätter veröffentlichen zu dem schweren Eisenbahnunglück zwischen Blumenberg und Hadmersleben folgende Zuschrift: Das Fahrpersonal der Halberstädter Bahn(jetzt Staats⸗ bahn) ist über den Unfall keineswegs erstaunt, sondern wundert fich sogar darüber, daß solcher nicht schon früher eingetreten ist, denn diese Strecke ist für Courierzüge nicht sicher genug. Seit einer längeren Reihe von Jahren ist diese Strecke nur für den langsamen Localverkehr benutzt worden; während die Courierzuͤge auf einer anderen Linie weiter geführt wurden. Erst seitdem die Bahn vom Staate übernommen worden ist, werden wieder Courierzüge(seit dem 15. v. Mts.) auf jenen Geleisen befördert. Das betreffende Betriebsamt hätte es sich zur Warnung nehmen sollen, daß gleich am ersten oder zweiten Tage, nachdem eine Aenderung im Fahrplane eingetreten war, ein Wagen entgleiste. Eine damals angestellte Untersuchung würde wahrscheinlich die Ein— stellung der Courierzüge auf dieser Strecke herbeigeführt und das jetzige entsetzliche Unglück verhütet haben. 5 London. Endlich scheinen Spuren des verschollenen Schulschiffes„Atalanta“ entdeckt worden zu sein. Der Capitän des in Queenstown von Demerara angekom— menen Schiffes„Seotia Queen“ berichtet, daß er am 30. April in etwa dem 300 nördl. Breite und 600 westl. Länge einem Floße begegnete, das augenscheinlich an Bord eines Kriegsschiffes oder großen Dampfers gefertigt worden, da es zusammengenietet war und nicht durch Ketten zusammengehalten wurde. Zwei Tage später sah er im Wasser die Leichen zweier jungen Männer, welche, nach ihrer Tracht und ihrem Aus sehen zu schließen, der Mannschaft eines Kriegsschiffes angehört haben dürften. Verloosungen. 5pCt. Gothaer Prämien- Pfandbriefe. Serien⸗-Ziehung vom 1. Januar 1880. 1. Abtheilung von 1869: Nr. 87 94 165 388 468 505 583 597 619 695 783 883 911 1018 1026 1050 1075 1153 1277 1709 2054 2173 2192 2215 2216 2233 2400 2432 2481 2567 2635 2689 2755 2858 2876 2883. 2. Abtheilung von 1871: Nr. 3307 3372 3578 3607 4147 4249 4268 4311 4346 4415 4624 4714 4747 4874 5175 5487 5622 5627 5706 5707 5750 5827 5875 6031 6114 6280 6415 6476 7215 7527 7553 7701 7768 7824. Die Gewinn⸗ Ziehung findet am 1. Oet. 1880 statt. Oesterreichische fl. 100-Loose von 1864. Serien⸗ und Gewinn-Ziehung vom 1. Juni 1880. Heim⸗ zahlung am 1. September 1880. Serien. Nr. 329 1781 1902 2100 2141 2195 2393 25012541 2922 3134 3138 3276 3724. Gewinne: Serie 2541 Nr. 28 fl. 200,000. S. 2195 Nr. 97 fl. 20,000. S. 1902 Nr. 14. fl. 15,000. S. 1902 Nr. 59 fl. 10,000. S. 2100 Nr. 63, S. 2393 Nr. 90 à fl. 5000. S. 1781 Nr. 9 48, S. 3138 Nr. 40 à fl. 2000. S. 1781 Nr. 17, S. 1902 Nr. 35, S. 2195 Nr. 86, S. 2541 Nr. 16 27, S. 2923 Nr. 10 à fl. 1000. Serie 1781 Nr. 45, S. 2100 Nr. 14 32, S. 2141 Nr. 63 76, S. 2195 Nr. 23 28 50, S. 2501 Nr. 2 15 82, S. 2541 Nr. 1, S. 3138 Nr. 44 61 91 a fl. 500. S. 1902 Nr. 44 53 63 83, S. 2141 Nr. 46 77, S. 2195 Nr. 88 95, S. 2393 Nr. 85, S. 2542 Nr. 59 63 77 100, S. 2922, Nr. 32, S. 3138 Nr. 49 50 57, S. 3724 Nr. 29 46 83 à fl. 400. Auf alle übrigen in vorstehenden Serien enthaltenen Nummern entfällt der geringste Ge— winn von fl. 200. Handel und Verkehr. Friedberg, 5. Juni. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.90— 1.00, Eier per Stück 5 Pf. Gießen, 5. Juni. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 83—90 Pf., Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf., Käse per St. 5-11 Pf., Tauben das Paar 70—80 Pf., Hühner per St. M. 1.10— 1.30, alte Hahnen per St. M. 1.20— 1.50, junge Hahnen 00 Pf., Wälsche M. 0.—0., Enten per St. M. 2.— 2.50. Kartoffeln per 100 Kilo M. 7.50—8., Zwiebeln p. Ctr. M. 25. Ochsenfleisch 68 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 50—56 Pf., Kalbfleisch 40-46 Pf., Hammelfleisch 60- 70 Pf., Schweinefleisch 60 Pf., Kirschen per Pfund 40 Pf. Frankfurt, 5. Juni. Marktbericht. Heu kostete der Centner je nach Qualität M. 2.50— 3.50, Stroh M. 2.50— 3.40. Eier das Hundert Mk. 4.29— 5.20. Butter im Großen erste Qual. M. 0.75, im Detail erste Qual. M. 1.20, zweite Qual. M. 1— 1.10. Kar⸗ toffeln, alte, das Gescheid 15 Pf., neue Kartoffeln das Pfund 30 Pf., Radieschen 3—4 Pf., neue Gurken per Stück 20— 30 Pf., Kohlrabi per Stück 7 10 Pf., Romain⸗Salat 60—70 Pf., Gelbrüben 1 Bund 20 Pf., Zwiebel 1 Bund 6 Pf. Ochsenfleisch das Pfd. 65—70 Pf., Kuh-, Rind⸗ und Farrenfleisch 45—60 Pf., Schweinefleisch 65—70 Pf., Kalbfleisch 45—55 Pf., Hammelfleisch 45 bis 65 Pf. 1 Hahn M. 2.— 2.30, 1 Huhn M. 2.—2.50, 1 Ente 2.70— 3.20, 1 Taube 60 Pf. Welsche Hahn M. 6. bis 12, Kapaunen M. 3.—3.50. Mainz, 4. Juni. Fruchtmarkt. Weizen eff. M 24.40— 25.20, Juli M. 22.95. Roggen eff. M. 19.30 bis 20.70, Juli M. 17.95. Hafer eff. M. 14.—16., Juli 15.50. Reps eff. M. 27.75, Rüböl M. 29, Oet. M. 29.85.— Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 7.—8., Heu 50 Kilo M. 3.10— 3.25, Stroh 50 Kilo M. 2.40—2.70, Butter 1 Pfd. M. 0.80 0.85, in Par⸗ thien 65— 70 Pf., Eier ½ Hundert M. 1.15—1.20, Handkäse 1 St. 5—7 Pf., Zwiebeln das Pfd. 18-20 Pf. 1 Hahn M. 1.30— 1.50, 1 Huhn M. 1.50— 1.80, eine Ente M. 2.50— 2.70, eine junge Taube 35 bis 40 Pf., 1 Gurke 25—35 Pf., Blumenkohl 100 bis 110 Pf., Kopfsalat 4—6 Pf., 1 Pfund Kirschen 35 bis 40 Pf., 1 Gans M. 5.—6. Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M. 68, 2. Qual. M. 60., Kühe erster Qual. M. 60., 2. Oual. M. 40—50., Alles per 50 Kilo. Für Kälber wurden bezahlt per Pfund 50— 65 Pf., für Schweine inländische 64 Pf., ausländische 56 Pf., per ½ Kilo lebend Gewicht. Im Detail stellten sich die Preise: Ochsenfleisch 68 Pf, Kuh- und Rindfleisch 44 Pf., Kalbfleisch 60, Hammelfleisch 50 und Schweinefleisch 70 Pf., per 1½ Kilo. 0 Marburg, 5. Juni. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80—0.95, Eier 9— 10 Stuck 40 Pf., Salat per Kopf 4— 10 Pf., Käse per Stück 8— 10 Pf., Hahnen per Stück M. 1.50— 2., Hähnchen das Stück M. 0.— 0.00, Hühner das Stück M. 0.80—1., Tauben das Paar 70—80 Pf. Grüne Erbsen per Pfd. 40—50 Pf. Gurken per Stück 30—40 Pf. Literarisches. Daheim Nr. 36 enthält: Die Eichhofs.(Forts.)— Kaviar und Aale. Von R. Andre. Mit 4 Ill.— Die erste Ersteigung des Chimborazo.— La prochaine guerre. — Joachim Neander. Von L. Tiesmeyer. Mit Porträt. — Am Familientische: Bücherschau LXXVII.— Eine Rechenmaschine für Blinde.— Heimweh. Gedicht von Waetzoldt.— Rechtsrath.— Mit einer illustrirten Bei⸗ lage: Der Reporter in der Kunstausstellnng. Illustrirte Weltgeschichte für das Volk. Von Otto von Corvin. Die funf vor Kurzem erschienenen Liefer— ungen 31 bis 35 des im besten Sinne volksthümlichen, außerordentlich gehaltreichen Geschichtswerkes führen uns in eine der merkwürdigsten Zeitperioden ein, nämlich den Beginn des Mittelalters, d. h. den Zeitraum der Völker⸗ wanderung, welcher eine beständige Umbildung der Völkergruppen und Staaten nachfolgte. Je mehr nun in früheren Geschichtswerken gerade diese hochinteressante Zeit einer chaotischen Behandlung anheimgefallen war, sodaß aus dem Gewirr und der Zusammenhanglosigkelt des Vorgeführten kaum ein wichtiger Abschnitt, z. B. der über das Oströmische Reich und später über die Ostgothen, sich als klares Bild heraushob, desto will— kommener muß es für geschichtseifrige Laien sein, hier eingehender über manche ihnen dunkel gebliebene Periode, Völkergruppirung und Staatsentstehung im Zusammen⸗ hang mit näher bekannten gleichzeitigen Ereignissen unter⸗ richtet zu werden. Die Zeit Justinian's und Belisar's ist vornehmlich von hohem Interesse wegen der in diesem Zeitalter entstandenen, viele Jahrhunderte nachwirkenden gesetzgeberischen Schöpfungen. Vorher noch zieht die Glanzzeit Theodorich's des Großen hauptsächlich das Interesse auf sich, während auch die Kämpfe der West⸗ gothen, Vandalen, Hunnen, Franken ꝛc. in lebensvollster Weise dargestellt sind.— Einen besonderen Reiz üben außerdem die reichen Illustrationen aus. Geld⸗Cours. Frankfurt am 5. Juni 1880. 20 ⸗Frankenstücke M. 16 16—19 do. JJVVVVVVVVVVVVV Englische Sovereignhss..„ 20 38—42 Russische Imperiales.„ 16 882 Dualen n do, al more Dollars in Godz Eiseubahn⸗Directions⸗Bezirk Haunover. Strecke Cassel- Frankfurt. Die Anlieferung von 360 ebm Basaltkleinschlag, zusammen oder in Quantitäten von mindestens 100 cbm einer Station der Strecke Cassel⸗ Frankfurt, soll im Wege öffentlicher Submissson vergeben Die Offerten sind portofrei und versiegelt und mit der Aufschrift„Submission auf Lieferung von Basalt⸗ kleinschlag“ bis zum Submissionstermin Montag den 14. Juni l. J., Vormittags 10 Uhr, bei der unterzeich⸗ *(Gallus-Anlage) in Frankfurt a. M. einzureichen, woselbst auch die Beding⸗ ungen eingesehen und Offerten⸗Formulare in Empfang ge— nommen werden können. 5 3 Frankfurt a. M. den 5. Juni 1880. 1 Königliche Eisenbahn-Bau⸗Inspeection. He. Einkräftiger Junge, kann sofort eintreten. 1885 welcher die Bäckerei erlernen will, Zu erfragen bei der Exped. d. Anz. Bekanntmachung. 1976 Samstag den 12. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, soll das in der Nähe des Badehauses Nr. 2 zu Bad⸗ Nauheim lagernde, von der Gasbad⸗Brücke herrührende alte Balkenholz ꝛc. ꝛc. an Ort und Stelle in verschiedenen Abtheilungen gegen gleich baare Zahlung öffentlich meist⸗ bietend versteigert werden. Friedberg den 4. Juni 1880. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Reuß. Heugras-Versteigerung. 1975 Nächsten Mittwoch den 9. Juni, Vormittags um 9 Uhr, wird das Heugras im Park in passenden Ab⸗ theilungen öffentlich versteigert und der Anfang in der oberen Park⸗Allee gemacht.. Bad⸗Nauheim den 7. Juni 1880. Corsetten billigen Preisen bei K. Friedrich. Wechsel auf Uew-Vork und alle übrigen 1936 Hauptplätze Amerikas werden in beliebigen Beträgen und Sichten stets zum billigsten Tagescours von mir ausgestellt. Ferdinand Sander, Darmstadt, Frankfurt a. M., Louisenplatz 7. Gr. Gallusstraße 21. In meine Buchhandlung suche ich einen 2 Lehrling. der sogleich eintreten könnte. Carl Bindernagel. Dickwurzpflanzen sind zu haben bei Ilbenstadt. 1963 Müller Forth. Holzversteigerung. 1937 Donnerstag den 10. Juni l. J. werden in den Freiherrlich von Franckenstein'schen Waldungen versteigert: 1) Distrikt Jägers ruhe: 27 Raummeter Eichen⸗Schäl⸗Prügelholz, 13585 Stück Eichen⸗Schälwellen, Stück Eichen⸗Schäl⸗Baumstützen. 2) Distrikt Eichelgarten: Raummeter Eichen-Schäl-Prügelholz, 2000 Stück Eichen-Schälwellen, 4 Raummeter Späne. Die Versteigerung beginnt Vormittags präcis 8¼ Uhr im Distrikt Jägersruhe zunächst des„Neuen Wegs“ und wird Vormittags 11¼½ Uhr im Dristrikt Eichelgarten, unächst der Usinger Straße, fortgesetzt. Daselbst kommen . noch 500 Gebund Ginstern aus den Distrikten Bornwäldchen und Allmey zum Ausgebot. Als letzter Fahrtag ist für das in den Freiherrlich v. Franckenstein'schen Waldungen für 1880 ersteigerte Holz der 9. Juli l. J. bestimmt. Ockstadt den 2. Juni 1880. Der Freih. v. Franckenstein' sche Oberförster Rumpf. 300 12⁵ Holzversteigerung. 1948 In den Gräflich Solms-Rödelheim'schen Wald— ungen werden versteigert: Y Donnerslag den 10. l. Mts., im Revier Wickstadt, Distrikt Ameisenkopf und Abtswald: 66 Raummeter Buchen-Scheitholz, 12 5 Eichen⸗Scheitholz, 27 6 Buchen-Prügelholz, 12 8 Eichen-Prügelholz, 8 7 gemischt Prügelholz, 66 5 Buchen-Stockholz, 34 0 Eichen⸗Stockholz, 87 1 gemischt Stockholz, 250 60 Buchen- und Eichen-Reisholz, 94 gemischt Reisholz, 14 Eichen Stämme von 22—40 Centim. mittlerem Durchmesser und 4— 12 Meter Länge. 2) Freitag den II. l. Mts., im Revier Bainhards, Distrikt Unterwald: 12 Raummeter Eichen-Prügel, 3 6100 Wellen Eichen⸗Reis, Schälholz, 4 Eichen⸗Stämme von 23— 26 Centim. mittlerem Durchmesser und 6—11 Meter Länge, 300 Eichen⸗Schälstangen. Zusammenkunft am ersten Tag am Forstgarten, am zweiten Tag Vormittags Forsthaus Bainhards. Wickstadt den 3. Juni 1880. Gräfliche Oberförsterei Assenheim. Schallas. Holz⸗-Versteigerung. 1947 Die am 19. Mat abgehaltene Holzversteigerung im Distrik Hundseif wurde nicht genehmigt und soll dieselbe nunmehr Donnerstag den 10. Ifd. Mts., Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, nochmals abgehalten werden: 3 Stämme Eichenholz, 0,82 Festmeter haltend, Vormittags 8½ Uhr 9 Uhr am 1 Stamm Birkenholz, 0,10 5 2 12 Raummeter Eichen-Scheitholz, 10* Nadel-Scheitholz, 5 1 Birken⸗-Knüppelholz, 3 7 Eichen-Knüppelholz, 9 Nadel-Knüppelholz, 4900 Buchen-Wellen, 12052 Eichen-Birken-Wellen, 12575 Nadelholz-Wellen, 358 Dorn-⸗Wellen. Zahlungstermin: Martinitag 1880. ver⸗Mörlen den 3. Juni 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. Jecke l. Universal-Reinigungssalz ist das einfachste und billigste Hausmittel gegen Säure blldung, Aufstoßen, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magenbeschwerden. Original-Packetete zu 25 Pf., 50 Pf. und 1 Mark. 1704 J. A. Uindeecker, Hof,-Lieferant. * U U 72 Für Gärtner. 5 50 0 Ein eirea 1,5 ha großer Garten mit schöͤnem Wohn und Warmhaus, 1 Stunde von 2 Bahnstationen ent⸗ fernt, in welchem bisher schon Handelsgärtnerei betrieben wurde, soll nebst einer neu angelegten eirea 25 à großen Baumschule, für welche namentlich ein gutes Absaßgebiet vorhanden, verpachtet werden.— Gefällige, hierauf be zügliche Anerbietungen beliebe man unter O 1918 bei Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. nieder zulegen.(72/ VI.) Schlosser- Lehrling gegen Lohnvergüͤtung gesucht. Friedberg. 1954 Ph. Diener, Schlossermeister. Schlesische Keirt-brischrnugs-Gesclht in Breslau. Gegründet im Jahr 1848. Grund⸗ Kapital 9 Millionen Mark. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir nachstehenden Agenten die Ver— tretung unserer Gesellschaft übertragen haben. Echzell: Wilh. Präfried, Rechner. Okarben: Konrad Dechert, Oeconom. Bruchenbrücken: Karl Andr. Maul, Kaufmann. Dortelweil: Philipp A. Mohr, Oeconom. Bönstadt: Hofmann, Post-Agent. Ober-Rosbach: Hch. Röhmig, Maurermeister. Vorstehende Vertreter halten sich zum Ober⸗Erlenbach: Heinrich Stöhr, Privatier. Petterweil: Fr. Karl Cost, Gem.⸗Einnehmer. Rockenberg: Wende, Oeconom. Nieder-Mörlen: Hch. Zimmer, Polizeidiener. Reichelsheim: Herm. Vogt, Oeconom. Friedberg: J. Kaufmann, Fruchthändler. Abschluß von Versicherungs-Verträgen gegen Feuergefahr bestens empfohlen; Prämien fest und billig, Bedingungen liberal. Offenbach am 26. Mai 1880. Die General⸗Agentur der Schlesischen Feuer ⸗Versicherungs⸗Gesellschaft: 1903 Th. Pelissier. Libisch- oder Altheezucker. bestes Mittel bei Husten und Heiserkeit, von 12 Pfennig an in jedem Quantum zu haben bei 1879 Fried. Hilbrecht Wittwe. Neue isländische Häringe, „ italienische Kartoffeln, 5 Zwiebeln 1893 bei Wilhelm Fertsch. Geschästs- Empfehlung. Einem hochverehrten Publikum Nauheims und der Um⸗ gegend zur gefälligen Nachricht, daß ich das 5. Karl Maier'sche Geschäft von heute an übernommen habe und empfehle gutes Brod, sowie alle vorkommende Weiß— backwaaren unter Zusicherung prompter Bedienung auf das Beste. Bad⸗Nauheim den 1. Juni 1880. 1915 Otto Piorkow, Bäckermeister. Die Beleidigung und Drohung, welche ich ohne allen Grund und Veranlassung am 2. d. Mts. gegen meinen Nachbar Karl Schneider in den Worten ausgesprochen: „Bürschen, Bürschchen ich kriege dich“ nehme ich zurück und verspreche, nie wieder auf solche Weise gegen den⸗ selben aufzutreten. Södel am 3. Juni 1880. 1967 Konrad Buß. Prima Portland- Cement. ganz frische Waare, in Tonnen, Säcken und im Anbruch, äußerst billig bei 1974 Formulur zur Wahl der kirchlichen Gemeinde- Vertretung nebst Stimmzetteln vorräthig bei Carl Bindernagel in Friedberg. eee eee Reichlicher Verdienst wird tüchtigen Agenten geboten, welche die Ver— tretung einer Loos- Specialität zu übernehmen geneigt sind(keine Ratenbriefe), reell, leicht verkäuflich und in Deutschland gesetzlich gestattet. Frankirte Offerte an Anton Koritz& Comp., Budapest.(15254.) Gesundheits AUnterjachen, ärztlich empfohlen, sowie Unterhosen, für Er⸗ wachsene und Kinder, zu den billigsten Preisen bei 81 K. Friedrich. Haupt-Agent gesucht für eine Lebens-Verficherungs-Bank. Lohnende Beschäftigung für noch rüstige Pensionäre. Offerten unter A. 888 befördert die Annonten⸗ Expedition Th. Dietrich& Co. in Mainz. 1977 In meinem Holz- und Kohlengeschäft ist die Stelle eines Lehrlin Es vacant. Gegen Vereinbarung Kost und Logis in meinem Hause. Friedberg im Juni 1880. 1970 1973 G. H. Freundlieb. Sonntag den 13. Juni ist mein Geschäft ge— schlossen. 1% Wilhelm Zertsch 976 Das in großer Auswahl zu Neueste in Tapeten billigsten Preisen empfiehlt Friedberg. H. Bindewald. 1 1979 bei Bäckermeister Windisch. Reines Roggen⸗Vorschuß⸗Brod, 1983 wird gesucht. Assenheim. FK. Gutermuth. Monogramme Briesbogen d. Converte besorgt billigst und in ele- gantester Ausführung Carl Windernagel in Friedberg Damen- und Kinder-Schürzen 73 zu den billigsten Preisen bei K. Friedrich. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hier— durch die schmerzliche Nachricht, daß unser innigst⸗ geliebter Gatte, Vater und Schwiegervater Abraham Heß in seinem 68. Lebensjahre heute Morgen 11 Uhr nach langem schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Hungen den 4. Juni 1880. 1969 Die tieftrauernde Familie. rr ii Danksagung. Für die zahlreichen Beweise von Liebe und Theil— nahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste, sowie bei der Beerdigung unseres theueren Vaters, Schwagers und Schwiegervaters, sage ich hiermit im Namen der Hinterbliebenen herzlichsten Dank. Friedberg den 6. Juni 1880. L. Seyd II., 1980 Rechtsanwalt. 1—.. ̃——..—˖. UU ˙ ⁵˙ Für die herzliche Theilnahme bei der Krankheit und dem Tode unserer lieben Schwester und Mutter fühlen wir uns gedrungen, Freunden und Bekannten unseren aufrichtigen Dank auszusprechen. Friedberg den 4. Juni 1880. Sophie Kritter, 1981 Wilhelmine Simon, geb. Dingeldey. e Verantw. Ned. Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. N . richtöl. zilende — D Wörr kennun die V und d des E die E und 6 fließet welch. übers Roste don! streilt dung del an pit erste über fand lber gioße r g sanse olg ien, licht Com diejer zweit besch In; mini,