7 1877. Oberhessischer Anzeiger. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Donnerstag den 1. März. N 25. Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Für den Monat März kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags- Expedition mit 34 Pf., bei den Poststellen mit 50 Pf. abonnirt werden. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Ausführung des Reichsimpfgesetzes vom 8. April 1874. Friedberg am 24. Februar 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg 2 an die Schulvorstände und Vorsteher von Privat-Lehranstalten des Kreises. Mit Bezug auf die§§ 7, 8, 9 und 14 der Instruction vom 30. April 1875 benachrichtigen wir Sie, daß wir die vorigjährigen Listen über die Wieder⸗Impfung an Sie abgesendet haben. Die neuen Jahreslisten, sowie die Listen von 1876 sind den Großherzoglichen Kreisärzten bis spätestens zum 15. April laufenden Jahres mitzutheilen. e Belreffend: Das Papierformat für die Akten der deutschen Reichs- und Staalsbehörden. Friedberg am 26. Februar 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, Kirchen- und Schulvorstände, Stiftungsvorstände und die Vorstände der israel. Religions- gemeinden, sowie die Bezirksbauaufseher. Unter Bezugnahme auf die unten abgedruckte Bekanntmachung des Großherzoglichen Gesammt Ministeriums vom 12. Februar dieses Jahres, das Papierformat zu den Eingaben an die Behörden betreffend, empfehlen wir Ihnen, nicht nur sich selbst in der Folge für Ihre Akten eines Papier formats in der angegebenen Größe zu bedienen, sondern auch alle an Sie gelangenden Eingaben von Privaten nur auf dem vorgeschriebenen Größen— papier anzunehmen. Die vorhandenen Papiervorrathe, welche dem seitherigen diesseitigen, von dem neuen ohnedies ganz unbedeutend abweichenden Papierformate entsprechen, können vorerst aufgebraucht werden; bei Neuanschaffungen ist aber auf die Einhaltung des neuen Vereinsformats sorgfältig Bedacht zu nehmen. Sie werden sich in Zukunft einer guten, starken, nicht zu feinen Papierqualität bedienen, da das seither verwendete zum großen Theil zu dünn und wenig haltbar war. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen ditjenigen Geschästsleute, welche sich mit dem Verkauf von Papier ꝛc. befassen, hierauf noch besonders aufmerksam machen. Dr. Gad. Darmstadt am 10. Februar 1877. Das Großherzogliche Ministerium des Innern an sämmtliche untergebene Behörden. — 4 Die vorgeschriebene Größe für das Papierformat zu den Akten der sondern auch die Ihnen etwa unterstehenden Staats-, Kirchen- und Ge— Großherzoglichen Behörden betrug bekanntlich bisher 13,3 Zoll(oder] meindebehörden entsprechend zu instruiren,— was insbesondere Seitens der 33,25 Centimeter) in der Länge und 8,2 Zoll(20,50 Centimeter) in der[Großherzoglichen Kreisämter in den Kreisblättern zu geschehen bat.— Breite.(Bekanntmachung vom 13. Dezember 1856, Regierungsblatt von[Die vorhandenen Papiervorräthe, welche dem seitherigen diesseitigen, von 1856, Seite 530).— dem neuen ohnedies ganz unbedeutend abweichenden Papierformate ent— Mit Rücksicht auf den vielfachen schristlichen Verkehr der deutschen sprechen, sind vorerst aufzubrauchen; bei Neuanschaffungen ist aber auf die Reichs und verschiedenen Landesbehörden untereinander sind die sämmt- Einhaltung des neuen Vereinsformats sorgfältig Bedacht zu nehmen. lichen deutschen Bundesregierungen dabin übereingekommen, ein gleich- Da wir auch wiederholt die Bemerkung machen mußten, daß manche mäßiges Papierformat von 33 Centimeter Höhe und 21] Behörden neuerdings wieder, zum Nachtheil der Conservirung ihrer Akten, Centimeter Breite, unbeschadet der für Briefpapier, Tabellen und in zu dünnes und wenig haltbares Papier für dieselben nehmen, so bringen etwaigen sonstigen Ausnahmefällen üblichen anderen Formate, für den Ge- wir auf's Neue bei Ihnen die in der obenallegirten Bekanntmachung din— brauch der deutschen Reichs- und Staatsbehörden einzuführen, und wird sichtlich der Wahl einer guten, starken, nicht zu feinen Papierqualität ge— demnächst eine diesbezügliche Bekanntmachung auch in dem Großherzoglichen[gebenen Vorschristen in Erinnerung. Regierungsblatte erscheinen. F Wir weisen Sie demgemäß an, nicht nur sich selbst in der Folge v. Gagern. für Ihre Akten eines Papierformats in der angegebenen Größe zu bedienen, Bekanntmachung. Der land wirthschaftliche Consumverein zu Friedberg hat eine bedeutende Quantität seidereinen Roth- und Luzerne-Klee-Samen zur Abgabe an die Laudwirthe der Wetterau angekauft. Da bekanntlich der von diesem Verein seit einigen Jahren abgegebene Klee-Samen sich als seiderein bewährt hat, so nehme ich Veranlassung, diese Bezugsquelle hierdurch umsomehr angelegentlichst zu empfehlen, als eine Vertilgung der Kleeseide nur dadurch ermöglicht wird, daß lediglich seidereiner Samen zur Aussaat kommt. Friedberg den 24. Februar 1877. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirks Vereins Friedberg. F 4* 0 enn. 1 Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 7. December vorigen Jahres bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: g 2 ö Freitag den 16. März dieses Jabres und folgende Tage für Diejenigen, welche in den Jahren 1857 und 1860 geboren sind. Freitag den 23. März dieses Jahres und folgende Tage für Diejenigen, welche in den Jahren 1858 und 1859 geboren sind. Die Prüfung beginnt an jedem Tag Morgens 8 Uhr dahier in der alten Kanzlei, Louisenplatz 2. Zugleich machen wir auf die neue prüfungs Ordnung zum einjährig freiwilligen Dienst, Anl. 2 zu§ 91 der Ersatz Ordnung vom 28. September 1875 wiederholt aufmerksam 1 und insbesondere auf§ 2, wotin die hinsichtlich der einzelnen Prüfungsgegenstände gestellten Anforderungen enthalten sind. . Darmstadt den 23. Februar 1877. Großherzogliche Prüfungs Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: v. Marquard. Berichtigung. Zn Nr. 21 des Kreisblattes in den Dienstnachrichten ist ürrthümlich Jakob Dörner II. angegeben, während es Jakob Daͤmon II. heißen muß. Friedberg am 23. Februar 1877. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. H Ne Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regier⸗ ungsblatt Nr. 10. enthält: 5 I. Verordnung, die Gebühren für Zeugen, Sachver— ständige, Parteien und Geschworene betreffend. 12 II. Bekanntmachung, die Umlagen der ioraelitischen Religionsgemeinde zu Crainseld, für 1877 betreffend, so, wie III. Ueberficht der Umlagen in den Gemeinden des Kreises Dieburg und IV. des Kreises Darmstadt. V. Abwesenheilserklärung. Durch Urtheil vom 17. Febr. 1877 wurden Johann Moͤhner, Ackersmann, dessen. Ehe⸗ frau Susanna, geb. Reichert, deren Kinder Christian, Peter und Georg Möhner, sowie Johann Betz, Ackers⸗ mann, alle in Stadecken wohnhaft gewesen, abwesend erklärt. VI. Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großberzog baben Allergnädigst gerubt: am 10. Februar dem Bürgermeister zu Ilbenstadt, Zwier, das allgemeine Ehrenzeichen:„Für langjährige treue Dienste“, zu verleihen. VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben Allergnädigst gerubt: am 12. Februar dem Schullehrer Maurer zu Wippenbach die Schulstelle zu Welisaasen, dem Schullehrer Oestreich zu Bernsburg die Schulstelle zu Wippenbach, zu üdertragen. g VIII. Dienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst gerubt: am 27. Jan. den ev. Pfarrer Palmer zu Trais⸗Horloff, am 31. Jan. die Lehrerin Zaun zu Darmstadt, am 10. Febeuar den Gymnasiallehrer Bost zu Worms, sämmilich auf Nach⸗ suchen zu entlassen. IX. Rubhestandsversetzungen. Seine Königliche Hobeit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 29. Jan. den Steuerausseher Kolb zu Mainz unter Anerkennung seiner Dienste, am 10. Febr. den Oberlehrer Schulz zu Offenbach auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienste, in den Rubestand zu versetzen. X. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die 1. Lehrer- stelle zu Hungen, Gebalt 3000 M. incl. Wobhnungsver gütung; eine Lehrerstelle zu Hungen, Gehalt 1550 M. incl. Wohnungs vergütung. XI. Sterbefälle. Gestorben sind: am 14. Jan. der Schullebrer Keller zu Asbach; am 1. Febr. der Schul⸗ lebrer Ramb zu Seibelsdorf; an dems. Tage der kath. Schullebrer Knab zu Ober-Ingelheim; am 2. Febr. der evang. Pfarrer Schaub zu Ulrichstein; am 14. Febr. der evang. Pfarrer Hein zu Ober⸗Ramstadt. Darmstadt. Demnächst kommt ein Proceß wegen Beleidigung der Reichskanzlers und Gottes Lästerung vor dem biesigen Bezirks Strafgericht zur Verhandlung. Der Beschuldigte ist der durch seinen Hochverraths-Proceß auch in weiteren Kreisen bekannt gewordene socialistische Agitator Wolf von Büdingen, dermalen in Mülheim. zu Uebungen eingezogen. Berlin, 27. Febr. Beim Reichstage ist bereits eine große Anzahl Vorlagen, darunter der Patent-Gesetz⸗ Entwurf, eingegangen. In der heutigen Sitzung wurde der Antrag Demmler's auf Einstellung des Strasverfahrens gegen den Abg. Liebknecht während der Dauer der Session genehmigt. Sodann wurde der in erster Lesung behandelte Gesetz⸗ Entwurf, betreffs Untersuchung von See⸗Unfällen, auf den Antrag Kapp's an eine Commission von 14 Mitgliedern verwiesen. Berlin, 26. Febr. Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner heutigen Sitzung zunächst kleinere Vorlagen und genehmigte sodann in zweiter Be— rathung den Gesetz-Entwurf betreffs Uebernahme der Zinsgarantie für eine Prioritäts-Anleihe der Berlin⸗Dresdener Eisenbahn. Im Fortgange der Sitzung trat das Haus in die dritte Lesung des Staatshaushalts Entwurfes ein und genehmigte hiebei die Mehrzahl der zur Berathung stehenden Einzel Etats unverändert. Der zum Etat des Ministeriums des Auswärtigen eingebrachte Antrag Lassen's auf baldigste Ausführung des Artikels V des Prager Friedens Vertrags ward mit sehr großer Majorität abgelehnt. Dagegen fand ein zum Justiz- Etat gestellter Antrag von Michaelie, der das Rang Verhältniß der Justiz Beamten bis zu der bevorstehenden neuen Justiz-Organisation mit dem der Verwaltungs ⸗Beamten gleichheitlich geregelt sehen möchte, die Zustimmung des Hauses. — 27. Febr. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurden die Mandate der Abgg. Kryger und Lassen, da dieselben schriftlich ihre Vereidigung abgelehnt haben, für erloschen erklärt. Sodann wurde der Gesetzentwurf über die Ausdehnung des Fischerei-Gesetzes auf Lauen- burg in erster und zweiter Lesung, und der Gesetz— Entwurf bezüglich der Aufhebung des Lehens— Verbandes in der Provinz Sachsen in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Zu der Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben pro 1875 wurde der Antrag der Commission angenommen; derselbe geht dahin: die nachgewiesenen Etats Ueberschreitungen zu genehmigen, zugleich aber die Regierung aufzufordern, sie möge die Kostenvor⸗ anschläge zu Staatsbauten auf das Sorgfältigste prüfen, um künftigen Etats-Ueberschreitungen mög- lichst vorzubeugen, und dahin wirken, daß erheblichere Etats-Ueberschreitungen rechtzeitig veranschlagt und in den nächstjährigen Etat aufgenommen werden. Bei der nunmehr weitergeführten dritten Lesung des Staatshaushalts-Entwurfes genehmigte das Haus den Justiz-Etat und den Etat des Ministeriume des Innern. Bei dem Etat des Cultus-Ministeriums nahm v. Schorlemer-Alst Gelegenheit, die Thätig⸗ keit der Schulverwaltung zu kritisiren und unter anderen Maßregeln auch die Einsetzung von Staats Pfarrern scharf zu tadeln; derselbe ließ sich ferner aus über das immer mehr um sich greifende Denunciations-Wesen und über die an- gebliche Corrumpirung des Richterstandes. Diese Ausführungen wurden durch v. Spbel widerlegt, welcher das ganze Gewicht der Verantwortlichkeit für die hervorgehobenen Uebelstände der Centrums— Partei zur Last legte und das Vorgehen der Regierung rechtfertigte. — 26. Febr. Das Herrenhaus erledigte in der heutigen Sitzung vier unerheblichere Vorlagen; unter diesen wurde der Vertrag zwischen Preußen, Oldenburg und Bremen bezüglich der Unterhaltung der Seeschifffahrts-Zeichen auf der Unterweser und der Strand ⸗Schutzwerke von Wangeroge unver- ändert nach dem Regierungs-Entwurf, die Vorlage wegen der Grenz-Regulirung zwischen Preußen und Hamburg nach den Commissions Anträgen angenommen. — Der langerwactete Gesetzentwurf zur Resorm der Prüfungen für die deutschen Aerzte wird soeben auf Grund der Vorschläge der einzelnen Staaten im Reichskanzler-Amt ausgearbeitet. — Die Reserven in Stärke von Hunderttausend Mann werden bereits im April statt erst im Herbst Große Lieferungen sind angeblich nach Ost-Preußen ausgeschrieben. Limburg. Unter dem Vorsitze des Dom— Dechanten Dr. Klein hat sich in unserem Bisthum in jüngster Zeit ein Diöcesan-Priester-Verein zur Dotirung deutscher Missionen gebildet, dem fast sämmtliche Geistlichen der Diöcese als Mitglied beigetreten find. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Pest, 27. Febr. Das„Amtsblatt“ veröffentlicht ein Handschreiben des Kaisers, wonach den bisherigen Mitgliedern des Cabinets Tisza von Neuem ihre Aemter über— tragen werden. Frankreich. Versailles, 26. Febr. Die Deputirkenkammer hat trotz des Widerspruches des Macine-Ministers mit 310 gegen 142 Stimmen den Antrag auf Wiederzulassung von Deputirten für die Colonien Guyana und Senegal angenommen. Großbritannien. London. Die hiesigen Zeitungen veröffentlichen zwei Petitionen von Be— wohnern der Bulgarei, wovon die eine an die sechs Großmächte, die andere an die Bevollmäch— tigten zur Conferenz gerichtet ist. In beiden erklären die Petenten, sie hätten nicht das mindeste Vertrauen zu der neuen türkischen Constitution, und beklagen sich außerdem darüber, daß die Bulgaren von den türkischen Behörden gezwungen würden, Adressen, in welchen die Constitution gebilligt wird, zu unterzeichnen. — 25. Februar. Bei der Debatte über den bereits angekündigten Antrag Lord Strathedens im Oberhause trat Lord Grey demselben entgegen, weil er ein Mißtrauens-Votum gegen die Regierung involvire; die türkischen Provinzen würden zwar schlecht verwaltet, seien aber auch nicht fähig zur Selbstregierung. Ebenso unerwünscht sei die Ueber- tragung der Regierung über dieselben an Ruß— land, da das russische Regierungs System dem Fortschritte und der confessionellen Gleichberechtig— ung noch weniger förderlich als das türkische sei. Hierauf wies Lord Derby darauf hin, daß es ganz nutzlos gewesen wäre, formelle Neutralitäts- Erklärungen von den einzelnen Mächten zu ver— langen. In die Friedens- Bedingungen sei die Reform⸗Frage hineingezogen worden, weil, wenn * auf die Reform⸗Frage eingewilligt hatte, es doch Personen in Serbien gab, die einem Frieden, in dem die ausständischen Provinzen nicht berücksichtigt worden, nicht zugestimmt bätten. Die Phrase „lokale oder administrative autonome Maßregeln“ bedeute nicht, daß die Administration der ge— nannten Provinzen von derjenigen der anderen türkischen Provinzen verschieden sein solle. Das Wort„Controle“, welche von einer internationalen Commisston ausgeübt werden solle, sei im engen beschränkten französischen, nicht im englischen Sinne zu verstehen. Nachdem schließlich Derby noch- mals betont hatte, daß für England die Verträge noch bindend seien, wurde der Antrag Stratheden's ohne Abstimmung abgelehnt. Italien. Rom. Wie verlautet, soll Fürst Bismarck die Auslieferung Ledochowski's verlangt, die italienische Regierung jedoch dieselbe auf Grund des Garantie-Gesetzes verweigert haben. — Nach der„K. Z.“ soll Pius IX. seinen Cardinälen den Wunsch ausgedrückt haben, bei dem nächsten Conclave keine Rücksicht auf die Nationalität zu nehmen, während bisher nach der Zusammensetzung des Congregiums und seit langer Zeit eingebürgerten Sitte nur Italiener zur Papst- würde gelangen konnten. Türkei. Constantinopel. Wenn auch die Nachrichten über die Krankheit des Sultans in den letzten Tagen wiederholt und officiell in Abrede gestellt wurden, so hat es nichtsdestoweniger seine Richtigkeit damit. Sein Nerven- System ist angegriffen. Er ist furchtsam geworden und plötz- lichen Erschreckungs- Anfällen unterworfen. Er bildet sich ein, daß er bedroht sei, und daß er eines Tages in Folge einer Verschwörung abgesetzt werde. Er fürchtet den Krieg mit Rußland und möchte um jeden Preis mit den Fürstenthümern Frieden schließen. Seine Umgebung wagt nicht zu widersprechen, aus Besorgniß, seinen Zustand hiedurch zu verschlimmern. Im„Palast“ geht es boch her. Man feiert tagtäglich Orgien über Orgien, wie in den schönsten Tagen Abdul Aziz's, und wer wollte in diesem tollen Treiben unter- scheiden, ob der Padischah bloß betäubt und sinnen⸗ berauscht oder wirklich wahnsinnig ist. Mahmud Damat Pascha ist der Impresario dieses Treibens und verfolgt seine Zwecke dabei. — 25. Febr. Dem Vernehmen nach ist in der gestrigen Conferenz zwischen den serbischen Abgesandten und Safvet Pascha eine Verständigung erzielt. Wie verlautet, würde Fürst Milan dem- nächst in einem Schreiben an den Sultan erklären, daß er die Friedens-Bedingungen annehme, worauf dann der Großvezir erwiedern würde, daß die Pforte hiervon Act genommen habe. Die Stellung des Fürsten von Serbien zur Pforte solle hier- nächst durch einen neuen Ferman geregelt werden. — 26. Febr. Die serbischen Friedens-Abge⸗ sandten haben heute nochmals mit Sapfet Pascha behufs Ordnung einiger Details berathschlagt. Auch morgen wird wiederum Conferenz gehalten, und wird dann voraussichtlich an diesem Tage oder am Mittwoch das Protokoll hinsichtlich des principiell feststehenden Einverständnisses unter⸗ zeichnet werden. Das Protokoll würde dem Ver- nehmen nach folgenden Inhalt haben: der Friede wird auf Grundlage des Status quo ante berge stellt, unter Gewährung vollständiger Amnestie; das serbische Gebiet wird in einer Frist von 12 Tagen nach Unterzeichnung des Protokolls geräumt. Bezüglich der bekannten moralischen Garantien soll eine schriftliche Erklärung abge— gegeben, und dem Fürsten Milan ein neuer Ferman ertheilt werden. — 26. Februar. Die Zurückberufung des Ex-Vezirs Midbat Pascha wird dementirt. Das Seraskierat verweigert vorläufig, auf die Dienst— Anerbietungen polnischer und ungarischer Offiziere einzugehen. Numänien. Bukarest, 27. Febr. Im Senat wurde Seitens des Mitgliedes Deschlin die Vorlegung der Acten über die Neutralität Rumäniens gesordert, von der Regierung jedoch abgelehnt. Der Unterrichts- Minister legte einen Gesetz- Entwurf vor, betreffend die Errichtung einer vielleicht Serbien in den Frieden auch ohne Rücksicht rase Reßiigtu⸗ 1* 1 aadtren * rdanenalen u n n 2 en een Stent 5 erb 0 ere uch. it Bern ing abgesegzt d und alten wagt zicht rd Dita — theologischen und einer medicinischen Facultät an der Universität Jassp. Rußland. Petersburg. An den aus Wien bierber gemeldeten Gerüchten, wonach Seitens des Kaisers von Rußland der Befehl erlassen wäre, die russische Armee solle am 28. cr. den Pruth überschreiten, ist kein wahres Wort. Allerdings erreicht am 28. der zwischen Serbien und der Pforte bestebende Waffen Stillstand, welcher seiner Zeit auf das russische Ultimatum zu Stande kam, sein Ende. Indessen ist nicht zu erwarten, daß der Kampf Serbiens mit der Pforte am 5. März wieder aufgenommen wird. Die Nachrichten über die Friedens-Verhandlungen zwischen beiden Staaten lauten günstig; sollte man bis zum 5. März damit nicht zum Abschluß kommen, so würde jedenfalls eine Verlängerung des Waffenstillstandes erfolgen. Die Situation im Allgemeinen ist unverändert. Und in der That sind schon bebrobliche Anzeichen einge⸗ teten. Zu Montreux am Genfer See sind in ber letzten Saison alle die zahlreichen Hölels und Pensionen leet ge⸗ blieben, und es haben nicht weniger als 26 Bankerotte staligesunden. Auch in Genf mußten mehrere Gasthbse geschlossen werden. Rom. Der Räuberhauptmann Lrone hat zwei Per⸗ sonen in Monte Maggiore ermordet, weil er sie im Ver⸗ dacht batte, Nachrichten über die Bande gegeben zu haben. Handel und Verkehr. metallenen Gegenstand und fand nun bei näherer Unter⸗ suchung ein zumlich oberflächlich geborgenes, mit Steinen bedecktes, sturzolechenes Gesäß und unter demselben einen Haufen mit Steinstaubschlamm überzogener Gold und Silbermünzen, nebst einem silbernen Becher. An Gold- münzen verschiedener Größe barg der vom glücklichen Finder natürlich sogleich gehobene Schatz 438 Stück und an Silberthalern mit theilweise sebr schönem Gepräge 200. Unter den Ducaten sind außer deutschen auch polnische, ungarische, französische und lürkische. Sie gebören meist, wie auch die Sülbertbaler der zweiten Hälfte des 16. und den ersten zwei Decennien des 17. Jabrbunderis an. Friedberg, 28. Febr. Walzen M. 25.—. Korn Wäbrend Les 30jäbrigen Klieges, in welchem unsere Gegend M. 20.—. Gerste M. 18.50. Hafer M. 15—19. Kar⸗ wiederholt schwer heimgesucht wurde, ist wobl von einem Plünderer, der sich verfolgt seben mochte, der Schatz in= 200 Zollpfund. allet Eile und deßhalb so oberflächlich verborgen worden. Nrankfurt, 26. Febr. Der Becher hal eine Höbe von 9 Cm. und einen Umfang ziemlich gut besabren. Angetrieben waren: toffeln M. 5.— Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo Der heutige Viebmarkt war 380 Ochsen, von 26 Cm. Er hält ewas über ½ Liter und ist oben 240 Kübe und Ninder, 200 Kälber und 400 Hämmel am Rand und unien am Fuß je 2 Cm. boch vergoldel Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 63—64. und ciselirt, sonst aber ganz glatt. Der Meitallwertb des 2. Qual. M. 58—60. Kübe und Rinder 1. Qual. M. 58. ganzen Fundes mag gegen 4000 M. betragen und wird 2. Qual. M. 4850. Kälber 1. Qual. M. 50—54., von der ganzen Gemeinde det seither in ziemach dürftigen 2. Qual. M. 44— 48. Hämmel 1. Qual. M. 52. Verhältnissen lebenden Familie berzlich gegönnt. 2. Qual. M. 44—46 M. 0 Die Rückäußerungen der Mächte auf die russische Ciccular-Depesche steben noch aus. Von diesen resp. von der Entwicktlung der Dinge in Con- stantinopel werden die diesseitigen weiteren Maß- nahmen abhängen. Die Zeitung „Golos“ scheeibt: Der Friedensschluß zwischen der Türkei und Serbien Arnsberg bal würde die schwebende Frage wieder in dieselbe Lage bringen, wie zur Zeit der Berliner Ver- ständigung; damit trete der Augenblick ein, wo die Aufgabe der Verbesserung der Lage der Christen gestellt werden müsse. Amerika. Wasbington, 26. Febr. Ungeachtet der Einwendungen von demokratischer Seite sind die Wahlstimmen von Pennsplvanien und Rhode Island als für Hayes abgegeben er— klärt worden. New ANork. 27. Febr. Nach hier einge langten Nachrichten aus Mexico ist Porfirio Diaz zum Präsidenten der Republik und Villerta zum Präsi— denten des obersten Gerichtshofes gewählt worden. Allerlei. Elpersheim a. d. Tauber. Am 16. Febr. begab sich ein hiesiger Weingärtner mit seinem Weibe in seinen Weinberg, um einen jener eigenthümlichen Weinbergstein⸗ wälle umzugraben und die auf dem Grund befindliche Erde für seinen Weinberg herauszuschaffen. Mit dem ersten Hieb, den er in das Steingerölle ibat, stieß er auf einen Die Rindetpest gewinnt an Aus- Frankfurt, 26. Febr. Fruchtberich!. Mehl Nr. 1 und ein M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., Köln, 23. Febr. dehnung. Gestern itaf aus dem önlichen Deuisch! großer Viehttaneport in Barmen ⸗Rittetsbausen ein und Nr. wurde angebalten; beute erscheß man eine bedeutende An- do. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen ab Babnbof zahl dieses Viehes bei Schiehbusch. Drei Ochsen, welche bier M. 25.50, ab unserer Umgeg nd M. 25.— 25.25, von einem derartigen Transport hier eingeführt worden, tember je nach Qualitat M. 21—24. Korn M. 17.75 mußten ebenfalls verscharrt werden. Die Regierung zu dis 19.25, Gerste M. 19—21., Hafer M. 15.50— 18.—, die Kreise Hagen, sowie die Stadt und das Erbsen M. 21—24., Wicken M. 19., Linsen M. 21—30., Amt Haftingen des Kreises Bochum und das Amt Halver Rüböl M. 82. Die Preise verstehen sich sämmtlich per des Kreises Altena als Seuchen Bezirk erklär. 200 Pfund Zollagewicht= 100 Kilo. Aachen. Von bier wird der„Rb. und M. Zig.“„Man 26. Febr. Producien-Markt. Wanzen per berichtet, daß die Gegend um den Lousberg ein Scitennück März 22.25 ver Mai 22.85. Korn per März 16.70, von Kaub werden soll. Ein ganzer Komplex ba: sich in per Mam 16.85. Daser per Mö z 16.70, per Mai 16.85. der Näbe des Lousbeiges beinahe einen Fuß gesenkt. Eine Saler per März 16.70, per Mai 16.85. Rübös per Mai 36.95. ganz mit neuen Häusern angebaute Straße ist dadurch 2 Gebäude, ein Geld⸗Cours. aufs Hdchste gefährdet. Eins der neuen 5. 575 kolossaler Bau ist von oben dis unten getissen. Alle Frankfurt am N. Februar 1877. Neb 0 rd zel gerd 15 a f 0 N N 8 E Nebengänge wurden polizeilich g räum die Gefahr ist sehr 20 Frankenstücke Mf. e 320 groß und vis jetzt noch gar nicht abzuschen. Englische Sovereigns 20 37-42 Dresden. In Loschwitz tam Abend dee 20. Febr. Russische Imper ales 5 K 5 16 75 8⁰ Frau Marie Simon deren Verdienste um die Pfl ge ver⸗ Holländische f 10 Stücke F f* 16 65 G wundeter und erkranktet Krieger während der letzten Feld⸗[Ducaten 90 l 3 9 60 65 —— 1— 0* 0* 3 züge bekennt sind, nach längerem Leiden gestorden.[Ducaten Ade g 80 9 64—69 Dresden, 23. Febr. Wie aus den inländischen Zein⸗[ Dollars in Gold* 4 16 19 1 ungen zu erseben, ist die Rinderpest bereits in 12 Ort⸗ schaften constatirt; größte Vorsicht ist 18 nothwendig. Auszug Oesterreich hal die sächsische und preußische Grenze auf der zuzle. 3—. gesammien Länge ee ee. ossen. aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. Olten. Die schweizerischen Gastbofbesitzer sind in den Geboren: letzten Tagen hier zusammengelreten, um sich über eine Dem Controleur am Vorschuß⸗ und Credit⸗ Herabsetzung det Preise zu berathen, da sonst sdie Fremden, Verein Erasmus Ermus eine Tochter. Gestorben: der unverschämten Ausbeutung ihrer Börsen müde, bald so selten werden würden, wie die Gemsen auf den Bergen. 17. Febr. nrich Simmerock, Schuhmacher, 55 Jahre alt. 15. Febr. Hei V Holz⸗Versteigerung. 566 Freitag den 2. März 1877, von Vormittags 9 Uhr an, werden in den Freiherrlich v. Ritter'schen Waldungen zu Hof Hasselheck 18 Raummeter Kiefern-Rundscheitholz, 2 5 Eichen⸗Prügelholz, 78 1 Kiefern⸗ 5 9,8 4 Stockholz, 6036 Wellen Birken⸗ und Eichen⸗Reiserholz, 95 5 Aspen, Nadel Reiserholz, 4325„ Kiefern Reiserholz, 20„ Dorn, 29 Laͤste Allerleiholz, Gebund Ginstern, Stämme Eichenstammholz, 3—6 Meter lang und 24—30 Centimeter Durchmesser, Stämme Kiefernstammholz, 6— 10 Meter lang und 15—24 Centimeter Durchmesser, Stück Kiesernstangenholz von 5—9 Meter Länge und 9— 14 Centimeter Durchmesser an den Meistbietenden versteigert. Der Anfang der Versteigerung ist im Lohschlag nächst der Usinger Straße. Friedberg den 20. Februar 1877. In Auftrag der Freiherrlich v. Nitter'schen Guts verwaltung zu Rüdesheim Heidt. Holz-Versteigerung. 142 625 Freitag den 2. März d. J., Morgens 9 Uhr, kommen in dem Vilbeler Stadtwald zur Versteigerung: 116 Eichenstämme von 15— 80 Centim. Durchmesser und 4— 11 Meter Länge, 2 Hainbuchenstäͤmme, 6 Ruüsternstämme, 27 Birken Derbstangen, 4 Rüstern⸗ 5 Zusammenkunft auf dem Erzweg. Vilbel den 22. Februar 1877 Großherzogliche Bürgermelsterel Vilbel. r. Brut⸗Eier 606 von ächten Itallener-Hühnern, 4 Stuck 20 Pf. u verkaufen. Näheres bei der Exped. des Ang. Holz- Versteigerung. 646 Dienstag den 6. Marz d. J., Vormittags um 10 Ubr, sollen im Rodheimer Gemeindewald, in den Distrikten Junge Buche und Wellenberg, folgende Holz— sortimente oͤffentlich meistbietend versteigert werden: 65 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, Oeffentliche Aufforderung. 645 Nachbenannte Personen oder ihre Erben wolken die bei ihrem Namen angegebenen, nach dem Eintrag in den Grund- oder Flurbüchern näher bezeichneten Liegen— schaften veräußern ohne ihr Eigenthum daran resp. die Zahlung des Kaufschillings urkundlich nachweisen zu 5 5 können und sind darum Eigenthums- oder sonstige An— 8* Nadel⸗ r. sprüche an diese Liegenschaften so gewiß 13 1 Buchen Prügelholz, binnen 6 Wochen 90 5 Nadel⸗ von heute an dahier geltend zu machen, als sonst ohne 51„ Buchen ⸗ Stockholz, Rücksicht darauf, die auf solchen noch haftenden Be⸗*„ Nadel N schränkungen gelöscht, der Veräußerungsurkunde die ge— 3900 Stück N N( 1 richtliche Bestätigung ertheilt und der Eintrag der Er⸗ werbtitel in das Mutations-Verzeichniß verfügt werden wird. 2 Eichenstämme, 3 Nadelstämme, 7 Nadelstangen. Die Zusummenkunft ist auf der Waldbahn an den drei Eichen. Gegen vorschriftsmaßige Bürgscheine wird Zahlungs⸗ frist bis 1. September d. J. gestattet. Gemarkung Bad Nauheim. 1) Johannes Horn II. in Bad Nauheim: Kat. S. 4367. Pmb. 1282. Kat. S. 4368. Pmb. 322. 421. 435. 692. Kat. S. 4369. Pmb. 978. 116 J. 1080. 1201. A. I. B. n. 8 2 Kat. S. 490. Pmb. 462. Kat. S. 491. Pmb. 732. N v. d. 3 26. September 1877. B. Gemarkung Ober-Mörlen. roßherzogliche— v. d. H. 2) Heinrich Mobs IV. in Nieder- Mörlen: Fl. IX. Nr. 906 und 104 3) Anton Konig VI. und Ehefrau, geb. Scheibel, in Ober Mörlen: Fl. XXV. Nr. 150. Fl. XXV. Nr. 176. Fl. XXX. Nr. 359. Fl. IX. Nr. 2. 4) Peter Schmidt II. in Ober⸗Mörlen: Fl. X. Nr. 658. 5) Joseph Jeckel 1. in Ober Mörlen zugeschrieben Fl. XX VI. Nr. 187. 6) Martin Koch 1. Fl. XXII. Nr. 15. Wehrbeim, Beigeordneter. Vergebung von Drainirungs— Arbeiten und Fuhren. 655 Dienstag den 6. Marz d. J., Nachmittags 2 Uhr, 5 b g sollen auf dem Rathhause zu Melbach die bei Aus⸗ in Ober Mörlen zugeschrieben führung der Felddrainage in den Fluren IV und V, Gemarkung Melbach, vorkommenden Arbelten und Fuhren, C. Gemarkung Roͤdgen. als: M. Pf. 7) Conrad Jehner in Roͤdgen zugeschrieben Fl. IV. 1) Anfuhr der erforderlichen Drainroͤhren, Nr. 110. veranschlagt zu 317 63 D. Gemarkung Steinfurth. 2) Fertigung der profjeetirten. Graben⸗ arbeiten, einschließlich dem Roͤhrenlegen und Zufüllen der Gräben, veranschlagtzu 1631 40 oͤffentlich wenigstnehmend in Accord gegeben werden und sind Lusttragende hierzu eingeladen. Friedberg am 28. Februar 1877. Greb, Wiesenbaumetster. Lehrlings-Gesuch. Ein braver Junge kann in die Lehre kreten bel Assenheim. Anton Rossel, Spenglermetster. 8) Christoph Schmiermund in Steinfurth zugeschrieben Flr. XIV. Nr. 113. E. Gemarkung Wisselsheim. 9) Hospital Friedberg zugeschrieben Fl. II. Nr. 8. Bad⸗Nauheim den 10. Februar 1877. Großherzogliches Landgericht Bad⸗Nauhelm. em p l. Zu vermiethen 613 ein großes moͤblirtes Zimmer. Zu erfragen bei L. Backes im Laden. 600 U N N r r des Volksbildungs⸗ zu dem Freitag den 2. März c., Abends prã Vortrage des Herrn Professor Dr. Der Zutritt ist Jedermann gestatte Friedberg. Einladung Diegel: Ueber die Stadt Jerusalem mit Blicken auf ihre Geschichte und die Geographie Westasiens. Vereins Friedberg eis 8 Uhr, im Ratbhaussaale stattsindenden t. Der Vorstand. Casino in Friedberg. 654 Sonntag den 4. März Damen⸗Casino mit Musik in dem Saale der„Drei Schwerter“. Anfang 7½ Uhr. Der Vorstand. Gesuch. Ein im Glasergeschäft bewanderter Geselle kann Glasermeister K. Jung in Friedberg. Lehrlings-Gesuch. 559 Für ein Eisenwaarengeschäft einer gewerbreichen Stadt Hessens wird ein solider junger Mann in die Lehre gesucht. g Näberes bei der Expedition des Anzeigers. 617 Eltern, welche ibre Kinder später das Gymn. od. die Realsch. besuchen lassen und zu diesem Zweck erreichen wollen, daß dieselb. viel rascher, als in den überf. Unterel. des Gymn. od. der Realschule fortkommen, finden hierzu eine außergew. günst. Gelegenheit in ein. Priv., Pension in der Prov. Oberhessen.— Alles Nähere 565 in Arbeit treten bei briefl. auf frane. Anfr. durch Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. unter der Chiffre„Pension“ b(254/11) Für Weber und Privaten. 634 Eine große Parthie Werg- und Flachsgarn, sowie baumwollene Zettel- und Schußgarne in allen Nummern und verschiedenen Qualitäten ist frisch eingetroffen und zu den billigsten Preisen zu haben bei ö Berstadt. Chr. Eichelmann Sohn, Färberei. Zu verkaufen. 629 Wegen Sterbefall ist eine neue gut gehaltene Dampf⸗Dreschmaschine preiswürdig gegen Baar oder gegen Caution abzugeben in Eschborn bei Frankfurt am Main bei Karl Jung. Versteigerung. 657 Freitag den 2. März, Morgens 10 Uhr, läßt Unterzeichneter wegzugshalber im Hofe des Herrn Gast— wirth Binzel folgende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigern: 1 Halbverdeck mit Patentachsen, elegantes Korbwägelchen, Schiltten, Häckselmaschine, neues und ein altes einspänniges Pferdegeschirr. Dr. Wagner. Für Oeeconomen. 633 Pferde- und Kubdecken in allen Größen und Mustern zu verschiedenen Preisen sind zu haben bei Berstadt. Chr. Eichelmann Sohn, Färberei. Anzei nzeige. 643 Ich sehe mich veranlaßt, öffentlich bekannt zu machen, daß alle Zieglerwaaren, welche bei mir abgeholt werden, gegen Baarzahlung einen Rabatt von 3 Mark per Tausend erhalten. Demgemäß kosten die auf Credit bis J. September l. J. geholt werdenden 3 Mark per Tausend mehr. Auch verlange ich ausdrücklich von Unbekannten gerichtliche Bürgschaft. Konrad Knaf, Zieglermeister, bei Rodheim v. d. H. Feinster Dorsch-Leberthran, fast geruch- und geschmacklos, in Flaschen mit gestem- peltem Metallverschluss 3 60 Pfennig, Mark 1. und Mark 1. 70 Pfennig acht zu haben bei Frau Hoflief, Windecker in Friedberg. PEI. J. Weiss in Nauheim. 207 Aufforderung. 647 Alle Diejenigen, welche Forderungen an den ver— 3 5 Simmerock haben, wollen sich binnen agen bei mir melden, widrigenfalls dieselben kei Berücksichtigung finder. f ee Friedberg den 26. Februbar 1877. 2—— Wirthschafts-Eröffnung. 642 Einem geehrten Publikum von Friedberg und Umgegend mache ich hiermit die ergebene Mitthellung, daß ich die früber Preußer'sche, seither von Herrn C. Walter betriebene Wirthschaft nebst neu eingerichteter Brauerei und Stallung Donnerstag den 1. März eröffnen werde. 910 Durch meine ausgedehnten Einrichtungen bin ich in den Stand gesetzt auch großere Aufträge in Gebinden zu effectulren.. Friedberg. V. Binzel. 653 Jeden Freitag frisch gewässerter Labberdan bei Wilhelm Fertsch. Hausbursche, ein junger, gewandter, wird gesucht. Eintritt sogleich' Näberes zu erfragen bei der Exped. d. Anz. 640 Eine Mahlmühle mit einem Gang und einer Bäckerei ist zu verkaufen. Näheres bei E. Bing in Ober-Rosbach. 641 652 Das in der Johannisstraße 191 liegeade Wohn— haus, bestebend aus 5 Zimmern, 1 Küche, 2 Mansarden, Waschküche ꝛc. nebst großem Garten mit Traubenlaube, guten Obstbäumen c., ist vom 15. April er. ab zu vermiethen. Bad-Nauheim. A. Meisinger, Uhrmacher und Goldarbeiter. 648 Unsere am 27. Februar d. J. vollzogene eheliche Verbindung zeigen wir Freunden und Bekannten hiermit ergebenst an. Friedberg den 28. Februar 1877. C. Reuß, Großh. Kreisbaumeister, Amalie Reuß, geb. Hüffell. Anzeige. Wir theilen unsern verehrlichen Kunden mit, daß durch den eingetretenen Tod unseres Herrn Jos. Bender nächsten Freitag von 1 Uhr Mittags an unser Geschäft geschlossen ist. Friedberg. Bender 8 Schwarz. 658 Auf vielseitiges Verlangen wird das Mechanische Theater am Samstag und Sonntag noch einige Vorstellungen geben unter Mitwirkung des Komikers und Musikers Aujust aus dem Cireus Corti. Der Schauplatz ist auf der Freiheit. Es ladet ergebenst ein C. Wallenda. Landw. Wander-Casino für den Kreis Friedberg. 651 Versammlung Sonntag den 4. Mürz l. J., Nach⸗ mittags 3½ Uhr, in der Burck'schen Bierwirthschaft. 659 zu Friedberg. Tagesordnung: 1) Vorlage der 1876er Vereins-Rechnung zur Prüfung und Genehmigung. 2) Erstattung des Rechenschaftsberichts über die Wirk⸗ samkeit des Vereins in 1876. 3) Berathung über die Anschaffung und Vertheilung von Gemüse⸗Sämereien und Saalkartoffeln unter die Vereinsmitglieder. 4) Vorlage des 1877er Voranschlags über Einnahmen und Ausgaben und des Geschäftsplanes. 5) Wahl des Vorstandes für 1877 und 1878. Die Mitglieder des Vereins, sowie sonstige Freunde der Landwirthschaft werden ergebenst eingeladen. Die seitherigen Vorstandsmitglieder wollen sich in dem genannten Locale gefälligst um 3 Uhr Nachmittags zu einer Vorstands-⸗Sitzung einfinden. Friedberg den 27. Februar 1877. Für den Vorstand: Stollwerck sche Brustbonbons 1 10 ind sowohl nature! genommen als Abends und 8 aufgelöst Morgens in heisser Milch oder Thee getrunken von vorzüglicher Wirkung gegen jedes Hals- und Brustleiden. n Orig inalpacketen 5 50 Pfennig vorräthig in Friedberg bei Wilh. Fertsch, Wilh Bernbeck und Hofapotheker C. Cörtz, in Gambach bei Carl Löffler, in Reichels- heim bei Apotheker Chr. Langheinz, in Rocken- berg bei Apotheker F. Sames. 281 Für Hoteliers, Restaurateure und Herrschaften. Elisabethenplatz Nr. 6 in Bockenheim, empfiehlt sich im Wiederversilbern und Vergolden von Tafel⸗Seroisen, Löffeln, Gabeln und sonstigen Metall— gegenständen, sowie in direkter Versilberung auf Britannia— metall. Reelle Preise, prompte Bedienung. 644 581 Auf dem Gronauerhof bei Vilbel sind Back⸗ holz und Dickwurzeln zum Verkauf. Brodpreise vom 1. bis 16. März. Nach eigener Angabe der Bäcker. ür Friedberg, Bad- Nauheim und Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛe Preise vom k. bis 16. März. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg und Bad- Nauheim un verändert. Für Butzbach: 8 Pr. ½ flo. Ochsenfleisch 64 Pf. M. Kuhfleisch, gen. 54„ Schweinefleisch— 64 Rindfleisch, gem. 54 Leber- u. Blutwurst— 72 5 Hammelsleisch 5 Bratwurst— 86 Keil und Carre 60 Fleischwurst— 92 Kalbfleisch 46 Schwartenmagen— 92 Schaaffleisch—„ Geräucherter Speck 1— Nierenfett 54„ Doörrlleisch— 86 Hammelsfett—„ Schinken— 86 Ph. Simmerock, Vormund. Schmalz, ausgel. 1— Schmalz, unausgel— 92 D. Reining, ö Klietsch, Kreis-Assessor. Todes-Anzeige. 656 Verwandten, Freunden und Bekannten machen biermit die traurige Mittheilung, daß es dem lieben Gott gefallen hat, unsern lieben Gatten, Vater, Bruder und Schwiegervater. Joseph Bender nach langem sehr schwerem Leiden heute Nacht 4½ Uhr, nachdem er das 55. Lebensjahr zurück⸗ gelegt hat, in ein besseres Jenseits abzurufen und bitten um stille Theilnahme. Frredberg den W. Februar 1877. Die trauernden Hinterbliebenen. NB. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr statt. Todes- Anzeige. 650 Verwandten und Freunden machen wir die traurige Mittheilung, daß unsere liebe Gattin und Mutter Louise Küchel, geb. Keller, J heute Vormittag 11 Uhr nach viertägigem Krank— sein sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Bernhard Küchel III., Wilhelm Küchel. Butzbach den 26. Februar 1877. Israelitischer Goltesdienst in Friedberg Beginn: Freitag Abends 5¼ Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. In — =. 2 —