1879. Donnerstag den 7. August. Oberhessischer Anzeiger. en Wird hier und in Nauheim Wontag, Mittwoch und 5 5 ö; Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags W 4. Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg. 1 Donnerstags 1 e 1 Nadchen 131 Der Date Die einspaltige Petitzelle wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Druck 1 „ ein Ekel 1 2 4 1 Neiniz 1 Amtlicher Theil. che Setreffend: Statistische Ermittelun l i ö J etreffen r ung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernte— f i 9 Ertrags im deutschen Reich im Jahr 1879. ee 3 Friedberg den 30. Juli 1879, 5 0 Die Aufstellung der Ernteerträgnisse des Jahres 1879 hat in der— erlben Weise, wie dies im Jahr 1878 erfolgt ist, stattzufinden. Indem dir daher auf unsere Verfügung vom 22. Mai und auf das Ausschreiben om 29. Mai vorigen Jahres, in Nr. 66 des Oberhessischen Anzeigers on 1878, Bezug nehmen, benachrichtigen wir Sie, daß Ihnen mit nächster dost je zwei Exemplare des Formulars A. und B. zur Ausfüllung zu⸗ chen. Das eine dieser Formulare ist als Concept zu benutzen und bei Ibren Acten zurückzubehalten; das andere ist längstens bis zum 1. Nov. aufenden Jahres an uns einzusenden. Ein Eintrag des Flächengehalts lach Haupt⸗Culturarten, auf Grund des Centralkatasters auf Seite 1 des Formulars A., ist diesmal unterblieben. Bei Durchsicht der vorjährigen kufstellungen sind die nachstehenden Fehler und Irrthümer constatirt worden: Mehrfach findet sich für eine und dieselbe Fruchtart in Formular A, meine indere Anbaufläche angegeben als in Formular B.; in andern Fällen ithält Formular A. einen Eintrag, aber Formular B. nicht, oder es athält Formular B. einen Eintrag, der in Formular 4. steht, oder Formular A. gibt die Anbaufläche für Sommerfrucht, Formular B. aber fir Winterfrucht an und umgekehrt. Uebereinstimmung der Größe der N- Shun Unbaufläche derselben Fruchtart in beiden Formularien A. und B., d. h. „ n lchtige Uebertragung aus Formular A in die bezüglichen Stellen des 2 11 Formulars B. ist daher Erforderniß für die richtige Aufstellung der Ueber— Essig scht der Anbaufläche. Nach II. 1. der„Bestimmungen“ soll eine Ermittelung der Ernte; tl Leonbart brträge für alle Feüchte, für welche die Anbaufläche festgestellt wird, 4 bern auch die Nebenfrucht und die Grünfutter nutzung und nicht r engenommen werden, und zwar ist dies nicht um für die Haupt- son- tar für die Ernte an Körnern, Samen c., sondern auch an Stroh, Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. manchen Gemarkungen bei einzelnen Früchten ꝛc. zwar die Größe der An- baufläche, aber kein Ertrag angegeben worden und zwar zeigten sich diese Auslassungen nicht nur bei Hauptfruchtarten, sondern auch und noch in höherem Maße bei Nebenfruchtarten. Was die auf mit Getreide und Hülsenfrüchten angebauten Flächen geernteten Grünfuttermengen be— trifft, so sind diese in Formular B. unter I. a.(Getreide und Hülsenftüchte) in der letzten Stelle, deren Kopf infolge eines Druckversehens statt„zu— sammen also, mit Einfluß der zu Samengewinn benutzten Flächen“:„zu- sammen also, mit Einschluß der Grünfutterflächen“ heißen muß, mit ein- zutragen.— Nicht selten ist zwar der Körnerertrag angegeben worden, aber es fehlt der Ertrag des Strohs 1c. Bei Lein(Flachs) und Hanf waren ferner die Einträge nur in den wenigsten Fällen vollständig. Meistens war nämlich entweder nur ein Ertrag an Samen oder nur ein Ertrag an Bast angegeben. Auch hatte sich die Aufnahme bei Hanf und Flachs mitunter auf die Angabe beschränkt, daß der Flachs oder Hanf gehechelt ꝛc. worden sei, ohne daß(außer etwa der geernteten Samen- menge) das Gewicht der Ernte an Bast, Stengel ic. in den entsprechenden Spalten des Formulars B. eingetragen worden wäre. Erforderniß für richtige Aufstellung der Uebersicht der Ernteerträgnisse ist jedoch, daß zu jeder Anbaufläche auch ein Ernteertrag angegeben wird. Sollte sich er— geben, daß aus irgend einem Grunde auf der angebauten Fläche kein Ertrag erzielt wurde, so ist dies in jedem einzelnen Falle durch eine Bemerkung zu erläutern.— Endlich sind mehrfach tragbare Obstbäume gezählt worden, von welchen der Ertrag nicht angegeben worden ist. Auch hier ist eintretenden Falls durch eine Bemerkung der Ausfall zu erläutern. Sie werden darauf achten, daß die diesjährigen Aufnahmen von solchen und ähnlichen Mängeln befreit bleiben. — 1*. seu, Bast ic. zu verstehen. Dem entgegen ist im Jahr 1878 in Dr. Braden. 1 118 bai! 5 5 2 5 4 1 ee u ehe Polizei- Reglement für die Stadt Vilbel. bplett Letreffend: Die Führung von Fremdenbüchern Seitens der Gastwirthe. Frebtebtt Nach Vernehmung des Orts vorstandes von Vilbel wird mit Ge- oder durch den Gast eintragen zu lassen: 1. Namen, 2. Gewerbe, 3. Heimatb, 5 u hmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 4. Alter des Gastes und weiter, falls derselbe unter 26 Jahre alt sein sollte 0 Pf., 0. Juni 1879 zu Nr. M. J. 5300 nachstehendes Polizei⸗Reglement für[ 5. Namen, 6. Wohnort, 7. Stand oder Gewerbe der Eltern desselben, de Stadt Vilbel erlassen: außerdem aber jedesmal in besonderer Rubrik„Bemerkungen“ 8. ob der 5 f§. 1. Gastwirthe, welche sich mit Beherbergung Dienst? oder Gast Legitimationspapiere besitzt oder nicht. Hat der Gast Legitimations- n Engl Lubeitsuchender oder solcher Personen befassen, welche ein Gewerbe im papiere, so ist von dem Gastwirth zu bescheinigen, daß solche mit den Ein— 5—. Ii bumherziehen betreiben, dessen Ausübung nach 5. 59 der Gewerbe-Ordnung trägen des Fremdenbuchs übereinstimmen. eee, ener besonderen Erlaubniß der Ortspolizei-Behörde bedarf, find gehalten,§ 4. Der Gastwirth ist gehalten, jeden Vormittag bis längstens ns emdenbücher zu führen. 10 Uhr, einen Auszug der am vorhergehenden Tage in das Fremdenbuch 7 f§. 2. Die Fremdenbücher müssen vor Ingebrauchnahme von der gemachten Einträge, der Ortspolizei-Behörde zuzustellen. Ib 40 Dttspolizei⸗Behörde mit fortlaufenden Seitennummern und auf der letzten§. 5. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der§§H. 1—4 18 Seite mit dem Vermerk versehen werden: Dieses Fremdenbuch, für den dieses Reglements, falsche Angaben oder falsche Einträge Seitens der * Abs eftwistc)h zu Vilbel, im Kreise Friedberg, ist von der unter-] Gäste oder des Gastwirths bezüglich der in F. 3 des Reglements er- i hächneten Großherzoglichen Bürgermeisterei mit fortlaufenden Seitennummern wähnten Punkte, sowie die Ablieferung unvollständiger oder falscher Aus- 5„n 1 bis.., versehen und dem Gebrauch übergeben worden züge aus dem Fremdenbuche an die Ortspolizei- Behörde(§. 4),§. 363 Ttubon ö Vilbel den 18 Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel,] des Straf-Gesetzes erfolgen kann, mit Gelostrase bis zu 10 M. geahndet. 1§. 3. Der Gastwirth, welcher zur Führung eines Fremdenbuchs Friedberg den 28. Juli 1878. ald Bere guach§. 1 dieses Reglements verbunden ist, hat sofort bei Aufnahme eines Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 5 1 J 0 astes zur Beherbergung über Nacht in das Fremdenbuch einzutragen Dr. Braden. 1——— ach 1 4 Bekanntmachung. n Wegen der Gerichtsferien fallen die Amtstage in der Zeit vom 15. August bis 30. September aus und werden waͤhrend dieser Zeit nur ce ee verhandelt. 1 1879 Oroß 1 1 Friedberg den 4. Augu 0 roßerzoͤgliches Landgericht Friedberg. ter sa N Allwobn. Berlin, Deutsches Meich. Darmstadt. Die Kaiserin von Rußland r i tird gutem Vernehmen nach am 12, d. M. zu 1 ingerem Aufenthalt in Jugenheim eintreffen. — Darmstadt. „ Inneischule zu Hannover, Im außerordentlichen Professor bei der medicinischen dacultät der Landes- Universttät ernannt. — 4. Aug. [Ernennung des Feldmarschalls v. Manteuffel zum für Inneres, Cultus und Unterricht, Contre- Admiral Batsch hat, wie Statthalter von Elsaß Lothringen und des seit— der„Weser-Ztg.“ aus Wilhelmshaven mitgetheilt herigen Unterstaats⸗Secretärs Herzog zum Staats- wird, bereits sein Commando verlassen, um die Secretär des Ministeriums für Elsaß Lothringen ihm zuertheilte Strafe anzutreten. Der Repetitor an der Thier weiligen Wahrnehmung der Geschäfte des Stations- Prädicate Excellenz. Zu Dr. Eichbaum, wurde Chefs ist Contre- Admfral Berger betraut. Der„Reichs- Anz.“ publieirt die Geheime Ober-Regierungsratb v. Pommer ⸗Esche Mit der einst⸗ mit dem Range eines Staatsministers und dem Unterstaats-Secretären und Abtbeilungs Vorständen sind ernannt: der Generol- — — Advokat v. Puttkamer(Colmar) für Justiz und der bayerische Ministerialralh Mayr für Finanzen und Domänen. — Der„Reichs- Anz.“ schreibt: Der König bat, um seiner Anerkennung der treuen Dienste, welche ihm und der Monarchie der Staatsminister Falk in seinem bisherigen Amte mit aufopfernder Hingebung unter schwierigen Verhältnissen geleistet bat, in der Familie forterbende Erinnerung zu geben, dem einzigen Sohne des Ministers Falk den Adel verliehen. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Nach Berichten aus Silistria ist die Räumung Bul- gariens seitens der Russen nunmehr vollkommen bewerkstelligt worden. Gastein. Die Ankunft des Kaisers von Oesterreich hierselbst zum Besuch des Kaisers Wilhelm wird am 10. Aug. erwartet. Nancy, 5. Aug. Die feierliche Enthüllung des Standbildes Thiers' fand unter sehr großer Theilnahme der Bevölkerung statt. Fünf glieder des Ministeriums und viele parlamentarische Notabilitäten wohnten der Feierlichkeit bei. Jules Simon kennzeichnete in seiner Gedenkrede den Ruhm Thiers' als Geschichtsschreiber und Staats- mann. Er habe den Krieg zu verhindern gesucht. Während des Krieges habe er sich bei Europa für Frankreich verwandt. Als er zur Macht ge— langt sei, habe er drei große Kämpfe zu bestehen gehabt, gegen die Commune, gegen den Feind und gegen die Nationalversammlung. Nach Jules Simon hielt der Minister des Innern Lepere eine Rede, worin er erklärte, die Regierung sei an- wesend, um eine glänzende Huldigung demjenigen darzubringen, der den ruhmreichen Titel eines Befreiers des Landes verdiene. Großbritannien. London. Meldungen aus der Capstadt vom 15. Juli. Generalmajor Crealock verbrannte Undine und Magwere. Mehrere bedeutende Häuptlinge haben sich ergeben. jetziger Jahreszeit wird kein erneuter Vormarsch erwartet, da die Transportschwierigkeiten sich steigern. Freiwillige sind beordert, Cetewayo den Rückzug abzuschneiden. — Das„Reuter'sche Bureau“ meldet aus Capetown vom 15. Juli: General Chelmsford hat seine Demission gegeben und ist nach Durban zurückgekehrt. Spanien. Sanct⸗Sebastian. Die Infantin Maria del Pilar, Schwester des Königs Vie d 5 f 4 ugs Victor Meyer in Gemeinschaft mit seinem Assistenten, reiten Alphons, starb heute Morgen in Folge eines Herrn Karl Meyer, nach der„3. 3.“ mit einer Unter. Landvolk zu verb ö suchung über die Frage, ob die chemischen Elemente dur. 0 f ö ch Frage, o che misch 0 N anftalen das Material unentgeltlich geliefert wird. Arbeit hat er zunächst die Elemente Sauerstoff, Diese Einrichtungen sind dort fast allgemein und Schlaganfalls. Bulgarien. Sofia. Von Seiten der Regierung wird mitgetheilt, daß die beschränkte Art von Belagerungs-Zustand, welcher von der bulgarischen Regierung über Varna und einige Bezirke der Departements Tir- nowa und Rustschuk verhängt worden ist, durch das von Räuberbanden beurlaubter türkischer Soldaten getriebene Unwesen veranlaßt Derselbe trägt den Charakter einer reinen Prä— ventionsmaßregel. Auch durch Baschibozuks und selbst durch reguläre türkische Truppentheile finden unausgesetzt Grenzverletzungen, Plünderung und andere Gewaltthätigkeiten statt. Fürst Alexander wandte sich deshalb telegraphisch an die Pforte in Constantinopel. frei geben zu wollen, diesem Unterrichte möglich wird. säumie nachzuholen. Aus Stadt und Land. W. Friedberg. Im Jahre 1877 ging die Großh. Cenitalstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein mit dem Plane um, die größeren Handwerkerschulen des Landes durch weitere Geldbeuräge zu unterstützen und ste in sog. erweiterte Handwerkerschulen zu verwandeln. Fried⸗ berg war ursprünglich nicht unter den in Aussicht ge⸗ nommenen Osten; allein der Vorstand der hiesigen Hand⸗ werkerschule glaubie im Interesse Friedvergs und besonders des hiesigen Handwerkerstandes zu handeln, wenn er mit allen Mitteln dahin strebte, eine solche Vergünstigung auch zu erlangen. Nach vieler Mühe und besonders durch das freundliche Entgegenkommen des hiesigen Stadtvorstandes und des Vorstandes des Mathildenstifts wurde es möglich, die nöthigen Geldmittel, schöne Lokale und geeignete Lehr⸗ kräfte zu beschaffen. Wenn man nun aber erwartet halle, daß die jungen Handwerker mit Freuden von dieser Ein⸗ richtung Gebrauch machen würden, so fühlte man sich bald enuäuscht. Nur mit vieler Mühe gelang es, wenige Schüler, obgleich für diesen Unterricht gar kein Schulgeld bezahlt wird, also Kosten kaum damit verknüpft find, zu gewinnen. Auch bis jetzt bat die Schülerzabl nicht zuge' seinen Garten einrichten. Vorstand sich in seiner letzten Sitzung ernstlich mit der Frage beschäftigen mußte, ob unter diesen Umfländen die erweiterte Schule nicht ganz aufzuheben sei. Eventualität sehr zu bedauern wäre, wird Jeder leicht ein⸗ sehen. Denn ist sie einmal aufgehoben, so wird es kaum jemals möglich werden, sie wieder einrichten zu können. Wir möchten darum noch einmal das dringende Ersuchen an die Meister in Friedberg und der Umgegend richten, doch ihren Lehrlingen und Gesellen, durch Fleiß und Tüchtigkeit im Geschäfte beweisen, daß solche Müde an ihnen nicht verloren ist, die nöthige Zeit — an zwei Nachmittagen der Woche je 3 Stunden— damit ihnen die Daß diese worden. von dem Engländer Locke empfohlen, welcher dieselbe namentlich für junge Leute von Stand für Rousseau besonders solchen, die Mensch zur Einfachheit der müsse, den Stand des Landwirths besonders be⸗ neidenswerth. Semler, Francke, Pestalozzi Tbeilnahme an und namentlich die Philanthropen bezogen Garten⸗ Dutch größere Tüchtig⸗ arbeiten in ihr Erziehungssystem Die Beschäftigung mit nommen, sondern sie hat sich noch vermindert, so daß der Gartenbau ist schon lange von Pädagogen als eine gute und nützliche für die Jugend anerkannt Bereits vor sast 200 Jahren wurde sit angemessen hielt. in seiner So fand auch J. 3. Anforderung, daß der Natur zurückkehren mit ein; und keit wird es jedenfalls möglich werden, das scheinbar Ver⸗ wenn J. H. Campe in seinem Leben gemeinsam Hoffen wir, daß diese Andeutungen genügen, recht bald eine genügende Schülerzahl zu erlangen, damit die Frage der Aufhebung der erweiterten Handwerker⸗ eine thümliche von der Wäsche durchnäßten Sack auf dem Rücken tragend, einem patrouillirenden Gendarmen geradezu in die Hände lief. Gießen. Am 6. October a. o. seiert der Rabbine Gleichwie ihm zur Zeit seines Doctor— jubiläums am 7. Nov. v. J. zahlreiche Beweise der Hoch⸗ schon jittzt und ist man bestrebt, die so seltene Feier zu einer angemessenen und würdigen zu gestalten. Romrod. Unser Städtchen ist schon seit einigen Tagen in fteudiger Bewegung, um welcher einige Tage hier seinen Aufenthalt bei seinet Ankünst sestlich zu empfangen. Der Krieger— verein trifft hierzu Vorbereitungen und auch unsere weib⸗ liche Jugend läß: es sich nicht nehmen, den verehrten Regenten in Fesikleidern zu begrüßen. Offenbach. Ein hiesiger Einwohner hat, obne Nenn— ung seines Namens, dem Verein gegen Verarmung und Beltelei die respectable Summe von 5000 Mark als Unter⸗ sützung für Arme, insbesondere für arme Wöchnerinnen, zur Verfügung gestellt; eine hochherzige Handlung, die dieser öffen lich anerkannt zu werden verdient. schule nicht weiter in Erwägung gezogen zu werden braucht. einrichtete, Butzbach. Dieser Tage fiel ein Kerl, der bei Münster Werth er dem Paribie Wäsche von der Bleiche gestohlen, auf eigen⸗ 6 5 Weise in die Hände der Jufliz, indem er, den 1 Mit- der Provinz Oberbessen Dr. Levi dagier, sein 50jähriges, Amlejubiläum. achtung und Verehrung geworden, so regt es sich auch Lambert von 1 mit seinen Zöglingen mehr als 10,000 Bäumt pflanzte und seinen Garten für Erziehungszwecke so beweist dies hinreichend, welchen Garten und der Gartenpflege in Rücksicht auf die Jugenderziehung beigelegt hat, Aber auch für spezielle Unterrichts- und Schul⸗ zwecke ist der Garten schon vielfach benutzt worden. Als Thaer die großen Thatsachen der Natur- wissenschaften auf die Landwirthschaft anwandte, da war es sein berühmter Schüler, der Freihert Babo in Weinheim, welcher in Heidelberg einen Schulgarten mit einer Acker bau lehranstalt verband, da war es Dr. Konrad den Großherzog, Michelsen, welcher in seinen vielen schulamtlichen nebmen will, Stellungen, zuletzt an der Acker bauschule in Hildes heim, für Anlage von Schulgärten strebte und solche selbst einrichtete; es geschah in richtiger Würdigung der Wichtigkeit, die ein so einfaches Veranschaulichungsmittel für den th eoretischen Unter⸗ richt hat. Wir übergehen alle Einzelversuche, welche in Beziesung noch vielerorts gemacht worden sind uad wenden uns zu auherdeutschen Ländern, Darmstast. Alljährlich, so auch dieses Jaht, wer- wo Gärten bei den Schulen planvoll und füt den nach den Manövern von den Truppentheilen Mann— schasten von untadelhafter Fübrung nach Ljähriger Dienst⸗ bestimmt ausgesprochene Zwecke allgemein einge⸗ zeit zut Dieposition des Regiments beurlaubt und dabei führt werden. Rücksicht darauf genommen, ob dis Söhne ihren Ange— Eltern, welche glauben Anspruch auf besondere Berück⸗ sichtigung bei diesen Beurlaubungen erheben zu können, haben ihre Gesuche Pfungstadt. Bei der in Submission vergebenen Steinhauerarbeit an dem neuzuerbauenden Schulhause da— hier sind 52 pCt. abgeboten worden. arbeit wurden 28 pCt., Mauterarbeit 18 pC.. Allerlei. abge boten. In hörigen zur Unterstützung nothwendig sind. Diejenigen Von der Zimmer- Wir erinnern an Schweden, welches bereit im Jahre 1871 bei 7528 Landschulen schon 2000 sehr gut eingerichteter Schulgärten besaß. Man schleunigst bei den Polizeibehörden ist innerhalb circa 20 Jahren so weit gekommen, ihres Wohnsitzes einzureichen. daß man gedruckte Anweisungen besitzt, in welchen genau angegeben ist, wie der Plan zu entwerfen sei, welche Pflanzen in den Schulgarten gehören und wie dieselben behandelt werden müssen. Auch in Belgien hat man seit langer Zeit Gärten bei den Landschulen; dieselben dienen dazu, die feinsten Zürich. Seit einiger Zeil beschäftigt sich Professor Gemüse, die vorzüglichsten Obsorten unter dem starke dieser Erhitzung eiwa weiter zerlegbar seien. Im Verlaufe zu welchem Zweck den Schulgärten von den staatlichen Gärtnerlehr⸗ Stickstoff, Schwefel und Quecksilber einer sehr hohen Tem- wo sie noch nicht zur Thatsache geworden sind, peratur(ewa 15700 C.) ausgesetzt und sie in diesem Zustande das Departement nach einem neuen von ihm aufgefundenen Verfahren untere sucht. Es zeigte sich hierbei, daß die genannten Körper vei dieser Temperatut keinerlei Veränderungen Ei durchaus anderes Resultal ergab sich aber bei der Untersuchung des Chlors. Dieser ebenfalls für ein Element Ob eines der hierbei entstehenden Moleküle Sauerstoff ist, oder ob dasjenige, was man bisher für das Atom des Chlors hielt, aus drei weiteren Atomen eines noch unbe⸗ kannten Elementes besteht, ist bisher noch nicht entschieden. Ganz äynliche Beobachtungen hat Meyer an dem dem Chlor so ähnlichen Jod gemacht. 1 Ueber Schulgärten. (Aus einem Vortrag, gehalten in einer Sektion der XXIII. allgemeinen deuischen Lehrer-Versammlung zu Braun⸗ schweig, von Car! Sell, Lehrer an der Hauptschule.) Unter einem Schulgarten versteht man nicht einen Kindergarten, auch zunächst nicht den Garten des Lehrers, welcher zu seinem Einkommen gehört, worin er sein Gemüse baut und sein Obst erntet, sondern einen Garten bei der Schule und für die Schule, also einen Garten, der mit Absicht und Plan für Unterrichts- und Ecziehungszwecke eingerichtet ist. Wie nun die Erziehungspraxis von einer Menge von Faktoren abhängig ist, so können auch diese Erziehungs- und Unterrichtszwecke verschieden auf; gefaßt werden, man kann sehr hohe Ideale auf— stellen, man kann sich auch mit dem zunächst liegenden praktisch Erreichbatren begnügen und demgemäß ö erlitten. venich, wurde, geltende Körper wurde bei der genannten Temperatur vollständig gespalten, in der Art, daß dabei aus je zwei zur Molekülen Chlor drei neue Moleküle gebildet werden. in ö Inspecteur de Enseignement primaire in sucht man ihre Verwirklichung auf alle Weise zu! fördern, Im Jahre 1878 zog Herr Fred. Bur“ Lebrer an der Staatsgärtnerlehreranstalt in Gent, als Reiseprediger für den Schulgarten durch ganz Flandern, um noch lässige Gemeinden Anlage von Schulgärcten zu veranlassen. Auch Frankreich huldigt man ähnlichen Bestrebungen. Nach einer gütigen brieflichen Mittheilung des Paris 1876 von 59,021 öffentlichem hatten im Jahre 1 bereits 27,958 Schulgärten. Elementarschulen In einem jetzt den entwurf, welcher im November d. J. zur Berathung kommt, wird der Schulgarten als ausgezeichnetes Veranschaulichungsmittel für den Gartenbau empfohlen. 5 Wir führen diese Thatsachen, welche noch durch Notizen über vereinzelte Art in England erweitert werden könnten, an, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, welchen Werth man den Gärten bei Erziehungsanstalten schon in anderen Ländern beilegt. Allerdings handelt es sich bei den soeben er“ wähnten Gärten um vorwiegend praktische Zwecke; in Schweden um Hebung des Landbaues, im Belgien und Frankreich um Förderung der Garten kultur, also um Obstbaumzucht, Gemüsebau und Blumenpflege, um die Verbindung des Nützlichen mit dem Angenehmen; doch sind auch diese ver“ hältnißmäßig bescheidenen Zwecke von großem Kammern vorliegenden Gesetz⸗ Einrichtungen ähnlichen anger gilt 164 son Auhne Alert lug 10 0 pill vil Jun it Jui Def Schu Einfluß auf Jugenderziehung nnd Volks wirtbschast. Nen u Ein gewisser Wohlstand macht empfänglich für die Ann dung, idealen Aufgaben des Lebens! Ein lobenswerther elle, spekulativer Sinn für Erzielung von Sämereien, an h ren Freude am Gedeihen und Ausxreifen von Früchten, * 1 1 an der Entfaltung schöner Blumen, überbaupt an 8 der Entwickelung der Pflanzen; Sinn für Reinlich— 70 keit, für Ordnung, Sparsamkeit und Wirthlichkeit, en, Freude an der Arbeit und Sinn für Naturschön— 95 5400 heit bilden sich schon früh bei der Jugend aus. eee Gal. Aber wir vermissen bei allen diesen Institu— u.* tionen eines, nämlich die Einordnung des Schul- bebe„e gartens in den Organismus der Schule. n f Die deutschen Schulmänner baben sich seit — längerer Zeit gegen den land wirthschaftlichen und e eee, gärtnerischen Fachunterricht erklärt. Im Jahre 5 de 1854 verwarf die allgemeine deutsche Lehrer- 3 versammlung derartige Bestrebungen durch An- nahme der These:„Der landwirthschastliche Fach unterricht gehört nicht in die Volksschule; die Aufgabe der Schule ist nicht das Nützliche, sondern das Ideale.“ Ueber diese These sind zwar gegen wärtig die Meinungen noch getbeilt, doch wollen wir dieselbe für jetzt dahin gestellt sein lassen. Jedenfalls mußte ein Medium gesucht werden, um die oben erwähnten Einrichtungen für praktische dieser Staat die Forderung Lüben“'s, den natur— kundlichen Unterricht auf fortgesetzte Anschauung und Beobachtung zu gründen, anerkannt, besitzt Oesterreich seit 10 Jahren systematisch für Unter⸗ richts und Erziehungszwecke eingerichtete Schul— gut befahren. M. 14.50— 15 75, Koblsamen M. 22— 24.50, Erbsen M. 19 bis 27., Wicken M. 14—16., Linsen M. 17—36., Bohnen, weiße, M. 19.50, Rüböl, detail, M. 62. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo. Frankfurt, 4. Aug. Der heutige Viehmarkt war Angetrieben waren ea. 400 Ochsen und Die Preise per Pfd. 90—110 Pf., Eier per St. 5 Pf., 2 St. 11 Pf. ärten, um deren Ausgestaltu 1 Prof Dr Erasmus ane. 5 1 65 1 bc. 2 ee a 7 8 g Istellten sich; sen 1. Qual. M. 67— 68., 2. Qual. streitbare, bleibende Verdienste erworben hat. M. 60— 62., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 6063. (Fortsetzung folgt.) 2. Qual. M. 53—55., Kälber 1. Qua“. M. 5254, — 2. Qual. M. 45—50., Hämmel 1. Qual. M. 55 60, Handel und Verkehr. 2. Qual. W. 50—54 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Friedberg, 6. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete Schweine das Pfund 60 Pf. Geld ⸗Cours. Friedberg, 5. Aug. Waizen M. 21—, Korn M. 15.— 16, Gerste M. 14., Hafer M. 14.—16 Frankfurt am 5. Aug. 1879. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. e Preise verstehen sich au ilo 00 Zollpfun 20. Frankenstücke M. 16 21 P. 20 C. Gießen, 5. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkte tostete Butter per Pfd. 83 Pf. bis 1 M., Eter per Stück Englische Sovereigns.„ 20 37—42 5 Pf., Käse per Stück 4— 7 Pf. Tauben das Paar Nussische Imperiales.„ 16 71-76 70 Pf., Hühner per Stück M. 1., alte Hahnen per Stück 210 5 e 90 Pf., junge Hahnen per Stück 70 Pf. Enten per Stück ucaten al marco. 2 Fan uf N Dollars in Gold.„ 4 18—21 M. 1.70, Kartoffeln per 100 Kilo M. 6. Zwiebeln per Centner M. 9, Ochsenfleisch per Pfd. 70 Pf., Kub⸗ und Rindfleisch 50— 60 Pf., Hammelfleisch 50— 70 Pf, Schweinefleisch 58— 60 Pf., Kalbfleisch 40— 48 Pf., Kirschen per Pfd. 10—14 Pf. Frankfurt, 4 Aug. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 38., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 22 Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 22.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 20.50—21., do. 2.(Berliner Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des allein ächten Cölnischen Wassers übertragen und empfehlen wir dasselbe 9 Zbwecke in die Schulspbäte berein zu ziehen und Marke) M. 15.50 16.50, Waizen, eff: hiestaer ab Bahnhof per. zu M. 1.50, ** ö DOesterreich b N er 7 b 1 hier, M. 22.50, ab unserer Umgegend M. 21.50- 22, do.„ 1½ Dutzend 8 tene] Oesterrei bat in der That bei seiner neuesten fremder je nach Qual. M. 21 50— 22.50, Roggen je nach„Dutzend e Ile in Hehe Schulreform dieses Medium gefunden. Indem Qual. M. 13.2515 50, Gerste M. 16.— 17.50, Hafer Die Expedition des Anzeigers. 4 — Oeffentliche Aufforderung. Nachdem über das Vermögen des Karl Roth von Ober⸗Florstadt der formelle Coneurs erkannt worden ist, werden dessen Gläubiger(auch wenn sie bereits im Schuldenwesen liquidirt haben) zur Anmeldung und Begründung ihrer Ansprüche und Vorzugsrechte auf Moutag den 15. September d. J., Vormittags 10 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile des Ausschlusses von der Concursmasse vorgeladen. Im genannten Termin sollen nochmals Arrangements: versuche gemacht und eventuell die zur Fortleitung des meldet bn K 12 9 Coneurses erforderlichen Beschlüsse gefaßt werden. Die n een nicht erscheinenden oder nicht gehörig vertretenen Gläu⸗ Ha. biger werden als den Beschlüssen der Mehrheit beitretend 1 gtlem behandelt werden. Friedberg den 2. Juli 1879 Großherzogliches Landgericht Friedberg. wohn, Süßffert, 2316 Landrichter. Landgerichts-Assessor. Obligations-Verloosung. 2559 Bei der heute stattgehabten Oblgations Verloosung wurden die Nummern 77 und 83 à 382 M. 86 Pf. von den Partial⸗Obligationen der Gemeinde Ober- Erlenbach zur Rückzahlung gezogen. Die Inhaber dieser Obligationen werden hiermit auf— gefordert, gegen Rückgabe derselben und der nicht fälligen Zinscoupons die Beträge bis zum 1. November 1879 dei hiesiger Gemtindekasse in Empfang zu nehmen, indem von diesem Tage an die Verzinsung auf bort. Ober Erlenbach am 30. Juli 1879 c önge lich. Vergebung von Drainagearbeiten. Montag den 11. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen in der Behausung des Herrn Gastwirth Winter zu Bingenheim die bei Ausführung der Felddrainage in den Fluren XI und XII, Gemarkung Bingenheim, vor— kommenden Arbeiten, bestebend in Fertigung der projee⸗ einschließlich des Röhrenlegens und Zufüllens der Gräben, veranschlagt zu 4800 Mark, 18 10 28000 Greb, Wiesenbaumeister. — ĩͤ TT 22 piliar-Verst „ numobiliar-Persteigerung. 0 00 228607 Donnerstag den 18. September l. J., Vormittags 11 uhr, sollen in hiesigem Rathhause die, nachgenannten 100 11 Immobilien des Jacob Finzel öffentlich meistbietend f 210% versteigert werden: , Gemarkung Friedberg. 1 eee Flur. Nr. Klftr. 0— 3. 64. 77½10. Hosraithe in der Vorstadt zum 1 Garten, 3 65. 86/10. desgleichen daselbst, 3 63. 11½ỹ. Grabgarten daselbst. Frievberg den 5. August 1879 Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fouca x. Zu vermiethen. Eine vollständige Parterre-Wohnung ist von October an zu vermlethen Ralserstraße Nr 553. 2554 Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Erlenbach. M Skit Beginn der Badesaison ist auch meine Buchhandlung in Nauheim, im Hause des Herrn B. Schwab, Nr. 271 Parkstraße, wieder eröffnet und empfehle ich dieselbe den geehrten Einwohnern Nauheims und der Umgegend mit dem Bemerken, daß die während der Saison in Nauheim befindliche 1 mit den neuesten deutschen, Leihbibliothet arne te, französischen und englischen von Bedeutung ergänzt worden ist. 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J, Vormittags 11 Uhr, 0 eee Sidel anbleig e, dun Salaten V 0 1. 0 U 1 1 n 9 E geeigneter Faselochs öffentlich meistbietend versteigert Wilhelm 5 tsch 5 Fer. 6 Morgen Waizen 0 Ostheim am 2. August 1879. g Großherzogliche Bürgemeisterei Osthesm. sind aus freier Hand zu verkaufen bei Georg Keller 1. Wittwe ö Schimpf. 1 2590 in Mel bach. Arbeits-Versteigerung. sollen auf dem Gemeindehaus zu Maibach nachstehende 7 N— e e in 90 0 00 1 55 g Bettfedern 2591 Samstag den 9 August, Morgens um 10 Uhr, Pflasterarbeit, t. Kostenüberschlag 78 M. 75 Pf., 14 Kubikmeter Pflasterkies zu fahren 14,—„ werden gereinigt bei A. Thuy in Vilbel. 70 Malbach den 4. August 1879. Wr Großherzogliche Bürgermeisterei Masbach. Reinen N A— Wetterauer Vienenhoni Prima Saat⸗Erbsen, u eue den vn 8. nende b. Mi 5 Roggenmehl und Klete, sowie frische Samen- Wilb. Bernbeck. 25 kuch len billigst 7 zu den billigsten Preisen 2569 ee 5 Gebr. Nothschild. Hosenträger, bei K. Friedrich. 0 1 9 1 Musikverein zu Friedberg. 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