1877. Donnerstag den 20. September. 110. berhessischer Anzeiger. enmiffton Sanstag Die Petitzeil 5 1 5 2 Erscheint jed „ besezte wird mit 11 Meennig berechen Kreisblatt für den Areis Friedberg. Dienstag, Heer Samstag. Betreffend: Die Vertilgung der Kleeseide. Friedberg den 17. September 1877. — Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. wargein. Ungeachtet unserer Erinnerung vom 20. August laufenden Jahres stehen noch viele von Ihnen mit Erledigung unserer Verfügung vom —— len 14. Juni laufenden Jahres zurück, weshalb wir hiermit wiederholt daran erinnern und der Einsendung der Berichte binnen 8 Tagen entgegen sehen. a* n 17 Gal fn Veröffentlichung. iuser XI., 8 2 2 2 5. 3 i mntb. Friedberg am 12. September 1877. Der Präsident des Mathildenstifts des Kreises Friedberg. e Dr. Braden. cht Summarische Uebersicht 0 der Einnahmen und Ausgaben bei dem Mathildenstift für den früheren Kreis Friedberg für das Jahr 1875. u Herten und 2. 8——— Nr. der Aus vorderen Rechnungsjahren bis Ende 1874. Rechunugsjahr 1875. er gemacht Einnahme⸗ l F.— c nnd Einnah 8 5 Ausgabe⸗ N Friedberg Butzbach Zusammen Friedberg Butzbach Zusammen Ermus. iken. f —* M. Pf. M. Pf. M. Pf.. M. Pf. M. Pf.“ M. Pf. Ie E Einnahme⸗Ueberschuß aus voriger Rechnung 35686— 34389 3 70075 3 II. Geschenke N III. Einlagen Berbel. 1) unverzinsliche 4 a 2) zu 40/ verzinslich 258406 78 147810 61] 406217 39 leise 3 5 Zinsen von Darlehen 1) auf Obligationen 4028 34 4028 34 32376 3 1 2) auf Schuldscheine bis 200 M. 42¹8 92 81 1 4300 63 52411 41 1697 3 88520 13 choc 3) auf Schuldscheine über 200 M. 127 80 127 80 0 2035 66 V. Zurückbezahlte Darlehen ledrich. 1) auf gerichtliche Hppotheken 25607 13] 195108 99 220716 12 — 2) ae 200 von Gemeinden und rivaten bis zu 200 M. a 144018 5 17518 85. 3) über 200 M. 412848 89 30278 40 460346 14 ut goldener 4) Staatsobligationen tatzebübten VI. Miethe von Häusern und Pacht von Gütern 2822 VII. Erlöß von Häusern 99 83 99 83 . VIII. Sonstige Einnahmen 659 87 1958 6 2612 93 VIIIa. Rückersatz auf Kaufschillinge 342, 43 312 43 42196 7 6892 4 4908811 VIIIb. Zinsen von Kaufschillingen 70 71 11 1844 13 1844 13 Summe der Einnahme 40217 35 38697 59 78914 94] 491929 98 437514 80] 929444 78 8 Zusammenstellung. 22 Aus vorderen Rechnungsjahren bis Ende 1874 40217 35 38697 59 78914 94 f Rechnungsjahr 1875 491929 98] 437514 80 929444 78 J. 4 Summe der Einnahme 532147 33 476212 391008359 72 , sucht 1 Ausgabe. 1 IX. Darlehen 91265 71 184856 29 276122—: — 1) auf gerichtliche Hypotheken 2) gegen Bürgschaftsleistung 2 1 2 9. N ö ö 2 ol, e 103649—] 11980— 150937— * b. über 200 M. 35308— Bernbel. 3) Staatsobligationen X. Zurückbezahlte Einlagen 1) unverzinsliche 0 2 verzinsliche 214392 98] 163332 42] 377724 80 z riedrich 9— Zinsen von Einlagen zu 3¼ und 40% 1285 26 456 3 1741 29 43864 63 30983 92 74848 55 — XII. Verwaltungskosten . 1) Gehalte 3660— 2710— 6370— 2) sonstige Kosten 18²² 18 1145 90 2968 8 XIII. Steuern und Abgaben von Häusern und Gütern V. Unterhaltungskosten derselben XV. Darlehens forderungen nebst Zinsen und Kosten, welche in Folge Adjudieation erloschen sind XVI. Sonstige Kosten 1114 27 1114 27 XVIa. Verlust aus Werthpapieren 17465 88 17465 88 XVII. Unterstützungen 7825 11 4013 69 11838 80 XVIIa. Cedirte Kaufschillinge 16496 42 6473 69 22970 11 XVIIb. Zinsenvorlage auf Werthpapiere 38 42 38 42 Summe der Ausgabe 1285 20 4560 3 1741 20 484089 70 458308 21 942897 91 Zusammenstellung. Aus vorderen Rechnungsjahren bis Ende 1874 1285 26 456 3 1741 29 Rechnungssjahr 1875 484089 70[ 45830824 942397 91 Summe der Ausgabe[85g d 1587er ig 20 ag 7 10 Vergleichung. Die Einnahme beträgt 582147 33 476212 39 1008359 72 Die Ausgabe beträgt 485874 96 458764 24 944139 20 g Einnahme Heberschuß Ter 7 TAN TD 1. 52 und dieser besteht 1) in baarem Vorrath 45866 2711856 57] 57212 84 2) in Rückständen 1416 10 5591 58 7007 68 Gleiche Summe wle oben 4677237 T7448 15 64220 52 Nachweisung des Activ⸗ und Passipstandes. 8 Friedberg Butzbach Zusammen Gesammtbetrag A. Actiystand. M. Pf. M. Pf. M. Pf. M. Pf. 1 Ende 1874 betrugen die Kapitalien 1011746 95 778540 40 1790287 35 während 1875 wurden a. neu ausgeliehen 194914 71 232144 29 b. zurückbezahlt 138456 2 242906 2⁴ mehr ö 56758 69 folglich weniger ausgeliehen 10761 95 45996 74 daher Ende 1875 Kapitalbestand 1836284 9 2 Ende 1874 betrugen die eedirten Kaufschillinge 99566 15 34544 2 134110 17 während 1875 wurden a. neu angekauft 16400 57 64703 72 b. zurückbezahlt 36308 8 6892 4 eee folglich weniger angekauft 19907 51 418 32 20325 83 daher Ende 1875 Ausstand 113784 34 3 Ende 1874 betrugen die adjudieirten Güter 18 185 14 während 1875 wurden a. neu adjudieirt b. zurückbezahlt 90 14 z mehr; folglich weniger adiudteirt 90 14 90 14 daher Ende 1875 Ausstand 95— 4 Einnahme ⸗Ueberschuß das Soll der Einnahme beträgt 532147 33 476212 39 die Ausgabe- Abstattung ist 484100 9 458211 40 Ueberschuß 48047 24 18000 99 66048 23 Summe des Aetsvstandes 2016511 560 B. Pasfivstand. 1 1 Bestand der Einlagen Ende 1874 1055913 62 822735 1878626 67 während 1875 wurden a. neu eingelegt 258406 78 147810 61 b. zurückbezahlt 214392 38 163332 42 zan mehr 1 44014 40 28492 59 folglich weniger eingelegt 15521 81 f daher Ende 1875 Stand der Einlagen 1907119 26 2 Die noch nicht bezahlten Zinsen von Einlagen betragen e 355 1827 71 .[Summe der Schulden ö 1908946 97 5 Vergleichung. Das Vermögen beträgt 1196306 52 819905 1 2016211 66 Die Schulden betragen 1101202 89 8077444 8 1908946 97 Verglichen ist Reservefond 95103 63 i 107264 69 5 die vorhergehenden Jahre 94534 16 e 106695 22 Hiervon kommen auf das Jahr 1875 569 47 569 47 Zusammen wie oben 95103 63 n 107264 69 Ende 1874 betrug der Reservefond 94531 16 28613 209 123147 45 5„ erhöht 3 und hat sich in 1875 erbendert um e 1e 5 45882 786 15882 76 Friedberg den 6. August 1877. Betreffend: Die Abnabme des Verfassungseides vom 3. Quartal 1877. Der beauftragte Rechnungsrevisor: Faatz, Rechnungspraktikant. Friedberg am 18. September 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Zur Ausschwörung des Verfassungseides durch die im 3. Quartal dieses Jahres aufgenommenen, sowie die hiermit sich noch im Rückstande befindlichen Ortsbürger und die, welche, ohne Ortsbürger zu werden, geheirathet haben, aber in der Gemeinde heimathsberechtigt sind, haben wir auf Dienstag den 2. Oktober laufenden Jahres, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause zu Friedberg, für die aus den früheren Orten des Kreises Fried⸗ berg, und auf Mittwoch den 3. Oktober dieses Jahres, Vormittags 9 Uhr, auf dem Selzerbrunnen bei Groß-Karben für die zur Ausschwörung des Verfassungseides Verpflichteten aus den dem Kteise Friedberg einverleibten Gemeinden des früheren Kreises Vilbel anberaumt und werden wir zugleich auch in diesem Termin andern Angehörigen dieser letzteren Orte, welche Beschwerden oder Wünsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen. Sie wollen hiernach Einladung ergehen lassen und die im Rückstand befindlichen unten Verzeichneten zugleich bei 3 Mark Strafe vorladen lassen und bis zum 1. kommenden Monats unfehlbar Verzeichnisse mit ee daß Vorladung erfolgt oder Bericht, daß keine zu laden sind, an uns einsenden. Dr. raden. Zu laden sind: Karl Göbler von Bauernheim. Philipp Werner von Langenhain. Hofmann von Dorheim. Joh. Peter Preiß I. und Heinrich König XX. von Ober-Mörlen. Jakob Schmidt II. von Oppershofen. Christoph Schimpf III. von Nieder⸗Weisel. Alexander Grix und Peter Seul von Heldenbergen. Ph. Simon Zimmer von Nieder-Mörlen. Hartmann Christian Weid und Heinrich Andermann von Holzhausen. Betreffend: Die Wablen zum Kreistag. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg Nachdem innerhalb der gesetzlichen vierwöchigen Frist Beschwerden gegen die in Nr. 94 des Kreisblattes von dem Kreisausschuß auf weitere 12 Jahre, Art. 19. des Gesetzes vom 12. Juni 1874, die innere Ver⸗ waltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, erfolgten Festsetzung der Wahlbezirke und der von den einzelnen Wahlbezirken resp. Gemeinden zu wählenden Bevollmächtigten nicht vorgebracht und Anträge auf Abänderung nicht gestellt worden sind, so erscheinen nunmehr diese Bezirke definitiv festgesetzt. Bei der nach Art. 26 des allegirten Gesetzes vorgenommenen Ausloosung wurden im I. Wahlbezirk Herr Buchhändler Scriba dahier, . 75 Bürgermeister Schutt zu Bad⸗Nauheim, „III. 5 Bürgermeister Küchel zu Butzbach, 1 V. 1 Bürgermeister Jacobi zu Rodheim, „ IN. 75 Herr Friedrich Keil zu Melbach, Friedberg am 18. September 1877. an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. zu lassen. im XI. Wahlbezirk Herr Heinrich Bausch zu Nieder-Wöllstadt zum Austritt durch das Loos bestimmt und ist für sie Neuwahl vorzunehmen. Außerdem sind für den im IV. Wahlbezirk als Landgerichts aktuar nach Schotten versetzten Bürgermeister Steinacker zu Vilbel und für den im XII. Wahlbezirk nach Sachsen verzogenen Pfarrer Landmann von Rendel Ergänzungswahlen vorzunehmen. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der genannten 8 Wahlbezirke werden hiermit beauftragt, nunmehr die Bevollmächtigten, welche in dem Verzeichniß angegeben sind, aus der Mitte des Ortsvorstandes bezeichnen Das hierüber zu errichtende Protokoll ist nach dem im Kreis- einzusenden. Betreffend: Die Beiträge an die Kasse der Lehrerconferenz des Kreises Friedberg für 1877. Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises. Sie wollen die Großberzoglichen Bürgermeistereien veranlassen, daß diese die Gemeinderechner anweisen, die betreffenden Beiträge für die Bezirksconferenz Friedberg an den Settionsrechner Lehrer Lehleutner zu Rödgen, für die Bezirksconferenz Butzbach an Lehrer Frees zu Nieder- Weisel alsbald zu bezahlen.— Ebenso wollen Sie den Lehrern empfehlen, ihre eigenen Beiträge auf der nächsten Bezirksconferenz an die genannten Rechner zu entrichten. blatt Nr. 144 von 1874 mitgetheilten Formular aufzunehmen und baldigst Erwünscht ist die Verwendung gedruckten Formulars. Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg. Dr. Braden, Vorsitzender. Friedberg den 17. September 1877. Dr. Braden. 9 Otul Nied tall. Feit stase 9 A fm ger bn 0 Met puldt geschä Graff Ausse biezu tonir ein wurd hiere verst vor, ane wir nebr groß. Küns aus bielt Kai cha die zu 1 ö„Wa tier rah wora den ausg 4 weld Met einer über Aufr % land hab. — aus Dresden. 12 Deutsches Reich. Rüdesheim, 16. Sept. Die Feier der Grundsteinlegung des National-Denkmals auf dem Niederwald fand heute bei ziemlich günstigem Wetter statt. Die Betheiligung der Bevölkerung an der Feier war enorm. Der Kaiser und die Kaiserin trafen etwa um 12 Uhr auf dem Bahnhof in Aßmannsbausen, wo die Spitzen der Behörden versammelt waren, ein und fuhren hierauf, von den anwesenden Fürstlichkeiten begleitet, auf den Niederwald. Bei der Ankunft auf dem Festplatz wurden die Majestäten von dem Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses, Ober Präsidenten Grafen zu Eulenburg und den Mitgliedern des Ausschusses begrüßt und nahmen in einem eigens hiezu errichteten Pavillon Platz. Die Musik in— tonirte alsdann die Nationalhymne, von welcher ein Vers von der ganzen Versammlung mitgesungen wurde. Der Vorsigende des Ausschusses legte hierauf die Urkunde, welche in den Grundste in versenkt wurde, den Majestäten zur Vollziehung vor. Nachdem dies geschehen, unterzeichneten die anwesenden Fürstlichkeiten und deren Gefolge, so— wie die Ehren⸗Gäste ebenfalls die Urkunde. Nun— mehr erfolgte die Vorstellung der Mitglieder des großen Denkmal-Comites und der ausführenden Künstler, der Professoren Schilling und Weißbach Der Vorsitzende des Ausschusses hielt die Festrede. In dem Momente, als der Kaiser nach Beendigung derselben die Hammer schläge vollzog, wurden Kanonenschüsse abgefeuert, die Glocken aller umliegenden Ortschaften begannen zu läuten und unter Musikbegleitung wurde die „Wacht am Rhein“ gesungen. Nach Schluß der Feier fuhren die Majestäten nach Rüdesheim und nahmen daselbst in der„Rheinhalle“ das Frühstück, worauf deren Abreise nach Carlsruhe erfolgte. In den Grundstein wurden gelegt: 1) Die auf Pergament ausgearbeitete Stiftungsurkunde, 2) alle Münzen, welche in Mark- Währung geprägt werden, 3) ein Metermaß, 4) die größeren deutschen Zeitungen in riner Nummer, 5) Brochüren, Zeichnungen ze. über das Denkmal, 6) die vom Comite erlassenen Aufrufe, 7) Beitragslisten von Deutschen in Eng— land, welche sich Dies ausdrücklich ausbedungen haben, 8) je eine Flasche 1870er Rüdesheimer und Aßmannshäuser Wein. Berlin, 18. Sept. Die„N. Allg. Ztg.“ meldet: Nach einer Privat-Depesche aus Salzburg won gestern Abend sind für den Fürsten Bismarck und den Grafen Andrassy zum heutigen Tage Wohnungen im„Hotel de l'Europe“ bestellt worden. Ausland. Türkei. Constantinepel, 15. Septbr. Folgende Depeschen Mehemet Ali's liefen ein: Assaf Pascha, der am Donnerstag mit 12 Ba- taillonen aus Kislowa vormarschirt war und Sinankibi besetzt hafte, wurde am Freitag vom 12. russischen Corps, welches 32 Bataillone In- santerie, 2 Cavalerie- Regimenter und 64 Geschütze Hark war, angegriffen. Nachdem von Kislowa her 3 Bataillone zur Uaterstützung gesendet waren, wurden die Russen mit großen Verlusten zurück— zeschlagen und bis Banikalom verfolgt.— Bei Diuma und in der Umgebung von Osman Bazar anden für die Türken günstige Gefechte statt. — Wiener, noch nicht weiter bestätigte Nach- sichten sprechen von einer großen Bewegung in 1 Korjenie Petersburg. Die Regierung habe die ernstesten Maßnahmen getroffen. Auf dem Kriegs- Theater sei die Situation den Türken überaus günstig; Plewna sei gefichert. Die Russen beabsichtigten ein Beobachtungs⸗Corps aufzustellen und die Be— lagerungen aufzugeben. — Die bisher in Bosnien gegen die Auf— ständischen verwendeten türkischen Truppen unter Jsgamet Pascha sind nach Serajewo und Sjenitza beordert. Der serbische Agent Christies hat Con- stantinopel noch nicht verlassen. — 17. Septbr. Nach dreitägigen Kämpfen wurde der Schipka- Paß von den Russen voll— kommen verlassen und von den Türken besetzt. Sulei— man Pascha hatte bereits in der verflossenen Nacht die stärkste Position der Russen im Schipkapasse, den Berg Fort Nikolai erstürmt. Der Rückzug der Russen war dadurch unvermeidlich geworden. — 17. Sept. Nach den neuesten Nachrichten halten die Russen Plewna noch ringsum besetzt. Montenegro. Cettin je, 16. Septbr. In der verflossenen Nacht umzingelten einige Tausend Montenegriner Bilek, Gubowir und und forderten diese Ortschaften zur Uebergabe binnen 24 Stunden auf. Die befestigte Kaserne zu Bilek wurde heute Morgen noch von den Türken gehalten, nachdem Stadt und Festung nach kurzem Bombardement sich den Montenegrinern ergeben hatten. Soliman Pascha, der Comman— dant von Trebinje, mußte, weil selbst bedroht, die erbetene Hülfe verweigern. Rumänien. Bukarest. Hier sind 340 türkische Juden im elendesten Zustand angekommen, welche, nachdem sie unerhörte Mißhandlungen er— litten hatten, von den Bulgaren aus Kasanlyk vertrieben worden sind. Zwölf reiche Juden wacen vorher ermordet, Frauen und Mädchen mißhandelt worden. Die Kosaken schützten die übrigen jüdischen Einwohner vor Ermordung. Von Schipka bis Tirnowa wurde ihnen auf An- ordnung des russischen Befehlshabers sicheres Geleit gegeben; von den bulgarischen Wagenführern wur— den sie jedoch abermals beraubt. Diese That— sachen werden von dem englischen und dem öster— reichischen General-Consul constatirt. Griechenland. Athen, 15. September. Admiral Kanaris ist heute Nacht einem Schlag- anfall erlegen. Wie verlautet, wird der König und die Königin der Leichenfeier beiwohnen.— Die Minister⸗Krisis ist eine schwierige. Das Ministerium bleibt wahrscheinlich provisorisch bis zum Zusammentritt der Kammer, deren schleunige Einberufung bevorsteht, in Aetlvität. Rußland. Petersburg. Officiell aus Poradim: Am 13. d. stellten die Türken an die Mitte des Abhanges des Nikolaibergs nach dem Dorfe Schipka hin 3 achtzigpfündige Mörser auf und bombardirten die ganze Nacht den Nikolai— berg. Unser Verlust betrug am 13. d. 38 Mann. Ein Artillerie- Stabscapitän blieb todt. Am 14. d. belief sich unser Verlust auf 117 Mann. 15. Sept. Die Beschießung Plewna's dauerte gestern den ganzen Tag. Die Türken erwiederten das Feuer beinahe gar nicht. Nachrichten vom 14. September zufolge passirten seit dem 7. d, die verschiedenen Verband-Plätze vor Plewna 239 verwundete Offiziere, 9482 Soldaten; todt sind gegen 3000; es ist noch nicht möglich, die Zahl derselben genau an— zugeben. Der Gesammt-Verlust beträgt gegen 3000 Offiziere und 12,500 Soldaten. Die Ru- mänen verloren bis 14. Morgens gegen 60 Offiziere und 3000 Soldaten todt und verwundet. Die Stimmung unserer und der rumänischen Truppen ist trotzdem ausgezeichnet. Die jungen rumänischen Truppen kämpfen vortrefflich. — 18. September. Eine Meldung Mukhtar Pascha's, daß Ardahan von den Russen geräumt sei, ist unwahr. Ardahan ist von 12 Bataillonen Infanterie und 6 Escadronen Cavalerie unter dem Fürsten Existaco besetzt. Aus Stadt und Land. Rumpen heim. Auch unsere Polizei bat einem längst gefühlten Bedürfniß und allgemeinen Wunsch der hiesigen Bevölkerung abgeholfen, indem sie die Backwaaren der hiesigen Bäcker visitiren und zu leicht befundenes Brod confisciten ließ. Hoffentlich wird sie Dies, wie auch in anderen Orten geschiehl, öfters wiederholen und sich dadurch die Anerkennung des consumirenden Publicums sichern. Allerlei. Köln, 16. Sepl. Der Bahnhof der Bergisch-Märkischen Bahn in Deutz ist nach mebrstündigem Feuer zum größten Theil niedergebrannt. Furth i. W., 15. Sept. Die beiden jungen Menschen, welche den Mord an der Wirthin auf dem Hohenbogen verübt haben, wurden in Cham verhaftet und sollen ihre scheußliche That bereits eingestanden haben. Sie sind Realschüler aus Dresden. Berlin. Der viesigen Criminalbehörde ist es ge— lungen, eine Falschmünzerbande am Sonnabend dingfest zu machen. Dieselbe halte ihre Werkstatt in einem Hause der Palissadenstraße aufgeschlagen und beschäftigte sich mit der Anfertigung von 1⸗Thalerstücken. 2- Mark und 50 Pfennig⸗ stücken. Die Formen, verschiedene Kasserolen zum Schmelzen, Schmelztiegel ꝛc. sind in dem Besitz der Behörde, wie die Correspondenz der Verbrecher, worunter auch ein„Recept“ zur Anfertigung und Mischung der Metalle für die Falsch⸗Münzerei sich befindet. Die eigentlichen Verfertiger, resp. Falschmünzer sind, wie die„Statis. Ztg.“ mittheilt, in der Person eines Handelsmannes Sch. und eines Kellners R. hinter Schloß und Riegel, während die Ver— breiter der Münzen wohl auch bald Quartier auf dem Molkenmart nehmen werden. München, 18. Sept. Die heute eröffnete 50. Jahres⸗ versammlung der deutschen Naturforscher wurde ducch Ge— heimrath v. Peitenkofer eröffnel, welcher die Auwesenden im Namen des Königs begrüßte, welchem darauf ein dreimaliges Hoch ausgebracht wurde. Darauf solgte eine bewillkomm⸗ nende Ansprache im Namen der bayerischen Regierung durch Minister v. Lutz, ferner Begrüßungen seitens der städtischen Beböcden, der Universität und des Polysechnikums. Dem⸗ nächst folgten die angekündigten Vorträge. Bisber find be— reits über 2500 Theilnehmer an der Versammlung verzeichnet. Handel und Verkehr. Friedberg, 19. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1—1.20. Eier per Stück 7 Pf. Gießen, 18. Sept. Wochenmarkt. Butter per Pfund M. 1.10- 15. Eier per Stück 6 Pf. Tauben das Paar 55 Pf. Hüyner per Stück 70 Pf. Hahnen per Stück 60 Pf. Enten per Stück M. 1.50. Kartoffeln, 100 Kilo, M. 5.—. Frankfurt, 18. September. Der heutige Viehmarkt war gering befahren. Angetrieben waren: 440 Ochsen, 130 Kühe und Rinder, 160 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich per Ceniner Fleuchgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 78—82., 2. Qual. M. 68 72. Kübe und Rinder 1. Qual. M. 60—63., 2. Qual. M. 51-54. Kälber 1. Qual. M. 75—80., 2. Qual. M. 55-60. Hämmel 1. Qual. M. 56—58., 2. Qual. M. 48—52. Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 18. September 1877 20 ⸗Frankenstücke 0 Mk. 16 25 29 Englische Sovereigns 80„ 20 35-40 Russische Impertales a Holländische fl. 10-Stücke.. e ee e Ducaten. 5 2 9 62—67 Duc aten al mareo 8 1 9 62—67 Dollars in Gold. 4 16-19 Bekanntmachung. Die unbekannten Gläubiger des Georg Emmel III. non Wohnbach haben sich dem gütlichen Arrangement, swischen ihm und seinen gerichtsbekannten Creditoren äbgeschlossen, sogewiß binnen 4 Wochen von heute an enzuschließen, als sonst dasselbe bestätigt und vollzogen „erden würde. Hungen am 24. August 1877. Großherzogliches Landgericht Hungen. Cellarius, Pilger, Landrichter. Landgerichts-Assessor. — 9 9 Aepfel-Versteigerung. Samstag den 22. September, Nachmittags 1 Uhr, sollen de der hiesigen Gemeinde gehörigen Aepfel an Ort und Eetelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Fauerbach b. Fr. den 18. September 1877. Großherzogliche Bürgermeistere! Fauerbach b. Fr. Delfrich. 380 Bie kahn n im gi un Die bekannten Gläubiger des Philipp Emmel V. von Wohnbach haben sich mit demselben zur Abwendung des förmlichen Concursprozesses verglichen. An dessen unbekannte Gläubiger ergeht die Auffor— derung, binnen 4 Wochen von heute an diesem Vergleiche beizutreten, als sonst derselbe bestatigt und in Vollzug gesetzt werden würde. Hungen am 24. August 1877. Großherzogliches Landgericht Hungen. Cellartus, Pilger, Landrichter. Landgerichts-⸗Assessor. Aepfel-Versteigerung. 2909 Montag den 24. l. M., Mittags 12 Uhr, sollen die der Gemeinde zustehenden Aepfel, eirea 60 Malter, baumweise versteigert werden. Trals-Münzenberg den 17. September 1877. Großherzogliche eee Trais-⸗Münzenberg. ee 2679 Bekanntmachung. Montag den 24. September 1877, Morgens 10 Uhr, sollen die Gemeinde- Aepfel zu Erbstadt malterweise, * 200 Pfund, auf dem Rathhause zu Erbstadt meist— bietend gegen baare Zahlung verkauft werden. Erbstadt am 17. September 1877. Koͤniglicher Bürgermelster 2910 Seer, Güter Versteigerung. 2887 Freitag den 21. d. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen in hiesigem Nathhause die sämmtlichen Guüterstücke des Balthasar Sang II. dahier, eirea 20 Morgen, einer freiwilligen Versteigerung ausgeseßt werden. Fauerbach b. Fr. den 12. September 1877. Großherzogliches Ortsgericht Fauerbach b. Fr Sell freich. Erzänzungswahl für die Kirchen⸗ gemeindevertretung. 2900 Unter Hinweisung auf die in Ni. 104 d. Anz. erschienene Bekanntmachung werden die stimmberechtigten Mitglieder der evang. Gemeinde zur Wahl von 25 Mit⸗ gliedern der Kirchengemeindevertritung eingeladen. Die Abstimmung wird Donnerstag den 27. September, Vormittags von 10— 12 Uhr und Nachmittags von 2— 4 Uhr in der Stadtkirche stattfinden. Die Stimm⸗ zettel können im Wahllocal in Empfang genommen und ausgefüllt, es können aber auch außerhalb desselben geschriebene, sowie gedruckte Stimmzettel abgegeben werden. Stimmberechtigt sind alle eonfirmirte selbstständige Männer 0 der Gemeinde, welche das 25. Lebensjahr zurückgelegt. haben und deren Namen in die Wählerliste eingetragen sind. Wählbar sind nur solche stimmberechtigte Männer von bewährtem kirchlichem Sinn und ehrbarem Lebens- wandel, welche das 30. Lebensjahr überschritten haben. Friedberg am 18. September 1877. Der Vorsitzende des evang. Kirchenvorstandes: Ba u r. Bekanntmachung. 2641 Simon Löb aus Wohnbach ist am Mai 19. d. J. und kurze Zeit nachher dessen Wittwe ohne Hinterlassung directer Leibeserben gestorben. ö Das Vermögen derselben ist überschuldet, weßhalb man deren Gläubiger auffordert, 0 ö 1 1 0 Donnerstag den 27. September 1877, 1 Vormittags 10 Uhr, des förmlichen Concursprozesses Vergleichsvorschläge entgegen zu nehmen, als sonst vom Ausbleibenden unter⸗ stellt werden solle, er sei den Beschlüssen der erschienenen 9 Gläubiger beigetreten. Hungen am 18. August 1877. Großherzogliches Landgericht Hungen. Cellarius, Pilger, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. 8 Versteigerung. 2905 Mittwoch den 26. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, werden dahier 1) 1600 Centner Kartoffeln, 2) 8„ Zwiebeln, Mittwoch den 3. October, Vormittags 10½ Uhr, für 1878 zur Lieferung im Submissionswege vergeben: 1) eirca 50 Centner weiße Bohnen, ihre Ansprüche dahter anzumelden und, zur Abwendung Höhere Töchterschule zu Friedberg. 2888 Freitag den 21. September, Vormittags von 8— 12 und Nachmittags von 3— 6 Uhr findet im Schullocal eine öffentliche Prüfung der Schülerinnen statt, zu welcher die Eltern und Angehörigen derselben, sowie alle Freunde der Jugendbildung freundlichst eingeladen wer den. Kirchweihe zu Butzbach. 2911 Nächsten Sonntag den 23. und Montag den 24. September findet bei mir gut besetzte 971 Harmonie⸗ und Tanzmusik 2 statt, wozu ich freun dlichst einlade. A. 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Ph. J. Weiss in Bad-Nauheim. 202⁰ Druck und Verlag von Carl Bindernagel. 1