ern rate, Neuß. 9 2 * sh Wabterbielt Dr. Oechener 10,875, Dr. Mousang 9980 Summen, 1877. Dienstag den 23. Januar. 9. Oberhessischer An zeiger. Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Artis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für die 9— Monate Februar und März kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ der Verlags-Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden. bei — Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großberzogliche Regier⸗ ungsblalt Nr. 4 enthält: I. Gesetz, den Gewerbstcuetlatif bettefsend. Berlin, 19. Jan. Abgeordnetenhaus. Erste Berathung des Budgets. Sechs Redner sind gegen, fünf für dasselbe eingeschrieben. Im Laufe der Debatte erklärte der Finanz-Minister Camphausen, II. Bekanntmachung, die Sterbquarlale der Volks- er könne die Zukunft der Industrie durchaus nicht schulledtet beiteffend. III. in das Fideicommißvetmögen der von Leonhardt betreffend. IV. Bekanntmachung, die Organisation der Ober- förstercjien in dem Forste Friedberg denessend. V. und VI. Uebersicht der für dae Jabr 1877 ge⸗ nehmigten Umlagen in den ietael. Religtonsgemeinden der Kteise Erbach und Bingen. VII. Ecwächtigung zur Annahme und zum Tragen eines stemden Ordene. VIII. Cbaraktereribeilungen. IX. Dienfinachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großberzog daben Allergnädigst gerubt: am 6. Nov. 1876 dem Geb. Oberforstratb Bose den Auftrag zur Mitbesorg⸗ ung der Dircklotialgeschäfte bei der Oberforst⸗ und Domänen⸗ Direction zu ertbeilen; am 16. Dec. den Hülfeledter an Freihertn der Taubummen⸗Anstalt zu Bensbeim, Wahl aus Ast⸗ deim, zum Lehrer an dieser Anstalt zu ernennen; am 22. Dec. den auf die 2. evang. Pfarrstelle zu Lich präsen⸗ titten Pfarrer Klingelböffer zu Altenkuchen zu bestäligen; an dems. Tage den Lehrer Schmidt Dietz zu Meldach zum Reallehter in Gußen, am 28. Dec. den Kataster Kalkulator Kramer zum Kalkulalox I. Kl. dei der Steuer ⸗Conttole, den Steuer⸗Kalkula for Bischoff zum Kalkulator I. Cl. bei dem Kalasteramie, den Gebelme— talh Wernber zum Vorsitzenden, den Obersorstrath Dr. Draudt zum Miigliede der Prüsunge⸗Commission für das Finanz und lechnische Fach; am 30. Dec. den C. E. Geppert aus Alzey zum Stempler bei der Haupi⸗Stempel- Verwaltung zu trennen. X. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrsielle zu Alienschlirf, Gehalt 1297 M.; den Frei herrn Riedesel zu Eisenbach steht das Präsentationsrecht zu; die Schulsielle zu Vernssele, Gehalt 685 M. 71 Pfl.; die 2. Schulstelle zu Dornbeim, Gebalt 857 M. 14 Pf.; die Schulstelle zu Oppetehosen, Gehalt 771 M. 43 Pf.; dem kath. Pfarrer und dem Gemeindevorstand stebt das Präsentalionsrecht zu; die Schulstelle zu Weiher, Gehalt 171 M. 43 P. XI. Sterbefälle. Gestorben sind: am 21. Nov. 1876 die Schlüsseldame v. Ricou zu Darmstadt; am 17. Dec. der Geh. Ober⸗Rechnungsrath Fuht zu Darmstadt; am 19. Dec. der Schullehrer Ritter zu Dornheim; am 21. Dec. hierauf zur Verhandlung gebrachte Gesetzentwurf des Gesandten im Haag, Frhrn. v. Bekanntmachung, die Einverleibung neuerer Et⸗ werdungen in Offenrach zum Reallehrer zu ernennen; an dems. Tage den Schullebret ungünstiger brurtheilen ale wie im Vorjahre. An den Banken in London, Paris, Brüssel, Amsterdam und Berlin sei ein niedriger Discontsatz, überall sei unbeschäftigtes Capital vorhanden, das deutlich beweise, daß die Unternehmungslust uur durch die Besorgnisse wegen der ortentalischen Frage gedrückt werde. Mit der Beseitigung dieser Besorgnisse werde jedoch die Unternehmungslust wieder er- wachen, hoffentlich nicht aber zum Schwindel, sondern zur Entwickelung einer soliden Industtie führen. Dem geäußerten Wunsche auf ein Auf— bören des Cultur-Kampfes könnt e er sich anschließen, jedoch nur unter der Bedingung, daß das Recht des Staates nicht mißachtet werde. Nach einer 3½ stündigen Berathung wurde die erste Lesung geschlossen und die Verweisung der Etats und Bildung von Gruppen zur Vorberathung der einzelnen Etats Theile beschlossen.— 20. Januar. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses brachte Windtborst(Meppen) eine Interpellation ein betreffend die Linderung der Noth der durch die Nogat-Ueberschwemmung Betroffenen. Die Uebersicht der Staats- Einnahmen- und Ausgaben pro 1875 wurde an die Rechnungs- Commission, die Nachweisung über die Classen- und Einkommen- Steuer- Veranlogung nach längerer Debatte die Budget Commission verwiesen; ebenso auch an an letztere die Vorlagen über die Consolidation der Staats- Anleihen und über die Verwendungen zu Eisenbahnbauten. von Stempelsorten, über die Aufhebung der Meß abgabe in Frankfurt a. O. und wegen des Haltens der Gesetzsammlung und des Amtsblattes in Lauenburg in erster und zweiter Lesung. Demnächst genehmigte das Haus ohne Debatte die Gesetzentwürse wegen Verkaufs Jahreszeit nicht im Dom, sondern in der Schloß— Capelle stattfinden. In der Nacht vom Samstag auf Montag soll die Leiche nach dem Schloß übergeführt und dort am Montag von 12—4 Uhr im geschlossenen Parade⸗Sarge aufgestellt werden. Am Dienstag 11 Uhr wird der Trauer⸗Gottes⸗ dienst gehalten und erfolgt sodann in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch die Ueberführung der Leiche nach Charlottenburg, von wo aus dem⸗ nächst, gemäß dem kundgegebenen Willen der Verewigten, in aller Stille die Beisetzung in der Kirche zu Nikolskoje bei Potsdam vorgenommen wird. Prinz Karl wird sich am Mittwoch in Begleitung der landgräflich hessischen Familie nach Wiesbaden und von da nach Italien begeben. Großfürst Wladimir trifft morgen früh 6 Uhr hier ein und steigt im russichen Botschafterhotel ab. Elberfeld, 19. Jan. Nach dem Bekannt- werden des gestrigen Wahl-Resultates, bei welchem Hesselmann unterlag, fanden der„Elberf.-Ztg.“ zufolge mehrfach Extesse statt. Vor dem Geschäfts⸗ lotale ditses Blattes war ein solcher Auflauf, daß die Passage unmöglich war, viele Personen wur- den thätlich insultirt und viele Fensterscheiben zertrümmert. Schließlich schritt die Polizei mit blanker Waffe ein und stellte die Ruhe wieder her, 22 Individuen wurden verhaftei. — 20. Jan. Die„Elberf.- Ztg.“ meldet: Gestern Abend wiederholten sich die Extesse in mehreren Straßen; die Polizei schritt mit dlanker Waffe ein, 12 Verhaftungen wurden vorgenommen. Posen. Im März dieses Jahres soll wiederum der Bau von drei zur Verstärkung der Festung Posen bestimmten detachirten Forts Seitens der hiesigen Festungs-Bau Direction in General-Entre⸗ prise gegeben werden. Ausland. Oesterreich- Ungarn. Wien. Die Der„Wiener Zeitung“ veröffentlicht die Ernennung Haymerle, der Gendarm Start zu Grünberg; am 25. Dec. der über den Umbau des Zeughauses veranlaßte eine unter Verleihung der Wuͤrde eines Gebeimerathes evang. Pfarter Keiber zu Nordheim; am 26. Dec. die Lehrerin Lippert zu Mainz; am 27. Dec. der Distticts⸗ einnehmet Obermann zu Alzey; an dems. Tage(er Ober⸗ fieutrcalculator Papst zu Schlitz; am 3. Jan. 1877 der Staateprokurator Weiß zu Alzey. Darmstadt. Militär nachricht. Sepberth, Vice Feldw. vom 2. Bat. Bad. Landw. Regts. Nr. 110, zum Sec. Lt. der Res. des 2. Hess. Ins.⸗Regis. Nr. 116, und Ehrhardt, Vice-Wachtm. von demselben Bat. zum Sec.- Lt. der Res. des 2. Hess. Drag. ⸗Regts. Nr. 24 befördert. — Der Zusammentritt der zweiten Kammer ist jetzt definitiv auf den 30. d. M. sestgesetzt. — Der Legitimations- Ausschuß beantragt ein- stimmig, die Wahl Keller's(an Stelle der früheren Abgeordneten Dr. Stüber) für gültig zu erklären. Mainz, 17. Jan. Bei dem Dom-⸗Capitular Dr. Haffner, sowie bei dem Dom- Präbendat Dy. Raich erschien vorgestern der Pfandmeister, um durch Pfändung einiger Gegenstände die Strafe tinzutreiben, zu welcher die Herten von dem Amts- Wericht Homburg wegen geistlicher Aushülse in der Pfarrei Rödelheim verurtheilt wurden. — 18. Januar. Bei der heutigen Stich- Commission verwiesen ward. Dagegen wurde be— treffs der Beamten beschlossen, die zweite Berathung im Urlaub. Plenum zu erledigen. — 20. Jan. Heute fand die gerichtliche Ver— bandlung gegen Dr. Rudolf Meper statt, welcher beschuldigt ist, durch einen Artikel der„Social— poliiischen Correspondenz“ vom 5. October den FFürsten Bismarck beleidigt zu haben. Der Ange— klagte erbot sich, den Beweis der Wahrheit seiner Angaben anzutreten, indem er auf das Zeugniß der Herren v. Blankenburg, Bleichröder, Kardorff und Bethmann recurritrte. Der Gerichtshof be— schloß hierauf die Zulassung des Antrages auf Beweiserhebung und die Freilassung des Ange— klagten aus der Haft gegen Caution. — Hiesigen Blättern zufolge hätte Professor Gneist seine Entlassung als Mitglied des Ober— Verwaltungs-Gerichts beantragt, weil ihn die eingetretene Erweiterung in der Geschäftsthätigkeit dieses Gerichtes bei seiner Lebrthätigkeit und in seiner parlamentarischen Wirksamkeit bindere. — 20. Jan. Die Beisetzung der Leiche der Frau Prinzessin Karl wird mit Rücksicht auf die längere Debatte, wonach solche an die Budget- zum Botschafter beim König von Italien. Frankreich. Paris. Der Marine Minister, Vorlage über die Umzugskosten der Admiral Fourichon, nimmt auf unbestimmte Zeit Die Geschaͤfte seines Ministeriums werden interimistisch von dem Handelsminister Teisserenc de Bort geführt, welchem der Contre- Admiral Roussin als Unterstaats-Seeretär an die Seite gestellt wird. Der Letztere hat während des Kriegs der Zweig-Regierung von Tours und Bordeaux angebört. Der von dem Generalratd des Seine— Departements in seiner letzten Session geäußerte „Wunsch“ nach einer unbedingten Amnestie ist von dem Präsidenten der Republik auf Antrag des Ministers des Innern für null und nichtig erklärt worden. Dagegen hat der Minister des Innern den Beschluß des Pariser Gemeinderatbs, die Summe von 30,000 Fr. dem Comite für die nothleidenden Familien der politischen Verurtbeilten zu überweisen, unbeanstandet gelassen. Italien Rom, 18. Jan. Die Deputirten- Kammer ist in die General- Debatte des Gesetz entwurfs über die Mißbräuche der Meistlichkeit eingetreten. Vom Papst ist dieser Gesetzentwurf den Congregatlonen vorgelegt zur Prüfung und Entscheidung darüber, ob derselbe nicht den canoni- schen Kirchengesetzen zuwiderlaufe. Dem Ber⸗ nehmen nach stände die Ernennung von 2 öster · reichischen, 2 französischen, 4 italienischen und einem spanischen Cardinal bevor. — In der Zeitung„Italie“ wird die Nach · richt französischer Blätter, die italienische Regierung habe die Erhebung der Regentschaft Tunis zu einem unabhangigen Fürstenthum vorgeschlagen, für absolut erfunden erklart. a — 19. Jan. Der Kronprinz und die Kron · prinzessin von Italien richteten ein Belleidschreiben an den Prinzen Karl von Preußen.— Major Mamioni ist von Serbien, wo er als Mitglied der Demarkations-Commission verweilte, zurück, gekehrt und reist demnächst auf seinen Posten bei der diesseitigen Botschaft in Wien ab.— Die Deputirten Kammer setzte die General- Debatte über den Gesetz Entwurf, die Mißbräuche des Clerus betr., fort. Türkei. Canstantinopel, 18. Januar. Die heutige Sitzung des großen Rathes, an welcher 200 Würdenträger theilnahmen, dauerte 3 Stunden und nahm folgenden Verlauf: Zunächst wurde ein Exposé der Vorkommnisse seit Beginn der Insurrection und der von den Mächten auf gestellten Vorschläge verlesen. Sodann entwickelte Midhat Pascha in langer Rede die türkischen Gegenvorschläge nebst einigen der Versassung nicht zuwiderlaufenden Concessionen, welche aus Ver⸗ söhnlichkeit bewilligt wurden. Midhat Pascha legte zugleich den Erust der Lage dar und berührte die in Aussicht gestellte Abreise der Botschafter und Conferenz-Delegirten. Nachdem der Großvezir hierauf noch auf den Krieg und dessen Schrecken, die Verschlimmerung der inneren Lage und die Unmöglichkeit, die erforderlichen Geldmittel auf: zubringen, hingewiesen hatte, schloß er mit den Worten: die Ottomanen sollen auf keinerlei Allianz rechnen. Hiernächst wurde mehrerseits, namentlich von den religibsen Chefs der Griechen und Armenier, die Verwerfung der Vorschläge der Mächte be— fürwortet. Nachdem Midhat Pascha noch wieder- bolt auf den Ernst der Lage und die traurigen Folgen des Krieges die Aufmerksamkeit gelenkt hatte, sprachen sich sämmtliche Anwesende ein- stimmig unter dem Rufe:„lieber Tod als Ent— ehrung“, für die Ablehnung der Vorschläge der Großmächte aus. An dem großen Rath nahmen 60 Christen Theil. Nachdem die Versammlung die Vorschläge der Mächte verworfen hatte, ent— schied dieselbe die von Midhat Pascha gestellte Anfrage, ob er trotz des ablehnenden Votums des Rathes mit den Mächten über die abgelehnten Punkte in weitere Verhandlungen eintreten könne, negativ und sprach sich dahin aus, daß lediglich die Verhandlung über die türkischen Gegen-Vor— schläge auf der Conferenz fortgesetzt werde! könnte. — 19. Jan. Die„Agence Havas“ meldet: Es wird versichert, der Große Rath habe ver— langt, für den Fall, daß neue Grundlagen für ein Uebereinkommen vorgeschlagen würden, neuer— dings einberufen zu werden. Sehr bemerkt wurde die ablehnende Haltung der Christen im„Großen Rathe“ gegen die Vorschläge der Mächte. Der griechische und der armenische Patriarch, sowie der bulgarische Enarch wohnten der Berathung, angeblich wegen Unwohlseins, nicht persöunlich bei, allein ihre Delegirten sprachen sich für die Ab⸗ lehnung aus, ebenso der Groß-⸗Rabbiner. Vor Allen aber hielt der Delegitte des antihassunisti— schen Patriarchen eine sebr heftige Rede gegen die Vorschläge der Mächte; der armenische Dele— girte, welcher gleichfalls gegen dieselben protestirte, war der Einzige, welcher Vorbehalte machte. Die Hassunisten waren nicht vertreten, der lateinische Bischof nicht zugezogen. Die meisten Ulema's verhielten sich stillschweigend.— Mehemed Ruschdi Pascha wurde zum Minister ohne Portefeuille ernannt. — 20. Jan. In der heutigen Sitzung der Conferenz verlas Sayfet Pascha eine Note, worin erklärt wird, daß sich die Pforte über gewisse Detallounkte mit den Mächten verständigen könne. Die Frage der Ernennung der Gencral Gouver— gangen, dagegen bezüglich der einzusetzenden Ueber- wachungs⸗ Commisston vorgeschlagen, daß eine „Local Commission“ zu wählen sei, welche unter dem Vorsitze eines türkischen Functionärs tage. Bezüglich Serbiens und Montenegros soll die dung überlassen werden. Nach Verlesung der Note constatirte Lord Salisbury, daß, da die Pforte sich weigere, die von den Mächten gefor- derten zwei Garantien für die Ausführung der Reformen, nämlich den vorgeschlagenen Modus der Ernennung der Gouverneure und die Organisfirung einer wahrhaft unabhängigen Control-Commission zu bewilligen, kein gemefinsamer Boden mehr für die Verhandlung vorhanden zu sein scheine und die Conferenz sich daher als geschlossen betrachten müsse. In gleichem Sinne sprach General Ignatieff, indem er ebenfalls die Vorschläge der Pforte für unannehmbar erklärte, die Verantwortlichkeit, welche auf letztere zurückfalle, hervorhob und schließlich der Hoffnung Ausdruck gab, die Pforte werde fortan nichts gegen Serbien und Montenegro unternehmen und die Lage der christlichen Bevöl— kerung zu berücksichtigen wissen. Nach diesen Er klärungen ging die Conferenz auseinander, da die Arbeiten ihr Ende gefunden batten. Ignatieff und Salisbury werden Montag, die anderen Bevoll— mächtigten im Laufe der nächsten Woche abreisen. Rumänien. Bukarest. Hier wurde dieser Tage in geheimer Kammersitzung über die Haltung Rumäniens im Kriegsfall berathen. Die Majorität hat jedwede Theilnahme an der Action abgelehnt. Rußland. Petersburg, 18. Jan. Die Verhandlungen mit der Pforte sind gänzlich ab⸗ gebrochen. Die Mobilisirung der ganzen russischen Armee ist beschlossen.— Aus Rybinek wird ge— meldet, daß dort 15 Handlungshäuser fallirt haben. — 20. Jan. Die neuesten Nachrichten melden eine Verschlimmerung des Zustandes dee Groß— fürsten Nikolai. In Kischineff sind Befürchtungen um dessen Leben verbreitet. — Die Nachricht auswärtiger Zeitungen, wo— nach Fürst Gortschakoff anläßlich des voreussicht— lichen Scheiterns der Conferenz ein Rundschreiben an die Regierungen der Großmächte gerichtet haben soll, wird von bestunterrichteter Seite als voll— kommen erfunden bezeichnet. Mit diesem Dementi wird die Bemerkung verbunden, daß äberhaupt in den letzten Wochen keinerlei besondere Circular Notification an die Vertreter Rußlands im Aus- lande bezüglich der orientalischen Frage oder der Conferenz ergangen sei. Die Meldung über den ablehnenden Beschluß des großen Rathes zu Con- stantinopel liegt auch hier vor, jedoch noch nicht in officieller Weise. Erst nach der offictellen Mit- theilung wird über die demnächst von Rußland zu treffenden Maßnahmen seitens des Kaisers Ent- schließung gefaßt werden. Hiervon unabhängig ist die eventuelle Abreise des Generals Ignatieff zu— sammen mit den anderen Bevollmächtigten und seine Vertretung durch den russischen Geschäftsträger. Amerika. Washington, 19. Januar. Nach einem dem Congresse vorgelegten Gesetz— Entwurfe soll ein Tribunal, bestehend aus je fünf Mitgliedern des Senats, des Repräsentantenhauses und des obersten Gerichtshoses, eingesetzt werden, um über die Gültigkeit der für die Bundes- Präsidenten-Wahl abgegebenen Stimmen zu ent— scheiden. Diese Entscheidung soll eine definitive sein und nur durch gemeinsamen Akt beider Häuser umgestoßen werden können. Der Antrag fand, abgesehen von der extremen Partei, die beifälligste Aufnahme und gilt daher als Beweis für die Absicht des Congresses, durch eine rasche Ent⸗ scheidung die öffentliche Besorgniß zu zerstreuen. New Mork, 20. Jan. Der Stamm der Sioux Indianer, welcher neuerdings Feindselig⸗ keiten gegen die Truppen der Union unternommen hatte, ist auf kanadisches Gebiet übergetreten. Aegypten. Alexandria. Der Feldzug, welchen die viceköniglichen Truppen im vorigen Jahre gegen Abessinien führten, hat bekanntlich zur Folge gehabt, daß mehr als ein Drittel der ägyptischen Armee aufgerieben wurde, aber er neure wird in der Note mit Stillschweigen über— Regelung der streitigen Fragen späteter Enkschei⸗ der Streitfragen zur Folge gehabt, welche zwischen Aegypten und Abessinien von Alters her bestehen. Die Wiederaufnahme des Krieges war also nur eine Frage der Zeit und neuestens ist sie sogar unmittelbar drohend geworden. Ziemlich allgemein hält man es für ausgemacht, daß der Feldzug im künftigen Monate beginnen werde. Es geschehen wenigstens in Kairo und weiter im Innern des Landes Rüstungen und schon bezeichnet man namentlich die Truppentheile, welche bestimmt sein sollen, an die abessinische Grenze abzugehen, um die Trümmer jeres Armee-Corps zu verstärken, das seit dem Ende des vorigen Feldzuges noch immer dort lagert. Aus Stadt und Land. Friedberg. Im hiesigen Bürger-Hospftale wurden im Jahre 1876 hundert und sechs und dreißig Kranke mit 3126 Pflegtagen verpflegt, und zwar 22 Stabtarme mit 1138, 72 Mitglieder des Krankenvereins mit 829, 13 Privatpersonen auf eigene Kosten mit 334, 28 Ortofremde mit 820 und 1 Soldat mit 5 Pflegtagen. Außerdem haben die Schwestern in der hiesigen Stadt in 17 Fällen mit 39 Nachtwachen Hilse gebracht. Pfungstadt, 19. Jan. In dem bekannten Hilde⸗ brand'schen Etablissement hat sich ein Braubursche in dem großen Wasserteservoir ernänkt. Oppenheim. Pfarrer Graf in Weinolsheim hat es trotz seiner Verurtheilung vor dem Mainzer Bezirks⸗ Gerichte duichgesetzt, daß seine ganze Gemeinde eine Bitt— schrist an das Ministerium des Innern gerichset hat, damit ihm die entzogene Besugniß zur Ertheilung des Religions- Unterrichts in seiner Pfarrei wieder eingeräumt werde. Ebersheim. Hier kam es gelegentlich der Reichs— tagswahl zu starken Excessen. Am 18. Abends nach der Wahl, nachdem die Gendarmerie wieder abgezogen war, schoß ein fanalischer Bösewicht in das erleuchtete Fenster eines Istaeliten Namens Simon, traf jedoch nur die Pelroleumlampe, welche zersprang, wobei das brennende Oel in die Kleider der dabei sitzenden Tochter des S. floß und dieselde in Brand steckte. Das Mädchen liegt an schweren Brandwunden darnieder. Hoffentlich wird dieses ruchlose Attentat seiner Strafe nicht enigeben. Allerlei. Gladbach, 16. Januar. Ein schreckliches Bahn- Unglück hat sich heute Nachmittag hier ereignet. Der gegen 3 Uhr hier von Düsseldocf aus eintreffende Personenzug lief durch ein Versehen des Weichenstellers statt in das erste, in das fünfie Geleise, in Folge dessen ihm eine Nangir-Maschine in die Flanke suhr. Ein Postwagen und zwei Personenwagen wurden erheblich, ein Personenwagen geringer, der Tender der Rangir-Maschine ebenfalls erhebilch beschädigt. Dadurch, daß die Rangir⸗Maschine den Per⸗ sonenzug streiste, wurde der letztere an der betreffenden Selle der Länge nach vollständig aufgerissen, und an dieser Seite kamen auch die bedeulendsten Verletzungen vor. Der Inhalt des Postwagens lag zerstreut umber, wurde aber in Sicherbeit gebracht, u. A. wurden auch 1400 Mark vaares Geld, die durch das Platzen des Beutels zerstreut umherlagen, vollständig wieder zusammengeschafft. Menschen⸗ leben sind glücklicher Weise bis jetzt nicht zu beklagen, wohl aber wurden 15 Personen mehr oder weniger stark verletzt. Berlin. Seit Donnerstag Nachmittag ist in Berlin, Hamburg und Bieslau der Ausbruch der Rinderpest con- stauirt; die erforderlichen Maßregeln behufs Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche sind bereits seitens der Velerinärpolizei angeordnet. Wien 19. Jan. Auf der Sübdbahnstrecke zwischen Steinbrücken und Römerbad hat in der Nacht eine starke Erd-⸗Abrutschung siangefunden, wodurch der San⸗Fluß verschünnet ward und eine Stauung desselben eintrat. Weitere Unfälle sind nicht zu beklagen. New-Mork. Wie gemeldet wird, sind durch das Aufbrechen des Eises auf dem Ohio und seinen Neben⸗ flussen plötzlich Hochfluthen eingetreten, wodurch in Pitts⸗ burg große Verheerungen verursacht wurden. Sieben Dampfer, 400 Kohlenbarken und andere Fahrzeuge erlitten Schifforuch. Der Schaden wird auf 2 Millionen Dollars veranschlagt. In Cincinnati wurde Schaden in der Höhe von 400,000 Dollars angerichtet. Großes Unheil wird auch aus sast jeder Stadt bis zur Mündung des Ohio hinunter gemeldet. Hunderte von Schiffen wurden in ungeheuren Massen von Treibeis, die zehn Meilen in der Stunde zurücklegten, den Fluß binunter getrieben. Verloosung. Badische fl. 35⸗Loose von 1845. Gew.⸗Ziehung vom 31. Deebr. 1876.— Heimzahlung am 1. April 1877. Nr. 59876 67997 83420 45 136147 204105 237772 96 312162 37833 àx M. 1714.29. Nr. 4851 51 55 57 60 62 64 6˙5⁶ 70 71 73 75—78 80 81 83 86 87 89 91 94—97 99 900 12651 52 58 60 62 67— 69 72—78 82 85 89 91 95 96 98— 700 18751 53 57 61 66-68 70—72 76 80 81 84—86 90 92 94 97-99 57001 2 4 6 9—11 13 14 21—23 25 26 28 29 31 33 81 39 41 44 48—50 59854 55 59 61-63 67 68 71—74 80 82 85 86 89—91 95 97 66002 5 7—13 16 18 22 25 27 31 32 35 40 41 43 45 48 67956—58 62 63 65 67-73 76-80 83-85 87-91 94 96 98 hat keineswegs die Beilegung oder Austragung 99 73001 6—8 10 1113 17—20 22 25 26 31-35 37 38 40 42-44 46 50 890002 6 8—16 23—27 29 Nor tzogt 1 5 mittel oder] so tar in a tin u Att spüle Tulpe spuͤle trod nem Doch könn erst schir zwe Repa nöthi die brenn dem strut tagt diel stürt Lamm ist ee Doch gena leum alte, durc die 31 33-35 38 39 42 43 48 50 83401 3 5 11-13 15—19 2124 N30 32—34 36 37 41 43 48 50 89551—53 59 61-61 70 76-79 81 82 86 87 91 92 94 96 98 99 104651 53 54 58 61 63 65 69—71 79-75 78 80 82 84 86 90 95 98 700 124603 5 9 10 14 17 10 20 28 24 7 29 31—33 36 4% 44 45 48 1311013 5 6 8-10 13 14 16 21—23 28—31 33 34 37 38 42 45 47—50 136102 3 5 6 8 9 45 18 19 21 23 25 26 29 34 38 4—43 46 48 151351 52 55—58 60—6 65 66 68 73 78 80 82 81-86 88 90—92 97 98 198203 4 6 9— 12 16 17 20 22 24 26—28 30 32 33 37 39 41 44 48 204102—4 7 13 15 17 19—21 23 25 27—30 33 35 36 41 44 46 206751 52 54—56 59 61—63 70 77 79 81 85 87 89 91 95 998 800 237753 55 57—59 64 86 73 84—86 88 93 95 98 99 2140753 54 56 58 60 61 65 67 72 77 78 80 81 83 85 88—91 95-99 28155160 63-67 71—73 75 78 79 83 85 87 90— 93 97 99 297501— 3 11 13 19 21 25 26 28 30—35 38 41 43-45 48 50 302552 53 56 58—60 62 63 66 68 70 72—77 8) 82 83 86 89 90 94 96 31253 55 57 58 6164 65 67-69 71 73 75—77 82 85—89 92 96 98200 334303 5—7 9—13 19—21 23 25 28 30-33 35 38 41 42 44 46 48 49 378301 2 6-11 16 18 21 22 25 27 29 35 36 40 42 44 48—50 382991 2 6 7 9 15— 18 20 23 26—32 34 38 41 43 44 46—50 387101 2 6 7 9 15—18 20 23 26—32 31 38 41 43 44 46—50 387101 2 5 8 12—14 16—18 21 23 28—29 3Jʃ 32 35 38 44—46 48 50 393302 3 6 9 10 13 14 16—19 21 23 26—28 30 33 36—39 44 45 48 50* M. 128.58. Alle übrigen Nummern in den am 30. November 1876 Falle schlägt die Flamme durch die vorhandene die Metze Zwiebeln 8 Sgr. ic. 2. gezogenen Serien erhalten den geringsten Gewinn von 2 Die Petroleumlampe und ihre Behandlung. (Schluß.) Es ist serner auch die Dochtscheide am oberen Ende innen und außen zu reinigen, da sonst der Docht leicht gehemmt und dadurch die Schraube zum Versagen gebracht wird. Die Cylinder reinige man mittelst eines Cylinderputzers von Wolle oder mittelst eines reinen leinenen Läppchens. Ist Rauch oder sonstige Unreinlichkeit im Cylinder sest klebrannt, so tauche man den Cylinderputzer oder das Läppchen in angefeuchtete Asche oder in eine Sodalösung ein und reibe damit die betreffende Stelle. Solcher Art behandelte Cplinder sind mit Wasser nachzu- spülen und trocken auszuwischen. Kugeln und Tulpen reinige man mit Soda- oder Aschenlösung, spüle sie mit Wasser nach und lasse dieselben ab- trocknen; das Abwischen ist zu unterlassen. Man nehme die Reinigung der Petroleumlampen des Morgens vor, damit etwaige Reparaturen und Dochterneuerungen rechtzeitig vorgenommen werden können. Wird die Reinigung der Petroleumlampe erst kurz vor dem Gebrauch vorgenommen, so ge- schieht dieselbe meistens ia nicht gehbriger und zweckentsprechender Weise und etwa auszuführende Reparaturen werden vom Spengler nicht mit der nöthigen Ruhe und Umsicht ausgeführt. Dies ist die Ursache, daß die Lampen häufig schlecht brennen, was man dem„schlechten Petroleum“, dem„schlechten Dochte“ oder der„schlechten Con- struction der Lampe“ zuschreibt. Lampen, die tagtäglich regelmäßig gebrannt werden, brennen viel gleichmäßiger und entwickeln größere Licht- stärke, als unregelmäßig benützte Lampen. Bei Lampen, welche längere Zeit nicht benützt werden, ist es nothwendig, das Petroleum abzugießen, den Docht zu entfernen und die Vase und Brenner genau zu reinigen, um die Verharzung des Petro- leums zu verhüten. Es genügt jedoch nicht, das alte, verharzte Petroleum einfach abzugießen und durch frisches zu ersetzen, sondern es muß auch die Glasvase sorgfältig gereinigt und ein neuer Docht eingezogen werden. Aus demselben Grunde darf kein Petroleum gebraucht werden, das den Sommer über in kleineren Quantitäten aufbe— wahrt wurde, auch sind derartige Gefäße, bevor sie mit Petroleum gefüllt werden, mittelst Asche und heißem Wasser zu reinigen 7) Bei dem Ankaufe von Glascylindern sehe man darauf, daß dieselben genau passen. Würde man z. B. einen 12% Glascylinder auf einen 10““ Rundbrenner setzen, so würde die Flamme roth brennen und qualmen, well der Luftstrom fürn die Flamme zu stark ist. Bei den geschnürten(gekröpften) Rund- brennerchlindern muß die Kropfhöhe dem Brenner genau angepaßt sein und soll der innere Durch- messer an der Schnürstelle mit dem äußeren Durch- messer des Dochtes zur Erzielung elner guten und hellbrennenden Flamme in annähernd gleichem Verhällnisse stehen. Beim Ankauf der Cylinder wähle man nur solche, die unten eine mögllchst gleichmäßige Wandstärke haben, da die Ausdehn⸗ ung des Glases dieser Cylinder beim Brennen der Lampe auch gleichmäßig stattfindet. Während des Brennens sind die Cylinder möglichst vor Zugluft zu schützen, da sonst die bestgekühlten Cylinder springen. Häufig liegt die Ursache der vielen Feuersbrünste und Unglücksfälle, welche durch den Gebrauch des Petroleums eatstehen, in dem Um- stande, daß die Luftzufuhr unterbrochen oder ge— hemmt ist, indem die Durchbrüche des Brenners durch Dochtkruste, Staub und Wolle u. s. w. verstopft sind. Die Temperatur des Brenners und demnach auch des Petroleums wird durch die fehlende nötbige Luftströmung ganz erheblich ge- steigert, es findet in Folge dessen ein Zusammen— schmelzen des Brenners statt, der nach unten längst weiter gebrannte und weiter gekohlte Docht rutscht mit den übrigen glühenden Rückständen in das Glaebasin, dessen Gase beim Zusammentritt mit frischer Luft und diesen glühenden Rückständen sofort txplodiren. Nicht selten wird eine Explo⸗ sion dadurch herbeigeführt, daß der Docht die Dochtscheide nicht vollständig ausfüllt. In diesem Lücke in das Bassin und bringt die daselbst be- findlichen Dämpfe zur Explosion. Anlaß zu Explosionen gibt ferner der Umstand, daß eine Ergänzung des Petrolcums dei Nacht bei pressanten nächtlichen Arbeiten— nothwendig ist. Die Lampe wird in diesem Falle ausgelöscht und beim Eingießen ein anderes Licht oder Lampe benützt. Beim Eingießen des Petroleums entweichen nan die im Bassia befindlichen leicht zündlichen Gase, entzünden sich an dem in zu großer Nähe befind- lichen Lichte und die Explosion ist fertig. Die meisten Unfälle werden jedoch durch Umwerfen der Petro- leumlampe bervorgerufen, wodurch leicht brennbare Stoffe wie Tischdecken, Kleidungsstücke u. s. w. in Brand gesetzt werden. Häufig treten aber auch Explosionen bei der reinlichsten, vorsichtigsten Be: handlungsweise der Petroltumlampen ein. In diesem Falle liegt die Ursache im Gebrauche von Petroleum, welches unvollständig gereinigt, oder absichtlich mit leichtflüchtigen Oelen verunreinigt ist. Zur Verhütung derartiger Unfälle sei die von Professor Dr. Zängerle in München ersundene Petroleumlampe empfohlen“). Wir selbst haben viese Lampe einer eingehenden Prüfung unterstellt, deren Resultat ein so günstiges war, daß wir das Urtbeil, welches in dem vortrefflichen, populären Schriftchen„Feuer und Licht von L. Jung, München 1875“ hierüber gefällt ist, in vollem Maße bestätigen können.„Um die vielen Feuers brünste zu verhindern, welche durch Umwerfen der Petroleumlampen entstehen, hat Professor Dr. Zängerle in München eine sehr zweckmäßige Petro- leumlampe construitt. Es wird bei dieser Lampe wesentlich an Petroleum gespart und ist die gleich— mäßige Flamme sehr weiß. Jede Gefahr einer Exploston ist ausgeschlossen und bei etwaigem Um- wersen der Lampe wird die Flamme durch das nachfließende Wasser sofort ausgelöscht. Die Lampe faßt auch so viel Petroleum, daß das lästige Nachfüllen nur selten zu geschehen braucht. Diese Lampe kann allen Familien, insbesondere jenen mit Kindern auf das Beste empfohlen werden und list deren Verbreitung nur zu wünschen, damit die durch Petroleumlampen vorkommenden Feuersbrünste immer seltener werden oder ganz aufhören.“ Den Lesern, welche sich über die Construction und Behandlungsweise der Petroleumlampe näher unterrichten wollen, empfehlen wir„die Petro— leumlampe und deren Behandlung von G. Fischer, Weimar 1876.“ Landwirthschastliches und Gewerbliches. Selbsteutzündung von Benzin. In Folge einer Explosion zu Puteaux in Frankteich, dei welcher man eine Selbstentzündung in Benzin getauchter Zeug— stosse vermuthete, stellte Frankillon eine Untersuchung Über die Möglichkeit einer solchen an und fand, daß allerdings wollene Gewebe durch Eintauchen in Benzin die Eigen— schaft erhielten, durch Reiben mit andern Körpern, z. B. der Hand, stark elekteisch zu werden. Es wäre möglich daß unter gewissen begünsligenden Umslänben, 3. 8. recht trockener Luft, diese Erregung so stark würde, baß auf genäherte metallene Gegenstände größete, zur Ent⸗ ündung des Bezins fühtende Funken überspringen anlen(7); doch es gelang nicht, diese Möglichkeit durch das Expetiment nachzuweisen. Zur Holzconservttrung. M. Paulet beschreibt die Veränderungen, welche mit Kuapfervitriol in ficitte Eisen⸗ dahnschwellen nach zehn⸗ bis zwölfjäbrigem Liegen erlitten. Die Schwellen sind gewöhnlich kupferfrei, da diesee Metall nach und nach durch die koblensäurebaltigen Wässer sort⸗ geführt wird; dagegen enthalten sie viel kohlensauren Kuk und ziemlich beträchtliche Menge Eisen in unlösliche Form. Die Veränderungen sind seht bedtutend an den Stellen, wo die Schienen aufgelegen baben; das Holz hat hier bis zu einer zumlich großen Tiese eine braune Farbe angenommen und ist ganz morsch geworden. Seine Dichte ist auf 0,38 gesunken. Es enthält Sucktoff und be⸗ deutende Mengen Eisen und Calcium, Carbonat und löst sich in Kalilauge auf. Der landwirthschaftliche Andau von Gemüse⸗ arten und Handelsgewächsen. Die Preise, welche auf nicht wenigen städtischen Märkten, namentlich denen größerer Städte, für den Bedarf der Küche an den ver⸗ schiedenen Gemüsearten gezahlt werden müssen, sind tteil⸗ weise sehr hoch und es braucht deispülsweise nut erwähnt zu werden, daß auf den Märkten mehreren mütleren oder größeren Städte Norddcuischlands für eine Mandel Mobr⸗ rüben mittlerer Größe zu bezahlen sind 1½—2 Sgt., für eine Kooltüve mittlerer Größe 9 Pfg. die 1 Sgr., für Nun dietet abet die landwirtbschistliche Cultur mehrerer dieser Wurzelgewächse und Gemüsearten, also der Andau im Großen, keinerlei Schwierigkeiten, oder vielmeht er wird schon vieljach be⸗ trieben und es bleibt nut eigenthümlich, weßhalb nicht och weit mehr, als es geschieyt, Laudwörthe in der Nähe von Sädten in det genannten Beziehung sich mit dem Bedarf der Städte ebenso direkt in Rapport setzen, als es mit den Producten der Viebbaltung oder mit Getraide geschiebt. Es sind beispielsweise innerhald oder außerhalb det Cocuttenz-Cultuten in der Provinz Sachsen per Morgen erzielt worden 474 Ceniner Mohrrüden, 298 Centner Tohlrüben. Welche Rechnung sich nun aber auch schon dei Annahme der Hälfte dieser Erträge gegenüber den genannten Markipreisen ergibt, dedarf keiner weiteren Ausführung. Namentlich die Kleindesitzet in der Näze größeret Städte sollten in größerer Zahl, als es tdat⸗ sächlich an vielen Orten der Fall, ihr Augenmerk auf das richten, was auf dem genannten Wege zu erteichen ist. Die Gefährlichkeit der Perlsucht(Franzosen⸗ krankheit) des Rindes, wurde neuerdings durch den Direktor det königl. Thierarzneischule in Berlin Gerlach constatirt. Gerlach machte Impfversuche mu der Tuderkelmasse, den traubensöemigen Gedilden, welche auf der Brust⸗ und Bauch⸗ haut der mit Perlsucht behafteten Thiere entsiehen und ge⸗ langte dabei zu dem Ergebnisse, daß sowobl durch Uebertrag⸗ ung dieses Stoffes in die Haut u. in das Fleisch wie durch die Fütterung solchet Tuberkelmasse Ansteckung und der Tod bei den Versuchstbieren bervorgetufen wird. Dem enisprechend sind auch, wie Prosessor Dr. Falke, dec diesem Gegenstande im„Ryeiischen Pionier“ einen Arukel widmet, bemerkt, diejenigen Menschen, welche mit dem Fleisch solcher Thiere mittelst wunder Hände zu ihun baden, oder die soschen Tuberkelstoff in den Verdauungskanal bringen, namentlich Fleischer, welche beim Ausschlachten solcher Tiere nach altem Brauche das Messer bie und da in den Mund nehmen, schon sehr gesährdet. Desgleichen ist die Milch von solchen perlsüchtigen Thieren sehr gefährlich für den Genuß Welches Unheil dieselde, namentlich in der Kinderwelt, anrichtet, davon dekommt man im Hindlick auf die Versuchresulate eine Ahnung, wenn man die Milch⸗ wirthschaften großer Städte betrachtet. Fast immer findet man bier perlsüchtige Küde, welche sich schon durch den aussälligsten Husten verdächtig machen. Handel und Verkehr. Frankfurt, 18. Jan. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 11., Nr. 2 M. N., Nr. J M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., o. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen M. 25.—., Korn M. 18½—19½., Gerste M. 17½— 19½., Hafer M. 15½—18. Koblsamen M.—., Erosen M. 21—24., Wicken M. 19., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 85. Die Preise versteben sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll⸗ gewicht= 100 Kilo. Frankfurt, 20. Jan. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Ceniner. M. 3.50—6. Strob per Centner. M. 4.50—5. Butter 1. Oual, im Großhandel das Pfund M. 1.10., 2. Qual. M. 1.—, im Kleinbandel 1. Qual. M. 1.15 bis 1.20., 2. Qual. M. 1.05—10. Cier das Hundert gewöbnliche alte M. 6.—., ilalienische M. 8.—. Kartoffeln per 200 Zollpfund M. 5.50. Main,, 20. Jan. Producten-Markt. Waßzen per März 23.10. Korn per März 17.25. Haser per Mätz 17.15. Rub per Mal 38.70. Geld Cours. Frankfurt am 20. Januar 1877. 20 Frankenstücke ») Die Zaäͤngerle'schen Lampen sind im Preise von 8 Mark per Stück an durch das General Döpot derselben von F. Wocher in München, Thexrestenstraßse 4, zu beziehen. Englische Soverei gans„5 20 33-38 Russische Impertales„ 0 16 70.78 Holländische fl. 10 Stücke 8 16 65 G. Ducaten.. 0 60-65 [Ducaten al marco 9 6462 1 Dollars in Gold Faselochs-Versteigerung. 221 Donnerstag den 25. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird auf hiesigem Rathhaus ein der hiesigen Gemeinde ehoͤriger, sehr gut gehaltener Faselochs öffentlich meist⸗ bletend versteigert. ö Okarben den 16. Januar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Okarben. Fauerbach. Kapital⸗Ausleihe. 220 In der Gemeindekasse zu Ober⸗Wöͤllstadt liegen gegen genügende Sicherheit 347 Mark zum Außleihen dereit; auf Verlangen kann dieses Kapital bis zu 1032 Mark 71 Pfennig erhöht werden. Odenwäller, Gemeinde-Einnehmer. 228 i 0 f Holz-Versteigerung. 269 In den Freiherrlich v. Franckenstein'schen Wald⸗ distrikten Engelsborn am u. Forstgarten werden versteigert: 1) Montag den 29. Januar l. J. 170 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, 13 0 Eichen⸗ U 69 5 Buchen⸗Prügelholz, 24 2 Eichen⸗ 9 ö 131 5 Buchen⸗Stockholz, 51 0 Eichen⸗ 1 5780 Stück Buchenwellen, 1300„ Eichenwellen, 750„ Aspen⸗Erlenwellen, 2„ Buchen⸗Hackklötze. 2) Dienstag den 30. Januar l. J. 144 Eichenstämme von 15— 42 Centim Durchmesser, 3—13 Meter Länge mit 63,32 Kubikm. Inhalt, 153 Buchenstämme von 18—41 Centim. Durchmesser, 3—9 Meter Länge mit 50,47 Kubikm. Inhalt (Wagnerholz). 14 Eichenstangen mit 1,04 Kubikmeter Inhalt. ö Zusammenkunft an beiden Tagen Morgens 10 Ubr im Distrikt Engelsborn zunächst den ehemaligen e, mauern. Ockstadt den 22. Januar 1877. Der Freiherrlich v. Franckenstein' che Oberförster Rumpf. Arbeits-Versteigerung. 263 Donnerstag den 25. Januar, Vormittags 10 Uhr, soll in der Gemeinde Ober-Florstadt das Brechen, Anfahren und Zerschlagen der Unterhaltungssteine pro 1877, sowie die Handarbeiten von den Vieinalwegen in Accord gegehen werden. Assenheim den 20. Januar 1877. Wenck, Bezirksbauaufseher. Steinkohlen bester Qualität. Ia. mel. stückreiche Flammkohle per Ctr. 5 Gesieb. Stückkohle per Ctr. Nuß⸗ und Knabbelkohle per Ctr. Gesieb. Schmiedekohle per Ctr. Bei vorheriger Bestellung ab Bahnhof hier Ia. mel. stückreiche Flammkohle pr. Ctr. à M.— 95 offerirt Fried. 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Mit dem Bilde von eindenschnt: Luther bei Frau Cotta als Currendschüler.— Am Familientische: Bücherschau XLIV.— Schlittschuhläufer. Zu Bestellungen empfiehlt sich Carl Bindernagel in Friedberg. 202 Behandlung von Pollut., Anne 1* 0 4 tte O' W usaunqeß juvbzsz gpoigh zbohns 185 für die gewöhnliche und feinere Küche. Für Hoteliers. Ein noch neuer, eleganter 55 Handkarren ist billig zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Anz. Baοον,q u jvuasquigz lab bg dico 261 27 ir Restaurant und Familie! Der nach den neuesten medicinischen Lehren über diütetische Gesundheitspflege bereitete, vielfach preisgekrönte und durch seinen enormen Absatz berühmte ärztliche Magenbitter gen. Lestomac von Dr. med. Schrömbgens, prakt. Arzt in Kaldenkirchen, wird von den bedentendsten Professoren der Medicin und Chemie der größten deutschen Universttäten als ange— nebmer und gesunder Liqueur empfohlen. Zu haben in Friedberg bei Herrn W. Berubeck, in Nauheim bei Philipp J. 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Gabriel Selig, Kaufmann in Frankfurt a. M. und Mathilde Hirschhorn in Friedberg. Geboren: 14. Jan. Dem Dienstknecht Heinrich Schäfer eine Tochter. 17. Jan. Ein unehelicher Sohn. Gestorben: 16. Jan. Heinrich Diener, Schlosser, 61 Jahre alt. 17. Jan. Peter Wolf, Taglöhner, 48 Jahre alt. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. 1 r Bitte, Versüg. Belref de Regieru berg zu Direct 3. Ju sicht e bewilli Balteri schied 2. Bu Adj. seinet dom Sti. meite Vero 1786 geht d tine di auf Ba epentu 75 esetz be geht gierun Veror züglig bei b