1 1877. Donnerstag den 25. Januar. 10. Oberhessischer Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Areis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für die 2 Monate Februar und März kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ der Verlags-Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden. bei — Amtlicher Theil. Betreffend: Die Auefützrung des Gesetzes vom 6. Juni 1853, die Versicherung det Gebäude gegen Feuersgefahr und die Vergütung der Brandschäden. Friedberg den 22. Januar 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit der Berichtserstattung in obigem Betreffs im Rückstande sind, werden dieran dei Meidung unangenehmer J. V. d. K.: Klietsch, Kreis- Assessor. Verfügung erinnert. Betreffend: Die Taubstummen⸗Statifiik im Großberzogtbum. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Ortsschulvorstände des Kreises. Wir sehen der Erledigung unseres Ausschreibens vom 2. vorigen Monats, Kreisblatt Nr. 145, unfehlbar binnen 8 Tagen enigegen. J. V. d. K.: Klietsch, Kreis ⸗Assessor. Friedberg den 22. Januar 1877. Deutsches Reich. Darmstadt. Am 20. l. Mis, wurde der nahmegerichtsstand zu beanspruchen habe. Das Regierungs-Accesist Dr. von Schenck zu Schweins Materielle der Sache wird nunmehr vor dem berg zum Vorstand der Haus- und Staats-Archiv- Obergericht entschieden. Direction ernannt Militärnachricht. Berlin. Der„Reichs- Anz.“ schreibt: Einer ausgesprochen, daß der Beschuldigte keinen Aus- Auch soll ein ungarischer landesfürstlicher Com⸗ missär bei der Nationalbank ernannt werden. — Die Constitutrung altkatholischer Gemeinden in Oesterreich ist fortan gesetzlich gestattet. Nur Formalitäten sind noch zu erledigen, aber der Bonhard, Pr.-Lt. vom Meldung aus Constantinopel zufolge hat der deutsche principiell zustimmende Bescheid befindet sich be⸗ 3. Inf. Reg. Nr. 117, mit Pension nebst Aue- Boischaster in Constantinopel, v. Werther, alle reits in den Händen des altkatholischen Pfarrers sicht auf Anstellung im Civildienst der Abschied Vorbereitungen getroffen, um nach der am 20. Jan. Dr. Lindner. bewilligt. Maurer, Hauptm. zur Disp., zuletzt Battericchef im Art.-Corps, mit Pension der ub schied bewilligt. v. Alvensleben, Major vom legen zu verlassen. durch die Pforte erklärten Ablehnung der Con- ferenz-Vorschläge Constantinopel gleich seinen Col Werther, der auf dem Aviso — 22. Jan. Die„Pol. Corr.“ constatirt, daß die Nachricht, der österreichische Botschaster Graf Zichy habe an dem zu Ehren der Deputation 2. Westf. Hus.-Reg. Nr. 11 und commandirt als„Pommerania“ über Spra seine Reise zurückzu- der ungarischen Studenten in Constantinopel ver- Adj. bei der Großh.(25.) Div., ein—— seiner Charge verliehen. Gottschalk, Vicewachtm. vom 1. Bat. 4. Landw. Reg. Nr. 118, zum Von den Conferenz- Bevollmächtigten wollte Marquis Sck.-Lt. bei der Res. der Traincomp. befördert. Salisburh als Erster abreisen, nach ihm Sir H. Elliot. — Bereits im Juni v. J. wurde in der zweiten Kammer der Antrag auf Aufhebung der ist der Befehl eingetroffen, mit den zur Vervoll- Verordnungen vom 3. Februar 1797, 2. Marz ständigung, bezw. Verstärkung der Festung projec⸗ Der Antrag wtirten Befestigungs-Arbriten zu beginnen, und es 1786 und 18. März 1718 gestellt. geht dahin, die Kammer wolle die Regierung um eine die genannten Verordnungen, soweit sich solche 3 weitere größere Vorwerke in Angriff genommen auf Baumbeschädigungen beziehen, völlig aufhebende, werden. eventuell doch um eine den Ausschlag auf die Ge- Millionen Thaler) wurden schon vor Jahren aus meindekassen in den zutreffenden Fällen verord nende den französischen Kriegs Entschädigungs-Geldern Der 4. Ausschuß bat bewilligt. Gesetzesvorlage ersuchen. über diese Materie Bericht erstattet. Hiernach geht der Antrag des Ausschusses dahin, die Re— gierung zu ersuchen, unter Aufhebung der genannten Verordnungen eine Revision der Gesetzgebung be— züglich der Schadensersatzpflicht der Ortseinwohner bei boshaften Eigenthums beschädigungen eintreten zu lassen und desfallsige Vorlage demnächst dem Landtag zu machen. Ein weiterer von demselben Ausschuß erstatteter Bericht bezieht sich auf den im October v. J. eingebrachten Antrag, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, eine ger— stärkte Streuabgabe innerhalb der Grenzen des § 1 der Verordnung vom 3 Oktober 1848 durch die Forstbehörden aus den Domantalwaldungen veranlassen zu wollen. Der Ausschuß beantragt Zustimmung zu diesem Antrag. — Das socialistische Wahl-Comite macht durch Straßen Placate den Wählern Most's die Mit— theilung, dag die soelalistische Arbeiter-Partei zu Darmstadt beschlossen habe, sich bei der bevor- stehenden Stich-Wahl der Abstimmung zu ent— halten, da keiner der beiden Candidaten die In— tertssen des arbeitenden Volkes vertreten könne. — 22. Jan. Durch heute verkündigtes Ur- theil des höchsten Gerichtshofs wurde das bekannte Erkenntniß des Mainzer Obergerichts in der Unter- suchung gegen den Bischof von Mainz wegen Ver legung der Kirchengesetze aufgehoben und damit legen beabsichtigt, wird wahrscheinlich gleichzeitig mit General Ignatieff von Constantinopel abreisen. Ingolstadt. Wie der„Nbg. Corr.“ hört, sollen in Folge dessen im kommenden Frübjahre Die biezu erforderlichen Geldmittel(4 Straßburg. Zu den zwölf detachirten Forts, welche die neue äußere Befestigungs. Linie von Straßburg bilden, tritt als dreizehntes hinzu ein Fort, welches in der Nähe des Altenheimer Hofes erbaut werden soll. Es ist dazu bestimmt, die bedeutende Entfernung vom Fort Werder, welches bei dem Dorfe Graffenstaden am Rhein— Rbone-Canal liegt, zu schließen und so gewisser⸗ maßen den Anschluß an den Rhein zu bilden. Auch ist man durch die Wabl des Forts an dieser Stelle in der Lage, den Rhein aufwärts unter Feuer zu halten. Wie man erfährt, haben nach Abschluß der Vorarbeiten die Erd-Arbeiten bereits begonnen, und das Fort soll, weil es in der Niederung liegt, einen breiten nassen Graben erhalten. Ausland. Oesterreich- Ungarn. Wien. Die „Montags Revue“ meldet aus Pest: In unter richteten Kreisen wird das Zustandekommen eines Provlsoriums in der Bankfrage für wahrscheinlich gehalten. Die ungarische Regierung entschied sich für eine Vereinbarung wegen der Regultrung der Valuta, nach deten Durchführung eine selbständige ungartsche Bank errichtet werden soll. Bis dahin soll das Privilegium der Oesterreichischen National- bank verlängert, die Dotation derselben aber er— höht und die Filtalen in Ungarn vermehrt werden. anstalteten Fest-⸗Diner theilgenommen, vollkommen unbegründet seiz im Gegentheil wäre noch vor Ankunft der Deputation den türkischen Staats- männern gegenüber vollständig außer Zweifel ge— stellt worden, daß dieselbe von Niemaud ein Mandat habe und nur ihre eigenen Privatpersonen vertrete. Dieser Standpunkt sei auch Seitens der öster— reichisch- ungarischen Botschaft streng eingehalten worden. Höchst wahrscheinlich verließen die Ver— treter der drei Nordmächte am nächsten Dienstag vereint Constantinopel. Schweiz. Basel, 22. Jan. Den„Basl. Nachr.“ wird aus dem Canton Tessin gemeldet, daß bei den gestrigen Wahlen zum großen Rath die Ultramontanen gesiegt haben, welche 67 Mandate erlangten, während den Liberalen nur 52 zu Theil wurden. Frankreich. Paris. Der„France“ zufolge follen die schwebenden Mißverständnisse mit Deutsch— land größtentheils durch freundschaftliche Ausein- andersetzungen geebnet sein. Auch die übrigen Blätter führen eine gemäßigte Sprache. — Die„France“ plaidirt eindringlich, gestützt auf politische und historische Argumente, zu Gunsten einer russisch-französischen Allfanz. Der Artikel wird seiner Inopportunität halber sehr getadelt und findet keinen Anklang. Die Republikaner befürworten striete Neutralität Frankreichs. Lille. Die biesigen Blätter berichten über die erfolgte feierliche Eröffnung der biesigen katholischen Universität, die in der St. Katharinen- kirche vor sich ging. Die Cardinale von Cambrai und Mecheln, mehrere Bischöfe, der Abt von la Trappe und vielen Geistliche wohnten der Ceremonie bei, zu der sich auch die Gläubigen in bellen Schaaren eingefunden hatten. Belgien. Brüssel, 21. Januar. Der „Indep. belge“ zufolge haben die Spinnerei— Arbeiter zu Loth unweit Brüssel die Arbeit ein- gestellt und sind in Folge dessen Ruhestörungen vorgekommen. Eine Abtzbeilung der Brüsseler Gendarmerie ist nach Loth abgesendet worden. Beim Empfange einer Deputation äußerte gestern Großbritannien. London, 23. Jan. Gladstone, die Person Lord Salisburp's könne wegen des ungünstigen Ausganges der Conferenz nicht getadelt werden. Da die Psorte auch die ermäßigten Forderungen der Mächte abgelehnt habe, so verdienten etwaige künftige Vorschläge der europäischen Muchte überhaupt keine Erwägung. Es sei klar, daß die Mächte der türkischen Re gierung überhaupt keine Vorschläge empfehlen dürften, wenn sie nicht zugleich die Absicht hätten, auch auf deren Durchführung zu bestehen. Die wichtigste Frage sei die, ob die Pforte, nachdem sie die von ihr gemachten Versprechungen schmäh⸗ licher Weise unerfüllt gelassen habe, fortfahren dürfe, die durch den Pariser Vertrag ihr zuge⸗ sicherten Vortheile zu genießen. England trage eine schwere Verantwortung, es sei an der Re- gierung das Land über die Folgen des Scheiterns der Conferenz aufzuklären. Schließlich erklärte Gladstone, er müsse es ablehnen, die Leitung der liberalen Partei wieder zu übernehmen. Italien. Rom, 20. Jan. Im Verlaufe der Debatte über den Gesetz- Entwurf, betreffend die Mißbräuche der Geistlichkeit, ergriff der Justiz minister in der Sitzung der Deputirten-Kammer das Wort, um die Zeitgemäßheit des Gesetzent- wurfs nachzuweisen, wobei er bervorhob, daß die sich kundgebende größere Versöhnlichkeit der geist⸗ lichen Behörden eine Folge der Festigkeit des gegenwärtigen Cabinets sei. Das Papstthum er- kenne nur die Vereinigung Lombardo-Venetiens mit dem ehemaligen Königreich Sardinien an, sehe in dem übrigen Königreich Italien nur das Resultat von gewaltthäligen Fusionen und lasse die Geist— lichkeit für die politische Auflösung wirken; daher nähmen allerlei Mißbräuche ihren Ursprung. Schließlich ersuchte der Minister das Haus, den Entwurf ohne Abänderungen anzunehmen. Türkei. Canstantinopel, 21. Januar. Ueber die gestrige Sitzung der Conferenz verlautet noch weiter: Nachdem General Ignatieff seine Bemühungen zur Verhütung des Krieges dargelegt hatte, führte er in seinen Schlußworten aus, daß, wenn die Pforte jetzt eine Action gegen Serbien und Montenegro unternehmen würde, oder wenn die chrisliche Bevölkerung fernere Leiden zu er- dulden hätte, so würde Europa davon Kenntniß nehmen. Endlich erwähnte Ignatieff auch noch, daß die Mitglieder der Conferenz eine Petition von christlichen Bewohnern Macedoniens, Epirus, Thessaliens und Kreta's erhalten hätten, mit der Bitte, die Conferenz möge sich auch mit der Ver— besserung ihrer Lage beschäftigen; die Conferenz habe zwar diese Bitten nicht in Erwägung ziehen können, da ihr Mandat bereits beendet sei, dennoch wolle er die Thatsache an sich noch in heutiger Schlußs'tzung constatiren. — Das„Tel. Corr.-Bür.“ meldet vom 21. d.: Bei der heutigen Soires auf der österreichischen Botschaft wurde das Schluß-Protokoll der Con- ferenz von sämmtlichen Bevollmächtigten unter- zeichnet. Die Bestimmungen über die Abreise der Delegirten sind dahin getroffen, daß morgen früh Marquis Salisbury, Dienstag früh Ignatieff, im Laufe desselben Tages Graf Zichy und Baron Calice, die österreichischen Bevollmächtigten, und Frlihr. v. Werther, der deutsche Botschafter, abreisen. Mittwoch wird Graf Bourgoing, Donnerstag Sir Henry Elliot und Freitag Graf Chaudordy und Graf Corti abreisen. Gerüchtweise verlautet, daß die Pforte mit Serbien und Montenegro direct Frieden schließen werde. Der Großvezier stattete heute dem armenisch-katholischen Patriarchen einen Besuch ab und hielt dabei eine Rede, in welcher er der Treue der Armenier gedachte und die aus der Verfassung resultirende Gleichheit aller Otto— manen constatirte. Rustschuk. Die Kriegsbereitschaft der türkischen Armee ist ziemlich durchgeführt. Nach Daten aus türkischen Quellen beträgt die ottomanische Streit- macht in ganz Bulgarien 184 Bataillons Nizams, 76 Bataillons Redifs, 21,000 Mann Cavallerie und 292 Geschütze. Das Balaillon Nizams darf zu 600 Mann, ebenso stark das Redif Bataillon angenommen werden. Im Ganzen darf die Zahl der Combattanten auf 146,000 Mann veranschlagt werden. Dabei sind die Irregulären und die noch immer eintreffenden Reservisten nicht mitgerechnet. Griechenland. Athen, 23. Januar. Neun britische Panzerschiffe unter dem Ober- Com-: mando des Vice Admirals Drummond sind im Piräus vor Anker gegangen.— Der Herzog und die Herzogin von Edinburg werden aus Malta hier erwartet.— Marquis Salisbury und Elliot werden auf ihrer Heimreise von Constantinopel hier durchpassiren. Rußland. Petersburg. Nach einem Telegramm des„Regierungs-Anz.“ aus Kischineff vom 21. d. M. haben sich an diesem Tage im Hauptquartier der Bevollmächtigte der Gesellschaft des rothen Kreuzes Abasa und sein Gehülfe Fürst Wolkowskg vorgestellt, um Instructionen zu empfangen, an welchen Punkten sanitätliche Hülse am nothwendigsten wäte, im Falle der Krieg zum Ausbruch käme. Der Gesundheits-Zustand der Armee ist durchaus beftiedigend. Obige beiden Delegirten haben gestern die Spitäler besucht. — Der„Golos“ hebt als wichtiges Resultat der Conferenz hervor, daß die Türkei nicht mehr als europäische Macht dastehe und Europa nun— mehr jeder Pflicht entbunden sei, die Integrität des muselmänischen Reiches zu schützen. Seit Sonnabend sei die orientalische Frage in eine neue Phase eingetreten, indem die Pforte durch ihre Ablehnung alle Folgen des Pariser Friedens vernichtet habe. Fortan könne die eventuelle Ein- mischung irgend welcher Macht in die türkischen Angelegenheiten nicht mehr eine Verletzung der internationalen Verträge bedeuten. Der„Golos“ schenkt den in Constantinopel verbreiteten Gerüchten, die Türkei beabsichtige in ein separates Einver- nehmen mit Rußland zu treten, kein Vertrauen. Aus Stadt und Land. H- V. Friedberg. Nach amtlicher Anzeige verjähren die Hess. fl. 50.—⸗Loose am 1. Juli 1877, worauf deren Besitzer bierdurch wiederholt aufmerklam gemacht werden. Die Einlösung dieser Loose vermittelt u. A. der hiesige Vorschuß- und Credilverein. Friedberg. Im Hinblick auf die im März statt⸗ findenden Prüfungen für Einjährig Freiwillige machen wir darauf aufmerkam, daß die Bestimmungen über die Erwerbung der Berechtigung zum einjährigen Militärdienst vom Nachweis der wissenschaftlichen Befähigung event. solche junge Leute entbinden,„welche sich in einem Zweige der Wissenschaft oder Kunst oder in einer andern dem Gemeinwesen zu Gute kommenden Thäligkeit besonders auszeichnen oder als Kunstveiständige oder mechanische Arbeiter in der Art ihrer Thätigkeit Hervorragendes leisten. Diese Personen haben ihrer Meldung die erforderlichen, amtlich beglaubigten Zeugnisse beizufügen. Sie sind nur einer Prüfung in den Elementarkenninissen unterworfen, nach deren Ausfall die Ersatzbehörde driiter Instanz ent— scheidet, ob der Berechligungsschein zu ertheilen ist oder nicht.“— Hiernach können also auch Handwerker die Berechtigung zum einjäbrig freiwilligen Militär dienst erwerben, ohne die im übrigen vorgeschriebene wissenschaftliche Bildung zu besitzen. Sowen es uns bekannt ist, wird von dieser Bestimmung der Prüf⸗ ungs⸗Ordnung nur in sehr geringem Umfange Gebrauch gemacht, aus dem Grunde, weil sie von Seiten Derer, die sie betrifft, zum Theil jedenfalls bisher nur wenig oder gar nicht beachtet worden ist. Wie sehr sie übrigens be— rufen sein dürfte, sobald sie nur erst in ihrer ganzen Trag⸗ weite erkannt und von allen Seiten gewürdigt wird, die Leistungen in den einzelnen Gewerken zu heben, bedarf wohl keines Beweises. Gießen, 20. Jan. Das Schwurgericht vom ersten Quartal erkaunte bis zum gesteigen Schlusse seiner Sitz⸗ ungen in den nach verzeichneten Anklagesachen: Am 12. Jau. gegen den Gemeinderechner H. Hartmann von Reichlos wegen Verbrechen im Amle, Zuch:hausstrafe von 1 Jahr 3 Mon. Dens. gegen J. Schneider III. von Geiß⸗Nidda wegen Urkundenfälschung, Gesängnißstrase von 10 Tagen. Am 13. Jan. gegen Ph. Ratz von Schlitz wegen Dieb— stahls, Zuchthausstrafe von 2 Jahren und gegen Anna B. Weisbeck von da wegen Hehlerei, Gefängnißstrase von 3 Wochen. Am 15. Jan. gegen H. Bien von Feeiensteinau wegen Diebstahls, Zuchthausstrase von 3 Jahren unter Aberkennung der Ehrenrechte. Am 16. Jan. gegen Katharina C. Kippes Wiw. von Lehrbach und Anna Marie Böcher von da wegen Verleilung zum Meineid, und zwar gegen Erstere Zuchthausstrafe von 1 Jahr, gegen Letztere auf Freisprechung. Am 17. Jan. gegen W. Amend zu Gießen, Schreiner, wegen Diebstahls, Zucht hausstrafe von 1 Jahr 3 Mon. unter Aberkennung der Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren. Am 18. Jan. gegen W. Bücking von Homberg a, d. Ohm bezüglich der Anklage wegen versuchter Tödtung, auf Freisprechung. Am 19. Jan. gegen den Feldschützen C. Heyer von Melbach wegen Erpressung, Gesängnißstrafe von 2 Monaten. Lindenfels, 21. Jan. In den Morgenstunden des heuligen Tages wiederholten sich die Eroslöße vom 10. d. ————————————— PPP—— *————— verboten, und waren sebr deutlich wahrzunehmen. Heftige Winde waren in deren Gefolge. Es ist auffallend in unserer Gegend, diesen Winter östers jene wahrzunehmen. Auch in dem oberen Weschnitzthale und im Steinachgebiete war die Erschütterung so slark, daß die Bewohner aus den Belten eilten. Worms. Unsete Stadt bat einen ihrer verdiens⸗ vollsten Bürger verloren. Am 19. Jan. Abends verschied im 63. Lebensjahre nach längerem Leiden das lebens- längliche Mitglied der ersten Kammer der hessischen Stände, der Geh. Commercienrath und kal. spanische Consul Leonhard Heyl. Als Chef des Geoßhandlungshauses Leonhard Heyl und Cie. versah derselbe während zwanzig Jahren die Funktionen eines Präsidenten der Wormser Handelskammer, welche Corporation erst noch in den jüngsten Tagen dem Verstorbenen aus Anlaß seines Rück⸗ triites von diesem Amte eine Abresse überreichte, in welcher sie demselben ihren Dank für seine Wirksamkeit in den wärmsten Worten aussprach. Allerlei. Frankfurt, 22. Jan. Heute Morgen ließ sich ein Einjährig⸗Freiwilliger von der Taunusbahn überfahren. Gestern Abend sprang ein junger Mann, dessen Identität noch nicht festgestellt ist, von der neuen Brücke herunter in den Main. Nettungs-Versuche blieben erfolglos, da der Lebensmüde nicht mehr fähig war, die ihm hingereichte Stange zu erfassen, und plötzlich unterging. Karlsruhe. In dem benachbarten Mosbach saßen am Abend des 19. Jan. im Gafihause„Zur Krone“ der Bezirksamimann, der Oberamtsrichter, der prakt. Arzt Dr. Orilieb und andere Honoratioren in traulichem Ge— lpräch beisammen, als kurz vor 11 Uhr zu einem Fenster der Gaststube herein geschossen wurde und Dr. Ortlieb, von einer Kugel in den Kopf getroffen, sosort todt nieder— sank. Der Thäter, ein Schreiner, Heinrich Appel von Mosbach, wurde alsbald ermittelt und gesänglich einge— zogen. Derselbe wird allgemein als zeilweise geisteskrank geschildert und soll schon Pflegling der Heilanstalt Illenau gewesen sein. Wem eigentlich der Schuß galt, weiß man z. Z. noch nicht. Dr. Ortlieb, ein allgemein beliebter und hochgeachteter junger Mann soll bei seiner Leutseligkeit niemals Anlaß zu einem Gewalt- oder Rache Act ge⸗ geben haben. Wittenberg. Einer hier wohnenden Wittwe halte sich die fire Idee bemächtigt, sie dürfe nicht mehr essen und trinken. Mit entsetzlicher Energie verweigerte sie un⸗ geachtet alles Zuredens jede Speise und was man ihr mit Gewalt einflößte, spie sie wieder aus. Am 14. Tage aß sie noch einmal einen Bissen Semmel, von da ab benetzte sie nur noch ihre Lippen, um den brennenden Durst zu löschen, bis der Tod sie von ihren Qualen erlöste. Pontarlier. Am 19. Januar wurde das nabe an der schweizerischen Grenze im Departement Doubs bei Pontarlier auf einem steilen Berge gelegene alte Fort Joux(Chateau de Joux) nebst der vorbeiführenden Eisen⸗ bahn durch eine Explosion vollständig zerstört. Bis jetzt sind zehn Todie aus den Trümmern gegraben; die Zahl der Verwundeten ist groß. Nach genaueren Nachrichten wurde diese Explosion durch einen entzündlichen Sioff, die sogenannte Malaziette Bie herbeigeführt. Diese explosible Malerie wird seit einiger Zeit in der Fabrik von Biet zu Fabry(Gemeinde Satigny) in der Nähe von Genf sabricirt, und die Fabrik ist selbst erst kürzlich in die Luft geflogen, wobei eine g oße Anzahl von Personen ums Leben kam. In Frankreich war die Mataziette und als kürzlich auf dem Bahnhose von Pontarlier 3000 Kilogramm davon, die man als Dünger einzuschmuggeln suchte, mit Beschlag belegt wurden, schaffte man den gefährlichen Stoff in Tonnen, wie er wor, nach dem Fort Lormont(Joux) wo er durch noch nicht aufgeklärte Ursache explodiite. Bern. In Cleven hat sich eine Actien⸗Gesellschaft behufs Wiederausgrabung des am 18. August 1618 durch einen Bergsturz verschülteten reichen Fleckens Plurs in Graubündien mit einem Actienkapital von 100,000 Frs. zusammengethan. Es kamen damals 1000 Personen um; verschültet wurden 200 Häuser. Goldwaarenläden, Kupfer⸗ waaren, Töpfeteien, welche den Lavetzstein verarbeiseten, befanden sich daselbst; ebenso reich ausgeschmückle Kirchen. Man hofft daher auf reiche Beute. Christiania. Ueber den bereits gemeldeten Brand des großen Theaters liegen einige nähere Mittheilungen vor. Das Feuer soll in der in der oberen Etage befind- lichen Damengarderobe entstanden sein, von wo es nord- wärls nach dem oberen Theil des Zuschauerraumes sich ausbreitete. Die Bübne ist durch Feuer und Wasser zer⸗ slört worden. Am 15. d. M. um 3½ Uhr Nachmittags war das Feuer gelöscht. Das Gebäude ist für 124,000 Kronen in der allgemeinen norwegischen Brandcasse und das In- ventar für 24,000 Kronen in Magdeburg versichert. Die Wiederherstellung des Theaters im Laufe der Saison ist unmöglich. Die Rohrpost. (Aus:„Der Bildungs-Verein.“) Seit dem 1. December des eben verflossenen Jahres ist in Berlin ein neuartiges und nicht minder großartiges Beförderungs-Mittel in Thätigkeit, durch welches innerhalb der Grenzen der Hauptstadt Briefe und Postkarten schneller befördert werden als vordem Drahtbriefe. Die Art solcher Beförderung nannte man früher die pneumatische, der Generalpostmeister hat in ö ö ö 1 des 9 1 Lunge dersel licher det dilde und ein wand bind bat. sphan keit hang wen in könn die L dunn Blas -Kug die So die das lich wir! lich die Best Zwi dun nah wir schn Stel Fort Um dahe sorm Roh von — sehr anerkennenswerther Weise* neuen Einrichtung amtlich den deutschen Namen Rohr- post gegeben. Beide Namen bezeichnen ganz gut dasselbe, wiewohl sie einander nicht voll · kommen decken. Der erstere bezeichnet die trei— bende Kraft, den Athem, das Blasen, der zweite die Bahn für die Sendung, das Rohr, beide zusammen geben uns recht gut den voll— ständigen Begriff der Sache: die neue Post ist ein großes Blaserohr mit einer entsprechend ausgiebigen Lunge, so dauerhaft wie nur wünschenswerth und wie sie ein Kesselschmied nur herstellen kann. Das Blaserohr ist ja wohl Jedermann bekannt und das Gesetz seiner Wirkung leicht zu entdecken. Steckt man in die Hoͤhlung etwa auf Fingertiefe eine weiche Thonkugel, so kann man dieselbe auf zweierlet Weise an das andere Ende befördern. Daß sie die einmal erlangte Bewegung auch noch darüber hinausträagt, kommt zunächst nicht in Betracht; wir wollen nur sehen, wie wir sie von einem Ende zum andern bringen. Wenn wir da, wo wir die Kugel hineinsteckten, hin— einblasen, so drängen wir damit die in unserer Lunge vorräthige Luft in den kleinen Raum des Rohres hinter der Kugel. Während vor derselben im Rohre sich Luft von der gewöhn— lichen Dichte befindet, entsteht dadurch hinter der kleinen Scheidewand, welche die Kugel bildet, Luft von bedeutend größerer Dichte, und ihr Bestreben, sich auszudehnen, bewirkt ein Fortschieben dieser beweglichen Zwischen— wand. Wir sagen dann: wir blasen die Kugel hindurch. hat aber jede Gasart und so auch die athmo- sphärische Luft in ihrem gewöhnlichen Dichtig- keitszustande. Ob es zur Geltung kommt, hängt nur davon ab, ob irgend ein Raum mit weniger dichtem Gase angefüllt vorhanden ist, in welchen das dichtere eindringen kann. Wir können daher auch statt auf der einen Seite die Luft zu verdichten, sie auf der anderen ver— dünnen. Es geschieht das, wenn wir das Blaserohr mit dem Ende, an welchem sich die Kugel nicht befindet, an den Mund setzen und die in demselben befindliche Luft einathmen. So vellständig, daß gar keine Luft mehr in diesem Theile des Rohres wäre, treffen wir das freilich nicht, aber indem wir doch mög— lichst viel Luft in unsere Lunge aufnehmen, wird die etwa noch zurückbleibende doch wesent— lich verdünnt und nun erlangt die äußere vuft, die in das andere Ende eindringt, in ihrem Bestreben, sich auszudehnen, Erfolg und die Zwischenwand wird in den Raum mit ver⸗ dünnter Luft hineingedrängt— die Kugel nähert sich unserem Munde. Wir sagen dann, wir hätten sie angesaugt. Wenn wir statt der schmiegsamen, weichen Thonkugel ein rundliches Steinchen in das Rohr legen, dann wird das Fortblasen und Ansaugen schwieriger und unter Umständen unmöglich werden. Dies kommt daher, daß sich das Steinchen nicht wie die formbare Kugel allseitig an die Wandung des Rohres anschmiegt und somit die dünnere Luft von der dichteren nur unvollkommen scheidet. Durch die kleinen Lücken, welche dann zwischen Rohr und Steinchen bleiben, dringt vielmehr die dichtere Luft in den Raum der dünnern und es findet ein Ausgleich statt, ohne daß die Zwischenwand wesentlich weiter geschoben wird. Will man daher einen Gegenstand, der selbst keine luftdichte Scheidewand zu bilden vermochte, wie etwa einen Eisenstift, durch das Blaserohr bewegen, so heftet man ihm eine Bolzenquaste an, welche namentlich, sobald die einzelnen Seidenfäden durch die dichtere Luft aufeinander gedrückt werden, diesen luftdichten Verschluß bildet. Das Alles haben die Her— stellexr der Rohrpost sehr wohl in Betracht ge— alen und wenn es einmal der Bediener der— elden außer Acht läßt, dann versagt die Rohr— post grade so wie ein Blaserohr. Daß die Gegenstände, welche man als Einlagen des Blaserohrs fortbewegen kaun, recht verschieden— artig sein konnen, haben wir schon gesehen. Das Bestreben, sich auszudehnen, Warum sollten wir statt eines Bolzens nicht ein kürzeres blechernes Nadelbüchschen einlegen und von der Luft sortschieben lassen können? Es käme nur darauf an, daß es mit dem vor⸗ dern Ende moͤglichst wenig anstoße und mit dem hintern gut anschließe, um wie ein Bolzen 1 kreise noch einige einfache Ausläufer, vorläufig drei, angeschlossen. Diese Ausläufer bestehen nur je aus einer einzigen Rohrleitung, an deren Ende sich wohl ein Postamt, aber keine Vorrichtung zum Blasen und Saugen, keine Lunge befindet. Sollen nun auf diesen Strecken mit möglichst geringer Kraft fortbewegt zu die Bolzen, beispielsweise vom Leipziger Platze werden. Wir wollen daher die kleine Nadel- nach der verlängerten Genthinerstraße und von büchse vorn abrunden und rückwärts etwa mit da zurück befördert werden, so werden sie in einer doppelten Reihe von Lederschuppen um- demselben Rohre dahin geblasen und zurück tränzen, die sich dachziegelartig übereinander gesaugt; das heißt, man schickt vom Rohrpost⸗ legen, wenn sie die sich aus dehnende Luft an⸗amte des Leipziger Platzes aus hinter dem einander und an die Wandung des Rohres anpreßt. Haben wir nun in Blechbüchse statt der Nadeln, ein beschriebenes Papierstreifchen, so ist aus dem Blaserohre eine wirkliche Rohrpost geworden, und wir konnten das Briefchen beliebig befördern, so weit das Rohr und unsere Lunge reicht. Was das Rohr anlangt, so hat es begreiflicher Weise gar keine Schwierigkeit. In Berlin sind solche Rohre gelegt worden in einer Gesammtlänge von nahezu 26 Kilometern, also mehr als drei Meilen. Man hat sie der Haltbarkeit wegen aus Schmiedeeisen gemacht und um sie vor Beschädigung zu sichern, mindestens einen Meter tief unter das Straßenpflaster gelegt. Damit man aber in die Büchsen doch mehr als ein Zettelchen stecken könne, hat man sie beiläufig armdick gemacht, so daß der innere Raum sechs und einen halben Centimeter weit ist. Daß sie auch noch auf und ab, nach links und rechts gebogen sein mußten, das hat für die Wirkung gar keinen Belang, falls nur der Bogen nicht so stark ist, daß eine Büchse bei ihrer Länge von 15 Ceutimeter nicht umbiegen könnte, son— dern stecken bleiben müßte. Wie man bei den Bahnkurven auf die Länge des Waggons, so mußte man hier auf die Länge der Büchsen Rücksicht nehmen, um den zulässigen Halbmesser der Kurve zu bestimmen; im Uedbrigen ist die Richtung gleichgültig. Die drei Meilen Länge kommen keineswegs auf ein einziges Rohr, denn dann könnte man eben auch blos von einem Ende zum andern Briefe blasen, sie ver— theilen sich vielmehr auf sechszehn Rohre, deren je zwei Enden in fünfzehn Rohrpostämtern zu— sammentreffen. Wenn man daher einen Brief so blasen wollte, daß er die ganzen Rohre durchläuft und wieder zurückkommt, so müßte er fünfzehnmal von je einer postbediensteten Hand am Ende eines Rohres in Empfang ge— nommen und in den Anfang des andern Rohres hineingesteckt werden, was freilich immer nur wenig Sekunden zu dauern braucht. Aus diesen sechszehn Rohren sind zunächst unterhalb der Stadt Berlin zwei große, etwas eckige Ringe gebildet, der eine südlich, der andere nördlich von der Spree und diese beiden Ringe sind so mit einander verknüpft, wie die beiden Schleifen eines Achters(8). Im Bereiche dieser Ringe wird nun immer nur nach einer Richtung geblasen, so daß ein Brief, welcher vom letzten Postamte dieses Ringes zum vor— letzten gelangen soll, den ganzen Kreis vom letzten zum ersten und vom ersten zum vor— letzten durchlaufen muß. Soll er von Süden nach Norden gehen, so beschreibt er zuerst im südlichen Ringe den betreffenden Kreisbogen bis zur Kreuzung der Achterschlingen und tritt dann in den zweiten Ring, innerhalb dessen er wieder immer nur nach einer Richtung hin die betreffende Strecke durchläuft. Dadurch ist eine sehr große Einfachheit und Uebersichtlich— keit der Handhabung erreicht, der gegenüber der Zeitverlust um so weniger in Betracht kommt, als ein Brief zum Durchlaufen beider Kreise unter den ungünstigsten Umständen, ein— schließlich aller Uebertragungen noch keine 40 Minuten brauchen würde. In diesen Haupt— kreisen werden die Briefbolzen im Allgemeinen herumgeblasen, wenn es auch mitunter foͤrder— lich erscheinen kann, an einem Ende durch gleichzeitiges Saugen dem Blasen am andern nachzuhelfen. Um nun auch die entferntesten Stadttheile zu erreichen, sind an die Haupt- hinzugerichteten Bolzen verdichtete Luft, und dieser kleinen verdünnt die Luft, wenn der Bolzen zurück kommen soll.(Schluß folgt.) Handel und Verkehr. Friedberg, 23. Jan. Waizen M. 24.50. Korn N. 20.—. Gerste M. 18.—. Hafer M. 15—20. Kar⸗ toffeln M. 3.50. Alle Preise vetstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpfund. cFTrankfurt, 22. Jan.(Viehmarkt.) Der heutige Markt war ziemlich gut befahren. Das Geschäft ging, rotzdem daß meist geringe Qualität am Platze war, sehr lebhaft, da durch den Schluß des Berliner und Breslauer Viehhose, bezw. Ausfuhr Verbote, dedeulende Händler dier eingetroffen waren und viel aufkauften. Angelrieden warten: 340 Ochsen, 200 Kühe und Rinder(gute Qualität sehr esucht), 300 Kälder und 360 Hammel. Die Preise siellien sich: Ochsen 1. Qual. M. 62—64., 2. Qual. M. 58—60. Kübe und Rinder 1. Qual. M. 60., 2. Qual. M. 44—48. Kälber 1. Qual. M. 50. 2. Qual. M. 46—48. Hämmel 1. Qual. M. 50., 2. Qual. M. 46—48. Frankfurt, 22. Jan. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 N. 41., Nr. 2 M. 37., Ni. J M. 33., Nr. 4 N. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., o. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen M. 25.—., Korn M. 18½—19½., Gerte M. 17½—19½., Hafer N. 15½—18. Koblfsamen M.—., Erbien M. 21—24., Dicken M. 19., Linsen M. 21—30., Kübel M. 85. Die Preise versieben sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll⸗ cwicht 100 Kilo. Mainz, 22. Im. Producten-Markt. Wazzen per März 23.—. Kern per März 17.25. Hafer pet März 17.15. Rüböf per Mai 38.50. D. Frankfurt a. M., 23. Januar 1877. Die Ten⸗ denz der Börse trug auch beute ein sestes Gepräge und scheint es sast, als wenn man in den Kreisen der Specu⸗ laion dem xesultatlosen Ausgang der Consetenz eine ge⸗ wisse günstige Interpretation zu Theil werden ließe. Ma dem nun sein, wie idm wolle, wir müssen constatiten, daß auch die heutigen Meldungen, daruntet die Rede Glad⸗ stont's, keinen nachtbeiligen Einfluß auf die allgemeine Pbysiognomie des Verkehrs ausüben, welcher sich etwas velebter als gestern gestaltete. Der Optimismus det Börse in Betreff der Beurtheilung der politischen Simalon kam am internationalen Speculationsmarkt am meisten in der sestern Haltung der Creditactien zum Ausdruck, welche sich zu 116½— 5— 0— ½ und 116½, circa/ fl. üder ihrem gestrigen Mittagentveau dewegten. Staatsbabn⸗ actien lagen auf Berlin matt und gingen zu 194½—195 und 194½ um. Man schätzt ihr Wochenminus auf citca 200— 250,000 fl. Banken bielten sich sest. Deutsche Ver⸗ inebank ½% böber. Ein lebhaftes Geschäft fand in österr. Nalionalbankactien, die von 657 auf 686 stiegen, abet auf stacke Wiener Verkäufe schließlich wieder auf 672 berabsanken, stant. Deulsche und ausländische Fonds sest. Ungarische Schatzbons I. Em. ½% besser, II. Em. ½% maltec. Oesterr. Prioritäten theuweise anziehend. Von Loosen 1860er 1½%, 1864er 1 Mark böͤder. Oesterr. Bahnen ziemlich debauptet. Galizier sind 8 fl. höher. Von Wechseln London und Wien, letzteres 80 Pf. theurer, Amsierdam schwöächer. Geld Cours. Frankfurt am 23. Januar 1877. 20, Frankenstücke. Mk. 16 20—24 Englische Sovereiaggg gs„ 20 33-38 Nussische Imperiales i„ 16 70-75 Holländische fl. 10⸗Stücke„ 16 Dukaten.„ 1 9 60—65 Dneaten al mares 9 9 64-69 Dollars in Gold 416 19 240 An der Burgkirche zu Friedberg sollen die zur Herstellung neuer Fenster aus Schmiedeisen und des äußeren Verputzes erforderliche Schlosserarbeit, veranschlagt zu 1120 M. Glaserarbeit 8 Weißbinderarbeit 1000„ bis zum Montag den 5 Februar d. J., Vormittags 11½ Uhr, oͤffentlich im Submissionswege vergeben werden. Die Angebote sind in Prozenten auf den ganzen Betrag des Voranschlags bis zu obigem Termin verslegelt und als Submisston für Herstellung der Burgkirche de⸗ zeichnet portofrei bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst Voranschlag und Bedingungen offen liegen. Friedberg am 16. Januar 1877. g Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Reuß Holz⸗Versteigerung. 269 In den Freiherrlich v. Franckenstein'schen Wald⸗ den Engelsborn am u. Forstgarten werden versteigert: 1) Montag den 29. Januar 928 170 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, 282 des Volksbildungs⸗ Herrn Seminarlehrer Einladung zu dem Freitag den 26. Januar e., Abends präcis 8 Uhr, Vereins Friedberg im Rathhaussaale stattfindenden Dr. Heid über: Das Auge und der 6. Der Vorstand. 8 Eichen-„ weiten Vortrage des 1 Duchen Prügelholz, Vorgang beim Sehen. 50 E. Der Zutritt ist Jedermann gestatte 51 8 Eichen?„ Friedberg. 5780 Stück Buchenwellen, 1300 Eichenwellen, 750 Aspen⸗Erlenwellen, 2„Bouchen⸗Hackklötze. 2) Dienstag den 30. Januar l. J. kernöl: Fabrik 144 Eichenstämme von 15— 42 Centim. Durchmesser, F 313 Meter Länge mit 63,32 Kubikm. Inhalt, 153 Buchenstämme von 18— 41 Centim. Durchmesser, 277 3— 9 Meter Länge mit 50,47 Kubikm. Inhalt Wagnerholz). 14 1 1 8 0 mit 1,04 Kubikmeter Inhalt. Zusammenkunft an beiden Tagen Morgens 10 Uhr im Distrikt Engelsborn zunächst den ehemaligen Schieß⸗ mauern. Ockstadt den 22. Januar 1877. Der Freiherrlich v. Franckenstein'sche Rumpf. Oberförster Bekanntmachung. 272 Die am 4. und 18. Januar im Gemeindewald Nieder⸗Rosbach abgehaltenen Holzversteigerungen sind ge— nehmigt. Da bis jetzt eine Abfuhr des Holzes nicht stattfinden kann, werden die Fahrtage später bekannt gemacht werden. Nieder⸗Rosbach am 22. Januar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Rosbach. Oer o b Holzversteigerung. 278 Dienstag den 30. d. Mts. sollen in der Gräflich Stolberg'schen Oberförsterei Gedern, Revier Ranstadt, Distrikt Hardt, folgende Holzsortimente versteigert werden; 49 Raummeter Kiefern⸗Scheitholz, 21*„ Stangen⸗Prügelholz, 158 5„ Astreiser, 194 Kiefernstämme von 6— 18 Meter lang, 15— 44 Centimeter Durchmesser mit 151,20 Kubikmeter Inhalt. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr in Ranstadt. Gedern den 21. Januar 1877. Gräfliche Oberförsterei Gedern. Kirchner. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 280 Dienstag den 30. Januar soll im Distrikt Höler, eirea ½ Stunde von hier, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Buchen 137 200 508 4540 Eichen— 16 8 200 27 Eichenstämme, 15— 45 Centimeter stark und 4—14 Meter lang mit 12½ Kubikmeter Inhalt, 23 schwere Buchenstämme, 39— 53 Centimeter stark und 5—16 Meter lang mit 363¾ Kubikm. Inhalt, 4 Fichtenstämme und 4 Eichenstangen. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf der Haupt⸗ schneise, unweit vom Licher Feld. Lich am 22. Januar 1877. Wimmenauer, Forstrath. Mobiliar⸗Versteigerung. 294 Donnerstag den 1. Februar, Vormittags halb 10 Uhr, will Martin Lindt 1. von Weckesheim wegen Aufgabe seiner Oeconomie nachstehende Gegenstände gegen 1 an den Meistbietenden öffentlich versteigern assen: 1 1 Pferd(trächtig), 2 Kühe, 3 Schafe, 1 Mutter⸗ schwein, 1 einspännigen und zweispännigen Wagen, verschiedene Pflüge, 1 ein- und zweispänniges Pferde⸗ geschirr, 1 Ackergeschirr, 1 Fruchtfegemühle, 1 Dick⸗ wurzmühle, 1 Strohbonk, 1 Pfuhlfaß, mehrere Bütten, Fässer und Ketten, eirea 20 Ctr. Roggen⸗ stroh, 25 Ctr. Haferstroh, 30 Ctr. Gerstenstroh, 40 Ctr. Waizenstroh, eine Parthie Spreu, 20 Ctr. 5 8 30 a ee 15 Ctr. Grummet, 100 Etr ickwurz und noch sonstige Oeconomie— 5 e sonstig onomie- und Haus Weckesheim den 23. Januar 1877. Martin Lindt J. Ein braves, gewandtes Mädchen, welches gute Zeugnisse aufwei Fleischwaaren⸗ G 275 sen kann, wird eschäft gesucht. zug. Ilbenstadt in Accord gegeben werden. empfing wieder frische Sendung Mobiliar⸗Versteigerung. 5 in ein 5 Solche, welche bei einem Schweinemetzger conditionirten, erhalten den Vor⸗ Offerten beliebe man unter J. BB. 97 an das Annoncen⸗Büreau der Jäger'schen Buchhand⸗ Palm und Cocoskuchen, anerkannt vorzügliche Futtermittel, empfehlen als alleinige Vertreter der Cölner Palm⸗ Pilz 8 Gold bach, Frankfurt a. M. Arbeits-Versteigerung. 279 Freitag den 28. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll das Brechen, Anfahren und Zerschlagen von Unter⸗ haltungssteinen für die Vieinalwege in der Gemeinde Assenheim den 22. Januar 1877. Wenck, Bezirksbauaufseher. Turnverein. 291 Diejenigen Mitglieder welchen aus Versehen die Liste nicht zugekommen ist und die sich an dem am 17. Februar stattfindenden Jahresfest der Gesangsabtheilung betheiligen wollen, können sich bei Herrn Karl Faaz zur Einzeich⸗ nung melden. Der Vorstand. 134 Von den vorzüglichen Englischen Viscuits Wilhelm Fertsch. Ein braves reinliches Maͤdchen wird für das Buffet einer Restauration in Frankfurt am Main gesucht. Näheres zu erfragen bei der Expe⸗ dition des Anzeigers. 292 Glas- und Schmirgelpapier, sowie Schmirgel⸗Leinwand empfiehlt in anerkannt vorzüglichster Qualität zu den billigsten Preisen l g Ph. Dan. Kümmich. Alleinige Niederlage von Bäder, Adamsen& Comp. in Philadelphia. 293 284 In der Wohnung der Frau Geh. Regierungsrath Trapp in der Burg dahier werden Dienstag den 30. d. Mts., des Vormittags 9 Uhr anfangend, nach- folgende Gegenstände, als: 1 Sopha, Stühle, 1 polirter Theetisch, 1 Schreibtisch, 1 Seeretär, 1 Commode, Bett—⸗ werk, Haus und Küchengeräthe u. s. w. öffentlich meist— bietend gegen Baarzahlung versteigert. Friedberg den 23. Januar 1877. In Auftrag: Schwarz, Hoftaxator. Für Hühnerliebhaber. 273 Sehr schoͤne lebende italienische Hühner, ächte Race zur Zucht, mit gelben Füßen und gelben Schnäbeln, versendet nach allen Gegenden 5 Wiesbaden. J. G. Dichmann, Geflügelhandlung. Stollwerck'sche Zrustbonbons sind sowohl nature! genommen als Abends und Morgens in heisser Mileb oder Thee aufgelöst getrunken von vorzüglicher Wirkung gegen jedes Hals- Brustleiden. In Originalpacketen und à 50 Ppfennig vorräthig in Friedberg bei Wilh. Fertsch, Wilh Bernbeck und Hofapotheker C. Cörtz, in Gambach bei Carl Löffler, in Reichels- Einladung. 290 Zu dem kommenden Sonntag den 28. d. M., um halb 8 Uhr im Hötel Trapp statlfindenden Arbeiterball erlauben wir uns die Herren Meister zu recht zahlreicher Betheiligung ergebenst einzuladen. Bis dahin, Mittags 12 Uhr, können auch noch Karten für Arbeiter à 1 Mark 50 Pf. bei Herrn H. Simmrock in Empfang genommen werden. Der Vorstand. 283 Sonntag den 28. Januar(Tag der Kapitulation von Paris) Kriegerball zu Bönstadt, wozu einladet Der Vorstand. Frischer Labberdan und Stockfisch, 133 per Pfund 40 Pfennig, bei 1 Wilhelm Fertsch. Ein Zapfjunge wird gesucht bei 207 Henn 8 Jamin. Für Wagner. 274 Bei Unterzeichnetem sind eireca 400 Stück Felgen billig zu verkaufen. Georg Nanz II. Düdels heim bei Büdingen. 5 e* Agenten ⸗Gesuch. 276 Für eine Schönfärberei, Druckerei und chemische Waschanstalt wird ein Agent gesucht. Schriftliche Offerten an die Expedition d. Anz. erbeten. Ein braves Mädchen wird gegen hohen Lohn auf Petritag nach Nauheim in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Anz. 220 Clace-Handschulie er W Verkauf eines Thorhausbaues. 228 Unterzeichneter verkauft seinen Thorhausbau von 34 Fuß Länge und 20 Fuß Breite, zweistöckig, von gutem heim bei Apotheker Chr. Langheinz, in Rocken- 281 berg bei Apotheker F. Sames. Müller Hahn in Muschenheim hat einen Faselochsen 1½ Jahr alt, Berner Race, Rothscheck, sehr schön ge— baut, zu verkaufen. * Apotheken- Bitter, sSchutzmarke Nr. 99, (China-Magenbitter) in halben und ganzen Flaschen à 70 Pf. und M. 1.20. Bittere Magenkräuter in Packeten mit Gebrauchs- anweisung à 50 Pf. zu haben bei Frau Hoflief. Windecker in Friedberg. Ein Bäckerlehrling 218 lung in Frankfurt a. M. zu senden 1 1 wird gegen 2 Mark Wochenlohn gesucht. Nähere Aus— kunft ertheilt die Exped. des Anz. 262 Eichenholz, auf den Abbruch. Wohnba ch. Wilhelm Stephan. Todes Anzeige. Freunden und Bekannten machen wir hiermit die traurige Mittheilung, daß es Gott gefallen hat unsere unvergeßliche Gattin, Mutter, Groß— mutter und Schwiegermutter Juliane Minter, geb. Will, nach langem schwerem Leiden am 21. Januar in ein besseres Jenseits abzurufen. Mit dieser Mittheilung sagen wir herzlichen Dank Allen, welche der Verblichenen wahrend ihres langen Krankseins so hülfreich zur Seite standen, sowie allen Denjenigen, welche ihr das Geleit zur ewigen Ruhestätte gegeben. Bad⸗ Nauheim. N Die trauernden Hinterbliebenen. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. Gel De