er 11 ibliothek * 2 Uhr, . Raum uin von AUggegzeben Mis Verrmann. bt. a den Zwinger 1 Hundt, sowie nen zer 1 1 1877. Vonnerstag den 7. Juni. N 65. Oberhessischer Anzeiger. b Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Artis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Wien den Voranschlag des allgemeinen evangelischen Kirchenfonds für 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die evangelischen Kirchenvorstände des Kreises. Nachstehend theilen wir Ihnen in Abdruck Auszug über die repartirten Gelder für 1877 unter dem Auftrage mit, sofort die einzelnen Beträge zur directen Zablung an den Rechner des evangelischen Centralkirchenfonds F. Lauteschläger in Darmstadt anzuweisen und dafür zu sorgen, daß baldige Abführung erfolgt. Auszug aus der Zusammenstellung der auf die evangelischen Kirchen- und Stiftungsfonds für das Büdesheim 188 M. 97 Pf. 628 M. 24 Pf. Griedel 3 M. 31 Pf. Groß⸗Karven 63 M. 79 Pf. Klein-Karben[ Rendel 348 M. 49 Pf. 4 M. 88 Pf. Langenhain 28 M. 37 Pf. Melbach 3 M. 36 Pf. Münzenberg Sta en 189 M. 87 Pf. 4 M. 94 Pf. Bad⸗Nauheim 5 M. 59 Pf. Nieder, Erlenbach 147 M. 88 Pf. Nieder-] Weckesheim 11 M. 49 Pf. g Butzbach, Kugelhausfonds, 1975 M. 27 Pf. Fauerbach v. d. H. 21 M. 96 Pf. Florstadt 745 M. 57 Pf. Beiträge für kirchliche und geistliche Zwecke. Eschbach 52 M. 67 Pf. Friedberg, pia corpora, Nieder⸗Weisel 28 M. Ober⸗Rosbach 51 M. 50 Pf. Trais-Münzenberg 23 M. 13 Pf. Friedberg am 4. Juni 1877. Dr. Braden. Jahr 1877 ausgeschlagenen 11 Pf. Ober⸗Eschbach 30 M. 96 Pf. 54 Pf. Neichelsheim 176 M. 81 Pf. Pf. Schwalheim 242 M. 80 Pf. Vilbel 3 M. 31 Pf. 11 M. M. 4 Ostheim Rodheim 5 Wohnbach 134 M. 31 Pf. Deutsches Reich. Darmstadt, 5. Juni. niederschmetternde Trauerkunde durchfliegt unsere Residenz: Se. Königliche Hoheit der Großherzog soll heute Nacht in Seebeim so bedenklich erkrankt sein, daß das Schlimmste zu befürchten stehe. Der Minister des Großh. Hauses, Frhr. v. Starck, die„Erml. und Cabinetsdirector Winter sind beute früb so⸗ fort nach Seeheim beordert worden, woselbst die Mitglieder des Großh. Hauses versammelt sind. In dem vom Leibarzte ausgegebenen Bulletin beißt es: daß nach leichtem Unwohlsein gestern eine wesentliche Verschlimmerung und ein hoher Grad von Schwäche eingetreten sei. Darmstadt. Das Großherzogliche Regiet- ungsblatt Nr. 26 enthält: i I. Bekanntmachung, den Erlaß eines neuen Schulden— tilgungs⸗Statuts für das Fürstlich Leiningische Haus betr. II. Concurrenz⸗Eröffnungen. Erledigt sind: die 2. Schulstelle zu Stadecken, Gehalt 771 M. 43 Pf.; eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bingen, Gehalt 1114 M. 28 Pf., der sich bis auf 2057 M. 15 Pf. steigert. — Das Gr. Regierungsblatt Nr. 27 enthält: I. Bekanntmachung über die Niederschlagung der Hälfte der Umlagen der Gemeinde Airlenbach für 1876. II. und III. Uebersicht der für 1877 genehmigten Umlagen in den Gemeinden des Kreises Heppenheim und in den istaelitischen Religionsgemeinden des Kreises Alzey. IV. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines sremden Ordens. V. Namens veränderungen. VI. Ertheilung von Erfindungspatenten. VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 25. April dem Schullehrer Gremm zu Haarhausen die Schulstelle zu Melbach, am 1. Mai dem Schullehrer Combecher zu Hatterode die 1. Schulstelle zu Groß⸗Felda, am 2. Mai der Schulamtsaspirantin Wörner aus Fürth und der Schulamisaspirantin Leonhard aus Darmstadt Lehrerinnen⸗ stellen zu Darmstadt, am 3. Mai dem Schullehrer Hitzel zu Münster eine Lehrerstelle zu Bingen zu übertragen. VIII. Nußhestandsversetzungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 11. April den Lehrer Ebner zu Horchheim auf Nachsuchen, am 28. April den Lehrer Andel zu Wöllstein auf Nach⸗ suchen, am 3. Mai den Lehrer Hinneschiedt zu Heßloch auf Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. IX. Concurrenz⸗Eu öffnung. Erledigt ist: die 2. Schul⸗ stelle zu Münster im Kreise Dieburg, Gehalt 771 M. 43 Pf. Dem Fürsten zu Isenburg⸗Birstein steyr das Piräsentationsrecht zu. X. Sterbefälle. Geslorben sind: am 30. Jan. der Lehrer Roßmann zu Darmstadt; am 10. April der Lehrer Rausch zu Reichelsheim i. d. W.; am 11. April der Pfarrer Eser zu Mainz; am 13. April der Bezirksstras⸗ gerichtsdirtctor Wirth zu Darmstadt; an dems. Tage der Pfandmeister Babel zu Langen.. 1 55 Berlin. Die„Kreuzzeitung“ erwäbnt ein in diplomatischen Kreisen circulirendes Gerücht, wo- nach angeblich ein Besuch des britischen Botschafters Lord Russell bei dem Fürsten Bismarck zu Kissingen in naher Aussicht stünde. Zuverlässiges darüber sei der, Zeitung bisher nicht bekannt geworden. Eine schwere und — 5. Juni. Der Kaiser ist mit dem Kron- prinzen und dem Prinzen Albrecht heute zur Jubel feier des Königs-Grenadier-Regiments nach Liegnitz abgereist. Die Reise nach Ems ist nunmehr definitiv auf den 14. d. M. festgesetzt. Königsberg. Bischof Krementz hat, wie Zig.“ berichtet, am 24. Mai die Rückreise von Rom angetreten. Das Gerücht, daß er nicht mehr in seine Dibcese zurückkehren, sondern seinen bleibenden Aufenthalt in Rom nehmen werde, bestätigt sich also nicht. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest, 5. Juni. Die Garnison von Orsowa ist durch Honveds verstärkt worden. Prag, 4. Juni. Die Alt- und Jung ⸗Tschechen errichteten heute Nacht Scheiterhaufen am Ziska⸗ Berge, verbrannten das Bildniß des Papstes und dessen anti-russische Allocution unter dem Absingen von National- Liedern. Es wurden bei dieser Gelegenheit mehrere tschechische Studenten verhaftet. Frankreich. Paris. Der Ministerprä⸗ sident Herzog von Broglie wird beim Zusammen⸗ treten der Kammern am 16. Juni die sofortige Berathung des Budgets beantragen. Für den Fall, daß diese abgelehnt würde, wird das Ministerium dem Vernehmen nach vom Senat die Beschluß⸗ fassung bezüglich Auflösung der Deputirtenkammer fordern. — Decazes stattete dem russischen Botschafter Fürsten Orloff einen Besuch ab, um sein Bedauern über die Angriffe auszudrücken, welche die gou- vernementalen Journale wegen seines angeblichen Zusammentreffens mit Gambetta bei Thiers gegen ihn richteten. Belgien. Brüssel, 5. Juni. In der Repräsentantenkammer erklärte heute der Minister des Auswärtigen auf die Interpellation Frere- Orban's, der päpstliche Nuntius habe niemals die Sprache geführt, welche die klerikalen Blätter ihm zugeschrieben. Seine Worte hätten weder den Sinn, noch die Absicht gehabt, zu den Waffen aufzurufen. Lüttich, 5. Juni. Der König empfing unter Andern Deputirte und den Provinzialrath. Er betonte dabei wiederholt die schwierige Lage Belgiens. Die früheren Garantien des europäischen Gleich— gewichts seien weggefallen. Belgien müsse selbst seine Unabhängigkeit und seine Nationalität sichern und sei die Regierung daher genöthigt, neue Credite zu Vertheidigungszwecken zu verlangen. Holland. Haag, 3. Juni. Die Königin ist heute Vormittag gestorben; sämmtliche Familien- Mitglieder waren hier versammelt. Großbritannien. London. Ein der Admiralität zugegangenes Telegramm von dem Befehlshaber der englischen Flottenabtheilung in den peruanischen Gewässern aus Jquique vom 1. Juni meldet: Das Thurmschiff der peruanischen Aufständischen„Huascar“ hat Piraterie gegen englische Unterthanen begangen. Die englischen Kriegeschiffe„Schab“ und„Amethyst“ haben in Folge dessen den„Huaecar“ angegriffen, welcher zwar bei der hereinbrechenden Dunkelheit entkam, jedoch stark beschädigt wurde. ATðtalien. Rom, 3. Juni. Der König empfing beute aus Anlaß der Feier des 30 jährigen Bestehens der Verfassung die Großwürdenträger und erklärte gelegentlich seiner Danksagung für die überreichte Adresse, daß er zur Vertheidigung der Freiheit und Größe Italiens stets bereit sein werde.— Der Papst empfing behufs Entgegennahme der Glückwünsche zu seinem Bischofs⸗ Jubiläum viele, zumeist italienische, Pilger und sodann in besonderer Audienz den außerordentlichen Abge- sandten des Kaisers von Oesterreich Grafen Larisch. — 4. Juni. Gestern Abend bewegten sich aufgeregte Volkshaufen gegen das Quirinal, zogen sich indeß auf das Einschreiten der Sicherheits- Wache unter dem Rufe:„Es lebe der König! Es lebe die Verfassung!“ zurück und begaben sich vor das Ministerium des Innern unter Hochrufen auf den König und Nicotera. Auch von hier wurden sie von der Polizei fortgewiesen. Türkei. Constantinopel, 2. Juai. Der ehemalige Großvezir Mehemed Ruschdi Pascha hat, zum Sultan berusen, diesem die Wieder⸗Einsetzung Midhat Pascha's als einziges Auskunstsmittel in der gegenwärtigen Lage anempfohlen. — 3. Juni.(Amtlich). Die Meldung don der Wiedereinnahme Ardahan's durch die Türken beruht auf einem Irrthum.— In Folge einer Bewegung der Montenegriner, welche Zlaslop, Piva und Touzra angegriffen haben, marschirt Suleiman Pascha auf Gacko. — Aus Syra meldet man: Unter den türkischen Beamten herrsche große Entmuthigung; man sehe ein, daß die Türkei nicht im Stande sei, Rußland zu widerstehen. Die Hoffnung, daß die Einnahme von Suchum⸗Kale zur Insurgirung des Kaukasus führen könne, sei aufgegeben, da die Tscherkessen von allzugroßer Furcht vor den Russen erfüllt seien und die Waffen wieder niederlegten. Die Türkei befinde sich in einem Zustand materieller Ohnmacht; eine Verlängerung des Widerstandes sei ohne Alliirte äußerst schwierig. Die moralische Schwäche der Türkei zeige sich in dem Mangel an guten Truppenführern, in der Langsamkeit der Kriegs⸗Operationen und dem Zwiespalt im Innern. An der Spitze der Kriegs ⸗Partei stünden Redif und Mahmud Pascha; an der Spitze der Partei, die nach den ersten entscheidenden Schlägen ver⸗ mitteln wolle, Edhem und Sapfet Pascha. Der britische Bolschafter Layard habe sich von der Zeit seiner Ankunft an bemüht, den Einfluß Redif's und Mahmud's zu beseitigen, und formell deren Entfernung angerathen. Auch die Softas seien gegen Redif. — 4. Juni. Die Türken haben sich bei dem Erscheinen der russischen Avant-Garde vor Olti zurückgezogen. Kars ist gut verproviantirt; gleich- wohl ist die Garnison auf halbe Rationen gesetzt. Die Festung ist vollständig eingeschlossen, die tele⸗ graphische Verbindung seit zwei Tagen unterbrochen. Ein Detachement des russischen Centrums steht bei Soughani. Die Stellung Mukhtar's bei Zivin ist unhaltbar, da die Russen ihm durch forcirte Märsche über Gentschiwan und Milidagh in den Rücken kommen können. Die Valis von Diabekir und Siva lassen sich die Beischaffung von Proviant angelegen sein. Zur Verstärkung Mukhtar Pascha's wird ein Corps von Wan erwartet. — 4. Juni. Nach Depeschen aus Erzerum soll sich das Hauptquartier Mukhtar Pascha's in Koepukoei befinden. Die Russen ständen bei Olti. Kars leiste den Russen noch kräftigen Widerstand. Neue für die letzteren ungünstigen Gefechte hätten bei Suchum Kale stattgefunden. Vom Kriegs- schauplatz an der Donau wird gemeldet: Die Rumänier mußten in Folge der gestern zwischen Widdin und Kalafat stattgehabten Kanonade die Befestigungsarbeiten aufgeben. Gegen die Mon- tenegriner habe ein energischer Angriff stattgefun⸗ den. Die Donau Schifffahrt ist von der Mün— dung des Timok bis zur österreichischen Grenze wieder freigegeben. Erzerum, 4. Juni. Von den Jenikey Höhen bei Erzerum aus sind russische Recognoscirungs-Ab- theilungen gesehen worden. Die durch den Marsch einer Abtheilung des russischen Centrums bedrohten Türken, welche in Karakilissa, Toprak-⸗Kaleh und Delibaba postirt waren, haben sich zurückgezogen. Montenegro. Cettinje, 5. Juni. Der Fürst führte am 3. Juni ein Truppencorps aus Bielopawlice nach der Herzegowina, um sich mit dem Corps zu vereinigen, welches unter der Führung von Dakovits die Duga⸗Pässe besetzt hält. Die bei Veljebrdo stehenden Türken ver- suchten vergeblich durch Vorwärtsbewegung gegen die Höhen von Rasinje die Vereinigung zu ver⸗ eiteln und wurden zurückgeworfen. In Albanien rücken die Türken gegen Spuz vor. Seit heute früh sind die Montenegriner mit den Türken im Kampf. Die Türken sind bis Kükosenjak zurück⸗ gedrängt und verloren 500 Mann. Der Verlust der Montenegriner ist noch nicht festgestellt. Serbien. Belgrad. Die serbische Re- gierung hat gegen die Besetzung der Drina⸗Insel Bujukliche durch die Türken protestirt und fordert unter Androbung von Gewalt die Räumung der Insel. In einem an die Großmächte gerichteten darauf bezüglichen Rundschreiben wird von der serbischen Regierung hervorgehoben, eine allfällige Wiederholung solcher Uebergriffe gefährde ihre Neutralität. Rumänien. Giurgewo, 5. Juni. Gestern ist bei Baneasa auf der Eisenbahnlinie Bukarest-Giurgewo ein russischer Militärgüterzug entgleist, jedoch ohne daß weitere Unfälle zu be⸗ klagen wären; der Eisenbahn Verkehr war in Felge davon zwei Stunden unterbrochen.— Gestern fand bei Bekat ein Artilleriekampf zwischen den Rumänen und einem türkischen Monitor statt, welcher von einer Batterie unterstützt war; letztere wurde zum Schweigen gebracht und der Monitor zum Rückzug gezwungen.— Gestern Abend er— öffneten fünf türkische Batterien auf den Rust⸗ schuker Werken ihr Feuer auf Giurgewo. Das selbe wurde bis 7 Uhr unterhalten, war aber ohne Wirkung. Die rumänischen Bahnen sind sämmtlich wieder betriebefähig. Griechenland. Athen, 4. Juni. Die Deputirtenkammer hat eine Resolution angenommen, betreffend die Bildung eines Fusions-Cabinets. zugleich über die von ihm geführten Unterhand⸗ lungen mit den Parteiführern. Gelegentlich einer gestern veranstalteten Demonstration versprach Kumunduros, daß den Bürgern Waffen⸗Uebungen gestattet werden sollten. — 4. Juni. In einer Zusammenkunft des zeitigen Minister- Präsidenten Kumunduros mit Deligeorgis, Trikupis und Zaimis ist im Wesent⸗ lichen eine Verständigung erzielt worden, so daß die Mitwirkung der genannten Parteiführer bei der Bildung des Cabinets beinahe als gewiß anzu⸗ sehen ist. Rußland. Petersburg. Oberst Komaroff, der Commandant von Ardahan, hat am 30. Mai eine Recognoscirung über Penekgerd und Olti hinaus unternommen. Die fürkische Cavalerie unter Mussa Pascha wurde von der russischen Reiterei bei Bechmachef geschlagen und zerstreut; hierbei wurden 2 Gebirgs- Geschütze, 4 Pulver- Wagen und zwei türkische Standarten erbeutet. Der Verlust der Russen betrug: 1 Offizier, 6 Mann todt, 130 Mann verwundet, 51 Pferde todt. Die Türken ließen 83 Todte zurück. Eine Privat- Depesche aus Erzerum bringt noch solgende Details über das Gefecht: Es wurden die 4000 Tscherkessen Nachts überfallen und fast gänzlich aufgerieben. Nur 200 wären entkommen. Mussa wird ver— mißt. Mukhtar Pascha büßte durch diese Kata- strophe fast seine ganze Cavalerie ein. — 3. Juni. Der Kaiser, der Großfürst- Thronfolger und Großfürst Sergei haben gestern Abend von Zarskoe⸗Selo aus ihre Reise zur Donau-Armee angetreten. — Amtliche Telegramme von der Kaukasus— Armee: General Krawtschenko hatte am 28. Mai ein heißes Gefecht gegen 3000 Türken bei dem Uebergang über die Bogada-Brücke, ebenso am 29. Mai ein Scharmützel, nach welchem seine Colonne den Fluß Kodor überschritt und den Tigers erreichte. Oberst Batjanoff zerstörte den Ort Samsir und schlug die Aufständischen von Salataver bei Jaktam-Aucha. Fürst Nakaschidse schlug bei Zisk 500 andere Aufständische, welche 80 Todte und 100 Gefangene verloren.— Zwei türkische Monitore bombardirten fünf Stunden lang Sotschi und versuchten dann mit fünf Dampf- kuttern die Landung. Die Kuttermannschaft wurde meist getödtet, die Landungs Truppen vollständig vernichtet. Die Monitors retteten nur die Kutter und gingen dann nach Pinbandi. In Sotschi sind die Kirche und fast alle Gebäude beschädigt. General Lamakin wurde bei Kissilarwat am 24. Mai von 6000 Tikinern angegriffen. Er schlug dieselben in einem vierstündigen Kampfe, worauf die Khans und Gemeinde-Aeltesten ihre Unterwerfung anzu— zeigen begannen. — 4. Juni. Schuwaloff, welcher heute von hier abreist, überbringt eine halbofficielle Note an Lord Derby, welche nach erfolgter Billigung der darin enthaltenen Ziele den übrigen Mächten mit— getheilt werden soll. Die Erklärungen des Staats- Secretärs Crosz sind als Unterlage der russischen Mittheilungen angenommen. England wird darüber beruhigt, daß Rußland nicht britische Interessen durchkreuzt. Die Note enthält die Möglichkeit einer zeitweiligen Besetzung Constantinopels Behufs Erzwingung des Friedens. Ernsthafte Verhand- lungen hierüber stehen bevor. Aegypten. Kairo, 3. Juni. Nachdem der König von Abessinien die von Gordon Pascha ihm unterbreiteten Friedensvorschläge angenommen hat, ist der Abschluß des Friedens zwischen Abessinien und Aegypten erfolgt. Amerika. Washington, 3. Juni. Laut Telegramm des amerikanischen Gesandten in Madrid ist die Angelegenheit bezüglich der den Fremden auf Cuba auferlegten Kriegssteuer geordnet, indem dieselbe von 30 auf 22½ pCt. reducirt wurde. Allerlei. Hanau, 4. Juni. Gestern Nacht brach in dem benachbarten Klein⸗Steinheim Feuer aus und wurden 3 Wohnhäuser und 4 Scheuern ein Raub der Flammen. Der Brand drohie solche Dimensionen anzunehmen, daß von hier die Feuerwehr geholt werden mußte. Bebra. Auf ber Feldgemarkung des benachbarten Der MinisterPräsident Kumunduros berichtete Ritterguts Imshausen hat in der Nacht vom 30. zum von 18 Fuß. funden, deren Ursachen gänzlich unbekannt sind. Der dadurch entstandene Schacht ist von regelmäßig cylindrischer Form und beträgt dessen Tiefe 60 Fuß bei einer Breite Handel und Verkehr. Friedberg, 6. Juni. per Pfund 90 Pf. bis 1 M. Eier 2 Stück 9 Pf. Friedberg, 5. Juni. Waizen M. 27.—. Korn toffeln M. 7.50. = 200 Zollpfund. 90 Pf. bis 1 M. Eier per Stück 5 Pf. 4 10 Pf. Tauben das Paar 60 Pf. 1 M. Kartoffeln, 100 Kilo, 9 M. 50 Pj. Frankfurt, 4. Juni. gut befahren. Angetrieben waren: 520 Ochsen, 190 Kühe und Rinder, 300 Kälber und 250 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 66 67., 2. Qual. M. 56.—60. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 60.—, 2. Qual. M. 51-54. Kälber 1. Qual. M. 52.—54, 2. Qual. M. 48—50. 2. Qual. M. 46.—. Schweine 60 Pf. das Pfd. Frankfurt, 4. Juni. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 44., Nr. 2 M. 40., Nr. 3 M. 36., Nr. 4 M. 32., Nr. 5 M. 26. Roggenmebl/(Berliner Marke) M. 28. do. II.(Berliner Marke) M. 23., Weizen ab Bahnbof hier M. 27.50—., ab unserer Umgegend M. 26.75 27, do. fremoer je nach Qual. M. 22—27. Korn M. 18.50— 21, Gerste M. 19—22, Hafer M. 1518, Erbsen M. 21—24. Wicken M. 17.50. Linsen M. 21-30. Nübzl M. 68.—. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll⸗ Gewicht= 100 Kilo. Minz, 4 Juni. Producten-Markt. Waizen per Jul. 24.80. Korn per Juli 17.10. Hafer per Juli 16.20 Rüböl per Juli—.—., per Oct. 34.—. Käse per Stück, D. Frankfurt a. M., 5. Juni 1877. Die Börse wurde auch beute in ihrer guten Laune dutch keine depri⸗ mirenden politischen Nachrichten gestört und fährt daher sort, die Situation günstig zu interpretiren. Die steigende Bewegung fand deshalb kein Hindecniß, sich weiter zu entwickeln und wurde auch noch durch wirtbschaftliche Momente kräftig unterstützt. Man rechnet in Folge der günstigen Saazenstands-Berichte, hauptsächlich aus dem Osten Europas, auf eine gute Ernte und taxirt danach die Expoctaussichten der Bahnen in befriedigender Weise. Die Meldung, daß die Garnison von Orsova durch Hon⸗ veds verstärkt werde, übte unter diesen Umständen kelnen nachtheiligen Einfluß aus. Die internationalen Specu⸗ lalionspapiere stellten sich gegen gestern abermals merklich höher und das Geschäft trug einen äußerst lebbaflen Character. Creditaclien bewegten sich zwischen 114½—17)8 bis 1153— 115 und 116, Staa!sbahnactien zwischen 181¾/—183½ 183 und 183¾. Lombarden hoben sich auf böhere Berliner Notirungen bis 639. Von aus⸗ ländischen Fonds zeigten sich österr. Renten beliebt und fest. Goldrenie besserten sich ½0/%, Silberrente 3/80%/, fanden Nehmer zu 11¼% böheren Coursen. Von An⸗ lebensloosen waren 1860er vorzugsweise gefragt und 10% besser. Russen sest. Oesterr. Bahnen traten aus ihrer seitherigen Vernachlässigung heraus und wurden recht leb⸗ baft umgesetzt. Elisabeth stiegen 5 fl., Galizier 2½ fl. Deutsche Bahnen sind unverändert, Prioritäten blieben größlentheils fest oder sind um Bruchtheile besser. Auch Banken waren anziehend. Darmstädter gesucht. Fremde Wechsel unverändert. Wien 70 Pf. theurer. Verloosung. Freiburger Frs. 15 Loose vom Jahre 1861. Gewinn-Ziehung vom 15. Mai 1877.— Heimzablung am 15. Auguß 1877. S. 2762 Nr. 16 Frs. 20 000. S. 5375 Nr. 24 Frs. 2000. S. 3728 Nr. 26 Frs. 1000. S. 1470 Nr. 7. S. 2312 Nr. 38, S. 3398 Nr. 47. S. 4273 Nr. 38, S. 4450 Nr. 15, S. 6935 Nr. 14 à Fra. 250. S. 163 Nr. 42, S. 2438 Nr. 49, S. 2448 Nr. 30, S. 2762 Nr. 24 S. 3398 Ne. 8, S. 4087 Nr. 22, S. 4405 Nr. 22, S. 4660 Nr. 36, S. 4877 Nr. 33. S. 4964 Nr. 15 23, S. 5030 Nr. 5 50, S. 6435 Nr. 34, S. 6673 Nr. 12, S. 6962 Nr. 42 3 Frs. 125. S. 163 Nr. 50, S. 791 Nr. 14, S. 1131 Nr. 12, S. 2001 Nr. 23, S. 2312 Nr. 15. S. 2762 Nr. 22, S. 3103 Nr. 4 S. 3398 Nr. 21. S. 3458 Nr. 25, S. 3510 Nr. 32. S. 3615 Nr. 25 43 46, S. 3917 Nr. 22, S. 4707 Nr. 22. S. 4771 Nr. 19, S. 4877 Nr. 36. S. 4964 Nr. 27, S. 5046 Nr. 43, S. 6673 Nr. 10, S. 6925 Nr. 9 S. 6962 Nr. 8, S. 7341 Nr. 15 S. 7441 Nr. 1. S. 7820 Nr. 1 2 49, S. 7873 Nr. 12 43 S. 7995 Mr. 15, 4 Frs. 75. S. 455 Nr. 30 S. 664 Nr. 5,. 786. N'. 7, S. 1026 Nr. 39 S. 1384 Nr. 32. S. 1470 M. 17 27, S. 1814 Nr. 44, S. 2024 Na. 5. S. 2133 N.. 75 S. 2312 Nr. 29, S. 2438 Nr. 7 30 45,. 2762 Nr. 46 50, S. 3398 Nr. 30 44, S. 3510 Nr. 40, S. 3615 Nr. 24, S. 3728 Nr. 24 S. 3777 Nr. 19 27 34 39. S. 4122 Nr. 11 S. 4273 Nr. 30 33, S. 4688 Nr. 34, S. 4964 Nr. 3 4, S. 5030 N. 4, S. 5046 Nr. 42, S. 5375 Nr. 36, S. 5716 Nr. 2, S. 5896 Nr. 19, S. 6673 Nr. 45, S. 6935 Rr. 5, S. 6962 Nr. 27, S. 7252 Nr. 43, S. 7479 Nr. 38, S. 7768 Nr. 28, S. 7849 Nr. 34, S. 7873 Nr. 31, S. 7952 Nr. 3 4 Frs. 50. *. 31. Mai eine nicht unbedeutende Bodensenkung stalige Alle übrigen Nummern in den am 16. April 1877 gezogenen Serien erhalten den geringsten Gewinn von Frs. 19. Wochenmarkt. Butter kostete M. 22.50. Gerste M. 19.50. Hafer M. 15-19. Kar⸗ Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo Gießen, 5. Juni. Wochenmarkt. Butter per Pfund Hühner per Stück Der beutige Viehmarkt war Hämmel 1. Qual. M. 50.—, Papierrente 5/80¾0. Ungar. Schatzvons beider Emissionen — — . 9 Hen⸗ oßleben feinen duet Cmifionen Ben An- est und 10⁰ ihrer tech leb⸗ 1 fl. bet 2 zn dlieben 1 Fer. Auch * K N 208 W ** — Die meuschliche Zuneigung fũr hiere. Nachdem die Welt schon mehrmals Hunde- und Katzen- Ausstellungen gesehen, wurde in Paris auch eine Ausstellung don Canarienvögeln abgehalten. Die Canariensögel theilen sich mit den Hunden und Katz en in den Schatz menschlicher Liebe, dem es an einem andern Gegenstande fehlt. Wie oft hat man sich über die Zuneigung, welche einsame alternde Mädchen, alte Junggesellen und kinderlose Wittwen diesen reizenden Thierchen widmen, lustig gemacht. Ungerechter Spott! herzloses Gelächter! Die Glücklichen— ich meine damit Diejenigen, die auf dieser Erde ein Wesen, das sie lieben können, besitzen— thun unrecht, ihren Sarkasmus über diese unschuldige Liebhaberei zu ergießen. Ach, wenn man ks sich recht überlegte, würde man viel- mebr die Zärtlichkeit, welche die einer anderen Liebe beraubten Herzen auf die Thiere übertragen haben, bewundern. Ist es nicht ein Glück, daß Diejenigen, die allein bier zurückgeblieben sind, daß die Ueberlebenden in dem fröhlichen Gezwitscher eines Vögelchens, dem Flügelschlag des kleinen Ge⸗ fangenen eine Linderung ihrer trostlosen Einsam— keit finden? Alle Herzen sind zur Liebe geschaffen, aber die grausamen Wechselfälle des Lebens gönnen nicht Jedem das Glück, das er ein Recht hat zu genießen. In wie vielen Seelen verglüht das himmlische Feuer, ohne von der Flamme in einer verwandten Seele neue Nahrung zu erhalten! Was sollte aus diesen armen, aus dem Paradies der Liebe Ausgestoßenen werden, wenn sie ibre, von den Menschen verachtete Zärtlichkeit nicht den Thieren schenken dürften, die immer Diejenigen wieder lieben, die sie lieben? Ich habe viele solche Parias der Liebe, viele Einsame, Arme, Elende gekannt, in deren Leben die treue Anhäng— lichkeit eines Thieres der einzige Lichtblick war. So erinnere ich mich noch eines armen, fast ganz gelähmten Alten, der von den milden Gaben lebte, die mitleidige Menschen ihm in seine Dachkammer brachten. Er hatte weder Frau, noch Kinder, noch sonstige Verwandte. Alles, was das Leben Gutes und Schönes bietet, war ihm versagt. Für ihn gab es keinen Frühling, keinen blauen Himmel, keinen Sonnenschein. Er war auf sein dürftiges Lager festgebannt bis zum Tode. Nichts hatte er Tag und Nacht vor Augen, als die schiefe Decke seiner Dachstube und die vier nackten schmutzigen Wände derselben. Dennoch lebte er. Erstlich hatte sein Herz den Glauben an Gott und ein künftiges Leben bewahrt. Aber auch noch auf der Erde, mitten in seinem Elend, seiner Ver— lassenbeit, seinen Schmerzen, war ihm ein Trost, eine Zerstreuung, eine Freude geworden. Er hatte mit den Mäusen, die seine Wohnung mit ihm theilten, Freundschaft geschlossen; er hatte sie nach und nach an sich gewöhnt, sie mit endloser Geduld gezähmt. Sie spielten mit ihm auf seinem Bette, sie hörten auf die Namen, mit denen er sie rief. Dank ihnen hatte der Unglückliche doch etwas zu lieben.— Dies hat mir zur Erleuchtung gedient. So oft ich seit dieser Zeit eine alte Jungfer mit ihrem Vögelchen in jener zärtlichen Sprache plaudern höre, die man den Kindern gegenüber gebraucht, finde ich dieses Schauspiel weit eher rührend als lächerlich. Die kleinen Gespielen im Federkleid füllen doch eine Leere in einem einsamen Menschen- dasein aus. Nothwendigkeit der Ventilation in den Schulen. Auf Anregung der ärztlichen Gesellschaft ließ die Schulpflege Winterthur die Schulzimmerluft im Primarschulhaus beim Stadthaus durch Herrn Apotbeker Sulzer untersuchen. Die Resultate dieser Untersüchungen stellten fest, daß die Ventilations⸗ Vorrichtungen dieses Schulhauses noch viel zu wünschen übrig lassen. Eines der untersuchten Zimmer, das einen Kubikinhalt von 316,5 Kubik. meter hat und in welchem 52 Mädchen im Alter von 12— 13 Jahren unterrichtet wurden, zeigte auf 10,000 Theile Luft vor Beginn der Schule an Kohlensäure 4,11 Theile, nach einer Stunde 20,96 Theile, nach einer folgenden Stunde 42,94 Theile und nach einer weiteren Stunde 59,47 Theile. In einem zweiten Zimmer mit einem Inbalt von 254,7 Kubikmeter, das besetzt war mit 37 Schülern von 12—13 Jahren, wies die Untersuchung auf 10,000 Lufttheile vor Beginn der Schule an Kohlensäure nach 7,35 Theile, nach einer Stunde 26,96 Theile, nach einer wei- tern Stunde 49,26 und nach einer folgenden Stunde 63 Theile. Ein drittes Zimmer endlich mit 244,2 Kubikmeter Inhalt, das zwei Stunden von 30 Schülern im Alter von 8 Jahren benutzt wurde, eine dritte Stunde aber von 56 Mädchen im Alter von 8 Jahren und wobei während einer Unterrichtsstunde ein Zimmerfenster offen stand, zeigte an Kohlensäuregehalt vor Beginn der Schule 9,7 Theile, nach einer Stunde 25,02 Theile, nach der folgenden Stunde 51,6 Theile und nach einer weitern Stund 64 Theile. Zu bemerken ist, daß 10— 15 Theile Kohlensäure die Grenze zwischen guter und schlechter Luft bilden. Wie wär's, wenn man anderorts solche Untersuchungen auch anstellte?! „Ein Wort aus bester Meinung“. an die Herren Handwerker und kleinen Ge⸗ schäfts leute! Unter dieser Ueverschrift bringt die neueste Nummer des Gewerbeblattes folgende Mahnung: Wohl jeder der Herren Handwerker hat eine Buchführung, sei sie auch in vielen Fällen noch so mangelhaft, ja sei es selbst nur die Schiesertafel(oder, wie dies vorgekommen sein soll,„mehrere Schiesersteine“— Die Red.—), aber in der Regel eben nur eine Buchführung nach seiner Art. Viele der Herren Handwerker werden sagen:„ich weiß trotz meiner mangelhaften Buchführung genau, was ich schuldig bin, weiß auch genau, was ich zu fordern babe; ich weiß auch, od ich nach Jahr und Tag in meinen Vermögensverhältnissen vor- oder rückwärts ge⸗ kommen bin.“ Ich gebe zu, daß diese Ansicht hin und wieder stichhaltig sein mag, aber eben so fest steht, daß nur der betrefsende Herr allein seine Buchführung versieht und kein Zweiter sich darin zurecht finden wird. Man sagt oft:„Ach was Buchführung! wer etwas zu bekommen bat, der wird sich schon melden, und was ich zu sordern habe, das weiß ich genau.“ So lange das Haupt einer Familie besteht, kann diese Ansicht vielleicht gelten, aber fällt es plötzlich weg, so müssen die Hinterbliebenen auf gut Glück sich der Redlichkeit Anderer anheim geben und haben gar oft mehr oder minder Schaden. Diejenigen, welche Forderungen haben, werden sich wohl melden, können aber, selbst ohne ihr Wissen und Wollen, mehr verlangen als ihnen zusteht; ob aber alle die Personen Inieresse kann man Jedermann, der einen größeren Haus tand führt oder ein Handwerk treibt, nicht genug empfehlen, die Buchführungs-⸗Angelegenheit nicht auf die leichte Achsel zu nehmen. Es gibt bei einer einfachen für Jedermann klaren und verständlichen Buchführung keine Schwierig⸗ keiten, und ich möchte behaupten, sie nimmt kaum mehr Zeit in Auspruch als jede noch so mangelhafte. Buch⸗ jübrung hat aber auch noch andere, gar nicht zu unzer— schätzende Vorzüge. Buchführung erweckt Vertrauen, Vertrauen zu sich selb, Vertrauen seiner Mitbürger. Herrscht in einem Staate über Soll und Haben, über Ausgabe und Einnahme ein gewisses Dunkel und sind die Finanzverhältnisse in Nebel gehüllt, dann sehlt das Vertrauen und man sagt: dort herrscht polnische Wirth— schaft! Wie im Großen, so auch im Kleinen. Hat der Handwerker oder kleinere Geschäftomann nur einige Monate richtig Buch geführt, er wird den Segen bald erkennen, wird sich freuen, daß die ihm so furchtbar scheinende Arbeit so leicht überwunden ist, und er wird gar nicht mehr anders können als richtig Buch führen.“ kommen werden, die Zahlung zu leisten haben, bleibe 2 doch sehr fraglich und darum in seinem und seiner Familie]? Laudwirthschastliches und Gewerbliches. Kalidünger auf Wiesen. Nach einem deßfallsigen Berichte von Alvensleben auf Domcker wurden 100 Pfd. rohes, schweselsaures Kali pro Morgen Wiese gemischt mit 10 Pfd. Guano im Mätz ausgestreut. Die Wiesen sind ein- und zweischurig, theils trocken, theils niedrig gelegen, sämmtlich sebr kalkgrundig. Ungeachtet der Trockenheit und Kälte, welche im Mai herrschte, war der Heu⸗ und Grummetertrag auf den mit Kali gedüngten Wiesen zu⸗ friedenstellend. Die Moosarten waren ausgeblieben, da⸗ gegen batten Steinklee und füße Gräser sich vermehrt, Wäre nicht im Juli abermalige anhaltende Dürre ein— getreten, so würde auch der Grummetertrag ein fehr ergiebiger geworden sein; Compostdüngung gab keinen höheren Ertrag als Kalidüngung. Petrich in Gunders⸗ dorf berichtet über denselben Gegenstand Folgendes: Auf einer Wiese, wo ¼ Centner Kalisalz mit ½ Centner slick⸗ stoffhaltigem Phoephat ausgestreut waren, war der Ertrag an Heu und Grummet 100% höher als auf einer unge⸗ düngten. Eine andere Wiese gab beim ersten Schnitt keinen höheren Ertrag, wohl aber bei Grummet. Eine andere Wiese, auf welche kein Kali, wohl aber etwas Kalistaub vom Kalken des Ackers gekommen war, zeigte keinen höheren Ertrag. Das Moos ist bei mir nach Kalidüngung noch nicht völlig verschwunden. Die Gräser waren aber mehr und besser gewachsen und dürften sich bei fortgesetzter Kalidüngung die Leguminosen, welche auf der Wiese sind, kräftiger entwickeln. Auch in der Pfalz und in Rheinhessen sind auf Wiesenländereien mit Kali⸗ salzen sehr befriedigende Resultate erzielt worden. Ueber Samenwechsel. Herr Prof. Haberland zieht in seinen Beiträgen zur Frage über die Akklimati⸗ sation der Pflanzen und den Samenwechsel solgende Schlußfolgerungen: Walzen, Roggen, Gersie, Lein und Mais entwickeln sich an irgend einem Orte um so rascher aus einer je südlicheren Gegend deren Samen bezogen worden ist. Umgekebrt: Je nördlicher der Ort gelegen, um so später reifen Pflanzen aus den von dort bezogenen Samen. Haser macht eine Ausnahme, insosern die süd⸗ liche oder nördliche Lage seines Bezugsortes keinen wesent⸗ lichen Einfluß auf beschleunigtes oder langsameres Wachs⸗ thum der Hafersaat auszuüben scheint. Waizen und Mais liefern aus südlichen Gegenden bezogen qualitativ bessere Ernten, als bei ihrem Bezuge aus höheren Breiten. Für Gerste und Hafer empfiehlt sich ein Bezug aus nördlicher gelegenen Orten oder aus solchen gleicher geograpbischer Breite. Aus dem Süden bezogene Pflanzensamen liefern verhältnißmäßig mehr Körner, weniger Stroh oder Stengel, als solche Pflanzen, die von Samen nördlicher Gegenden abstammen. Rohe und gekochte Kartoffeln. Wir haben Anfangs Januar d. J. vergleichende Versuche über die Fütterung mit roben und gekochten Kartoffeln bei Melk— vieh anstellen lassen und uns überzeugt, daß 100 Pfd. Kartoffeln, im rohen Zustande(gestoßen) gefüttert, im Durchschnitte 2 Maas Milch mehr erzeugen, als 100 Pfd. derselben Kartoffelsorte, im gekochten Zustande gefüttert, zu produciren vermögen. Diese 2 Maas mebr baben auch entsprechend mehr Käͤsestoff gehabt; allein 10 Maas Milch von der Fütterung mit gekochten Kartoffeln lieferten gerade so viel Butter, als 12 Maas, die von der Fütter⸗ ung mit roben Kartoffeln gewonnen worden waren. Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. Getraut: Konrad Jäger, Handelsmann dahier Apolonia Balzer aus Sindersfeld. Geboren: 2. Juni. und 24. Mai. Dem Mechanikus Konr. Karl Reuß eine Tochter, 26. Mai. Dem Färber Heinrich Adam Wilhelm Bech— stein ein Sohn. 26. Mai. Dem Fellhändler Leopold Arnstein ein Sohn, 28. Mai. Dem Kaufm. Louis Wetterhahn eine Tochter. 31. Mai. Dem Schneider Amb. St. Fellner ein Sohn. 3. Juni. Dem Messerschmied H. K. Schäfer ein Sohn— Gestorben: 25. Mai. Karl Faust. Sohn des Franz Faust, 12 Jahrealt. 27. Mai. Joh. Kraft, Taglöhner aus Homberg, 43 J. alt. 31. Mai. Henriette Schenk, geb. Cuntz, Ehefrau des Heilgehülfen Wilbeem Schenk J. 3. Juni. Jacob Schäfer, Söhnchen des Messerschmiedes Heinrich Karl Schäfer, 7 Stunden alt. Geld⸗Cours. Frankfurt am 5. Juni 1877. 20 ⸗Frankenstücke Mk. 16 Englische Sovereigns 3 30-34 35-40 Russische Imperiales 3 vi 16 798 Holländische fl. 10 Stücken. 16 65 G. Ducaten. r 9 53 58 Bucaten al maße dd 9 5560 Dollars in Gold 4 17—20 pie ANNAHMESTELLE von Annoncen für alle biesigen u. auswärtigen Zeitungen zu„en 3 in der gleichen Preisen wie bei den Zeitungs Exped. Zeil 45, Annoneen⸗ selbst, ohne Porto u. Spesen befindet sich Exp. von Rudolf Mosse, Franklurt a. M. Ein Realschüler 1 findet Kost und Logis bei 1682 Reallehrer Laug. * Wasserkraft wird zu miethen gesucht. Franco Offerten unter 1712 besorg die Expedition des Anzeigers. Neue italienische Kartoffeln 1750 bei Wilhelm Fertsch. Edictalladung. 1743 Der für Johannes Baier Eheleute zu Rieder⸗ Eschbach über das von Johnnes Jost II. Eheleute erkaufte Grundstück, Flur V. Nr. 196, am 17. Juni 1853 gerichtlich bestätigte Kaufbrief ist angeblich verloren ge⸗ gangen und es sind etwaige Ansprüche an die noch un⸗ bezahlten 4 Kaufschillingsziele binnen 4 Wochen so gewiß dahier geltend zu machen, als sonst die Auszahlung an den Cessionar C. M. Rapp zu Frankfurt, jetzt dessen Erben Wilhelm Rapp, gestattet und mit dessen Ein⸗ willigung der beschränkte Eintrag im Grundbuch gelöͤscht werden wird. Vilbel am 2. Juni 1877. Großherzogliches Landgericht Vilbel. 0 e Versteigerungs⸗Anzei Versteigerungs-Anzeige. 1745 Donnerstag den 14. Juni lfd. J., Vormittags 11 Uhr, wird in dem Gasthaus„Zur Post“ zu Reichels⸗ heim die zu 216 Mark veranschlagte Pflastererarbeit zur Fortsetzung des Gossenpflasters daselbst, sowie die Liefer⸗ ung von 40 Kubikmeter gerichteten Pflastersteinen und 72 Kubikmeter Pflastersand an die Wenigstnehmenden öffentlich versteigert. Friedberg am 5. Juni 1877. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Re u Friedberg⸗Hanauer Eisenbahn. 1738 Die Lieferung von 200 Stück Grenzsteinen aus Basalt oder festem Sandstein von rot. 15 Centimeter Stärke und 65 Centimeter Länge nach Bruchköbel bei Hanau soll im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Zu diesem Zwecke ist Termin im hiesigen Abtheilungs⸗ büreau auf Montag den 18. Juni 1877, Vormittags 11 Uhr, anberaumt, woselbst die bis dahin eingegangenen, mit entsprechender Aufschrift versehenen Offerten in Gegen⸗ wart der erschienenen Submittenten geöffnet werden. Die Bedingungen sind ebendaserbst einzusehen oder können gegen Erstattung der Copialien bezogen werden. Friedberg den 5. Juni 1877. Der Eisenbahn-Baumeister: Franck e. Jagd- Verpachtung. 1735 Mittwoch den 13. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Rathhause dahier die Jagd der Gemarkung Rödgen auf 6 Jahre verpachtet werden. Rödgen den 5. Juni 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. Wolf. Das Heugras von 5¼ Morgen Pfarrwiesen in Fauerbacher Gemarkung wird in einzelnen Morgen Dienstag den 12. Juni, Morgens um 11 Uhr, an Ort und Stelle versteigert. Der Flurschütz Stumpf wird Auskunft ertheilen. Fauerbach b. Fr. den 5. Juni 1877. In Auftrag: Der Ortsgerichtsvorsteher 1737 eee Bau⸗ u. Nutzholzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 1740 Dienstag den 12. Juni werden im Distrikt Langberg bei Mühlsachsen versteigert: 392 Fichtenstämme mit 140 Kubikmeter Inhalt und 981 Fichtenstangen mit 109 Kubikmeter Inhalt. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf dem Mühl⸗ weg beim Pflanzgarten. Lich den 2. Juni 1877. Wimmenauer, Forstrath. Gras-Versteigerung. 1742 Montag den 11. Juni l. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde Petterweil zustehende Heu- und Grummetgras von eirea 50 Morgen Wiesen in einzelnen Abtheilungen auf hiesigem Rathhause meist⸗ bietend versteigert werden. Petterweil den 5. Juni 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Petterweil. Berges. 1716 Reinschmeckender Java ⸗Kaffee, per Pfund Mark 1. 20 Pfennig bei Wilhelm Fertsch. Formular Gemeinderathswahl Großes Anfang Nachmittags 4 Uhr. „ grauerei„Zum pfälzer Hof“. Nur bei günstiger Witterung Sonntag den 10. Juni 1877 Concert, ausgeführt von dem Musikverein„Eintracht“ zu Friedberg unter Leitung ihres Musik⸗ meisters H. Schellhaas. Entrée für Nichtmitglieder 40 Pfennig à Person. NB. Um Irrthümern und Unannehmlichkeiten vorzubeugen, werden die verebrlichen außer ordentlichen Mitglieder gebeten, beim Besuche des Concertes ihre Karten an der Kasse vorzuzeigen. Produetivassociationen“ halten. 1747 Sonntag den 10. d. Mts. wird Herr W. Pfannkuch von Kassel im Gartensaale des Herrn Bierbrauer Steinhäußer einen Vortrag über„die kapitalistische Großproduktion, die Lage des Handwerker⸗ und Kleinbauernstandes und die socialistischen Discussion erwünscht. Die Mitglieder soc.⸗dem. Partei. stich. 80. In Karl Köhler's Verlag in Darmstadt ist erschienen und in der Buchhandlung von Carl Bindernagel in Friedberg und Bad⸗ Nauheim zu haben: Supp, Gemül' und Aeisch. 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