9* 1876. Donnerslag den 19. October.. 124. un N 8 1 a 9„ ö* 7 Lutwig 7 i 1 8 f er e U. + I. E 1 1 + hobel 9 — Sack a Lerge 1 f 8 Die Petitzeil 40 N 12 5 4 Erscheint jeden uerkraut wird mit 11 Pfennig berechnet. ö Areisblatt für den Kreis Friedberg. Dienstag, ane und Samstag. . F. Wal i —* 3 Amtlicher Theil. a ler Betreffend: Den im Monat October laufenden Jahres vorzunehmenden Wiesengang. Friedberg am 17. October 1876. — Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. den Wiesenvorständen hierbei besonders ihr Augenmerk auf die Im Monat October muß nach den Bestimmungen der Wiesenpolizei— f Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos, die Ent⸗ ordnung der Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung der „ Feldschützen und Wiesenwärter vorgenommen werden. Wir beauftragen fernung der Herbstzeitlosen, des Erdauswurfs aus den Be- und Ent⸗ 11 1 Sie daher, dieselben hierzu aufzufordern und die über den Wiesengang wässerungsgräben, die Verebnung der Maulwurfshügel und dergl. n aufzunehmenden Protokolle bis zum 20. November längstens vorzulegen.(Art. 24 der Wiesenpolizeiordnung) und auf die Unkerhaltung der g N 1 In diesem Protokolle haben die Wiesenvorstände, was denselben noch Ent- und Bewässerungsgräben(Art. 28 und 29 der Wiesenpolizei⸗ ordnung) zu richten und hierbei nach den bestehenden Bestimmungen zu verfahren. Verbesserungsvorschläge in Bezug auf größere Wiesenfluren, nament⸗ lich solche, zu deren Ausführung das Wiesenculturgesetz vom 7. Octo- ber 1830 Anwendung finden muß. Man erwartet, daß die Wiesenvorstände hiernach genau verfahren. a Ter a p p. 10 Ob die Anordnungen, welche sie bei dem im Monat März laufen- den Jahres vorgenommenen Wiesengang getroffen haben, befolgt worden sind, und welche nicht. 2) Welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Beseitigung der bei dem diesmaligen Wiesengang vorgefundenen Mängel von Ihnen getroffen worden sind oder vorgeschlagen werden. Wir empfehlen 1 besonders zu eröffnen ist, bauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen: 3) Beka n nt mea ung. Betreffend; Den Herbst⸗Faselmarkt des landwirthschastlichen Bezirks⸗Vereins Friedberg. 5 1 Der diesjährige Herbst⸗Faselmarkt des landwirthschaftlichen Bezirks⸗Vereins Friedberg soll zu Friedberg Donnerstag den 26. Oetober dieses Jahres auf der Seewiese A. Per a 5 5 1(früher Exercierplatz) abgehalten werden. W 5 Sämmtliche aufgetriebenen Fasel werden von einer durch uns zu bestellenden Commission gemustert und den Besitzern der als preiswürdig Nad chen, erkannten Thiere Geldprämien zugebilligt, zu welchem Behufe von dem landwirthschaftlichen Bezirks-Verein und der Stadt Friedberg entsprechende den Lob Beiträge zur Disposition gestellt sind. Die Prämiirung erfolgt ohne Ansehung, ob die Thiere im Kreise Friedberg und von dem Besitzer gezüchtet Wu. d. un; sind, oder nicht. Fasel, welche für die Gemeinden Dienste thun, und solche, die um 9 Uhr Vormittags noch nicht om Platze, sind von der Preis⸗ bewerbung ausgeschlossen. Den Besitzern tauglich befundener, aber nicht prämiirter und nicht verkaufter Fasel wird auf Verlangen eine Wegvergütung pete ausgezahlt. Nicht genügend gefesselte und geführte Thiere, werden vom Platze weggewiesen. i t Es wird gebeten, alle Verkäufe dem am Platze anwesenden Großherzoglichen Bürgermeister von Friedberg anzuzeigen. deorz Wolf Il. Wir laden alle Landwirthe und sonstige Interessenten zum Besuche des Maͤrktes ein. 3 Friedberg den 17. October 1876. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Friedberg. 100 Dia p pe i ton — Kr Deutsches Reich. VI. Concureng Eröffnungen. Erlerigt i eine] verständniß mit der Regierung abgelehnt, weil * a Darmstadt— Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Bingen, Gehalt solches nicht den sonst üblichen Bestimmungen über 54 5 755 Das Großherzogliche Regier⸗ 1144 M. 29 Pf.; die Schulsecle zu Bodentod, Gehalt erung.. ungsblatt Nr. 44 enthält: 1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. II. Bekanntmachung, die Abänderung der Statuten der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft betreffend. III. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 16. Sept. den Dr. Fuhr aus Windhausen zum Assistenzart bei der akademischen chirurgischen Klinik zu ernennen; am 19. Sept. den auf die 1. Pfarrstelle zu Gießen prä. evang. Pfarrer Dr. Seel zu bestätigen; an dems. Tage dem evang. Pfarrer Köhler zu Ober-Beerbach die Pfarrstelle zu Steinbach zu übertragen; am 25. Sept. den Real⸗Lehrer zu Alsfeld, Spamer, zum Real-Lehrer in Gießen, den Lehrer zu Da rmstadt, Röder, zum Lehrer an dem Gymnasium zu Darmstadt, den provis. Realllehrer Schmidt aus Tübingen, zum Reallehrer in Bingen, den Schulamts-Asp. Weiß aus Hohenstadt zum Reallehrer zu Michelstadt, dem prov. Real⸗ lehrer Hilß, zum Reallehrer zu Michelstadt, den provis. Réal⸗ lehrer zu Friedberg, Claus, zum definitiven Lehrer, den Lehrer zu Friedberg, Weinel, zum Reallehrer daselbst, den Schulamts⸗Asp. Scheerer aus Borsdorf zum Lehrer an dem Gym nasium zu Gießen, sämmtliche Genannten unter Be— lassung in ber Kategorie der Volksschullehrer, den Reallehrer Becker zu Michelstadt zum Neallehrer in Darmstadt, den in der Eigenschaft als Volksschullrer angestellten Seminarlehrer Süß zum Lehrer an dem Schullehrer Seminar zu Fried— berg, den in der Eigenschaft als Volksschullehrer angestellten Seminarlehrer Ofenloch zum Lehrer au dem Schullehrer— (Seminar zu Bensheim zu ernennen; am 28. Sept. dem Schullehrer Robrian zu Gau-Weinheim die 4. Schulstelle zu Alzey, dem Schullehrer Röder zu Framersheim die Schulstelle zu Kettenheim zu übertragen. IV. Militärdienstnachricht. der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 1. Oet. den Premierlieutenant à la suite der Infanterie, Zernin, zum Hanpimann zu ernennen. V. Dienstenthebung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allgnädigst geruht: am 28. Sept. den Schullehrer Seip zu Birklar von der ihm übertragenen Schulstelle zu Muschenheim zu entheben und auf seiner Schulstelle zu belassen. 17 a 9 Seine Königliche Hoheit 685 Mk. 73 Pf.; die Schulstelle zu Kaichen, Gehalt 771 Mk. 43 Pf.; die 2. Schulstelle zu Mühlheim, Gehalt 1114 M. 29 Pf. Darmstadt, 16. October. Der Finanzaus⸗ schuß der zweiten Kammer hielt heute abermals eine Sitzung ab. Gegenstand seiner Berathung bildete die Vorlage der Staatsregierung, die Er— richtung eines Justizgebäudes in Gießen betreffend. — Am 1. October richtete der Abgeordnete Stüber ein Schreiben an das Präsidium der zweiten Kammer, worin er anzeigte, daß sich Zweifel darüber erhoben hätten, ob seine allerdings mit Besoldungserhöhung verknüpfte Ernennung zum ersten Director des Hofgerichts zu Darmstadt eine Neuwahl erfordere. Er sei persönlich der Ansicht, daß eine Neuwahl geboten erscheine und werde sich deßhalb bis zur Entscheidung dieser Frage jeder Thätigkeit eines Kammermitglieds enthalten und bitte, daß das Präsidium einen Beschluß über die Frage veranlassen möge. Nach dem von dem Abg. Ellenberger über diesen Gegen- stand erstalteten Bericht ist der dritte Ausschuß der Ansicht, daß eine Neuwahl unzweifelhaft er— wolle sich dahin aussprechen, daß im 13. Wahl. bezirk der Provinz Starkenburg eine Neuwahl stattfinden müsse. eins, dahin gehend, daß bei Pensionirung der Lehrer die Anschlags-Summe der Natural-Wohnung, bezw. die geleistete Wohnungs- Vergütung in das pen⸗ sionsfähige Gehalt miteingerechnet werde, im Ein- forderlich ist und beantragt deshalb, die Kammer tra (Aushülfe und Zählverlust) Entschädigungen zu Dienst⸗Wohnungen entspricht und außerdem da— durch der Schullehrer-Pensions-Fonds dermaßen belastet würde, daß eine Aenderung seiner Dotation nothwendig wäre. — Das Finanzministerium richtete vor einiger Zeit an die Stände und zunächst an die zweite Kammer, die Proposition, ihre Zustimmung dazu zu ertheilen, daß zu besonderen einmaligen Ver⸗ gütungen an die mit der Umwechslung der Münzen süddeutscher Währung in Reichsmünzen beauftragten Kassebeamten der Betrag von 13,313 Mark aus den Ueberschüssen der Hauptstaatskasse ent- nommen werde. Namens des Finanzausschusses der zweiten Kammer hat der Abg. Theobald über diesen Gegenstand Bericht erstattet. Ganz in Uebereinstimmung mit dem Finanzministerium er- achtet der Ausschuß einerseits die Beamten ver⸗ pflichtet, sich vorübergehenden, mit außerordentlichen Anstrengungen verbundenen, aber ihrem eigentlichen Dienste nicht fremden Dienstgeschäften ohne beson⸗ dere Belohnung zu unterziehen, kann aber anderer- seits auch nur billig finden, daß den Beamten für die im Interesse des Dienstes gemachten außer- gewöhnlichen Ausgaben und für getragene Verluste Theil werden. Das Finanzministerium will die Entschädigungen für die Distriktseinnehmereien und Der Gesetzgebungs Ausschuß der zweiten Rentämter nach Abstufungen von 50, 75, 100, Kammer hal das Ansuchen des Landes- Lehrer-Ver⸗ 150, 225, 375 und 600 Mk., für die Oberein⸗ nehmereien, Hauptsteuerämter und Hauptstaatskasse aber mehr nach Pauschalsummen gewährt haben. Dem Finanzausschuß scheint eine Zumessung den Vorzug zu verdienen, welche als Regel den Betrag der zur Umwechslung gebrachten Münzen nach Procenten der Umwechslungssumme zur Richtschnur nimmt, zugleich aber auch die Beschwerlichkeit des Geschäftes, resp. die durch dieselbe wahrscheinlich veranlaßten außerordentlichen Ausgaben mehr nach den einzelnen Beamtenkategorien berücksichtigt. Ein Mitglied des Ausschusses(Abg. Kugler) ist für Ablehnung der ganzen Vorlage, die Majorität dagegen beantragt Bewilligung von 8567 Mk. — Am 16. Oct. wurde der General-Staats- prokurator Dr. Röder zum Ober Appellations- und Cassations-Gerichtsrathe ernannt. Mainz. Die Stadt Mainz hatte seinerzeit an die Regierung das Ersuchen um Befreiung begleitet von den Flügel Adjutanten Contre-⸗Admiral Sakturis und Baron von Gyldencrone, gestern früh bier eingetroffen. Mittags empfing der König die Besuche des Erzherzogs Wilhelm und des Herzogs von Nassau. Der König conferirte heute mit Graf Andrassy; Letzterer erörterte hierbei ein⸗ gehend die orientalische Politik und empfahl eine friedliche Haltung Griechenlands. — Die„Montags⸗Revue“ bespricht das An- gebot der Pforte, einen sechsmonatlichen Waffen— stillstand anzunehmen, und sagt: Obgleich der Waffenstillstandstermin offenbar zu weit bemessen, so schließe doch ein größerer Zeitraum einen klei neren in sich. Der Vorschlag biete den Vortheil, von der Einregistrirungs-Gebühr bezüglich des ihr zu Stadt⸗ Erweiterungs- Zwecken unentgeltlich überlassenen Festungs- Terrains gerichtet und als Hauptgrund geltend gemacht, daß die Stadt bei dem im Interesse der Commune und des Staates gelegenen Unternehmen enorme Opfer zu bringen habe. Die Regierung war der Ansicht, es sei billig, das Gesuch zu gewähren, und suchte um Genehmigung der Stände nach. Der Finanz- Ausschuß der zweiten Kammer hat sich der An sicht der Regierung angeschlossen. Berlin. Nach der soeben erschienenen Rang- und Quartier-Liste der kaiserlichen Marine für das Jahr 1876 zählt dieselbe(einschließlich der im Bau begriffenen) folgende Schiffe: A. Schlacht- Schiffe: 8 Panzer- Fregatten, 3 Panzer-Corvetten. B. Kreuzer: 9 gedeckte, 5 Glattdecks Corvetten- 2 Kanonen Boote„Albatroß“-Classe, 7 Kagonen, Boote I. Classe. C. Küsten⸗Vertheidigungs⸗Fahr⸗ zeuge: 2 Panzer-Fahrzeuge, 5 Panzer-Kanonen- Boote, 11 Torpedo Boote 8 Kanonen- Boote II. Classe. D. 6 Avisos. E. 2 Transport- Fahrzeuge. F. Schul- Schiffe: 1 Linienschiff, 1 Segel- Fregatte, 2 gedeckte, 2 Glattdecks-Cor- vetten, 3 Segel Briggs. G. Fahrzeuge zum Hafen ⸗Dienst: 9 Dampf⸗Fahrzeuge, 3 Kasernen— Schiffe, 5 Lootsen- Fahrzeuge und Feuer⸗Schiffe, 10 Hulks⸗ und Kohlen Fahrzeuge. — Von Seiten des Kriegs-Ministeriums ist der Plan zum Bau einer Gürtelbahn um Königs— berg, welche, wie in Paris und Metz, sämmtliche äußere Festungs⸗Forts verbindet, ausgearbeitet. Mit der Ausführung soll in Kurzem vorgegangen werden. — Zum Beweise, daß Fürst Bismarck seine Reichs Eisenbahn-Politik keineswegs aufgegeben habe, weiß die„Köln. Ztg.“ zu melden, daß er eine kräftige Depesche in Eisenbahn- Angelegenheiten erlassen habe, die zunächst an Sachsen und Bayern gerichtet sei, aber auch anderwärts mitgetheilt sein werde. Marpingen. Der Protest, welchen die Ge— meinde gegen die Auflage von 4000 Mark beim Oberpräsidenten bereits vor drei Wochen einge reicht und vor acht Tagen erneuert hat, ist bis heute noch nicht beantwortet. Inzwischen hat der Bürgermeister die Umlage ausgeführt; da aber sämmtliche Gemeinde Mitglieder die Zahlung ver— weigern, droht er mit Pfändung, und man glaubt, daß bereits in dieser Woche damit vorgegangen werde. Karlsruhe. Die General-Synode hat in ihrer letzten Sitzung einen Schritt zur Anbahnung einer evangelischen National-Kirche gethan. Sie verhandelte über den bereits in voriger Nummer gemeldeten Antrag von Zittel, Schellenberg u. Gen., wonach der Ober-Kirchen-Rath ersucht werden sollte, die gemeinsame Begehung des Reformations- Festes und des Buß und Bettages nicht allein in Baden sondern in allen deutschen Kirchen an einem und demselben Tag, wo möglich Sonntag, bei den verschiedenen Kirchen-Regimenten anzuregen. Der Antrag von dem Präsidenten des Ober-Kirchen— Raths freudig begrüßt, wurde von der Synode einstimmig angenommen. Bezüglich der übrigen Vorlagen verlautet, daß in Sachen der Agende und der Biblischen Geschichte eine Einigung in Aussicht stehe, die Katechismus-Vorlage aber auf Zwangsmittel gegenüber der Pforte, wie Occupa- tion, Intervention, Flotten-Demonstration, Abbruch der diplomatischen Beziehungen, auszuschließen. Pest. Graf Andrassy wird die seit einiger Zeit beabsichtigte Reise nach Pest demnächst an- treten, um persönlich mit den ungarischen Ministern zu verkehren und sowohl rücksichtlich der Auffassung der auswärtigen Politik, wie betreffs der Aus- gleichungsfrage seinen Einfluß geltend zu machen. Frankreich. Paris, 16. Oct. Heute wurde in der Sühn⸗ Capelle der 83. Jahrestag der Hinrichtung der Königin Marie Autoinette begangen. Von 7 bis 12 Uhr wurden Messen gelesen, denen ein zahlreiches und elegantes Publi- kum beiwohnte. Auf Wunsch des in diesem Augen- blick in Rom weilenden Erzbischofs Guibert ist die diesjährige Collecte für die katholischen Universi— täten bestimmt. Belgien. Brüssel. Der„Nord“ bespricht die Stellung Rußlands zu dem Vorschlage eines Waffenstillstandes auf 6 Wochen und sagt, es sei begreiflich, daß Rußlaud auf den Vorschlag Eng— lands zurückkomme, wodurch die schwebenden Fragen auf das richtige Terrain zurückgeführt würden. Europa dürfe nicht zugeben, daß das von allen Mächten einstimmig empfohlene Programm äͤufge— geben werde. Die Pforte müsse ausreichende Garantien geben. Augenscheinlich wolle die Türkei die Sache in die Länge ziehen, was die Verwickel— ungen nur größer machen würde. Im allgemeinen Interesse sei eine schnelle Lösung geboten. Großbritannien. Der„Liberte“ schreibt man von hier: Wir wissen aus guter Quelle, daß England in diesem Augen- blick bemüht ist, Rußland zur Annahme eines Waffenstillstandes zu bewegen, der mit dem 31. December zu Ende ginge, also zwei und einen halben Monat währen würde. Man hofft, daß Rußland auf diesen Vorschlag eingehen wird; was die Pforte betrifft, welche wohl weiß, welche Fallen ihr beständig gelegt werden, so ist sie dennoch entschlossen, den Rath Englands zu be— folgen und den auf die besagte Frist angesetzten Waffenstillstand anzunehmen. Spanien. Madrid. Der Bischof von Minorka verbot den Elementar-Schullehrern die Aufnahme protestantischer oder Angehöriger anderer dissident— ischer Religions-Gemeinschaften in ihren Schulen. Santander, 15. Oct. General Martinez Campos hat sich heute mit seinem Generalstabe nach der Havannah eingeschifft. Italien. Rom. Das Wiener„Fremden⸗ blatt“ vernimmt, daß Italien gleichfalls den sechs⸗ monatlichen Waffenstillstand als unannehmbar be— zeichnet. Der Brennpunkt der Situation liege augenblicklich in London und Livadia. Was auch geschehen möge, so erscheine die Eventualität ausge— schlossen, daß Oesterreich das Drei-Kaiser-Bündniß verlasse. Türkei. Constantinopel. Peko Pavloviec hat am 13 d. mit einer 4000 Mann starken Ab⸗ theilung von Insurgenten die Belagerung von Bilek begonnen. An demselben Tage ist Sachir Pascha von Trebinje aus mit 5 Bataillonen als Succurs dorthin abgegangen und hat Peko Pavplovie an— gegriffen. Ueber den Ausgang des Kampfes ist einen Widerspruch der liberalen Abgeordneten bien noch nichts bekannt stoßen werde. f L 15. Oct. Das von Wiener Zeitungen Ausland. erwähnte Gerücht, wonach in Constantinopel ein Oesterreich-Ungarn. Wien, 16. Oct. Aufstand ausgebrochen und Midhat Pascha ermordet Der König von Griechenland ist mit den Prinzen wäre, ist, wie von competenter Seite versichert Georg und Nicolaus und der Prinzessin Alexandra, wird, unbegründet. London, 16. Oct — 16. Oct. sagtes bestätigen und verstchere, daß die Pforte Miene macht, den Mächten nachzugeben, um Zeit für die Bewaffnung der muselmännischen Bevölker⸗ ungen Indiens, Rußlands und Algeriens zu ge⸗ winnen. Wenn es den Anschein hat, als ob sie dem Drängen Englands nachgäbe, so will das nicht heißen, daß sie mit ihm einverstanden ist, im Gegentheil! Die Aufregung ist im steten Wachsen begriffen. Die russische Colonie hat aus Vorsicht die Stadt verlassen. Die Christen halten sich bereit und sind eines Massenmordes gewärtig. In unserem Viertel wacht allnächtlich in jeder Straße einer der Unsrigen, um das Allarmzeichen zu geben. — 17. Oct. Dem„Telegr.-Corr.⸗Bureau“ wird von hier gemeldet: In Folge des Wider- spruchs, welchen Rußland gegen den sechsmonat⸗ lichen Waffenstillstand erhoben hat, herrscht in den Regierungskreisen große Unentschlossenheit. Halet Pascha ist zum Handelsminister, Nussuf Pascha zum Unterrichtsminister und Djewded Pascha an- statt Khalil Pascha's zum Justizminister ernannt. Montenegro. Cettinje, 17. October. Berichte der italienischen Consular Agenten in Scutari und Cettinje schildern die Niederlage Derwisch Pascha's bei Martinie und Spuz als eine vollständige. Die Türken verloren darnach 2500 Mann, darunter 24 Oberste. Pascha wäre von den Insurgenten ganz umzingelt. Rußland. Petersburg, 16. Oct. Die „Nordd, Allg. Ztg.“ dementirt die Gerüchte von der Abdankung des Kaisers Alexander, fügt aber hinzu: Alles ist möglich; auch das Unwahrschein⸗ lichste kann gegebenen Falles Wahrheit werden, und ein ärztlicher Ausspruch kann unter Umständen schwerer wiegen als Memoranda von Ministern. Aus Stadt und Land. Ulphe, 11. Oct. Heute Mittag um 12 Uhr ereignete sich hier ein bedauerlicher Unglücksfall. Bürgermeister Filsinger wollte die noch im Gange befindliche Dresch— maschine oben abkehren, glitt jedoch aus, so daß ihm die Trommel der Dreschmaschine den Unterschenkel— unter dem Knie— total abriß. Offenbach, 16. Oct. Wie in vielen Städten Süd⸗ deuischlands, so hat sich auch hier ein Comite gebildet, um eine Agitation gegen die seit Einführung der Gewerbe⸗ freiheit überhandnehmenden Wanderlager und Ausverkäuse ins Leben zu rufen. Dasselbe besteht aus mehreren Kauf⸗ leuten der am meisten dabei interessirten Manufacturwaaren⸗ branche, welche alle Gewerbtreibende hiesiger Stadt, die Behörden und Stadtverordneten ꝛc. ꝛc. auf den 18. l. M. in das Gasthaus„Zum Schwan“ dahier eingeladen haben, um die Miusl und Wege zu berathen, wie dem erwähnten Geschäftsbetrieb enigegen zu winken sei. Darmstadt, 17. Oct. Heute Morgen wurde der Darmstädier Fohlen⸗ und Pferdemarkt auf dem Viehmarkt platz und dem Terrain des Blumenthal'schen Fabrikefablisse⸗ menis eröffnet. Eine große Anzahl von Pferden und Fohlen waren aufgeführt worden; man schätzt die Zahl auf 700. Die Vorführung zur Prämiirung begann um 9 Uher. Um 2 Uhr fand die Führung der zur Verloosung angekauften und prämiirten Thiere durch die S:adt statt, woran sich die Preisvertheilung anschloß. Darmstadt. Außer den genannten hessischen Firmen ist noch die rühmlichst bekannte Darmstädter Firma, J. Schröder, Fabrik für Unierrichtsmodelle, auf der Weltausslellung zu Philadelphia durch die Medaille ausgezeichnet worden. Darmstadt. In unserem Lande beträgt die Zahl der Grundsteuerpflichtigen dermalen 306,136. Die der Gewerbsteuerpflichtigen hingegen nur 67,797. Ober⸗Modau, 15. October. Heute ereignete sich hier ein schwerer Unfall. Ein hiesiger Jäger schoß nach einem Reh und traf einen durch den dichten Schlag daherkommen⸗ den Mann, den er nich! bemerkte, so unglücklich, daß dieser sosort sodt zusammenstürzte. Der Arme, ein thätiger und strebsamer Mann, hinterläßt eine Familie in kümmerlichen Verhältnissen. Michelstadt, 16. Oct. Am Freitag Abend 8 Uhr brannte das wegen seiner reizenden Lage vielbesuchte Forst⸗ haus zu den„acht Buchen“ nebst den dazu gehörigen Oeconomiegebäuden nieder. Allerlei. Frankfurt. Nach einer Mittheilung des Polizei— Präsidiums in Frankfurt ist jetzt eine Gesellschaft von Taschendieben auf Reisen in Süd⸗Deutschland. Die Gauner suchen besonders solche Städte auf, in welchen bedeutende Sängerinnen ꝛc. Concerte geben, um den Zusammenfluß von Menschen zu Diebstählen zu benutzen. Drei Glieder diejer Bande sind am 1. d. M. mil der Main-Neckarbahn abgefahren, und zwar der Engländer nach Heilbronn, der Münchener nach Stuttgart und der Schweizer, man weiß noch nicht wohin. Dieselben nannten sich Johnson aus Liverpool(wahrscheinlich idenlisch mit dem gefährlichen Taschen⸗Diebe Simson aus Liverpool), Huber aus München und Sanardi aus Genf. Der Pariser„Estafette“ wird von hier telegraphirt: Ich kann nur früher Ge⸗ Mukhtar „% 1. Odo und hente wurden Zeugen verhört. Brüssel. Der Fall t'Kint(Diebstahl an der„Belg. Bank“) wird im nächsten Herbst abgeurtheilt werden. Der ffranzösische Advocat Lachaud wird i' Kint vertheidigen. Moskau, 15. Oct.(Prozeß Strousberg.) Der An⸗ geklagte Strousberg, befragt, ob er sich schuldig bekenne, werneint dies und erklärt, daß die Anklage seine Aussage durch falsche Uebersetzung und Zerreißung des Zusammen⸗ bhanges enistellt habe und oft gerade das Gegentheil dessen ausspreche, was er gemeint habe.— 16. Oct. Gestern b. Dieselben bestätigen fsast sämmtlich den Inhalt des ersten und zweiten Ab— sschnittes der Anklageschrift. Handel und Verkehr. Friedberg, 18. Oct. Waizen M. 23.50. Korn M. 18.50. Gerste M. 17.50. Hafer, unberegneter M. 18.50, beregneter M. 15.—. Kartoffeln M. 3.—. Aepfel M. 9.—. Brechobst M. 12—13. Alle Preise werstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund. Frankfurt, 15. Oct.(Viehmarkt.) Der heutige Markt war gut befahren. Angetrieben waren: 430 Ochsen, 240 Kühe und Rinder, 310 Kälber und 560 Hämmel. Die Preise stellten sich per Centner: Ochsen 1. Qual. M. 63—66., 2. Qual M. 49—58. Kühe und Rinder H. Qual. M. 56—60., 2. Qual. M. 46—52. Kälber U. Qual. M. 60—62., 2. Qual. M. 50—57. Hämmel U. Qual. M. 50—52., 2. Qual. M. 40— 45. Frankfurt, 15. Oct. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 22. Roggenmehl% ö(Berliner Marke) M. 26., Do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen eff. bies. M. 24. 50., fremder je nach Qualität M. 18—22., Korn M. 17.75 bis 18.50., Gerste M. 17.50— 19., Hafer M. 17.25 18.50. Kohlsamen M. 36., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 21 bis 23., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 77. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo. Mainz, 16. Oct. Producten-Markt. Waizen per Nov. 20.40, per März 21.20. Korn per Nov. 15.40, per März 16.30. Hafer per Nov. 16.60, per März 16.90. Rüböl per Oct. 37.90, per Mai 37.10. Gießen. Der neue Fahrplan der Main⸗Weserbahn ist erschienen. Zwei Uebelstände, durch welche die Provinz Oberhessen schon längere Zeit betroffen wird, find nich! nur geblieben, sondern einer davon ist sogar noch verstärkt worden, nämlich die späte Ankunft des ersten Zuges von Frankfurt in Gießen. Derselbe, welcher bisher 882 in Gießen ankam, kommt vom 15. October an erst um 988 daselbst an. Es können also die Reisenden mit den Zügen der andern Bahnen, namentlich der Oberhessischen nicht weiter fahren, es können die Werkleute die Bahn nicht benutzen, es müssen also Personen, welche bei den Gerichten zu thun haben, entweder zu Fuß gehen, oder Tags vorher nach Gießen kommen und dort übernachten. Bisher hätte der Uebelstand leicht beseitigt werden können, wenn der in der Frühe in Gießen ankommende Güterzug mindestens einen Personen⸗Wagen 3. Classe erhallen hälte. Dem Vernehmen nach ist dieser Zug eingegangen oder verlegt worden. Der andere Uebelstand ist der, daß bei der Fulda-Gießener Bahn der erste Zug erst nach 8 in Gießen eintrifft, und daß die Reisenden nur mit dem Schnellzug weiter fahren können. Dies ist den meisten Bewohnern der ärmeren Theile Oberhessens zu theuer: außerdem hält der Zug an den kleineren Stationen nicht. Könnte nicht mit dem um 9 Uhr abgehenden Güterzug mindestens beschränkte Per- sonen-Besörderung eingerichtet werden? Wit meinen die betreffenden Gemeinden— deren viele sind— könnten und sollten sich regen, daß diese Uebelstände beseitigt werden. 7 Gahnzüge vom 15. Oct. ab. Von Friedberg in der Richtung nach Frankfurt: 3 Uhr 51 Minuten Nachts, 6.„ 14 0 Morgens, 1„ 51.„ * 9 3 1* 12 35 1 Nachmittags, 3 22 7 7 „ 4 Abends, Schnellzug mit J. und II. Klasse.— Schnellzug mit J., II. und III. Klasse. In der Richtung nach Gießen: * 8 Uhr 46 Minuten Morgens, 10„ 54 15 7 0 7 Nachmittags, 3* 38 17* 6„ 411„ Abends, 1 56 5 1 12 18 5 Nachts. * Schnellzug mit J. und II. Klasse. Schnellzug mit I., II. und III. Klasse. Geld ⸗Cours. Frankfurt am 17. October 1876. 20-Frankenstücke Mk. 16 21—25 Englische Sovereigns 3, 203338 Russische Imperiales„ 16 74—79 Holländische fl. 10-Stücke.„ 16 65 G. Duette;, 9 69—74 Duegten al maren, 0„ 9 62—67 Dollars in Gold„ 416-19 8* Ginstern-Versteigerung. 3360 Dienstag den 24. October d. J., Vormittags 9 Uhr, sollen im Ober-Erlenbacher Gemeindewald 7160 Gebund Ginstern iöffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist auf der Seulberger Grenz— sschneise am Steinbruchsweg. Ober⸗Erlenbach am 16. Oktober 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Erlenbach. Möglich. 8 Aecker⸗Versteigerung. 3361 Samstag den 21. d. Mts., Abends 8 Uhr, sollen nachfolgende Grunstücke, den Erben der verstorbenen Bern⸗ hard Otto Eheleute gehörig, in der Wirthschaft des Herrn Georg Sprengel dahier einer nochmaligen Ver— ssteigerung ausgesetzt werden: 684 Meter Acker rechter Hand der Görbelheimer Hohl, 69„ daselbst, 2„ über der Wehrbach, 369„ Wiese im Bägel. Fauerbach b. Fr den 16. October 1876. Großherzogliches Ortsgericht Fauerbach b. Fr. ef e Bekanntmachung, die Abhaltung des Kalten⸗ Marktes betreffend. 3367 Die Verloosung der Krämerstände findet Montag den 30. d. Mts., Mittags 1 Uhr, sstatt und werden Anmeldungen von Morgens 9— 11 Uhr zim Markthause entgegengenommen. Abweichend von der seitherigen Einrichtung erfolgt ssofort mit der Verloosung auch die Ueberweisung der Plätze. Nur diejenigen Gewerbtreibenden, welche hierbei wersönlich anwesend oder durch Beauftragte vertreten find, können Berücksichtigung finden, während alle übrigen zam Ende des Marktes ihre Plätze angewiesen erhalten. An Standgeld werden für die ganzen Markttage, bei Einlösung der Standkarten, 60 Pf. für jede Diel-Länge, 30 Pf. für kleinere Stände erhoben. Fremden Wirthen und Besitzern von Garküchen ist der Verzapf von Getränken auf dem Markte nicht gestattet. Nur mit ortspolizeilicher Erlaubniß können hiesige Ein wohner den Verzapf an Auswärtige übertragen. Ortenberg den 16. Oktober 1876. Großherzogliche eee Ortenberg. oteh⸗ Versteigerung. 3344 Freitag den 20. October, von Vormittags 9 Uhr ab, läßt Unterzeichnete folgende Gegenstände öffentlich ver⸗ steigern: 9 feiner wenig gebrauchter Landauer Wagen, gute Wagenpferde, 1½ jähriges Fohlen, braun, i zweispännige plattirte Chaisen-Geschirre, einspännige Geschirre, schwarz, vollständiger Wagen mit je Doppel-Leitern, Schaufelpflug, neue Wagenräder und sonstiges Ackergeräthe, Verschiedenes Schreinerwerkzeug u. dgl. Bad-Nauheim im Oktober 1876. Hartmann Mörler II. Witiwe, Johannisstraße Nr. 189. 1 2 2—2 8 Soeben erschien in meinem Verlage: Das Werk kann durch alle Buchhandlungen Friedberg. Uathschläge und Terte zu epangel. Leichenreden von J. G. Diegel, Dr. theol., Professor und Pfarrer zu Friedberg. Preis: Mark 2. bezogen werden. Gegen vollständig frankirte Ein⸗ sendung des Betrages versende ich von hier aus direct ebenfalls franco. Carl Bindernagel. Nieder-⸗Weisel im Oktober 1876. Friedberger Fohlen⸗ 3346 Ich werde den nächsten Friedberger Markt am 23. und 24. d. M. mit einem großen Transport Fohlen und Pferde besuchen, wozu Kaufliebhaber einlade. Meine Stallung befindet sich bei Herrn Walz dem Bahnhofe gegenüber. und Pferde⸗Markt. A. Kaufmann. Les Reutte Baschliks, Kaputze n, 3095 Kopf⸗Sbawls, gestrickten wollenen Damenkragen, gestrickten Kinderkleidern, Jäckchen, Röckchen, Kinder⸗Gamaschen und Schuhen, sowie Socken und Strümpfe zu reellen Preisen bei K. Friedrich, neben der Post. 3372 Mein Lager von Weinflaschen, Bierflaschen, Bordeauxrflaschen ist wieder reichlich assortirt. Wilhelm Fertsch. 3301 Eine noch sehr gute Kasseler B- Trompete ist preiswürdig zu verkaufen bei Georg Wolf II., Musiker in Rodheim v. d. H. 17⁷ Bad⸗Nauheim. Möbel und Tapeten empfiehlt zu den billigsten Preisen. Möbel aller Art, Tapeten in der größten Auswahl. Horn& Baumann. Junge Obstbäumchen, Aepfel⸗, Birnen, Zwetschen- und weiße Maulbeer— Stämmchen, theils Samenzucht, theils veredelt, sind aus der Gemeindebaumschule zu Heldenbergen wegen Ab— räumung käuflich abzugeben. Billards, sich schriftlich unter Chiffre A. Nr. 420 an die Exped. des Anzeigers wenden.(6283.) Zugelaufen. 3363 Ein dunkelbrauner Jagdhund mit weißen Flecken auf der Brust ist mir am Sonntag zugelaufen und kann derselbe gegen Erstattung der Inseratgebühren und des Futtergeldes bei mir abgeholt werden Stammheim. A. Rullmann. Markt⸗Anzeige. 3357 Nächsten Montag den 23. Oktober werde ich den Heldenberger und Mittwoch den 25. Oktober den Fried⸗ berger Markt mit Tuch und Buckskin halten und bin ich schon Dienstag den 24. Oktober im steinernen Haus zu sprechen. Schotten den 17. Oktober 1876. Konrad Meyer. 3366 Einem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebenste Anzeige, daß ich am Heutigen in meinem elter— lichen Hause ein Colonial⸗ und Materialwaaren⸗ Geschäft eröffnet habe. Es wird stets mein eifrigstes Bestreben sein, das Publikum mit guter und billiger Waare zu bedienen. Melbach den 16. Oktober 1876. Philipp Iflaud. Dr. Kirchhoffer, Straßburg, Elsaß, 3365 1 3368 überspielte, billig zu verkaufen. Reflektanten wollen 3373 pr. Pfund 74 Pfennig r Wled 8 von eireag 1 Centner wesentlich billiger. 527 befaßt sich speziell mit Behandlung der Harnblasen und Geschlechtskrankheiten.(Bettn., Pollut., Impot. ze.) (H-200-0.) Feinst Schweineschmalz, „für Wiederverkäufer in Wilhelm Fertsch. Sonntag den 22. ds. Mts. Ball im Hessischen Hof in Butzbach. * 4 Während des Friedberger Pferde⸗- Marktes erlauben die Gebrüder Kaufmann& Mayer aus Frankfurt und Leiters⸗ hausen mit einem Transport Pferde sich bestens zu empfehlen. 3356 3374 i Nr. 105. (Landwirthsch. Literatur.) e ieee i Von Ferd. Knauer, Mitglied des deutschen Landwirthschaftsrath, ist eine kleine Broschüre, betitelt„Ueber die neuen landwirthschaftlichen Feuer- Versicherungs-Verbände im Anschluß an die Magdeburger Gesellschaft“, Halle a. S. bei Hendel, erschienen, welche Licht über diese Unternehm⸗ ungen verbreitet. Wir lassen den Eingang folgen: „Vor wenigen Tagen trat ein Landwirth an uns heran, um guten Rath in einer Feuer- Versicherungs⸗Angelegenheit von uns zu erbitten. Der Mann zeigte uns einen Vertrag vor, den der Magdeburger General- Agent, Herr Otto Bandhauer, für den in Gründung begriffenen laudwirth— schaftlichen Feuer⸗Versicherungs⸗Verband Merseburg mit ihm habe abschließen wollen. Auf die Entgegnung des Landwirths, daß er den Vertrag doch erst prüfen wolle, ehe er unterschrieb, ist Herr Otto Bandhauer dringend geworden und hat ohngefähr Folgendes geäußert: Was wollen Sie sich da noch lange besinnen, sehen Sie sich doch die Namen der unterschriebenen Herren an und wenn Sie Brandschaden haben, so wird dieser von einem Verbandsmitgliede regulirt, den Sie sich als Vertrauensmann selbst wählen; wenn gute Geschäfte gemacht werden, so bekommen Sie Prämiengelder wieder heraus; das sind Vortheile, die Ihnen keine andere Gesellschaft bieten kann ꝛc. Sobald Sie den vorliegenden Vertrag unterschrieben haben, ernenne ich Sie sofort zu unserm Vertrauensmanne für die hiesige Gegend. Auf die Frage des Landmannes, was er denn nach dem unfichtbaren, im Vertrage erwähnten Tarife für seine Versicherung zu zahlen haben würde, äußerte Herr General-Agent Bandhauer zum Fenster hinausblickend: nun, mit 1,1% denke ich Ihre ganze Versicherung zu machen. Der be— treffende Landwirth biß aber auf all den Köder nicht an und Herr Bandhauer mußte unverrichteter Sache bis auf Weiteres abziehen. Als wir nun den uns übergebenen Vertrag prüften, fanden wir ein kluges Machwerk, so fein erdacht, daß es seinem Schöpfer als klugem Geschäftsmann für sein Geschäft alle Ehre macht. Der- Vertrag ist aber einseitig, weil nur zum Nutzen der Magdeburger Gesellschaft konstruirt und erscheint als eine feine Spekulation auf die Gutmüthigkeit oder Leichtgläubigkeit der Landwirthe, denn er stipulirt eine Menge Scheinvortheile, alle zu Gunsten der Landwirthe und den materiellen Nutzen aus dem ganzen Geschäfte behält die Magdeburger Feuer-Versicherungs⸗Gesellschaft für sich allein; dafür übernimmt sie aber auch allein die Gefahr, welche, wie wir später nachweisen wollen, nicht vorhanden.— f Der eine Kontrahent, die Landwirthe, haben die Pflicht zu zahlen und zwar nach dem hier angeführten Tarife des Versicherungs-Verbandes, der aber mindestens eben so hoch ist, als der jeder“ anderen soliden Actien⸗Gesellschaft. Der andere Kontrahent, die Magdeburger Gesellschaft, nimmt das Geld, verwaltet es, nimmt den Verdienst für sich und dies alles unter so drückenden Verhältnissen für die Kontrahenten, daß man sich als Dorfbewohner fragen muß, ob es nöthig ist, daß die Landwirthe sich 1876 von einer Gesellschaft Solches bieten lassen müssen. Dies alles wollen wir hier aus der Rezenston der einzelnen Paragraphen des Vertrages be⸗ weisen, vorweg aber müssen wir erst die Entstehungsgeschichte desselben etwas beleuchten, denn diese wirft lange Schlagschatten auf die Magdeburger Gesellschaft. Im deutschen Landwirthschaftsrathe war die Feuer-Versicherungsfrage schon vor mehreren Jahren als reformbedürftig erwähnt, aber wegen dringender anderer Vorlagen zurückgestellt, bis in der vor— jährigen Sitzung der Sache näher getreten und die Behandlung dieser landwirthschaftlich recht wich— tigen Frage beschlossen wurde. Alles dies hat natürlich die kluge Magdeburgerin erfahren und nun gesucht ein fait accompli zu schaffen und auf 12 resp. 18 Jahre die Landwirthe Deutschlands an ihre Ferse zu ketten und für ihre Zwecke auszunutzen. Zur gleichen Zeit im Herbst v. J, sind auf Veranlassung der hessischen Centralstelle für Land wirthschaft, wie verlautet vornehmlich des Herrn von Rabenau, die Vorstände der landwirthschaft— lichen Vereine zu Gießen zusammengetreten, um Reformen im Feuer-Versicherungswesen zu berathen. Im weiteren Verlaufe der Sache nahmen diese Verhandlungen eine feste Gestalt an, indem der Ver⸗ band deutscher Feuer-Versicherungs-Gesellschaften mit der Centralstelle in Hessen über die Anforder⸗ ungen der Landwirthe in Verhandlungen trat; zu diesem Verbande gehörte auch die Magdeburgerin, sie wohnte den Berathungen des Verbandes am 25. Februar d. J. durch ihren Delegirten bei, behielt sich jedoch ihr Votum vor— Der Verband beschloß die seit der Zeit bekannt gewordenen Versicherungsbedingungen, lehnte es aber ab, auf eine schiedsrichterliche Erledigung der rechtlichen Streitfragen bei Brandschäden ein— zugehen, sondern den Rechtsweg, als im beiderseitigen Interesse liegend, beizubehalten. Dies alles sollte eine Commission näher präzisiren. Die Magdeburgerin wurde mit in diese Deputation gewählt, sie lehnte aber am 7. März diese Wahl ab, ohne dem Verbande anzuzeigen, daß sie bereits am 5, März einen Vertrag mit mehreren hessischen Landwirthen zur Stiftung des Versicherungs-Verbandes„Mittelrhein“ ab— Freitag den 20. Oktober 1876. 7. Vorstellung im 1. Abonnement. Erstes Auftreten der Frl. Schaufler vom Stadtt 1 Jin Freiburg. Die Gebieterin von St. Tropez, Die Giftmischerin. Schauspliel in 5 Acten von Lambert, un zahlreichen Besuch bittet Militär- und Veteranen⸗ (Krieger⸗) Verein. 3351 Samstag den 21. d., Generalversammlung im Henn'schen Locale. Tagesordnung: Neuwahl des Vorstandes. Präsident. 1 5 ö 0 Theater in Friedberg. Im Saale zu den ehemaligen 3 Schwertern. e oder: 10 336 A. Maurer, Direktor. Abends präcis 8 Uhr Ludwig Groß, Montag den 23. Oktober, Abends 7 Uhr 3379 Ball im Hotel Trapp. Koscheres Essen 3358 bei Wittwe Butzbach, Usagasse. Holländische Blumen⸗Zwiebeln 3381 bei Jacob Herrmann, Kaiserstraße Nr. 62. Mehrere hundert Ctr. Dickuurz 3369 hat zu verkaufen Jos. Oberländer. Angekommen 3375 eine große Parthie längliche Fässer, vorzüglich sich zu Pfuhlfässern eignend, bei zeorg Groß. Minterschuhe und Stiefel 3377 in großer Auswahl wieder vorräthig, ebenso französische Holzschuhe mit Leder und warm gefüttert empsiehlt billigst Heinrich Diehl, Usagasse. Friedberger Pferdemarkt⸗Loose 3376 find noch zu haben bei Ph. Dan. Kümmich. Einen guten Kochofen und einen Herd hat zu verkaufen 362 Joh. Fillmar Wittwe. Aufforderung. 3359 Alle Diejenigen, welche noch mit Holzgeldern an die Gemeindekasse Stammheim im Rückstand sind, werden aufgefordert, solche längstens bis Ende d. Mts. zu entrichten, als die Säumigen sonst Kosten zu erwarten haben. Stammheim am 16. Oktober 1876. Schenk, Gemeinde-Einnehmer. Neue Kastanuien 3370 bei Wilhelm Fertsch. Heinrich Diehl in Friedberg, Usagasse, 3378 empfiehlt sein großes Lager in allen Sorten Strick⸗ und Terneauy- Wolle, sowie gestrickte Kinderkleidchen, Strümpfe u. Socken, das Reueste in Baschliks, Seelen⸗ wärmern, Winterhandschuhen, wollenen Unterjacken und Hemden und dergl. mehr zu den billigsten Preisen. 3374 Von dem beliebten Grün ⸗Java⸗Kaffee, à Mark 1. 20, empfing wieder nene Sendung in durchaus reinschmeckender Wagre— Wilhelm Fertsch. geschlossen hatte.— Wir referiren diese Thatsachen als in den betreffenden Kreisen notorisch bekannt.“ ( Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. serzu Praktischer Rathgeber Nr. 10.) Kirdberger Pferdemarkt * *