Naber nagel. — U *. E Ftir Litt „ Peer ma. gerung 8 7 2. M3. berhessischer Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. VSamstag den 5. Januar. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Kreisblatt für den Artis Friedberg. t end: Die Auszahl d d ür d Le. Betreff I er für die in die Großherzogliche Landes-⸗Walsen Anstalt Friedberg den 4. Januar 1878. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Ben nachstehendem Ausschreiben Großherzoglicher Provinzial- Pirectton Starkenburg vom 15. vorigen Monats erhalten Sie hierdurch zu Ihrem Bemessen und zut Benachrichtigung der Interessenten Kenntniß, indem wir hiermit noch besonders auf den Schlußsatz desselben aufmerksam machen. Dr. Braden. Die Großherzogliche Provinzial⸗Direction Starkenburg an die Großherzoglichen Kreisämter der Provinzen Oberhessen und Rheinhessen. Die Pfleggelder der Waisen sind nach den bestebenden Vorschriften halbjährig— am 1. Januar und 1. Juli— zahlbar. Da in Gemäß⸗ heit des Gesetzets vom 29. August 1874 die Steuern nicht wehr in einnionatlichen, sondern zweimonatlichen Raten erhoben werden, so kann die Aus- zahlung der Pfleggelder an ditjenigen Pfleger, welche von der Einrichtung Gebrauch machen wollen, sich ihr Guthaben durch die Großherzoglichen Districis- Einnebmercien zussellen zu lassen erst in den Monaten März und September, also erst nach Ablauf von 2 Monaten nach der Verfallzeit, erfolgen. Zur Beseitigung dieses, für die Interessenten nachtbeiligen Anstandes, finden wir uns veranlaßt, mit Wirkung von 1878 an, die Fälligkeits⸗ termine für die Pfleggelder der Waisen in den Provinzen Oberbessen und Rheinhessen, welche zum größten Theile mittelst Anweisungen auf die Distriets-Einnebmereien zur Zablung gelangen, auf den 1. Februar und 1. August festzusetzen, wodurch die Interessenten in die Lage versetzt werden, ihre Gutbaben in den auf die Fälligkeitstermine naͤchstsolgenden Monaten in Empfang nehmen zu können. Indem wir Sie ersuchen, die Großherzog⸗ lichen Bürgermeistertien von dieser Anordnung zur Bedeutung der Interessenten in Kenntniß zu setzen, bitten wir zugleich, die letzteren noch besondets darauf aufmerksam machen zu lassen, daß in den biernoch, nicht zu Anfang des folgenden Monats, sondern erst zu Anfang des Monate Februar 1878 an den Rechner der Landes-Waisenkasse einzusendenden Quitlungen über die Pfleggelder aus 1877 auch die Pfleggelder für den Monat Jauuat 1878 in Ansatz kommen müssen, so daß z. B. bei einem vom 1. Juli 1877 an aus jährlich 90 Mark zu zahlenden Pfleggelde die Summe von 52 Mark 50 Pf. für die Zeit vom 1. Juli laufenden Jahres bie Ende Januar 1878, also für 7 Monate, zu quittiren ist. Küchler. Ortsstatut, betreffend die Bildung einer gegenseitigen Kranken-Unterstützungs-Kasse für Gesellen, Gehülfen und Fabrikarbeiter zu Ftiedberg. Auf Grund des Gesetzes vom 8. April 1876, die Abänderung des Titels VIII. der Gewerbeordnung betreffend, wird zufolge Beschlusses des Gemeinderaths vom 16. Juli 1877 für die Stadt Friedberg felgendes Ortsstatut erlassen: F. 1. Zur Unterstützung von Gesellen, Gehülfen und Fabrikarbei⸗ tern wird zu Friedberg eine Hülfskasse nach Maßgabe des Gesetzes über die Kasse für alle Zahlungen, welche bei rechtzeitigem Eintritte von ihm zu ent⸗ richten gewesen wären, gleich einem Mitglied in Anspruch genommen werden. §. 4. Die Arbeitgeber haben ihre zum Eintritt in die eingeschrie⸗ bene Hülfskasse:„Allgemeine Arbeiter- Kranken- Untergütgungs⸗Kasse“ ver⸗ eingeschriebenen Hülfskassen vom 7. April 1876 gebildet und deren Ein⸗ richtung und Verwaltung von dem Orte vorstand durch ein für ditselbe zu erlassendes Statut geregelt. §. 2. Den Gesellen, Gehülsen und Fabrikarbeitern, welche in der hirsigen Stadt wohnen und das 16. Lebensjahr überschritten baben, wird die Betheiligung an ditser Kasse, welche den Namen„Allgemeine Arbeiter— Kranken-Unterstatzungs- Kasse, eingeschriebene Hülfskasse“, sübren soll, zur Pflicht gemacht. Nur diejenigen Gesellen, Gehülsen und Fabrikarbeiter sind von diesem Beitritt befreit, welche nachweisen, daß sie einer anderen eingeschriebenen Hülsfskasse oder dem dahier bestehenden Krankenvercin als Mitglieder angeboren. §. 3. Wer der pflicht zur Betheiligung nicht genügt, kann von der pflichteten Arbeiter bei Großherzoglicher Bürgermeisterei anzumelden. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, hat alle Zahlungen, welche bei rechtzeitigem Eintritt von den Arbeitern zu zahlen gewesen wären, gleich einem Mit⸗ glied zu entrichten. Friedberg den 16. Juli 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Fried berg. Foucar. Vorstebhendes Ortsslatut wurde zu Folge Entschließung Groß berzog⸗ lichen Ministeriums des Innern vom 11. December 1877 zu Nr. M. d. J. 8497 genehmigt und wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Fried berg den 22. December 1877. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. — een 73 Sämmtliche bei der Zusammenlegung der Grundstücke in den Fluren VI. bis XIV. der Gemarkung Friedberg betheiligt gewesenen Grund— besitzer werten hiermit aufgefordert, längstens bis zum 1. März d. J. bei dem Unterzeichneten oder den Commisstonsmitgliedern Beigeordneten Steinhäußer, Konrad Reuß II., Georg Falck zu Friedberg uud Jacob Diener zu Ockstadt schristlich zu erklären, ob sie ihre zusammengelegten neuen Grundstücke unter einem Nummer und als eine Parzelle in das neue Steuerkataster und das neue Grundbuch wollen eingetragen, oder dieselben, und welche wieder in eine gewisse anzugebende Anzahl gleicher oder ungleicher Theile getheilt und diese in das neue Kataster ꝛc. wollen aufgenommen haben, wozu jedoch bemerkt wird, daß keines der einzelnen Theile kleiner als 200 Klafter oder 1250 Meter werden darf. machung. Ferner ist noch anzugeben, ob die Theilung der Grundstücke nur auf der Karte und in dem Grundbuche oder auch zugleich im Feld er— folgen und jedes einzelne Theil auch zugleich abgesteint werden soll, wozu aber wieder bemerkt wird, daß die Theilung auf der Karte kostenfrei, die Abmessung und Aussteinung im Felde aber nur auf Kosten der betreffenden Grundbesitzer erfolgen wird. Spaͤtere Anmeldungen werden nicht mehr berücksichtigt und haben in einem solchen Falle es sich die betreffenden Personen selbst zuzuschreiben, wenn sie bei späteren Theilungen die hier- wegen bestebenden gesetzlichen Formalitäten erfüllen und bedeutende Extra- kosten bezahlen müssen.— Friedberg den 3. Januar 1877. Der Vorsitzende der Ausführungs- Commisston: Küchler, Kreis Assessor. liche„Gazette“ Deutsches Meich. Berlin, 1. Jan. Bei der am heutigen Neujahretage stattgefundenen Beglückwünschung des Kaisers durch die Generalität unterblieb auf aller- höchsten Besehl eine Anrede, wle sie sonst üblich war. Der Kaiser kedete selbst die Generalität mit einigen beglückwünschenden, die Hoffnuug auf einen für das Ganze wie für den Einzelnen glück— lichen Verlauf des Jahres ausdrückenden Worten an. Ausland. Großbritannien. London. Die amt publicirt die Ernennung Sir Elllots zum Botschafter in Wien, und Lapards zum Botschaster in Constantinopel. Ferner publicirt das nämliche Blatt die Verlängerung des italienischen Handelsvertrags bis zum 31. März. — Der„Standard“ schreibt, der Vorschlag, die Türkei möge sich dirett an Rußland wenden, sei nicht unberechtigt, stehe auch mit dem Brauche unter Kriegführenden nicht im Widerspruche. Eng- land habe bis dahin kein Recht, sich durch solchen Vorschlag gekränkt zu fühlen, und selbst die An- nahme, daß derselbe als feindseliger Act anzu— sehen, erscheine durchaus nicht gerechtfertigt. — In ganz England werden Volks versamm- lungen gehalten, welche sich überall für striete Neutralität aussprechen. Auch Corporattonen ze. sprechen sich in gleichem Sinne aus. So nahm der Stadtrath von Birmingbam eine Resolution gegen jede Action an, welche einen Krieg für einen barbarischen, dem Verfall entgegengehenden Despotismus für England involviren würde. Die Resolution nimmt an, daß kein wirkliches britisches Interesse gefährdet sei und dringt auf Aufrecht⸗ erhaltung strieter Neutralität. Ebenso nahm der Stadtrath von Leeds mit 41 gegen 7 Stimmen tine Petition an die Regierung zu Gunsten sierieter Neutralität an. Die Petition verlangt einen Appell an das Volk, im Falle die Situation für das britische Interesse kritischer werden sollte. Beaconssield hat eine Deputation, welche zu Gunsten der Türken sich aussprechen wollte, nicht empfangen.. — 3. Jan. Der gestrige Cabinetsrath kam dahin überein, die Antwort Rußlands auf Eng lande Vermittlungs-Anerbieten nicht als den Schluß der englischen Action zu betrachten, und beschloß, vor Uebermittlung der Antwort an die Pforte in Petersburg anzufragen, welche Waffenstillstands⸗ Bedingungen die russischen Commandeure zu for⸗ dern instruirt worden seien. Heute findet wieder- um Minister-Conseil statt. Italien. Rom, 31. Dec. 1877. Im heutigen Consistorium überreichte der Papst den Cardinälen Regnier, Manning, Brossays, Saint Marc, Maretti und Pellegrini den Cardinalshut und ernannte mehrere Bischöfe. — 1. Jan. Bei dem Neujahrs Empfang äußerte der König u. A.: es sei nothwendig, Partei⸗ Spaltungen in der Kammer zu vermeiden; eine compacte Majorität sei nothwendig, um unter allen Eventualitäten die Interessen des Landes zu wahren. Türkei. Constantinopel. Der Sultan ernannte den Deputirten Hassan Fehmi Effendi zum Präsidenten der Deputirten⸗Kammer, Achmed Vefik Pascha zum Senator. — 2. Jan. Ein Telegramm des Comman- danten von Scharkioi(Pirot) bestätigt, daß in Folge des Kampfes am letzten Freitag die tärkischen Truppen gegen 20 Bataillone Serben und 5000 Bulgaren von Scharkioi nach Sofia sich zurück gezogen haben. Zufolge Telegramms des Gou- verneurs von Kossowo bemächtigten sich die Serben der Orte Karschumlje, Oscomb und Les-Kowatz Die Garnison von Karschumlje zog sich nach einem Kampfe gegen überlegene Streitkräfte zurück. — Die bosnische Insurrection erhebt wieder lebbafter ihr Haupt. Insurgenten griffen die türkischen Befestigungen bei Askowitza und Blatno an. Die Redifs dritter Classe sind einberufen. — Der zum Muschir des vierten Corps er- nannte Hakki Pascha meldet aus Erzerum vom 31. Dec., er habe Cavalerie und Artillerie abge— sandt, um in Soghuktschesne angekommene rnssische Cavalerie zu vertreiben. Letztere sei hierauf zu⸗ rückgegangen. Serbien. Belgrad, 1. Jan. Nach Zu⸗ rücklassung einer Garnison in Pirot traten die Serben von da den Marsch gegen das Defilée von Zaribrod, den Schlüssel zur Ebene von Sofia, an. Der serbische Verlust in dea Ge— fechten bei Pirot betrug 700 Mann. Rußland. Petersburg. Die„Agence russe“ sagt: Die Depesche der„Agence Havas“, welche behauptet, der Pforte seien die Bedingungen mitgetheilt worden, unter denen Rußland in Frie- dens⸗ Verhandlungen eintreten wolle und welche diese Bedingungen specialisirt, ist apokryph. — Officiell aus Bogot: Nach einem acht- tägigen anstreugenden Kampfe gegen Kälte, Schnee, Stürme und unwegsames Berg⸗Terain hat General Gurko den Balkan überschritten und ist in die Ebene am 31. December 1877 heruntergestiegen. Nach einem hartnäckigen Kampfe bei Taschkosen besetzte Gurko diese befestigte Posttion, ausge- —— nommen eine Redoute beim Wachtposten. In der Nacht verließen die Türken sämmtliche Posttionen. Am 1. Jan. früh begannen die Russen, indem sie Arab Konak, Schendornik und Dolnikomazzi besetzten, die Verfolgung des Feindes. General Gurko rückte dann gegen Sosia vor. Am 1. Jan. mußte sich das Etropoler-Detachement mit dem Tschelopeza⸗Detachement unter General Brock ver⸗ einigen, um nach Möglichkeit die Türken von Petritschewo abzuschneiden. — Nachrichten aus Bogot zufolge leiden die lürkischen Gefangenen sehr durch die Kälte, da sie nur dürftig gekleidet sind. Die russischen Grena⸗ diere theilen mit ihnen Holz und Nahrungsmittel und lassen sie in ihren Hütten schlafen. Die russischen Offiziere speisen mit den türkischen und nehmen die Kranken in ihren Zelten auf. — 1. Jan. Die Russen haben bereits mehrere Umgebung von Sofia besetzt. ganz eingeschlossen. Das Wetter in den Bergen ist sehr ungünstig. Der Eisgang auf der Donau dauert fort und es steht zu erwarten, daß das Eis bald feststehen bleibt. Amerika. New⸗ Jork. Die Abnahme der Schuld betrug im Dec. 1877 72,000 Doll. Im Staatsschatze befinden sich 139,518,000 Doll. an Gold und 5,499,000 Doll. an Papiergeld. Aus Stadt und Land. Büdingen. Dieser Tage feierte Kirchenraih Meyer dahier sein 50 jähriges Amtsjubiläum. Obgleich auf aus drücklichen Wunsch des Jubilars von einer öffentlichen Feier Abstand genommen war, trafen doch von allen Seiten Glückwünsche und Geschenke ein, welche Zeugniß ablegten, welch' allseitige Liebe und Verehrung der würdige Herr bei seinen zahlreichen Schülern und Freunden genießt. Von dem Großberzog wurde dem Jubilar das Ritterkreuz 1. Cl. des Philippsordens verliehen. Gießen, 3. Januar. Ein gräßliches Unglück er— eigneie sich gestern in einem Kalksteinbruche auf der Bieber. Seit einigen Tagen schon ward der Sturz einer größeren Felsmasse erwartet. Gestern Nachminag nun wurden nochmals 5 Minen gebohrt und abgebrannt, ohne daß das Gestein zusammenstürzte. Nach dem erfolgten Sprengen wurde ein Wagen in den Bruch geschoben und in diesem Moment löste sich der ca. 70 Fuß boch hängende Fels los und richtete Tod und Verderden an. Ein Fuhrmann wurde sofort zerquetscht, während ein anderer Arbeiter bis zur Mitte des Leibes von einem Felsen fesigebannt war. Drei Stunden mußie der Aermste bei vellem Be wußtsein jammern, bis der Felsen gelüftet und der unglück liche halb zerschmeiterte Mann bervorgezogen werden konnte. Den Besitzer des Bruches, welcher neben dem Wagen stand, traf ein Felsstück so gewaltig, daß er gegen das Wagenrad geschleudert und derart verletzt wurde, daß er nach einer halben Stunde eine Leiche war. Ein dritter Arbeiter war wie durch ein Wunder gerettet worden. Eine gewaltige Felsmasse stürzte auch über ihn, aber zum Glück bildete sie eine Hohlung, unter welche derselbe zu liegen kam. Handel und Verkehr. Frankfurt, 2. Jan. Der heutige Heu- und Stroh⸗ Markt war sclech! befahren. Heu kostete je nach Qual. per Cent. M. 3—3 60., Stroh per Cent. M 2 202.50. Butter im Großen 1. Qual. M. 1 15—20 2. Qual. M. 1. im Detail 1. Qual. M. 1.40 2. Qual. M. 1.20—30. Eier per 100 M. 6 50—8 50. Kartoffeln per 100 Kilogr. M. 6. Erbsen, geschälte(per 100 Kilogr.) M. 28.— 30, ganze M. 22.—25. Bohnen M. 30.— 32. Linsen M. 30.— 34 Fleischpretse: Ochsenfleisch per Pfd. 70— 75 Pf. Kuh⸗ und Rindfleisch 54— 63 Pf., Kalbfleisch 65— 70 Pf., Hammelfleisch 54— 63 Pf., Schweinefleisch 75— 80 Pf. Mainz, 2. Jan. Producten-Markt. Waizen per März M. 21.85. Korn per März M. 15 60. Hafer per März M. 15.—. RNüböl per Mai M 3770. von den Türken befestigte Ortschaften in der nächsten Sofia selbst ist fast Ein besolgenswerther Rath. Unter den Krankheiten, welche am häufigsten in der Statistik der Sterbefälle wiederkehren, verdient die Lungen⸗ schwindsucht als diejenige bezeichnet zu werden, welche die Trauer am häufigsten in die Familien einkehren läßt und auf deren Rechnung die größte Anzahl aller Sterbefälle u setzen ist. Bis jetzt hat die Wissenschaft noch kein sicheres Heilmittel entdeckt, sondern sich vielmehr darauf be— schränkt, die Leiden der Schwindsüchtigen zu erleichtern und durch sorgfältige Behandlung ihre Existenz um einige Jahre zu verlängern. Jedermann weiß, daß man den Brustleidenden den Winteraufenthalt in einem milden Klima und so viel als möglich in der Nähe von Tannen⸗ waldungen empfiehlt, deren Ausdünstung eine so günstlige Wirkung auf die Lunge ausübt. Unglücklicherweise können viele Kranke ihren Aufenthalt nicht verändern und sie sind es, an die sich dieser Artikel in erster Linie richtet. Zuerst in Brüssel angestellte und seither an fast allen Orten wiederholte Versuche haben nachgewiesen, daß der Theer, ein harzhaltiges Produkt der Tanne, auf Brust⸗ und Lungenkranke den günstigsten Einfluß ausübt. Hierdurch allein schon verdient dies Produkt in hohem Grade die Beachtung aller Kranken. Indeß ist noch weiter hervorzuheben, daß gerade bei Beginn der Krankheit dles Heilmittel in Anwendung gebracht werden sollte. Die geringste Erkältung kann eine Erkrankung der Lunge nach sich ziehen und es sollte daher zur größeren Sicherheit nicht versäumt werden, sich der Theerkur von dem Momente an zu unterwerfen, wo man zu husten anfängt. Es ist diese Vorsichtsmaßregel um so empfehlenswerther, als viele Brustleidende uͤber ihren Krankheitszustand völlig im Unklaren sind und sich noch von einer starken Erkält— ung oder einem leichten Lungenkatarrh befallen glauben, wenn bereits die Auszehrung eingetreten ist. Die praktischste Art der Anwendung des Theers ist diejenige in Form von Kapseln. Herr Guyot, Apotheker in Paris, stellt kleine konische Kapseln in Pillengröße dar, welche unter einer leichten Hülle von Gallerte eine Dosis des besten und reinsten norwegischen Theers enthalten und von denen zwei oder drei bei jeder Mahlzeit genom— men, in Erkältungsfällen, bei Lungenkrankheiten, Asthma und Schwindsuchtsleiden eine fast augenblickliche Erleichter— ung herbeiführen. Da jeder Flacon 60 Kapseln enthält, so kommt die ganze Kur nicht theurer als 10 bis 20 Pf. täglich zu stehen und macht dieselbe die Anwendung jeder Mediein in Form von Tisanen, Pastillen oder Syrupen überflüssig. Herr Guyot übernimmt eine Garantie nur für die— jenigen Flacons, welche auf der Etiquette seine Unter— schrift in dreifarbigem Drucke tragen. Depots in Friedberg in der Hofapotheke„Zum Eugel“ und bei Dr. Uloth. 54 Friedberg. Die bisherigen Leistungen des Thie⸗ mer'schen„Mechanischen Welttheaters“ aus Dresden, welches im Saale zu zu den ehemaligen Drei Schwertern dahier aufgestellt ist, rechtfertigen den ihm vorausgegangenen guten Ruf vollständig. Jedermann wird sich eine Stunde trefflich amüsiren und verdient die landschaftliche Darstellung ebenso wie das kunstreich in Seene gesetzte Leben und Treiben unzähliger Figuren aus dem täglichen Geschäfts- und Verkehrsleben, alle Aner⸗ kennung, so daß der Besuch des„mechanischen Welt— theaters“ wohl empfohlen werden kann. Wie wir in Er⸗ fahrung bringen, ist dieses Theater ein Besitzthum des verstorbenen Königs von Sachsen gewesen, und im Schenkungswege an die Familie Thiemer übergegangen. Ein Irrthum ist es, wenn hier die Meinung verbreitet ist, als ob die Vorstellungen sich eigentlich nur für Kinder eignen. Für Erwachsene berechnet, sind die Produetionen derart, daß auch Jeder, der seinen Kindern eine frohe Stunde bereiten will, dieselben ruhig mitnehmen kann, in der Ueberzeugung, daß sie sich bei all' den bunten Bilder nicht nur ergötzen, sondern auch belehren werden. 74 Geld Cours. Frankfurt am 3. Januar 1878. 20⸗Fankenst eres 16 18 Englische Sovereigns 20 33 8 Russische Imperiales 1„ 16 65 70 Holländische fl. 10- Stücke.„ 16 65 G. Ducaten. o 5 9 50 55 Ducaten al mareo 5 9 55 60 Dollars in Mold 4 16 19 Holz- Versteigerung. 37 Montag den 7. Januar d. J. kommen in den Waldungen des Großherzoglichen Hauses, Distrikt Burg⸗ wald, Schlag V, XIX XXI, XXIII und XXIV: 6441 Eichen⸗Birken⸗Wellen, 137 Gebund Pfriemen, 5 Kubikmeter Haidestreu zur Versteigerung. Zusammenkunft Morgens halb 10 Uhr im Distrikt Burgwald, Schlag V. Ober⸗Rosbach den 1. Januar 1878. Großherzogliche Oberförsterei Ober⸗Rosbach. 8 Strack. Spielkarten. 74 Durch neue Einrichtung in meinem Geschäft von 105 ab feine und dauerhafte Splelkarten und zwar in diversen Sorten. Louis Weis. Auszug aus dem Urtheil in Untersuchungssachen gegen Jacob Roth 1. von Holzhausen wegen Beleidigung ꝛc. ꝛc. wird zu Recht erkannt, daß der Beschuldigte, Jacob Roth I. von Holzbausen, Leinweber, 63 Jahre alt, wegen Beleidigung des Conrad Müller von da in eine Geldbuße von 15 Mark(fünf⸗ zehn Mark) und in die Kosten dieser Untersuchung zu verurtheilen sei. Gleichzeitig wird dem Ankläger die Berechtigung zuerkannt, die Verurtheilung innerhalb 14 Tagen, von deren Rechtskraft an, im Oberhessischen Anzeiger auf Kosten 8 Beschuldigten bekannt zu geben. R. W. Vilbel am 10. Dezember 1877. Großherzogliches Landgericht Vilbel. anger. 55 Gestrickte Kinderkleider, dae Ker 33 schuhe und Gamaschen billigst bel K. Friedrich. . N Versteigerung. 75 Montag den 7. Januar l. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhaus das Fahren des Straßen⸗ kehrichts pro 1878 nochmals an den Wenigstfordernden versteigert werden. Friedberg den 3. Januar 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Fo ue a r. Braunkohlen-Verkauf. 69 Für die gegen Bürgschaft auf Credit von dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung bei Melbach von jetzt bis Ende März d. J. bezogenen Braunkohlen wird Frist zur Zahlung bis Ende Junt d. J. gegeben. Die Preise der Kohlen sind: für 100 gewöhn⸗ liche Klötze M. 3.20 und für 1 Kubikmeter Holzkohlen = 5 Centner 3 Mark. 5 Bad Nauheim am 2. Januar 1878. Großherzogliches. Bergamt Bad⸗ Nauheim. age r. ———— 9— 32 210 Bekanntmachung. 70 Dienstag den 8. Januar d. J., Nachmittags 2 Uhr, oll das Auspugbolz aus den stadtischen Baumanlagen, owie das Korfholz von einer Anzahl Weldenbäumen ffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Neuthor. Frledberg den 3. Januar 1878. Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg. N d ue a r. Holz- Versteigerung. 71 Das am 28. v. Mis. im hiesigen Gemeindewalde, Distrikt Aussicht, verstelgerte Holz hat die Genehmigung nicht erhalten und soll dasselbe Dienstag den 8. d. M. anderweit versteigert werden. Zur Versteigerung kommen 27 Raummeter Nadel Scheitholz, 13 5„ Knüppelholz 21030 Stück Nadel Weichholzwellen, 500„ Nadelwellen, 8334 Dornwellen, 3854 Gebund Ginsternwellen. Die Versteigerung beginnt präeis 9 Uhr Vormittags. Ober ⸗Moͤrlen am 3. Januar 1878. Großherzogliche Bürgermeisteret Ober Mörlen. icke Obligations Verloosung. 51 In der Sitzung des israel. Vorstandes der Gemeinde Münzenberg wurde die Obligation Nr. 5 von 100 fl. zur Rückzahlung ausgelgost. Der betreffende V. kann den erwäbnten Betrag von 915 bis 1. März 1878 von wo an die Verzinsung aufhoͤrt, dei der hiesigen Oemeindekasse in Empfang nehmen. Münzenberg den 3. Januar 1878. Für den rubricirten Vorstand: 1* Frankfurt den 24. December Kalbächerg in der Nahe des Stadt- Theaters noch ein Lokal Felse der Brüder geme zahlreichem Besuche ein. besonders auf meine Table d'hote von 12½—2 eröffnete.— Für vorzügliche Speisen und aufmerksame E. Mein Hotel„zum Badischen Hof“ am Fürsteneck wird nach wit am Main. Wirthschafts Eröffnung. 68 Einem verebrlichen Publikum, welches Frankfurt besucht, die Anzeige, daß ich seit Montag asse Nr. 4, zum Verzapf von: bier ine in Neuwied Bedienung ist gesorgt und lade ich zu recht Vockerod,„zum Badischen Hof“. vor fortgeführt und mache (6940) Ubr aufmerksam. wird bestens besorgt von dem 70 An-& Verkaufen Staats-& Gemeindeobligalionen Großherzoglichen Hof-Agenten Jacob Engel. Tele Paar zu Mark 12., Leitungsdraht per Meter zu Kaufmann. Kaß. Jaselochs⸗-Versteigerung. Mittwoch den 9. d. Mis., Nachmittags 1 Uhr, wird im Gemeindehaus zu Ober⸗ Rosbach ein der Gemeinde gehöriger Faselochs öffentlich meistbietend versteigert. Ober Rosbach am 3. Janar 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Rosbach. 62 Blecher. 1 8 5 st* 1 2 5 8 U* Versteigerungs-Anzeige. Donnerstag den 10. d. M., von Vormittags 9 Uhr ab, läßt Georg Steinhäußer 11. von Friedberg in der Behausung des Gastwirtbs Wilhelm Dienst III. in Ockstadt durch den Unterzeichneten nachfolgende Oegenstände an die Meistbtetenden versteigenn, als: 17 lange Wirthstafeln, 28 Stück Bänke, 5 Bänke mit Lehnen, 3 kleine Tische, 1 Pression für Bier mit Schenk⸗ tisch, 1 Flügel, 1 Lüster, 7 Petroleumlampen, 1 Küchen⸗ schrank mit Glasaufsatz, 2 andere Schränke, eine Varthie Daubenholz, 1 Zweiohmfaß, 4 Oxboft, eine Parthie Flaschen, Bier⸗ und Weingläser, verschledenes Küchen⸗ geschirr in Steingut und Porzellan, sowie Messer und Dabeln, 2 vollständige Betten, 1 Waschtisch, 2 Com⸗ moden, 1 Kleiderschrank, 1 Sopha, 1 Wachstuchtisch, 9 Stühle, Spiegel und Bilder, 1 Wanduhr, 2 Wasch⸗ bütten und 1 Kelter mit Zubehör. Ockstadt den 3. Januar 1878. OGroßherzogliches Ortsgericht Ockstadt. 61 Gröninger. Anterjacken, das Stück 1 Mark 50 Pfennig, bei 1 L. Wetterhahn. I Melker gesucht. 1 Für die Besorgung von 8 bis 10 Kühen wird ein tüchtiger, vertrauter und gut empfohlener Mann anzu— stellen gesucht.— Es wollen jedoch nur solche Anmeldungen emacht werden, denen beste Zeugnisse beigefügt werden önnen. Abresse: Rudolf Mosse, Baden- Baden.(24/ů XII.) Fullerschucidmaschinen 69 in 10 verschledenen Größen, für deren Güte garantirt wird(Probezeit 14 Tage), sind vorräthig in der landwirthschaftlichen Maschinen- und Geräthewerk— stätte von Fauerbach b. Fr. K. Häuser. * 510 Ars Trauben- Brust- Syrup mit Fenchelhonig. bestes Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Hals- und Brustschmerzen,. In Flaschen k Mark I. und Mark 1.50. J. A. Windeeker, Hoflieferant in Friedberg, Ph. J. Welss in Bad-Nauheim. 59 Eine Wohnung aut 5—7 Zimmern, Kammern, füche ꝛc. bestehend ist zu vermiethen und kann bis Anfang März 1878 bezogen werden. 7 h. Diener am Bahnhof. 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Anz. 71 für Schulen, physikalische Cabinete, sowie auch Zubehör öffentlich versteigert hone zum Privatgebrauch liefert das 8 Pfennig Die Buchhandlung von Carl Bindernagel. Vorschuß-& Credit-Verein zu Friedberg. (Eingetragene Genossenschaft.) Ausweis pr. Dezember 1877. 67 Einnahme. Kasse⸗Bestand pr. 1. Dezember 1877 Wechsel — L. 24378. 63 63973. 92 Depositen 1 21287. Inkasso ⸗Wechsel» 2288. 64 Conto⸗Cortente 4„ 189022. 50 Conto⸗Cortente B. 2 39100— Spar⸗Einlage„ 67366. 45 Stamm le, Monatsbeiträge„ 4803. 95 Reservefond, Beitritte 5 42.— Effecten 2 20753. 15 Hypotheken 5 800.— Hausmiethe* 950.— Mobilien und Utensilien, verk. Spar⸗ Einlagebücher 5. 60 1192. 40 593. 40 1398. 25 227. 10 Wechsel⸗Zinsen Depositen⸗Zinsen Effecten⸗Zinsen Oppotheken⸗Zinsen Wechsel⸗Spesen 2*** M. 432161. 10 Ausgabe. Wechsel Depositen Conto⸗Cortente 4. Conto⸗Corrente B. Auswärtige Correspondenten Spar⸗Einlagen M. 55980. 83 „ 14717.— 172321. 26 „ 30003. 95 » 187. 75 „108600. 60 Effecten 5 4188. 3 Hausrepataturen 5 469. 10 Unkosten 9 1532. 31 Wechsel⸗Spesen 5 53. 61 Kasse⸗Bestand pr. 1. Januar 1878„ 42416. 66 M. 432161. 10 Eingang. Ausgang. M. 130889. 92 Wechsel⸗Conto⸗Corrente A. M. 139287. 1 5 6119. 78 Wechsel⸗Conto⸗Cortente B.„ 2057. 80 7621. 63 Wechsel⸗Giro 3790. 86 55 16 Wechsel Inkasso—.— „ 18547. 80 M. 16504 7. 97 Effecten 22992. 88 2 — — + — 7 „ . * Alle Sorten Därme und Blasen Bad Nauhelm. W. Haustein, Meßgerei. Ein luͤchtiges Ladenmaͤdchen 64 wird zu engaglren gesucht. Anmeldungen gefl. direkt an Georg Treusch, Hauau, Mercerle, und KLurz⸗ waaren⸗Geschaͤft.( 21/1.) Eine Grube Mist 66 hat zu verkaufen J. Staubi, Kirchgasse. Herrenkragen u K ge e 5 75 2 N 4 V Im Saale zu den 3 Schwertern. Chinrks weltberühmtes Mech. Welt-CTheater u e deere verbunden mit Concert eines großen Orchestrions. Sonntag den 6. und Montag den 7. Januar 1878 Große brillante Vor stellungen (Sonntag 2 Vorstellungen, Nachmittage 4 UÜbr und Abends 8 uhr.)? Deutsche Colonie in Amerika. Zum 1. Male(Neu): Schlacht und Erstürmung von Plewna am 10. December 1877. Zum Schluß: Komische Verwandlungen. Samstag den 5. Jannar, Nachmittags 3 Uhr: Prima Fleischwurst, so wle We Nierenfett billigst bel 1 anheim. W. Hanstein, Metzgerei. 2 Schuhmachergesellen 38 finden gegen hohen Lohn dauernde Beschaͤftigung. Bad⸗Nauheim. Jean Hartmann. 30 Eine große Parthie buchene Hackklötze werden billig abgegeben bei Adolf Engel, Usagasse. Grosse Extra Minder- Vorstellung. Großes Lager Eintrittspreis für Kinder im Saal 20 Pfennig.— Galerie 10 Pfennig.— Erwachsene die gewöhnlichen Preise. 65 a Empfehlung. Unterzeichneter empfiehlt sich im Einsetzen künstlicher G. bißstücke, Plombiren und Ausziehen c. 1c. der Zähne u. s. w. Meine Wohnung befindet sich in meinem Hause eine Stiege hoch, Kaiserstraße, zwischen den Apotheken. Friedberg. A. Winkler, Zahntechniker. 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Airchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Epiphanias. Missionsfest. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Schwabe. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittage 9½,ʒ Uhr: Herr Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Katholische Gemeinde. Sonntag Vormittag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Christenlehre mit Andacht. 5 Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. (Hierzu Unhaltu et Nr. 1) Gaͤnsebraten ——