1877. Donnerstag den 26. Juli. M86. Oberhessiss er Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Kreis Kriedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. ein. 1 Für die Monate August und September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei nnn. der Verlags-Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden. int Haut. e Amtlicher Theil. alz. Betreffend: Die Vertilgung der Kleeseide. Friedberg am 21. Juli 1877. züdgabe der Bis jetzt sind nur zwei Berichte in Folge bige. wir hiermit an die baldige Erledigung erinnern. —— Die Amtstage des unterzeichneten Landg 2 bis 5 Uhr Nachmittags abgehalten. Altenstadt am 16. Juli 1877. heim Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Gro unseres Ausschreibens vom 14. vorigen BW erichts werden Dienstag und Mittwoch in den ßherzoglichen Bürgermeistereien. Monate, Kreisblatt Nr. 69, bei uns eingelangt, weshalb Dr. B warden Stunden von 8 bis 12 Vormittags und von Großherzogliches Landgericht Altenstadt. May. Deutsches Reich. Darmstadt, 23. Juli. Heute wurde da Urtheil des hiesigen Bezirks- Strafgerichts in der Untersuchungssache gegen den staatlich abgesetzten lutberischen Pfarrer G. Anthes zu Reichelsheim i. O., beschuldigt der unbefugten Vornahme kirch⸗ licher Functionen, verkündigt. Der Angeklagte wurde für überführt erachtet, in 28 Fällen das betr. Kirchengesetz verletzt zu haben und zu einer Geldstrafe von 280 M. verurtheilt, bezüglich einer im Hause stattgehabten Taufe indeß sreigesprochen. Derselbe zeigte alsbald Berufung an. Mainz. Als Bisthums-Verweser wird der Dom- Decan Dr. Heinrich, derzeit zugleich ältestes Mitglied des Dom⸗-Capitels, bezeichnet. Nach den Vorschrifsten des die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffenden Kirchen-Gesetzes ist die Uebertragung dieses Amtes der Regierung anzuzeigen. — Der seitherige Festungs Commandant v. Lehmann hat gestern von dem hiesigen Offizier Corps Abschied genommen, da er auf sein Nach⸗ suchen pensionirt worden ist. Brigadecommandeur v. Goeben ist von Coblenz hierher als Comman⸗ dant versetzt worden. Goeben stand früher schon einmal hier und zwar als Oberst des 19. Posen- schen Infanterieregiments. Berlin. Telegraphischer Meldung zufolge hat das deutsche Mittelmeer-Geschwader am 21. Juli Abends Beirut verlassen und ist am 22. bei Larnaka(Cypern) eingetroffen. — In Folge des Ausbruches der Rinderpest im Kreise Beuthen ist die Ausfuhr von Hornvieh aus Schlesten verboten; auch der Berliner Vieh⸗ markt wurde für die Ausfuhr gesperrt. In Ham- burg und anderen Küsten⸗Plätzen sind bezüglich — s bat das Limb Wie nicht anders zu erwarten war, urger Domcapitel die an daeselbe erpräsidiums gerichtete Aufforderung Kassel. Seitens des Ob nach nunmehr erfolgter Erledigung des Bischofs- erf stuhles einen Bisthumsverweser zu wäblen, in entschiedener Form abgelehnt. Die Ernennung eines slaatlichen Commissärs für die Diöcese wird nunmehr baldigst erfolgen, auch die alsbaldige Einsetzung einer staatlichen Verwaltung für das Vermögen des Bisthums. Als designirten Com- issär nennt man ein Mitglieo der königlichen egierung zu Wiesbaden. Ausland. Frankreich. Paris. Die Einberufung der Reservisten der Jahresclasse 1870 zu achtund-⸗ zwanzigtägigem Dienste ist wie folgt geregelt: Das 7., 8., 12., 13., 14. und 17. Corps beginnen ihre Uebungen am 20. August; das 11. Corps am 25. August; das 1., 2., 3., 4., 5. 8 Corps und die Pariser Armee am 1. September das 18. Corps am 5. September; das 10., 5 und 16. Corps am 10. September, so daß die letzten Reservisten am 8. Oetober zu entlassen wären. Großbritannien London. Der„Mor- ning Post“ zufolge hätte die Regierung eine an- sehnliche Verstärkung der Marine Truppen und der Mittelmeer-Flotte beschlossen. Der„Standard“ schreibt, die Gerüchte von einer Besetzung Galli— poli's seien sehr übertrieben. Die Regierung habe nur beschlossen, die Garnison von Malta und Gibraltar unverzüglich zu verstärken. Die Truppen würden in wenigen Tagen an ihre Bestimmungs- orte abgehen. Das Land werde hoffentlich den Schritt völlig billigen. Die Mächte, welche auf das Vorgehen Englands warteten, würden diese m R — 5 der Vieh-Aussuhr Sicherheitsmaßregeln angeordnet worden. Köln. Köln angelegt werden, Militär-Behörde übernommen worden, anderen findet die Uebernahme noch im Herbst statt, dann folgen die beiden letzten. Mit dem Bau der auf dem rechten Ufer um Deutz anzu— legenden neuen Festungs⸗ Werke wird man inner- halb vier Wochen beginnen. Heiligenstadt, 21. Juli. Die über 11 Monate wegen Zeugniß Verweigerung in Haft gewesenen Geistlichen Pudenz und Herold sind gestern Vormittag endlich freigelassen worden. Wie man der„Germ.“ von hier schreibt, ist dies auf Antrag des Ober- Staats⸗Anwaltes durch eine Verfügung des Appellations- Gerichts zu Halber⸗ start geschehen. Von den neuen Forts, welche um sind bereits drei von der bei drei Maßfegeln als eine neue Versicherung ihres Ent— schlusses, von dem vorgezeichneten Verhalten um keinen Preis abzuweichen, acceptiren. Für Ruß⸗ land würde sie eine Warnung sein, ehrgeizige auf die volle Stärke zu erhöhen. Grund für die Truppensendung und die einzige 9 Dieses sei der Antwort, welche er geben könne. Im Oberhause olgte dieselbe Erklärung. — Die Regierung läßt zwei weitere Truppen⸗ Transportschiffe,„Simon“ und„Himalaya“, segel⸗ fertig machen. Im Lager von Aldershot wird für nächste Woche Marschbefehl für noch weitere Truppen⸗ körper, darunter auch 2 Cavalerie-Regimenter sowie Genietruppen und Train erwartet.„Standard“ und„Daily Telegraf“ tadeln die in den letzten Parlamentssitzungen abgegebenen Erklärungen der Minister, weil die Regierung sich nicht offen genug ausgesprochen habe. Letzteres Blatt äußert, Galli⸗ poli sei der Punkt, wohin englische Truppen ge⸗ sendet werden müßten, wenn bei deren Ankunft in Malta die Ereignisse noch immer das gegen- wärtige Aussehen hätten. England müsse hinfort offen sprechen und männlich handeln.„Times“ und„Daily News“ mißbilligen jedwede übereilte Einmischung Englands in den orientalischen Krieg. Türkei. Constantinopel. Redif Pascha eht in die Verbannung. Der Posten eines Kriegs- ministers wird vorderhand nicht besetzt. — 21. Juli. Die Yacht„Izzedin“ ist mit versiegelten Ordres in See gegangen; einer hier verbreiteten Ansicht zufolge hätte das Schiff die Bestimmung, Midhat Pascha zurückzuführen. Mehrere vornehme Bulgaren sind von hier ausgewiesen, andere verhaftet worden. Die Yacht„Izzedin“ ist am 22. mit Ordre für den türkischen Consul in Malta an- gekommen und dann nach Creta abgegangen. — 22. Juli. Mittheilungen des Ministers des Auswärtigen an die Vertreter der Pforte im Auslande: Der Commandant von Widdin, Osman Pascha, meldet von Plewna, daß der Feind am Donnerstag nach einem heftigen siebenstündigen Gefechte geschlagen wurde und große Verluste erlitt. Am Freitag griffen die Russen in beträcht- Berechnungen nicht auf vie irrthümliche Idee von Englands Friedensliebe um jeden Preis zu basiren. mit baldigst folgen. Frauen und Kinder dürfen die Regimenter nicht begleiten. — 23. Juli. Im Unterhaus erklärte der Schatzkanzler Northeote auf Befragen Lord Har— tington's: Die Gerüchte über die Entsendung von Truppen und deren Bestimmungsort basirten darauf, daß die Regierung bei dem gegenwärtigen unge- wissen Zustande des mittelländischen Meeres es für angezeigt gehalten habe, die Garnison von Malta Der„Euphrates“ segele am Donnerstag 1500 Mann Truppen nach Malta;„Crocodile“ und„Malabar“ würden mit weiteren 1500 licher Stärke von Neuem in mehreren Colonnen an, mußten aber in Folge eines kräftigen Gegen- angriffs der Türken bald in großer Unordnung unter sehr bedeutenden Verlusten die Flucht er- Eine große Menge von Waffen und Munition, sowie drei Munitionswagen blieben in den Händen der Türken zurück. — 22. Juli. Hobart Pascha ist mit den Panzerschiffen nach Sinope abgesegelt; es steht eine energische Action der Flotte bevor. Abdul Kerim und Redif Pascha sind nach Brussa abgeführt. 23. Juli. Der Ober Befehlshaber der Donauarmee Mehemet Ali meldet: Am Samstag fand bei Gaila, zwischen Schumla und Osman— greifen. 0 1 0 bazar, ein Gefecht mit den vier Bataillonen und ein Cavalerie-Regiment starken Russen statt. Die- ungs⸗Geschütze mit Flößen auf das rechte Donau- Ebenso wurden Ufer bei Pyrgos gebracht. selben wurden zurückgeschlagen. die Russen bei Kadikoi zurückgewiesen. — 24. Juli. Die Pforte beschloß, falls die Strom und stieß zu den Cernirungs-Truppen von die Khalifen-Fahne Rustschuk. Russen Adrianopel einnehmen, zu entfalten. Dagegen wollen die Großmächte protestiren, im Orient die dort lebenden Europäer gefährde. Die Pforte ist entschlossen, den Protest zu igno- riren, weil andere Abwehrmittel fehlen. Die Mächte wollen in solchem Falle mit einer gemein- samen Action zum Schutze der Christen drohen. Erzerum. Ein Telegramm Mukhtar Pascha's vom 19. Juli meldet: Die Russen rückten aus ihrem Lager bei Terkdighi mit Cavalerie gegen unsern rechten Flügel bei Khediller vor. Wir zogen ihnen mit Cavalerie entgegen. Nach einem hart⸗ näckigen Kampfe wurden die Russen zum Rückzuge genöthigt und bis zum Lager verfolgt. Der Ver⸗ und Werkstätten der Eisenbahnen und richteten das lust der Russen beträgt 250 Todte, der unsrige 35 Todte und 58 Verwundete. Mukhtar Pascha veclegte sodann sein Lager von Albinara 1½ Stunden vorwärts. Montenegro. Cettinje, 21. Juli. Die Türken drangen gestern von der Suttorina gegen Granitza vor, wurden aber vor Ueberschreitung der Grenze zurückgeworfen. — 23. Juli. Der Fürst von Montenegro hat die Montenegriner in sechs Abtheilungen zu je 2000 Mann getheilt. Das Commando führt Dosidar Petrowitsch. Die eine der Abtheilungen steht in der Nahia- Wassojewitschi, die übrigen an der zerstreut. In Pittsburg herrscht vollständige Anar Der Fürst hat mit Die Strike dehnt sich immer weiter aus. 8 Bataillonen die Cernirung von Niksie begonnen. Milizen von Pensylvanien sind überall gegen den Gestern wurden die Höben Heerd des Aufstandes hin in Bewegung. von Trebjeschka Glaviga, eine halbe Stunde süd- Baltimore werden Truppen unter General Hancock Südgrenze von Montenegro. 2Fuli. östlich von der Festung Niksie, durch die Mon— tenegriner erstürmt. Gestern beschossen die letzteren das Fort Gernojopoljski; nach dem zwanzigsten Schuß ergab sich die Besatzung, welche aus 53 Nizams bestand. Im Fort wurden Pferde, Munition und Proviant gefunden. Numänien. Bukarxrest, 22. Juli. Das zweite rumänische Armeecorps, bisher in Kalarasch und Turnu⸗Magurelli, erhielt Befehl, in Eilmärschen nach Carabia abzumarschiren. Die rumänische Armee wird als selbständiges Ganzes die Donau nicht überschreiten; nur eine Division des zweiten Corps unter Befehl des Generals Manu wird die Donau überschreiten und einem größeren Corps unter dem Commando des Großfürsten Wladimir einverleibt werden. — 23. Juli. Unter den für die russische Armee bestimmten Vieh⸗Transporten ist die Rinder- pest in verheerender Weise ausgebrochen. Griechenland. Athen, 23. Juli. Das Journal„Temps“ enthält die von irgend einer anderen Seite noch nicht bestätigte Meldung aus Athen, daß auf Kreta der Aufstand ausgebrochen sei. Rußland. Petersburg. Officiell wird aus Tirnowa vom 19. d. gemeldet: Der Schipka- Paß wurde heute genommen und durch das Orlow'sche Regiment und zwei Geschütze besetzt. Am 17. Juli kämpfte das Orlow'sche Regiment mit außerordentlichem Muthe gegen 14 Tabors und verlor dabei 100 Todte und 100 Verwun- dete von den Soldaten und 2 todte und 5 ver— wundete Offiziere. An demselben Tage besetzte General Gurko Kasankyk und das Dorf Schipka. Am 19. Juli nahm das Orlow'sche Regiment die Offensive wieder auf. Die Türken ergriffen aber die Flucht, ohne sich in einen Kampf einzulassen, ja sogar ohne einen Schuß zu thun. Sie wandten sich westwärts und ließen drei Fahnen und acht Geschütze, sowie viele Waffen zurück.— Aus Tirnowa vom 21. d. wird ofsiciell gemeldet: Am 19. Juli stieß Adjutant Scherebkoff mit einer Schwadron Garde-Kosaken, vier Sotnien Infan— terie und zwei Geschützen hinter Salwi auf einen Haufen Tscherkessen, Baschi⸗Bozuks und Infanterie, im Ganzen etwa 1500 Mann stark. Es entspann sich ein heftiges Gefecht, das mit der Besetzung der Stadt Lowatz durch die Russen endete. Der Feind ließ 50 Todte zurück. Auf Seiten der Russen wurden drei Kosaken verwundet. ö weil die Entfesselung des Fanatismus burg befindet sich in den Händen von 3000 striken⸗ — 24. Juli. Gestern wurden 20 Belager⸗ An derselben Stelle setzte der rechte Flügel des 11. Corps über den Amerika. New⸗Nork, 23. Juli. Pitts⸗ den Eisenbahn-Beamten. Am 21. Juli Nachmit⸗ tags feuerte die Miliz auf die Ruhestörer, wobei 20 Personen getödtet und 29 verwundet wurden. Brandstiftungen sind auch anderwärts vorgekommen. Der Bahnverkehr in Pensylvanien ist gestört. Der Strike dehnt sich voraussichtlich auch auf die Beamten der Bahn Ohio-Mississippi aus. In Baltimore sind einige Hundert Unruhestifter ver— haftet worden. In der Nacht zum Sonntag haben weitere Ausschreitungen in Pittsburg stattgefunden. Die Aufständischen bemächtigten sich der vorhan- denen Gewehre und Geschütze, feuerten auf Wagen Feuer auf das Maschinenhaus, wo die Miliz sich verschanzt hatte. Ein erster Versuch der Miliz, das Maschinenhaus zu verlassen, wurde zurückge- wiesen, ein zweiter Versuch gelang aber mit einem Verluste von 30 Todten und vielen Verwundeten. 125 Maschinen und 250 Wagen sind zerstört. Der Schaden beträgt 2 Millionen Dollars. Der Sheriff von Pittsburg wurde getödtet, der General der Miliz, Pearson, verwundet Die Miliz hat sich auf das rechte Ufer des Alleghany zurückge⸗ zogen und sich, von den Aufständischen verfolgt, chie. Die N In concentrirt. — 23. Juli. Wie es heißt, würde Seitens der Regierung der General Sheridan nach Pittsburg entsendet werden, um den Befehl über die Truppen gegen die Aufständischen zu übernehmen. Die Regierung zieht aa mehreren Punkten Truppen zusammen, damit diese im Nothfall einzuschreiten vermögen. Der Betrag des durch die Verwüst— ungen zu Pittsburg angerichteten Schadens wird auf 3 bis 4 Mill. Dollars geschätzt, mit Ein- rechnung des Werthes von den zerstörten 125 Locomotiven und 2000(2) Wagen. Die Bürger von Pittsburg haben gestern, um neuen Gewalt— thaten vorzubeugen, ein Sicherheits-Comite ge— bildet. Die strikenden Arbeiter von Philadelphia verhindern den Eisenbahn-Verkebr. Der Gou— verneur von Pittsburg hat bei Präsident Hayes Unterstützung durch Bundes- Truppen nachgesucht. Der Strike hat sich noch auf die aus den Staaten Pensylvanien und New⸗Nork nach Westen führen den Linien ausgedehnt. Man befürchtet Ruhe- störungen in Buffalo und St. Louis, doch ist bisher noch don keinem Zusammenstoß gemeldet. Der Eisenbahn Verkehr ist vorläufig ganz sus; pendirt. Nach Philadelphia sind Bundestruppen auf dem Marsche. Die Arbeiter schließen sich im Allgemeinen dem Strike an. Ein Theil der Auf ständischen zu Pittsburg hat die Waffen nieder- gelegt. Aus Stadt und Land. Bad⸗ Nauheim, 24. Juli. Heute Nachmittag wurde im Waldteich die Leiche des seit 10 Tagen vermißten pensionirten Flurschützen L. gefunden. Mainz, 23. Juli. Heute Mittag erfolgte die Fertig⸗ stellung der unterirdischen Telegraphenlinie Berlin-Mainz⸗ Frankfurt, indem das Kabel durch den Rhein gelegt wurde. Der General-Postmeister Stephan und etwa fünzig hervor— ragende Personen fuhren auf dem reich geschmückten Dampf— boot Hohenzollern von Kastel nach Mainz, worauf die Kabelverbindung am Mainzer Ufer erfolgte, diesem Schluß— akte folgte eine Rheinfahrt unter Musikbegleitung. Allerlei. Marburg. Am 31. d. M. wied das 350jährige Universitäls⸗Jubiläum in großartiger Weise gefeiert werden. Die verschiedenen Comites sind seit Wochen mit Vor— richtungen beschäftigt. Dresden, 24. Juli. Gestern Abend 8 Uhr stülrzte in dem Steinbruch zwischen Rathen und Wehlen eine große unterhöhlte Felswand in die Elbe, wodurch die Schifffahrt an bieser Stelle gänzlich gesperrt ist. Wuczen. Hier haben einige sonst renommirte Metzger milzkrankes Vieh ausgeschlachtet und verkauft, so daß sast ganz Wurzen erkcankte. Es sind so viele Personen ge⸗ storben, daß das Wurzener Blatt mit Trauerrand erschien. Paris. Aus Belleville⸗sur⸗Saößne(Burgund) wird gemeldet: Die Reblaus greift leider immer weiter um sich. Jetzt ist sie auch in Brouilly an mebreren Punkten auf⸗ getreten und desgleichen in den benachbarten Gemeinden beobachtet worden. Bald wird unser ganzes Beaujolais von der Seuche ergriffen sein. Es ist hohe Zeit, daß man endlich ein Heilmittel entdecke. Armuth und Bettelei, wahre und falsche Wohlthätigkeit. Aus Annaberg meldet das„Wochenblatt“, daß in Folge des außergewöhnlichen Andrangs von Bettlern, namentlich sogenannter„armer Reisender“, ein dortiger Bürger folgende Erfahrung machte: Innerhalb 16 Tagen bot er 18 Bettlern, welche ihn ansprachen, lauter gesunden, kräftigen Burschen, Arbeit an und zwar eine sofort zu beginnende: Rasen ausstechen vor dem Hause, wofür täglich 1 Mark Lohn gegeben werden sollte, außerdem Frühstück, Mittags- und Abendbrot. Was geschah aber auf dieses gute Anerbieten?— Von jenen 18 Leuten nahm nur ein Einziger an und dieser Eine war schon am nächsten Tage verschwunden. Dem Annaberger Bürger kann man nur ein herz liches Bravo zurufen, daß er diesen Versuch gemacht und das Ergebniß der Oeffentlichkeit nicht vorent⸗ halten hat. Der Vorgang bestätigt, was seit Jahrzehnten so vielfach anderwärts, namentlich durch gemeinnützige Vereine, wie z. B. den Ber— liner„Verein gegen Verarmung“, die„Johannes brüderschaft des Rauhen Hauses in Horn bei Hamburg“, auch viele staatliche Armenbehörden festgestellt ward:— daß die Mildthätigkeit vom großen Publikum in einer nicht blos ganz nutz losen, sondern geradezu schädlichen, unsittlichen Weise geübt wird. Durch Ausstreuen kleiner Gaben wird keineswegs der Armuth entgegen- gearbeitet, sondern lediglich die Arbeitsscheu, der Bettel und das Strolchenthum groß gezogen. Wer eine gedeihlich wirkende Unterstützung ge— währen kann und will, sei was er spendet noch so viel oder noch so wenig, muß die wahrhaft bilfsbedürftige Axrmuth aufsuchen, und wenn er das nicht recht anzufangen weiß, so mag er dabei Aerzte, Geistliche, Lehrer ꝛc. oder gemeinnützige Vereine zu Rathe ziehen. Was sich uns in Straßen und Häusern bettelnd entgegendrängt, verdient durch die Bank keine Unterstützung. der Hilfe Bedürftige und Würdige gibt es unter denen, die ihre Noth nicht durch Worte oder Geberden ausdrücken. Gesetzt jedoch, unter hundert Straßenbettlern wären zwei oder drei wirklich unterstützungswerthe, so werden diese auch ohne deine und meine Gabe nicht verkommen, weil sich nun einmal das Almosengeben auf's Gerathe— wohl der Masse, namentlich den Frauen, nicht ausreden läßt. Oft ist ja bei dieser Art von Almosengeben unzweifelhaft wahre Güte die Trieb⸗ feder, wohl noch häufiger aber spendet man, um die lästige Heimsuchung los zu werden, oder um vor den eigenen Kindern oder anderen Leuten nicht hart oder gar arm zu erscheinen, oder aus Gedankenlosigkeit oder aus Besorgniß vor Grobheiten, auf dem Lande zuweilen aus Furcht vor rachsüchtiger Brandstiftung. Gegen die letztere gibt es, sollte man meiner, einen wirksamen Schild, oder vielmehr zwei Schilder: das eine liefert jede Feuerversicherungs Anstalt, das andere lautet: „Mitglied des Armen Vereins“ und ist von dem Friedberger Vereine gegen einen mäßigen Jahresbeitrag zu bezieben. Beide Schilder neben⸗ einander an der Hausthür angebracht werden itte Wirkung schwerlich verfehlen. Gern sei hier zu⸗ gestanden, daß es jedem nicht ganz Herzlosen an- fangs Ueberwindung kostet, die Bitte um eine kleine Gabe abzuweisen. Hat er sich aber erst klar gemacht, daß er durch solche scheinbare Barm⸗ herzigkeit nur das Lotterleben fördert, so wird er bald davon abstehen sernen. Zum Schlusse mag hier angeführt sein, was vor Jahren ein Mitglied des italiensschen Parlaments in Rom über den Gegen- stand sagte und weiter ausführte, als hier thunlich ist: „Glauben Sie mir, unter den vielen wunden Stellen an unserem herrlichen Lande ist die Bettelei eine der bösesten, ein rechtes Seitenstück zum Räuberunwesen, sogar theilweise Vorschule für dieses. Wie bei Desto mehr 9 Ka! gperatio sud sch Huͤtiglte ilsen f von der die Tür Monate J urgeblie Hbocheben hollständ Fars w Vaffeng m die Vachen ahn ver 80 Wigur Jahr 1 schelnen Granat Nufbru Alexar türkise Kars Die g eine 0 Kriegs G 188 bis englif hafte, zuletz Betri Inti K. Felsw steil a erricht Um de durchf Karz⸗ Straß eng un sich ü bissere der ar Die Steine lach D sussic 5. D Fried date, daß drangs von eisender⸗, ig wachte: un, welche Burschen, beginnende: chur täglich außerdem Das geschh en jenen und dieser unden. At tin berg ⸗ such gmacht St vorent⸗ was stit namentlich J. den Ber⸗ 5 Johannes. Horn bei menbebörden igkeit vom ganj nutz · ursittlichen kleiner ischw — 17 en, 4 Peratbe⸗ n, nicht a In vol 1 dit Tiicb⸗ g man, un ober un 1 Faul 1, oder 1 miß vor erg * Furcht 9 bie leßtele 4 Schild n leert jide . lautet? 1 il 4 jenem in Lumpen gehüllten Weibe, welches uns soeben einen Arm mit einer ekelhaften Wunde entgegenstreckte, von der mir ein Arzt versicherte, daß sie schon seit geraumer Zeit künstlich offen erbalten werde, um Almosen zu erschleichen, so wird einer der garstigsten Schäden an unserem socialen Körper, der Bettel, fort und fort erhalten durch die von allen Klassen geübte und von keiner Polizei gestörte falsche Mildtbätigkeit.“ Die türkische Festung Kars in Armenien(im westlichen Asien). Kars ist das vorläufige Ziel aller Kriegs- operationen in Asien. Veste und Landschaft Kars sind schon seit Jahrhunderten der Tummelplatz blutigster Kämpfe gewesen. Die Seldschuken ent⸗ rissen sie den Byzantinern. Später wurde sie von den Mongolen erobert, und diesen folgten die Türken, welche aus der Landschaft Kars ein Paschalik machten. Die vom Sultan Murad III. befestigte Hauptstadt des Paschaliks galt für eine der stärksten Festungen im türkischen Reich. Schab von Persien belagerte sie 1744 über vier Monate lang(Anfang Juni bis Mitte October) vergeblich. Er hatte zuvor die Türken auf der Hochebene von Kars in achtstündiger Schlacht vollständig geschlagen. Die Besatzung der Stadt Kars wehrte sich aber kräftig. um dieselbe Jahreszeit brachte die Verser zum 2 Die Veste wurde auch später wiederholt, Weichen. aber vergeblich belagert. So tapfer bisher der Widerstand der türkischen Besatzung war, so erbärmlich war derselbe im Jahr 1828 gegen Paskewitsch. Russische Rubel scheinen aber wirksamer gewesen als Bomben und Granaten. Schon am neunten Tag nach seinem Aufbruch von dem Grenzort Gumri, dem heutigen Alexandropol, hatte der russische Befehlshaber das türkische Lager genommen und Stadt und Festung Kars am 23. Juni 1828 zur Uebergabe gezwungen. Die Festung hatte damals nach russischen Berichten eine Garnison von 11,000 Mann, welche sich als Kriegsgefangene ergaben, mit 151 Kanonen. Gegen diese elende Vertheidigung im Jahr 1828 war die im Jahr 1855, von Mitte Juni bis Ende Nodember, unter dem Commando des englischen Generals Williams eine wirklich belden⸗ hafte, wenn auch er, ohne rechtzeitige Unterstützung,, zuletzt capituliren mußte, gezwungen durch Intriguen moderner byzantinischer Beamten. Kars liegt malerisch am Fuß einer steilen Felswand. Inmitten der Stadt erhebt sich ein steil ansteigender Felskegel mit einer neuerdings errichteten Citadelle, welche die Stadt beherrscht.“ Um den Fuß des Bergs windet sich der die Stadt durchströmende, von einer alten Brücke überspaunte, Kars⸗Tschai, ein reißendes Gebirgswasser. Die Straßen sind, wie in allen orientalischen Städten, eng und schmutzig, halbverhungerte Hunde treiben sich überall schaarenweise umher. Größere und bessere Häuser gibt es nur wenige in Kars, die der ärmeren Klassen sind aus Lehm erbaute Hutten. Die bessern Häuser sind von dunkelgefärbten Steinen erbaut und haben von außen ein düsteres Anseben. Die Stadt Kars hatte schon lange vor der sussischen Besitznahme durch die Verheerungen der Nadir Doch nicht türkische Waffengewalt, nur die Rauhigkeit des Klimas 33 die Betrügereien von Paschas und durch unwürdige turkisch-persischen Kriege an Größe, Bevölkerung und Wohlstand viel verloren. Verfall, Verödung und Entvölkerung haben Kars trotz aller papiernen Reformen so wenig verschönt, wie alle andern, türkischen Städte. Die Festung ist eine der bedeutendsten und stärksten Asiens. Mit einer doppelten Mauerum— fassung vereinigt sie drei Citadellen und mehrere detachirte Werke. Außerdem umgibt eine Ver- theidigungsmauer die Hauptvorstadt. Der Festungs⸗ platz im Innern ist ziemlich groß und enthält die Hauptwohngebäude. Seine nördliche Seite, welche eine Ausdehnung von 400 Klaftern hat, lehnt sich an schroffe Felsen und bildet mit den drei andern Seiten ein unregelmäßiges Viereck von fast 700 Klastern. Die Citadelle auf dem Gipfel der Höhe macht den Hauptvertheidigungspunkt aus. Sie enthält drei Abtheilungen, welche sich staffel— artig gegen die Stadt neigen. Der östliche Thurm bildet ein sehr festes detachirtes Fort. Verloosungen. ö Schaumburg-Lippe 25 Thlr. Loose. Bücke⸗ bucg, 1. Jusi. Am 1. April gezogene Serien: Nr. 57, 112, 211 236 309 412 457 466 469 478 515 539 542 571 600 634 643 650 671 695 709 720 724 942 990 1001 1064 1076 1108 1117 1142 1166 1178. Hewinne: Ne. 28547 33 000 M.— Mr. 55370 3000 M.— [N.. 58282 1800 n.— Nr. 53185 1200 M.— 55395 600 he.—. 11800 300 57.— Ne. 10522 32469 33550 35443 36000 53772 à 225 M.— Ne. 10544 885 25727 32116 35951 à 195 e.— Nr. 23430 25747 27064 35409 50003 57096 58265 à 150 dle. 5594 11752 20563 22814 22821 22842 23433 26938 27077 28528 31691 32124 32498 2 35422 35425 35990 36151 53151 53178 55354 552 57066 57082 à 135 e. Alle übrigen in obigen Serien senchalsenen Nummern 3 132 M. Zahlbar 1. Occober. Oesterreichische 100 fl.⸗Loose von 1864. Wien, 1 Juni. Gezogene Serien: Nr. 216 403 424 882 914 1385 1837 2283 2527 2604 2650 2918 3821 3933. Gewinne: Serie 2918 Nr. 37 200,000 fl. 3933 N.. 26 20 000 fl.— S. 2918 Nr. 40 15 000 fl. 914 Nr. 82 10 000 fl.— 424 Nr. 77, 2918 Nr. 70 à 5000 fl. 4993 W 51. 1837 Ne. 17 29 à 2000 fl.— S. 216 Nr. 89, . 1837 Nr. 41 78 S. 2604 N. 17, S. 3933 Nr. 59 à 1000 fl.— S. 403 Ni. 62 85, S. 424 Nr. 61 S. 1385 Nr. 7 43 96 99, S. 1837 Ni. 100, N 2604 33, 2650 1. 26926 S. — S8 05 000 65 8 02 A S. 2283 5 2 S. 216 Nr. 6 16 48 51 . 403 N.. 14 58 81 84, S. 424 N.. 30 52 82, 12 S. 1837 her, 32 2283 Nr. 10, 2537 Nr. 23, S. 2604 Nr. 31, 2918 Ne. 15 3821 Nr. 94 à 400 fl. Alle übeigen in odigen erien enthalenen Nummern à 200 fl. Zahlbar 1. Sepu. Handel und Verkehr. ö Friedberg, 23. Juli. Waizen M. 27.—. Korn M. 22.50. Gerne M. Hafer M. 1519. Alle Preise versteben sich auf 100 Kilo= 200 Zollpsund. Friebberg, 25. Juli. Wochenmarkt. Buller kofele per Pfund M. 1.20. Eier per Stück 5—6 Pf. rankfart, 23. Juli. Der heutige Viehmarkt war in Ochsen gut, in den anderen Viebgattungen höhpst gering befahren. Angetraben waren: 430 Ochsen, 120 Kübe und Rinder, 160 Kälber und 300 Hämmel. Oie Mreise stellten sich per Ceniner Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 72- 75., 2. Qual. M. 63—65. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 60—63., 2. Qual. M. 52—54. Kälber 2. Qual. M. 55-60. Hämmel 1. Qual. M. 70.80. 1. Qual. M. 56.—, 2. Qual. M. 48.—. Schweine das S. S Neu. 2 Nr, S. bank und Deutsche Effclenbank höher. Pfund 64 Pj. Frankfurt, 23. Juli. Fruchibericht. Mehl Nr. 1 M. 42., Nr. 2 M. 38, Nr. 3 M. 34., Nr. 4 M. 30., Nr. 5 M. 24. Roggenmehl%(Berliner Marte) M. 27., do. II Cherliner Marke) M. 22., Weizen ab Bahnhof hier M. 28.—., ab unserer Umgegend M. 28.—., fremder je 118 Qual. M. 22— 27.50. Korn M. 17— 21.50. Gerue M. 19-21. Heser Je. 14 17.75. Kohlsamen M. 35-36. Erbsen M. 21—24., Wicken M. 17.50., Linsen M. 21—30. Rübzl M. 78—79. Die Preise verstehen sich sämmt lich pet 200 Pfund Zollgewicht— 100 Kilo. Main. 23 Juli. Probucten-Markt. Waizen per Juli M. 25.10., per Nov. M. 22.40. Korn per Juli M. 16.70. per Nov. M. 1585. Hafer per Juli M. 15.90., per Nov. M. 15.75. Rüböl per Juli M.—.—., per Oct. M. 36.90. D. Frankfurt a. M., 24. Juli. Trotzdem heute eine Anzabl beunruhigender Meldungen vorlagen, unter Andern die Nachricht, daß weitere englische Truppentransporte vorbereitet würden, sowie, daß die Pforie beabsichtige, die Fahne des Propheten zu entfalten, kaun die Tendenz als eine feste bezeichnet werden. Die Speculation scheint sich von den turkophilen Parteiorganen, die jede militärische Maßregel der englischen Regikrung in erdenklichn un— günstigem Sinne auelegen, nicht mehr ins Bocksborn jagen lassen zu wollen und wurde durch die obigen Mit— theilungen in der Ansicht, daß der Krieg lokalisirt bleiben werde, nicht erschüttert. Auch der Appell an den Fanatis- mus der muselmänischen Massen hat viel von seinem früheren Schrecken verloren. Wie hier, so scheint man auch an den auswärtigen Börsen dieser Eventualität mit einer gewissen Fassung entgegen zu sehen. Das Geschäft war wenig belebt auf speculativem Gebiete, auf dem An— lagemarkte indeß still. Creditactien bewegten sich zwischen 126/—126—126¼/—127 und 126/. Staalsbahn⸗ acuen zwischen 196¼ und 197¼8. Lombarden geschäftslos. Von ausländischen Fonds stelltieu sich Oesterr. Renten und alte Ungarr. Schatzbonds höher, neue blieben unverändert. Amerskiner eher matter. Deuische Reichsaneibe wurde à 956 gehandelt. Von Anlebensloosen 1860er besser. Priocuäten theilweise nachgebend. Oesterr. Bahnen bielten sich sehr fest. Galizier gefragt und 2 fl. böber. Elisabeth 2 fl. matter. Banken waren zum Theil offerirt. Reichs⸗ Wechsel wenig verändert. Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 24. Juli 1877. 20 ⸗Frankenstücke. n Mk. 16 Englische Sovereiggggsgss 20 Russische Imperiales e 16 Holländische fl. 10-Stücke. 16 Dir 5 Ducaten al mareo 9 Dollars in Gold 4 24 28 33 38 68—173 65 G. 59 64 59 64 16 19 * Theater-Nachricht. 2286 Künftigen Samstag werden die vom letzten Jahre ber wohlbekannten Kinder unter Leitung der Frau Director F. König im Kursalon in Naubeim die erste Vorstellung geben. Das Mannheimer Tagblattebringt folgende Recension über die kleinen Künsiler, die dort im S galbau gastirten: Die erste Vorstellung des unter Leilung von Frau Fanny König aus Wien stehenden Wiener Kinder Schauspiel- Eusembles wurde gestern vor einem sehr vollen Haufe abgehalten und bestätigte den günstigen Ruf der jungen Künstlerschaar. Als eine ganz eminente Kraft, um micht zu sagen als Stern der kieinen Truppe erwies sich die 6jährige Peppi König, die mit ihrem frischen Gesichtchen und den klugen Augen voll Schelmereien, die Sympathien von Alt und Jung im Nu gewann. Auf der Bühne und außerhalb derselben bherrschten soviel natürliches Enkzücken, solch' holde, unversälschte Kinderfreude, daß wir der Fort⸗ setzung des Gastspieles mit dem größten Interesse ent— gegensehen. Hier in Friedberg wird die Gesellschaft im Saale der 3 Schwerter auch auf der Durchreise 3 Vor— stellungen geben und Sonntag damit beginnen. Wir boffen, daß das biesige Publikum den Vorstellungen dieser kleinen Kinder ⸗Gesellschaft s ebenso beiwohnen werde, wie im ver— gangenen Jahre. Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. Geboren: Dem Fabrikanten Franz Megerle eine Tochter. Dem Schuhmacher Jacob Andreas Mobs eine Tochter. Dem Buchhändler und Vuchdruckereibesitzer Karl Bindernagel II. eine Tochter. Gestorben;: Minna Voigt, geb. Ewig, Ehefrau des Müllers August Voigt in Voldagsen, 56 Jahre alt. 15. Juli. 16. Juli. 24. Juli. 19. Juli. Bekanntmachung. Die Lieferung des Holzbedarfs für das Haftlokal zu Friedberg soll Dienstag den 3 1. d. Mts., Morgens 11 Uhr, 8 on dem unterzeichneten Gericht an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Friedberg am 18. Juli 1877. Großherzogliches Landgericht Friedberg. Pi st o r. Faselochs-Versteigerung. 2270 Freitag den 27. Juli, Vormittags 11 Uhr, soll tuf hiesigem Rathhause ein gemeinheitlicher, zum Schlachten 1225 seeigneter Faselochse öffenteich versteigert werden. Nieder Wöllstadt den 21. Juli 1877. Großherzogliche Bürgermeisterel Nieder-Wöͤllstadt. g Buff 2252 zustehende Schaafweide- Berechtigung soll auf weitere 3 Jahre an den Meistbietenden ö Donnerstag den 2. August l. J., Nachmittags 4 Uhr, auf hiesigem Rathhause unter den im Termin bekannt gegeben werdenden Bedingungen anderweit verpachtet werden, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden. Vilbel den 20. Juli 1877. ö Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel. ö ie —— ö . 1 11 21.— Ml. Steinkohlen J. Qualität liefere ich jetzt franeo Bahnhof Rauheim: ö A 76 Pf., 80 Pf. und 85 Pf. per Centner. bel 200 Cix. bei 100 Ci. bei 50 Ctr. N Bester Schmiedegrus 80 Pf. 8 2202 Jean Wörner jun. in Bad⸗Nauheim Jagd- Verpachtung. Mittwoch den 1. August d. J., Vormittags 10 Uhr, soll am Schwalheimer Mineralbrunnen die Ausübung der 5000 Morgen haltenden, aus den Gemarkungen Schwal— heim und Dorheim bestehende Jagd auf 6 bintereinander— folgende Jahre mit dem Bemerken verpachtet werden, daß beide Gemarkungen anschließen und deren Grenzen an der Eisenbahn Friedberg-Bad-Nauheim berziehen. Schwalheim und Dorheim den 20. Juli 1877. Großh. Bürgermeistereien Schwalheim und Dorheim. N eee 3 b. Gele- Eiumachgläset, sowie alleinige Niederlage der neuen Patenteinmachbüchsen 2189 bei Wilhelm Fertsch. Corsetten billigen Preisen bei K. Friedrich. —.— Oeffentliche Aufforderung. Da die Erben der Philipp Stork Eheleute von Ober Rosbach auf Löschung der von Letzteren der Apo⸗ theker Trapp Wittwe in Friedberg und Pfarrer Braun in Köppern unterm 4. Dezember 1840 und 16. Sep⸗ tember 1841 über 300 fl. und 200 fl. bestellten Hypothek im Hypothekenbuch der Gemarkung Ober und Nieder⸗ Rosbach angetragen haben, jedoch die angeblich verlorene Schuld⸗ und Pfandverschreibung über die inhaltlich vor⸗ liegenden Prozeßaeten abgetragenen Hypothekforderungen nicht vorlegen können, so werden die unbekannten Besitzern 22 AQSte inhäußer's des Mufik ⸗Verei Bei günstiger Witterung Sonntag den 29. Juli Concert Felsenkeller. E us„Eintracht“. Anfang 5 Uhr.— Entree für Vichtmitglieder 40 Pf. der genannten Obligation hiermit aufgefordert, binnen 6 Wochen von heute an Einsprache gegen den Loͤschungs⸗ antrag hierorts zu erheben, widrigenfalls demselben stattgegeben wird. Friedberg den 9. Juli 1877. Großherzogliches Landgericht Friedberg. Pi st o. 1. 2152 5 Faselochs⸗Versteigerung. Ossenheimer 2277 Nächsten Sonntag den 29. d. M. findet Freundlichst ladet ein Wäldchen. dahier Harmonie⸗ und Tanzmusik statt. G. F. Korndörfer. 2267 Ein der hiesigen Gemeinde gehöriger sehr schwerer und gemästeter Faselochs soll Freitag den 27. Juli, Nachmittags 3 Uhr, auf hiesigem Rathhause öffentlich meistbietend versteigert werden. Petterweil den 23. Juli 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Petterweil. Berges. Vekanntmachung. Ziegenberg. 2272 Sonntag den 29. Juli findet in meinem neuen Saale Harmonie⸗ und statt, wozu ich freundlichst einlade. Tanzmusik J. Möckel. 2274 Die unterm Heutigen in dem Forstrevier Bain⸗ hards abgebaltene Holzversteigerung ist genehmigt und der erste Abfuhrtag auf Montag den 30. l. Mts. festgesetzt worden. Wückstadt den 30. Juli 1877. Gräfliche Oberförsterei Assenheim. Schal las. Vergebung von Schreine rarheit. 2280 Die Bedielung des Speicherbodens in der Taub⸗ stummen Anstalt zu Friedberg, Arbeitslohn mit Sand- lieferung veranschlagt zu 154 Mark 75 Pf., soll im Submissionswege öffentlich vergeben werden. Die Angebote sind längstens bis zum 30. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, mit Bezeichnung„Submission auf Schreinerarbeit für die Taubstummen-Anstalt“ bei unter⸗ zeichneter Stelle einzureichen, woselbst Voranschlag und Bedingungen offen liegen. Friedberg den 23. Juli 1877. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Re u 5. Neue Häringe 2188 bei Wilhelm Fertsch. Landwirthsch 2278 Wir machen unsere Mitglieder wiederholt darauf aufmerksam, daß Aufträge auf 2. 2 2 Fisch⸗ Guano nur bis zum 15. August Berücksichtigung finden können. Friedberg im Juli 1877. aftlicher Consum- Verein. Der Vorstand. „ an der Bahnstation(Ste Werk. und Brennholz zum Schneiden ich das Schneiden von Ziegelbrettern, Pfosten, St Ankauf von Werkholzstämmen jeder Art. Dampfsägewerk und Holzhandlung von Otto Abrie in Bad⸗Nauheim, aße Frankfurt⸗Gießen). Lager aller Arten geschnittener Werkhölzer in allen Dimensionen, Dielen, Latten, Stollen ꝛc. kann zu jeder Zeit angefahren werden; ollen ꝛc. bis zu den kleinsten Dimensionen. 438 3 große Gährböttig, H. Philippi, Bierbrauerei„Zum steinernen Haus“. Butterpulver 2150 verkürzt die Zeit des Butterns, macht die Butter fester das Ranzig- ausreichend für und schmackhafter und verhindert werden derselben. Ein Paquet, 500 Liter Milch, à 50 Pf. Käse- und Butter farbe, per Flacon à 60 Pf., zu haben bei Frau Hofl. Windecker in Friedberg, Ph. J. Weiss in Bad-Nauheim. Achten Nollen-Canaster 2262 empfiehlt Wilh. Bernbeck. 2263 5 8 1 Eine Scheune mit neu gefalzten Böden und großem Stall hat zu vermiethen Ph. Sieck Wittwe. Friedberg. Eine gute Handdreschmaschine Verloren wurde auf der Chaussee von Ober⸗Ursel nach Nauheim ein schwarz seidener Paletot. Abzugeben gegen eine gute Belohnung im Schützenhof in Ober. Ursel. 2268 Ochsenfleisch 72 Pfennig, 2284 für Friedberg, Butzbach und Bad⸗Nauheim. 8 Ein junger Secundaner, der sich der Pharmacie widmen will, findet bei Unter zeichnetem gewissenhafte Ausbildung und kann als bald eintreten. Friedberg. C. Görtz, 2283 In Frankfurt a. M. ist eine rentable Garten wirthschaft mit Kegelbahn(ganz neue Gebäulich⸗ keiten) unter günstigen Bedingungen sofort zu verkaufen ⸗ Gef. Offerten unter A. O. 634 befördert die Annoneen- Expedition von G. L. Danbe 8 Comp., Frank⸗ furt a. M. 2282 2279 Wir beehren uns hiermit die ergebenste Anzeige zu machen, daß wir von beute an in dem Laden des Herrn Christian Armbrust dahier ein Putz⸗ und Modegeschäft eröffnet haben und bitten um geneigten Zuspruch. Vilbel am 24. Juli 1877. Geschwister Makowsky. 2221 steht billig zu verkaufen bei Friedrichsdorf. Walter Kolaß. 2 Ein zuverlässiger Mann wird gegen guten Lohn zu Pferden gesucht. Näheres bei der Exped. d. Anz. 2269 De 8 Frisch gebrannter Kalk (bester Wasserkalk) zu haben auf der. Kalbrennerei am Bahnhof Groß⸗Karben: a Gebr. Ufert. 5 Bestellungen können durch Bahnversandt effeetuirt werden. Auch liefern wir den Kalk bis zur Baustelle. 2271 NB. Herrenhemden, 614 feine Einsätze, Vorhemden, Taschentücher, weiße Unterröcke, Kragen, Manschetten sowie Socken und Strümpfe äußerst billig bei N. Friedrich. r Danksagung. 2276 Für die Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung unseres Sohnes Karl, sagen innigsten Dank die tiefbetrübten Eltern: Margaretha Leichner, Konrad Leichner. Nieder-Wöllstadt den 25. Juli 1877. Hef-Apotheker. Kursaal Bad-Nauheim. Samstag den 28. Juli 1877. Erstes Gastspiel des Wiener Kinderschauspiel-Ensembles unter Leitung der Frau Direktor F. König. Dornröschen. Dramatisirtes Märchen in 5 Akten von C. Görner. Hierauf: Die Polka vor Gericht. Wiener Schwank mit Gesang und Tanz in 1 Akt von 0 C. Heinrich. Alles Nähere im Tageszettel. Kassen⸗Oeffnung 7 Uhr.— Anfang 7½ Uhr. 2285 Die Direktion. Pergamentpapier per Meter 50 Pfennig, 2 Meter 90 Pfennig. f per Rolle 4 Mark, bei Carl Bindern Todes-Anzeige. 2275 Es hat dem Allmächtigen gefallen unsere geliebte Nanni Hieronimus, geb. Walz. heute Morgen nach langem mit Geduld extragenen Leiden im kaum vollendeten 41. Lebensjahr zu sich zu nehmen. 5 Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Friedberg den 24. Juli 1877. 50 Die Beerdigung findet statt Donnerstag den 96 26. Juli Nachmittags 4 Uhr. 5 agel in Friedberg und Nauheim. ö Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. auch übernehme rr 1— 8