rkt, 1* 1877. Dieiensiag den 27. Lebruar. 1 24. berhessischer Anzeiger. Erscheint jeden Donnerstag und Samstag. wird mit 11 Pfennig berechnet. P ze 2 f 1 r Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Dienst Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatt ist zu publiciren: Nr. 7. sub 1. Bekanntmachung, den Ausschlag der zur Bestteitung der allgemeinen Bedürfnisse der evang. Kirche des Großherzogthums im Jahr 1877 erfordet⸗ lichen Steuern betr.— sub 2. Bekanntmachung, die Abänderung einiger Bestimmungen der Grundsätze für die Fixation det Braustcuer beir.— sub 3. Bekanntmachung, die Vergütung für die in 1877 in Geld zu berichtigenden Besoldungs und Pensions-Naturalien beir.— Nr. 8. sub 1. Bekanntmachung, die Bildung von Sach derstäncigen⸗ Vereinen in Gemäßbeit der Reichsgesetze vom 9., 10. und 11. Januar 1876 über das Urbeberrecht an Werken der bildenden Künste, den Schutz der Photographien und das Urheberrecht an Mustern und Modellen betr.— Nr. 9. sub 1. Bekanntmachung, das Papietsormat zu Eingaben an die Behörden betr. Friedberg den 24. Februar 1877. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Deutschen Reiches publitirt worden: Nr. 6. Civilprozeßordnung Seite 83.— Einführungsgesetz zur Civilprozeßordnung Seite 244.— Nr. 7. Bekanntmachung, betreffend die Ausgabe verzinslicher Schotzanweisungen Seite 251. — Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 6. Juni 1863, die Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr und die Vergütung der Brandschäden. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. f Es stehen noch immer Viele von Ihnen mit der Berichtserstattung in obigem Betreffe zurück. Wir sehen daher derselben umgebend bei Meidung von Wartboten entgegen und bemerken noch, daß in Folge der Einsendung von Brandversicherungs-Declarationen die Berichtserstattung nicht Friedberg am 23. Februar 1877. unterbleiben kann. Dr. Brad een. Betreffend: Maßregeln gegen die Rinderpest. Friedberg am 23. Februar 1877. —*. f Das Großherzogliche Kreisamt Friedberc zoglich 7 i an die Großh. Bürgermeistereien, Großh. Polizei-Verwaltung zu Bad-Nauheim und Großh. Polizei-Commissär zu Wickstadt. Indem wir uns auf die heute erlassene Bekanntmachung rubr. Betreffs beziehen, laden wir Sie ein, in Ihrer Gemeinde die Viehbesitzer zu versammeln, alsdann die gedachte Bekanntmachung und das weiter beute erlassene Ausschreiben zu verlesen und zur Besprechung aue zusetzen. Wir bezweifeln nicht, daß es Ibnen hierbei gelingen werde, das Verständniß der Notbwendigkeit der getroffenen Vorkehrungen gegenüber der drohenden Gefahr, wo diese nöthig sein sollte, zu erwecken, und das allseitige eiftige Zusammenwirken zum Zwecke deren Abwendung anzuregen und zu fördern, wie wir auch vertrauen, daß Sie sich der Ausführung und Durchführung der vorgeschriebenen Maßregeln, die, so wie anderwärts, auch bei uns des guten Ersolges nicht entbehren werden, mit allem Eifer unterziehen. In den Fällen der§§. 13, 14 und 15 der Reichs-Instruction vom 26. Mai 1869 zu Reichsgesetz, betreffend Maßregeln gegen die Rinderpest(Regierungsblatt von 1870 Nr. 63, Anl. 4, Seite 44) ist uns alsbald Meldung zu machen, und werden Sie bei dringendem Verdacht eines Scuchesalls für eine sofortige vorläufige Absperrung des verdächtigen Gehöftes Sorge tragen, wenn die Untersuchung der Thiere durch einen Veterinäkarzt nicht sogleich erfolgen kann. J. V. d. K.: Klietsch, Kreis ⸗Assessor. Bekanntmachung. Bei der Ausdehnung der Rinderpest in jüngster Zeit hat auf Anregung des Reichskanzler- Amts Großherzogliches Ministerium des Junern zur Verhütung der Einschleppung, bezw. Weiterverbreitung der Seuche, geeignete Anordnungen erlassen und ist unsererseits deren Ausführung bereits angeordnet worden. Wir unterlassen daher nicht, auf nachstehende gesetzliche Bestimmungen zur strengsten Beachtung aufmerksam zu machen: Jeder, der zuverlässige Kunde davon erlangt, daß ein Stück Vieh an der Rinderpest krank oder gefallen ist, oder daß auch nur der Verdacht einer solchen Krankheit vorliegt, hat ohne Verzug der Ortspolizeibehörde Anzeige davon zu erflatten. Die Unterlassung schleunigster Anzeige 0 hat für den Viehbesitzer selbst, welcher sich dieselbe zu Schulden kommen läßt, jedenfalls den Verlust des Anspruches auf Entschädigung für die ihm 1 1 gefallenen oder getödteten Thiere zur Folge. Für die auf Anordnung der Behörde getödteten Thiere, vernichteten Sachen und enteigneten Plätze, sowie für die nach rechtzeitig erfolgter Anzeige des Besitzers gefallenen Thiere wird der durch unpartelische Taxatoren festzustellende gemeine Werth aus der Bundeskasse vergütet. Diese Eytschädigung wird jedoch nicht gewährt für solches Vieh, welches innerhalb zehn Tage nach erfolgter Einfuhr oder nach Eintrieb über die Bundesgrenze an der Seuche fällt. (§. 3 und 4 des Reichsgesitzes vom 7. April 1869,„Maßregeln gegen die Rinderpest“ betreffend.) Der Besitzer darf dann dle kranken Thiere nicht schlachten oder tödten, etwa gestorbene Thiere aber nicht verscharten oder sonst beseitigen, ebe die Natur der Krankbeit festgestellt ist. Bis dahin sind todte Thiere so aufzubewahren, daß das Hinzukommen von Tdieren oder Menschen abgehalten wird. (§. 12 der Instruction zu dem allegirten Reichsgesetze vom 26. Mai 1869.) sowie eine kurze Belehrung über die Keynzeichen der Rinderpest, wie sie eine der neueren Autoritäten, Dr. Röll, von dieser Seuche gibt, zu veröffentlichen; „Die Krankheitserscheinungen bei der Rinderpest beginnen meist allmählich und nur selten unter stürmischen Erscheinungen;z aufangs zeigen sich zumeist Maltigkeit und Hinfälligkeit, verminderte Munterkeit, seltener eine gewisse Unruhe, Stampfen mit den Füßen, Stoßen mit den Hörnern ze. Die HFreßlust ist anfangs noch vorhanden„der Dufst gesteigert, das Wiederkauen geschleht träge, mit Unterbrechung. Der Mistabgang ist verzögert. Die Entleerungen sind dunkelfarbig trocken, der Bauch ist aufgetrieben, das Aufkrümmen des Rückens weist auf innere Schmerzen bin. Fieberschauer, Zittern und Schütteln des Kopfes pflegen schon im ersten Beginn nicht zu fehlen, auch ist jetzt schon ein hohl klingender Stoßhusten bemerkbar. An der Nase, die anfangs rocken und heiß scheint, bemerkt man bald einen schleimigen Ausfluß, sowie starkes Thränen der Augen. Nach Verlauf einiger Tage nimmt die Abflumpfung und Schwäche zu, das Wiederkauen hört vollständig auf, das Maul ist geröthet angeschwollen; aus diesem und der Nasenbffgungen fließt ein zäher gelbgrüner Geifser aus, auf der Zunge am Zahnfleisch und Gaumen erscheinen kleine Bläschen, welche spater zerplatzen, wonach bann nach setzenartiger, mit üblem Geruch verbundener Ablösung der Haut die genannten Maulparthien wie angefressen erscheinen und leicht bluten. Hiermit tritt heftiger wässeriger übelriechender, z. Th. auch blutiger Durchfall mit starkem Drang ein, die Abmagerung sowie die Entkrästung nehmen rasch zu, von den fortdauernden Schmerzen gibt das Benehmen der Thiere Zeugniß. Der Tod erfolgt meistens am 5, bis 7. Tage nach dem ersten Auftreten der Fiebererscheinungen.“ Friedberg am 23. Februar 1877. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 1 J. V. d. K.: Klietsch, Kreis- Assessor. 2 Betreffend: Die Maßregeln gegen die Rinderpest. Friedberg den 23. Februar 1877. Das Großherzoglche Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien, Großh. Polizeiverwaltung zu Indem wir Ihnen nachstehendes Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 16. Februar laufenden Jahres zu Nr. 2724 im Auszuge mittheilen, eröffnen wir Ihnen Folgendes: 1. Zum Behufe der Aufnahme und Ueberwachung der Viehstände ist durch Sie in jedem Orte ohne allen Verzug eine Aufsichts⸗ commission zu bestellen, welche je nach der Größe der Orte mindestens aus 3 Ortsvorstandspersonen bestehen soll. Hierzu gehort stets der Bürgermeister oder der Ortspolizeibeamte, wenn dieses der Bürger— meister nicht selbst ist. 2. Diese Commission hat nach dem im Regierungsblatt vom Jahre 1867, Seite 275, abgedruckten Formulare den Bestand der betreffenden Viehgattungen(Ochsen, Kühe, Rinder, Schafe, Ziegen) in jeder Hofraithe aufzunehmen und diesen Stand alle 8 Tage an Ort und Stelle zu revidiren. Die 1. Aufnahme erfolgt am 1. März, die 2. am 8. März und sofort bis auf Weiteres. 3. Jeder Ab- und Zugang, im Falle eines Zugangs, auch der Ort der Herkunft des Stückes ist von dem Besitzer dem Bürgermeister bezw. dem Ortspolizeibeamten als dem Vorsitzenden der Commission unverzüglich anzuzeigen. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden hierzu nach der 1. Aufnahme durch die Ortsschelle und durch Anschlag in den Publikations-Kasten die Viehbesitzer unter dem Bedrohen auffordern, daß jeder Unterlassungsfall uns zur Veranlassung polizei— gerichtlicher Bestrafung angezeigt werden würde. Auszug. Bad-Nauheim und Großh. Polizei-Commissär zu Wickstadt. 4. Die Commissionen werden bei den wöchentlichen Revisionen den Befolg der unter 3. getroffenen Anordnung controliren, sowie Außerachtlassungen uns sofort einberichten. Dieselben werden aber auch auf den Gesundheitszustand der einzelnen Viehstände, auf den Ursprungsort der neu eingeführten und auf den Bestimmungsort der ausgeführten Stücke eine ganz besondere Aufmerksamkeit verwenden. Bei Wahrnehmung verdächtiger Krankheitserscheinungen ist Großher— zoglichem Kreisveterinäramt Friedberg zur weiteren Untersuchung des Falles alsbald Mittheilung zu machen. Eine Revision des Viehstandes und der Liste durch Großherzog— liches Kreisveterinäramt Friedberg bleibt vorbehalten. Auch wir werden gelegentlich Veranlassung nehmen, uns von einer ordnungs— mäßigen Listenführung Ueberzeugung zu verschaffen. In die 1. Spalte des Formulars wird das Wohnhausnummer des Viehbesitzers, in die 2. dessen Vor- und Zuname, in die 3. der [Tag der Aufnahme bezw. Nevision ꝛc. eingetragen. Das nöthige Formularpapier, wovon 1 Bogen angeschlossen, ist in der Druckerei von Carl Bindernagel dahier pr. Bogen zu 6 Pfennig zu beziehen. Ueber die Bestellung der Commission, die Aufnahme des Vieh— standes am 1. März laufenden Jahres und den Erlaß der Bekannt— machung unter 3. wollen Sie bis zum 3. März laufenden Jahres unfehlbar Bericht erstatten. J. V. d. K.: Klietsch, Kreis Assessor. Darmstadt am 16. Februar 1877. Das Großherzogliche Ministerium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. Die bedrohliche Ausdehnung, welche die Rinderpest in jüngster Ueberwachung der Viehbestände eine Aufsichts-Commission zu Zeit erreicht hat und die Wahrnehmung, daß die Ausbreitung der Seuche mehrfach durch Verspätung der Anzeigen über verdächtige Krankheitserscheinungen unter den Viehständen befördert worden ist, haben die Königlich Preußische Regierung veranlaßt, fur das dortige Staatsgebiet die sofortige Einführung einer allgemeinen Ueber— wachung der Rindviehbestande anzuordnen. Mit Rücksicht auf das unvermuthete Ausbrechen der Rinderpest in 50 und mehr Meilen von den bekannten Seuchenorten Juteresse der Viehbesitzer und des Gemeinwohls nothwendig, wenn auch die Seuche in unmittelbar an das Großherzogthum gränzenden Bezirken bis jetzt nicht ausgebrochen ist, doch schon jetzt die zur Verhütung des Einschleppens und der Weiterverbrei⸗ tung derselben erforderlichen Maßregeln zu ergreifen und eine sorg— fältige Ueberwachung der Rindviehbestände auch in dem diesseitigen Staatsgebiete eintreten zu lassen. Indem wir daher einer deßfallsigen von Seiten des Reichs— kanzler-Amts an die Großherzogliche Regierung gerichteten Anregung Folge geben, haben wir auf Grund des§. 1 des Reichsgesetzes vom 7. April 1869, betreffend die Maßregeln gegen die Rinderpest, wonach in dem Fall, wenn die Rinderpest in einem Bundesstaat ausbricht, die zuständigen Verwaltungsbehörden der einzelnen Bundesstaaten verpflichtet und ermächtigt sind, alle Maßregeln zu ergreifen, welche geeignet sind, die Einschleppung und beziehentlich die Weiterverbreitung der Seuche zu verhüten, die nachfolgenden Anordnungen beschlossen, mit deren thunlichst schleuniger Einführung wir Sie hiermit beauftragen. entfernten Gegenden erscheint es im In einem jeden Orte ist zum Behufe der Aufnahme und bestellen, wie eine solche bereits durch§. 10 und 11 der Gr. Ver— ordnung vom 23. Mai 1867, betreffend Vorkehrungen gegen ansteckende Thierkrankheiten, insbesondere gegen die Rinderpest(R-Bl. S. 245 ff.) vorgesehen ist. Die Zahl der Mitglieder dieser Commissionen ist je nach der Größe der Orte zu bestimmen; dieselben müssen mindestens aus drei Ortsvorstandspersonen bestehen, zu welchen stets der Bürger— meister oder der Ortspolizeibeamte, wenn dieses der Bürgermeister nicht selbst ist, gehören soll. Die Commission hat alsbald nach dem in dem Regierungsblatt vom Jahre 1867, Seite 275, abgedruckten Formulare den Bestand der betreffenden Viehgattungen(Ochsen, Kühe, Rinder, Schafe, Ziegen) in jeder Hofraithe aufzunehmen und diesen Stand alle 8 Tage an Ort und Stelle zu revidiren. Bei dieser Commission ist jeder Ab- und Zugang, im Falle eines Zugangs zugleich der Ort der Herkunft des Stücks von dem Besitzer anzuzeigen. Bei diesen wöchentlichen Revisionen haben die Commissionen auf alle Veränderungen in dem Gesundheitszustande der einzelnen Viehstände, sowie auf den Ursprungsort der neu eingeführten und auf den Bestimmungsort der ausgeführten Stücke besondere Aufmerksamkeit zu verwenden. Sollten sie hierbei ver— dächtige Krankheitserscheinungen wahrnehmen, so haben sie afsbald den zuständigen Kreisveterinärarzt zur weiteren Unter— suchung des Falles zu berufen. Ber fen,, Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Landgestütsbeschäler auf die Gestütsstationen Berstadt, Düdelsheim und Nieder— Wöllstadt abgegangen sind. Friedberg den 26. Februar 1877. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. J. V. d. K: Klietsch, Kreis Assessor. Beek an n tm ach uen g. Der land wirthschaftliche Consumverein zu Friedberg hat eine bedeutende Quantität seidereinen Roth- und Luzerne-Klee⸗Samen zur Abgabe an die Landwirthe der Wetterau angekauft. Da bekanntlich der von diesem Verein seit einigen Jahren abgegebene Klee-Samen sich als seiderein bewährt hat, so nehme ich Veranlassung, diese Bezugsquelle hierdurch umsomcehr angelegentlichst zu empfehlen, als eine Vertilgung der Kleeseide nur dadurch ermöglicht wird, daß lediglich seidereiner Samen zur Aussaat kommt. Friedberg den 24. Februar 1877. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Friedberg. D B Be a n e h eee Dem Wunsche des Herrn Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins fur die Provinz Oberhessen entsprechend, bringe ich nachstehendes Programm über den am 16. und 17. März laufenden Jahres in Leipzig stattfindenden Kartoffel-Saatmarkt zur öffentlichen Kenntniß. Friedberg den 24. Februar 1877. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Friedberg. DFF B D 5 Zweiter Kartoffel⸗Saatmarkt zu Leipzig am 16. und 17. März 1877 in der Centralhalle. Bestimmungen. 1 Der zweite Kartoffel-Saatmarkt zu Leipzig findet am 16. und 17. Marz 1877 in der Centralhalle von Morgen 9 Uhr bis Abends 6 Uhr statt. 2) Der Verkauf auf dem Kartoffel- Saatmarkte geschieht durch den! Produtenten und bezw. Händler selbst oder durch einen von ihm bestellten Stellvertreter oder Agenten ausschließlich nach aufzustellenden Mustern. 3) Die Muster jeder einzelnen Sorte müssen mindestens 2½ Kilo betragen und der Beschaffenheit der verkäuflichen Waare entsprechen. a Sc daß d int e gel dien U N g 91 f Marl! auff dessen Orte. Ma det fa men geg ml 6 und — 4) Da es wünschenswertb ist, daß beim Verkauf der Kartoffeln deren Gehalt an Stärkemebl Berücksichtigung finde, so ist Veranstaltung getroffen, daß die Untersuchung von Kartoffelmustern auf ihren Stärkegehalt gegen eine angemessene Vergütung auf Wunsch dee Betbeiligten durch dazu auf: gestelltes zuverlässiges Personal im Marktlocal selbst vorgenommen werden kann. 5) Der Markt- Ausschuß übernimmt die Verkaufsvermittelung für diejenigen Käufer und Verkäufer, welche es wünschen. Aufträge sind schriftlich an den Schriftführer des Marktausschusses, Herrn Kreissckretair Francke in Leipzig, zu adressiren. Dieselben müssen genaue Angabe bin— sichllich der Sorten, der Gewichtsmenge und des Preises entbalten. Der Marktausschuß berechnet für diese Vermittelung dem Auftraggeber 50% der Kaufsumme, jedoch mindestens 1 M. und böchstens 10 M. 6) Die Ausstellung der Muster erfolgt durch den Verkäufer oder dessen Beauftragten an dem ihm durch den Marktausschuß anzuweisenden Orte. Im Falle der Uebertragung der Verkaufsvermittelung an den Marktausschuß übernimmt der letztere auch die Ausstellung gegen Vergütung der Baarauslagen. 7) Flache Körbe zum Auslegen der Muster, je 2% 2½ Kilo Kartoffeln 9) Vorherige Anmeldung unter Angabe der Sortenzahl ist wegen Eintheilung des verfügbaren Aufstellungsplatzes wünschenswerth. 10) Einsendu ngen. Die Muster sind, soweit sie nicht durch den Verkäufer selbst mitgebracht werden, zu adresstiren: An den Ausschuß für den Kartoffelsaatmarkt ia der Centralballe zu Leipzig, welcher sie vom 12. März an in Empfang nimmt. 11) Mit der Auslage der Muster kann bereits am 15. März be⸗ gönnen werden. 12) Die vollständige Räumung des Lokals muß noch am Abende des zweiten Marktages erfolgen.— Bis Abends 8 Uhr nicht weggetäumte Proben bleiben zur Verfügung des Marktschusses. Rücksendungen durch den Marktausschuß erfolgen nur auf besonderes Verlangen und auf Kosten des Einsenders. 13) Eintrittskarten. Es werden Katten zum einmaligen Eintritt gegen Entrichtung eines Betrags von 25 Pf. und auf die Person lautende Karten für die Dauer des Marktes gegen Zahlung des Betrags von 50 Pf. ausgegeben. Zur Lösung solcher Karten sind ebensowohl Käufer wie Verkäufer und deren Beauftragte verpflichtet. 5 der sassend, können im Marktlokale zu 15 Pf. pro Stück in Empfang genom- 14) Versammlung. Freitag den 16. März, Nachmittags 4 Uhr, . etkige men werden. Es ist indessen völlig dem Ermessen des Verkäufers anheim; findet in dem Kaisersaale der Centralhalle eine Versammlung von Inte— 8 a 0 5 9 3 Were gegeben, in welcher Weise er seine Proben zur Auslage bringen will. ressenten statt. Die Tagesordnung für die abzubhaltenden Vorträge über eiteden 8) Jede zur Auslage bestimmte Sorte muß in d ullicher Schrift die Kartoffel und ihre Cultur und daran anzuschließende Beratbungen Bled mit der Firma des Verkäufers und dem Namen der Sorte verseben sein. wird im Marktlokale angeschlagen. Die E ntrittskarten zum Markte be- Bekannt: 0 0. 1 5 l Es ist zu wünschen, daß auch Angaben über die verkäuflichen Mengen rechtigen auch zur Theilnahne an der Versammlung. Jattes und den Verkaufspreis hinzugefügt werden. Leipzig, im Februar 1877. Der Markt Ausschuß. 1*—*— 75 0 1 228 steiger 0 N 3 Ver ino 5 5 Versteigerun Ofraithe-vetsteigerun 5 Holz⸗Versteigerung. Holz-Versteigerung. 4 eigerung. 98 Frei 2. Mär: N 9 8 0 598 Freitag den 2. Mürz d. J., e 9 Ubr, 66 Freitag den 2. März 1877, von Vormittatzs 9 Uhr 630 Montag den 5. März l. J., Vormittags 11 Uhr kommen in den diesseitigen Waldungen, Distrikt Kron— Ott 5 i 85 1 5 8 5. bach, zur Versteigerung: N an, werden in den Freiherrlich v. Ritter'schen Waldungen soll in hiesigem Ra e des Schneider⸗ at und e 1. B 18 und Nutzholz zu Hof Hasselheck meisters Konrad öffentlich meist⸗ „Bal l id Nu U 18. 8 18 8 0 N 11 f 91l 1 d versteigert werder zu 2 Eichen mit 0,96 Festmeter Inhalt und 2 Buchen 18 Raummeter Kiefern Rundscheitholz, bletend versteigert werden. 8 3 14 8.0 2 8 2 4 Eichen⸗Prügelholz Hierbei bemerken wir, daß dem Letztbietenden un⸗ Fr. Ber⸗ mit 1,44 Festmeter Inhalt. 2 5 5 l * 78* Kiefern 5 mittelbar bei der Versteigerung die Genehmigung ertheilt austeckende Drenn go ls. 9,8 g Stockholz werden soll. 8. 245 fl.) 587, Raummeter Scheitholz, 11! Raummater N I, 6036 Wellen Birken-⸗ und Eichen Reiserholz Friedberg den 55. Februar 1877 3 a 22 Raummceter Stöcke und 874 Raummeter Ast 950 4 Aspen, Nadel Reiserbolz Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. g reifer. 8 322 Kiefern Reiserholz, Fouec ar 2 Bei dieser Gelegenheit werden mitversteigert: 200 Dorn, 8 ratt⸗ A. Aus dem Distrikt Kronbach, Totalität. 29 Läste Allerletholz, Bad 5 Nauheim. melder Bauholz: 1 Eiche mit 0,27 Festmeter Inhalt, 7 Fichten 1450 Gebund Ginstern, 10 8 2 7 1 e mit 1,74 Festmeter Inhalt und 1 Eiche mit 13 Stämme Eichenstammholz, 3—6 Meter lang und Blensdorf 8 M bel Magazin 25 0,28 Festmeter Inhalt. 24— 30 Centimeter Durchmesser, ne und solid gearbeitete Möbel, soͤwohl teruckte Brennholz: 1 Raummeter Eichen Knüppel, 5 Raummeter 114 Stämme Kiefernstammholz, 6— 10 Meter lang r ri Ochsen, Buchen⸗Scheit, I Raummeter Buchen-Knüppel und 11 Centimeter Durchmesser, a 0 6 Raummeter Buchen⸗Astreis, 1 Raummeter 142 Stück Kiefernstangenholz von 5—9 Meter Länge 8 gemischte Knüppel. und 9— 14 Centimeter Durchmesser * B. Aus dem Distrikt Schönberg. an den Meistbietenden versteigert. 5 l 1 allt tines 4 Naummeter Buchen-Scheit, 6 Raummeter Buchen— Der Anfang der Versteigerung ist im Lohschlag naͤchst T BGei ven den Astreis. der Usinger Straße 8. a bedingungen W.* eee Friedberg den 20. Februar 847..——— 1 C. Aus dem Distrikt Sch ießenburg. e er 196 Universal 1 Raummeter Eichen-Astreis, 2 Raummeter Buchen— 5 155 p 11 3 See f 3535353 7 g Knüppel, 2 Raummeter Buchen-Astreis, 4 Raum⸗ der Freiherrlich v. 8* utsverwaltung Reinigungs— Salz. (n emischte üpr 2 Rau. ent n. zu Rüdesheim 1 8 f 84.. gemischte Knüppel, e e gemischt Ast— Heidt Von allen Kerzten als das einfachste und billigste * l 1 1 Fichten! 1 D 5——— e. ů—— ẽ bͤ1'.ö—I—buj—— Hausmittel empfohlen gegen Säurebildung, Aufstossen, vet Ame trnft„ ne am Dun bern⸗ 5 51 31 1681 17 Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magenbe- ben Usenborner Vieinalweg. 7 9 5(4 8 0 a 1 Irieinal-Packeten mit Ge aben 3 4. 7 0 0. schwerden in ½„ ½ Origina acketen mit Ge- 5 Bemerkt wird hierzu noch, daß sämmtliche Holzer in— l 0 1 prauchs-Anweisung à ½, ½ʒ und ½ Mark zu haben dei Unick— nächster Nähe des chaussirten Vieinalweges von Orten- 575 In den Freiherrlich v. Franckenstein'schen Wald Frau Hoflief. Windecker in Friedberg. distrikten Eichelgarten, Mörler-Unter und Galgenkopf berg nach Usenborn lagern. werden versteigert: 5 2 Ph. J. Weiss in Bad-Nauheim. Ortenberg den 20 Februar 1877.. 8 Gräflich Stolbergische Rentkammer. Do stag de März l. J.. 4 5 d St 4 7 R 0 3 5 18 a. W 97 S t ik U U U A 1 U inpfe, Eichen, Birken-Prügelholz, sowie Strumpflängen für Erwachsene und Kinder billigst bei Aspen-Prügelholz 1 K. Friedri 1 639 K. Friedrich. 5 Buchen-, Birken⸗Stockholz, 8 00 Stück Buchenwellen, Versteigerung. 6 5 580 Freitag den 2. März d. J., Vormittags 10 Uhr, 15 ura läßt Unterzeichneter wegen Aufgabe der Oeconomie nach 200 8 l 5 L ehrling 8—(8 5 uch stehende Gegenstände und zum Theil gegen Credit bis 7 70„ 1 Wellen, 4 J 897 6* 5 0 0 stei: 0 3590„ Nadel-Aspen 5! 5* ö . 8 4300 1 Eichen Birken.(Vackholz), 500 Für ein Eisenwaarengeschäst einer gewerbreichen 0 i 0 986 Gebund Ginstern Stadt Hessens wird ein solider junger Mann in die 2 Kühe, 0 ö 1 3 Leb sucht 2 Rinder 119 Lärchenstangen von 5 Centimeter N urchmesser und Lehre gesuch 1 Mutt sch 1 6 Ferkeln Meter Länge Näberes bei der Expedition des Anzeigers 6 Mutterschwein mit 6 Ferkeln, 8. ge ü 5 ö 1 schweren zweispännigen fast neuen Wagen mit 3665 Kiefern-Bohnenstangen. 617. Eltern, welche ibre Kinder später Gymn. od. gat“ Zubehör 2) Freitag den 2. Marz l. J. die Realsch. besuchen lassen und zu diesem Zweck erreichen 1 9 e 1 3 f N* 2 1 1.— 5 0 8 15 a* e* 1 3 1 Arete 1 einspännig und zwelspännig zu benußenden Wagen, 228 Cichenstamme von 15— 24 Centim. Durchmesser, wo 5 daß dieselb. 111 Ae 1 den Aeerf. Unten. er ein- und zweispaͤnnig zu benutzende Chaise a 1— 12 Meter Länge mit 42,61 Kubikm. Inhalt, des vmn. od. der Realsch 3 17 N Anden bierzu ** verschiedene Pferdegeschirre in Fuhr und Acker 094 Eichenstangen von 7— 14 Centim. Durchmesser, 8 außtergew. n N in 1 geschuren, 4—12 Meter Länge mit 56,41 Kubikm. Inhalt, Pension in der Prov. Oberhessen. les Nähere Chalsegeschirre 3 31 Buchen- und Birken-Derbstangen. briefl. auf france. Anfr. durch Rudolf Mosse, 1 Heblade und noch sonstige Occonomle— und Haus f Sämmlliches Holz ist zu Wagnerbolz gut geeignet. Frankfurt n. M. unter der Chitfre zb auslon- 9 geräthschaften. 21. 8˙t 1817 Zusammenkunft an belden Tagen Morgens 10 Uhr 90 1 8. 5 l 11 13 Reschelsheim den 21. Februgn 27 im Distrikt Elchelgarten zunächst der ehemaligen Schieß 2 Fer 5* 0* 8 7 Hermann Vogt. mauern. Brut 3 E ier — de 0 de 7 1 n 1 A Ag 0 fh 100 8 9 1 1 Ockstadt den 20. Februar 1877. a 1 606 von achten Italiener Hühnern, à Stück 20 Pf., . 0 HO 5 7 er eiger ung. ö Der Freiherrlich 3 Franckenstein'sche Oberfoͤrster zu verkaufen. Naͤheres bei der Exped. des Anz. 1 f Ru m 9 f. 1— 7— 5 3 ö 625 Freitag den 2. März d. J., Morgens 9 Uhr, kommen——ͤs— 632 Zum provisionsweisen Verkauf courauter in dem Vilbeler Stadtwald zur Versteigerung! 2 2 242 Artikel werden thätige Leute gesucht. Dauernde Stell 1 116 Eichenstämme von 15— 80 Centim. Durchmesser Ein 0 U A 4 1 ud U U ung und lohnendes Geschaͤft bel regem Fleiße gesichert. 1 Länge 1 ö Gefaͤlige Offerten sub R. 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II. Bekanntmachung, die Zutheilung der Gemeinde Solms Ilsdorf zum Standesamtsbezirk Lardenbach bett. III, IV. und v. Uebersicht der für 1877 genebmigten Umlagen der istaclilischen Religionsgemeinden des Kteises Gießen in den Gemeinden des Kreises Bensheim und in den israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Groß-Gerau. VI. Diensinachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst gerubt: am 1. Febr. den auf die Schulstelle zu Höllerbach präh. Schul verwaltet Müller aue Wersau zu bestätigen; am 2. Febr. dem Schullehrer Morell zu Bieben die Schulsielle zu Bodenrod zu übettragen; am 5. Febr. den auf die Schulstelle zu Zell peäs. Schullehrer Bayerer zu Winterkasten zu bestäligen; an dem. Tage dem Schulverwalter Heß aus Lang⸗Göns die 3. Schulstelle zu Gambach zu übertragen; an dem. Tage die Milnätanwärter Krumb aus Kirtors, Blemmel aus Neu- Bamberg, Schneidet aus Köodingen, Zimmer- mann aus Dorn⸗ Dürkheim zu Conducteuxen bei det Main⸗ Neckar⸗Bahn zu etnennen; am 10. Febr. dem Schulver⸗ waltet Schachner aus Fehlheim die Schulstelle zu Klein 0 Krotzendurg zu übertragen. VII. Concutrenze Eröffnung. Erledigs ist: die 2. Schul⸗ slelle zu Raunheim, Gebal! 771 M. 42 Pf. Darmstadt, 22. Febr. Militärnachricht. v. d. Knesebeck, Sec.-Lt. vom Hus.⸗Regt. Nr. 7, commandirt als Adjutant bei der Großh. Kav.“ Brig. zum Pr.⸗Lt., Völsing, Sec.-Lt. vom Inf. Regl. Nr. 117 zum Pr.-L., v. Wachter, Port.“ Fähnr. vom Jus. Regt. Nr. 118 zum Sec. Et. befördert. Keim, Pr.⸗Lt. vom Inf.-Regt. Nr. 118 als Adjutant zur 44, Iuf' Brig. commandirt. Hamm, Major vom Inf.⸗Regt, Nr. 70, Freiherr Roeder v. Diersburg, Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 118, Schulz, Pr. ⸗Lt. von den Landwehr pioniern, Landw. ⸗Regts. Nr. 116. der Abschied bewilligt. — Am 1. Februar wurde der Realschuldirektor Dr. Stein zu Gießen auf Nachsuchen unter An⸗ erkennung seiner Pienste in den Ruhestand ver ⸗ setzt. Am 12. Februar wurde der Reallehrer Dr. Landmann zu Offenbach, zum Direktor an der Realschule zu Groß-Umstadt, der Lehrer Soldan zu Darmstadt, zum Dircktor an der Realschule zu Gießen, der Lehrer Dr, Schön zu Offenbach zum Direktor an der Realschule zu Oppenheim ernannt. — Die erste Kammer wird Dienstag den 13. März zur Erledigung des erwachsenen Matexials zusammentreten. Hierzu gehören in erster Linie die Gesetzentwürse in Betreff der Gehalte der Volksschullehrer, der Benutzung von Leichen zu wissentschaftlichen Zwecken auf der Landtsuniversität und det Competenz det Gerichte in Strassachen in den Propinzen Starkenburg und Oberhessen. Mainz, 23. Febr. Das Bezirksgericht ver- handelte beute gegen den Bischof Ketteler und die Kapläne Zipf und Dockendorf wegen ungesetzlicher Verwaltung der Pfarkeien Nieder Saulheim und Budenheim. Neu war in seiner Vertheidigung die Versicherung des Bischess, daß er bezüglich des ersteren Falles(wo der Kaplan Zipf die pfarramtlichen Functionen in spiritualibus nach dem Tode des Pfarrers sortsetzte) sich mit den Kirchengesetzen in Uebereinstimmung befunden zu haben geglaubt, und daß ihm bezüglich der Vor ⸗ gänge in der Pfarrei Budenheim, wo keine Kaplanei ist und vier oder fünf Geistliche(darunter sogar ein bis jetzt nicht ermittelter) abwechselnd pastortr⸗ ten, nicht das Mindeste bekannt geworden sei. Dem entgegen hielt die Staatsbehörde die An⸗ klagen vollständig aufrecht und beantragte in erster Sache 100 M. Geldbuße gegen den Kaplan Zipf nd 1000 M. gegen den Bischof, in der zweien 50 NI den Kaba Dottendorf und 1000 M. gegen den Bischof und dit Kosten. Das Urtheil wird am 28. l. M. verkündigt werden. Berlin, 23. Febr. Dem Reichstage sind bereils alle vom Bundesrath genehmigten Anlagen die Landesgesetzgebung in Elsaß-Lothringen zuge⸗ gangen. Auch die Abtheilungen haben sich con⸗ stituirt. Bei der in der heutigen Sitzung vorge— nommenen Präsidentenwahl wurden im Ganzen 296 Stimmen abgegeben, wovon jedoch nur 253 Gültigkeit batten; von diesen fielen 249 auf v. Forckenbeck, der die Wahl dankend annahm. Zum ersten Vice Präsidenten wurde p. Stauffenberg mit 210 von 297 abgegebenen Stimmen gewählt (v. Franckenstein erhielt 84); bei der Wahl des zweiten Vice-Präsidenten fielen von 277 Stimmen (wovon nur 210 gültig) 178 auf Für Hohen⸗ lohe Langenburg. Die Wahl der Schriftführer erfolgte hierauf durch Actlamation. Somit ist das Haus constituirt. — 23. Febr. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses erklärte der Justizminister in Beantwortung der Interpellation des Abgeordneten Komierowski betreffs Inhaftirung des Redatteurs Kantecki wegen Zeugniß- Verweigerung, es handle sich hierbei nicht um eine staatsanwaltschaftliche, sondern um eine richterliche Action, welche durch die versassungsmäßig fortgesetzte richterliche Unab- hängigkeit gedeckt werde“ Nachdem hierauf Wehren pfennig zur Unterstützung der Interpellation das Wort genommen und Windthorst(Meppen) die Intervention des Ministers bei der requirirenden Behörde(der Oberpost- Direction zu Bromberg) gefordert hatte, erwiederte nochmals der Justiz · minister, er könne dem Oberpost- Director keine Weisungen ertheilen. Seitens des Abg. Lasker wurde die Wiederholung der Interpellation im Reichstage befürwortet. Demnächst nahm das Haus in dritter Lesung den Gesetz Entwurf wegen Theilung der Provinz Preußen an. Bei der nun- mehr folgenden Fortsetzung der Berathung des Etats des Cultus Ministeriums vertagte sich das Haus bis Abend. In der Abend⸗Sitzung wurde sodann der Antrag angenommen, wonach die Re⸗ gierung aufgefordect wird, einen Gesetzentwurf vorzulegen, betreffend die Gewährung einer Bete hülfe des Staates zu Strom- und Uferschutz · Anlagen am Elbdeiche auf der Wilster Marsch. Hierauf wurde in der Berathung des Etats des Cultus- Ministeriums fortgefahren.— 24. Febr. Das Abgeordnetenhaus nahm in der zweiten Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Verwendung der Bestände für die außetordentlichen Bedürfnisse der Bauverwaltung im Etats-Jahre 1877/1878 und die Aufnahme einer Anleihe zu Bau-Ausführungen auf Staatsbahnen, unverändert an. Bei der Berathung der an die Budget Commission ver- wiesenen Positionen des Handelsktats wurde de— schlossen, die Regierung zur Vorlegung einer Uebersicht über die im Gange befindlichen Bauten bei Canälen, Schleußen und Häfen im nächsten Etat, sowie zur Vorlegung eines Finanzplanes wegen der Beschaffung der dazu erforderlichen Mittel, eventuell im Anleihewege, aufzufordern. Hierauf wurden in der fortgesetzten zweiten Lesung des Cultusetats die Kapitel 124 und 125(Aus- gaben) unverändert genehmigt. In einer Abend- sigung wurde sodaun die zweite Beratdung des Etats des Cultusministersums beendigt, sodann der allgemeine Finanz-Etat den vorher beschlossenen Zusätzen und Streichungen gemäß abgeändert und schließlich der Etats gesetzentwurf genehmigt, wonach Einnahmen und Ausgaben des Etats sich mit 651,638,414 M. das Gleichgewicht halten. Somit ist nun die zwelte Berathung des Budgets beenditt. — 24. Febr. Das Herrenhaus genehmigte den Gesetzentwurf über die Unterbringung verwahrloster Kinder in Besserungs-Anstalten in der Spectalde⸗ batte und erledigte außerdem vier andere kleinere Vorlagen und Petitionen. — Aus Nicaragua wird gemeldtet, daß ein in dem dortigen Platze Realejo wohnender Deutscher, Namens Eisenstück, mißhandelt worden set, und die deutsche Regierung, die keine Kriegs⸗Schiffe n der Gesetentwurf wegen Unter- suchung von Steunsällen np die Vorlage über sangegangen habe. dort hat, die englische Regierung um Beistand Das englische auewärtige Amt telegraphirte darauf an den Ober⸗ Befehlshaber der Flotten-Station des Stillen Oceans: er solle Genugthuung verlangen, und die Schaluppe „Daring“, die vier Geschütze führt, ward sogleich nach Realejo gesandt, um eine Untersuchung an— zustellen. Am Abend des 19. Januar lief das Telegramm ein, und die Schaluppe segelte noch in derselben Nacht von Panama ab. Limburg. Der Mittheilung, daß sich Bischof Blum in Rom befinde, wird von katholischen Blältern widersprochen. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 21. Febr. Die„Pol. Corr.“ meldet: Heute Nachmittag zwei Uhr hat in den Büreaus des Ministers des Innern die Conferenz der Mitglieder der Ver⸗ fassungs- Partei stattgefunden, an welcher sich Mitglieder beider Häuser des Reichsraths be⸗ theiligten. Der Minister des Innern gab eine pragmatische Darstellung des ganzen Ganges der Ausgleichs Verhandlungen, worauf der Finanz- minister den Stand der Bankfrage, insbesondere den Punkt der Zusammensetzung des Generalraths betreffend, detailliit vorführte. Schließlich sormu⸗ litte der Minister die von der Regierung an die Partei zu stellende Frage folgendermaßen: der definitive Abschluß der Vereinbarungen zwischen den beiden Regierungen über die Bankfrage und damit über die gesammten Ausgleichs Vorlagen hängt davon ab, ob die Partei ihre Zustimmung zu nachstehender Zusammensetzung des Generalraths der Bänk gibt: 1 Gouverneur, 2 Vice⸗Goupet⸗ neure und 12 Generalräthe; der Gouverntur wird auf den gemteinsamen Vorschlag beider Regierungen, die Vice- Gouverneure auf bezügl. Vorschlag des Finanz- Ministers jeder Reichshalste vom Kaiser ernannt. Die Generalräthe werden von der Ge- neral-Versammlung gewäblt, und zwar acht nach freiem Ermessen der Versammlung, je zwei aus je drei von den Directionen in Wien bezw. Pest vorgeschlagenen Candidaten für jede Stelle. Nach⸗ dem hierauf seitens det Minister noch mehrere von den anwesenden Mitgliedern des Reichsrathes ge— stellte Anfragen beantwortet waren, schloß der Ministerpräsident die Sitzung mit dem Ausdrucke des Dankes an die Versammlung. — 22. Febr. In der beutigen Besprechung der Mitglieder des Herrenhauses wurde von den Mittheilungen des Präsidenten Carlos Auersperg über die gestrige Conferenz der Vertrauensmänner betreffs des Ausgleiches ohne Debatte Kennkniß genommen. Das Herrenhaus nahm ohne Debatte den Gesetzentwurf betreffs der Bewilligung eines Credits von 600,000 fl. zur Beschickung der Pariser Welt- Ausstellung an. — 23. Febr. Die Obmänner der verschiedenen Clubs einigten sich dahin, die nächste Conserenz der Verfassungs- Partei am Samstag abzubalten. Der Club der Linken nahm mit großer Majorität die von Dr. Herbst gestellte Resolution an. Die Verfassungs- Partei spricht ihre Zussimmung zu dem von der Regierung vorgelegten Frage-Punkte über die Organisation des Generalkathes aus, behält sich jedoch die volle Freideit rücksichtlich aller andern Ausgleichs-Bestimmungen vor. Der Fortschritts-Club behält sich die Beschlußfassung bis zur Conferenz vor. — 24. Febr. Die Versammlung der Verfass⸗ ungs-Partei, welcher 194 Abgeordnete anwobnten, nahm bei namentlicher Abstimmung mit 123 gegen 62 Stimmen folgenden Antrag Dr. Herbst's an: Die Verfassungs Partei erklärt, indem sie sich vollständig freies Votum über die Ausgleichs- Vorlagen und die Bank Statuten vorbehält und insbesondere die Frage über die Bestellung der Vite Gouverneure der Bank als eine offene be— zeichnet, daß sie im Uebrigen die von Seiten der Regierung mitgetheilte Zusammensetzung des Ge— neraltaths der Bank nicht für unannehmbar be⸗ trachtet. Pest⸗ Der„Presse“ zufolge würde der un- garische Finanzminister zur Deckung der laufenden Ausgaben demnächst(abgesehen von dem füngst mit der Credit-Anstalt abgeschlossenen Vorschuß ⸗ Geschäft) eine Finanz Operation vornehmen, und zwar dem Vernehmen nach in Form einer schweben- den Schuld. Frankreich. Versailles, 23. Febr. Deputirtenkammer. Laisant(Linke), stellte den Antrag, daß die militärische Dienstzeit auf drei Jahre herabgesetzt werde. Obwohl Seitens des Conseil ⸗Präsidenten Simon der Antrag bekämpft wurde, beschloß die Kammer doch die Jnbetracht— nahme desselben. Großbritannien. London, 23. Febr. Im Oberhause kündigte Lord Stratheden für Montag die Vorlegung einer Resolution an, wo— nach Maßnahmen ergriffen werden sollen, welche geeignet seien, den Ausbruch von Feindseligkeiten in Europa zu verhindern, die Aufrechterhaltung der Verträge von 1856 so, pie solche 1871 er- neuert worden, zu sichern und die Wohlfahrt der der Pforte unterworfenen Völkerschaften zu fördern. — Das Kriegsbudget für das nächste Finanz- jahr beziffert sich mit 14,538,700 Kstr., demnach werden im Vergleich mit dem Vorjahre 742,900 Lstr. weniger gefordert. Die Effeclivstärke der Armee wird zu 191,981 Mann angenommen. Portugal, Lissabon. Die Regierung verbot die Einfuhr von Hornvieh aus England, Belgien und Deutschland. Italien. Rom, 23. Febr. Sämmtliche Präliminar Bestimmungen zur Regelung von künftigen Conclaves sind festgesetzt und heute dem Papste vorgelegt worden; diese Bestimmungen be— rühren nicht das Wesen der Conclaves, modificiren aber die bisherige Förmlichkeiten vor dem Zu— sammentritt der Cardinäle. Türkei. Constantinopel, 22. Febr. Heute fand ein außerordentlicher Ministerrath statt. In der hentigen zweiten Conferenz der serbischen Delegirten bei Sapfet Pascha, die drei Stunden dauerte, soll ein Einverständniß fast hergestellt worden sein. Die nächste Sitzung findet Sonn- abend statt. Es wird versichert, die Verzögerung der Ankunft der montenegrinischen Delegirten würde nicht eine förmliche Verlängerung des Waffenstill— standes nach sich ziehen, es seien indessen im Ein— vernehmen beiderseits Befehle ergangen, sich defensiy zu verhalten. a — 23. Febr. Dem„National“ telegraphirt man von hier:„Will Rußland den gegenwärtigen Zustand bis Mai fortsetzen, so muß die Pforte losschlagen. In diesem Fall ist die Zurückberufung Midhat's gewiß. Der Brief Midhat's an den Sultan ist echt. Das Original befindet sich in den Händen Mahmud Damat's. Edhem bleibt vorläufig Großvezir.“ Die„Augsb. Allg. Zt.“ veröffentlicht dagegen eine Mittheilung aus Neapel vom 23. Febr., wonach das vom 4. Febr. datirte angebliche Schreiben Midhat Pascha's an den Sultan vollständig apokryph ist und nur tenten— ziöser Erfindung seinen Ursprung verdankt. Midhat habe dem Sultan stets in ehrerbietiger Weise ge— schrieben und an denselben auch nie seine Ent— lassung eingereicht, da er einen solchen Sckeitt mit Rücksicht auf die schwierige Lage des Staates als Landes⸗Verath betrachtet haben würde. — 24. Febr. Heute hat die Schluß ⸗Redaction des serbischen Friedens-Protokolls stattgefunden. . 24. Februar. Nach einer Meldung von „Havas“ wird heute das vollständige Einvernehmen zwischen Serbien und der Pforte erwartet. Die Serben acceptiren die letztbekannten Garantien, doch sollen die Punkte betreffs der Gleichberechtigung der Juden und die Bestellung eines bevollmächtigten Agenten Seitens der Türkei in der Convention nicht berührt werden. Zehn Tage nach der Ratification durch die Skupschtina würden die türkischen Truppen das serbische Gebiet räumen. Numänien. Bukarest. Der Brüsseler „Nord“ veröffentlicht den Text einer Note Ru- mäniens an die Pforte vom 10. Januar, laut welcher an letztere das Ersuchen gerichtet wird, durch schriftliche Declaration sicherzustellen, daß erwähnten Provinzen nicht mit einbegriffen sei. Wie der„Nord“ hinzufügt, sei die Note bis jetzt von der Pforte nicht beantwortet worden. — 23. Febr. Eine Anzahl Türken, unter— stützt von türkischen Soldaten, erschien gestern auf der Insel Gouvanmei(?), woselbst sie plünderten. Ein denselben entgegengesandtes rumänisches De— tachement nahm 13 Mann, die auf frischer That ertappt wurden, gefangen, darunter einen Soldaten; ferner wurden zwei Türken getödtet, von denen der eine, ein Beamter aus Rustschuk, die Plünderung geleitet hatte. Rußland. Kischeneff, 23. Febr. Nach in Odessa eingegangenen Nachrichten ist die Ein— fahrt in den Hafen von Balaklawa ohne vorher ergangene Anzeige den Schiffen untersagt. An der Küste zwischen Sukum-Kaleh und dem Fort Nikolai sind im Schwarzen Meere Torpedos gelegt; die russischen Lootsen sind angewiesen, herangehenden Schiffen das Fahrwasser zu zeigen. — 23. Febr. Ueber den Pruth werden sieben Brücken geschlagen. Die Pontons für die Donau sind bereits abgegangen. Die rumänischen Be— hörden wurden davon verständigt, daß der Durch marsch der Russen nächstens erfolgen werde, Türkische Proviantdepots werden in Schumla und in Nisch centralisirt. Die Besatzung der Donau— festungen wurde abermals verstärkt. Amerika. Washington, 23. Febr. Nachdem die Plaidoyers vor der Fünfzehner Com- missio; beendigt worden sind, wird letztere vor⸗ aussichtlich noch heute ihre Entscheidung über die Präsidenten-Wahl aussprechen.— Die Commission, welche über die Ausrustung einer neuen Nordpol⸗ Expedition und die Errichtung von Niederlassungen als Ausgangs Punfte von Polar- Forschungs⸗ Reisen in Berathung getreten war, hat einen günstigen Bericht erstattet. — 24. Febr. In der gemeinsamen Sitzung beider Häuser erhoben die Demokraten Wider— spruch gegen die Entscheidung der Fünfzehner⸗ Commission, wonach die Wahlstimmen von Oregon Gunsten Hapes' gezählt werden sollen. Trotzdem wurde die Entscheidung bestätigt. Demnächst sprachen sich die Demokraten gegen die Gültigkeit der Abstimmung von Pennsylvanien aus. Aus Stadt und Land. Friedberg. Herrn Regierungsratih Dr. Btaden wurde von dem Kaiser der„Rothe Adlerorden“ 3. Classe verliehen. —r— Friedberg. In der von dem„liberalen Wahlverein für den 2. Oberh. Reichstagswahlklreis“ ein⸗ berufenen Versammlung, welche am 22. d. M. in dem Steinbäußer'schen Garienfaale stattfand, wurden die Satz— ungen des Vereins berathen und, vorbehaltlich der Ge— nehmigung der Generalversammiung, vorläufig vereinbart. Nach§. 1 der Satzungen hat der Verein den Zweck„auf die Wähler des Kreises hinsichllich der Reichs- und Landes ⸗ Angelegenheiten durch Wort und Schrift auf— klärend und belehrend in freiheitlichem Sinne zu wirken und alle reichs- und staats feindlichen Be⸗ stirebungen zu bekämpfen.“ Für die Geschäftsführung des Vereins wurde als vorläufiger Vorstand C. Scriba, Advokat Seyd und C. Trapp gewählt und denselben das Recht zugestanden, sich durch Zuziehung geeigneter Kräste zu ergänzen. Die wichligste Aufgabe ist zunächst, Mit⸗ glieder an jedem Orte des Wahlkreises für den Verein zu gewinnen und dadurch einen festen Zusammenschluß aller Liberalen zu erreichen. Geringster Mitglieder beitrag sind 10 Pf. monatlich. Mögen an jedem Orte die Freunde der guten Sache bald zusammentreten, damit der liberale Wahlverein schon in Kurzem kräftig und ge⸗ nügend mit Mitteln versehen dasteht und zur Einberufung der Generalversammlung, welcher u. A. die endgültige Wahl des Vorstands obliegen wird, schreilen kann. Offenbach. Der Plan des Baues einer stehenden Brücke über den Main schein! sich verwirklichen zu wollen. Nachdem der Bauunternehmer Holzmann von Frankfurt in der letzten Stablverordnetensitzung Pläne und Zeich⸗ nungen der Brücke und Kostenüberschläge über deren Aus⸗ führung an verschiebenen Stellen vorgelegt hatte, welche einer Commission zur Prüfung überwiesen wurden, fand eine Besprechung zwischen den Vertrelern der Propinzial⸗ Steuerdirektion in Kassel und dem Landrath, sowie dem hiesigen Bürgermeister und der städtischen Commisston stalt, um über das Projekt und dessen Aussührung weitere Berathung zu pflegen. Dieburg, 24. Febr. Ein frecher Einbruch hat in der Muttergottes⸗Kapelle stattgesunden und befindet sich der muthmaßliche Thäter bereits in Haft. Mainz, 24 Febr. Die in Folge des Hochwassers unterbrochen gewesene Schifffahrt ist nunmehr nach Ab⸗ Allerlei. N Marburg. Der 51. Bericht der Oberhessischen Bibelgesellschaft dahier, vom Jahr 1876, ist im Druck er⸗ schieuen. Es sind 401(im Vorjahre 339) Bibeln aus⸗ gegeben und 1689 M. 79 Pi. vereinnahmt worden. Hanau, 19. Febr. Gesiern Abend wurde in Oberau bei Aschaffendurg auf dem Boden dee dortigen Pfarthauses ein mii seinen Schwestern seither hier wohnendes Subject, Adam Sauer, sei vierzehn Jahren eine Zierde des Zucht- hauses, verhastet. Der Dieb hatie es bislang gewöhnlich auf katholische Pfarrhäuser abgesehen und bei der hier vorgenommenen Haussuchung wurde eine Masse Gegen⸗ stände gefunden, die darauf schließen lassen, daß man es hier mii demselben Subjecle zu thun hat, welches den . Z. gemeldeten frechen Einbruch im Pfarrhause zu Gloßkrotzenburg begangen hat. Bei der Verhaftung des ꝛc. Sauer soll eine große Summe Geldes bei demselben gefunden worden sein. Stultgart, 23. Febr. Der„Schwäb. Merk.“ meldel aus Karlsruhe, daß Prälat Holtzmann daselbst heute ge⸗ storben ist. Hüningen. Die künstliche Fischzucht, dieses Erzeugniß der Neuzeil, ist in steiem Fortschrut begriffen und Dank derselben füllen sich Flüsse und Teiche wieder mit den besten Fischarlen. Von den Fischzuchtanstalten dahier und zu Freiburg im Breisgau erhielt der deulsche Fischereiverein im abgelaufenen Jahre: 984,000 Salmeneier. Dieselven wurden wie folgt vertheill: Provinz Preußen 40,000, Pommern 61.000, Brandenburg 100,000, Schlesien 180,000, Hannover 170,000, Hessen-Nassau 164,000 und an die Rheinprovinz 126,000 Eier. Kleinere Bezüge von Fischeiern machte der Verein noch in Sachsen, zu Schwerin, Eutin, Kösen und Königsblück. Berlin, 23. Febr. Gründer der Bank für Sprit- und Produkten Handel, Abel, Wrede und Genossen, hat heute das Kammergericht das in der ersten Instanz ergangene Er kenniniß bestätigt, wonach sämmtliche Angeklagte wegen Betrugs zu je sechs Monaten Gefängniß und 3000 Mark Geldbuße ver⸗ uriheilt sind. Luzern, 24. Febr. Ein Pulver⸗Magazin, welches zum Zwicke der Arbeiten am Golthard⸗Tunnel errichtet war, in in die Luft geflogen, wodurch zwei Personen ums Leben kamen. London. Ein neuer wüthender Sturm hat die englische Küste heimgesucht und vielen Schaden angerichiei. Die beiden Dampfer, welche die Regierung zur Aufsuchung der seit letztem Sturm vermißten sehr zahlreichen Fischer⸗ fahrzeuge aus Yarmouih aussandte, sind zurückgekehrt, leider unverrichteier Dinge. Verloosung. Nassauische fl. 25⸗Loose. Ziehung vom 1. bis 6. Febr. 1877. Die vollständige Ziehungsliste kann auf dem Bureau der Redaktion eingesehen werden. Handel und Verkehr. Frankfurt, 24. Febr. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war überfahren. Heu kostete je nach Qualitdt per Ceniner M. 4.50—6. Stroh per Ceniner M. 4—5.50, Butler 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1.10, 2. Qual. M. 1.—., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.20., 2. Qual. M. 1.10. Eier das Hundert gewöhnliche M. 5.—., ilalienische M. 7.—. Kartoffeln per 200 Zollpfund M. 5.—. Munz. 24. Febr. Producten-Markt. Wazzen per März 22.35. Korn per März 16.75. Hafer per März 16.70. Ruböl per Mal 36.95. Marburg, 24. Februar. Wochenmarkt. Buttet tosteie pr. Pfund M. 1.30—40. Eier pr. Stück 5—7 Pl. Käse pr. Stück 9—12 Pi. Tauben pt. Stück 4050 Pf. Literarisches. Die Wellgeschichte in sangbaren Weisen von Karl Neopbilus und August Wagner(Königl. Musikdir. in Greisewald) können wir allen unsern geehrten Lesern wigen ihres guten Humors verbunden mit nützlicher Be⸗ lehrung aufs Angelegentlichste empfehlen. Preis 50 Pf. für das 1. Heft: Griechische Geschichte. Geld: Cours. Frankfurt am 24. Februar 1877. 20-Frankenstücke. 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