„ su ung an- amd dqbalb Vresteneoglicher 6 asch⸗Eseenz, usch⸗Essenz, 2 11. Frurltrlasse. Gbristien Wernet. 0 Ter; Texzekole an Kümmich. chessenz, * 4 1 Gdted, Batavia, Citronen allbeln Jertsch. .. 1. Nil. Rum und senzen — es 2 stbonbols. N heim. 111 1 0 11 . 1 * ö 9 Alsfeld, Lauterbach und 1 1 1876. 1 Samstag den 30. Dezember. N 154. Oberh Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — * Wir bringen hiermit zur Kennkniß, daß die im ganzen deutschen Reich am 10. Januar kommenden Jahres von Morgens 10 Uhr bis Abende 6 Uhr vorgenommen werden. Zugleich wird bekaunt gegeben, daß zur Leitung der Wahlen der Abgeordneten zum Reichstag 6. in den Wahlkreisen des Großherzogthums zu Wahlcommissären ernannt worden sind: 1. Für den ersten Wahlkreis, bestehend aus Gießen, Grünberg und Nidda, der Großherzogliche Provinzialdirector v. Röder zu Gießen. 2. Für den zweiten Wahlkreis, bestehend aus den vormaligen Kreisen Friedberg, Vilbel und Büdingen, der Großherzogliche Kreisrath Kekule zu Büdingen. 3. Für den. der bestehend aus den vormaligen Kreisen Schotlen, der Großherzogliche Kreisrath v. Kopp zu Lauterbach 4. Für den vierten Wahlkreis, bestehend aus den vormaligen Kreisen Darmstadt urd Groß-Gerau, der Großherzogliche Regierungsrath v. Mar— quard zu Darmstadt. Veröffentlichung. Wahlen zum Reichstag Offenbach. Usinger zu Bensheim. den vormaligen Kreisen Friedberg am 5. Für den fünften Wahlkreis, bestehend aus den vormaligen Kreisen Offenbach und Dieburg, der Großherzogliche Kreisrath v. Grolmann zu Für den sechsten Wahlkreis, bestehend aus den vormaligen Kreisen Bensheim, Erbach, Lindenfels und Neustadt, der Großherzogliche Kreisrath 7. Für den siebenten Wahlkreis, bestehend aus den vormaligen Kreisen Heppenheim und Wimpfen, sowie aus dem Kreise Worms, der Großher— zogliche Kreisrath Lotheisen zu Worms. 8. Für den achten Wahlkreis, bestebend aus den Kreisen Bingen und Alzey, sowie aus dem Friedensgerichtsbezirk Wörrstadt, Kreis Oppen⸗ heim, der Kreisrath Parcus zu Bingen. 9. Für den neunten Wahlkreis, bestehend aus dem Kreise Mainz und dem Friedensgerichtsbezirt Oppenheim, Kreis Oppenheim, der Groß⸗ herzogliche Provinzialdirector Geheimerath Dr. Goldmann zu Mainz. 29. December 1876. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. J. E. d. K.: Klietscch, Kreis ⸗Assessor. An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises Friedberg. Bescheinigungen Freitag den 5. Januar 1877 auszahlen wird. Friedberg den 27. December 1876. * Für Wir ersuchen Sie, Diejenigen Ihrer Ortsangehörigen, welchen Pfleglinge unserer Stiftung anvertraut sind, zu benachrichtigen, daß unser Rechner, Herr Stadtrechner Vogt dahier, die Pflegegelder für das zweite Semester 1876 und zwar nur nach Beibringung der vorschriftemäßigen den Vorstand der Mathilden⸗Stiftung. 4 Meyer, Pfarrer. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 27. Dee. Gerüchtweise verlautet von einem neuerlichen Attentat auf ein österreichisches Schiff unterhalb Belgrad. Auf den Dampfer„Hildegard“ soll geschossen worden sein. Die Richtung, woher der Schuß gekommen, ist noch nicht ermittelt. Pest, 27. Dec. Die Minister Tisza und Szell sind heute nach Wien gereist, der Kaiser gebt heute Abend ebenfalls dahin, wo morgen großer gemeinsamer Ministerrath stattfindet. — Die„Presse“ meldet: Der magyarische Finanzminister deckt den für Januar erforderlichen Zinsenbedarf von 17 Milionen mit den Rest⸗ Beträgen der früher begebenen 40 Millionen Goldrente. Sonach sind die Meldungen, der Minister sehe sich nach einem Vorschuß für jenen Zinsen-Bedarf um, ohne Begründung. Frankreich. Versailles, 27. Det. Die Budget Commission der Deputirtenkammer hat mit 12 gegen 11 Stimmen die vom Senat abge- änderten Etats-Positionen wieder in der früher von der Depulirtenkammer beschlossenen Form her⸗ gestellt, lehnte es dagegen ab, dem Antrage Gam— betta's gemäß in den Commissions⸗Bericht eine Erklärung gegen das Budget⸗Recht des Senates aufzunehmen. 1 Belgien. Brüssel. Der„Independance belge“ zufolge hätte Belgien in der Occupationssrage nur durchaus vertrauliche Mittheilungen erhalten und seinen auswärtigen Vertretern davon auch nur vertrauliche Mittheilungen gemacht. Minister Malou hätte Letzteren angezeigt, daß Belglen, ohne das eventuelle Ersuchen der Mächte absolut ab zuweisen, sich dennoch verpflichtet fühle, die An⸗ nahme von der Gewährung gewisser moralischer und finanzieller Garantien abhängig zu machen. Die„Independance“ bezweifelt, daß diese Be: dingungen Belgiens Aussicht auf Annahme Seitens der Großmächte hätten. f Großbritannien. London. Nach einer anscheinend officlösen Mittheilung der„Morning post“ hätte die englische Regierung, wie auch ihre Entscheidung in der orientalischen Frage aus- fallen möge, zu keiner Zeit beabsichtigt, die in der Basika⸗ Bay ankernde Flotte nach England zurückzuberufen oder die diplomatischen Beziehungen mit der Pforte abzubrechen. Allerdings begebe sich die englische Flotte demnächst nach Salonichi oder dem Piraeus, aber lediglich nur aus dem Grunde, weil die Basika-Bay zur Winterzeit einen gefährlichen Ankergrund hat. Türkei. Constantinopel, 26. Dec. Die „Ag. Hav.“ meldet: Midhat Pascha besuchte beute die Botschafter und Bevollmächtigten, äußerte sich über die Garantie-Frage und die Mitwirkung fremder Gensdarmerie, sprach aber von keiner Ablehnung. Salisbury erklärte heute dem Sultan, daß alle Mächte darin einig seien, auf der Annahme ihrer Forderungen zu bestehen und daß im Falle einer Ablehnung alle Botschafter abreisen würden. Die nächste Conferenz⸗ Sitzung ist endgültig auf Donnerstag festgesetzt und wird die Pforte als— dann ihre Entschließungen bekannt geben. Der Waffenstillstand würde auf 14 Tage eventuell verlängert werden. Im Falle eines Krieges ist die Pforte entschlossen, die armenischen, griechischen und bulgarischen Christen zu bewaffnen. Edhem Pascha wurde zum Präsidenten des Staatsraths ernannt. Sir Henry Elliot reist demnächst ab. Odian Effendi geht in besonderer, wie es heißt finanzieller Mission nach Paris und London. Es wird das Erscheinen eines Irade's, welcher das Decret vom 6. October bezüglich der Staatsschuld annullirt, unverzüglich erwartet. — 27. Des Die„Int. Tel. Ag.“ meldet: Der Großvezir Midhat Pascha hat sich gestern bei General Ignatieff in Gegenwart sämmtlicher Mitglieder der Confetenz entschieden dahin aus- gesprochen, daß die türkische Regierung entschlossen sei, in keinem Punkte nachzugeben. Montenegro. Cettinje, 28. Dec. Da der Waffenstillstand zu Ende geht, gingen die Oberbefehlshaber Protovie und Vukotic auf ihren früheren Posten ab. Serbien. Belgrad, 26. Dee. Die „Pol. Corr.“ meldet: Die Bildung des neuen Cabinets begegnet Schwierigkeiten: es cursirt fol gende Ministerliste: Präsidium Marinovits, Aeußeres Zakits, Inneres Nikola Christitsch, Cultus Filipp Christitsch, Krieg General Protitsch, Finanzen Mijatowitsch, Verkehr Oberst Jowanowitsch. — 26. Dec. Der gestern angekommene russische General Nikitin tritt an die Stelle Tschernajeff's, welcher nicht mehr zurückkehrt. General Nikitin hielt eine Revue über sämmtliche russische Abtheilungen ab und sagte dem um ihn versammelten Officier- Corps: er sei auf Befehl des Kaisers gekommen, um das Commando zu übernehmen, und betonte zugleich, daß alle in dem russischen Corps dienenden Ausländer in den Ver— band der russischen Armee treten. Die Corps- Commandanten erhielten Befehl, unverweilt an ihre Bestimmungs Orte, sämmtliche anwesenden Freiwillige an die Drina abzugehen. Rumänien. Bukarest, 26. Dec. Die Kammer nahm einen Gesetz- Entwurf an, der die Gemeinden verpflichtet, die Felder der einberufenen Reservisten zu bestellen und für deren Familien zu sorgen. Der„Timpul“ theilt mit, daß die ehemaligen Minister heute zwangsweise vor das Untersuchungs-Comits der Kammer geführt werden. Dieselben hatten schriftlich erklärt, daß fie nur den Instructionsrichtern der Cassations- und Ge⸗ richtshöfe antworten würden. Griechenland. Athen, 27. Dec. Die Kammer bewilligte einen Credit von 10 Millionen für die Extra- Rüstungen und genehmigte die Vor— lage zur Einberufung von 120,000 Mann, ferner wurde das Gesetz über die Verantwortlichkeit der Minister angenommen. Rußland. Petersburg. Der„Reg.“ Anzeiger“ veröffentlicht ein von fünf Aerzten unter- zeichnetes Bulletin, wonach der Obersteommandirende der Süd-Armee, Großfürst Nicolai, am 19. Dec. in Folge einer Erkältung an einem Unterleibs⸗ leiden erkrankte. Bis zum 24. Dec. war noch keine Besserung eingetreten. essischer Anzeiger. ——— —— — 2 ** 5. 9 Aegypten. Cairo. Marriot wurde zum europäischen Verwaltungs ⸗Cbef der Eisenbahnen ernannt. Der„Oberste Rath des Schatzes“ hat zu functioniren aufgehört, da sämmtliche Mit- glieder desselben ihre Demission einreichten. Romaine ist als Vertreter der engl. Interessenten zum General- Controleur über die Ausführung der finanziellen Vorschläge von Göschen und Joubert ernannt worden. Amerika. New⸗RNork, 25. Dec. Nach Berichten aus San Domingo ist daselbst Revo; lution ausgebrochen. Der Präsident Gonzalez wurde abgesetzt und ist flüchtig. — Nach Berichten aus Mexico vom 9. d. M. wird die Regierung des Iglesias, welche in Quere taro ihren Sitz genommen hat, von 11 Staaten anerkannt; derselben steht eine Truppenzahl von 12,000 Mann zur Verfügung. Die Streitkräfte des Porsirio Diaz, welche 18,000 Mann stark sind, halten die Staaten Mexico, Hidalgo, Puebla, Oaseaka und Veracruz besetzt; 10,000 Mann von ihnen haben sich gegen Iglesias in Marsch gesetzt. Die hier am 10. d. M. veröffentlichte Nachricht aus Matamoras, wonach der bisherige Präsident Lerdo de Tejada gefangen genommen und mehrere Mitglieder seines Cabinets hingerichtet wären, hat noch keine weitere Bestätigung gefunden. — 27. December. Das Control-Comité in Florida hat sich geweigert, der Anweisung des obersten Gerichtshofes des Staates Folge zu leisten, gemäß welcher die von den Wahlmännern für die Präsidenten⸗Wahl abgegebenen Stimmen nochmals auf der Basis der letzten Berichte geprüft werden sollten. Aus Stadt und Land. Friedberg, 28. Dec. Gestern Abend 6½ Uhr verschied nach nur zweitägigem Krankenlager an einer Lungenlähmung Herr Geheime Regierungsrath Trapp. Geboren am 13 Juni 1806 zu Nieder⸗Ohmen, wurde er nach ädselvirten Studien 1835 Kreissecretär in Groß⸗Gerau, dann 1843 Pecovinzialsecretär in Gießen und 1848 Kreisrath in Biedenkopf. Im September 1859 kam er sodann in gleicher Eigenschaft hierher und wukte seit dieser Zeit in segens reicher Weise in seinem oft schwierigen Amte. Von seinem Landesherrn wurde der Verewigte mehrfach ausgezeichnet. Von seinen Vorgesetzten als pflicht 0 9 treuer Beamter geschätzt, von seinen Untergebenen verehrt, in seinem Privatleben ein treuer, guter Gatte und Vater und ein liebenswürdiger Gesellschaster, verstand er es wie Wenige, sich die Liebe und Achtung Aller zu erwerben, die mit ihm in Berührung kamen. In ihm verliert unsere Stadt und unser Kreis einen ihrer Besten. Friede seiner Asche und Ehre seinem Angedenken! H. Friedberg. Am Abend des zweiten Weihnachts⸗ tages hielt der hiesige Turnverein ein Tanzvergnügen, ver⸗ bunden mit Concert, in dem neuetrichseien Saale des Bierbrauers Steinhäußer ab. Die ausgeführten Musik⸗ stücke ernteten den größten Beifall und wiederum zeichnete sich die junge Gesangsabiheilung, Dank dem regen Eifer ihres Dirigenten, durch die präcise Ausführung ihrer Lieder auf das Beste aus. Das ganze Fest war gelungen und die meisten Theilnehmer gingen erst nach Hause, als der Morgen durch die Fenster graute. Die Bedienung seilens des Wirthes war eine gute und lobenswerthe und verdient alle Anerkennung. Nur etwas mehr Platz hälte sein dürsen. Gießen. Im gegenwärtigen Winter⸗Semester nehmen an den Vorlesungen der hiesigen Universtiän überhaupt Theil 355 Zuhö ker. Davon stubiren Theologie 22, Rechts⸗ Wissenschaft 84, Mediein 70, Tyier⸗-Arznei⸗Kunde 8, Cameral-⸗Wissenschast 3, Forst⸗Wissenschaft 9, Mathematik 21, classische Philologie 27, neuere 18, Philosophie, Natur⸗ wissenschaften u. s. w. 24, Pharmacie 25, Chemie 203 darunter 97 Ausländer und 24 Personen reiferen Alters. Darmstadt. Dieser Tage bedienie sich ein Dienst⸗ mädchen beim Feueranmachen des Petroleums, als plötz ⸗ lich das Gesäß explodirie und die Unachtsame mit der brennenden Flüssigkeit überschüttet ward. Obwohl Hülfe rasch zu Stelle war, sollen die erheblichen Brandwunden doch für das Leben fürchten lassen. Mainz. Wie das hiesige„Tagblatt“ mittheilt, hat das Minsterium dem kalholischen Pfarrer Graf in Wein⸗ olshein wegen der unziemlichen Züchtigung erwachsener Mädchen die Ertheifung des Religionsunterrichts untersagt. Handel und Verkehr. Frankfurt, 27. Dec. Der heutige Heu- und Stroh⸗ marki war ziemlich schlecht befahren. Heu kostete per Cent⸗ ner je nach Qualität M. 4.50—6.—. Strob per Centner M. 45.50. Butter im Großhandel das Pfund 1. Oualität M. 1.36—40., 2. Qual. M. 1.25—30., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.40—50., 2. Qual. M 1.4048. Eier das Hundert M. 6.—. Kartoffeln per 200 Zollpfund M. 5—6. Geschälte Erbsen per 100 Kiloqr. M. 37— 40. ganze Erbsen M. 25—28. Bohnen M. 24—28. Linsen M. 38—42. Frankfurt, 27. Dec.(Viehmarkt.) Der heutige Mankt war ziemlich schlecht bei boben Preisen befahren. Angetrieben waren: 290 Ochsen, 120 Kübe und Rinder, 156 Kälber und 220 Hämmel. Die Preise stellten sich per Centner: Ochsen 1. Qual. M. 68., 2. Qual. M. 62. Kübe und Rinder 1. Qual. M. 58., 2. Qual. M. 52. Kälber 1. Qual. M. 55—60., 2. Qual. Hämmel 1. Qual. M. 40—55. Ochsenfleisch das Pfund 70 Pf., Rinofleisch 50 Pf., Schweinefleisch 75-80 Pf., Kalbfleisch 50—60 Pf., Hammelfleisch 46—63 Pf. Frankfurt, 27. Dec. Fruchtbericht. M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., do. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen eff. bies. M. 24¼., jremder je nach Qualität M. 19—22., Korn M. 18.— bis 19, Gerste M. 18½—19¾., Hafer M. 1518. Kohlsamen M.—., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 19., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 85. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zoll gewicht= 100 Kilo. Friedberg. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Anhalt⸗Dessausschen Landes-Bank, der communal⸗ siändischen Bank für Ober-Lausitz, der Gothaer Privat⸗ Bank und der Weimar'schen Banknoten zu 100 M. Für den Mühlknappen Schrader erhalten: Von Frau Pfarrer Breidenstein in Södel M. 3.—, L. H. Strauß hier M. 3.—. Bis zum 4. Januar 187 nehmen noch Beitäge entgegen Trapp Jöckel. Die Exped. des Oberh. Anz. rath, 70½½ Jahr alt. Geld: Cours. Frankfurt am 28. December 1876. 20⸗Frankenstücke Mk. 16 22—46 Englische Sovereignss.„ 20 33—38 Russische Imperiales„ 16 70-75 Holländische fl. 10 Stücke„ 16 65 G. Duta ten. U„ 9 60—65 Ducaten al maro„ 9 64—69 Dollars in Gold. 9 4 16 19 Briefkasten. 5 K. in Kloppenheim. Beschwerden wegen unregel⸗ mäßigen Eintreffens des Anzeigers wolle man immer nur an das zuständige Post⸗Amt richten. Oeffentliche Aufforderung 4069 Forderungen an den Nachlaß des Michael Odermatt aus Stans(Kanton Unterwalden), zuletzt im Dienst bei Herrn Pachter Koch in Assenheim, sind sogewiß binnen 14 Tagen bei dem unterzeichneten Gericht oder bei dem Massecurator, Gerichtsmann Runkel in Assenheim, anzumelden, als sonst sie bei der Regulirung des Nachlasses nicht mehr berücksichtigt werden könnten und derselbe den in der Schweiz wohnenden Erben aus— geliefert werden würde. Friedberg den 14. Dezember 1876. Großherzogliches Landgericht Friedberg. Pistor, Langermann, Landrichter. Landgerichts-Assessor. Hofguts⸗ Verpachtung. 4070 Das in der Gemarkung Hofweier gelegene Frei— herrlich v. Franckenstein'sche Hofgut„Marienhof“ wird im Jahr 1877 pachtfrei und soll auf weitere 12 Jahre in Pacht gegeben werden. Dasselbe besteht aus ungefähr 216 bad. Morgen (77 Hect.) Ackerland und Wiesen nebst geräumigen Wohn⸗ und Oeconomiegebäuden, ist mit circa 700 Obstbäumen bepflanzt, nur 3/ Stunden von der Kreisstadt Offenburg entfernt und sehr zum Betriebe einer Milchwirthschaft und Brennerei geeignet Mit Vermögens-, Leumunds- und Qualifikations⸗ Zeugnissen belegte Pachtangebote sind innerhalb 6 Wochen bei unterfertigtem Rentamte einzureichen, bei dem auch die Pachtbedingungen eingesehen und etwaige Aufschlüsse erholt werden können. Offenburg in Baden den 20. Dez. 1876. Freiherrlich v. Franckenstein'sches Rentamt. Rabenstein. Aufforderung. 4126 Alle, welche aus dem laufenden Jahre noch eine Forderung an uns oder einen unserer Zöglinge haben, wollen ihre bezüglichen Rechnungen alsbald bei uns ein⸗ reichen. Friedberg am 27. Dezember 1876. Großherzogliche Direction des Taubstummen Instituts. PET Nad. Seidene Umknüpftücher, schwarz, weiß und farbig billigst, 3859 L. Wetterhahn. ⸗ Vergebung von Bauarbeiten. 4140 Die zur Herstellung der Pfarrhofraithe zu Glau- berg erforderlichen Arbeiten und Material- Lieferungen, veranschlagt zu: Pf Maurerarbeit 1077 60 Steinhauerarbeit 165 14 Zimmerarbeit 874 43 Dachdeckerarbeit 276 2 Schreinerarbeit 685 6 Schlosserarbeit 612 40 Glaserarbeit 101 24 Weißbinderarbeit 970 51 Spenglerarbeit 125 52 Tapezierarbeit 151 26 Pflasterarbeit 210— Bruchsteinlieferung, 32 Cbkm., pro 1 Cbkm. 4 Mark 128— Russensteinlieferung, 28,100 Stück, pro 1000 Stück 28 Mark 786 80 Speicherplättchen, 100 Stück, pro 100 Stück 3 Mark 3 Im Ofen gebrannte Backsteine, 1000 Stück, pro 1000 Stück 30 Mark 30— Sandlieferung, 77 Cbkm., pro 1 Cbkm. 5 Mark= 385— Kalklieferung(schwarzen Kalk), 221,30 ECtr., pro 1 Ctr. 1,50 Mark 3881 895 Cementlieferung, 8 Tonnen, pro 1 Tonne 13 Mark 104— Kamintuffsteine(zweiröhrig), 12 lfd. Mtr., pro lfd. Mir. 4 Mark— Pflastersteinlieferung, 10 Cbkm., pro! Cbkm. 6 Mark 60— Gußwaarenlieferung 340— sollen auf dem Submissionswege vergeben werden und sind die Offerten bis zum 8. Januar 1877, Mittags 12 Uhr, frankirt und verschlossen an den Unterzeichneten einzusenden, woselbst auch Zeichnungen, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Friedberg den W. Dezember 1876. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. e u R 5 Wintersck interschuhe, Hosen und Jacken, Herrentücher und Baschliks, sowie sonstige Winterwaaren werden billigst abgegeben bei 4020 Geschwister Schloß. Q 1 7 9 Immobiliar⸗Versteigerung. 3869 Freitag den 14. Januar 1877, Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause die nachbeschriebenen Immobilien des Adolph Engel dahier öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klfttr. 1. 209. 277¼10. Hofraithe in der Stadt, 1. 208. 688/10. Hofraum und Schlachthaus daselbst, 1. 207. 1063/10. Grabgarten daselbst. 1 10 210 Acker hinter der Töpfenkaute. Friedberg den 29. November 1876. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fou car. Versteigerung. 4128 Nächsten Mittwoch den 3. Januar 1877, von Vormittags 11 Uhr an, sollen zu Loͤwenthal bei Wisselsheim 5 3 gußeiserne Oefen, 2 Herde, wobei 1 großer mit kupfernem Wasserschiff und Bralofen, 5 Stück noch gutes Ofenrohr, 15 Stück Mistbeetfenster, theilweise mit und theils ohne Glas, 267 große gute Glasscheiben vom Treibhaus, 112 ditto beschaͤdigte, 5 1 Korb voll altes Glas, 5 Stück Schienen, Schmiedeisen mit Falz für Glas, vom Dach des Treibhauses à 5⅝ Meter lang, 4 Stück starkes Reifeisen à 3 Meter lang, N 3 uten Rundeisen à 3 Centim. dick und 3 Meter ang, 2 Stangen Draht, 1½ Centim. dick, 3 Stück Flammeisen, zu Faßreifen geeignet, à 10 Meter lang und 1 Haufen Gitterwerk zu Lauben N. ꝛc. versteigert werden. Ober⸗Florstadt am 29. Dezember 1876. Der Freiherrlich v. Löw'sche Rechnungsführer Eine Parthie Flonkühemden habe in guter Qualität erhalten und werde das Stück zu 5 und 6 Mark abgeben. 3858 L. Wetterhahn. . 50—54. Mehl Nr. 1 mit dem 31. December werthlos werden: die Scheine Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. Geboren: 12. Dez. Dem Maurer Friedrich Karl Berg II. eine Tochter. 22. Dez. Dem Schneider Adam Rampe ein Sohn. 24. Dez. Dem Sattler Albert Starck ein Sohn. 26. Dez. Dem Leineweber Joh. Ploch ein Sohn. Gestorben: 16. Dez. Elisabetha Wilhelmine Amalie Theona Korwan, Töchterchen des Großh. Steuer-Controleurs, Anton Korwan, 3 Jahre 4 Monate alt. 24. Dez. Ein Söhnchen des Schneidermeisters Adam Rampe, 2 Tage alt. 5 27. Dez. Adolph Trapp, Großh. Geheime Regierungs⸗ —————— D — 4119 ö anfang Schla zeichne 856 — 8 1 tr ber Sun a. N Stadl Fritdbetg. * Nerat alt. SSrnnnfüntz Adam 25 burt. Duni lers. .. d 7 „ 9 38 „ 1 7075 „ 8 65 6. . 50—65 64-69 116 19 reer vegen untegel⸗ u mn mut nut zersteigerung. , Vermittags du vet beschnebtnen * Fertlich an den 1 ter Statt e Schlachthaus „ keit a Töpferkaute. dulerntt Friedbelg. 2 von teeth 1877 te Fasserschff 1 * 1 bbeils e hel bah iin Glut 20 rt lang/ * g un. 3 Nun n E63 1 1 * . 4*.. 1% get S. Negierungs⸗ 4 2 0 mu ner— Holz- Verstei gerung 4420 Im Gemeindewald Nieder Rosbach, im Distrikt Bauwald, werden Donnerstag den 4. Januar k. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, folgende Holzsortimente versteigert: 72 Raummeter Aspen ⸗Scheitho'z. Eichen⸗ 1 20 5„ Prügelholz, „ Aspen; 8 * 9 Eichen⸗Stockholz, 10 1 Aspen⸗ 59,5 Nadel⸗ 295 Stück Aspen⸗ und 1650˙ Stück Nadelwellen, 46 Stück Eichenstämme von 5— 9 Meter Länge und 15—25 Centimeter Durchmesser, 125 ü Fichtenstämme von 5—17 Meter Länge und von 15—41 Centim. Durchesser, 73.03 Festm. Inhalt, 13„ Cichenstangen von 5— 7 Meter Länge und von 9— 14 Centim. Durchmesser, 7„ Fichtenstangen von 7— 12 Meter Länge und von 9—14 Centim. Durchmesser. Zusammenkunft am Pflanzgarten, oberhalb des Bain— hardshofes. Sämmtliche Fichtenstämme eignen sich vor⸗ zuͤglich zu Bau-, Werk- und meistentheils zu Schnittholz. Nieder⸗Rosbach am 27. Dezember 1876 Oroßherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Rosbach. Gro h. Holz- Versteigerung. 4119 Mittwoch den 3. Januar 1877, Vormittags 10 Uhr anfangend, follen in dem Nieder-Mörler Gemeindewald, Schlag Nr. 18, dem Hofe Hasselbeck gegenüber, nachver⸗ zeichnete Holzsortjmente versteigert werden: 8562 Birken⸗Eichen⸗Durchforstungswellen, 600 Weichholzwellen, g 300 Dornwellen, 200 Ginsternwellen. Zahlungstermin den 1. August 1877. Nieder⸗Mörlen den 27. Dezember 1876. Großherzogliche Bürgexmeisterei Nieder-Mörlen. Mö bs. Jagd-Verpachtung. 4127 Donnerstag den 4. Januar 1877, Vormittags 11 Uhr, soll die Jagd der Gemarkung Staden auf dem Gemeindehaus zu Staden verpachtet werden. Staden am 28. Dezember 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Staden. Da u Traubenbrustsyruß mit Fenchelhonig in frischer Füllung die Flasche à 1 und 1½ Mark zu haben bei J. A. Windecker, Hoflieferant in Friedberg. Ph. J. Weiss in Bad-Nauheim. 1577 Von Goldleisten und Photo⸗ graphierahmen ist eine neue Sendung in schönster Auswahl eingetroffen. Das Einrahmen von Bildern u. dergl. wird billigst besorgt. 3926 Louis Weis, den Apotheken gegenüber. Hemden nach Maß können schnell angefertigt werden. Stoffe und Einsätze habe stets zur gefälligen Ansicht vorräthig. Auch ältere Fagons werden nach neuestem Schnitt gut sitzend umgeändert. 3928 L. Wetterhahn. Feinsten gestoßenen Zucker, Mandeln, Rosinen, Citronat, Orangeat, Anis u. s. w. empfiehlt billigst N l 5 3874 Friedr. Hilbrecht Wittwe. Die Kunst-Kärberei, Druckerei und Wascherei von J. Küchel in Homburg v. d. 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Billigstes illustrirtes Familienblatt: „Aus gährender Zeit“ von Vietor Blüthgen, „Rühlingsstürme“ von Alfred Meißner, „Im Simmelmoos“ von Hermann Schmid, „Gebunden“ von Ernst Wichert(Versasser des Schuster Lange). Von den demnächst erscheinenden belehrenden und unterhaltenden Artikeln heben wir vorläufig hervor: Mit Illustration.— Bilder aus Sibirien. Mit Abbildungen.— Der Spiritismus und die wissenschaftliche Erklärung desselben.— Die Taufe eines Dichters. Actenmäßige Darstellung.— Aus den Erinnerungen eines russischen Publieisten. Von A. Brehm. (Fortsetzung.— Parlamentarische 1. Der rothe Prinz. 2. Gambetta ꝛc. ꝛc. Die Verlagshandlung von Ernst Keil in Leipzig. Alle Postämter und die Buchhandlung von Carl Bindernagel in Friedberg nehmen Bestellungen an. Regenschirme, Gummischuhe 4123 bei L. Backes. Hofapotheke o Dr. Uloth 4100 empfiehlt: Rum, Arat, Bischof⸗ und Punsch⸗Essenz. Aechtes Nestle'sches Kindermehl (zu dem jetzt allgemein gültigen Preis). 4130 Donnerstag den 4. Januar 1877, Vormittags 9 Uhr, läßt Wilh. Werner in Nieder⸗Erlenbach theilungshalber folgende Gegenstände öffentlich versteigern, als: 2 trächtige Kuͤhe, 10 Hühner, 2 Pflüge, 1 Wagen und sonstige Oeeonomiegeräthschaften; ferner Heu, Grum— met, Stroh, Kartoffeln und Dickwurz. Ein guter Arbeiter wird gegen hohen Lohn gesucht von Jacob Stern, 4132 Landesproduktenhandlung. 4133 Ein Gut von 3— 500 Morgen wird zu pachten gesucht. Es kann bis zum 1. März 1877 oder früher übernommen werden. Offerten wolle man an Heidings⸗ felder 8 Co.(Elwert'sche Universitätsbuchhandlung) Marburg in Hessen senden. 4131 Ein tüchtiger Oeconomie-Verwalter wird gesucht. Näheres bei der Expedition d. Anz. Prima Hammellleisch, das Pfund zu 36 Pfennig, verkauft 4137 K. Neuhof. Chocoladen von Gebrüder Stollwerck, Cöln. 3785 Lieferanten der Höfe von Preussen, Oesterreich, England, Italien, Bayern, Holland ete, ete, garantirt pure Cacao und Zucker auf Lager in Friedberg bei Wilh. Bernbeek und Wiln. 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Simon. 0 Knecht gesucht. 4135 Ein junger Mann kann auf Petritag 1877 einen Dienst erhalten bei Georg Ewald IV. in Ockstadt. Nürnberger 4143 Ochsengaumensalat, marinirte Häringe, russische Sardinen, Anchovis, Sardines à Phuile ꝛc, bei C. F. Walz. 369 Unterzeichneter empfiehlt sich im Reinigen von Vettfedern, sowie Waschen der Bettzenge unter Zusicherung reeller und prompter Bedienung. Bemerkt wird, daß durch das Reinigen der Federn Motten, Milben, sowie alle Krankheitsstoffe gründlich ent⸗ fernt und die ältesten Betten wieder wie neu hergestellt werden, A. Tuy in Vilbel. NB. Auch kann das Reinigen bei größeren Aufträgen im Hause des Auftraggebers geschehen. Carnevalshappen, Masken, Costumes, elegant und billig; Gold- und Silberborden ze.; komische Bilder für Saal⸗ Decoration, kurz Alles für Fastnacht. 3979 Bonner Fahneufabrik, Bonn a. Rh. Bad⸗ Nauheim. Glensdorf's Möbel-Magazin offerirt moderne und solld gearbeitete Möbel, sowohl für Salon als bürgerliche Einrichtungen. Sophas in guten woll. Bezügen von M. 42.— an, nußbaumene Commoden„ e e ovale Tische mit Rollen 6% 27.„ Strohstühle per Dutzend„ 45.—„ Bei ganzen Einrichtungen günstige Zahlungs— 2 bedingungen. leder Art werden rasch und billig Pumpen geliefert. Karl Reuß, Elsen⸗ gießerei und Maschinenwerkstätte in Friedberg. 12⁰ * N 8 a f f 0 N Dilettantenkapelle. Concert mit Tanz am 1. Januar 1877, Abends 7½ Uhr, im Saale des Hötel Trapp. Eintrittskarten sind zu haben bei Lebrer Heß und Abends an der Kasse. An den Reichslags-Candidaten der conservativen Partei! 4134 In Ihrem Wahl- Aufrufe vom 4. Dezember J. J.(wenn man das Ding, das weder Fisch noch Fleisch ist, überhaupt so nennen darf) betonen Sie: Vor allem aber Gehorsam dem Gesetz, gegenüber den Umsturz⸗Be⸗ sirebungen der Socialisten. Herr Candidat! Was heißt Umsturzbestrebungen? Als Jurist muß Ihnen doch bekannt sein, daß alles politische Leben von Anfang an ein Umsturzleben war, daß noch kein Jahrhundert vergangen ist, es hätte denn die Gesetze und Institutionen des Vorigen umgestürzt und neue gemacht. Einem Conservativen mag das wohl unangenehm sein, trotzdem ist es so. 5 f 5 Dank den Umsturzbestrebungen unserer Vorfahren auf allen Gebieten des Lebens sind wir glücklich bis zu unserer modernen Cultur gelangt, andernfalls trüge heute noch der Jurist die stattliche Allongeperücke, der ehr⸗ same Bürger seinen Zopf und der Bauer würde als Leibeigner conservativ geprügelt. Zu allen Zeiten verdammte natürlich die Gegenwart die Vorwärtsstrebenden, nannte sie Umstürzler. Als Christus mit seiner Lehre auftrat, mit der Lehre von der Gleichheit aller Menschen, da verurtheilte ihn jüdische Pfäfferei und römische Juristerei zum Tode am Kreuz, er war ein Umstürzer. Seinen Jüngern gings nicht besser, sie wurden geröstet, gebraten, zerstückt. Giordano Bruno, Huß, Savanarola starben den Feuertod, sie waren Umstürzler. Als die Bauern zu Luthers Zeit mit Forderungen auftraten, die heute Jedermann unbedenklich unterschreiben würde, wurden sie gespießt, gerädert, enthauptet, es waren Umstürzler. Nach der französischen großen Revolution waren bis zum Jahre 48 die Liberalen die Umstürzler, heute sind es die Socialisten. Ja der erste Umstürzler war gar unser aller Stammvater Adam, als er seine conservative Nacktheit mit einem fortschriltlichen Feigenblatt bedeckte. Herr Candidat! Was Ste uns zum Vorwurf machen wollen, ist unser Stolz, gerade darum, weil dieser Vorwurf aus conservativem Munde kommt. Da es Ihnen übrigens fern liegt, um Stimmen zu werben, so wird es Sie auch nicht sehr kränken, wenn wir Sie wissen lassen, daß wir ausnahmslos dem liberalen Candidaten unsere Stimme geben werden, getreu dem socialistischen Programm, welches anräth, bei aussichtsloser Wahl für einen eigenen Candidaten dem politisch Nächststehenden die Stimme zu geben. Uebrigens finden wir es höchst merkwürdig zu eandidiren und nicht um Stimmen zu werben. Wo bleibt da die Logik? Die Socialisten aber denken mit Göthe: So lasset denn die Kläffer all Uns ungestört begleiten, Denn ihres Bellens lauter Schall Beweist nur, daß wir reiten. 8 92055 Friedberg den 29. Dezember 1876. Die hiesigen socialistisch Gesinnten. Vorschuß-& Credit- Verein Friedberg. Eingetragene Genossenschaft. 4083 Am 2., 3. und 4. Januar k. J. bleibt unsere Kasse, der Bestände-Aufnahme wegen, geschlossen. Vorschuß⸗& Credit⸗Verein zu Friedberg. Eingetragene Genossenschaft. f Vom 8. bis 31. Januar kommenden Jahres, des Vormittags von 9 bis 12 Uhr, werden die Spar- Einlagen-Zinsen pro 1876 an unserer Kasse bezahlt. 4141 Französische Lor mziegel! Feuer hochroth gebrannt, übertreffen diese Ziegel an Dauerhaftigkeit alles bis jetzt Da- gewesene. Der Preis stellt sich im Verhältniß zu ihrer Deckfähigkeft kaum höher als gewöhnliche Ziegel, ganz davon abgesehen, daß ein aus Formziegel gut angelegtes Dach keiner Reparatur bedarf. Alleinige Niederlage bei 4902 äftsbücher sowohl Hannövrisches, Gladbacher els auch Offenbacher Fabrikat. Louis Weis, den Apotheken gegenüber. Versteigerung von Straßenarbeiten. 4139. Die Lieferung und das Zerschlagen des zur Unterhaltung der Staatsstraßen im Baubezirk Friedberg erfor⸗ derlichen Deckmaterials soll für 1877 in den unten bemerkten Terminen und Orten an die Wenigstnehmenden in Aceord gegeben werden. Großes Lager aller Geseh jeder Branche, 3924 Nr Der Versteigerung r 2 Namen 2 5 5 der 5 Tag. Stunde. Ort. Lokal. 8 Bauaufseher. 4 Montag den 15. Januar 1877 10 uhrVormittags Butzbach Gambrinus 6 1 Hölzer. 25 Dienstag den 16. Januar 1877 10 Uhr Morgens Bad⸗Nauheim Deutscher Hof 2 u.] Weide und ö 3 Sümmer. 3 Mittwoch den 17. Januar 1877 11 Uhr Morgens Reichelsheim Zur Post 2 Stipp. 4 Donnerstag den 18. Januar 1877 10 Uhr Morgens Ilbenstadt Zu den drei Hasen 5 8 Konrad und i 5 7 Stipp. 5 Teeitag den 19. Januar 1877 10 Uhr Morgens Okarben Wirthschaft von Rößel 6 Schäfer. 6 Samstag den 20. Januar 1877 11 Uhr Morgens Ober⸗Eschbach Darmstädter Hof 12 Michel. 7 Dienstag den 23. Januar 1877 10 Uhr Morgens Ober⸗Wöllstadt Wirthschaft von Müller 4 Kreß. 8 Mittwoch den 24. Januar 1877 10 Uhr Morgens Ober⸗Roßbach Wirthschaft von Ruppel 4 Kreß. 9 Donnerstag den 25. Januar 1877 11 Uhr Morgens Lindheim Gasthaus zum Stern gu. Einhäuser und 7 f 0 10 Mettenheimer. 10 Freitag den 26. Januar 1877 10 Uhr Morgens Büdingen Gasthaus zum Stern 11 Kleyensteuber. 11 Samstag den 27. Januar 1877 10 Uhr Morgens Bönstadt Chausseehaus 8 Jager. ö Friedberg am 28. December 1876. 44245 Betz& Freundlieb. 1 N Ne 10 Neid Ne Ne Ne 9 Nei 7 Neid G1 E C eee 5 Gedenket in der Sylvester⸗ 7 nacht unseres Thürmers! 7 1 Need WVC ein INN NN 20 2 / 17 7 eee e um⸗Punschessenz, Arrac⸗ 1 Ananas⸗„ Rum de Jamaica, Arrac de Batavia, Cognae, Orangen, Citronen 4064 bei Wilhelm Fertsch. Filz-& Seidenhüle Rande Pausch esenen. Rum de Jamaica, Arac de Batavia 4142 empfiehlt billigst W. Bernbeck. Einen tüchtigen Schreinergesellen 4136 sucht August Frank, Schreinermeister. 4142 Portwein⸗Pnuschessenz, Burgunder⸗Punschessenz, Arac⸗Punschessenz 5 Rum⸗Punschessenz in ganzen u. halben Flaschen, sowie Rum de Jamaica, Arac de Goi, 889406 2 Cognac nnd Kirschwasser in feinster Qualität empfiehlt C Walz. 5 mit gestickten Ein⸗ Herrenhemden sätzen werden zu 3, 4 und 5 Mark abgegeben. 5.. 3929 L. Wetterhahn. CNC, „. 14021.; 5 Todes⸗Anzeige. Heute Abend 6 Uhr entschlief sanft nach ganz kurzem Leiden im 71. Lebensjahre unser innigst⸗ geliebter Gatte und Vater Geh. Regierungsrath Adolph Trapp. Es bitten um stille Theilnahme Die Hinterbliebenen. Friedberg den 7. Dezember 1876. 2 4143 Heute Morgen um 8½ Uhr verschied unsere theure Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Fran Theodore Dieffenbach, geb. Schefer, Wittwe des Großh. Realschul- Directors Prof. 9 Dr. Philipp Dieffenbach, im beinahe vollendeten 79. Lebensjahre, wovon wir Freunden und Verwandten anstatt besonderer Anzeige hierdurch Mittheilung machen. Friedberg den 29. Dezember 1876. Die Hinterbliebenen. a Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittags um 3 Uhr statt. 1 Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. Sonntag nach Weihnachten. Pfarramtswoche; Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags 1%½ Uhr: Herr Candidat Hechler. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Baur. Neujahr. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormitags 10½ Uhr: Herr Candidat Kleberger. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Schwabe. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. 11 Renu ß, Druck und Verlag von Carl Bindernagel. des Neujahrsfestes wegen erscheint Dienstag den 2. Jannar keine Nummer des Anzeigers. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 53 und eine Beilage.) . ——— e ee r die A am 1 mehr. daß f Ritsch haben über! komm wähle — kr . Een rnmtister. * 7. 247 . belben Flaschen, 4 rte: uin Qualität . 1 . 5. Walz. un gefickten Ein⸗ en werden zu L. Watterdahn. inzeige. en sunst rech ganz db aht rer innig iht Trapp. 2 ebenen d erindliebtntn. Tan N7˙ 4b Scheser, ant Prof. — bs, rn 1 es 5 Ober * F N 8 * Veilage. tiberales Flugblatt. % Mitbürger! Es werden in der letzten Zeit überall und namentlich auf dem Lande sogenannte conservative Flugblätter ausgetheilt, welche die Absicht haben, die Wähler von der Wahl freisinniger Abgeordneten abzuschrecken und sie zu bewegen, fur die Folge und zunächst bei der am 10. Januar stattfindenden Reichstagswahl Conservativen ihre Stimme zu geben. In diesen Flugblättern steht zu lesen, daß Niemand mehr zufrieden sei, daß unsere ganzen öffentlichen Zustände verdorben und an allem diesem Unglück allein die liberalen Wahlen schuld seien. Unsere Landsleute, die bei den seitherigen Wahlen meistens freisinnig gewählt haben, werden erstaunt sein, auf einmal zu hören, daß sie an dem großen Krach, an den fechtenden Handwerksburschen, an den ungetauften Kindern, an dem Aktienschwindel, den Gründern u. s. w. mitschuldig seien, und werden wohl zum größten Theil denken, das kann doch wohl nicht sein; die freisinnigen Abgeordneten, die wir gewählt haben, sind uns doch als eruste, besonnene und redliche Männer bekannt; wir haben seither nur gewußt, daß sie dem schweren Beruf, den sie übernommen haben, ihre Zeit, ihre Gesundheit und ihr Geld geopfert, nicht aber, daß sie etwas für sich gesucht oder erlangt haben. Wie kommen denn auf einmal die Conservativen dazu, diese Männer zu verdächtigen und von uns zu fordern, daß wir nicht mehr freisinni, su 0 8 1 0 9 wählen, sondern Leuten unsere Stimmen geben sollen, die sich seither um das Wohl und Wehe des Volkes sehr wenig gekümmert haben? Wir wollen die Antwort darauf geben und uns einmal ein solches Flugblatt ansehen. Da wird vor allem unser deutsches Vaterland als ein wahres Jammerthal und unser Volk auf dem Weg des Elends und der Verkommen— heit befindlich geschildert. Liebe Landsleute ist das wahr? Seht Euch in Eurer Familie, in Eurem Wohnort, in unserm ganzen Lande um, ist es wirklich viel schlechter geworden als früher, hat die Armuth, die Unsittlichkeit und die Unzufriedenheit so sehr zugenommen 2 Wir glauben, Niemand, der die Wahrheit liebt, wird das sagen können. Wir behaupten vielmehr, daß es in den meisten Orten besser geworden ist, daß sich der Wohlstand gehoben hat und daß die Leute besser leben, als fruher“ Fragt einmal, wie es vor fünfzig, sechszig Jahren in Deutschland aussah und Ihr werdet hören, daß ein größerer Unterschied als zwischen damals und jetzt kaum gedacht werden kann. Richtig ist es aller— dings, daß Handel und Wandel im Augenblick darnieder liegen, daß auch das Handwerk und die Landwirthschaft mit mancherlei Uebel— fkänden zu kämpfen haben. Das trifft aber nicht Deutschland allein, sondern auch die meisten andern Länder, so z. B. viel härter als uns das vielgepriesene Nordamerika. So lange die Welt steht, haben gute und weniger gute Zeiten gewechselt und keine menschliche Kraft, keine politische Partei kann an solchen allgemeinen Zeitübeln etwas ändern. Erzählt uns nicht schon die Bibel von den 7 fetten und 7 mageren Jahren. Nach einem so großen Krieg, wie wir ihn erlebt haben, dauert es eine geraume Zeit, bis Alles wieder in die ruhigen Geleise kommt und wenn die Gründer und Schwindler eine Zeit lang ihr Unwesen treiben konnten, so war der große Krach eine Wohlthat, er hat die Luft wieder gesäubert und Jedermann klar gemacht, daß Fleiß und Sparsamkeit doch die einzigen und sichern Grundlagen des Wohl⸗ standes und der Zufriedenheit sind. Unter den Gründern waren aber gar viele Hochconservative und sogar ganz fromme Herren und das conservative Flugblatt hat vergessen, Euch mitzutheilen, daß es gerade liberale Abgeordnete waren, welche gegen dieses schamlose Treiben der Gründer öffentlich auftraten und ihm den Garaus machten. Wenn die Steuern nicht niedriger geworden sind als früher, so sind sie, obwohl der Staat gegen früher Alles theurer bezahlen muß, doch nicht gestiegen. Ohne Steuern kann keine Gemeinde und kein Staat bestehen und kein liberaler Abgeordneter konnte versprechen und hat jemals versprochen, daß Steuern und Abgaben aufhören sollten, dagegen ist es gerade die freisinnige Partei, welche sich seit Jahren ernstlich bemüht, überall da, man die Steuern richtiger vertheilt, wo es thunlich ist, Ersparungen eintreten zu lassen, und sich damit beschäftigt, die Art und Weise zu finden, wie um jeden nach seiner Kraft und seinem Vermögen an den allgemeinen Kosten zu betheiligen. Es ist das eine schwere Arbeit und wenn es noch nicht weiter darin vorwärts kam, so lag das nicht an den Liberalen, sondern an den Regierungen, die Abänderungen für bedenklich hielten, z. B. durchaus an der Salzsteuer festhielten. Am meisten lag es aber an den Conservativen, unter denen gar viele große und reiche Herren sind, die es von jeher verstanden haben, sich selbst auf Kosten des Volkes von Lasten und Abgaben möglichst frei zu halten. 905 105 5 1 1 Es werden in dem conservativen Flugblatt dann unsere neueren Gesetze und Einrichtungen heruntergerissen. Freizuͤgigkeit, d. h. das Recht jeden deutschen Bürgers sich da niederzulassen, wo er sein Fortkommen zu finden denkt,— Unterstützungswohnsitz, d. h. die gegenseitige Verpflichtung aller Gemeinden und Kreise Deutschlands Arme und Kranke zu unterstützen,— Gewerbefreiheit, D. he das Recht eines Jeden das Geschäft zwanglos und so zu treiben, wie es seinen Fähigkeiten am besten entspricht, und eine Reihe anderer Gesetze des Reiches werden als heillose Neuerungen dargestellt und für Alles das die Aberalen verantwortlich gemacht.. N Wie verhält es sich aber in Wirklichkeit? Alle diese Gesetze und Einrichtungen bestanden in den meisten andern Ländern schon längst, sie waren auch für uns zur dringendsten Nothwendigkeit geworden und würden schon lange geschaffen worden sein, wenn die füͤhere Zer⸗ splitterung Deutschlands nicht die Herstellung gemeinsamer Gesetze unmöglich gemacht hatte. Als das deutsche Reich gegründet war, mußte es daher die erste Aufgabe unserer Staatsmänner sein, unser in vieler Hinsicht zurückgebliebenes Vaterland in den Besitz der Einrichtungen zu bringen, welche für den Bestand eines großen, starken und aufgeklärten Staates unumgänglich nöthig sind. Alle diese Gesetze und Maßnahmen aber, die das couservative Flugblatt verdammt, sind von den Regierungen und von den Vertretern derselben im Bu ndesrath gemacht und dann dem Reichstag vorgelegt worden. Dieser hat einzelne Verbesserungen — ——— 8 1 N 5„nene daz. beschlossen d ind sie dann angen 1 N. inter al w steht V her! deamen n uuferle ehrwür digen K 8 und eines Kioßen kanzlers Bismarck; unser Kaiser ist aber ein pflichttreuer ub page Herr und bätte sicher zu keinem Gesetz seine Zustimmung gegeben, das er für verderblich oder ungerecht gehalten hätte. Es ist daher Landes Ausschuß der deutsch-conservat ven Partei im Groß herz ogthum Hessen verbreiteten Flugblätter, daß sie die Gesetze, welche unser Kaiser und unsere Regierungen genehmigt und ene haben, als eine Art volks- und vaterlandsfeindliches Teufelswerk hin⸗ stellen. Wenn ein Gesetz über den Civilstand gemacht werden mußte, das ja in deu katholischen Staaten Frankreich und Italien sowie in einem großen Theil Deutschlands längst ohne Schaden besteht, s so kam das daher, daß man die Eheschließung von den Hindernissen befreien wollte, die ihr mitunter von pfäffischer Willkühr bereitet wurde. Wenn die christliche Kirche ihre Aufgabe versteht, dann muß sie die Kraft haben, es dahin zu bringen, daß auch ohne äußeren Zwang die Taufe und die kirchliche Trauung allgemeine Regel bleiben.— Daß neue Ein⸗ richtungen Mauchem nicht bequem sind, ist nicht zu ändern, daß an unsern Gesetzen Manches verbesserungsbedürftig ist, wird Niemand leugnen, am wenigsten die Liberalen, die zu jeder vernünftigen Verbesserung jederzeit die Hand geboten haben. 4 Wenn das conservative Flugblatt einzelne Gesetze herausgreift, um an ihnen die angeblichen schrecklichen Folgen der Abele Wahlen zu zeigen, so hat es vergessen anzuführen, daß das deutsche Volk jetzt eine einheitliche Verfassung besitzt, daß Zoll- und Handelswesen gemeinsam geordnet wird, daß unsere Post- und Telegrapheneinrichtungen vortrefflich sind, daß unsere Marine und Schifff ahrt im besten Aufschwung sich befinden, daß durch Cousulate für die Deutschen im Ausland gesorgt wird, daß ein gleiches Staatsbürgerrecht für alle, Deutsche hergestellt ist, dessen nothwendige Folge allerdings auch die geschmähte Freizügigkeit ist, daß die Gleichberechtigung aller Confessionen in bürgerlicher Beziehung bei uns gesetzlich besteht, daß unser Kriegsheer ein Muster für alle Staaten der Welt geworden ist und uns dafür bürgt, daß nicht wieder fremde Volker es wagen, uns mit leichtfertigen Kriegen zu überziehen. Die Conservativen haben ferner vergessen aufzuführen, daß ein gleiches Strafrecht für das ganze Reich gilt, daß durch eine weise Gewerbeordnung die gewerblichen Verhältnisse gleichmäßig geordnet worden sind und durch gewerbliche Hülfskassen vielen Bedürfnissen der Arbeiter gesteuert wird, daß ein gleiches Handels- und Wechselrecht, eine gemeinsame Münz⸗, Maaß- und Gewichtsordnung den wahrhaft kläglichen Zuständen, die früher in dieser Beziehung herrschten, ein Ende gemacht hat, daß ein Wahlgesetz für den deutschen Reichstag besteht, welches keinen Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen Vornehm und Gering kennt, daß der letzte Reichstag ein Gesetz von der größten Wichtigkeit angenommen hat, welches ein gleiches Verfahren in allen Civil- und strafrecht— lichen Augelegenheiten herstellt, und daß dabei die liberale Partei durch Verzicht auf einige ihre wichtigsten Forderungen ein schweres Opfer zum Heil des Ganzen gebracht hat. Alle diese und noch manche andere nothwendige und nützliche Einrichtungen hat die Reichsregierung und der Reichstag in gemeinsamer gewissenhafter Arbeit geschaffen und unserm Vaterlande dadurch vor allen Völkern Achtung und Ansehen erworben. Am Schluß jeden Reichstages hat der Kaiser in seiner Thronrede den Mitgliedern des Reichstages dafür gedankt, daß es ihm durch ihre Mit— wirkung gelungen sei, den Ausbau des Reiches gedeihlich weiter zu führen. Und dieser ausdrücklichen Anerkennung der Wirksamkeit des Reichs— tags durch den Kaiser gegenüber wagen es die Conservativen, die ganze neue Gesetzgebung als liberalen Schwindel darzustellen und sie, die geradezu die Worte und d die, Thaten des Kaisers in den Staub ziehen, sind keck genug, die deutschen Christen männer an ihre Pflicht gegen Gott 00 den Kaiser zu mahnen! 8 * Das ist doch ein so handgreiflicher ue e daß er Jedem in die Augen fallen und die Frage aufdrängen muß, was wollen denn 0 die Herren Conservativen mit ihren Verdächtigungen der Liberalen und der Aufforderung conservativ zu wählen? Die Antwort ist sehr einfach. Die sogenannte conservative Partei besteht zum großen Theil aus Leuten, die früher in Staat und Kirche große Gewalt und Macht hatten, jetzt dieselbe nicht mehr besitzen und solche daher wieder erlangen möchten, es aber nicht verschmerzen können, daß weder die Regierungen noch das Volk etwas von ihnen wissen wollen. Um nun oben hin zu kommen und etwa ihre alte Steuer— freiheit wieder zu erlangen, suchen sie die Männer, welche seither mit Treue und Hingebung an der Neugestaltung unseres Vaterlandes, an der inneren Entwickelung desselben gearbeitet haben, möglichst zu verlästern und sie als die Ursache aller wirklichen und vermeintlichen Uebel hinzustellen. Durch solche ihre christliche Nächstenliebe recht characterisirende Thaten hoffen sie manche Unkundige zu täuschen und auf ihre Seite zu ziehen und so nach und nach ihr Ziel zu erreichen. Sie scheuen sich nicht dabei Mittel zu ergreifen, die für fromme und conservative Leute wenig anständig sind, denn ihre, in dem unsern Muckern und Jesuiten eignen widerlich heuchlerischen Ton verfaßten Flugblätter bestehen von oben bis unten aus Uebertreibungen und Lügen. Sie geben sich zwar für Freunde des Reichs und des Kaisers, ja selbst der Freiheit und des Fortschritts aus, in der That aber sind sie nichts anders als die eigentlichen alten Reaktionäre, als Leute, die aus dem oder jenem persönlichen Grunde der gegenwärtigen Entwickelung unseres Volkes feindselig sind und die, wenn sie die Gewalt dazu hätten, alles was Zeitgemäßes geschaffen wurde, vernichten und auf den Trümmern der Freiheit und des Volksrechts ihre feudale und hochkirchliche Herrschgelüste walten lassen würden. Gemeinde und Schule, Wissenschaft und Staat würden dann unter die Bevormundung der Junker und Pfaffen gerathen und würde eine Zeit über Deutschland kommen, nicht besser, als die der blinden Reaktion, die wir in den schlimmsten Tagen unserer Vergangenheit durch— gemacht haben. Das conservative Flugblatt ist zwar zu klug, das geradezu herauszusagen, wer aber ein wenig die Geschichte kennt und weiß, daß die Herrschsucht und der Eigennutz dieser Parteien keine Grenzen kennt und mit jedem erzielten Erfolg wächst, der ist mit sich klar, was er von den gleisnerischen Redensarten der conservativen Flugblätter zu halten hat; er wird sich vor diesen neugebackenen Volksfreunden hüten und wird keinem von den sogenannten Conservativen empfohlenen Wahlcandidaten seine Stimme geben. Denn wenn auch nur wenige von ihnen gewählt werden, so können doch diese wenige gefährlich werden, da sie, wenn es in ihren Kram paßt, mit den andern volks— und freiheitsfeindlichen Parteien gemeinsame Sache machen. Wir wollen darum unser Vertrauen den Männern schenken und bewahren, die im Verein mit der Reichsregierung redlich bemüht waren, Alles zu leisten, was dem Wohl des Volkes dienen kann, die sich jederzeit als treue Freunde der Freiheit bewährt haben, welche den Rechten des Staates niemals etwas vergeben wollen. i Wir Liberale wollen gute Gesetze zum Gedeihen der allgemeinen Wohlfahrt, wir wollen aber auch eine starke Staatsgewalt zum Schutz gegen socialdemokratische Umsturzpläne wie gegen die conservativen Nückschritts⸗ und Verdummungsbestrebungen. Wer das von den Wählern Hessens mit uns will, und wir glauben, daß es jeder vernünftige und ehrliche Mann wollen muß, der wählt nicht conservativ, sondern liberal. eine große Verlogenheit und vevolntionäre Frechheit der von dem