6 * Donnerslag den 8. November. N 131. 1877. Ober hessis * 9 1 4 Die Petitzeile Kreisblatt für den Kreis Friedberg. er Anzeiger. Erscheint jeden wird mit 11 Pfennig berechnet. un. f n. 5 Betreffend: Die Herbst⸗Controlversammlung. a. Butzbach. aus den Ortschaften Bodenrod, Fauerbach v. d Trais⸗Münzenberg. b. Friedberg. Die Herbstcontrol⸗Versammlungen pro 1877 im Kreise Friedberg, I. und III. Compagnie des 2. Bataillons(Friedberg) 1. Großberzoglich Hess. Landwehr Regiments Nr. 115 werden in nachstehender Weise abgehalten: (Auf dem kleinen Exercierplatz.) 1) Am 14. November, Vormittags 8 ½ Uhr. b Hierbei haben zu erscheinen sämmtliche Landwehrleute und Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und die zur Disposition der Ersatz- behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen aus den Ortschaften Butzbach, Gambach, Griedel, Nieder-Weisel, Oppershofen, Ostheim, Rockenberg. 2) Am 14. November, Vormittags 10 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Categorien . H., Hausen mit Oes, Hoch Weisel, Kirch⸗Göns, Maibach, Münster, Münzenberg, Pohl-Göns, (Im Hofe der Klosterkaserne in der Nähe des Bahuhofes.) 1) Am 14. November, Nachmittags 1 ½½ Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Categorien von den Ortschaften Bad⸗Nauheim, Fauerbach b. Fr., Ockstadt, Friedberg, Dorheim. Amtlicher Theil. Bekanntmachung Dienstag, Donnerstag und Samstag. eee eee Friedberg am 11. October 1877. Das Großh. Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien und den Großh. Polizeicommissär zu Wickstadt. 3400 Die nachste bend abgedruckte Bekanntmachung wollen Sie alsbald in ortsüblicher Weise zur öffentlichen Keuninißz bringen. Außerdem find die zum Erscheinen in den bestimmten Terminen verpflichteten Personen thunlichst speciell dazu aufzufordern. Dr. Braden. c. Nieder⸗Wöllstadt. (Auf der Gänsweide in der Nähe des Bahnbofes.) 1) Am 15. November, Vormittags 8 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Categorien von den Ortschaften Holzhausen, Kloppenheim, Nieder-Rosbach, Nieder⸗ Wöllstadt, Ober⸗Wöllstadt, Ober⸗Rosbach, Okarben, Petterweil, Rodheim. 2) Am 15. November, Vormittags 9½ Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Catego— rien von den Ortschaften: Assenbeim, Bönstadt, Bruchenbrücken, Burg- Gräfenrode, Ilbenstadt, Kaichen, Nieder-Florstadt, Ober-Florstadt, Staaden, Stammheim, Wickstadt. d. Vilbel. (Franksurter Chaussee, südliches Ende von Vilbel.) 1) Am 15. November, Nachmittags 1% Uhr.) Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Catego— rien von den Ortschaften Dortelweil, Harheim, Massenheim, Nieder-Erlen⸗ bach, Nieder⸗Eschbach, Vilbel. 2) Am 15. November, Nachmittags 3 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Catego— rien von den Ortschaften Büdesheim, Groß Karben, Heldenbergen, Klein- Es wird noch ausdrücklich bemerkt, daß die Leute pünktlich zu er 0 2) Am 14 November, Nachmittags 3 Uhr. Karben, Ober Erlenbach, Ober Eschbach, Rendel. g Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Catego— 1 wien von den Ortschaften Bauernbeim, Beienheim, Dorn-Assenheim, Langen-[ scheinen und ihre Militärpapiere mitzubringen haben. eit cm bain mit Ziegenberg, Melbach, Nieder-Mörlen, Ober Mörlen, Ossenheim, Friedberg den 10. October 1877. 4 zee. Reichelsheim, Rödgen, Schwalbeim, Södel, Steinfurth, Weckesheim, Wisselsheim, Wölfersheim, Wohnbach. Großherzogliches Landwehr Bezirks-Commando Friedberg. J de ger. n Balke Deutsches Reich. f Friedberg. Die in stetem Wachsen begriffene „eine] Frequenz der beiden Schullehrer-Seminarien hier und in Bensheim, deren Lehrkräfte und Lehrmittel Für eine Schülerzahl von 120, resp. 60 pro 1876 bis 1878 bemessen waren, während die Zahl der Schüler zu Ostern 1877 hier auf 210 und in Bensheim auf 128 stieg, hat die Regierung, ab— 1 gesehen von den eingeleiteten Verhandlungen wegen ber dringend nothwendigen Errichtung eines dritten aguug. ehrerseminars in Rheinhessen, veranlaßt, die zur 8 Abhülfe der in den beiden bestehenden Seminarien „ perrschenden Nothstände erforderlichen Einrichtungen „ Jacob In der Ueberzeugung zu treffen, daß die nachträg⸗ iche ständische Zustimmung zur Uebernahme der Ladurch bedingten finanziellen Lasten auf die Staats- asse zweifellos erfolgen werde. Es handelt sich um die Summe von 6650 Mark für einmalige Ausgaben und um den Betrag von 22,500 M. für dauernde Ausgaben für die Jahre 1877 und 878. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer lält das Vorgehen der Regierung Angesichts der Lorliegenden Sachlage für gerechtfertigt, die ge— sellten Anforderungen für begründet und angemessen und beantragt Bewilligung. Darmstadt. Die Darmst. Ztg. dementirt ie Nachricht, der Landtags Abgeordnete Markin labe sein Mandat niedergelegt. — Der Gerichtsaccessist Seyd aus Friedberg in Friedberg ernannt; dem Kreisarzt in Alsfeld, lex. Schlosser, wurde der Charakter als„Medieinal— 9 71 7 diath“ und dem Professor Dr. Köllner in lich die Einstellung des strafgerichtlichen Verfahrens gegen den Abg. Franz während der Dauer der Session mit. Windthorst(Meppen) fragt an, ob eine Mittheilung der Regierung bezüglich der in der vorigen Session zum Etat gefaßten Resolution eingegangen sei. Finanzminister Camphausen er— wiederte, daß die Stellung der Regierung zu der gedachten Resolution aus dem Etat ersichtlich sei. Der Nachtrags Etat von 1876/77 wird nach einer unerheblichen Debatte in dritter Lesung un— verändert angenommen. wurden alle Forderungen der Regierung bewilligt. Berlin. In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet gerüchtweise es sei eine russische Note vorhanden, betreffend die neue Ordnung in der Türkei. Man versichert, der Zar verzichte auf Eroberungen; der Sultan sowohl, als Kaiser Alexander seien zur Unterhandlungen geneigt; die Diplomatie hält indeß den Zeitpunkt nicht für günstig. Ausland. Oesterreich-Ungarn. In der gestrigen Abend Sitzung des Ausgleichs die Waaren-Durchfuhr wird kein Zoll erhoben. Einem Ausfuhr-Zolle wird nur eine beschränkte Anzahl von Waaren unterworfen. Waaren, welche aus solchen Staaten kommen, in denen Waaren österreichisch ungarischer Provenienz ungünstiger behandelt werden, als Waaren aus anderen Län- dern, unterliegen bei der Einfuhr einem zehn— procentigen Zuschlage zu dem tarismäßigen Zoll und, falls sie nach dem Tarif zollfrei wären, einem Wien, 4. Nov. 100 Kilo angesetzt. specifischen Zoll von 5 pCt. des Handelswerthes. Es folgte die zweite Die Ein⸗ und Durchfuhr der vom Staat mono- Berathung des Etats vom Jahre 1878/79 und polisirten Waaren ist nur gegen Erlaubniß Seitens der Behörde gestattet. Die bisherigen Bestimm- ungen hinvsichtlich der Befreiung vom Einfuhr-Zoll bleiben aufrecht erhalten, ebenso die Bestimmungen betreffend das Appretur-Verfahren. Exportirte, aber als unverkauft über die Landesgrenze zurück- gelangende Waaren können vom Eingangszoll be— sreit werden. Sämmtliche Zollsätze einschließlich der Neben-Gebühren sind, mit Ausnahmen von Beträgen unter 2 Gulden, in Gold zu entrichten. Waagegeld und Siegelgeld werden fortan per Da die Frankreich. Paris, 6. Nov. Ausschusses gab der Handelsminister v. Cblumetzky Combination Pouyer-Quertier bezüglich Bildung bezüglich des Abbruches der Verhandlungen mit Deutschland eine Erklärung ab, welche im Wesent— lichen mit der gemeldeten Ausführung der„Mon— tags Revue“ übereinstimmt. Ferner theilte der burde zum Advokaten und Prokurator bei dem Mivister mit, daß die Verständigung mit Ungarn Hofgerichte der Provinz Oberhessen mit Wohnsitz in allen Punkten erreicht sei. Pest. Dem„Pester Lloyd“ zufolge werden nach den allgemeinen Bestimmungen der einzu- ter Charakter als„Geheimer Kirchenrath“ verlichen. die bisherigen Zoll-Ausschüsse und das gesonderte! Berlin, 6. Nov. Sitzung des Abgeordneten Zollgebiet für Dalmatien aufrechterhalten. Jedef der gemäßigten Partei beschloß einstimmig, der hauses. Der Justizminister theilt dem Hause schrift Waagre soll einem Einfuhr⸗Zolle unterliegen. Für Heirath des Königs die Zustimmung zu ertheilen. eines GeschäftsMinisteriums gestern Abend nicht zum Ziele geführt hat, so wird das Cabinet vom 17. Mai wahrscheinlich vor die Kammern treten um seine Politik und Verwaltung zu vertheidigen. Großbritannien. London. General- Feld- Zeugmeister Campbell erhielt Ordre, den Krupp'schen Schießversuchen bei Bredelar beizu⸗ wohnen.— Contre- Admiral Hay wurde zum Gießen bringenden Gesetz Vorlage betreffend den Zoll- Tarif Commandeur des Canal. Geschwaders ernannt. Spanien. Madrid. Eine Versammlung ————————— 8* 2 rn 5 * 9 ö 1 9 0 —— ———— 3 — —— — Türkei. Constantinopel, 5. November. Der Sultan begibt sich nach Adrianopel behufs Untersuchung der Urtheilssprüche gegen die Bulgaren. — Nach einer Depesche von hier schweben bereits seit einiger Zeit zwischen mehreren Mächten nebst der Pforte einerseits und Rußland anderer- seits Verhandlungen, welche die Neutralisirung der Sulina Mündung noch während des Verlaufes des Krieges bezwecken. — 5. Nov. Seit vier Tagen sind vom bul⸗ garischen Kriegsschauplatze keine Nachrichten ver öffentlicht worden, wodurch viele beunruhigende Gerüchte in Umlauf kamen.— Der Großvezir Edhem Pascha hat dem britischen Botschafter Layard die Zusicherung gegeben, daß die wegen Landesverrath in Philippopel verhafteten Gebrüder Gescheff nach Constantinopel gebracht würden. Erzerum, 2. Nov. Heute fand ein heftiger Angriff der Russen auf die türkischen Positionen statt. Das Gefecht entwickelte sich auf der ganzen vier Stunden langen Linie. Nach einem zehn- stündigen Kampfe wurde das türkische Centrum durchbrochen und gezwungen sich zurückzuziehen. Mukhtar Pascha ist leicht verwundet. Es heißt, im Süden von Erzerum, sechs Stunden von der Stadt, seien Kosaken erschienen. Rußland. Petersburg, 3. November. 3000 bis 4000 Türken mit Gebirgs- Geschützen griffen am 2. Nov. das Sewski'sche Infanterie. Regiment auf der Position Marian über Helena an, wurden aber nach einem Kampfe von drei Stunden zurückgeschlagen.— Am 2. Nov. erreichte eine Escadron des Leibgarde-Dragoner-Regiments, welche über Komarewo vorrückte, Dschuralowo am Ursprunge des Skitflusses, wo sie ein Gefecht mit Ticherkessen hatte. Die Escadron erbeutete 100 Wagen und vieles Vieh. General Tscherewin, mit der kaukasischen Kosaken Brigade das Dorf Poschterna links von der Chaussee nach Sofia besetzend, trat in Verbindung mit der Infanterie des Generals Karzeff, welche Türky Jsvor besetzte. Eine Streifwache des Generals Tscherewin passirte bei Verfolgung der Türken den Engpaß von Jablonitza. — 5. Nov. Die„Presse“ meldet aus Tiflis: eine von Olti vorgerückte russische Colonne hat das Euphrat⸗Thal erreicht und die directe Ver⸗ bindung zwischen Batum und Erzerum unterbrochen. — Amtlich aus Wisinköl: In dem Gefechte bei Hassan-Kaleh wurden ein Pascha und 120 türkische Soldaten gefangen genommen. Am nächsten Tage wurden von den Russen 500 türkische Todte beerdigt. Viele Gewehre und Munition, die von den Türken zurückgelassen waren, wurden erbeutet, Kars ist eng blokirt. Heute hat gegenüber dem südöstlichen Fort die Errichtung von Belagerungs- Batterien begonnen. — 6. Nov. Sechs Bataillone Türken, welche auf der Straßr von Batum nach Erzerum am die Agitationskosten bei den Reichstagswahlen, die Unterhaltung der Familien inhaftirter Agitatoren, Fuße des Daman-Dagh südwestlich von Tortum von einer russischen Colonne angegriffen wurden, mußten den Rückzug nach Batum antreten. Sie ließen viele Waffen und Pferde zurück und ver⸗ loren Gefangene. Die russische Colonne steht in Bar, sechs Meilen nördlich von Erzerum. Amerika. Washington. Die Regierung von Mexico sandte Zamacoma als Spezial-Com- missär zu Verhandlungen mit der diesseitigen Re- gierung hierher. Aus Stadt und Land. Bingen, 3. Nov. Der gestrige Tig scheint fü die hier enmündenden Bahnen ein derhängnißvoller ge— wesen zu sein. Während in der Nähe der Station Tückis⸗ mühle ein Zugfüyrer lodtgefahren und einem Heizer bei diesem Vorfälle ein Finger abgefahren wurde fand gestern Abend unmitelbaß an der Eisenbahn Brücke über die Nahe ein Zusammenstoß einer zum Abholen eines Per— sonen-Zugs bestimmien Locomolzve mit einem Gülerzuge stall, welcher glücklicher Weise nur die Beschädigung der einen Machine und die Zertrümmerung einiger Güter⸗ Wagen zur Folge hatte. Die Bedienungs-Mannuschaft kam, mit Ausnahme einer unerheblichen Kopfoerletzung eines Heizers, mit dem bloßen Schrecken davon. Die ganze verflossene Nacht und heute noch wird durch lele⸗ graphisch herbeigerufene Hülfsmannschaft aus Mainz an der Wegschaffung der Wagen, sowie an dec Wiederher⸗ slellung des Geleises unaufhörlich gearbeitet. Personen— und Güler-Verkeyr erleiden keine Unterbrechung. Ueber den Urheber dieses Unfalls wird wohl die eingeleitele Unteisu hung Näheres zu Tage fördern. Verdienst sei ein so karger, daß fie hungern müßten. Allerlei. 50 Rottweil. Von der biesigen Pulver⸗Fabeik ist die ser Tage wieder ein Pulver Transpoct von 2700 Cir. in zwölf Wagen eines Extra⸗Zugs nach Rußland abgegangen. Es ist dies der dritte größere Transport. Lossagung von der socialistischen Partei. Im Glauchauer Kreise im Königreich Sachsen haben sich eine Anzahl Wähler, die bis dahin eifrige und thätige Sozialisten waren, von dieser Partei öffentlich losgesagt. Einer derselben, ein Wähler aus dem Dorfe Möhlsen St. Niklas, spricht sich über den Grund im Leipziger Tage: blatt dahin aus:„Ich kann bestäligen, daß die Frage, ob es rathsam sei, sich auf dem Boden der Sozialdemokratie fernerhin zu bewegen, unter den Arbeitern unserer Gegend mehr und mehr eröctert wird. Sie ist sogar so weit schon gediehen, daß in der letzten Zeit mehre der sozialistischen Partei fest angehörige Gesinnungsgenossen, worunter auch ich, von derselben sich abgewendet haben. Wir sind darauf gefaßt, daß man uns von Seiten der Sozialisten mit dem Vorwurfe überschütten wird, wir seien von irgend Jemanden erkauft worden. Dieser Vorwurf ist jedoch ein verläumderischer. Ich lege die Gründe unserer Handlungsweise nach- slehend offen dar und hoffe, daß sie dazu beitragen werden, noch manchem anderen Arbeiter die Augen aufgehen zu lassen. Die innerliche und äußerliche Unruhe, welche die sozialistische Partei für ihre Mitglieder herbeiführt, ist eine ganz fürchterliche. Ueberall, wo die Sendboten des Sozialismus ihren Samen ausstreuen, herrscht Tag und Nacht eine fieberhafte Aufregung. Wie kann es auch anders sein? Auf jeder Volksversammlung malen die Sozialistenführer und die Agitatoren die Lage der Arbeiter in den denkbar grellsten Farben und reißen die Zufriedenheit aus deren Herzen. Ist es gerecht, einem Mitmenschen, anstatt ihm in feiner gedrückten Lage Trost zu bringen, ihm dieselbe durch obige Handlungsweise noch zu erschweren? Ein Jeder kennt wohl am besten seine eigene Noth, sein eigenee Glück und es bedarf nicht der Aufklärung durch die sogenannten Volks: redner. Ich habe es vielfach erfahren, daß Personen, welche ganz zufrieden mit ihrer Lage waren, da sie nicht gerade mit Nahrungsnoth zu kämpfen hatten, nach dem Besuche einer Volksversammlung und der Anhörung dieses oder jenes Volksbe⸗ glückers, der ihnen eine bessere Existenz versprach, als Unzufriedene zurückkehrten. Ob der Plan, welchen ihnen der Volksredner vorgeschwatzt hatte, auch wirklich ausführbar sei, danach fragen sie nicht. Man hielt sich lediglich an die gegebenen Versprechungen. Die sozialistische Partei hat für diese süßen Versprechungen ein ganz hübsches Sümmchen aufgebracht und damit die Volksbe⸗ glücker entschädigt. Die Reisekosten für dieselben, das Alles fließt aus den Beuteln armer Arbeiter, welchen doch stets vorgesagt wird, ihr Lohn und Daß in der gegenwärtigen Zeit die Lage der Arbeiter keine beneidenswerthe ist, das weiß wohl ein Jeder. Aber wer den Versprechungen glaubt, daß, wenn die Sozialdemokratie im Reichstage nur erst einmal die Majorität hat und dort ihre Ansichten zur Geltung bringen kann, dann solche schwere Zeiten nicht mehr vorkommen werden, indem das Volk über Krieg und Frieden zu entscheiden hätte und der Kapitalismus abgeschafft würde, der muß sehr kurzfichtig und unverständig sein. Wahrlich, unter einer Partei, die solche Unzufriendenheit stiftet, die Herzen des Volkes aufwühlt und mit falschen Versprechungen erfüllt, die alles Bestehende zertrümmern will, kann sich ein Mann, der halbwegs mit seinem gesunden Verstande prüft, nicht wohl befinden. Freilich, die Sozialistenführer befinden fich bei dieser Unzu⸗ friedenheit des Volkes sehr wohl, denn sie sind im Stande, darauf ihre eigene Zufriedenheit, ihr eigenes Wohlleben zu begründen. Weil ich aber eine genaue Prüfung über das Wesen der Sozial- demokratie und die süßen Versprechungen der sozialistischen Zungenhelden angestellt, bin ich, ein armer Arbeiter, der für sich und seine Familie mühsam den Lebensunterhalt, erwirbt, zu den obigen Schlußfolgerungen gekommen. Ich mag nicht länger ein so unruhiges Leben über mich ergehen lassen und werde mich einer anderen Partei anschließen, bei welcher es mir möglich ist, unbeschadet des Ringens und Strebens nach Ver⸗ besserung der öffentlichen Zustände doch wenigstens wieder ein zufriedener Mensch sein zu können.“ Landwirthschaftliches und Gewerbliches. Holzconservirung. Lostal in Firming bedeckt das Holz' in einem großen Bassin mit ungelöschtem Kalk und 5 begießt denselben nach und nach mit Wasser, bis er gelöscht ist. Je nach der Größe und Slärke der einzelnen Stücke läßt er das Holz so liegen, bis das Kalkwasser genügend eingedrungen ist; für Hölzer, welche beim Bergbau ver⸗ wendet werden sollen, genügt eine Woche. Das so behan- delte Holz wird angeblich sehr hart und widersteht lange der Fäulniß.. Erfolg durch Gypsen des Stallmistes. S. Humerwadel hat seit 8—9 Jahren seinen Stallmist mit Gyps vermischt, wodurch sich die Fruchtbarkeit be⸗ deutend erhöhte. Seine Früchte sind üppiger und voll⸗ kommener seitdem, sein Getreide ist stets das schönste und schwerste der Umgegend, seine Futterfelder geben am meisten aus und seine Hackfrüchte sind schöner. Sein Korn bestockt sich so sehr, daß er es bis dahin gebracht bat, daß der Eclrag das 40 und 50jache des Samens ausmacht. Alle diejenigen, welche diesem Beispiele gefolgt sind, bestätigen auch ihrerseils, daß von da an ihre Kornerträge bedeuten⸗ der und an Qualität besser seien. Ein vergessener Farbestoff für Glacs leder. Nach einer Mittheilung im„Gerber“ liefert die einfache Abkochung der Zwiebelschale auf Glacsleder ein sehr schöues Gelvorange. Angeblich ist diese Farbe von gleichem Feuer durch keinen anderen Farbstoff herzustellen. Als Mischungs⸗ farbe mit den hellen Rindenfarben, besonders mit solcher aus Weiden cinde, liefert sie die zartesten lichten Farbentöne, denen sie einen besonderen Glanz und Feuer verleiht; als gelbes Pigment für alle Stufen in Braun benützt, werden alle diese Schattirungen lebhafter und ausdrucksvolle. Solche Farbe greift auch schwer zu färbende Leder mit Leichtigkeit und deckt gut und gleichmäßig. Gewöbnlicher Buchbinderkleister, welcher be⸗ kannllich meist in wenigen Tagen unbrauchbar wird, kann nach Miliheilungen verschiedener technischer Blätter dadurch wochenlang frisch erhalten werden, daß man demselben ein ge Tropfen mit Wasser verdünnter Salicylsäure zusetzt und ihn mit derselben tüchtig verrührt. Ammoniakwasser der Gasfabriken. Professor Krocker macht im„Schlesischen Landwirth“ darauf auf⸗ merklam, daß das bis jetzt zum großen Theile unbenutzt bleibende Gaswasser einen nicht unerheblichen landwirih⸗ schaftlichen Werth als Düngmittel habe. Das Gaswasser der Leuchtfabriken ist nämlich, je nach Veschaffenheit der verwendeten Steinkohlen, eine mehr oder weniger ver dünnte Auflösung von kohlensaurem Ammoniak, mit sehr geringer Beimengung von Schwefelammonium, unter schweflich-saurem Ammoniak und Theersubstanz. Obwohl nun Ammoniaksalze als alleinige Düngung der Felder niemals dauernd mit Erfolg günstig angewendet werden können, so sind doch die Gaswasser mindestens boher Be⸗ achtung werth. Genauere Versuche sind in England aus; geführt; am lohnendsien zeigte sich die Anwendung auf Grasländereien und für Gelteide, wobei es theils direct, theils nach Sättigung mit Schweselsäure auf den Acker gebracht worden war. Die mitgetheilten Resultate beziehen sich jedoch nur auf die ein malige oder für Getreide selten wiederholte Anwendung. Ohne Zufuhr von Mineralsub⸗ stanzen würden die Erfolge bei forigesetzter Anwendung ab⸗ nehmen. Im Durchschnitte geben 500 Pfund Gaswusser auf den Morgen verwendet bei Hafer von dieser Fläche einen Mehrertrag vou 200 Pfund Körnern und 400 Pfund Stroh. Asphalt ⸗Mosalkplatten. Die Firma Rösler und Achtelstetter(königlich baierische und kaiserlich⸗ königlich österreichisch-ungarische privilegirte Unternehmung ür As! poaltirungen und Steindachpappen Fabrik in Passau) bat im Baierischen Gewerbe-Museum Asphalt- Mosaikplakten ausgestellt, welche, nach einem neuen Verfahren angefertigt, sih als piraktische und zugleich geichmackvolle Fußboden⸗ bekleidung empfehlen. Die ausgestellten Platten sind in zwei verschiedenen Größen(80 Centimeter und 50 Cenli⸗ meter im Quadrat bei 2 Centimeter Oicke) hergestellt und zeigen verschiedenartige, in die Fläche des schwarzen As poaligrundes vermittelst weißer Poczellan- und farbiger Flasplätichen eingelegte Ornamente, welche in gleicher Weise nach jeder gegebenen Zeichnung ausgeführt werden köngen. Ueber die Anfertigung derselben sagt Dr. O. v. Schorn in den„Mittheilungen des Baierischen Gewerbe Museums“ Folgendes: Die Herstellung erfolgt, indem man das auf ein starkes Papier aufgezeichnete Mosaikmustet mit den entsprechenden Porzellan- oder Glasplältchen be⸗ legt, dasselbe mit einem Rande umgibt und die durch Erhitzen flüssig gemachte Asphallmasse aufgießl. Die Platie ist vollendet, sobald man nach dem Erkalten derselben das Papier durch Abwaschen entfernt hat. Um eine größere Bodenfläche zu bedecken, werden die einzelnen Platten an⸗ einander gelegt und die zwischen ihnen enistehenden kleinen Fu sen mit Asphalt ausgegossen, so daß die ganze ges mufterte Fläche wie aus einem Gusse hergestellt erscheink. Wegen det Dauerhaftigkeit der Masse, bauptsächlich gegen Feuchligkeit, erscheinen derartige Fußböden, bei deren Her⸗ stellung, wie oben bemerkt, den veeschiedenartigsten künst⸗ lerischen Anforderungen Rechnung getragen werden kann, F r 8 C denigsent können.“ —— lige. nz d n dadeckt den 15 5 Ab und r 1 für Balkons, Badezimmer, Einfahrten ꝛc. besonders geeignet und sind für diese Zwecke bereits in Nürnderg und Wien mit Erfolg verwender worden. Gewebe aus Brennnesseln. Schon im vorigen Jahrhundert kam man auf die Idee, die Pflinzenfaser der gewöhnlichen Brennnessel zur Hetstellung von Geweben zu verwenden. Die damals angestellten Versuche kamen indeß, in Folge des in dieselbe Zeit fallenden Auftretens der Baumwolle, bald in Vergessenheit. Der Chemiker und Fabrikant Deininger in Berlin hat neuerdings die Idee aufgenommen. Ihm wucde von der Regierung der Pro- vinz Preußen die unentgeliliche Erwerbung der in den fis⸗ kalischen Forsten dieser Bezirke häufig vockommenden Brenn⸗ nesseln und von dem Minister der Landwirihschaft die Benutzung von Maschinen bei Bearbeitung der Nesseln ge— flattet. Deininger nun hat im Laufe der letzten Jahre umfangreiche Versuche gemacht, die auf die Ansertigung von Geweben, von Stricken und Bindfaden und auf Ver— wendung der Abfälle zur Papierfabrikauon gerichtet waren. Proben der aus diesen Versuchen hervorgegangenen Gewebe, Garne, Stticke ꝛc. waren bereils im vorigen Jahre von der Königsberger Provinzial-Gewerbeausstellung von dem Unternehmer ausgestellt. Derselbe hatte gleiche Proben den Ministern des Handels und der Finanzen mit der Bitte übersandt ihm bebufs Errichtung eines Fabrik. Elablissemenis eine Geldbeihilse aus Staafs mitteln zu gewähren. Die Kosten der Anlage sind auf 48,000 Mark veranschlagt. Nachdem die königlich lechnische Deputation in Berlin sich gutachtlich dahin geäußert, daß dem beab— sichtigten Unternehmen eine gewisse Bedeutung für die Industrie, namentlich in dem Fille nicht abgesprochen werden könne, wenn die Verwendbarkeit des Rohmaterials durch eine förmliche Cultur der Pflanze erhöht würde, hat der Handelsminister sich geneigt erklärt, den Versuch der Verwerthung der Nesselfaser im Großen durch Gewährung einer einmaligen Staalsbeihilfe von 15,000 Mark zu unter— stützen, wenn der Provinzialausschuß bereit ist, aus Pro— vinzialmitleln eine Fabrik zu errichten. Friedberg, 7. Nov. Waizen M. 22.60. Korn M. 17.50. Gerste M. 19.—. Hafer M. 14.—18. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Gießen, 6. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfugd M. 1. Eier per Stück 7 Pf., Tauben das Paar 50 Pf., Hühner per Stück 70 Pf., Hahnen per Stück 55 Pf. Enten per Stück 1 M. 50 Pf., Kartoffeln 100 Kilo 6 M. 60 Pf. Frankfurt, 5. Nov. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren: 400 Ochsen, 130 Kühe und Rinder, 160 Kälber und 400 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 70— 74. 2. Qual. M. 66 68. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 60. 2. Qual. M. 50—54. Kälber 1. Qua. M. 65-68. 2. Oual. M. 58-60. Hämmel 1. Qual. M. 60—62, 2 Qual. M. 1 5 Frankfurt, 5. Nov. Fruchtvericht. Mehl Nr. 1 M. 42., Nr. 2 M. 38., Nr. 3 M. 34., Nr. 4 M. 30., Nr. 5 M. 24. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 25., do. II.(Berliner Marke) M. 21. Walzen ab Bahnhof hier M. 23— 24.255, ab unserer Umgegend M. 22— 23.25., fremder je nach Qual. M. 23 25.25. Korn M. 17. bis 18.50. Gerste M. 18—24. Hafer M. 1317. Kohlsamen M. 36—37. Erbsen M. 21—24. Wicken M. 17.—. Linsen M. 21— 30. Rüböl M. 83.—. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll- gewicht= 100 Kilo. D. Frankfurt a. M., 6. Nob. Während sich an den Vortagen noch immer im Böcsenverkehr eine gewisse Bewegung bemerklich machte und die Course hierdurch mehrfachen Schwankungen unterlagen, dominirte heute fast völlige Geschäfislosigkeit und blieben die Coucse nahezu regungslos. Die auswärtigen Böcsen zeigten eine äbuliche Pyhysiognomie und geben die von dort kommenden Jafor— mationen keinerlei Anregung für die Spekulation. Als Vorwand für diese lethargische Haltung wurde haupfsäch⸗ lich die politische Suuauon in Frankreich genannt, die bedenkliche Erwägungen hervorzurufen geeignet erscheint. Handel und Verkehr. Friedberg, 7. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund 90 Pf. bis 1 M. Eier per Stück 9 Pf. Mehr Festigkeit als der internalionale Spekulationsmarkt, documentrten die Nebengebiete; einzelne Werthe derselben zwischen 180% und 180⅛, Staatsbahnactien zwischen 223—222¾ und 223. Lombarden notirten 66/4. Von ausländischen Fonds sind österr. Renten eiwas matter, Papierrenie etwas höher. Ungarische Schatzbons sest. An⸗ lehensloose behauptet. 1860er ½% maler. Oesterr⸗ Bahnen gingen thei weise zu elwas besseren Coursen um. Elisabeth ½ fl., Galizier/ fl. Banken sind wenig ver⸗ ändert. Oesterr. Nationalbank stiegen 4 fl. Oestert. Priori⸗ täten preishaltend. Von Wechseln Amsterdam, Paris und Wien theurer, letzteres 60 Pf. London schwächer. Prival⸗ disconto 4 0%. Verloosung—⸗ Finnländische 10 Thlr.⸗Loose. Gewinnziehung vom 1. November. Auszahlung vom 1. Februar 1878 ab. Haugtgewiune: Serie 53 Nr. 5 20000 Thlr., S. 9918 Nr. 14 2000 Thlr., S. 1736 Nr. 9, S. 2291 Nr. 9. S. 3404 Nr. 18. S. 5028 3, S. 7602 Nr. 18, S. 8092 Nr. 17, S. 10765 Nr. 15 je 400 Thlr. Geld⸗ Cours. Frankfurt am 6. November 1877. 20 Frankenstücke Mk. 16 25 29 Englische Sovereigns„ 20 36—41 Russtsche Imperiales 16 0 Holländische fl. 10-Stücke 5 16 65 Ducaten. 5„ 9 62 67 Ducaten al marco 1 9 65 70 Dollars in Gold 4 17—20 Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des allein ächten Cölnischen Wassers übertragen und empfehlen wir dasselbe per Glas zu M. 1.50, „ ½ʒ Dutzend 8. „ Dutzend e e erfreuten sich kleiner Aufbesserungen. Creditactien bewegten Die Exped. d. Anz. Immobiliar⸗Versteigerung. 3384 Freitag den 9. November l. J., Vormittags 10 Uhr, werden in hiesigem Rathhaus die nachnerzeich⸗ neten Immobilien der Heinrich Waas II. Erben erbvertheilungshalber öffentlich meistbietend versteigert werden: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 1. 113. 79. Grabgarten am alten Haingraben, 2. 34. 38. an der Fauerbacher Straße, 8. 5 Liebfrauengarten, 11. 157. 281. Acker im Lachenfeld, 12. 119. 335.„ der Viehtrieb, 1183 115.„ im Straßheimer Grund. Gemarkung Fauerbach b. Fr. Flur. Nr. Meter. 5. 97. 900. Acker an der Wüstung. Gemarkung Ockstadt. Flur. Nr. Klftr. 7. 74. 413. Acker auf dem Bock. Friedberg den 31. October 1877. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fo ue a r. Versteigerung eines Carrousels, nebst Drehorgel, Wagen ꝛc. ꝛc. 3390 In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Vilbel werden nachbenannte Gegenstände, als: ein noch gut er⸗ haltenes Carrousel nebst Drehorgel, ein bedeckter Trans⸗ portwagen, sowie sonstige Mobiliargegenstände im Termin Donnerstag den 15. November l. 1 Nachmittags 4 Ubr, 0 im neuen Schulhause dahier öffentlich meistbietend en Baarzahlung versteigert. 926 pe den 2. November 1877. i i Großherzogliches Ortsgericht Vilbel. Wir e Aufforderung. achlaß der ledigen Katharina Oeffentlich 3408 Ansprüche an 17000 ruck aus Wölf, Krei ienst i Wicstabt, beer 14 Tagen durch Einreichung specifieirter Rechnungen bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden, als sonst der Nachlaß den im Ausland lebenden Erben ausgeliesert werden würde. Friedberg den 2. November 1877. f Großherzogliches Landgericht Friedberg. Pistor, Langermann, Lanbrichter. Landgerichts⸗Assessor. 2861 Eine große Parthie fuisch geleerte Mohnölfaß, vorzüglich zum Krauteinmachen geeignet, bei 6 g Georg Groß. Hünfeld, zuletzt eee Mobiliar⸗Verstei Mobiliar⸗Versteigerung. Dienstag den 13. November l. J., Vormittags 9 Uhr, soll der Nachlaß der verstorbenen Johann Peter Mörschels Eheleute von Ilbenstadt öffentlich meist— bietend versteigert werden: 3 Zugpferde, 5 Kühe, 3 Rinder, 1 Mutterschwein, 1 desgl. mit 7 Ferkeln, 6 Springer, 2 Oeconomie— wagen, 3 verschiedene Pflüge, 1 Egge, mehrere Centner Heu, Stroh, eine Parthie Spreu und sonstige Oeconomie- und Küchengeräthe. Mittwoch den 14. November 1. J., Vormittags 9 Uhr, kommen zur Versteigerung: 2 Kleiderschränke, 1 Glas— schrank, 1 Commod, mehrere Bettladen, mehrere Tische, Bänke und Stühle, 33 Betttücher, 34 Tischtücher, 18 Ser—⸗ vietten, 2 Tafeltücher, 54 Handtücher, mehrere Betten, 2 Ueberdecken, mehrere Herren- und Frauenkleider und dergleichen Hemden, Porzellan und sonstige Gegenstände. Ilbenstadt den 6. November 1877. ö Oroßherzogliches Ortsgericht Ilbenstadt. ö 3. w i en r. Bekanntmachung. Die am 29. October d. J. im Revier„Wickstadt“ abgehaltene Holzversteigerung ist genehmigt und der erste Fahrtag auf Dienstag den 13. November J. J. festgesetzt. Wickstadt den 3. November 1877. Gräfliche Oberförsterei Assenheim. 1 Dienstag den 13. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, will die Ehefrau des Oeconomen Jacob Becker dahier in ihrer Behausung, Luisenstraße Nr. 34, 5 Wagenpferde, 10 diverse Chaisen, 2 Jagdwagen, 2 Möbelwagen, 7 Oeconomiewagen, 1 Maschine zur geruchlosen Eat⸗ leerung von Abtrittsgruben mit 3 Wagen, Fässern, Karren, Schleuchen und sonstigem Zubehör, 3 Schlitten, ein- und zweispännige Pferdegeschirre, Pflüge, Eggen und sonstiges Ackergeschirr, 1 Schroimühle, 1 Häckselmaschine u. s. w. u. s. w., Alles in bestem Zustande gegen gleich baare Zahlung öffentlich meistbietend versteigern lassen. Homburg v. d. H. den 6. November 1877. Bürgermeister-Amt: A. Schleußner. Kies-Lieferung. 3420 Freitag den 9. d. Mts., Nachmittags 4 Uhr, soll in der Wohnung des Herrn Bürgermeisters Zerb zu Dorheim die Lieferung von 25 Kubikmeter grobem Kies in Accord gegeben werden. Bad⸗Nauheim den 5. November 1877. Brückel, Bezirks-Bauaufseher. Wunderfedern, welche man, um zu schreiben, nur in Wasser zu tauchen braucht und mit welchen man sofort in verschiedenen Farben schreiben und zeichnen kann, bei Carl Bindernagel in Friedberg. 3417 Moiré⸗, leinene und Alpaka-Schürzen, Ledertaschen für Damen, Portemonnaies, Fücher, Kragen- und K. Friedrich. Zu verkaufen. 3389 Der Unterzeichnete beabsichtigt eirea 6 Pferde, darunter 2 starke Zugpferde, 4 Landauer-Wagen und 2 Kaleschen, sowie mehrere weiß- und gelbplattirte Pferdegeschirre aus freier Hand zu verkaufen. Lust⸗ tragende wollen sich deßhalb an Unterzeichneten wenden. Homburg ev. d. H. den 1. November 1877. A. Ruppel, „Zur Krone“. Feinster medieinischer Dorsch-Leberthran, fast geruch- und geschmacklos, in Flaschen mit ge- stempeltem Metallverschluss 503 Manschettenknöpfe billigst bei ¼ Oxriginalflasche Mark 0.60, —Æ*2„„ 1.00, 171 1.70, a Mark 1.— zu in Friedberg, 2020 7 N Derselbe eisenhaltig pro Flacon haben bei Frau Hofl. Windecker Ph. J. Weiss in Bad- Nauheim. Kalender pro 1878. Spinnstube M. 1. 30 Pf. Familienkalender„— 50, Deutscher Reichsbote„— 40„ Lahrer hinkende Bote 30 do. mit Kaiserprämie„— 40„ Einsiedler-Kalender„— 40„ Landkalender— 20„ —— diurchschossen„— 25„ Daheimkalender„ 10 Zu haben bei Carl Bindernagel. Handkäse in schöner, halbreifer Oualltät sind wieder ange⸗ Friedr. Hilbrecht Wittwe. Socken und Strümpfe, sowie Strumpflängen für Erwachsene und Kinder billigst bet 3182 kommen bei 639 K. Friedrich. — 8 Abend⸗ Unterhaltung mit Tableaux bei decorirtem Saal zum Besten des Gustav⸗ Adolf Vereins Sonntag den 11. November. Das Programm besagt das Nähere. Vorschuß-& Ctedit-Verein Zu Xeichelsheim (eingetragene Genossenschaft). An die Bezahlung der rückständigen Monatsgelder pro 1877 wird hiermit erinnert und wird hierzu noch bemerkt, daß auch diejenigen Mitglieder zur Entrichtung verpflichtet sind, welche schon ein Stammantbeil von 50 fl.— 85 Mark 71 Pf. hatten; indem die Stammantheile von 85 Mark 71 Pf. auf 100 Mark erhöht worden sind. Es kann run dieser feblende Betrag entweder durch Monatsbeiträge oder auch im Ganzen 3411 gedeckt werden. Der Vorstand: 34¹⁰ Steten. Schmid. 3236 Wegzugshalber findet großer Ausverkauf W. Eigner, vorm. Schwarz. Zur Winter-Sais on 1877 empfehlen wir unser reichassortirtes Lager in Buckskins und Paletotstoffen, fertiger Anzüge, Paletots, Jaquettes, Joppen und Beinkleider, Knaben Anzüge und ⸗Paletots zu äußersten Preisen. Bestellungen nach Maaß werden unter der Leitung 8 lüchtigen Zuschneiders elegant und billigst ausgeführt. A. Spier& Söhne, 3394 Kaiserstraße, gegenüber dem Hötel Trapp. statt bei Ir Karl Köhler's Verlag in Darmstadt ist erschienen und in der Buchhandlung von Carl Bindernagel in Friedberg zu— Supp, d emüs' und KAeisch. Ein Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen oder leichtverständliche Anweisung alle Arten von Speisen und Backwerk billig und gut zuzubereiten.— Nebst einem Anhang vom Einmachen der Früchte.— 19. unveränderte Auflage mit einem Stahl- stich. 80. Fein geb. in englische Leinwand 2 Mark. — Der Verkauf von 100,000 Exemplaren in kurzer Zeit ist wohl der beste Beweis seiner anerkannten Brauchbarkeit. Jampflägewerk und Holzhandlung von Otto Abrie in Bad⸗Nauheim, an der Bahnstation(Straße Frankfurt⸗Gießen). Lager aller Arten geschnittener Werkhölzer in allen a ee Dielen, Latten, Stollen ꝛc. Werk- und Brennholz zum Schneiden kann zu jeder Zeit angefahren werden; auch übernehme ich das Schneiden von Ziegelbkeitern, Pfosten, Stollen ꝛc. bis zu den kleinsten Dimensionen. * Inkauf von Werkholzstämmen jeder Art. Bei Carl Bindernagel Ne uster Caschen 4 ahtplan 2 0 1 7 1 2 ienst. —— 2 — 438 in Friedberg ist vorräthig: 8 g is 92 Nach Vorschrift des Universitäts- Professors Dr. Harless, Geheim. Hofrath in Bonn, gefertigte Stollwerck sche Brusthonbons. seit 40 Jahren bewährt, vorräthig in versiegelten Paketen à 50 Pf. in Friedberg bei Hof- Apo- theker C. Görtz, Wilh. Bernbeck und Wilhelm Fertseh; in Gambach bei Car! Löffler; in Reichelsheim bei Apotheker Chr. Langhe inz; in Rockenberg bei Apotheker F. Sa mes 3409 N Winter- 5 155 19 — für die Mittel⸗Rhein gegend, Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein-Preußen Preis 20 Pf. wolle 115 rer Halstücher 2961 äußerst billig bei KN alle Sorten, von den feinsten bis zu den ordinärsten, stets vorräthig zu den billigsten Preisen. 1468 Aug. Frank in Friedberg. r 4 in verschiedenen Größen, für Herren und Damen, Friedrich neben der Post. Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Anz. 3406 Ein Zapfiunge wird gesucht von 3418 Windecker. Turnverein. 3407 Sonntag den 11. November, Nachmittags 3½ Uhr, findet in der Turnhalle das Abturnen des Vereins statt. Abends 7 Uhr Preisvertheilung und gesellige Vereinigung in dem Steinhäußer'schen Gartensaal unter Mitwirkung der Kapelle„Eintracht“, der Gesangsabtheilung des Turnvereins und verschiedener Mitglieder. Die Mitglieder und Freunde des Vereins sind höf⸗ lichst eingeladen. Der Vorstand. Landwirthschaftliches Wander⸗Casino. Sonntag den 11. d. M., Nachmittags 3 Uhr, findet eine Versammlung auf dem Selzerbrunnen bei Groß⸗ Karben statt. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Kreis Veterinärarzt Dr. Gebb: Mittheilungen über den Befund des Bullenwesens im Kreis Friedberg. 2) Vortrag des Herrn Seminarlehrer Wahl: Ueber Consumvereine und deren Verhältniß zur Land⸗ wirthschaft. Alle Vereinsmitglieder, sowie Freunde der Landwirth⸗ schaft sind freundlichst eingeladen. 5 Friedberg am 7. November 1877. Für den Vorsitzenden: Dr. Uloth, 3414 Stell-⸗ Vertreter. Wirthschafts-Eröffnung. 3415 Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich von Sonntag den 11. November an eine Wirth⸗ schaft, sowie eine Specereihandlung eröffne. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, nur gute Waare, sowie Getränke zu liefern, Ober-Ros bach. J. G. Loh. 3301 Jeden Freitag frisch gewässerten Labberdan bei Wilhelm Fertsch. Winterschuhe X Stiefel 3135 in großer Auswahl wieder vorräthig, ebenso französische Holzschuhe mit Leder und warm gefüttert empfiehlt bllligst Heinrich Diehl, Usagasse. „Ein tüchtiger Bäckerbursche ann sofort en wee „ rig: Aufforderung. Alle Diejenigen, welche noch Forderungen an den unter Curatel gestellten Landwirth Heinrich Diehl V. von Hoch⸗ 8 zu machen haben, werden hiermit ersucht, 0 bis spätestens den 12. November er. bei dem unterzeichneten Curator einzureichen, indem später eingehende Forderungen nicht mehr berücksichtigt werden können. Hoch-Weisel den 6. November 1877. Johs. Diehl XVIII., Curator. ö ö 0 3416 Ein möblirtes Zimmer 3405 hat zu vermiethen. Frau Fillmar, Wittwe. 0 ö Istaelitischer Gottesdienst in Kricdberg. Beginn: Freitag Abends 4½ Uhr. Samstag Morgens 8½ Uhr. Carl Bindernagel. von Carl Bindernagel. Verantw. Red.: Druck und Verlag