seine Entlassung nachgesucht. 2 1877. Famstag den 17. Februar. M 20. Oberhessischer Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den eis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Betreffend: Das Militär ⸗Ersatzgeschäft für 1877. Amtlicher Theil. Friedberg am 15. Februar 1877. Der Civilvorsitzende der Großh. Kreisersatz-Commission des Kreises Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien. Es steben noch Viele von Ihnen mit der Einsendung der Stammrollen zurück und erinnern wir hieran mit dem Bemerken, daß, wenn nicht bis zum 18. dieses Monats dieselben einlangen, wir Wartboten zur Abhoblung bei den Säumigen absenden müßten. Dr. Braden. Deutsches Reich. Darmstadt. In Gemäßheit eines von der Landessynode an das Kirchenregiment gerichteten Ersuchens steht eine Revision der Besoldungsnoten der evangelischen Geistlichen in naber Auessicht. Berlin, 14. Febr. Das Abgeordnetenhaus nahm in dritter Lesung drei kleinere am 12. Febr. in zweiter Lesung genehmigte Gesetz Entwürfe un⸗ verändert an und genehmigte nach längerer Debatte den Gesetz-Entwurf über die Umzugskosten der Staats- Beamten, in der Fassung des Herrenhauses. Zum Gesetzentwurse, betr. die Erweiterung des Verwendungs- Zweckes des Dotations-Fonds, wurde nach längeter Debatte die zweite Lesung im Plenum beschlosen. Der Antrag Wehrenpfennigs, die technischen Lehr ⸗Anstalten betreffend, wird nach längerer Debatte angenommen. Hierauf wird die zweite Lesung des Elats der Eisenbabn- Verwalt- ung sortgesetzt und der Antrag Hammacher auf Erhöhung der Wohnungs- Geld-Zuschüsse für die Staatsbahn⸗Zugführer genehmigt. — 15. Febr. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde der Gesetzentwurf, betr. die Amortisation der Actien und sonstigen Inbaber— papiere von Aclien-Gesellschaften in Schleswig- Holstein, bei der ersten und zweiten Lesung angenommen und sodann der Bericht über die Verwaltung des Hinterlegunge-Fonds pro 1876 erledigt. Ferner ertheilte das Haus Decharge zu den Rechnungen der Ober-Rechnungskammer⸗Casse pro 1875 und genehmigte in zweiter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend Abänderung der Vor- schriften über Veranlagung der Grund-, Classen- und Einkommen- Steuer. Gleichfalls angenommen wurde der Antrag der Budget-Commission: die Regierung möge bei Revision der Insttuction über die Veranlagung der Classen-Steuer auf thunlichste Vereinfachung und Gleichmäßigkeit Bedacht nehmen, namentlich auch die eigenmächtige Abänderung der von der Finanz- Verwaltung festgestellten Einschätz- ungs⸗ Formulare durch die Bezirks ⸗Regierungen beseitigen. Der Commissarius der Regierung er— klärte sich mit diesem Antrage einverstanden und sicherte sorgfältige Prüfung und Ausführung des selben zu. Bei der Fortsetzung der zweiten Lesung des Budget⸗Entwurfs ward der Etat der Staats- Archive genehmigt; zu diesem fand nach längerer Debatte ein Antrag des Abg. Petri Annahme, wonach die Regierung aufgefordert wird, wegen Verlegung des Staats- Archivs in Jestein nach Wiesbaden dem nächsten Landtage eine neue Vor- lage zu machen. Hierauf wurden die an die Budget- Commissionen verwiesenen Positionen des Elats des Ministeriums des Innern unverändert angenommen. — 14. Febr. Dr. Rudolph Meper ist wegen Berläumdung des Reiche kanzlers zu neun Monaten Gesängniß verurtheilt worden. Der Antrag des Staats- Anwalts auf sofortige Verhaftung wurde abgelehnt. 15. Febr. Gerüchtweise verlautet in parlamentarischen Kreisen, Graf Eulenburg habe wegen einet Meinungs- Dissserenz mit Camphausen Von anderer Seite schreibt man jedoch, daß die über den angeblichen Rücktritt des Ministers des Innern, Grafen Eulen⸗ burg umlaufenden Gerüchte jedweder Begründung entbehren. — Gegenüber der Wahrnehmung, daß der Verzicht Deutschlands an der Theilnahme zur Pariser Welt-Ausstellung nicht allgemein als un- widerrufflich angesthen werde, hebt der„Reichs Anzeiger“ hervor, daß die für die entgiltige Ent- scheidung seiner Zeit maßgebend gewesene Sachlage ihrer Natur nach die Möglichkeit einer Aenderung ausschließe. Das amtliche Blatt erinnert daran, daß das Ausstellungs⸗Reglement den directen Ver- kehr einzelner fremder Aussteller mit der General- Ausstellungs-Commission nicht zulasse, die Be- theiligung einzelner deutscher Aussteller somit ausgeschlossen sei. Köln. Sicherem Vernehmen nach sind auf Verfügung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz alle weiteren Maßnahmen der Verwaltungs- Be- hörden in Sachen der Pfarr-Dotal-Güter vor- läufig sisttrt. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 13. Febr. Die„Presse“ meldet: Morgen werden die offtetellen Conferenzen zwischen den Mitgliedern der Ministerien Tisza und Auersperg über die Bank⸗Frage unter Zuziehung von Vertretern der Nationalbank wieder aufgenommen.— Die Credit-Anstalt hat auf die Tagesordnung ibrer General-Versammlung, welche auf den 4. April anberaumt ist, die üblichen Ver- handlungs-Punkte gescetzt. 14. Febr. Abgeordnetenhaus. Nach lebhafter Debatte, in welcher der Handelsminister energisch für die Beschickung der Pariser Welt- ausstellung eintrat, wurde der Antrag der Aus- schuß⸗Minorität, die Regierung möge hierfür einen Credit von 600,000 fl. bewilligen, mit 155 gegen 36 Stimmen in zweiter und dritter Lesung an— genommen. Frankreich. Paris. Nach einem Pariser Brief der„Independance“ wird Frankreich die russische Circular-Note in freundschaftlichem Tone, aber mit großer Zurückhaltung beantworten. Frankreich will jedweder Verwicklung fern bleiben. Holland. Haag. 15. Febr. Die zweite Kommer hat den Gesentwurf angenommen, durch welchen die Eingangszölle auf 20 verschledene Artikel, namentlich Getreide, Hölzer, Maschinen, Rohmetalle, Steine, Hausgeräthe, sowie die Aus- gangszölle auf Lumpen aufgehoben werden. Die Regterung legte einen Gesetzentwurf wegen der Modification des Wahlgesetzes vor, der die Mitglieder-Zahl der zweiten Kammer auf S4 erhöht und durch welchen der Wahl⸗Census herabgesetzt wird, um die Ungleichheit zwischen Stadt- Census und Land-Census zu mildern. Großbritannien. London, 13. Febr. Im Oberhause erklärte Lord Derby auf Anregung Granville's, die Depeschen des Marquis v. Salis bur über seine Unterredungen mit dem Fürsten Bismarck und dem Herzog Decazes seien in das Blaubuch aus dem Grunde nicht aufgenommen worden, weil sie einen vertraulichen Charakter hätten. Ferner theilte Derby mit, daß die Unter- handlungen mit Nord- Amerika wegen Abschlusses eines ntuen Auslieferungs- Vertrages fortdauern. — In der nunmehr veröffentlichten Depesche Derby's an Elliot vom 25. Mai 1876 zeigte Derby an, er habe Musurus⸗Pascha mitgetheilt, daß, obgleich England das Berliner Memorandum abgelehnt habe, sich die Verhältnisse und Ge⸗ sinnungen Englands seit dem Krimkriege derartig änderten, daß die Pforte nur auf moralische Unterstützung rechnen dürfe, falls die vorhandenen Schwierigkeiten keine befriedigende Lösung fänden. Türkei. Constantinopel, 14. Febr. Gegenüber Meldungen von einer angeblichen Re— volte in Puka wird constatirt, daß nur eine An- sammlung der Bewohner des von Miriditen be— wohnten Bezirks Dibri stattgefunden hat, welche das Dorf Keira gegen einen von Seiten der Türken befürchteten Angriff vertheidigen wollten. Die Miriditen besetzten daher die Straße von Skutari nach Prizren und bemächtigten sich auch des zur Herstellung der Ordnung entsendeten türkischen Beamten Zeinil Bep, mit der Erklärung, denselben nicht eher aus den Händen geben zu wollen, bis der Miriditen-Häuptling Marko Notza freigelassen sei. Serbien. Belgrad, 14. Februar. Die Bevollmächtigten für die Friedens-Unterhandlungen mit der Pforte, Staatsräthe Christies und Malics, sind in Begleitung des Dolmetschers Baecsios nach Konstantinopel abgereist. Durch Verfügung des Fürsten wird die große Skupschtina auf den 26. d. M. nach Belgrad einberufen. Die Wahlen zu derselben sind auf den 20. d. M. anberaumt. Montenegro. Cettinie, 13. Februar. Fürst Nikita von Montenegro hat sich bereit erklärt, in Unterhandlungen auf Grundlage des Status quo einzutreten. Edhem Pascha's Verhalten gegen Serbien ist zuvorkommend. Rußland. Petersburg, 14. Februar. Von bier wird die ernsteste Wendung nach Wien gemeldet. Der Zar äußerte gegen die Diplomaten: er habe eine gebundene Marsch- Route. Die Mobilisirung von weiteren sechs Armee-Corps ist bevorstehend. In Wien wird der Ernst der Situation bestätigt; deren Hochdruck dürfte das Ende der dortigen Minister-Krise beschleunigen. — 15. Februar. Rußland beabsichtigt, seine Süd- Armee um eine halbe Million zu verstärken. Verfügungen zur Mobilisirung weiterer Armee— Bezirke sind bereits getroffen. Die Erwiederungen der Mächte auf Gortschakoff's Circular-Note lehnen ein Eingehen auf die russischen Absichten ab und erklären die gegen die Pforte vorgeschlagenen Zwangs⸗Mittel für unannehmbar. Rußland soll, obwohl völlig alleinstebend, dennoch die Action gegen die Türkei beginnen wollen. Amerika. Washington, 14. Februar. Dae Repräsentantenhaus hat die von der Unter- suchungs-Commisston für Florida vorgeschlagene Resolution angenommen, welche erklärt, daß die Wähler, die Tilden begünstigten, ordnungsmaͤßig erwählt seien. . 1 2 1 Cairo, 14. Februar. Der Khedive ernannte den Obersten Gordon zum Gouverneur der Provinz Ludan. Oberst Gordon reist demnächst auf seinen Posten ab. Aus Stadt und Land. 5 W. Friedverg. In einer am 14. Februar im Steinbäußer'scheu Gartenlokal unter Vorsitz unseres Land⸗ tagsabgeordneten Scriba statigehabten, von biesigen stei⸗ sinnigen Wählern stank besuchten Versammlung constituitte sich ein liberaler Wahlverein für den zweiten bessischen Reichs iagswahlbezirk, dessen Zweck außer der zu betreiben ⸗ den Wablagilalion bei zukünftigen Wablen der ist, die Wähler unseres Kreises politisch anzuregen und durch Wort und Schrift zur Verbreitung gesunder Ideen in politischer und wirlbschaftlicher Beziehung beizutragen. Es unterzeichneten sich sofort saft sämmtliche Anwesende als Mitglieder und wurde dierauf zur Wabl eines Aus⸗ schusses geschritten, welcher mit der Ausführung der nöthigen Vorarbeiten beauftragt wurde. Die Organisalion des neuen Vereins in sämmtlichen Orten des Wahlkeeises ist vorgeseben und ist im Interesse der Sache zu wünschen, daß die Zahl der Mitglieder eine. recht große wird. Zur Besireitung der erforderlichen Kosten ist ein monallicher Minimalbeitrag von 10 Pf. für jedes Mitglied vorgesehen. Gießen. Die biesige kathol. Pfarrkirche birgt, der „Bielef. Zig.“ zufolge, eine interessante Reliquie von Wertber's Lotte, Charlotte Buff. Lotten's Mutler war eine geb. Dietz. Deren naher Verwandter war der im bohen Alter zu Gießen verstorbene Gebeimeralh Dietz. Demselben war aus der Famtilien-Tradition bekannt, daß Lotte zu dem Altarbilde der Franz ekanerkirche in Wetzlar, eine Himmelfahrt der Marta vorstellend, gesessen batte. Nach Aushebung des Klosters drachte Geheimeralh Dietz das Bild an sich und schenkte es später der katbolischen Kirche zu Gießen, wo es über dem Tausstein bängt. Offenbach, 13. Febr. Ein gräßlicher Unglücksfall hat sich heute in der Borgerschen Seifenfabtik hier er— eignet. Der Werkfüdrer Baier klagte über Unwohlsein, ging aber trotzdem seinem Berufe nach und stürzte plötzlich in den Kessel, gefülls mit kochender Seise, was seinen augenblicklichen Tod herbeifühete. Der Verunglückte war ledig und ein wackerer fleißiger Mann, welcher seine Eltern und Geschwister unterstützte. Die Theilnahme ist allge— mein hier. Darmstadt. In der hiesigen Münze wurden von 1872 bis 1876 ausgeprägt 2094212 Stück Goldmünzen im Werth von 28,425,310 M., 14,034,657 Stück Silber⸗ münzen im Werth von 11.229756 M., 14 591,721 Stück Nickelmünzen im Werth von 1 262,684 M. 90 Pf. und 18,172.350 Kupfermünzen im Werib von 278,179 M. 59 Pf. Zusammen 48,802,940 Stück im Werth von 41,205,930 M. 49 Pf. Allerlei. Frankfurt, 15. Febr. Sämmiliche Siädte ober⸗ halb des Maines melden dessen beträchtliches Steigen. Hier bat der Main bereits die User üverschritten und Aegypten. wächst fortwährend. Die Verbindungsbahn wird im Laufe des Tages ihren Dienst einstellen, da theilweise ihr Ge⸗ leise überschwemmt ist. Die Bewohner am Mainufer und den angrenzenden Straßen räumen die Keller. Heidelberg. Am 9. Febr. wurde in der Michelhardt (Wald dei Mosbach) der Accisor von Trienz, det mehrere dundert Malk in Mosbach abzuliefern hatte, von einigen Kerlen mit geschwärzten Gesichtern räuberisch angefallen und erbielt mehrere Messerstiche. Zufällig des Wegs kommendes Fuhrwerk verscheuchte die Strolche und reitete dem Angefsallenen Leben und Baarschaft. Bochum. Vorige Woche kam ein Arbeiter der hie sigen Gußstablfabrik auf gräßliche Weise um, indem er unter einen 4000 Pfund schweren sog. Fälldären gerieth. Dieses kollossale Gewicht dient dazu, im Fall aus bedeu⸗ tender Höhe die zusammengebackenen Ofen ⸗Produkle in lransportirbare Brocken zu zerkleinern. Dasselbe stürzle auf eine bisher noch nicht aufgeklärte Weise in eine Ver⸗ nefung von 18 Fuß, worin jener Unglückliche beschäfligt war. Derselbe wurde zu Brei zerschmetlert. Der Arme heißt Hopp, ist aus den östlichen Provinzen zu Hause und hinterläßt eine Frau mit vier Kindern. Leipzig. Der kürzlich bier verslorbene auch in wei⸗ teren Kreisen bekannte Verlags-Buchbändler Hirzel hat seine Gölbe⸗Bibliotbek, welche u. A. 400 Manufscripte enibält, der Leipziger, und seine Zwingli Bibliothek der Straßburger Universizät vermacht. Berlin. Der furchtbare Sturm, welcher in der Nacht vom letzten Sonnsag zum Montag hier und in der Um⸗ gegend wülhete, dat arge Verwüstungen angerichtet und namentlich der Thiergarten ist schwer betroffen worden. Die Telegraphenstangen aun den Eisenbahnen wurden mehr— sach umgerissen und Verheerungen anderer Art angerichtet, so daß die Züge auf der Potedamer Bahn Verspätungen erlitten. Wien. Bei der Pariser Verwaltung der Oesterreich⸗ ischen Staatsbahn sind von einem an derselben angestellten Beamten Defraudationen in Verbindung mi Fälschungen verübt worden; die Höde der veruntreuten Summe ist noch nicht bekaunt. Die Untersuchung hal bereits begonnen. Wien. Die„Presse“ meldet: Der Verwallungsrath der österr.⸗französchen Staatsbahn beabsichtigt einen Be⸗ richt über die vorgekommene Defraudasion zu veröffent- lichen, und correspondirt diesbezüglich mit dem Paxiser Comite. Die Defraudalion wurde verübt durch die Fälschung von Anweisungen an die Banque de France, wo die Ueberschüsse über den augenblicklichen Bedarf Seitens des Bankters der Gesellschaft deponirt werden. Basel, 15. Febr. In der Schweiz ist große Wasser⸗ noth ausgebrochen; sieben Eisenvahnlinien sind iheilweise überschwemmt und unterbrochen. Der Bodensee ist aus⸗ gebrochen. Die Höhe des Rheines bei Basel ist 15 Fuß über Normalhöhe. Ein neues Steigen des Rheins wird befürchtet. Paris, 14. Febr. In dem Bergwerke zu Graissesac, Dep. Herault, wo 60 Arbeiter beschäftigt waren, erfolgte beute eine Explesion und brach Feuer aus. Nur 5 Arbeiter sind gerettet worden, doch arbeitet man weiter an dem Rettunaswerk. Handel und Verkehr.. Frankfurt, 14. Febr. Der heutige Heu- und Strob⸗ markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner M. 4.60—6.40. Stroh per Ceniner M. 4.60—5. Butter 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1. 15—., 2. Qual. M. 1., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.25—30., 2. Qual. M. 1.15—20. Eier das Hundert alle M. 4.50. ilalienische M. 6.50—7. Erbsen geschälte(per 100 Kilogr.) 38—40 M., ganze Erbsen 24—27 M., weiße Bohnen 22-26. M., Linsen 38— 40. M. Kartoffeln per 200 Zoll⸗ Pfund M. 5—6.— Ochsenfleisch per Pfund 70 Pf. Rindfleisch 50—54 Pf., Kalbfleisch 50—60 Pf., Hammelfleisch 50—60 Pf., Schweinefleisch 70—75 Pf. Mainz, 14. Febr. Producten-Markt. Waizen per März 22.25. Korn per März 16.60. Hafer per März 16.70. Rüböl per Mai 37.50. D. Frankfurt a. M., 15. Febr. 1877. Die Tendenz war heute im Allgemeinen matter wie gestern, besonders am internationalen Speculationsmarkt, dessen Werthe sich niedriger stellten. Den Anstoß hierzu gaben in erster Linie die schwächeren auswärtigen Notirungen, sowie die Privat⸗ Depesche eines hiesigen Blattes, nach welcher in Wien Nach⸗ richten aus Petersburg über eine ernste Wendung in der Situation vorliegen sollen und Rußland sechs weitere Armeecorps mobilisire Die Medioliquidation nahm bei äußerst flüssigem Geldstand einen sehr leichten Verlauf. Der Deport für Staatobahnactien war ganz geschwunden und für Credilactien hatie sich der Depoct bedeutend reducirt. Gegen Schluß trafen sür Staalobahnactien höbere Pariser Course ein, worauf sich deren Cours wieder besserte. In Creditactien sind heute große Comptantverkäufe zu ver⸗ zeichnen. Letztere bewegten sich pr. cpt. zwischen 121% und 121, pr. ultimo 120⅝. Staats bahnactien pr. cpi. zwischen 196¾- 197 ¼, pr. ultimo 196%— 197½, Lom⸗ barden waren geschäftslos. Am Markt für ausländische Fonds fanden starke Umsätze in österr. Renten stait in Folge des Beschlusses des österr. Reichstags die Pariser Weltausstellung zu beschicken. Goldrente ging zu dem besseren Course von 60%1/ um, Silberrente und Papier⸗ rente ebenfalls höber, Ungarische Schatzbons I. Em. 1 0%, II. Em. ½% vöher. O sterreichische Bahnen ziemlich sest, Galizier eiwas besser, Elisabeth matter. Von deutschen Bahnen Hess. Ludwigsbahn behauplet. Banken still und wenig verändert, Oesterreichische Nationalbank stiegen fl. 4. Prioritäten preishaltend, 3% Lombardische anziehend. Von Loosen 1860er höher. Wechsel iheurer, Wien Pf. 70. Geld Cours. Frankfurt am 15. Februar 1877. 20 ⸗Frankenstücke 8[Mk. 16 24—28 Englische Sovereigns 1„ 20 37—42 Russische Imperiales„ 16 75—80 Holländische fl. 10⸗ Stücke„16 65 G. air— 9 60—65 Ducaten al mareod„ 9 6469 Dollars in Gold. 5 4 16 19 Immobiliar-Versteigerung. 485 Dienstag den 20. Februar l. J., Vormittags 11 Ubr, sollen in hiesigem Rathhause die nachgenannten Immobilien des Gastwirth Adolph Engel dahier, in Folge eingelegten Nachgebots, einer nochmaligen, aber letzten Versteigerung ausgesetzt werden. Hierbei wird ausdrücklich bemerkt, daß Nachgebote unter keiner Bedingung mehr angenommen werden. Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. ad. 210 1. 208. 685/10. Hofraithe in der Stadt, Hofraum u Schlachthaus daselbst, 1. 207. 1063/0. Grabgarten daselbst, 14. 150. 219. Acker hinter der Töpfenkaute. Friedberg den 10. Februar 1877. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. o uc a r. Holzversteigerung im Fürstlichen Schutzbezirk Langsdorf, Distrikt Schweinahl und Klasterschlag. 490 Dienstag den 20. d. Mts., Morgens 10 Uhr, sollen im obigen Schutzbezirk 91 Stück Eichen⸗ und Fichten⸗ stammholz— 42.89 Festmeter Inhalt und 30 dergl. 3. 2 Inhalt nebst mehreren Birken un pen, sodann Mittwoch den 21. d. 5 10 Uhr, ebendaselbst 5 f b e 117,5 Raummeter Eichen, Scheitholz, 1825 Raummeter 42 Rauen, aummeter Eichen-, Buchen- u. i öffentlich verkauft e e K Hungen den 12. Februar 1877. Fürstliches Rentamt: Demme. Von Goldleisten und Photo- graphierahmen ist eine neue Sendung in schönster Aus wahl eingetroffen; Das Einrahmen von Bildern u, dergl. wird billigst 0 0 Buchen- und gemischtes Eichen⸗, Buchen- und gemischtes Bekanntmachung. 531 Montag den 19. Februar, Vormittags 10 Uhr, soll das Verebnen der Auswurfserde im Stadtschreiberei— graben auf Ort und Stelle an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 15. Februar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. F o u oa r. Aufahren von Braunkohlen. 530 Montag den 19. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus das Anfahren von 2000 Stück Braunkohlen für das hiesige Hospital an den Wenigstnehmenden vergeben werden. Friedberg den 15. Februar 1877. 5 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Foucar. Heu⸗ Lieferung. 532 Donnerstag den 22. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus die Lieferung von 30—40 Centner Heu für den städtischen Faselstall öffent⸗ lich an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 15. Februar 1877. Großherzogliche Burgermeisterei Friedberg. Fouc ar. g Bekanntmachung 521 Dienstag den 20. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, werden auf dem Wickstädter Pachtgut etwa 50 Ohm Branntwein gegen Baarzahlung öffentlich meistbietend versteigert. Assenheim den 15. Februar 1877. In Auftrag: Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Assenheim. Be st. Faselochs-Versteigerung. 506 Mittwoch den 21. Februar l. J., Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesiger Gemeindestube ein der Gemeinde werden. Ober⸗Eschbach den 14. Februar 1877. Großherzogliche Bürgermelsterei Ober⸗Eschbach. 51 Louis Weis, den Apotheken gegenüber. Himmelreich. gehöriger gut gehaltener Faselochse meistbietend versteigert —* 8 Holz-Versteigerung. 510 Im Licher Stadtwald, Distrikt Rotherbusch, Linden⸗ seif und Kronau, kommt Mittwoch und Donnerstag den 21. und 22. Februar d. J. folgendes Holz zur Versteigerung: J. Bau-, Werk⸗ und Nutzholz. Mittwoch den 21. Februar. 79 Eichen⸗Stämme von 25—49 Centim. Durchmesser Hund 7— 16 Meter Länge, 65 Buchenstämme von 32— 53 Centim. Durchmesser, 14 e von 25— 47 Centim. Durch⸗ messer, 62 Lindenstämme von 20—37 Centim. Durchmesser. Anfang im Rothenbusch Morgens 9 Uhr am Erlesberg. 2. Brennholz. Donnerstag den 22. Februar. 570 Raummeter Buchen-⸗Scheitholz, 115 5„ Prügelholz, 20 9 Eichen und Weich Prügelholz, 360 5 Buchen Stockholz, 40 Eichen und Weich Stockholz, 5050 Buchen-, Eichen- und Weich-Reisholzwellen. Anfang in der Kronau. Zusammenkunft auf dem Hattenröder Vieinalweg, Nieder-Bessinger Schneise Morgens 9 Uhr. Lich den 12. Februar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. n Ben a n n i ma ch u ng. 523 Bei der am 5. Februar l. J. abgehaltenen Holz⸗ versteigerung hat das Stammholz die Genehmigung nicht erhalten und soll dasselbe Dienstag den 20. Februar l. J., Morgens 10 Uhr, nochmals versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Suderwald in der Strudt am Pflanzgarten. Das Brennholz ist genehmigt worden. Die Fahrtage werden noch weiter bestimmt. Nieder⸗Weisel den 15. Februar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Weisel. Reuter. Frische Reps- und Leinhuchen 176 bei Georg Groß. 0 961 lie heimer 9 350 u seitlic empfi lage 1 ae Ob 40 in 14 Nu; Holz⸗Versteigerung. 20 Im N55 Stadtwald, Distrikt Sumpf, werden plgende Holz ortimente oͤffentlich versteigert und zwar: Montag den 19. d. M., von Morgens 9 Uhr ab: 24 Raummeter Eichen Scheitholz, —* Prügel holz, 21.3*„ Stockholz, 5931 Wellen Eichen Reisholz, 3200„ Weich ⸗Laubbolz und 200„ Dornen, sowie Dienstag den 20. d. M., von Morgens 10 Uhr ab: 41 Eichenstämme von 21— 61 Centim. Durchmesser und 3,2— 12 Meter Länge= 37,37 Kubikmeter Inhalt, 250 Weidenstangen. Gegen genügende September d. J. gestattet. Bad⸗Nauheim am 14. Februar 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad⸗Nauheim. Bürgschaft wird Zahlungssrist bis — Schu t. 7 5 Frauenhemden 2 i bester Qualität sind vorräthig. l. Det 1 L. 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Das Haus ist aus Holzfachwerk, mit Plattziegeln gedeckt, erst vor mebreren Jahren neu erbaut worden; dasselbe ist 10,37 Meter lang, 5,72 Meter breit, der Stock im Lichten 2.35 Meter hoch und enthält 3 Stuben, Küche, Kammer, Vorplatz ze. zc. Kauflustige wollen sich wegen der näheren Beding⸗ ungen direkt an mich wenden. Bruchenbrücken den 13. Februar 1877. Philipp Best J. 7 Trauben- Brust- Syrup mit Fenechelhonig in frischer Füllung die Flasche à 1 und 1½ Mark zu haben bei f Frau Hoflief. Windeeker in Friedberg. Ph J Weiss in Nauheim. 1 Ein ordentliches Mädchen wird auf April nach Nauheim in Dienst gesucht. Näheres 55 der Expedition des Anzeigers. 449 ohnung im Wĩ̃ 527 Zu vermiethen per 1. April die mittleren Stock der„Drei Schwerter“. Eine Parthie Dickwurz ist zu verkaufen im Hötel Trapp. 528 . Zu haben dei Carl Binder⸗ nagel in Friedberg. Bauholz I. Qualität, vortheilhaft eingekauft, erlassen wir zu sehr billigen Preisen. 4 ö 5 Betz& Freundlieb. Bad-Nauheim. Horn 8 Baumann empfehlen ihr vollständig assortirtes Möbel- und Tapeten-Lager. Tapeten-Auswahl in 400 Sorten, per Stück von 0,18 Pf. an dis zu den seinsten. Gemalte Rouleaux in jeder Größe, sowie Spiegel und Gardinen- Verzierungen zc. Ausstattungen in Mahagoni-, Nußbaum und lakirten Möbeln mit entsprechenden Polstermöbeln. 2¹⁶ Preise fest und billigst. Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha. Gegründet 1827. Eröffnet am 1. Januar 1829. Stand Ende 1876. Versichert 48804 Personen mitt 308,049,700 Mk. Davon 1876 neu eingetreten 3554 Personen mit 28,810,400„ WW——ůmůui 73,900,000„ Ausbezahlte Sterbefälle seit 1829„101,029,700„ Durchschnitt der Dividende der letzten 10 Jahre. 2905 Prozent. Dividende im Jahre 1877. 5 N a Versicherungsanträge werden durch unterzeichneten Agenten entgegengenommen und vermittelt. G. Trapp II., Justizrath. Dampfsägewerk und Holzhandlung von Otto Abrie in Bad⸗Nauheim, an der Bahnstation(Straße Frankfurt-Gießen). Lager aller Arten geschnittener Werkhölzer in allen Dimensionen, Dielen, Latten, Stollen ꝛc. Werk. und Brennholz zum Schneiden kann zu jeder Zeit angefahren werden; auch übernehme ich das Schneiden von Ziegelbrettern, Pfosten, Stollen ꝛc. bis zu den kleinsten Dimensionen. Ankauf von Werkholzstämmen jeder Art. 438 Großes Lager aller Geschäftsbücher jeder Branche, sowohl Hannövrisches, Gladbacher als auch Offenbacher Fabrikat. 52 den Apotbeken gegenüber. Deut sche Lebens-, Pensions- und Benten-Versicherungs-Gesellschast auf Gegenseitigkeit in Potsdam. Versicherungsbestand ult. Dezember 1876. de eie n(gar. Im Jahte 1876 wurden neue Versicherungen beantragt, 8908 Anträge mit. 21,229,245„ Potsdam den 27. Januar 1877. Die Direction. 8 Zur Entgegennahme von Anträgen, sowie zur Ertheilung von Auskunft sind stets bereit: n Gießen Herr J. B. Singer, In Hungen Herr H. Vetzberger, „Butzbach Herr G. Neidhart,„ Alsfeld Herr J. Kaiser, Greifenhain, „Friedberg Herr J. H. Hofmann,„ Laubach Herr J. Keil, „ Nidda Herr Ferd. Teute,„ Kaichen Herr W. Schaarmann. Kassel im Februar 1877. Die Subdirection: 52² H. Strack. „Germania,“ Lebens⸗Versicherungs-Actien-Gesellschaft Grund ⸗Kapital in Stettin. Angesammelte Reserven Ende 1875„ Seit Eröffnung des Geschäftes bis Ende 1875 bezablte Versicherunge Versichertes Kapital Ende Januar 1877. 7 0 an M. 9,000,000, ff Summen„ 24,134,218, Jahres- Einnabme an Prämien und Zinsen, 7 4 111 3 7828980 Im 2555 Januar c. sind eingegangen 643 Anträge auf. e 5 2,327,150. le mit Gewinnantheil Versicherten treten in den Bezug i ivi e i zug ihrer Dividenden bereits nach zwei Jahren und haben in keinem Falle Nachschußzahlungen zu den bedungenen Prämien zu ken Prospecte und Antrags-Formulare gratis durch die Agenten E. Hirsch in Friedberg, 511 W. Jountz in Butzbach. Vorläufige Anzeige. 519 Sonntag den 4. März Damen⸗Casino. mit Musik. Der Vorstand. Heligiöser Vortrag von L. Nippert, Direktor der Misstons⸗Anstalt zu Frankfurt a. M., Sonntag den 18. d. M., Abends um halb 8 Uhr, im Saale„Zu den drei Schwertern“. Ein⸗ tritt frei für Jedermann. 513 Kuüuͤhnstedt kommt!! 524 Einem hochgeehrten Publikum Friedbergs und Umgegend die ergebenste Anzeige, daß ich von Ostern ab meinen zweiten Cursus in der Tanz⸗ und Anstandslehre eroͤffne und bitte, mir auch diesmal das geschätzte Wohl⸗ wollen nicht zu entziehen. Frühere Schürer von mir, welche gesonnen sind, den neuen Cursus noch einmal mit⸗ zumachen, dürfen blos die Hälfte des sonst üblichen Betrages zahlen. Vorläufige Anmeldungen nimmt Herr Peter Döll entgegen, welcher auch die Liste bis zu meinem Eintreffen in Circulation bringen wird und bitte ich um zahlreiche Unterschriften. Zugleich mache bekannt, daß mir durch hohe Groß⸗ herzogliche Behörden die Coneession ertheilt worden ist, in Friedberg Theater Vorstellungen zu geben und werde mit einer guten Gesellschaft die Direktion des Sommer⸗ Theaters übernehmen. Es wird mein eifreigstes Bestreben sein, auch in dieser Richtung billigen Anforderungen ge⸗ recht zu werden und bitte um zütige Unterstützung meines Unternehmens. Einem geneigten Wohlwollen mich empfehlend Hochachtungsvoll Theodor Kühnstedt, Tanz⸗ und Anstandslehrer und Theaterdirektor. Stühle von den ordinärsten bis zu den feinsten Sorten, darunter solche, welche sich ganz besonders für Wirihschaften eignen, verkauft nach Zeichnung billigst August Frank, Schreinermeister, 13 Bahnhofstraße, Friedberg. Dazar 50 Pf. jedes Stück in den bekannten billigen Gegenständen. Neu ange⸗ kommen: Fichus, Lavaliers, Barben und benähte Moiré⸗ und Kattun⸗Schürzen bei 534 Jos. Hoffmann. Ausverkauft werden mehrere Hundert Kappen unter dem Fabrikpreis. 517 Carl Schmidt, Hutmacher. Mübellager von J. Pfeffer, Hof- Möbelschreiner, in Friedberg nächst dem Bahnhofe. 70 Große Auswahl in allen feineren und gewöhnlichen Sorten Möbeln, z. B.: Seeretäre, Sopha, Causeuses, Chaiselongues, Clavierstühle, Sessel, Commode, Pfeiler-Schränke, Silber- und Glasschränke, Nähtische, Waschtische mit Marmoraufsatz, französische und deutsche Bettladen, Auszugtische, ovale und runde Tische, Spiegel, Kleider und Küchenschränke, gewöhnliche Bettladen und Tische, alle Sorten Stühle, von den feinsten bis zu den gewöhnlichsten, Fenstergalerien in den verschiedensten Breiten, sowie die so sehr beliebten Rohrsessel und Blumentische verschiedenster Art. Ganze Salon⸗Einrichtungen können in kürzester Zeit nach Zeichnungen bestens ausgeführt werden. A BVilligste Preise, reellste Bedienung. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. In vocavit. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler. Gottesdienst in der Stadtkirche Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Baur. Abends 5 Uhr: Herr Candidat Berk. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 7.) 4 Casino in Friedberg. sahtte belreff F —— gette — Geme — 2 — 2