rrwntagt 1877. Donnerstag den 18. Januar. N 7. Oberhessischer Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über das Besteuerungstecht der Kirchen und Religionsgemeinschasten. Friedberg am 16. Januar 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 23. Mai vorigen Jahres, Kreisblatt Nr. 63, machen wir Sie darauf aufmerksam, daß die Gemeinde- Einnehmer am Schlusse des Jahres über uneinbringliche oder in Folge von Reclamatsonen erlassene Beträge der evang. Kirchensteuer be— sondere Berzeichnisse aufzustellen und Ihnen zu übergeben haben und solche sofort an uns einzusenden sind. J. V. d. K.: Klietsch, Kreis- Assessor. Betreffend: Armenktankenpflege. Friedberg den 16. Januar 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Nach§ 19 pos. 7 der Allerhoͤchsten Verordnung vom 28. December vorigen Jahres, betreffend die Aufhebung der Obermedicinal— direction ꝛc., ist die Verpflichtung der Kreisärzte zur Behandlung der armen Kranken in Wegsall gekommen und kann der Kreisarzt nur in denjenigen Fällen, in welchen eine Gemeinde nicht im Stande sein sollte, durch Vertrag mit einem praktischen Arzte für ärztliche Behand— lung ihrer Armen Fürsorge zu treffen, von seiner vorgesetzten Behörde für verpflichtet erklärt werden, jene Behandlung gegen entsprechende Vergütung aus der Gemeindekasse zu übernehmen. Unter Hinweisung auf diese Bestimmungen empfehlen wir Ihnen, binnen 14 Tagen zu berichten, in welcher Weise in Ihren Gemeinden für die Armenkranken-Behandlung Sorge getragen ist. Wurde die ausnahmsweise zuge⸗ lassene Betheiligung der Kreisärzte an der ärztlichen Behandlung der Armen geboten erscheinen, so bedarf dies einer besonderen Begründung. J. V. d. K.: Klietsch, Kreis- Assessor. Bekanntmachung. Nach der heute gefertigten Zusammenstellung des Wahlergebnisses im 2. Wahlkreise des Greßherzogthums, bestehend aus den früheren Kreisen Friedberg, Vilbel und Büdingen, ist Herr Dr. jur. Bernhard Schröder zu Worms mit 8909 von 10,081 abgegebenen gültigen Stimmen als Abgeordneter des gedachten Wahlkreises zum deutschen Neichstage gewählt worden, was biermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Büdingen am 14. Januar 1877, Der Wahl-⸗Commissär Kekulé, Kreisrath. Bekanntmachung. Durch rechtskräftiges am 9. Januar 1877 von dem kommandirenden General des XI. Armee-Corps bestätigtes Erkenntniß vom 18. December 1876 ist Recrut Benjamin Harris des 1. Bataillons, 1. Großherzoglich Hessischen Landwehr-Regiments Nr. 115, aus Bruchenbrücken im Kreise Friedberg in contumacjam für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldbuße von Einhundertsechszig Mark verurtheilt worden. Darmstadt den 12. Januar 1877. Großherzogliches Gericht der Großherzoglich Hessischen(25.) Diviston. Deutsches Reich. kunft die liberalen deutschen Männer jenes ferst später und zwar wahrscheinlich am 29. d. M. Friedberg. Die nunmehr officsell festgestellten festen und treuen Wahlkreises geeinigt und zusammentreten, indem der Druck ausführlicher Zahlen bezüglich der Reichstagswahlen in Hessen stark bleiben zum Wohl und zur Ehre des Berichte, insbesondere des Finanz- Ausschussts, ergeben, daß in den hessischen neun Wahlkreisen Ganzen. Sie, hochgeehrter Herr College, bitte vorerst noch beendet werden muß. Der Petitions- fünf der früheren Abgeordneten schon jetzt wieder- ich, den Ausdruck meines Dankes für alle und Beschwerde-Ausschuß wird sich am 19. d. M. gewählt sind: v. Rabenau(freicons.), Schröder, Ihre Mühen entgegenzunehmen und Gleiches zur Erledigung zahlreicher Angelegenheiten, und Martin, Heyl und Bamberger(nat.- lib.) An dem ganzen Comité wie allen meinen Wäh⸗ zwar für mebrere Tage hier einfinden. Stelle des zurückgetretenen Professors Oncken ist lern zu übermitteln. Dienten Sie, wie ich— Die zweite Kammer der Stände hat de— Wadsack von Alsfeld gewählt. Zwischen Dernburg glaube, durch Ihre jüngste Thaͤtigkeit doch züglich des von der Regierung vorgelegten Gesetz— (nat. lib.) und Liebknecht(soc.- dem.), Welcker Alle wieder einer vaterländischen Sache, den entwurfs, die Gehalte der Volksschullehrer betreffend, (nat. lib.) und Büchner(Fortschritt), Oechsner besten Gütern unserer Natien, für die einzu- in ihrer Sitzung vom 18. October d. J. beschlossen, (lib.) und Moufang(ultr.) kommt es zur Stich- stehen wir zusammen verpflichtet sind. Hoch- diese Vorlage an den Ausschuß zurückzuverweisen, Wahl. achtungsvoll ergebenst Ihr Dr. B. Schröder. um gewisse Erhebungen vorzunehmen und hiermit Friedberg. Soeben kommt uns folgen— Darmstadt. Am 11. Januar wurde der den erstatteten Ausschußbericht zu vervollständigen. des Schreiben des Reichstags-Abgeordneten Rath bei der Provinzial- Direction Rheinhessen, Das Motiv der Zurückweisung war namentlich, Dr. Schröder in Worms zu, um dessen Ver⸗J[Regierungsrath Dr. Braden, zum Kreisrathe des daß es zur Ermessung der Folgen des Gesetzent— offentlichung wir gebeten sind: Herrn Landtags- Kreises Friedberg und der Kreisassessor Heß zu wurfs für die Landgemeinden wünschenswerth er— Abgeordneten Seriba zu Friedberg, Vorsstzender Offenbach zum Rathe bei der Provinzial-Directionscheine, eine Zusammenstellung aller Gemeinden des liberalen Central-Wahlcomités für den Rheinhessen mit dem Amtstitel als„Regierungs- unter 2000 Seelen, eine Uebersicht der gegenwärtig Reichstagswahl-Bezirk Friedberg-Büdingen.rath“ ernannt. zahlbaren Dienstalterszulagen und eine Zahlenan- Abermals hat mich das Vertrauen der großen— Abg. Heinzerling hat mit neun Genossens gabe der tbatsächlich noch unbesetzten oder noth— Mehrheit der Wähler des II. oberhessischenseinen Gesetz Entwurf wegen Aufhebung der alt- wendigerweise demnächst weiter zu ereirenden Lebrer— Wahlkreises als Abgeordneter in den deutschenhessischen Verordnung vom 29. Jult 1791 über stellen zu erhalten. Der Ausschuß bat, nachdem ihm Reichstag berufen. Der mir damit gewordenen] die zwangewelse Abtretung benöthigter Bauplätze von der Regierung bereitwilligst das betreffende Mate— großen und schwierigen Aufgabe kommt nur zum Neubau von Häusern eingebracht. Diesef rial übermittelt worden, seine früber gestellten und gleich meine Hingabe an Kaiser und Reich Verordnung gewährte, um das Bauen zu fördern, bereits mitgetheilten Anträge wiederbolt geprüft und mein regster Wille, stets mit voller Auf-seine Zwangs-Entäußerung zu Privat-Bauten und und durch den Abgeordneten v. Wedekind einen richtigkeit und der mir verliehenen Kraft des paßt jedenfalls nicht mehr in die heutige Zeit, weiteren Bericht erstatten lassen. Vaterlandes und des Volkes Wohl im Reichstag die, abgesehen von den Fällen, wo das Eigentbum— 16. Jan. Der Bischof von Mainz war fördern zu helfen. Der Einzelne vermag darin zu öffentlichen Zwecken in Anspruch genommen, bekanntlich wegen nicht ordnungsmäßiger Besetzung nur Etwas, wenn er selbstlos den großen wird, volle Unverletzlichkeit des Grund-Eigentbums der Pfarrei Castell von dem Bezirksgericht in Mainz Ideen dient, die sein Vaterland, sein Volk und verlangt. In Rheinhessen kennt man eine solche zu einer Geldstrase verurtheilt worden. Der Bischof,— seine Zeit bewegen und leiten. Mit meinen oder ähnliche Vorschrift nicht. Dem Antrag sind resp. dessen Anwalt recurrirte gegen dieses Urtbeil, Wählern in dieser Beziehung verbunden, selbstsausfübrliche Motive beigefügt, a 1 das Bezirksgericht nach einer in Rbeinbessen einer aus dem Volke, trete ich an die neue— Die zweite Kammer wird nun doch nicht, bestebenden Verordnung nicht competent gewesen dreijährige Arbeit und hoffe, daß auch in Zu- wie früher beabsichtigt, am 22. d. M., sendern sei, über den Bischof abzuurtbetlen. Das Ober— gericht schloß sich den Anschauungen an und ver⸗ nichtete das erstinstanzliche Urtheil, wogegen nun Seitens des General-Procurators am Obergericht Cassation angezeigt wurde. In gestriger Sitzung des Cassationshofes kam der Fall in höchster Instanz zur Verhandlung und war wieder der Anwalt des Bischofs erschienen. Nachdem der Generalprocurator Verwerfung des Cassations⸗ gesuchs beantragt hatte, wurde die Urtheilspubli- cation auf nächsten Montag vertagt. Berlin. Es sind nunmehr die Ergebnisse von 380 Reichstags-Wablen bekannt. Endgültig sind gewählt; 29 Conservative, 105 National Liberale, 28 Mitglieder der deutschen Reichspartei, 11 Polen, 19 Mitglieder der Fortschrittspartei, 95 Klerikale, 10 Socialdemokraten, 6 elsässer Autonomisten, 3 der elsässer Protest Partei Ange- hörende, 8 keiner Fraction Angehörende, unter Letzteren 4 Partikularisten. Bei den 66 engeren Wahlen, welche erforderlich sind, kommen in Betracht: 48 National-Liberale, 24 Socialdemo- kraten, 15 Conservative, 14 Mitglieder der Fort- schrittspartei, 14 Klerikale, deutschen Reichspartei und 8 Partikularisten bezw. Polen. — 15. Jan. Abgeordnetenhaus. 405 Abge- ordnete sind angemeldet und 382 Mandate von den Abtheilungen geprüft und gültig erklärt wor- sam entfernt werden müßte. Um 5/8 Uhr führte Chudonoff den Renitenten zum Hotel Wagen. Tschernajeff suchte den Polizei Beamten zurückzu- drängen, dieser ließ sich jedoch nicht abhalten, stieg mit ihm ein, und der Wagen fuhr zum Staats bahn- hofe. Dort waren inzwischen sämmtliche Zugangs- Straßen von einem Bataillon und durch die Sicherheits-Wache von den Menschen-Massen ge⸗ säubert und abgesperrt worden. Auf dem Bahn— hoe trat Tschernajeff in die Restauration, sodann wurde er in einen Waggon erster Classe geführt, Neben ihm stieg Polizei-Commissär Hlawatschek ein, welcher den Zug bis Bodenbach begleitete. Der Polizei-Director, der Platz- Oberst und zaolreiche Polizei-Beamte waren auf dem Bahnhofe an— wesend. Kurz vor der Abfahrt des Zuges wurde der Wenzels-Platz durch Dragoner vollends ge— säubert. Nachmittags wurden Deputationen des Comites dieses Vereins, ebenso Rieger, Gregr, die Tschernajeff besuchen wollten, von der Polizei zurückgewiesen. Das tschechische Theater, 9 Mitglieder der Tschernajeff vergebens erwartet wurde, war über— füllt. Nach dem ersten Acte erfolgten Ura- und Zivio-Rufe auf Tschernajeff. Ein Polizeibeamter betrat die Bühne und forderte die Tumultuanten auf, ihre Demonstration einzustellen, widrigenfalls die Vorstellung geschlossen würde. Hierauf trat den. Man schreitet zur Präsidenten- Wahl, nach Ruhe ein und die Vorstellung wurde fortgesetzt. welcher Bennigsen mit 351 von 384 Stimmen zum Präsidenten gewählt wurde. Zum ersten Vice⸗Präsidenten wurde Klotz(Fortschritt) mit 211 von 383 Stimmen, wobei 84 auf Reichensperger und 66 auf Graf Bethusy⸗Huc fielen, gewählt; zweiter Vice-Präsident wurde Graf Bethusy Hue mit 223 von 334 Stimmrn. Zu Schriftfübrern wurden gewählt: Delius, Sachse, Beisert, Goltz, Hancke, Grütering, Graf Schmiesing⸗Kerssenbrock und Lutteroth. Großbritannien. London. Eine De— pesche der„Times“ aus Calcutta dementirt das Gerücht, daß die Beziehungen zwischen England und Afgbanistan getrübt seten. Spanien. Madrid. Das Gerücht von bewaffneten Banden im Norden Spaniens ist 2— 5 falsch, es ist kein Anzeichen von Gährung in den nördlichen Provinzen. Italien Rom. Die„Italie“ meldet: Der Papst unterbreitete den Cardinals-Congrega— tschechischen Akademischen Lesevereins, des Ball- wo ist wahrscheinlicher. Der große Rath, aus 180 Mitgliedern und allen Würdenträgern bestehend, wird einberufen werden und die definitive Ant- wort bestimmen. Falls die Pforte, wie wahr- scheinlich, ablehnt, werden die Delegirten und die Bolschafter sosort abreisen. Rumänien. Bukarest. Die„Pol. Corr.“ veröffentlicht den authentischen Wortlaut der zwischen der rumänischen und der türkischen Regierung be— treffs der Auslegung der türkischen Verfassung gewechselten Depeschen. I. Die Depesche des ru— mänischen Ministers der auswärtigen Angelegen⸗ heiten Jonesco an den Fürsten Ghika vom 3. Jan., in welcher die rumänische Regierung unter der Berufung auf die Capitulationen und Verträge, die Bestimmungen der ottomanischen Charte in Allem, was Rumänien betrifft, sür null und nichtig erklärt und in sormellster Weise gegen die Ver— letzung der durch Verträge garantirten Rechte Rumäniens protestirt. II. Die Depesche Savpfet Pascha's an Ghika vom 7. Jan,, welche bekräftigt, daß die Stellung der vereinigten Fürstenthümer durch die Verfassung nicht alterirt werde. III. Die Depesche Jonesco's an Ghika vom 10. Januar, welche sagt, daß nur eine formelle Erklärung der Pforte Rumänien befriedigen könne, welche zu— gleich erklärt, daß Rumänien nicht mit zu den von der Charte besprochenen Provinzen inbegriffen sei und daß die Rumänien an die Türkei knüpfen⸗ den Bande lediglich von alten, durch neuere Ver— träge besiegelten Capitulationen herrühren. Rußland. Petersburg. In dem Be— finden des Großfürsten Nikolaus ist ein Rückfall eingetreten. Der italienische Militärbevollmächtigte in Kischeneff ist gestorben. Der Flecken-Typhus ist daselbst ausgebrochen. 3 10. Jan. Alle in den fremden Gewässern sich befindenden Kriegsschiffe haben Befehl erhalten, sich in den italienischen Gewässern zu sammeln. Würzburg. Gegen den Lieutenant Fuß in tionen zehn ihm von den Bischösen Deutschlands Die in Amerika angekausten Monikore werden Würzburg, dessen Strenge den Einjährig Frei- eingesandte Fragen bezüglich des Verhaltens des auch mit Genehmigung der italienischen Regierung willigen Lutzenberger zum Selbstmord veranlaßt Clerus Angesichts der Haltung der deutschen Re- an den italienischen Küsten überwintern. gierung, welche strenge Beobachtung der kirchen haben soll, ist Untersuchung wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt eingeleitet worden. feindlichen Gesetze heische. Die den Cardinälen Am 7. d. hat die 19. Division der russischen Süd- Armee unter General-Lieutenant Soojew und die Stuttgart, 15. Jan. Der König erschien vorgelegten Fragen nehmen ferner Bezug auf die 20 unter General-Lieutenant Geiman knapp an heute Vormittag in der Wohnung des comman- Auslegung einiger früher vom Papststuhl ertheilten der rumänischen Grenze ihre Stellung als Avant— direnden Generals des 13. Armee Corpe, von Instructionen. Die Entschließungen der Cardinäles garde der Armee bezogen. Schwartzkoppen, um denselben zur Feier seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums zu beglückwünschen. Heute Abend findet zu Ehren des Jubilars ein Festmahl der Officiere im Königsbau statt. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Prag, 13. Jan. In Folge Auftrages von Wien erschien heute um halb 1 Uhr Nachmittags eine polizeiliche Com- mission, bestehend aus dem Polizeirath Kreutzer, Ober ⸗Commissär Hutzelmann und Commissär Katzerovsky, in der Wohnung Tschernajeff's, der Tags zuvor in Prag angekommen war, und über gab einen französisch verfaßten Ausweisungsbefehl, dahin lautend, der General habe Prag und Böhmen zu verlassen und um 6 Uhr Abends abzureisen, Commissär Katzerovskg blieb zur Ueberwachung im Salon. Chudonoff telegraphirte vergebens an den russischen Botschafter in Wien, den Aus- weisungsbefehl rückgängig zu machen. Auf die Nachricht von der sammelte sich in den Abend- Stunden eine große Volks ⸗Masse auf dem Roßmarkt. Tschernajeff erschien trotz Abmahnung der Beamten wiederholt und demonstrativ am Fensler. Die tschechische Bevölkerung schrie sich mit„Ura!“ und„Ziviol“ die Kehlen heiser, stimmte abwechselnd Nationallieder an und schwenkte die Hüte unter infernalem Ge— johle. 5 Die Sicherheits-Männer suchten vergebens den Pöbel zurückzudrängen. Zahlreiche Verhaft- ungen wurden vorgenommen. Um halb 7 Uhr Abends mußte Militär requfrirt werden. Ein alaillon stellte sich mit der Front vor das Hotel. Das Publikum trat lärmend zurück. Polizei- Commissär Katzerovsky forderte Tschernajeff ver⸗ gebens auf, einzupacken. Dieser erklärte, sich lieber erschießen zu lassen, als Prag zu verlassen. Die Beamten holten Verhastungs- Befehle ein; darauf wurde Tschernajeff erklärt, daß er gewalt⸗ Ausweisung Tschernajeff's werden wahrscheinlich veröffentlicht werden. Türkei. Konstantinopel, 15. In der heutigen Conferenz⸗ Sitzung theilte Mar- quis Salisbury Namens seiner Collegen die letzten reducirten und, wie signalisirt, gemilderten Vor: schläge der Mächte mit, nach welchen die Vor- schläge über die Gendarmerie, Truppen-Canton- nirung und Delimitation Bulgariens aufgegeben und die Frage wegen der Abtretung Zwornik's san Serbien in suspenso belassen werden. Der Punkt bezüglich der Vergrößerung Montenegro's wurde in der von der Pforte angenommenen Weise redueirt, so daß mithin alle streitigen Punkte fallen gelassen worden sind mit Ausnahme von zweien, nämlich die Ernennung der Gouverneure und die Ueberwachungs-Commission. Aber auch diese zwei Punkte wurden gemildert und zwar sollen die Gouverneure nur für die ersten fünf Jahre Seitens der Mächte bestätigt werden und die europäische Commisston würde durch eine gemischte europäisch- türkische Commission ersetzt werden. Nach dieser Mittheilung erklärte Salisbury, wenn die Pforte diesen letzten Vorschlägen nicht zustimme, habe er Befehl, sich zurückzuziehen. Sir Henry Elliot erklärte gleichfalls, daß er beauftragt sei, sich zurückzuziehen und alle andern Bevollmächtigten gaben dann successive identische Erklärungen ab, einige, indem sie das Interesse der Pforte betonten, zuzustimmen. Hierauf erklärte Sapfet Pascha, er bedauere diesen Entschluß? er müsse an die Pforte wegen einer endgültigen Antwort berichten, halte es aber nicht für möglich, in zwei bereits abge- lehnten Pankten, betreffende die Commission und die Gouverneue, nachzugeben, welche die Unab- hängigkeit der Pforte berührten. Indeß die Pforte werde die Mittheilung prüfen und in der nächsten Sitzung definitiv antworten. Die Sitzung soll am Donnerstag oder wenn die Türken dann noch nicht bereit sind, am Samstag stat i finden. Letzteres Jan. Amerika. Washington, 16. Januar. Das Repräsentantenhaus hat eine Resolution an— genommen, wonach alle Versuche, die öffentliche Meinung bezüglich der Präsidenten- Wahl zu be— einflussen, bevor diese Frage auf verfassungsmäßigem Wege erledigt sei, für gefährlich und unpatriotisch erklärt werden. Neworléeaus, 16. Jan. Der Befehlshaber der hiesigen Bundes-Truppen erhielt Befehl vom Präsident Grant, den republikanischen Gouverneur Packard anzuerkennen, falls sich die Anerkennung eines der beiden Gouverneure nicht vermeiden lasse. Packard forderte die Demokraten auf, das Justiz⸗ Gebäude zu räumen und auseinander zu gehen. Packard hat an den Commandeur der Bundestruppen das Ersuchen grrichtet, bei Wiedereinsetzung des höchsten Gerichtshofes Beistand zu leisten. Indien. Calcutta. Das Indische Amt veröffentlicht eine an den General- Gouverneur abgesandte Depesche, betr. die Hungers-Noth in Ost-Indien. Die Hungers ⸗Noth betrifft in den Prästdenturen Madras und Bombay zusammen ungefäbr 134,000(englische) Quadrat- Meilen mit 26 Millionen Menschen, ausschließlich des nicht englischen autonomen Gebiets. Der Höhe— punkt der Noth wird für April erwartet und da⸗ nach die allmähliche Abnahme bis September, wo dieselbe voraussichtlich aufhören wird. Lord Cacnarvon heißt die von der dortigen Regierung eingeleiteten Maßregeln gut, namentlich die öffent- lichen Bauten, bei welchen augenblicklich über eine Million Menschen beschäftigt sind. Anscheinend ist staatlicher Ankauf von Getreide-Vorräthen unnöthig. Aus Stadt und Land. Kostheim, 15. Jan. Am Samstag Abend ließ sich ein Arbeiter von Kosheim von der Bahn den Kopf wegfahren. Motive sind unbekannt. Gernsheim, 6. Jan. Gestern Nachmitiag wurde einer unserer Zörster im hiesigen Walde über und über 5 ieklamute Keller e die Gor bald if Reher Schwein bum net. linen 3 war am Gendarr ung det Kt wagen,! kommen Vosthau sehen v K gestern böser Ka flossene⸗ Morgei dem 8 Mule einige delann Der 1 wen if in w 889 fanden duch —— 8 mit Blut bedeckt bestnnungelos aufgefunden und mittelst Wagens nach seiner Wohnung gebracht. Derselbe ist von zwei Holzstevlern, die er auf srischer Thal ertappt und zur Rede gestellt haben soll, sebr übel zugerichtel. Die beiden Individuen wurden noch am Abend gefänglich eingezogen. Allerlei. Oestrich. Vor einiger Zeit fand man dier unter einem Mistbaufen eine verweste weibliche Leiche. Nach vielen vergeblichen Bemübungen der Polizei kommt nun eudlich Licht in diese dunkle Geschichte. Der Bruder des Hausbesitzers, in dessen Hofe die Leiche unter einem Com- posihausen gefunden wurde, gestand. daß vort 12 Jabren sein Bruder in der Nähe von Oestrich auf der Cbaussee ein perlengesticktes Reisetäschchen fand, welches 38,000 fl. bagates Geld enthielt. Eine Dame, Gouvernante einer Hertschaft, ei zu ihm gekommen, um das Geld zu reklamiren und dei dieser Gelegenheit wäre dieselbe im Keller ermordet worden. Die Herrschaft hälte vermuthet, die Gouvernante sei mit dem Betrage entwischt und deß⸗ balb ist es auch erklärlich daß nicht damals schon nähere Recherchen in Oestrich veranlaßt worden seien. Für sein Schweigen bätte der Geständige von seinem Bruder 200 fl. damals erbalten, jetzt lasse ibm sein Gewissen keine Ruhe mehr. Die näheren Umstände lassen an diesen Aussagen keinen Zweifel mehr. Die Staatebebörde von Wiesbaden war am 11. d. den ganzen Tag in Oestrich und wurden Gendarmen telegrapbisch dahm beordert, um die Verbeing⸗ ung der beiden Brüder nach Wiesbaden zu bewerkstelligen. Kreuznach. Als am 10. Morgens 5 Uhr der Pack- wagen, welcher die mit dem Frübzuge von Bingerbrück an⸗ kommende Post nach dem Posigebäude befördert, in dem Postbause ankam, fand sich, daß derselbe unversch ossen war und daß der Geldbeutel sebltie. Angeblich sind über 11,000 Mark abhanden gekommen. Der Conducteur, welcher vorne auf dem Bocke des Wagens saß, will nichts bemerkt baben. Schweinfurt. Wir haben vor einigen Tagen be richtet, daß in Neustadt a. d. zweien mit der Bahn angekommenen Herten ein fremder Mann eine äßende Flüssigkeit ins Gesicht schüttete. Als muthmaßlicher Täter wird ein gewisser Karl Schönberg, geb. Württem berger, der sich längere Zeit in Ametika und Patris auf hielt, bezeichnet und sieckbrieflich verfolgt. Auf seine Er mittelung oder Festnahme ist eine Belohnung von 300 Mark gesetzt. Marpingen. In der vorigen Woche war Forsi⸗Beböfde im Härtelwalde und ordncte, „O. Reichs⸗ Zeit.“ zum Schutze und zur S Waldes die Anlegung eines Weges nach d bekannten Quelle an, welcher auch sogleich in Angriff genommen wurde. Ebense soll die Quelle und det Ort der Erscheinung vom Walde abgetrennt und mit einer Umzäumung ver⸗ sehen werden. Die Sperre wird noch immet gehandhabt. Köln, 11. Jan. An der neuen Gas⸗-Anstalt wurde gestiern bem Abladen eines Waggons Kohlen, welche zur soforigen Fturrung einer Retorte bestimmt waren, ein Säckchen mil Schießpulver entdeckt und natürlich beseitigt. Wie das Pulver in die Kohlenladung gekommen, ob durch Zufall oder durch die Hand eines Frevlers, kann noch nicht fesigestell! werden. c die Ober⸗ laut der chonung dee * 1 Kalbesrieth, 10. Jan. Hier ward in der ver— flossenen Nacht, wahrscheinlich in der zweiten oder dritten Morgenstunde, ein schreckliches Blutbad angerichtet. In dem Hause des Müblenbesitzers Straube sind Vater, Mutter und acht Kinder schwer verletzt vorgefunden; nur einige waren noch im Stande anzugeben, daß ihnen nicht bekannt, wie sie zu diesen Verletzungen gekommen sind. Der Mann, ebenfalls nicht unbedeutend verwundet, kann wenigstens noch umbergehen. in welchem derselbe sich Nachts befunden hat, sollen 2889 M. baares Geld entwendet sein; die leeren Beutel sanden sich vor. Dem Anschein nich sind die Eindringlinge durch ein eingedrücktes Feuster bereingekommen. Aerzte, untersuchende Bebörden ꝛc. haben sich eingefunden. Ein weiterer Bericht meldet: außer dem Haupte der Familie liegen alle Mitgliedet in Lebensgefahr darnieder: der Raub des Geldes scheint fingirt sein; der Vater ist zur Haft gebracht. London. Ueber der Verbleib des von Hull nach New⸗Hork bestimmten Dampfers„Colombo“ sebhlen noch immer nähere Nachrichten. Derselbe suhr am 3. December ab und balte etwa 80 Passagiere und 50 Mann Besatzung. Christiania, 15. Jan. Heute Nachmittag brach in dem hiesigen großen Theater Feuer aus, wodurch die Gebäude und das Inventarium größtenteils zerstört wurden. Neapel. Der Ausbruch des Vesuvs scheint näher bevorzustehen, als man glaubte. In der Nacht von 10. Jan. bal sich der Krater vom 18. Dember 1875 wieder geöffnet. Man sieht auf den großen Rauchwolken, welche demselbem eniströmen, den rothen Widerschein der Feuergluth. Gibraltar, 9. Jan. Hier bat ein heftiger Orkan gewüthet, durch den zahlreiche Schisse untergegangen sind. Ochsen 1. Qual. M. 61—63., 2. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 51—54., M. 48—50. M. 48—30. Qual.[M. 5456. 2. Qual. Kälber 1. Qual. M. 49—51., 2. Qual. M. 46—48. Hämmel 1. Qual. M. 51—53., 2. Qual. Mainz, 15. Jan. Producten-Markt. Waizen per März 23.30. Korn per März 17.40. Haser per März 17.10. Rüböl per Mai 39.75. zu saugen, weil ein neu eingezogener, gleich nach dem Einziehen benuützter und angezündeter Docht jederzeit schlecht brennt. Der Docht darf nur in einer Länge von 20—25 Centimeter eingezogen werden; bei längerem Liegen des Dochtes im Petroleum tritt Verharzung des Petroleums im Dochte ein, seine Saugfähigkeit wird dadurch auf⸗ D. Frankfurt a. M., 16. Januar 1877. Die bessere Tendenz der letzten Tage hatte heute in Folge der insangs vorliegenden Nachrichten aus Constantinopel, wieder einer Adschwächung Platz gemacht. Nach denselben setzee man am Sitze der Conserenz großen Zweifel in eine Nachgiebigkeit der Pforte, obgleich die Forderungen der Mächte weiter berabgemildert worden waren, um den ürkischen Ministern eine zustimmende Antwort zu er⸗ eichtern. Die Böcse zeigte daher große Geschäftsunlust und schien solche auch bis zum Schlusse dominiren zu wollen, als plötz ich nach der Notiz ein Umschwung statt⸗ fand und auf die Meldung aus London, die zweite Aus zabe des„Daily Telegraph“ enthalte eine Depesche aus Constantinopel, wonach der Sultan die modificirten Vor⸗ bläge der Mächte angenommen babe, bei lebhaftetrem Verkehr eine ziemlich starke Vorwärtsbewegung eintrat. gegen Schluß bröckelten indeß die Course der Speculations- wertbe wieder etwas ab, da die auswärtigen Börcsen, ein⸗ schließlich London keine entsprechenden Notirungen sandten und bier durch Zweifel an der Richlgkeit der Nachricht des „Dallv Telegrapb“ laut wurden. Creditactien bewegten sich zwischen 114½—½—% 113½—117½ und 117% Staalsbahnactien zwischen 197½— Lombarden nahe 62. Oester. Bahnen 197-199 und 199½. hielten sich sest. Aus dem unteren Zimmer, Handel und Verkehr. Friedberg, 17. Jan. Walzen M. 24.50. Korn M. 20. Gerste M. 18.—. Hafer M. 15— 20. Kar⸗ tosseln M. 3.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund. W rankfurt, 15. Jan (Biehmarkt.) Det heutige Markt war ziemlich aut befahren, Angeltieben waren: 400 Ochsen, 216 Kübe und Rinder, 200 Kälber und 180 Hammel, Die Preise siellien sich per Gentner: Gallzier 1 fl. matter. Deutsche Bahnen etwas niedriger, Banken sind wenig verändert. Deussche Fonds sest. Von aueländischen Fonds Oesterr. Goldrente zu 60¼ö6— 0 und 61¼ in regem Umsatz. Oestert. Silberrenie und Papiertente höher, Ungar. Schatzbons I. Em. 10% besser, 11. Em. behauptet. Oesterr. Prioritäten sehr sest. Von Loosen 1860er matter. Von Wechseln Amsterdam und London iheuter. Paris und Wien billiger. Die Petroleumlampe und ihre Behandlung. Unstreitig ist die Petroleumbeleuchtung zur Zeit die billigste und verbreitetste Beleuchtungsart Leider gesellt sich zu den vielen Vortheilen dieser Beleuchtung als sebr unerwünschte Beigabe ein gewisser Grad Gefährlichkeit. Feuersbrünste und Unglücksfälle, welche durch den Gebrauch des [Pettoleums entstanden sind, rühren häufig von der unrichtigen oder unpünktlichen Behandlung der Petroleumlampen ber und dürfte es daher im all⸗ gemeinen Interesse liegen, die specielle Behand- lungsweise der Petroleumlampen vom praktischen Standpunkte etwas näher zu beschreiben. Die Petroleumlampen sind den verschiedenen An— forderungen und Zwecken entsprechend in den ab— weichendsten Formen und Einrichtungen hergestellt worden, welche sich jedoch im Allgemeinen in Lampen mit einfachem Luftzuge, Flachbrenner, aus und Lampen mit doppeltem Luftzuge, Rund- brenner, eintheilen lassen. Beide Arten unter— scheiden sich nur durch die Construction ihres Brenners. Der Flachbrenner besteht aus zwei auseinander zu nehmenden Theilen, dem eigent- lichen Brenner mit Dochtscheide, der auf das Petroleumbassin(Vase) aufgeschraubt wird und der Galerie mit Cylinderbalter und Brennkapsel. Beide Theile sind des nöthigen Luftzuges wegen durchbrochen. Der Rundbrenner besteht aus dem eigentlichen Brenner und der Galerie mit Cylinderhalter. Zwei conisch nach Oben ver— laufende Röhren, von denen man die äußere das Brandrohr, die innere das Standrohr nennt, bilden die Dochtscheide. Das Standrohr ist zu ¼ seiner Höbe keilförmig eingeschlitzt, eben daselbst und seitwärts nach außen abgekantet und mit dem Schlitz des Standrohres scharf verbunden und verlöthet. Durch diese keilförmige Oeffnung findet die nöthige Lustströmung nach der Flamme statt. Bei beiden Arten von Brenyern befindet sich unten neben der Dochtscheide eine Oeffnung, die dazu dient, die in dem Petroleumbassin (während des Brennens) sich bildenden explosiven Gase zum Verbrennen zu bringen, sowie das beim Nichtbrennen der Lampe abfließende Petro— leum in das Bassin zurückzuführen. Bezüglich der Behandlungsweise der Petroleumlampen lassen sich folgende Regeln ausstellen: 1. Bei neuen Lampen oder bei einer Dochterneuerung ist es durchaus nothwendig, daß die Lampe mindestens ½ Stunde vor dem Gebrauch in den Stand ge— setzt wird, damit der Docht Zeit hat, sich voll geboben oder unterbrochen, weil die mit Harz gefüllten Dochtsäserchen kein Petroleum mehr durch— lassen und demnach det Flamme keine Nahrung mehr zuführen können. Von großem Vortzbeile ist es, den Docht vor dem Einziehen zu ttocknen, da hierdurch dessen Saugfähigkeit ganz wesentlich gehoben wird. Um den Docht zu schneiden, nebme man die Galerie ab. Bei den Flachbrennern schneide man den Docht zuerst gerade ab und schneide dann an beiden Seiten die Ecken weg, so daß die obere Fläche des Dochtes einen knappen balben Bogen bildet. Hierdurch wird das Spitzen- brennen der Flamme verhütet und die Hitze in dem Cylinder gleichmäßiger vertheilt. Bei Rund- brennern muß der Docht gerade abgeschaitten werden. Das Abreiben des Dochtes an Stelle des Abschneidens desselben ist nicht zu empfehlen, da durch das einfache Abreiben die stehenbleibende obere härtere Dochtfläche leicht in die Dochtscheide — — eingezwängt wird und dadurch dem Weiterschrauben [des Dochtes hinderlich ist. 2. Es ist zu em⸗ pfehlen, die Petroleumlampen jeden Tag frisch zu füllen, da sie nur im frisch gefüllten Zustande die volle Leuchtkraft des Oels entwickeln. Das Glas- bassin darf nicht bis zum Vasenring mit Petroleum gefüllt werden, indem zu voll gegossene Lampen das Petroleum durch die Bassinsschraube und den Schlüssel sowohl, als durch den zum Einkitten verwendeten Gyps sehr leicht aueschwigen. Ganz verhindern läßt sich übrigens das Durchschwitzen des Petroleums nicht; es ist deßhalb zu empfehlen, vor dem Anzünden der Lampe dieselbe nochmal abzuwischen. Nachgießen von Petroleum während des nnens darf auf keinen Fall stattfinden, wegen der sich im Petroleum bildenden aäußerst leicht zündbaren und explostven Gase und Dämpfe. 3. Peteoleum darf in keinem Gefäße aufbewahrt werden, das zur Aufbewahrung von Fettöl gedient N re hat. Ebenso wenig dürfen Fettöltrichter zum Eingießen, oder fettige Dochtschteeren zum Ab- schneiden des Dochtes verwendet werden. Beim Einziehen des Dochtes und bei der Reinigung der Lampe sorge man, daß kein Fettöl mit dem Dochte in Berührung kommt, indem eine ganz geringe Ouantität Fettöl genügend ist, die Lichtstärke zum Zurückgehen zu bringen. 4. Das Anzünden der Lampe darf nur durch ein Streichhölzchen ge— schehen. Man schraube dabei den Docht möglichst klein und stecke den Cylinder fest auf. Im An- fange lasse man die Lampe nur klein weiterbrennen, insbesondere bei den Flachbrennern, damit die Temperatur den Cylinder nicht zum Springen reizt; erst nach und nach schraube man den Docht auf die richtige Höhe. Dabei darf bei Flach- brennern der Docht auf keinen Fall aus der Brennspalte hinaus stehen. Man schraube den Docht so hoch, als zur Erzielung einer bellbrennen⸗ den Flamme nöthig ist, denn klein eingeschraubte Lampen verbrennen dasselbe Quantum an Petro— leum, riechen unangenehm und geben eine wenig leuchtende Flamme. 5. Beim Auslöschen der Lampe drehe man den Docht klein ein und blase die Flamme von oben durch den Cylinder der Lampe aus, oder man lege auf den Cylinder einen flachen Gegenstand, ein Stück Blech, Holz, harte Pappe u. s. w., welche die Lampe sofort zum Erlöschen bringt. 6. Bei der Reinigung der Petroleumlampen. hat man vor allem in dem Brenner die Rückstände von dem verkohlten Dochte zu entfernen und die Durchbrüche, sowie die unten befindliche Oeffnung durch Auswischen mit einem reinen Lappen frei zu machen und zu reinigen. Wird der Brenner mit Putzpulver, Wiener Kalk u. s. w. gereinigt, so müssen alle Theile des Putzpulvers sorgfältigst entfernt werden, indem durch diese Verstopfung die Luftströmung gehemmt wird, was schlechtes Brennen zur Folge hat. (Schluß solgt.) 5 Einladung des Volksbildungs⸗Vereins Friedberg i e äeci saale stattfindenden u dem Freitag den 19. Januar c., Abends präcis 8 Uhr, im Ratbbaussaa . 1 Seminarlebrer Dr. Heid über: Das Auge und der Vorgang beim Sehen. Der Zutritt ist Jedermann gestattet. Friedberg. Der Vorstand. Militär⸗& Veteranen⸗ Verein Friedberg. 213 Samstag den 20. l. Mts., Abends praͤels 8 Uhr/ findet in dem Vereinslocale eine Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1) Abhaltung eines Tanzvergnügens. 2) Stellvertretung des Fahnenträgers. 3) Reviston der Statuten. Wegen Wichtigkelt der Sache wird pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet und auf§. 54 der Statuten ausdrücklich verwiesen. Der Vorstand. 206 Neueste patentirte, transportable Stoll'sche Luftdruck-Bierzapfapparate empfehlen sich ihrer Billigkeit wegen besonders für kleine Wirthschaften. Friedberg den 16. Januar 1877. Earl Frick. In Karl Köhler's Verlag in Darmstadt ist erschienen und in der Buchhandlung von Carl Bindernagel zu haben: . a U 3 d F 9 8 Supp, emül' und Aleisch. Ein Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen oder leichtverständliche Anweisung alle Arten von Speisen und Backwerk billig und gut zuzubereiten.— Nebst einem Anhang vom Einmachen der Früchte.— 19. unveränderte Auflage mit einem Stahl- stich. 80. Fein geb. in englische Leinwand 2 Mark. Der Verkauf von 100,000 Exemplaren in kurzer Zeit ist wohl der beste Beweis seiner anerkannten Brauchbarkeit. Basalt-Bruch. Montag den 12. Februar 1877, Vormittags 11 Uhr, will die Fauerbacher Basaltbruch⸗Gesellschaft ihren in der 132 Fauerbacher Gemarkung liegenden Basaltbruch versteigern lassen. Die aus dem Bruch gewonnenen Pflastersteine sind in weiten Kreisen als gut bekannt. Der Bruch ist 25 Minuten von der Eisenbahn Station Friedberg ent⸗ fernt. Nähere Auskunft ertheilt Herr S. Schloß in Friedberg. Fauerbach b. Fr. den 14. Dezember 1876. Großherzogliches Ortsgericht Fauerbach b. Fr. elfe. r Bekanntmachung. 201 Die am 11. d. M. in dem Freiherrlich v. Francken⸗ stein'schen Walddistrikt Eichelgarsen abgehaltene Holz versteigerung ist genehmigt. Erster Fahrtag: Donnerstag den 25. Januar 1877. Ockstadt den 15. Januar 1877. Der Freiherrlich v. Franckenstein'sche Oberförster Rumpf. 209 in feinster Waare bei Wilhelm Fertsch. Stollwerek'sche Brustbonbons aus der Fabrik von Franz Stollwerek, K. K. flof- Lieferant in Cöln. nach Vorschrift des Universitäts- Professors Dr. Harless, Geh, Hofrath zu Bonn, gefertigt, vor- räthig in versiegelten Packeten„à 50 Pfennig in Friedberg bei Hof- Apotheker C. Görtz, Wiln Bernbeek und Wilh. 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Ducaten. n Ducaten al mareo„ 9 64—69 Dollars in Gold 8 4 1619 Istaelitischer Gottesdienst in Friedberg. Beginn: Freitag Abends 5½ Uhr. Samstag Morgens 8½ ͤ Uhr. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. 1 Druck und Verlag von Carl Bindemnagel. beit