4 7 . ——— 8 N Dee 1 für Moltke während seines Urlaubs 1879. Donnerstag den 24. Juli. N 86. Oberhessischer Anzeige * Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags. Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei grö ö ö it! ö f f 4 g g f. net, größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Fonts bel uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets pes Post nachgenommen. g —— Für die Monate August und September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden. Bekanntmachung. Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. Ditjenigen jungen Leute, welche auf Grund Berechtigung zum einjäbrig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung den Vorschristen mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach un— vollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Groß herzogthum Hessen gestellunge pflichtig ist, d. b. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar der 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen des Jahres nachgtesucht werden, in welchem Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis Jahres zu erbringen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briespapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere f 40 Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. ein Einwilligungs⸗Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung ihrer Schulzeugnisse die g der Gesuche zu beachten— Schulzeugniß. unterhalten zu können, Meldende das derselben gleichgestellten sich zum 1. April desselben[zur Ersatzordnung(I. Adresse angegeben wird. über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer ein- in dem Einwilligungs⸗ in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes jährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; c. ein Unbescholtenheits zeugniß, welches für Zöglinge von höberen Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizceiobrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b.: daß Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, nicht fehlen darf. Zu pos. d.: daß die Schul- zeupnisse, mit Ausnahme der Reifczeugnisse für die Universität und die Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ordnung, sämmtlich nach dem Schema 17 Tbeil der Wehrordnung vom 28. September 1875 — Regierungsblalt Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der§§. 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatzordnung verwiesen. Darmstadt im Dezember 1878. Großherzogliche Prüfungs Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Spamer. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Oberfeuerwerker Irle aus Eifa wurde zum Hauptsteueramts-Assistent 2. Kl. in Mainz ernannt. 6 Berlin. Die„N. A. Z.“ schreibt: Von Nachrichten über eine bevorstehende Reise des päpstlichen Nuntius Masella nach Kissingen ist in unterrichteten Kreisen hier absolut Nichts bekannt. Im Gegentheil nimmt man Münchener Nachrichten zufolge an, daß Masella dieses Jahr nicht nach »Kissingen geht und daß derselbe seinen Urlaub in Italien verbringt. — Wie die„Köln. Ztg.“ wissen will, wäre Das theilweise bestätigte Urtheil des Kriegsgerichtes in Sachen des„Großer Kurfürst“ dem Com- mandeur des Gardecorps als Gerichtsherrn zuge⸗ gangen. Der Kaiser hätte das Erkenntniß gegen den Hauptangeklagten, das auf längere Festungs⸗ haft laute, ebenso die Freisprechung des Capitäns Kuehne und des Capitän-Lieutenants Klausa be- stätigt, dagegen das freisprechende Erkenntniß hin ⸗ sichtlich des Capitäns Grafen Monts verworfen und über Monts ein drittes Kriegsgericht ange. ordnet. n ichten liegt nicht vor. — Man kündigt als sicher Stosch's Rücktritt nach den Herbstmanövern an und seine Ersetzung durch Voigts⸗Rhetz. Vom Kriegsministerium wird ein Adlatus ge⸗ sucht, da der bisherige Adlatus, Graf Wartens leben, Commandant von Berlin geworden ist. E sind vorgeschlagen Brigade General Verdy du Vernois in Straßburg und Bronsart von Schellen ⸗ Torf in Potsdam.— Bei den zur Zeit im Ministerium des Innern staltfindenden Conferenzen soll auch die Frage der Reform der Städte- und Landgemeinde— Dednungen in erneute Erwägung genommen werden. — Dem Landtage soll in der bevorstehenden Session eine Vorlage wegen Ergänzung des Ge— tzes vom 18. März 1868, betressend die Er- ichtung öffentlicher Schlachthäuser, vorgelegt wer- en. Dieses Gesetz enthält eine bedenkliche Lücke, insofern dasselbe den Gemeinden nur eine Haud— babe gibt, anzuordnen, daß das in den öffentlichen Schlachthäusern geschlachtete Vieh einer santtäts- polizeilichen Controle unterworfen wird. Das auswärts des Stadtkreises geschlachtete Fleisch unterliegt aber keiner vorgängigen Controle; eine bezügliche Bestimmung soll nunmehr dem Gesetze eingesügt werden. Paderborn. zufolge ist der frühere Bischof von Paderborn, Konrad Martin, am 16. d. M. im Auslande an der Bronchitis gestorben. München. Der Finanzausschuß der Abge— ordnetenkammer hat die Regierungsvorlage betreffs Conversion der Eisenbahnanlehen unverändert an- genommen. Mainau, 21. Juli. Der Kaiser verläßt heute Vormittag Schloß Mainau, begibt sich per Dampfschiff zum Besuch des Königs und der Königin von Württemberg nach Friedrichshafen und von da nach halbstündigem Aufenthalt nach Lindau, von wo aus die Reise des Kaisers ihr Ziel heute in Rosenheim findet. Der Großherzog Eine officielle Bestätigung dieser Nach- und die Großherzogin von Baden begleiten den! Versailles, 21. Juli. Kaiser nach Lindau. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 21. Juli. Gestern fand unter dem Vorsitze des Kaisers ein gemeinsamer Ministerrath statt zur Berathung von Szapary, Stremayr, de Pretis und der von Böhmen zurückgekehrte Graf Taaffe theilnahmen. — Die„W. M. R.“ sagt: Insolange nicht fesigestellt ist, daß die czechischen Abgeordneten im Reichsrathe erscheinen und dort ihre Anliegen änderung im Ministerium nicht zu gewärtigen. Der Reichsrath soll Mitte September zusammen- Die„Times“ meldet: treten. Bis dahin werden die aus der Situation sich ergebenden Modsficationen des Cabinets auch vollzogen sein. Dem hiesigen„Volksblatt“ Wort bilden, auf drei sestzusetzen. für Depeschen wurden auf englisch, französisch, Frankreich. Paris, 20. Juli. Die par- lamentarische Gruppe des„Appel au peuple“ beschloß gestern, daß Prinz Jerome das Haupt der Familie Napoleon geworden und daß das Princip des„Appel au peuple“ aufrecht zu er— halten sei. Diese Berathung hat übrigens die Zerwürfnisse innerhalb der Partei nicht endgültig beigelegt. Rouher zieht sich ganz von der Politik zurück und Cassagnac weigert sich in aller Form, einem Führer zu folgen, binter dem sich noch kürzlich erst die Gegner des Kaiserthums schützend verbargen. Den bonapartistischen Blättern fängt es an, schlicht zu gehen. Der„Ordre“ soll dem- nächst an den Meistbietenden verkauft werden und der„Petit Corporal“ beruft seine Actionäre zu— sammen, damit diese über die Fortführung des Blattes Beschluß fassen. — Bei einer Audienz, welche der Präsident Grevy am Sonnabend dem General Bourbaki ge— währte, versicherte Letzterer, ohne seine Symphatlen für die Kaiserin Eugenie zu verbergen, daß er der gegenwärtigen Regierung Frankreichs durchaus er— geben sei. Die Deputirten⸗ kammer genehmigte das Marinebudget und begann die Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend die Verlängerung der Geltung der Handelsverträge. Auf Begehren der Regierung wurde die Dring— lichkeit erklärt. Holland. Putte und Haag. Van de 6 Eisenbahn- Angelegenheiten, an welchem Tisza, Cremers übernahmen den Auftrag, ein neues Cabinet zu bilden, nur unter der Bedingung vorheriger Berathung mit ihren politischen Freunden. Von einer heute zu diesem Zweck gehaltenen Versamm— lung liberaler Deputirter, wurde in Folge hervor— getretener Meinungsverschiedenheiten noch kein defini— geltend machen wollen, insolange ist eine Ver- tiver Beschluß gefaßt. Großbritannien. London, 22. Juli. Die Telegraphen Conserenz beschloß gestern die Zahl der Ziffern, welche ein Die Sprachen — — deutsch, italienisch, holländisch, spanisch, portugiesisch und lateinisch beschränkt. — Meldung aus Kapstadt, 4. Juli: General Cbelmssord kam auf seinem Vormarsch am 30. Juni 10 Meilen von Ulundi an und eröffnete den Ab- gesandten Cetewapo's, die Feindseligkeiten würden nur eingestellt, wenn Cetewapo die ihm bereits gestellten Bedingungen acceptirt hätte. General Wolseley war am 2. Juli in Port Durnfort ein- getroffen. 700 Zulus haben sich den Engländern ergeben und brachten 600 Stück Vieh mit. — Nach der„Times“ ist in Kalkutta die Cholera ausgebrochen. In Burmag ist Alles ruhig. Die britischen Unterthanen werden sich jedoch nach gesicherten Orten zurückziehen. Die Schutzwache ist auf 500 Personen verstärkt worden. Italien. Nom, 19. Juli. In der Depu⸗ tirtenkammer dankte der Präsident Farini für die Wiederwahl. Der Entwurf über die Alkoholsteuer wurde mit dem Zusatz angenommen, daß das Gesetz erst dann in Kraft trete, wenn die Ent; würfe, betreffend die Abschaffung der Mahlsteuer für die geringeren Getreidesorten und die all mähliche Reduction der Steuer für die besseren Korngattungen Gesetzeskraft erlangt haben. Der Passus in Betreff der geringeren Getreidearten wurde einstimmig, jener Betreffs der Steuerreduction der besseren Körner in namentlicher Abstimmung mit 138 gegen 67 Stimmen angenommen. Monaco. Wie der in Genua erscheinende „Movimento“, allerdings noch unter Vorbehalt meldet, hätte letzter Tage der Erbprinz Albert von Monaco seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Türkei. Constantinopel, 21. Juli. Die Großvezirkrisis ist beendet; der Sultan hat das Programm Khereddin's angenommen. — 21. Juli. Der französische und englische Botschafter haben gestern der Pforte eine identische und sehr energisch gehaltene Note überreicht, in welcher die Pforte aufgefordert wird, den Inhalt des Investiturfermans des Vicekönigs von Aegypten der französischen und englischen Regierung binnen drei Tagen mitzutheilen, widrigenfalls die Pforte für ernste Cousequenzen verantwortlich gemacht werde. Man behauptet, Frankreich und England würden, falls ihre Schritte fruchtlos blieben, die Unabhängigkeit Aegyptens proclamiren. Griechenland. Athen. Von hier signa⸗ lisirt die„Pol. Corr.“ den Ausbruch einer Minister- krisis als bevorstehend. Rumänien. Bukarest, 21. Juli. Heute wurde der Kammer officiell mitgetheilt, daß Bratiano vom Fürsten beauftragt ist, ein neues Cabinet zu bilden. In dem Coolitionsministerium soll neben Boerescu auch Cogalniceanu wieder ein Porte- feuille erhalten. Rußland. Petersburg. Die Journale melden, daß der russische Communikations-Minister verordnet hat, sämmtliche in Staatsdiensten und bei den Eisenbahnen in Verwendung stehenden Telegraphistinnen sofort zu entlassen. Durch diese Verordnung werden mindestens 3000 Mädchen brodlos. 1 Aus Stadt und Land. — r. Friedberg. Am 25. und 26. Juli finden in Gießen zur Feier des 60jährigen Stiflungssestes des aka; demischen Gesangvereins zwei Concerle statt, die; einen hohen Kunügenuß die Aussicht stellen. Freitag Nachmittag um 4 Uhr wird das Oratorium„Paulus“ von Mendelssobn in der Stadtkirche aufgeführt,(Sopran — Antonie Kufferratih von Brüssel, Alt— Frau Dr. Weiffenbach von Gießen, Tenor— Max Achenbach von Weimar, Baß— Carl Hill von Schwerin, Orgel Kapellmeister F. Lux von Mainz), dem Samstag, Nach- mittag von 5—7, im Wenzel'schen Garten Kammermusik, Lieder⸗ ꝛc. Vorträge folgen werden. Wir wollen nicht verfehlen unsere Leser auf diese Concerte aufmerksam zu! machen. t. Friedberg. Gegen den Mißbrauch von Zoller⸗ höbungen durch den Zwischenhandel, schreibt eine kauf- männische Autorität der„Deutschen volkewirthschaftlichen Correspondenz“ Folgendes: Tabak, Kaffee, Pelroleum ꝛc. ist so massenhaft eingesührt worden, daß der Bedarf mehr als für ein Jahr gedeckt ist. Daher sind die Groß⸗ Händler in der Lage, noch lange nicht nöthig zu haben, Preiserhöhungen, angeblich des Zolles halber, eintreten zu lassen. Das Publikum sowohl, wie der an der Spekulation unbetheiligte Kleinhändler kennen also jetzt den wahren Sachverhalt und sind im Stande, sich gegen etwaige sind. Uebervortheilungen der Großspculanten zu schützen. Miß⸗ brauchen die Letzteren ihre Kapilalübermacht in zu arger Weise, so werden sie damit nur ihren eigenen Beruf unter ⸗ wühlen, nämlich Repressalien nothwendig machen, entweder durch Consumvereine, oder durch amtliche Taxen, oder gar durch Erweiterungen des Staatsmonopols. B. Nieder ⸗Wöllstadt, 22. Juli. Gestern Nach⸗ mittag schoß Sutsbesitzet H. Weuih von hier im hiesigen Forslerwäldchen einen zwölfender Hirsch; derselbe wiegt über 2 Ceniner und bal sich jedenfalls aus dem Taunus verlaufen. Es erinnert sich hier Niemand, daß ein Jäger das Glück gehabt hätte, ein so edles Wild in nächster Umgebung zu erlegen. Mainz. Während seit dem Tode des Bischofs von Ketteler die Firmung in der Diöcese Mainz unterblieben ist, wird nun am 3. August der Bischof von Speyer die⸗ selbe im biesigen Dome vornehmen. Rüdesheim. Am 17. Juli wurde der Schlußstein an dem architeklonischen Aufdau des Nationaldenkmals auf dem Niederwalde, das mit Fabnen und Laubwerk sestlich geschmückt war, eingesetzt. Der Sockel hat eine Länge von 23, eine Breite von 17 Meter, die Höhe bis jetzt, also nur des architektonischen Theils, belrägt 25 Meter. Die Figur der Germania welche schon im nächsten Jahre ferlig und aufgestellt werden soll, hat eine Höhe von 13 Meter. Allerlei. New Pock. In Memphis gewinnt das gelbe Fieber größere Ausdehnung und die Bevölkerung flieht in wilder Haft. Vom Sternenhimmel. Einer längeren Abhandlung von Dr. Th. Hertzka in der„N. freien Pr.“ entnehmen wir nachstehende Einzelnheiten. Die Riesenteleskope der Neuzeit haben die Zahl der bekannten Fixsterne, deren man mit freiem Auge kaum 4. bis 5000 siebt, auf ungefähr 20 Millionen gesteigert; diese zahl- losen Sonnen mit den fie wahrscheinlich be ⸗ gleitenden noch zahlloseren Trabanten und Unter- trabanten sind durch Distanzen von einander ge— trennt; sie alle zusammengenommen aber bilden nicht das Universum, sie gehören vielmehr sammt und sonders zu einem bestimmten, relativ eng be— grenzten Sternensysteme, neben welchem es noch zahllbse andere, zum Theil weitaus größere im Weltraume gibt. Die Sternenrepublik, zu welcher unsere Sonne sammt ihren zwanzig Millionen Schwestern gehört, besitzt die Gestalt einer ziemlich stark abgeplatteten Linse. Um die Peripherie dieser Linse laufen zwei nahezu parallele ringförmige Anhäufungen von Sonnen, die uns in Form der Milchstraße sichtbar sind So dicht, wie sie sich unserm Auge darstellen, sind nun die Milchstraßenringe aller dings nicht mit Sternen erfüllt. Das Phänomen erklärt sich vielmehr auf folgende Weise: Unsere Sonne und mit ihr natürlich die Erde befindet sich nicht im Mittelpunkte des Fixstern-Systems, sondern mehr seitlich, was zur Folge hat, daß überall dort, wo mächtigere Partieen unserer Fixstern-Linse zwischen uns und dem leeren Welt raum liegen, die Gestirne dichter gesäet erscheinen, während umgekehrt dort, wo relativ minder mächtige Partieen des Systems vor uns lagern, die Gestirne dünner gesäet sich darstellen. Um über diese optische Erscheinung vollkommene Klarheit zu ver- breiten, ist es das Beste, wenn man sich einen großen Raum, etwa einen Garten von langge— streckter elliptischer Gestalt, vorstellt, in welchem zahllose Laternen ziemlich gleichförmig angebracht Wählt man seinen Standort etwas seitlich vom Mittelpunkte, so wird man dort, wo man sich näher zur Grenze der beleuchteten Fläche befindet, die Flämmchen nicht so dicht vertheilt erblicken, wie dort, wo zahlreichere Lichter zwischen dem Standorte und der Grenze liegen, und wenn man nach den weit entfernten Spitzen der Ellipse hinsieht, wird man, falls nur das Ver- suchsfeld und die Anzahl der Lichter genügend groß ist, eine feurige Linie zu erkennen glauben. Die Umlaufsdauer unserer Sonne wird auf 22½ Millionen Jahre berechnet. Ein eigentlicher Centralkörper, eine Art Hauptsonne, um welche die 20 Millionen Sonnen unserer Welteninsel als Trabanten kreisen würden, ist bisher nicht gefunden worden. Darüber, daß die Welt nur unendlich im Raume zu denken sei, gehen die Meinungen nicht auseinander; wohl aber herrscht nicht blos zwischen Theologen und Naturforschern, sondern auch im Schooße der Naturforschung selbst bittere Fehde darüber, ob das Nämliche auch bezüglich der Zeit v. h. ob das Universum von zu gelten babe, jeher bestanden habe und in alle Ewigkeit sort⸗ bestehen werde. Mit der Legende, nach welcher die Weltent⸗ stehung vor einigen Jahrtausenden an einem Sonntage ihren Anfang genommen habe und der Weltuntergang dem entsprechend nach einer kürzeren oder längeren Serie von Jahrtausenden zu ge— wärtigen sei, haben wir uns hier nicht zu be⸗ schäftigen. Aber auch die wissenschaftliche Hypothese schließt den Gedanken eines Anfanges und eines Endes nicht unbedingt aus. Ob man dabei mit Jahrtausenden oder mit Tausenden von Millionen Jahren zu rechnen hat, ändert an dem Wesen der Sache wenig. Nach der Kant-Laplace'schen Theorie, die auch heute noch mit geringen Modificationen die allge- mein giltige ist, wären die Himmelskörper im Wege eines Verdichtungs- und Rotations-Protcesses aus einer anfänglich den ganzen Weltraum er- füllenden, überaus fein zertheilten Urmaterie ent⸗ standen. Daß auch für die Gestirne, ähnlich wie für die Organismen, eine Zeit des Entstehens, des Blühens und Absterbens zu verzeichnen ses, unterliegt kaum einem Zweifel. Gleichviel, ob man das organische Leben oder die eigene Leucht kraft als das entscheidende Kriteribom bei Be— urtheilung der Altersstufen eines Sternes betrachtet, immer wird sich ein Kindes-, ein Mannes- und ein Greisenalter der Himmelskörper konstatiren lassen, Mit Bezug auf die Leuchtkraft ist beispielsweise unsere Erde abgestorben; mit Bezug auf die Entwickelung des organischen Lebens befindet sie sich aber unzweifelhaft im Stadium der Mann— barkeit; in der nämlichen Entwickelungsphase dürften sich sowohl einzelne Planeten unseres Sonnen- systems, als auch möglicherweise unzählige von jenen dunklen, unsichtbaren Fixsternen befinden, von denen wir vorhin sprachen.... Einmal wird jedenfalls die Zeit kommen, wo nicht bloß die Sonne, sondern alle ihre zahlreichen Schwestern im Milchstraßenspsteme erkaltst und vollständig abgestorben sein werden. Es wird zwar in jener Epoche weder ein menschliches Auge noch das Sehwerkzeug irgend eines anderen denken den Wesens innerhalb unseres Systems kxistiren, um das Bild dieser Todtenstarre aufnehmen zu können; aber selbst wenn solche Augen existiren würden, so könnten sie den erstorbenen Fixstern; himmel nicht sehen, weil er eben erloschen wäre. Handel und Verkehr. Friedberg, 23. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 80—90 Pf., Eier per Stück 5 Pf. 2 Stück 11 Pf. Friedberg, 23. Juli. Waizen M. 21—, Korn M. 15.—17., Gerste M. 14.—15., Hafer M. 14.—15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfund. Gießen, 22. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete Butter per Pfd. 75— 83 Pf., Eier per Stück 5 Pf., Käse per Stück 4— 8 Pf., Tauben das Paar 75 Pf., Hühner per Stück M. 1.10, Hahnen junge per Stück 70 Pf., alte per Stück M. 1.10, Enten per Stück M. 1.80, Ochsenfleisch 70 Pf. Kuh⸗ und Rindfleisch 56-60 Pf., Kalbfleisch 46—50 Pf., Schweine⸗ fleisch 56-60 Pf., Hammelfleisch 60—70 Pf., Kartoffeln alte, per 100 Kilo M. 10., neue Kartoffeln M. 12, Zwiebeln per Centn. M. 10, Kirschen per Pfd. 1114 Pf. Grünberg, 19. Juli. Auf heutigem Wochenmarkt kostete der Centner Waizen M. 10.80, Korn M. 8.14. Gerste M. 7.62, Hafer M. 7.78, Samen M. 10.60, Kartoffeln M. 4 65. Frankfurt, 21. Juli. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen, 200 Kühe Rinder, und Farren, 220 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 67—69., 2. Qual. M. 63— 65., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 6062. 2. Qual. M. 52—54., Kälber 1. Qual. M. 5254, 2. Qual. M. 48—50., Hämmel 1. Qual. M. 60 62. 2. Qual. M. 48—54 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Schweine das Pfund 54 Pf. Frankfurt, 21. Juli. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 38., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 22. Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 22.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 20.50—21., do. 2.(Berliner Marke) M. 15.50— 16.50, Waizen, eff. hiesiger ab Bahnhof hier, M. 22.50, ab unserer Umgegend M. 21.75—22, do. fremder je nach Qual. M. 20.— 22 75—, Roggen je nach Qual. M. 13.25— 15.75, Gerste M. 16 5017.50, Hafer M. 14.25— 15.50, Kohlsamen M. 26½.— 27, Erbsen M. 19 bis 27., Wicken M. 14—16., Linsen M. 17—36., Bohnen, weiße, M. 19.50, Rüböl, detall, M. 62. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo. 10 e* — 2 22 Mainz, 18. Juli. Weizer, biesiger M. 21.50 1 22, Goldobliaalionen gefragt. Bon deulshhen Bahnen ver Geld Cours. I m fe mder M. 20 50 K 21.75, per Jult 19.80 Br., 19.70 G., kehrten Ryeinische in sleigender Bewegung von 1321½ i nu im Nov. 20.30 bez. und G., 20.50 Br. Roggen biesiger dis 133¼. Leose waren damlich r e Lee 3 15.25, fremder M. 13. 5 15., per Juli 12.85 Br., meistene niedriger. Deuische und amerikanische Fonds 70 Frontend..... 6 18—47 dn n 80. G., ver Nov 19.30 Br. 13.29 G. Hafer eff. preishallend. Wechsel fe. Privatdisconto 2¼%. Englische Sovereigns g 20 88—51 „„an 13 40 v 180 der Jan 13.0 bn. 18 70 8. Nübel Russische Imperiales 1 4 lh 9. 30.50, per Oet. M. 30. bez. und Br. g n Ducaten, 9 59—64 Literarisches. Ducaten al marco 5— Die soeben erschienene Nr. 42 enthält? Dollars in Gold. 5 4 17—20 „ fatker Realisationen und matter auswärtiger Course ver— fsbrie die beulige Börse für Orientanleihe in gedrückter (timmung. c von 61¼ö—60/, Ind die Mauigkeit dieser Fonds gab dem Gesammimarkt Frhr. v. d. Goltz.— Aus der Vergangenheit Charlotten⸗ 1 Daheim. Ein Duell unter Robespiere. von Georg Hilil.(Fortsetzung).— Molike's„Wander- buch“— Am Waldrande. Von Dr. Falkenstein. Mit Originalzeichnung von F. Specht: Stelldichein am Tränk⸗ Von D. Frankfurt a. M., 22. Juli 1879. In Folge Roman aus dem Nachlaß Herr Johann Maria Warina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des allein ächten Cölnischen Wassers übertragen und empfehlen wir dasselbe Der Cours der zweiten Anleibe bewegie der der dritten von 61/8 60/8 platze in Afrika.— Sonnenstrahlen im Kriegsdienst. in unfreundliches Aussehen. Creditactien gingen von burgs. Von Ferdinand Schultz.— Am Familientische: 390—237½, Staats babnaclien von 246½— 246½ Ein Feierabendhaus. Von Tü. Coßmann.— Der alte m, wäbrend Lombarden auf den Arlitel der„Semaine Musikus. Zu dem Bilde von O. Golemann: O du per Glas zu M. 1,0, naneidre“ gute Haltung zeigten. Von andern österr. mein Waldemar!“ Mit einer illustrirten Beilage: Im„ 1 Dutzend„„ 80, FLabnen waren Galtziet und Linz Budweiser höber. Von zoologischen Garten zu Berlin. Nach dem Leben.— Um„ Dutzend A ene, Die Expedition des Anzeigers. Frioritäten Gisela besser —— —— Kaschau- Oderberger schau in fernen Landen.. Schälholz-Versteigerung. bezahlt. Main- Weser-Bahn. Vormittags 9 Uhr, Oeffentliche Aufforderung. Den Nachlaß der Anna Katharina 2433 In hiesigem Stadtwalde, Distrikt Sumpf, werden 2456 Stenstag den 5. August e Betreffend: A geb. Reinschütz, von folgende Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert: soll das provisorische Dier ohn ee auf Station Assenheim. 80 f 1 N ng 2436 Ansprüche jeder 10 an rubrieirten Nachlaß N den 24. d. Mts., von Vormittags 8 Uhr ab: Lang⸗Göns unter den im Termine bekannt gegeben wer⸗ um so gewisser 22 Raummeter Eichen-Scheitholz, denden Bedingungen öffentlich meistbietend an Ort und g binnen 4 Wochen 74 1„ Knäppelbolz, Stelle versteigert werden. 1 14„ Stockholz, ö Frankfurt a. M. den 21. Juli 1879. 2 15775 Wellen Eichen⸗Reisigholz und Königliche Betriebs⸗Inspeetion. Freitag den 25. d. Mts., von Vormittags 8 Uhr ab:! Heyl. 3 192 Stück schäleichene Stämme von 5—39 Centimeter K 18 8 5 Durchmesser, 4— 10 Meter Länge und 34,26 Arbeits-Vergebung. Montag den 28. Juli, Nachmittags 1 Uhr, soll Festmeter Inhalt. 2463 Bad⸗Nauheim am 19. Juli 1879. a in der Gemeinde Fauerbach b. Fr., Zimmerarbeit, Großherzogliche Bürgermeisterei Bad⸗Nauheim. veranschlagt zu 275 Mark 98 Pf., in Accord gegeben Schult t.. werden. J 5 1 1„ Assenheim den Holz-Versteigerung. 2438 Freitag den 25. d. Mts., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll im hiesigen OGemeindewalde, Distrikt vom Erscheinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an gerechnet, bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und zu begründen, andernfalls dieselben bei Regulirung des Nachlasses nicht berücksichtigt werden würden. Friedberg den 10. Juli 1879. Großherzogliches Landgericht Friedberg. Allwohn. K 5 Edietalladung. 21. Juli 1879. Sr nen 2394 1 1 1 1 0 Haunpt⸗Agent 2445 Bezüglich der nachbenannten in der Gemarkung ö Friedberg gelegenen, dem Heinrich Waas II. zu Fried- Berg zugeschriebenen Immobilien: 5 f. val Flur. Nr.[alftr. Wasserdöll, nachverzeichnetes Gehötze versteigert werden: für eine bereits eingeführte Feuer- und Lebeusversicher⸗ F 2 Raummeter Schäleichen-Scheitholz, ungs⸗Gesellschaft gegen hohe Proviston gesucht. 1. 187. 43/2. 62 7 25 5 Knüppelholz, 1 Gef. Offerten unter R. 555 an die Auuoncen⸗Expe⸗ 1. 186 13. 4000 Stück. dition von Th. Dietrich 8 Cie. in Mainz erkesen. irken⸗Wellen,::. kann das Eigenthum beziehungsweise die Zahlung des Feinst egal geschnittener e Kaufschillings urkundlich nicht nachgewiesen werden. Auf Antrag werden Alle, welche Eigenthums- oder sonstige dingliche Ansprüche an diesen Immobilien zu haben ver⸗ meinen, aufgefordert, dieselben, von heute an gerechnet, binnen 4 Wochen um so gewisser dahier anzumelden, widrigenfalls die Anerkennung des unbeschränkten Eigen⸗ thums und insbesondexe die Zahlung des nicht quittirten Kaufschillings unterstellt und die Löschung der Eigen⸗ 2455 Donnerstag den 24. d. Mis. thumsbeschränkung im Mutations- Verzeichniß verfügt 6½ Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgerichts Bürean nach- Briefliche Bestellungen werden schnell ausgeführt. werden wird. 5 beschriebene Immobilen, in der Gemarkung Ockstadt a„ Friedberg den 9. Juli 1879. 5 5 gelegen, welche zu dem Nachlaß der verstorbenen Heinrich Fl 5 U 1 0 Großherzoglich e 5 Friedberg. Bopp Wittwe von Friedberg gehören, erbvertheilungs⸗ 4 U en e halber an die Meistbietenden versteigert werden, als: sind heilbar, selbst die hartnäckigsten Fälle Flur X. Nr. 46= 988 Meter Acker, 16. Gewann unter T. 99 15. N Th. 125„ 8 19 Haufen Stöcke. 2362 Zahlungstermin: Martinitag 1879. ö 8. Ober-Mörlen am 19. Jult 1879. 1 Würfelzucker iche! ster zrlen. Wroßbemotlüche 1 r bei Abnahme von 25 Pfund an 42 Pf. Größere Quant. 1 5 in Kisten von 50 Pf. für Wirthe und Wiederverkäufer — 11 Nor 1* villiger. Colonialwaarenhandlung Immobiliar-Versteigerung. nber geiezeich eber, Nachmittags um 2362 Frankfurt a. M., Brönnerstr. 12. 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Juli 10 7% 5 Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fou car. 4 Versteigerung. 2418 Freitag den 25. Juli J. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Nathhause auf Antrag des Georg Philippi ein demselben gehörender Stall, zwischen den Gebäuden des J. Falck und F. Streckfuß gelegen, elner nochmaligen Versteigerung ausgesetzt werden. Bei entsprechendem Gebot wird dem Meistbietenden die Genehmigung erthellt. Friedberg den 17. Juli 1879. ö Großherzogliches Ortsgericht Friebberg. Fouc ar. zu den billigsten Preisen Hosenträger, bei K. Friedrich. automatischem Chaisendach, ANN ONCEN für alle Zeitungen befindet sieh bei Rudolf Mosse, Prankfurt am Main, Zeil 45 e M Gleiche Preise wie bei den zeitungs-Expeditionen selbst. Bei grösseren Aufträgen iervon noch entsprechende Wa- Datübewilligumg. billigen Preisen bei 2195 No. 6 C. empfiehlt ein reichhaltiges Lager in allen l Geschästsbüchern, Copirbüchern& Copirpressen aus der Geschäftsbücherfabrik von in M.⸗ Gladbach. 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Mts, betroffenen schweren Brand⸗ unglück so bereitwillig ihre Hülfe zu Theil werden ließen, insbesondere noch unseren geehrten Mitbürgern, welche, fast ausnahmslos, uns freundliche Aufnahme offerirten und soweit erforderlich bethätigten, sagen wir hierdurch herzlichsten Dank. Bruchenbrücken den 19. Juli 1879. Müller& Guth. Pferde⸗Versteigerung. Nächsten Freitag den 25 Zahlung verkauft. Butzbach den 22. Juli 1879. 2460 v. Müller, Rittmeister und Garnisonsältester. O. Fritze's Bernstein-Oel-Lackfarbe, in einigen Stunden hart und glänzend trocknend, zum Anstrich von Fußböden, übertrifft jedes andere derartige Fabrikat an Haltbarkeit, starker Druckkraft, elegantem Ausseben. Preis 2 Mark 50 Pfennig incl. Blechflasche, die mit 10 Pfennig zurückgenommen wird. Allein verkauf für Friedberg und Umgegend bei Wilh. Bernbeck. Seit Begiun der Badesaison ist auch meine Buchhandlung in Nauheim, im Hause des Herrn B. 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