187. Dienstag den 11. November. M133. N 45 Obberhessischer Anzeiger. Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben. 3 get in Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags. Die einspaltige Petitzetle wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(sowelt Letztere nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nach genommen. Amtlicher Theil. Betreffend: Statistische Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Deutschen Reich im Jahr 1879. Friedberg den 6. November 1879. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir erinnern die Säumigen von Ihnen an umgebende Erledigung unseres Ausschreibens vom 13. v. Mis.(Oberhessischer Anzeige: Nr. 122.) führung und gegen das Durchtreiben von Rindvieh abgesperrt. Friedberg den 8. November 1879. Samstag den 16. November, Nachmittags 2½ Uhr, nahme ergebenst eingeladen. Darmstadt den 4. November 1879. Weise abgehalten: A. I. Compagnie. a. In Butzbach auf dem Viehmarkt. Am 14. November, Vormittags 9½ Uhr. wehrleute, sowie die zur Disposition der Truppentheile und die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen aus den Ortschaften Bodenrod, Butzbach, Fauerbach v. d. H., Gam— Hierbei haben zu erscheinen sämmtliche Reservisten und Land⸗ . bach, Griedel, Hausen mit Oes, Hoch-Weisel, Kirch⸗Göns, Maibach, 1 Göns, Rockenberg und Trais-Münzenberg. Jula b. In Friedberg im Hofe der Klosterkaserne. Münster, Münzenberg, Nieder-Weisel, Oppershofen, Ostheim, Pohl⸗ ö bergen, Klein-Karben, Ober-Erlenbach, Ober-Eschbach und Rendel. ee Am 14. November, Nachmittags 2 ½ Uhr. e Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften der vorgenannten gel. Kategorien aus den Ortschaften Bauernheim, Beienheim, Dorn-⸗Assen⸗ — heim, Langenhain mit Ziegenberg, Melbach, Nieder-Mörlen, Ober— Mörlen, Ossenbeim, Reichelsheim, Rödgen, Schwalheim, Södel, Steinfurth, Weckesheim, Wisselsheim, Wölfersheim und Wohnbach. ö c. In Friedberg im Hofe der Klosterkaserne. ö Am 14. November, Nachmittags 3 ½ Uhr. Kategorien aus den Ortschaften Bad-Nauheim, Dorheim, Fauer— bach b. Fr., Friedberg und Ockstadt. 7 0 B. III. Compagnie. schen, a. In Nieder⸗Wöllstadt am Eisenbahn-Viaduct über 0 der Friedberger Chaussee. W Am 15. November, Vormittags 9 Uhr. N Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften der vorgenannten Kategorien aus den Ortschaften Assenheim, Bönstadt, Bruchenbrücken, stadt, Staden, Stammheim und Wickstadt. Stelle zu bringen haben. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften der vorgenannten Verhältnisse Dispensationsgesuche von der Controlversammlung vor— Burg⸗Gräfenrode, Ilbenstadt, Kaichen, Nieder-Florstadt, Ober-Flor⸗ J. B. d. K.: Küchler, Kreis ⸗Assessor. Bekanntmachung. Der Ort und die Gemarkung Brandoberndorf sind zu Folge der dort unter dem Rindvieh berrschenden Lungenseuche gegen die Aus ⸗ Großherzogliches Kreisamt Friedberg. B 5 d. K.: Küchler, Kreis Assessor. Landes-Pferdezucht-Verein. soll zu Hungen im Solmser Hof eine Versammlung und Besprechung über die Wirksamkeit und die Ziele des Pferdezucht Vereins und über das gegenwärtige Verhältniß der Pfertezucht zur Landwirtbschaft in Ober⸗ bessen, insbes. in den Kreisen Gießen und Friedberg statlfinden.— Pferdezüchter und Pferdefreunde, sowie die Vereinsmitglieder werden zur Theil · Der Vorstand. 8 Bekanntmachung. a Die Herbstcontrol-Versammlungen pro 1879 im Kreise Friedberg, b. I. und III. Compagnie des 2. Bataillons(Friedberg) 1. Großberzog⸗ lich Hessischen Landwehr⸗Regiments Nr. 115, werden in nachstehender In Nieder-Woͤllstadt am Eisenbahn-Viaduct über der Friedberger Chaussee. Am 15. November, Vormittags 10 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften der vorgenannten Kategorien aus den Ortschaften Holzhausen, Kloppenheim, Nieder— Rosbach, Nieder-Woöllstadt, Ober-Wöllstadt, Ober-Rosbach, Okarben, Petterweil und Rodheim. c. In Vilbel auf der Frankfurter Chaussee südliches Ende von Vilbel. Am 15. November, Nachmittags 2 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften der vorgenannten Kategorien aus den Ortschaften Büdesheim, Groß-Karben, Helden— d. In Vilbel auf der Frankfurter Chaussee südliches Ende von Vilbel. Am 15. November, Nachmittags 3% Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften der vorgenannten Kategorien aus den Ortschaften Dortelweil, Harheim, Massenheim, Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach und Vilbel. Es wird noch ausdrücklich bemerkt, daß die Leute pünktlich zu erscheinen und die in ihrem Besitz befindlichen Militärpaptere mit zur Sollten Mannschaften wegen häuslicher ꝛc. bringen wollen, so sind diese von der Ortsbehoͤrde beglaubigt, min⸗ destens 8 Tage vor der Controlversammlung dem betreffenden Bezirks— feldwebel vorzulegen. Nur für außerordentliche Fälle ist eine kürzere Frist statthaft. Wer Dispensation von der Controlversammlung erhält, bat sich spätestens 14 Tage nach der Controlversammlung bei dem Bezirksfeldwebel zur Nachcontrole zu melden. Außerdem werden die Großherzoglichen Bürgermeistereien ersucht, jeden Controlpflichtigen auf vorstehende Bekanntmachung aufmerksam zu machen. Friedberg den 7. October 1879. Großherzogliches Bezirks-Commando Friedberg. Roemheld. Deutsches Reich. Darmstadt. ein Gesetzentwurf Eingabestempels in de Motiven vorgelegt, Betreff des Baues und der Unterhaltung der Kunst. straßen im Großberzogthum, nder sowie ein weiterer i Betreff der Disciplinarverhältntsse der nichtrichter⸗ Stolberg, sich lichen Staats beamten. — Militärdienst nachrichten. Bese Kattrein wurde unter Ertheilung des Charakters durchaus unrichtig. als Major die Stelle eines Directors des Landes- Der zweiten Kammer wurde zuchthauses zu Marienschloß provisorisch übertragen; wir aus guter Quelle erfahren, bat der Kaiser in Betreff der Erhebung des Haberling, Hauptmann à la suite des 3 Großh. gestern telegrapbisch den Fürsten Biemarck um Nach⸗ r Provinz Rheinhessen nebst Inf.⸗Regts. Nr. 117, als Compagnie Chef in richt über sein Befinden ersuchen lassen. Die Antwort ferner ein Gesetzentwurf in das 6. Westf. Inf.⸗Regt, Nr. 55 versetzt. Berlin. Eine bier verbreitete Nachricht, daß Vicepräsident des Staatsministeriums, Graf Rußland wird dem Vernehmen nach am Montag aus seiner Stellung zurückzuziehen zu gedenke, sowie daran geknüpfte Combinationen üb 1 Dem Hauptmann anderweitige Besetzung eines Botschafterpostens sind 1 — 5. Nov. Die„Voss. Z.“ schreibt: Wie soll durchaus nicht befriedigend gelautet haben, — 8. Nov. Der Großfürst Thronfolger von einem zweitägigen Aufenthalte bier eintreffen und im russischen Botschaftshotel absteigen, 7. Nov. Abgeordnetenhaus. Erste Be— Crathung des Staatshaushalts Etats, sowie des r e e e e eee e r S eee e e e 2 L eee eee e 9785 A . eee e — Gesetzentwurfes, betreffend die Verwendung der Ueberschüsse aus den Reichssteuern. Es haben sich 7 Abgeordnete gegen und 3 für die Vorlagen zum Wort gemeldet. Richter(Hagen) spricht gegen den Etat, welcher die vecheißenen Steuer- erlasse nicht enthalte. von Zedlitz wendet sich gegen die Ausführungen Richter's. Finanzminister Bitter will lediglich gegen Richter das Wort nehmen, um die gegen den Reichskanzler und seine (Bitter's) Steuerpolitik gerichteten Vorwürfe ab; zulehnen. Das Schreiben des Reichskanzlers an den Bundesrath vom 15. December sei von dem Molive geleitet, der allgemeinen Calamität ent- gegenzutreten, welche aus der bisherigen Wirtb- schaftspolitik entstanden war. Ein großer Theil des Volkes habe dies gebilligt; die Majorität des Volkes stehe beute hinter dem Reichskanzler. Die Verheißungen, welche der Reichskanzler gemacht, hätten die erhofften Wirkungen der neuen Steuer- gesetzgebung zur Voraussetzung; dieselben seien ab- zuwarten. Cultusminister v. Puttkamer legt die Gründe dar, weßhalb in der Thronrede das Unterrichtsgesetz nicht erwähnt sei: man werde warten, bis Staat und Communalverbände die finanzielle Last würden tragen können. Regierungs- Commissär Burghardt rechtfertigt die Vorlage wegen Verwendung der Ueberschüsse aus den Reichs- steuern: die Regierung hatte die Zusage zu er— füllen, welche sie gemacht; dem sei durch die Vor- lage entsprochen. Rickert(gegen die Vorlagen) erklärt Namens seiner politischen Freunde, der Gesetzentwurf über die Verwendung der Ueber schüsse aus den Reichssteuern habe nicht die be— rechtigten Erwartungen erfüllt und sei nicht eine volle Einlösung der gegebenen Zusage. Die in voriger Session getroffene Vereinbarung war so verflanden, daß der Erlaß an Steuer stets in den Etat aufgenommen werden sollte. Jetzt aber sei ein mechanisches Geschäft des Finanz- Ministers intendirt. Redner wünscht die Ueberweisung auch des Gesetzentwurfes über die Verwendung der Ueberschüsse aus den Reichssteuern an die Budget⸗ Commission.— 8. Nov. Fortsetzung der ersten Lesung des Etats Minister Maybach bemerkt gegenüber den Klagen über Speculationen, welche die Verstaatlichung der Privatbahnen hervorrufen: wenn Jemand diese Speculationen beklage, so sei er es; aber es gebe kein Mittel, diese Specu— lationen zu verhindern, daß die Regierung den Speculationen fernstehe, brauche er nicht zu ver sichern. Was die Rentabilität der Staatsbahnen angehe, so ergäben dieselben Ueberschüsse von 62 Millionen Mark. Die Zinsen der gesammten Staatsschuld bezifferten sich indeß auf etwa 59 Mill. Was die Tarispolitik anlange, so gehe er auch bierbei von der Ansicht aus, daß die Tarife zum Besten des Landes dienen sollen. Er könne nicht zulassen, daß bie ausländischen Producte vor dem Inlande bevorzugt werden. Es handle sich darum, daß die Eisenbahnen aus dem Dienste der Speculation wieder zurückkehren in den Dienst des Landes. v. Heyden(Cons.) erblickt die Ursachen des gegenwärtigen Deficits in den un— zeitigen Steuererlassen und wird sosortige Steuer- erhöhung verlangen, sofern das Deficit durch die Reichefinanzreform nicht beseitigt werde. Redner erklärt im Namen seiner Parteigenossen, daß sie den Entwurf, betr. die Verwendung der Ueber schüsse der Reiche steuern acceptiren. Hüne(Centr.) macht den Liberalesmus für die Ueberbürdung der Bevölkerung verantwortlich und plaidirt thunlichst weite Apstriche. Er hofft auf das Zustandekommen der Eisenbahnvorlage, und begrüßt mit Freuden die Börsensteuer, fordert eine Reform der Stempel— steuer und befürwortet eine Ueberweisung des ganzen Budgets an die Budget-Commisssion. Miquel (Nat.-Lib.) weist die Vorwürfe Hüne's zurück und constatirt, daß das Centrum die extraordinären Ausgaben der letzten Jahre ebensowohl bewilligt habe, wie die Liberalen. Virchow spricht gegen den Etat, der ihm nicht als das geeignete Mittel erscheine, den Calamitäten abzuhelsen Das Ge— setz über die Verwendung der Reichssteuern sei unzulänglich und als constitutionelle Garantie nicht 1 ö ö 1 f ö minister Bitter erklärt, die vorgelegten oder noch vorzulegenden Gesetze hätten allerdings nicht die Absicht, einen liberalen Gedanken zu zeigen, son⸗ dern den Zweck, für das Wohl der Gesammtheit zu sorgen. Windthorst(Centrum) nimmt das Centrum gegen die Anschuldigungen von liberaler Seite in Schutz, motivirt die Haltung des Centrums bezüglich einiger Vorlagen und versichert, daß diese Haltung gegenüber concreten Vorlagen durch sach⸗ liche Erwägung dictirt werde. Die Discussion wird hiernach geschlossen. Das Haus ver weist nach dem Antrage von Hänel und Genossen den größten Theil des Ordinariums, das ganze Extra- Ordinarium und den Entwurf, betreffend die Ver wendung der Reichsüberschüsse an die Budget- Commission. — Auf die neue Emission von 30 Million Mark zu 4 pCt. deutscher Reichsanleihe wurden 147 Million Mark gezeichnet. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der Ein- lösungs Cours der in Silber zahlbaren öster— reichischen Eisenbahncoupons ist von heute ab auf 86.50 festgesetzt. Pest, 6. Nov. Das Unterhaus nahm die Dotation des Hosstaats unverändert mit über- wiegender Majorität an. Nur die äußerste Linke stimmte dagegen. Dieselbe hatte im Laufe der Debatte Anträge auf eine Reduction der Dotation und auf alljährliche Bewilligung durch das Par- lament eingebracht.— In Beantwortung einer Interpellation in Betreff eines angeblichen Ver- kaufs von Staatspapieren erklärte der Finanz- minister, er mißbrauche seine amtliche Stelle nicht zum eigenen Vortheile. Aus den mehrseitigen Erklärungen in der Presse gehe der wahre Sach- verhalt hervor. Er übernehme die vollste Ver— antwortung. — 8. Nov. Der Wehrausschuß des Abge⸗ ordnetenhauses nahm die Vorlagen über die Fest⸗ stellung des Heeresstandes für 10 Jahre, sowie über den jährlichen Truppencontingent an. Frankreich. Paris. Das„Journ. officiel“ veröffentlicht ein Deeret, wodurch die Kammern auf den 27. November einberufen werden. — 9. Nov. In der gestrigen Sitzung des Municipalraths erklärte der Seinepräfect, säment⸗ liche kongreganistische Schulen würden vor dem 1. October 1880 in Laienschulen umgewandelt sein. — Das Journal„Estafette“ bezeichnet die Nachricht, daß Prinz Jerome Napoleon sich eine Hofhaltung einrichte, als unbegründet und erklärt, der Prinz beschäftige sich nur mit seinen Kindern und lebe zurückgezogener als je zuvor. Großbritannien. London, 7. Nov, Die„Times“ erfährt, Musurus Pascha babe Lord Salisbury versichert, die auswärtige Politik der Türkei sei unverändert. Der Sultan wünsche sehnlichst, die der britischen Regierung veisprochenen Reformen auszuführen. Es werde wohl thunlich sein, Oberst Baker zum Gendarmerie Chef in Armenien zu ernennen. Er hoffe, die von Eng- land angeordnete Flottenbewegung werde für un- nöthig befunden werden. Lord Salisbury habe erwiedert, die britische Regierung könne einen neuen Verzug nicht dulden. Unter der gegenwärtigen indolenten Leitung müsse das türkische Reich in Stücke fallen. Die britische Regierung verlange Thaten und keine Worte, werde aber in Anbe— tracht der Versicherungen des Botschafters vor- läufig warten. In Folge des Austausches dieser Erklärungen erhielt die Pforte die Anzeige, daß die britische Flotte beordert sei, nicht nach der Bai von Vyrla zu gehen. — Der Werthbetrag der Einfuhr im October ergibt eine Zunahme von 273,426 L. gegen das Vorjahr, die Ausfuhr eine Zunahme von 443,973 L. — Eine amtliche Depesche berichtet, das Ge rücht von der Desertion afghanischer Regimenter in Herat entbehre der Bestätigung. Jakub Khan sei thatsächlich von den Truppen in der Citadelle gefangen gehalten. Italien. Rom. Dem„Tageblatt“ wird von hier telegraphirt:„Fanfulla“ meldet: der anzusehen. Man sselle neue Lasten in Aussicht, Cardinal Hohenlohe geht nach Pegli, um Namens ohne gleichzeitig Erleichterungen zu bieten. Finanz- des Papstes den deutschen Kronprinzen und die 23. Fr. Jung, Landwieih von Klein- Anden, Kronprinzessin zu begrüßen und sie zu einem Bee „Fanfulla“ be⸗ bauptet jedoch, der Kronprinz sei nicht genelgt, sein Incognito aufzugeben und meldet schließlich, such des Vaticans einzuladen. der Kronprinz gehe Ende dieses Monats auf einige Tage nach Berlin zurück; den Rest des Winters werde er aber in Italien verleben.— Die beab⸗ sichtigte Conferenz iialienischer Botschafter scheint aufgegeben zu sein; Graf Launap ist wieder nach Berlin abgereist. Serbien. Belgrad. Das„Amtsblatt“ veröffentlicht den Abschluß einer provisorischen Handels Convention mit Belgien auf Grundlage der Meistbegünstigung. Rußland. Petersburg. Lemberger Blätter bringen die aus russischen Zeitungen entnommene Notiz, welche also die russische Censur unbean⸗ standet passirte, daß in der Richtung von Joan- grod die Fortifikationen eifrigst fortgesetzt werden. Vier neue Forts werden am rechten Weichselufer bei Stenzyca, Mierzviegze, Massyn und Skoki und zwei am linken Weichselufer aufgeführt. — Die„Agence russe“ weist die Besorgnisse des Publicums wegen einer eiwaigen Demonstration der englischen Flotte zurück und sieht in den Aus- lassungen der„Nordd. Allg. Ztg.“ den unwider⸗ legbaren Beweis für den friedlichen und defen⸗ siven Charakter des deutsch-österreichischen Einver⸗ nehmens, in dessen Rahmen alle friedlichgesinnten Mächte eintreten könnten. Unter diesen aber stehe Alle Gerüchte über Rußland in erster Reihe. russische Truppen⸗Concentrirungen an der deutschen Grenze seien daher kategorisch für unbegründet zu erklären. Australien. Sydney. Die Ausstellung übt große Anziehungskraft aus und Besucher kommen aus den benachbarten Colonien und vom Auslande an. Das Arrangement der verschiedenen Höfe und Gärten des Auestellungspalastes ist jetzt vervollständigt. Eine internationale Schiffsschau wird jetzt in Verbindung mit der Ausstellung abgehalten. Aus Stadt und Land. Friedberg. Wir machen auf den Sternschnuppen⸗ sall in den Nächten vom 11. bis 14. November aufmeik⸗ sam. Es handelt sich um das Aufleuchten von Meieoren, die an dem mondlosen Himmel zwischen den funkelnden Sternen ihre Lichtstreisen zieben. 3 I. Hungen. Am 16 November findet dahier im Solmser Hof eine Versammlung des Lan despferdezucht⸗ Vereins statt, auf welche wir die Oeconomen der Umgegend auch an dieser Stelle noch besonders aufmectsam machen wollen. Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes darf eine zahlteiche Betheiligung der Pferdezüchter, überhaupt der Oeconomen des ganzen Landes, namentlich aber aus unserer Wetterau, sicher erwartet werden. E. Heldenbergen, 8. Nov. Eine Kalastrophe, schtecklicher als die jüngste, ereignete sich heute an der hüstgen Eisenbahnbrücke. Die zwei ersten mit Backsteinen gewölbten Brückenbogen stürzten auf bis jetzt noch nicht erklärte Weise plötzlich ein. Acht Arbeiter sind iodt und vier verwundet. Die sofort eingeleitete technische und ge⸗ richtliche Untersuchung wird hoffentlich zu dem Resultat führen, Den zu ermitteln, den die Schuld an diesem neuen räßlichen Unfall trifft. 1018 1 Marten Dieser Tage schied der seitherige Direclot des Landeszuchthauses, Major Scriba, aus seiner Stellung, die er 10 Jahre lang mit innerer Hingabe und välerlicher Sorgfalt bekleidete. Gerne würde er auf diesem vetantwortungs reichen und mühevollen Posten noch länger ausgehartt haben, wenn ihm nicht körperliche Leiden ole Ausübung seiner Functionen nahezu unmöglich gemacht hätten. Als Director der Strasanstalt war Major Scriba dem gesammten Beamtenpersonal ein freundlicher und hu⸗ maner Vorgesetzter, den Sträflingen eln milder, gerechter und väterlicher Strafvollzugsbeamter. 158 E Die Schwur gerichte verbandlungen ür Ban IV. Quarlal 1879 nehmen am 8. Dez. ihren, e Als Geschworene sind für diese Periode besiüimmt: 1. B. Sprenger von Kirlorf, 2. H. Weitzel I., Bürgermeister von Kaichen, 3. E. Lutz von Heinbach, 4. E. Wasserschleben, Nate in Gießen, 5. J. Lisim aun, Schildwirih von Blitzenrod, 6. K. Mönch von Homberg, 7. B. Sunth 11. Miche, luchsabrikant von Lauterbach, 8. A. Rolhschild von Ober⸗ [Seemen, 9. Chr. Dörr IV., Weißgerber von Geündeeg, 10. H. Schudt, Müller auf der Görbelbeimer Mühle, 11. Schmidt, Bürgermeister von Bermuihsgain, 12. M. Hart, mann, Färber von Grünberg, 18.. Jung II., Finch händler von Heuchelheim, 14. K. M. Wenzel von Butz bach, 15. K. Becker I., Gerber von Gießen, 16. A. Bingel, Beigeordneter von Gambach, 17. E. Hahn III. Landwielh von Annerod, 18. Fr. W. Möller, Kaufmann von Lauler⸗ bach, 19. J. Desch VII., Lindwirth von Wetzeleld. 20. Ty. Füg, Landwirth von Lan deubausen, 21. G. Reitz, Bürgermeister von Södel, 22. W. Seen ed A habiet 7 4 Schön gaben lam gerichte U Tüdiung baburch d ben als g. ö gusichtiat — Oesängniß Geng hell deehe mil det de vihtend! beschasnigt hoch int lichten ad füt ibren Jiwilentich — Ftan tüchte oll Fraͤulem beimgesuc in denken allein als dern auch fein fell dolh (biker un der Ermo gesänglich suchung Nur Escadron ber alien 37500 OGürtl abgeschlo ihrer Ha 25. Nov lfd. J.. unter V Theilung als sonst Bad 3754 8 Friedberg Omnibus geführt kommen. 3 Vom Nr. 28, von Frie furt ant, Filedbeg; get Bläum alnomntgt t unbtog. den Jos. t werden. dacselufer ad Skoki Wan. Sceiguse nenstanon 1 der Aus. en nnen und disen⸗ den Einda ⸗ uch gesinnte u abet sithe rüchte üg tt deutscher nabegtündtt Aueftlunz n Oesuchn n nd des tr chiedenn rt ist jeg Sch ssesche Ausfillaig — 1 usa meren/ tr aufm u Neiteten, 1 unkelnden ez te Lag bam 484 ut dt daf„ bethaupl Nl 3 det ut Ktufteg. Nult 11 1 anne u beackie 61 N Gießen, 26. A. W U;. Gastwirih von Bü 27. B. Schwarz, Kaufmann von Reschelsbeim, len, 8. J. Deckenbach von Nieder- Scemen, 29. K. Geisler, Landwirth von Lollar, 30. G. Waldschmidi I., Gemeinde 0 rechner von Leihgestern. Mainz. In dem benachbarten Gonsenheim schaukelte letzten Sonntag ein Kind das in der Wiege liegende Beüder— chen und zwar so, daß schließlich die Wiege mit dem Kinde umfiel. Die Mutter die sich in der Küche befand, bekam dadurch einen Schrecken, der so nachtheilig wirkte, daß sie gestern Morgen starb. Worms, 7. Nov. In Sachen des am 2. Januar d. J. dabier xplodirten Dampfkessels der Mühlendesitzer Baruch 4 Schönfeld, bei welcher Gelegenheit fünf Personen ums Leben kamen, wurde beute von der Strafkammer des Land— gerichts in Mainz das Urtbeil gesällf. Wegen fabrlässiger Tödtung durch Kesselexplostion hervorgerufen, welch letztere dadurch verursacht wurde, daß die beiden Beschuldigten den als gefährlich gekinnten Dampfkessel nicht gehoͤrig be— aussichtigt baben, wurde Angeschuldigter Baruch zu einer Gefängnißstrafe von 6 Monat und Schönfeld zu einer Gesängnißstrafse von 9 Monat veturtteilt. Letzterer er⸗ hielt deshalb eine böbere Strafe, weil er sich haupssächlich mit der lechnischen Leitung des Geschäfts zu befassen hatte, während Baruch sich nur mit dem kaufmännischen Theil beschäftigte. Form aufgetreten und sind über zehn Prozent ärzilicher Bebandlung. Breslau, 8. Nov. Der Berliner Expreßzug ist heute Nachmittag bei Bahnhof Gassen enigleit. Die Bahn ist gesperrt. Ein Verlust an Menschenleben iß nicht zu beklagen. Verloosungen. 3 pCt. Oldenburgische Thlr. 40⸗Loose von 1871. Ziehung vom 1. November 1879.— Heimzablung am 1 Februar 1880. Nr. 28156 e. 30000. N. 37489 M 1500. Nr 8004 28774 54954 M. 600 Nr. 20927 32660 41366 99700 108073„ M. 300. Nr 15181 16594 17953 21539 43009 69967 73646 78500 10 116068 3 M. 180. Nr 2754 7666 10089 478 11280 18353 20217 21036 683 22686 941 23045 24130 27100 28726 82 31437 84 783 33659 34979 36063 37009 421 515 51 40125 41321 42977 46909 47654 48021 50506 51356 52777 53668 54748 55292 56139 253 57381 916 98 58390 59505 888 60311 838 61304 62223 63984 64520 36 65740 960 68294 69014 169 70099 72024 75020 295 76493 77631 78692 79548 63 80050 81698 82317 85568 615 86051 87489 91119 92547 93043 171 272 549 95863 99625 106938 107310 109974 110590 937 111364 929 112610 114821 118644 à M. 120. ö Die Liste epide in der Cöln⸗ Mindener Elsenbahn⸗ Nach diesem Urtbeilsspruch werden sich nun Prioritäts Obligatronen, die wir mangels Raum Alles per 50 Kilo. lerbsen 100 a3. 28— 32, gest 4 e Erbsen 30— 36, Bohnen 24— 28, Linsen 3450, Kartoffeln M 6—8, Roggenmehl 23.50— 29, Roggenschrot 23— 24 50, Weizen⸗ mehl 23 46. Ochsenfleisch 65-70 Pig, Ninpfleisch 50 Pf., Kubfleisch 50-60 Pf. Kalbfleisch 50—55 Pf., Hammel- und Schaffleisch 48—65 Pf, Schweinefleisch 60 bis 70 Pf. Weißkraut 100 Stück 750 10 M., Blumen⸗ kohl 25—60 Pf, Wirsing 8— 10 Pf., Rothkraut 10 bis 20 Pf., Kohlrabi 2—6 Pf., Gelbe Rüben 2—3 Pf. das Bund, Zwiebel 50 Kg. M. 1— 1.20, Aepfel zum Keltern M. 5 50-6. Ein Hahn M. 0.70 1 30, ein Huhn M. 1— 1.60, eine Ente M. 1.50— 2.30, eine ans M. 5 50—10 eine Taube 40—50 Pfg. 1 Feld⸗ buhn 1502.20. Hase M. 3.50—4. Mainz, 7. Nov. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo . 7.—7.50 Stroh 50 Kilo M. 1.80— 2 Heu 50 Kilo M. 2.50—2 70 ¼ Hundert Eier M. 1.40 1.60, Butter ein Pfund 80— 85 Pf., Butter in Partien 1 Pfund 70 bis 75 Pf. Ein Huhn M. 1.— 1.20 ein Hahn M. 1 bis 1.40, eine Ente M. 2.—2 25, eine Gans M. 4.58 vis 5.50 ein Hase M. 3.70—3.90, Weißkraut ein Stück 15 20 Pf., Rotbkraut 15 20 Pf., Wirsing 3—4 Pf., Blumenkohl 20 30 Pf., Hanckäse ein Stück 6—8 Pf. Zwiebeln ½ ä Kilo 8—9 Pf., gelbe Rüben 3—4 Pfg., Weißerüben 3—4 Pf. Ochsen 1. Qual. M. 66, 2 Qual. M. 60., Kühe 1. Qual. M. 54., 2. Qual M 46 Kälber wurden bezahlt mit 50 bis noch eine Reibe von Civilproz ssen auf den biesigen Ge. nicht bringen konnen, kann auf unserem Bureau ein- 60 Pf. per ½ é Kilo und Schweine mit 55 65 Pf. per richten abspielen. Eine Wutwe aus Frankenthal verlangt für ihren bei dieser Kalasttopbe verunglückten Mann eine Civilentschädigung von 25,000 Mark. Allerlei. Frankfurt, 7. Nov. Nach einem umlaufenden Ge⸗ rüch e sollen die Mörder der vor fünf Jabren ermordeten Fräulein Frey entdeckt sein. Ein von schwerer Krankbeit heimgesuchtes Individuum, an dessen Genesung nicht mehr zu denken ist, soll sich dem Seelsorger gegenüber nicht allein als Tyeilbaber an dem Verbrechen bezeichnet, son⸗ dern auch seinen Genossen, dessen Verhaftung schon ersolgt sein soll angegeben haben. Holzbausen a. d. L. Die beiden Strohbecker H. (Vater und Sohn) sowie der H. G. von hier, welche als der Ermordung des Fötsters Schneider von bier verdächtig gesänglich eingezogen gewesen, sind gestern aus der Unter, suchung wieder entlassen worden. München. Hier ist unter der Mannschaft der zweiten Escadron des dritten Chevauxleger Regiments, welche in der alten Isarkaserne untergebracht ist, der Typhus in gesehen werden. Handel und Verkehr. Friedberg, 8. Nov. Wochenmarkt. Butter kostele per Pfd. im Großen 90 Pf., im Detail M. 1., Eier per Stück 8 Pf. Gleßen, 8. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete Butter per Pfund M. 0.90— 1.05, Eier per Stück 7 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben das Paar 50—60 Pf., Hühner per Stück 50—80 Pf., Hahnen per Stück 50—90 Pf., Enten per Stück M. 150, Gänse M 1.70— 5.50. Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.50 6.50, Weißkrout, 100 Stück M. 3.—8. Zwiebeln per Centner M. 6.—7., Ochsenfleisch per Pfund 70 Pf., Kub⸗ Rindfleisch 50— 56 Pf. Kalb fleisch 5054 Pf., Hammel⸗ fleisch 50—60 Pf., Schweinefleisch 60 Pf., Truthahnen per Stück 6—7 M. Frankfurt, 8. November. Heu- und Strohmarkt. Heu kostete je nach Qual. M. 2— 3.40, Strob M. 2 bis 2.70. Butter im Großen 1. Qual. 1 M., 2. Qual. 90 Pf., im Detatl 1. Qual. M. 1.25 30, 2. Qual. M. 1.15—20 Eier das Hundert M. 6.50 8.20 ganze und 1½ Kilo lebend Gewicht. Kilo M. 23.90. M. 15.10 Marburg, 8. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0 90—1. Eier per Stück 7 Pf., Käse per Stück 8—10 Pf. Zwiebeln per Pfd. 8 Pf. Tauben das Paar 50—70 Pf., Hähnchen das St. 100—120 Pf., Hühner das Stück M. 0.80— 1, Enten das Stück M. 1.40— 1.70. Rothkraut per Kopf 10— 25 Pf., Kartoffeln per Korb M. 1.40— 1.60 Kohlrabi 2—3 Stück Fruchtpreise: Weizen per 100 Korn M. 18.40, Gerste M. 19, Hafer 10 Pf. Weißkraut per Kopf 3—6 Pf., do 100 Stück M. 2.— 3. Hasen per Stück M. 3.— 3.50, Gänse per Stück M. 3.— 5.50. Geld- Cours Frankfurt am 8. November 1879. 20 Frankenstücke. l M. 16 11— 15 do. in ½„ 16 11 15 Englische Sovereigns 8 20 25—30 Russische Imperiales„ 186 69—70 Ducaten. 9 60-65 Dollars in Gold l N g ö 5 2 4 18—21 Bekanntmachung. 3750 Einwendungen gegen das zwischen Christoph Gürtler II. in Bad⸗ Nauheim und seinen Gläubigern abgeschlossene Arrangement, wonach letzte ibrer Hauptgeldforderung, zahlbar mit 2½ Procent am 25. November l. J. und mit 2½ Procent am 1. August lfd. J. erhalten und wofür sich die Frau des Ersteren unter Verzicht auf die Einrede der Vorausklage und Theilung verbürgt hat, sind binnen 14 Tagen vorzulegen, als sonst das Arrangement bestätigt und vollstreckt wird. Bad Nauheim den 22. October. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Allwohn. 754 Vom 17. d. Mts. ab wird in den auf der Strecke Friedberg Frankfurt der Main⸗Weser⸗Bahn coursirenden Omnibuszügen neben der III. auch die IV. Wagenklasse geführt werden, dagegen die II. Wagenklasse in Wegfall kommen. 5 Vom gleichen Zeitpunkte an wird der Omnibuszug Nr. 26, welcher setzt Nachmittags 4 Uhr 9 Minuten von Friedberg abfährt und 5 Uhr 47 Minuten in Frank furt ankommt, Nachmittags 2 Uhr 22 Minuten von Friedberg abgehen und 4 Uhr in Frankfurt eintreffen. Das Näbete ergeben die ausgehängten Tarife und Fahrpläne. Cassel den 8. November 1879. Rönigliche Direction der Maln-Weser Bahn. Aufforderung. Alle Diejenigen, welche noch Gelder an die Gräflich zu Nantzau'sche Kasse zu Ziegenberg zu entrichten haben, werden hierdurch aufgefordert, solche bis zum 17. Nov. b. J. zu berichtigen, indem von da ab gegen jeden Säumigen das Zwangsverfahren eingeleitet wird. Ziegenberg den 7. November 1879. Die Verwaltung: Sommerlad. 3747 244 5 ien 8 f Versteigerungs-Anzeige. Freitag den 21. November, Vormittags 10 Uhr, wird eine in dem Hofe des Herrn Pachter Neuhardt zu Beienheim stehende Locomobile daselbst öffentlich meist— bietend gegen Baarzahlung versteigert. 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