lbberg. furation. ation 0 „N. findet der Kirch⸗ J uzmusik statt, Nöckel III. t detleten m nit Ftber N ertsch. 5 1 1 5 * Betreffend: Die Besetzung einer Kreisbotenstelle im Kreise Friedberg. g Die Stelle eines Kreisboten(Pfandmeisters für Communa 1877. Oberhessiseh n N Samstag den 20. October. M 123. er Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Betreffend: Den Ausbruch der Rinderpest zu Geisenheim. Friedberg am 18. October 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg i d an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, Großh. Polizeiverwaltung zu Bad-Nauheim und Großh. Polizei-Commissär zu Wickstadt. Aus Anlaß des Ausbruches der Rinderpest zu Geisenheim ist der Königlich Preußische Geheime Regierungsrath Beyer von dem Herrn Reichskanzler auf Grund des§. 12 des Gesetzes vom 7. April 1869, Maßregeln gegen die Rinderpest betreffend, zum Reichs-Commissär ernannt worden. Zufolge Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern beauftragen wir Sie, den von dem genannten Reichs-Commissär in Rinderpest⸗ Angelegenheiten etwa an Sie ergehenden directen Requisitionen sosort zu entsprechen. Telegramme und Schreiben unter der Adresse des Reichs- Commissärs sind an die Königlich Preußische Regierung zu Wiesbaden zu richten, welche dieselbe dem Adressaten sofort zustellen wird. Zugleich beauftragen wir Sie, etwaige Ausbrüche der Rinderpest oder Fälle, wo deßfallsiger Verdacht vorliegt, sowohl uns als dem Großherzoglichen Kreis- Veterinäramte Friedberg Zwecks Constatirung der Krankheit umgehend zur Anzeige zu bringen und bis auf Weiteres das betreffende Gehöfte sorg— fältig absperren zu lassen. Die über den Ausbruch der Rinderpest in gierungsbezirk Wiesbaden belegenen Stadt Geisenheim angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß die Seuche durch Rindvieh eingeschleppt aus Oesterreich- Ungarn ist, welches über Linz und Passau geführt wurde. Da die vollständige Sperre der deutschen Landesgrenze gegen die Einfuhr von Wiederkäuern aus Oesterreich-⸗Ungarn erst in neuester Zeit erfolgt ist und da vorher zahlreiche Viehtransporte aus Oesterreich Ungarn nach Deutschland, insbesondere nach den südlichen Theilen desselben, ein— geführt find, so ist bei der zeitigen großen Verbreitung der Rinderpest in Oesterreich⸗Ungarn zu befürchten, daß unter den eingeführten Rindern sich 3) wiederholt inficirte Thiere befunden haben. Es ist deshalb die größte Wachsamkeit geboten, um jeden etwa noch erfolgenden Ausbruch der Rinderpest schnell zu entdecken und dann die Weiter verbreitung der Seuche durch rechtzeitige energische Maßregeln zu verhüten. Der auf Grund des F. 12 des die Maßregeln gegen die Rinderpest betreffenden Reichs ⸗Gesetzes vom 7. April 1869 bestellte, unterzeichnete Reichs⸗Commissar ersucht daher die zuständigen Verwaltungs behörden: 1) durch angemessene Veranlassungen dafür sorgen zu wollen, daß von allen verdächtigen Erkrankungen von Wiederkäuern sofort der zu— ständigen Polizei-Behörde Anzeige gemacht wird und daß verdächtig erkrankte Wiederkäuer nicht abgeschlachtet werden, ohne vorher thier— ärztlich untersucht zu sein; Beka n unt mach ung. der im preußischen Re- zu machen, daß ein⸗ Beli unt m chung Dr. Braden. 2) durch geeignete Bekanntmachungen die Viehbesitzer darauf aufmerksam eine sorgfältige Ueberwachung des Gesundheits- zustandes der Wiederkäuer gegenwärtig besonders geboten erscheint und daß die sofortige Anzeige verdächtiger Krankheitserscheinungen bei der Polizei-Behörde dem eigenen Interesse der Vieh besitzer ent— spricht, da die Unterlassung der schleunigsten Anzeige einer verdächtigen Erkrankung jedenfalls den Verlust des Anspruchs auf Entschädigung für die gefallenen oder getödteten Thiere zu Folge hat. fahr der Behandlung erkrankter Thiere durch Kurpfuscher hinzuweisen; dafür Sorge zu tragen, daß die den Veterinär Polizei-Behörden zustehende Controle bei der Desinficirung der zum Viehtransport ge- brauchten Eisenbahnwagen c. mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse sorgfältig ausgeübt wird. Von etwa erfolgenden Ausbrüchen der Rinderpest wollen die zuständigen Verwaltungsbehörden dem Unterzeichneten Nachricht geben und demnächst über die Art der Seucheneinschleppung und die zur Unterdrückung der Seuche getroffenen Anordnungen thunlichst schnell schriftliche Mittheilung machen. Wiesbaden, den 16. October 1877. Auch ist auf die Ge⸗ gefälligst sofort telegraphische Der Reichs ⸗Commissar: Beger, Geheimer Regierungs- Rath. 1 Intraden) ist durch den Rücktritt des Kreisboten Rühl erledigt. Bewerber um dieselbe wollen sich unter Vorlegung von Zeugnissen über Qualification, gute Aufführung und Gesundheit innerhalb 14 Tagen, vom Tage des ersten Erscheinens in diesem Blatte, bei der unterzeichneten Stelle melden. Friedberg am 12. Oktober 1877. * Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Draa de r. Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regier— ungsblatt Nr. 43 enthält: 4 1 1 7 1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. II. Uebersich! der Rechnung der Landes⸗Wassen-Anstalt Darmstadt für 1876. Die Gesammt-Einnabme beträgt 116,948 M. 65 Pf., die Gesammt⸗Ausgabe 211,891 M. 65 Pf. Der Sland der Waisen am Schluß dee Jahres 1876 ißt folgender: Am Schlusse des Jahres 1875 blieben 1533. Während 1876 wurden aufgenommen: 1) in der Provinz Starkenburg 149, 2) in der Provinz Oberhessen 82, ) in ber Provinz Rheinhessen 73, 4) die Waisen, welche während der Lehrzeit Unterstützung erhalten 95, zusammen 177. Enllassen wurden: 1) in der Provinz Starken⸗ burg 130, 2) in der Provinz Oberhessen 77, 3) in der Jrovinz Rheinbessen 43, 4) Wassen, welche während der Ahrzeit Unterstützung erhiellen 82, zus. 332. Der Stand der Waisen am Schlusse des Jahres 1876 berechnet sich 6 ö N hernach auf 1645. i III. Nachträgliche Uebersicht der für 1877 genehmigten Umlagen in ben Gemeinden des Kreises Gießen. IV. Bekanntmachung, die Erhebung einer nachträg⸗ chen Umlage für die sorgelitische Religionsgemeinde Butz— kbich betreffend. V. Orceneverleihungen. VI. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen siemder Orden. on. Namens veränderungen. VIII. Dienst nachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruhl: dem Schul⸗ amtsaspiranten Biedenkapp aus Rodheim die 5. Schulstelle zu Lampertheim, dem Diakonus zu Groß⸗Bieberau, Röm— held, die evang. Psarrstelle zu Arheilgen, dem evang. Pfarr⸗ amtskandidaten Hepding aus Offenthal die Pfarrstelle zu Ulrichstein zu übertragen; den Kreisbauausseheraspiranten Wolf von Armsbeim zum Kreisbauaufseber in Nidda zu ernennen; den auf die 2. Schulstelle zu Münster präsen⸗ lirten Schulverwalter Lotz zu Sulzheim zu bestäligen. IX. Ruhestandsversetzungen. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben Allergnädigst geruht: den Lehrer an dem Gymnasium zu Worms, Willenbücher, den Forst⸗ warten in Vorholz, Unkelbach, auf Nachsuchen unter An⸗ erkennung seiner Dienste, den Schullehrer zu Hahn, Röder, unter Anerkennung seiner Dienste, den Forstwarten in Frankenstein, Weysand, den Forstwarten in Gorxheim, Steinbrenner, auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand zu versetzen. X. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die erste Schulstelle zu Reichelsbeim, Gehalt 857 M. 14 Pf.; die zweite Schulsielle zu Altenstadt, Gehalt 771 M. 43 Pf.; die evang. Schulstelle zu Fischbach, Gehalt 685 M. 71 Pf.; eine Lehrerstelle zu Offenbach, Ansangsgehalt 1200 M., dem Fürsten zu Isenburg⸗Birstein stebt das Präsentattons— recht zu; die Schulstelle zu Nonnemoth, Gehalt 685 M. 71 Pf., dem Fürsten zu Solms Braunfels steht das Präsentationsrecht zu. XI. Sterbefälle. Gestorben sind: der Forßsmeister Dittmar zu Darn sadt; die Lehrerin Dupuis zu Mainz; der Landgerichtsdiener Blum zu Herbstein; der Schullehrer Brand zu Ober ⸗Hilbersheim. Darmstabt. Der Finanz- Aspirant Neuß aus Darmstad tg wurde zum Kalkulator 2. Klasse bei der Ober⸗Steuer⸗Direktion ernannt. Berlin. Eulenburg's Entlassung ist abge⸗ lehnt und denselben nur ein Urlaub von 6 Monaten bewilligt worden; Friedenthal ist mit seiner Ver- tretung beauftragt. — Die„Prov.-Corr.“ meldet, daß die Er— öffnung des Landtages durch den Vice-Präsidenten des Ministerraths, Campausen, im Auftrage des Kaisers erfolgen wird. — General Stosch's Verbleiben als Marine- Minister ist höchst zweifelhaft. Die Differenzen mit dem Reichskanzler sind noch nicht ausgeglichen. Stosch wird jedoch während der Session noch seine bisherige Thätigkeit beibehalten. — 17. Oet. An der heutigen Ersatzwahl im erszen Berliner Landtags⸗Wahlbezirk(an Stelle von Duncker) nahmen 632 Wahlmänner Theil z mit 603 Stimmen wurde Löwe(Fortschritts- Partei) zum Abgeordneten gewählt. ö 1 — — 7 — Englands erneuerte Anstrengungen, um den Frieden zu vermitteln, scheiterten an Deutschland und Oesterreich. Die Kaisermächte sind bestrebt, Rußland vor unbequemen Vermittlungen zu schützen, welche nicht direct von kriegführender Seite ausgehen. — Gutem Vernehmen nach ist Wehrenpfennig zum Decernenten des technischen Unterrichtswesens im Handels ⸗Ministerium ernannt worden. — Die„Etoile belge“ erwähnt diplomatischen Kreisen umlaufenden etwas sehr abenteuerlich klingenden Gerüchts, wonach der Reichslanzler einen längeren Urlaub des Fürsten Hohenlohe in Aussicht gestellt habe, wenn sich Mac Mahon nicht dem Nationalwillen unterwerfe. Frankfurt, 19. Oct. Der Kaiser traf gestern Abend hier ein. Eine ungeheure Menschen⸗ menge durchflutete die Stadt, die ihr schönstes Festkleid angelegt hat. Ein Fackelzug, der sehr glänzend ausfiel, setzte sich sofort nach der Ankunft des Kaisers in Bewegung. Während 1 und ½ Stunden defilirte der Zug vor der Post, dem Absteigequartier des Kaisers. Der begeisterte Zuruf der Menge bekundete dem Kaiser, wie sich Frankfurt mit den neuen Ver— hältnissen auszusöhnen gewußt hat. Linz. Der hiesige katholische Volks Verein „Concordia“ hat beschlossen, auf den 21. d. M. eine große Versammlung der Katholiken des Kreises Neuwied und der zunächst anstoßenden Bezirke nach Linz zusammenzuberufen. In derselben soll eine Petition um Aufhebung der Mai- Gesetze be. rathen und festgestellt, sodann die Schul Frage erörtert werden. eines in Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Ein Artikel des„Pester Lloyd“ macht bedeutendes Aufsehen. Derselbe sagt, die Frage des einheitlichen Zoll Gebiets sei von dem Zustandekommen des deutsch⸗ österreichischen Handels Vertrags abhängig. Ungarn verwerfe den autonomen Zoll ⸗Tarif. Frankreich. Paris, 16. October. Der „Temps“ theilt die Wahl⸗Ergebnisse folgender- maßen ein: Gewählt 516; davon Republikaner 317, Bonapaxtisten 99, Monarchisten 45, Legiti⸗ misten 44, Orleanisten 11. — 16. Oct. Der Minister des Innern hat sämmtliche Präfecten nach Paris berufen, um ihnen Verhaltungsbefehle hinsichtlich der General raths⸗Wahlen zu geben. Die„Etoile“ erfährt aus guter Pariser Quelle, das Ministerium Fourtou⸗ Broglie habe gestern in einer Minister Sitzung beschlossen, im Amte zu bleiben und unverändert vor der neuen Kammer zu erscheinen. — Die„Agence Havas“ erfährt, der Minister des Innern habe sich Namens der Regierung gegenüber den nach Paris berufenen Präfecten in solgendem Sinne ausgesprochen: Die Zeitungs- Nachricht, das Ministerium habe seine Demisston angeboten, sei unbegründet. Die Minister dachten nicht einen Augenblick daran, ihre Entlassung zu nehmen; ebenso wenig dächte der Präsident daran, sich von ihnen zu trennen. Der Wahl ⸗ Kampf, welcher am 14. d. begonnen und den Conservativen einen Gewinn von fünfzig Kammer ⸗Sitzen einge⸗ tragen habe, werde am 28. bei den Stichwahlen und am 4. Nov. bei den Departements⸗Wahlen genau unter denselben Bedingungen fortgesetzt werden, wie er begonnen worden sei. Türkei. Constantinopel, 16. October. Bei Kadiktöi haben einige kleine Scharmützel statt- gefunden. Eine bis Djenna, unweit Makschidje, ausgevehnte Recognoscirung ergab, daß dort keine Russen standen. Das Wetter ist schön, die Wege sind wieder passirbar. — 16. Oct. Es geht das Gerücht, Mehemed Ali solle nach Mostar reisen und versuchen, mit Montenegro über einen Frieden zu verhandeln. Mißlingt dieser Versuch, so übernimmt er das Commando über die Truppen in der Herzegowina. Gegen Serbien ist Achmed Ejub zum Comman- danten ausersehen. — 16. Oct. Im Schipka-Passe findet eine sehr lebhafte Kanonade statt. Die Russen be— sestigten die Straße nach Gabrowa.— Aarisi Pascha, welcher gestern vom Sultan empfangen wurde, reist am 24. d. M. nach Paris ab. — 17. Oct. Suleiman Pascha hat bei einer auf der Straße nach Bjela unternommenen Recognoscir⸗ ung die Russen bei Tresnik stark verschanzt angetroffen. — 17. October. Reuf Pascha meldet: Ein Meter hoher Schnee verhindert im Schipka⸗Passe alle Operationen. Die Vorkehrungen für den Winterfeldzug werden getroffen.— Aus Novi⸗ Bazar wird gemeldet: Die Chefs der Insurgenten, Reflav und Kharf, wurden in einem Gefechte ge⸗ tödtet.— In Silistria sind zahlreiche Fälle von Fieberkrankheiten vorgekommen. Serbien. Belgrad, 17. October. Der serbischen Regierung ist bis jetzt keine Note der Pforte wegen der Rüstungen Serbiens zugekommen. Dagegen nahm der Großvezir Anlaß sich münd⸗ lich gegenüber dem serbischen Agenten in Constan- tinopel, Christie, tadelnd wegen der Rüstungen zu äußern. Christic meldete dies der Regierung und suchte um Instruetionen für den Fall nach, als Edhem oder Server Pascha neuerlich auf die Angelegenheit zurückkommen würden. Christie wurde hierauf beauftragt, die Rüstungen mit den beun— ruhigenden Ansammlungen regulärer und irregulärer türkischer Truppen an der Grenze und den von den Türken daselbst angelegten Befestigungen zu motiviren. Ferner wurde Christie angewiesen, seinen Posten nur dann und zwar ganz unauffällig zu verlassen, wenn ihm die Pforte seine Pässe zuschicken sollte. Montenegro. Cettinje, 16. October Fürst Nikita ist mit seinem Stabe gestern aus Orjaluka zu einem kurzen Aufenthalt dahier ein- getroffen. Das montenegrinische Haupt-Quartier wurde zum Süd Corps verlegt. Die Türken sammeln Truppen bei Gazko und Mostar, um die westliche Herzegowina zu decken. Rumänien. Bukarest. Die Türken zogen die Geschütze aus der Redoute Osman vor Plewna zurück, gegen welche die Approchen der Rumänen gerichtet sind. Man nimmt deßhalb wohl mit Recht an, daß die Redoute unterminirt ist. Rußland. Petersburg, 17. October. Nach Berichten aus Turnu⸗Magurelli hat das Bombardement gegen Plewna auf der ganzen Linie begonnen. Von der in Plewna eingeschlossen Armee treffen fortgesetzt größere Abtheilungen von türkischen Deserteurs ein. Die Verbindung Osman Pascha's mit Sofia ist unterbrochen. Suleiman Pascha hat, Rasgrad nicht verlassen. Er concentrirt alle seine Truppen bei Kadikiöi. Moskau. Gerüchtweise verlautet, Aksakoff sei hier wegen antidynastischer Umtriebe verhaftet worden. Die russische Regierung erachte ein Ein- schreiten gegen die panslavistische Agitation im Rücken der Armee für unaufschiebbar. Den Muth dazu habe sie durch den Sieg in Asten gefunden. — Aus Karajal wird vom 16. d. M. ge⸗ meldet: Der allgemeine Verlauf der Operationen am 14. und 15. war der folgende: Die Colonne des Generals Lazareff, die mit der Umgehung des feindlichen Flügels beauftragt war, besetzte am 14. die Höhen von Orlokan und vertrieb und warf die türkischen Truppen von dort gegen Kars und Wisinkiöi zurück. Da durch diese Bewegung ein Theil der feindlichen Armee schon umgangen war, so wurde auf den 15. Oktober ein allgemeiner Angriff gegen Mukhtar Pascha's Posttion bestimmt. Seinen Schlüssel vor der Front bildete der befestigte Berg Awlias. Mittags griff General Heimann den Awliasberg an und bemächtigte sich desselben. Durch Besetzung dieses Punktes wurde Mukhtars Armee zerschnitten. Derjenige Theil derselben, der sich nach Kars wendete, wurde in der Flanke von General Lazareff's Truppen angegriffen, von General Heimann's Truppen verfolgt und war gegen 5 Uhr Nachmittags gänzlich geschlagen und zerstreut. Der Feind verlor eine Masse von Todten, mehrere Tausend Gefangene und vier Geschütze. Gleichzeitig wurden die auf der rechten Flanke gebliebenen drei türkischen Divistonen von ihren Aladscha⸗Positionen, die vollständig umzingelt waren, zurückgeworfen, erlitten große Verluste und wurden gegen 8 Uhr Abends gezwungen, sich zu ergeben. Unter den vielen Gefangenen be— finden sich steben Paschas. Es wurden 32 Ge⸗ schütze und eine Masse Kriegsmaterial erbeutet. Randell mit 17 Stimmen Mehrheit wiedergewählt. — Die Botschaft des Präsidenten Hayes sagt: 1 Der Congreß wurde vertagt, bevor er das Kriegs. budget votirte; es sei deshalb eine außerordentliche Session nothwendig. Der Congreß werde dem⸗ nächst ersucht, einen Credit für die gegenwärtige Maximalstärke der Truppen von 25,000 Mann zu bewilligen. Die Vorlegung des Marine-Etats und anderer Creditbewilligungs Vorlagen würde erfolgen. Die Botschaft empfiehlt die Theilnahme an der Pariser Ausstellung und die Entsendung eines Commissars zu dem Stockholmer internatio⸗ nalen Congreß, das Gefängnißwesen betreffend. Die Berathung weiterer Fragen öffentlichen In teresses bleibt der ordentlichen Session des Con- gresses vorbehalten. Rio de Janeiro, 17. Oet. Der Kaiser hat gestern die Session der Kammern mit einer Thronrede geschlossen; in derselben wird mit Dank der freundlichen Aufnahme, welche er bei seinem Besuch in Europa gefunden, Erwähnung gethan. Aus Stadt und Land. T. Friedberg, 18. Oct. Der am Montag und Diens⸗ tag k. Woche hier staftfindende Fohlen- und Pferdemarkt verspricht nach den bis jetzt eingelaufenen Anmeldungen eine wesentlich zahlreichere und auch der Qualität der Pferde und den Verkäufern nach vielseitigere Beschickung, wie im Gebrauchspferd, vom schweren Lastthier bis zum eleganten Kutsch⸗ und Reitpferd dürften alle hauplsächlichen Ab⸗ stufungen in den bewährtesten Racen und durch verschiedene Verkäufer angeboten werden. Es ist daher anzunehmen, daß der diesjährige Friedberger Pferdemarkt den mannig⸗ sachsten Bedürfnissen und Ansprüchen genügen wird. Auch kann es bei der zu erwartenden Concurrenz weder dem Fäufer noch dem Verkäufer schwer fallen, zu annehmbaren Preisen abzuschließen. Bei der am Dienstag erfolgenden Verloofung sind die Gewinn-Aussichten außerordentlich günstige. Die Gewinne bestehen in 26 der besten unler den feilgehaltenen Fohlen und zahlreichen nützlichen und wertbvollen Gegenständen. Da serner am ersten Markltage eine Versammlung des Darmstädter Pferdezuchtvereins, am zweiten Malkttage ein Faselmarkt stattfindet, so it auch anderweitige Gelegenheit zu Belehrung gegeben. Für die Pflege des Leibes ist durch die bewährten Hotels und Nestaurationen der Sladt sowie für sonstige Genüsse durch Concerte, Bälle, Thbeatervorstellungen ꝛc. bestens gesorgt. Daher denken wir, daß unser Pferdemarkt nicht blos für den, welcher ihn vorzugsweise Geschäfte halber besucht, zur Zufriedenheit ausfallen, sondern sich zu einem wahrhaften Feste für Vornebm und Gering, Jung und Alt, Mas⸗ culinum und Femininum gestalten wird, hoffen demnach auf zahlreichen Besuch von nah und fern. Friedberg. Nachdem am 1. ds. Mts. in Ober⸗ Rosbach eine Postagentur in's Leben getreten ist, wird vom 1. k. Mts. ab dem reisenden Publikum daselbst noch die weitere Annehmlichkeit geboten, daß an dem Hause des Gistwirths Meier eine Aufnahme-, bezw. Absteigestelle für Postreisende eröffnet wird. 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Besonders empfiehlt derselbe eine große Auswahl in Unterhosen, Unterjacken, wollenen Hemden, Strümpfen, Socken, allen Sorten Tüchern, sowie gestrickte und gehäckelte Kinderkleidchen und Jäckchen in Handarbeit und dergleichen mehr bei äußerst billiger reeller Bedienung und siebt einem recht zahlreichen Besuche entgegen. wozu höflicht einladet Spielwaaren und Puppen. Socken, Palatine, Colliers, Handschuhe und Halstücher. 3253 3260 3258 5 Wegzugshalber findet großer Ausverkauf statt bei W. Eigner, vorm. Schwarz. 3195 Meiner werthen Kundschaft, sowie einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich unterm 15. October d. J. neben meiner Ochsenmetzgerei eine Kälber- und Hämmel-Metzgerei errichtet habe. Indem ich bestrebt sein werde nur gute Waare zu liefern, sehe ich einem geneigten Zuspruch entgegen und zeichne Hochachtungsvoll Georg Hanstein, Metzger. Hotel Trapp, Friedberg. Während des Pferdemarkts, Montag den 22. und Dienstag den 23. Oetober, Table d'hòôte im großen Saal. Preis per Couvert Mark 2. Montag Abend: Ball. 3228 Anfang 6 Uhr. Drei Schwertersaal, Friedberg. 3227 Während des Pferdemarkts Weinwirthschaft& Restauration. Israel. Restauration, Mittagessen Mark 1, Metzger Appel, Judengasse⸗ 3252 bei Jorael. Uestauration während des Pferdemarktes bei B. Adler, Metzger, 1 0 Usagasse. 5 Wührend des Pferdemarktes Israel. Restauration von S. Butzbach Wittwe, vis-à-vis dem Pferdemarkt. Spansau-Essen im„Deutschen Haus“ heute Samstag Abend 8 Uhr. Zum Besuche ladet freund— lichst ein 3235 E. Schramm. Fritz'scher Felsenkeller. 3246 Sonntag den 21. d. Spansau. C. Fritz. Flih'scher Felsenkeller. 3247 Das Stechen um die Preise beginnt Sonntag den 21. d., präcis 4 Uhr Nachmittags. C. Fritz. Ziegenberg. Sonntag den 21. und Montag den 22. d. M. findet in meinem neuerbauten Saale zur Feier der Kirch⸗ weihe gut besetzte Harmonie- und Tanz musik statt, wozu ich höflichst einlade. 3230 J. Möckel III. Während des Pferdemarktes stellt aus: 2 offene Chaischen, mehrere Ponywagen, 1 zweispännigen Oeconomtewagen, 2 Ringelwalzen, alle Sorten Pflüge, Dickwurzmühlen, verschiedene Sackkarrn ꝛc. Die landw. Geräthe⸗, Huf⸗ und Wagenschmiede 3265 von G. Scehudt. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. 21. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Diegel. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Candidat Dingeldey. Nachmittags 1 Uhr: Herr Pfarrer Köhler. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Sonntag den 22. nach Trin. Erndtefest und Abend⸗ mahl in der Stadtkirche. Mittwoch den 24. Oct. Burgkirche Vormittags 9¼, Uhr: Gottesdienst zur Er⸗ öffnung der Synode des Dekanats Friedberg. Prediger Herr Pfarrer Baur. Katholische Gemeinde. Sonntag Vormittag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Christenlehre mit Andacht. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Kaiserstraße 97 neben Herrn Ph. Windecker. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 42 und eine Beilage.) ruck und Verlag von Carl Bindernagel. — 2A Dr U r ungs I. polyte zeichnm Reale