ö Nabe des. wider Wille t dem Feuer * Nn zu Futtlig 1 Maurer. Dirkctor er Casino. 1876. Vonnerstag den 12. October. 1 M. 121. Oberhessischer Anzeiger. s Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Betreffend: Instruction für die Polizeidiener. Wir erinnern wiederholt von Ihnen, die bis zum Amtlicher Theil. Tur a pp. Friedberg am 9. October 1876. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. t an die Erledigung unserer Verfügung vom 24. August diefes Jahres, Kreisblatt Nr. 20. dieses Monats den geforderten Bericht nicht erstattet haben, 101, und werden Deujenigen Wartboten auf Ihre Kosten zu deren Abholung zusenden. Deutsches Reich. Dar.mstadt, 8. Oct. Der Zusammentritt der zweiten Kammer wird gutem Vernehmen nach am 19. d. M. erfolgen. Die Session wird etwa 14 Tage dauern. — Die Eingabe des Landes-Lehrer-Vereins um einen besonderen Central Schul- Fonds, aus welchem die Lehrer-Besoldungen, wie alle Ausgaben für das Volks⸗Schulwesen bestritten werden sollen, hat in dem Gesetzgebungs-Ausschuß der zweiten Kammer keinen Anklang gefunden. J, Wends 8.1 2b Erscheinen en 0 * dung 5 Frust Dauerndeim. ager bes⸗Nöbelsnm, U n Bahnheß. usual. K 1 — Nach einer ganz neuerlich an die Stände 7 gelangten Vorlage ist die Provinzial-Hauptstadt Gießen zum Amts Sitz der Bergmeisterei für Oberhessen ausersehen; eines der fiscalischen Wacht— Häuser am Selters-Thor soll zu diesem Behufe die ensprechende Einrichtung erhalten. — Die„Darmst. Ztg.“ schreibt: Die zweite Kammer beschloß bei der Budget-⸗Berathung das Ersuchen an die Regierung, die Staatsschulden— Tilgungs⸗Casse mit Ablauf des Jahres 1876 als besondere Behörde aufzuheben und, unter geeigneter Verringerung des Beamten-Personals, mit der Haupt⸗Staats-Casse, sei es auch als besondere Abtheilung, jedenfalls aber unter gemeinschaftlicher Oberleitung, nnbeschadet der Controle der Stände, zu vereinigen. Die erste Kammer ist diesem Er- suchen nicht beigetreten, weil ihrer Ansicht nach auch nach der im Jahre 1876 erfolgenden Rück— zahlung des letzten Restes des Rothschild'schen 0 Anlehens keine wesentliche Arbeits Verminderung ttattfinden werde, weil mittlerweile die Oberhessischen Bahnen vom Staate übernommen worden seien, peil ferner nach dem Gesetze vom 29. Juni 1821 Apiegel, K „u verschleden Nohrsessel“ — Art diese Behörde zur Verwaltung der Staats Schuld gestellt sei, weil es zu Anständen und Collisionen übren könnte, wenn eine ständische Controle be. züglich der Staats⸗Schuld bei einer Casse geführt Aungen 8 4 „ bbbierint. 1 öbückinge J 0 ücklge Wal *—* * Aucchegeschaft 1 9 Lüttringhaut werden sollte, deren Haupt-Beschäftigung einer peciellen ständischen Controle nicht unterläge, weil is im Interesse der Staats- Gläubiger und des Staats-Credits liege, diese besondere Casse bestehen u lassen, um Erstere darüber zu beruhigen, daß eine zur Staats Schulden-Tilgung bestimmten Helder diesem Zweck entfremdet und zu laufenden Staats- Bedürfnissen verwendet werden, und weil s endlich dem Director der Haupt⸗Staats⸗Casse icht möglich sein werde, außer seinen jetzigen Geschäften auch die Geschäfte der Staats-Schulden— Tilgungs⸗Casse zu versehen, auch eine Ersparniß durch die Vereinigung nicht erzielt werden könnte. Mit Berücksichtigung der vom Finanz⸗Ministerium i der gemeinschaftlichen Sitzung mit dem Finanz; Nusschusse der zweiten Kammer geltend gemachten Gründe, welche sich auf den Umtausch der Actien der Oberhessischen Eisenbahnen gegen Staats- Obligatlonen und auf die Abwicklung des Roth- schild'schen Anlehens in diesem Jahre beziehen, brantragt der Ausschuß nunmehr, das Ersuchen dahin zu modificiren, daß die Staats Schulden- 2 Aulgungs Casse mit Ablauf des Jahres 1877 als „sondere Behörde aufgehoben werden möge. Offenbach. In dem Wahlkreise Offenbach— Dieburg wird der seitherige Abgeordnete des Kreises, Dr. Dernburg, Chef-Redacteur der „National-Zeitung“ in Berlin, als Candidat der Liberalen aufgestellt werden. Der Candidat der Social- Demokraten ist Liebknecht in Leipzig; der Candidat der nicht zahlreichen Ultramontanen Dr. Moufang in Mainz. Da die hiesigen Social— Demokraten für die Reichstags Wahl schon ge— raume Zeit rüsten, fleißig Wahl Versammlungen balten und in verschiedenen Orten der Umgebung Offen bachs großen Anhang haben, so dürfte vor— aussichtlich der Wahlkampf in unserem Kreise ein sehr hitziger werden. Berlin. Der„Reichs⸗Anzeiger“ meldet die Ernennung der Geh. Ober-Regierungs-Räthe Jebens und Dahrenstädt zu Mitgliedern des Ober— Verwaltungs-Gerichts.— Der„Reichs- Anzeiger“ enthält ferner folgende Mittheilung: Nach Berichten, welche über Constantinopel hier eingetroffen sind, hälte sich unter der mohamedanischen Bevölkerung von Salonichi in letzter Zeit eine erneuerte Erregung bemerkbar gemacht und die Besorgniß vor Exeessen, namentlich für die Tage des Bairam-⸗ Festes, hervorgerufen. Unter diesen Umständen erhielt das Panzerschiff„Friedrich Karl“ den Befehl, nach Salonichi zurückzukehren, wohin das selbe am 5. c. abgesegelt ist. Hildesheim, 2. Oct. Nach Mittheilung der katholischen„Hildh. Ztg.“ hat der Bischof gestern gegen die verfügte Räumung seiner Curie unter Wahrung aller Rechts⸗Zuständigkeit bei der Regierung Protest erhoben; derselbe wird demnächst, der bevorstehenden Gewalt weichend, in den Räumen, in welchen sich bis vorigen Herbst die Schule der Ursulinerinnen befand, eine Mieth- Wohnung beziehen. Frankfurt. Der König von Griechenland ist unter dem Namen eines Grafen von Morea mit großem Gefolge hier eingetroffen und im „Englischen Hofe“ abgestiegen. München. Graf Arco lehnt den Eintritt in das ultramontane Wahl-Comite ab, wünscht jedoch das Zusammenengehen aller Ultramontanen bei der Reichstags⸗Wahl. Karlsruhe, 6. October. In der heutigen Sitzuug der General-Synode wurden die beiden Candidaten der freien Richtung ins Präsidium ge— wählt, und zwar Geheime-Rath Bluntschli von Heidelberg zum Präsidenten, Ober-Hof⸗Prediger Doll von hier zum Vice⸗Präsidenten. Die Can— didaten der strengen Richtung waren Fabrikant Metz von Freiburg und Ober Kirchen Rath Dr. Mühlhäußer von Wilferdingen. Der neue Präsident des Ministeriums des Innern, Stößer, hat sein Mandat in der Synode niedergelegt. Die General-Synode hat die Vorlage betreffend die Tage-Gelder und Reise-Kosten ihrer Mitglieder angenommen. — Es war allgemein erwartet worden, der neue badische Justizminister Dr. Grimm werde gleichfalls zum Vertreter Badens im Bundesrathe ernannt werden. Daß dies nicht geschehen, hat, wie man erfährt, seinen Grund darin, daß Dr. Grimm Reichstags Abgeordneter zu bleiben wünscht. Auch ist seine Wiederwahl im 13. badischen Reichs⸗Wahlkreise(Bretten-Eppingen⸗ Sinsheim⸗Mosbach) gesichert. Constanz. Nach einer Mittheilung der „Const. Ztg.“ sollen Agenten die hiesige Gegend bereisen, um namentlich ausgediente Militärs für die serbische Armee anzuwerben, und wirklich auch in Constanz schon mehrere Leute geködert haben, die ein Handgeld von je 100 Mark und freie Fahrt bis Triest erhielten. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Eine Circular-Adresse Andrassy's anläßlich der Mission Sumarokoff's ist sehr kurz gefaßt und enthält keinerlei Andeutung über den Inhalt des Hand— schreibens des Kaisers von Rußland an den Kaiser Franz Joseph; es wurde nur einfach die Ueber gabe des Handschreibens notificirt. — 8. Oct. Die für heute zu Gunsten der Aufständischen in der Türkei beabsichtigte tschechische Versammlung in Julienfeld bei Brünn ist, wie die Morgenblätter melden, polizeilich untersagt.— In Prag sind eine Anzahl Kisten, welche Hinter— lader, Pistolen und Feldflaschen enthielten, eon— fiscirt worden. — Ein Schreiben der„Pol. Corr.“ aus Petersburg betont die Nothwendigkeit gemeinsamen Handelns Seitens Rußlands und Oesterreichs in der Orient-Frage und bemerkt hinsichtlich der Conferenz⸗ Vorschläge, daß Rußland vor wenigen Wochen einer europäischen Conferenz mit großer Genugthuung beigetreten sein würde, jetzt aber der Ansicht sei, daß die Situation durch lang— wierige Verhandlungen nur verworrener werden müßte. Eine Conferenz sei erst nöthig, sobald eine thatkräfstige Action mit Erfolg gekrönt sei, und zur Bestätigung und Ordnung des Geschehenen. Pest, 9. Oet. Sitzung des Abgeordneten— Hauses. Der Bericht des Immunitäts-Ausschusses in der Affaire Miletie wurde mit großer Majorität angenommen, nachdem der Minister-Präsident Tisza nochmals das Vorgehen der Regierung mit der Last der auf ihr ruhenden Verantwortlichkeit vertheidigt hatte. Das bekannte Separat-Votum Simon Fay's und der Beschluß-Antrag Simonyi's auf Vernehmung des verhafteten Miletic durch den Immunitäts⸗Ausschuß und Beauftragung des Letzteren mit der Ausarbeitung eines Immunitäts— Gesetzes wurden ahgelehnt. Minister-Präsident Tisza beantwortete die Interpellation Szalap's dahin, daß die Regierung bei Militär- Excessen auf strenge Bestrafung der Schuldigen dringen werde. Die Abschaffung des Waffentragens außer Dienst sei jedoch gegenwärtig unthunlich. Die Sitzung wurde hierauf bis Mitte November vertagt. Frankreich. Paris. Die Budget Com- mission der Deputirtenkammer hat den von Gam— betta erstatteten Bericht entgegengenommen, welcher im Prineip die Einführung der Einkommensteuer fordert; danach würden sämmtliche Werthe, selbst 0 die französischen Renten, zur Steuer herangezogen werden. — Der„Moniteur“ schreibt: Falls die Pforte den Waffenstilistand ablehnen würde, so könnte sie fortan bei den in Folge dieser Ablehnung sich er- gebenden Gefahren auf den Beistand keines einzigen europäischen Cabinets rechnen. Großbritannien. London. Gladstoue hat sich in einer soeben veröffentlichten Schrift abermals gegen die Politik der Regierung aus- gesprochen, welche sich zwar in der Form nicht, aber bezüglich ibrer Ziele verändert habe. Er unterzieht die Vorschläge Derby's, die verschieden⸗ artigste Auslegung zuließen, einer nicht wohlwollen⸗ den Beurtheilung, und besteht auf der Einberufung des Parlaments, weil die Regierung nur in Ueber- einstimmung mit der Nation eine wirksame Auto nomie Bosniens und Bulgariens, welche durchaus nothwendig sei zur Verhütung einer Wiederkehr der Unruhen, verlangen könne. Spanien. Madrid. Die Gerüchte von dem Rücktritte des General-Gouverneurs von Cuba, General Jovellar, sind unbegründet; Jovellar be— hält die oberste Leitung von Cuba; das Ober— Commando der Truppen befindet sich in den Hän— den des Generals Martinez Campos. Italien. Rom, 10. Oct. Der Zusammen⸗ tritt des Katholiken ⸗Congresses zu Bologna rief Seitens der Bevölkerung gegnerische Kundgebungen hervor, welche sich am Abend wiederholten. Um allgemein befürchtete Ruhestörungen zu verhindern, wurde der Congreß auf Verfügung der Behörden aufgelöst. Stradella, 8. October. An dem heutigen Bankette zu Ebren des Minister- Präsidenten Depretis nahmen auch die Minister Brin und Coppino Theil. In seiner Dankrede betonte Depretis, daß es der feste Wille der Regierung sei, aufrichtige Wahlen zu erzielen. Die Regier- ung sei keine Partei. Die Monarchie habe dem Lande die Einheit und Freiheit gegeben. Der Toast, den Depretis auf den König ausbrachte, wurde mit dem lebhaftesten Beifalle aufgenommen. Die Finanzlage wurde von dem Redner ausführ- lich besprochen. Er versprach Besserung des Budgets für 1877, constatirte die Nethwendigkeit einer Wahl- Reform und berief sich bezüglich der aus wärtigen Politik auf die am 28. März im Par- lamente abgegebenen Erklärungen. Türkei. Konstantinopel, 7. Oct. Der britische Botschafter Elliot wurde heute vom Sultan in Privat⸗Audienz empfangen. Die Beschlußnahme der Pforte auf die Friedens Vorschläge der Mächte ist letzteren noch nicht amtlich mitgetheilt, sondern soll erst in einigen Tagen vermittels eines Memoires zu deren Kenntniß gebracht werden. Die Dis⸗ posttionen der Pforte erscheinen, gewissen Anzeichen nach, versöhnlich. Die Rückkehr des russischen Botschafters, General Ignatieff, wird für heute erwartet. — 9. Oet. Nach einer der Regierung zu gegangenen Meldung aus Trebinje(über ein be— reits anderweitig mitgetheiltes Gefecht) hat Mukhtar Pascha die Befestigungen der Montenegriner bei Nowatich Bojanobrda zwischen Grahowitza und Grahowo erstürmt; die Montenegriner erlitten starke Verluste an Mannschaft, Waffen und Munition und zogen sich in großer Unordnung zurück. Die Garnison von Ljubinje hat eine Schaar Insur— genten zurückgeworfen; letztere flüchteten nach der montenegrinischen Grenze zu. — Dem„Temps“ zufolge nehmen die Ver⸗ handlungen wegen des Waffenstillstandes einen günstigen Verlauf. — Der„Deutschen Zeitung“ zufolge hat die türkische Regierung eine aus zwanzig Mitgliedern bestehende Commission mit der Ausarbeitung von Vorschlägen über den Einführungs- Modus der neuen Reformen beauftragt. Die„N. fr. Pr.“ meldet aus Pera, daß eine außerordentliche Sitz- ung des Staatsrathes stattfinde, um Bestimmungen über den ins Leben zu rufenden Generalrath und Senat auszuarbeiten. — 9. Oct. Die Mächte haben unter Vor- tritt Englands die Vorstellungen bei der Pforte erneuert. Die Pforte wird, vertrauend auf die Absichten der Mächte, wahrscheinlich einen ein⸗ monatlichen Waffenstillstand bewilligen. Montenegro. Cettinje. Mukhtar Pascha hat am 6. d. die Montenegriner auf den von Letzteren besetzten Höhen von Bojanobrdo angegriffen und drei Schanzen eingenommen. Die Montenegriner verließen sich auf die Waffenruhe, wurden daher durch den Angriff überrascht. Mukhtar, der noch weiter nachdrängte, wurde bei Miro- tinske zum Stillstehen gebracht und schließlich in seine Positionen zurückgeworsen. Die Montene⸗ griner verloren über 100 Todte und Verwundete; auch der Verlust der Türken ist beträchtlich. — 8. Oct. Gestern Abend haben die durch 2500 Mann verstärkten Montenegriner Mukhtar Pascha angegriffen und denselben genöthigt, sich bis zur Grenze zurückzuziehen. Die Türken ver⸗ loren 850 Todte, die Montenegriner 115 Todte und Verwundete. Montenegriner und Türken stehen sich gegenwärtig auf zehn Kilometer Entfernung gegenüber. Auf Verlangen Mukhtar Pascha's sind heute 150 Reiter mit Munition von Trebinje ausgerückt. Peko Pavlovich und Dakowitsch be- reiten einen Flanken-Angriff auf Mukhtar vor. — 9. Oct. Dekowitsch hat mit sieben Batail lonen die Umgehung Mukhtar Pascha's vollendet. Er steht zwischen Trebinje und Ljubinje verhindert türkische Zuzüge, verbrannte Ljubinje und ver— sprengte die Türken, die aus Stolatz dorthin zu Hülfe zieben wollten. Serbien. Belgrad. Hinsichtlich des Waffen ⸗Stillstandes hat der serbische Minister- Präsident Ristics zustimmend geantwortet, jedoch daran die Bedingung geknüpft, daß eine Demar⸗ cations-Linie und neutrale Zone bestimmt und der Waffen- Stillstand mindestens auf sechs Wochen abgeschlossen werde. Die serbische Regierung hat eine Note an die Mächte gerichtet, in welcher alle von den Türken während der letzten Kämpfe ver⸗ übten Gräuelthaten aufgezählt werden. — Am 5. October fand bei Krevet zwischen den Türken und den Serben unter Horvatovies ein Gefecht statt, welches nach zweistündiger Dauer abgebrochen wurde. Die Serben haben die Ver- schanzungen von Tesica geräumt. General Tscher⸗ najtff fordert die Einberufung der sämmtlichen noch übrigen waffenfähigen Männer vom 18. bis zum 50. Lebensjahre. Ferner wird aus Zara berichtet: In Folge des aus Trebinje gemeldeten Rückzuges des Insurgenten-Führers Peco Paplovie vom rechten Ufer der Trebinsica nach Cnutie sind die vorher unterbrochenen Verbindungen wieder offen. Medun ist mit Proviant versehen. — 9. Oct.(Amtliche Meldung.) Tscholak Antitsch, welcher am 7. d. von Jankowa Klissura in der Richtung auf Kurschumlja vorrückte, hat alle Ortschaften des Toplitza-Thales besetzt und steht nunmehr vor Kurschumlja. — 10. Oct. Fürst Milan hat dem General Tschernajeff befohlen, bis auf Weiteres jede Offen⸗ sive einzustellen. Es steht der Abschluß eines Waffenaillstandes für die Zeit bis zum gänzlichen Friedensschlusse in Aussicht. Rumänien. Bukarest. Das„Amtsblatt“ veröffentlicht ein fürstliches Decret, wonach das stehende Heer mit den Reserven und der Terri⸗ torial-Armee zu divistionsweisen Waffen ⸗Uebungen zusammentreten soll; dem Kriegs-Minister ist zu diesem Zweck ein Credit von 200,000 Lei bewilligt. — 10. Oct. Bei den gestern stattgefundenen Ergänzungs Wahlen zum Senat fielen von sechs Mandaten fünf der Regierungs-Partei zr. Aus Stadt und Land. Pfungstadt. Nach einem Kabeltelegramm aus Phila⸗ delphia wurde der Bierbrauerei von Justus Hildebrand von der internationalen Jury eine„Preis Medaille“ zu⸗ erkannt. Allerlei. Frankfurt. Aus einem dieser Tage hier angelangten Waggon, welcher von Passau Hafer in Säcken führte, hörte man lautes Bellen und Heulen eines Hundes. Als der Wagen geöffnet war, fand sich in dem über den Säcken noch freien Raum ein schöner schwarzer, etwa 6 Monaie alter Hund größerer Race, der von den Bahnbeamten so⸗ behufs Erzielung eines förmlichen Waffenstillstandes rt in Pflige genommen wurde. Das Thier is mindestens 3 Tage und 3 Nächte, die circa 500 Kilometer lange Streckt von fa bis Frankfurt a. M. ohne Nahrung eingesperrt gewesen. Mannheim, 8. October. Als heute früh 9 Uhr der Personenzug der Main⸗Neckar⸗Bahn den hiesigen Bahn⸗ hof verlassen sollte, stieß derselbe auf einen leeren Güterzug. Durch den 8.8058 Zusammenstoß enistand nicht nur eine erhebliche Beschädigung des Fahrmaterials, sondern es wurde auch eine größere Zahl von Passagieren mehr oder weniger verwundet. Man spricht von 20 Verletzten, doch vermögen wir für die Richtigkeit dieser Zahl zur Stunde nicht einzustehen. Einzelne Verwundungen machten wund⸗ ärztliche Hülse durch Zusammennähen u. s. w. nothwendig, doch soll zum Glücke keine Verletzung irgend einen ernsten Character haben. Erhebungen über die Ursachen dieses Unfalles sind im Gange. Kassel, 9. October. General von Bose, Commandeur des XI. Armee⸗Cotps, feierte gestern sein 50jähriges Dienst⸗ jubiläum. München. Der frühere Ober- Bibliothekar Geh. Regierungs⸗Rath Pertz aus Berlin, der bekannte und be⸗ rühmte Herausgeber der Monumenta Germaniae ist am 7. October hier gestorben. Die Gräber der Sultane. Die Geschichte der letzten Jahrhunderte hat im Abendlande nur hin und wieder gekrönten Häuptern tragisches Ende bereitet. Anders im sonnigen Orient, der unsere Phantasie mit so vielen Illu⸗ sionen gefangen nimmt. Wie das Leben der osmanischen Machthaber nur eine ununterbrochene Kette von Gewaltakten ist, so sind auch ihre Gräber Erinnerungsstätten zahlreicher finsterer Epochen. Die osmanischen Sultane sind nur der Minderzahl nach im Frieden heimgegangen. Wer heute nicht die Mühe scheut, die winkeligen Straßen Stambuls zu durchpilgern, in das Innere der schattigen Moscheehöfe einzudringen oder sonst ein- same Plätzchen in immergrünen Bosquets zu durch⸗ stöbern, dessen Blick trifft da und dort auf das Grab eines einst gefürchteten Machthabers. Die Turben oder Mausoleen der Sultane gehören zu dem Interessantesten, was Stambul bietet. Man findet sie nicht selten in den belebtesten Gassen, inmitten eines malerischen Chaos von Markibuden, Handwerkerbaraken, oft zwischen allerlei wüstem Schutt und Kram, häufiger aber an der Mekka⸗ Seite der Moscheen, um anzudeuten, daß die Seelen Derer, welche unter diesen bleichen Sar⸗ kophagen ruhen, ihre Pilgereise zu Mahomed an- getreten haben. Wie schwer nun wird es dem Fremden, bei dem Besuche dieser Stätten von milderen Gedanken beherrscht zu werden! Bei jedem Monumentalsarkophage, bei jeder Gebethalle, die die irdischen Reste eines Selim oder Murad umschließt, haben wir den abgerollten Gang der Geschichte vor uns, und düstere Bilder nehmen uns gefangen. Das imposanteste dieser Mausoleen ist das Suliman's des„Prächtigen“, ein herrliches Bauwerk sarazenischen Stiles. Stolz, wie sein Leben und Wirken, mahnt auch dieses Monument an den verschollenen Glanz des ruhmreichsten und glanzvollsten aller osmanischen Sultane. Die nächste Ruhestätte, auf die wir auf unserem Gange durch die östliche Siebenhügelstadt stoßen, ist jene Mahomed's II. Es ist ein ganzes Ge⸗ bäude, das die irdischen Reste des Vernichters der byzantinischen Herrschaft hütet. Nicht weit hiervon mahnen uns allerlei Attribute und zier⸗ liche Embleme an ein Frauengrab. Hier ruht Ailima, die Mutter des„Vaters der Eroberung“, wie die ottomanische Geschichte den Bezwinger Konstantinopels nennt. Ailima, eine jener Zauber⸗ Erscheiunngen aus der Frauenwelt des Ostens, die wie ein helles Märchen auf unsere Sinne einwirken, war die Gattin Murad's II. Die in zahlreichen nationalen Poesien fortlebende Sultanin war ein Wunder an Schönheit und Gelehrsam— keit. Der zierliche Käfig, der dieses zierliche Kleinod einschließt, ist stumm, und so mag man nach Gutdünken der unheimlichen Tradition Glauben schenken... Neben der Moschee Bajazid's II. liegt eine andere vielgefeierte Frau, die Mutter des Sultans Bajazid II., Gul-Bahar, d. i. die „Frühlings cose“. Im Garten der Moschee Schabzadeh finden wir die Opfer der ränkesüchtigen Frau Suleiman's, der berühmten Charene, auf deren Veranlassung Prinz Mustafa, Sohn des großen Sultans, und seine Mutter Kassebi, ermordet worden. Auch ein anderes Kind Suleiman's ruht hier, Prinz g Nobo und g aden 725 Janil det die det. der a unge blulig on 20% sit je entziet düster. stälter Schle Seelie seines siebze steten Thron ließ. auf u Mörd sunde 9 orient Mauf dache gewal Selin mehr Liebl letzte büßt ram 5* del 0 W l ee ei ec dibltt 10 * ren des Dien ue deli 90 N a en an.. 9 f 2141 1 1 Sultane N I 1 1„ n n eng se vielen Nu. det Leben in wunterdrchen * ug ene ace inn 858 1 109 3 und geräumigen Mausoleum der Moschee Achmed I. finden wir eine ganze Zahl prächtiger Marmor- Sarkophage. Hier ruht Osman II., der von den Janitscharen erdrosselt wurde, und Murad IV., der 1640 eines natürlichen Todes starb, ferner die Prinzen Mohammed und Bajazid, von welchen der eine von seinem älteren Bruder Osman II., der andere von seinem jüngeren Bruder Mustafa umgebracht wurde. Hier sehen wir deutlich die blutigen Züge der osmanischen Hausgeschichte. Von Mord zu Mord schritt das unerbittliche Schicksal, welches den Gewalthabern am Bosporus seit jeher viel gespendet, aber launisch wieder zu entziehen wußte. Auch in der Aja Sofia wuchern düstere Erinnerungen aus den vorhandenen Gräber— stätten. Dort haben sich mit der Zeit zum ewigen Schlafe die erbittertsten Feinde zusammengefunden. Selim II. ruht neben Nur Banuf, der Frau seines Sohnes Murad. Nebenan schlummern siebzehn Brüder, die Mohammed III., in der steten Furcht, von ibnen verdrängt und seines Thrones verlustig zu werden, grausam hinwürgen ließ. Aber das Drama muß noch heute beklemmend auf uns einwirken, wenn wir bedenken, daß der Mörder eine Ruhestätte neben seinen Opfern ge— funden. Nicht weit von diesem unheimlichen Denkmale orientalischer Despotenwirthschaft liegt das Marmor- Mausoleum Mustafa's I. Unter seinem Kuppel⸗ dache ruhen Vater und Sohn, die beide eines gewaltsamen Todes starben. Der unglückliche Selim III., der nach einem thatlosen Leben nur mehr seinen Schwärmereien lebte, und mit seiner Lieblingssklavin in anakreontischer Verzückung den letzten Rest an Thatkraft und Mannesmuth ein- büßte und schließlich auf Mustafa's IV. Befehl erdolcht wurde, hat einen Sarkophag in der Laleli— Moschee stehen, dicht neben dem Mustafa's III. Der ebenfalls gewaltsam durch Erdrosselung aus dem Leben geschiedene Mustafa IV. ruht neben Abdul Hamid in der Straße Wessir- Tscholl. Nicht weit hiervon sehen wir das prächtigste Grab⸗ denkmal der Osmaniden. Es ist die Turbe Mahmud II. Als dem Begründer der Reform- Aera für die Türkei, der ein Jahr früher starb, als der letzte Sultan, Murad V., geboren ward (1839), bringen wir Mahmud mehr als irgend einem osmanischen Herrscher der letzten Jahrzehnte Sympathie entgegen. Sein gräßliches Ende— er starb an Delirium tremens— deutet darauf hin, daß auch ihm die Energie abging, sich von dem Verhängaiß der traditionellen Ausschweifungen, in denen die Erben des Khalifats seit jeher Großes geleistet, zu emancipiren. Nachdem er das Corps der Janitscharen vernichtet, bahnte er das Reform- werk an, das seine beiden Söhne Abdul Medschid und Abdul Aziz in so bedenkliches Fahrwasser brachten. Wie Sultan Abdul Medschid, war auch er in seinen letzten Lebenstagen von steter Furcht, irgendwie aus dem Leben geschafft zu werden, be. haftet. Mahmud's II. Mausoleum besteht aus weißem Marmor und hat eine octogone Form. Sieben große, mit herrlichen vergoldeten Gittern geschlossene Fenster erleuchten das Inntre. Im Innern ist es mit Sofas, Armsesseln, seidenen Draperien, ja sogar Ubren versehen, so daß man weit eher das Gefühl hat, sich in einem Salon zu befinden, als in einem Sultansgrabe. Von wahrhaft orientalischer Pracht sind die Glas- und Metallkandelaber, die Ballustraden und die übrige Ornamentik des Innenraumes. Auf dem gewaltigen Sarkophage ruht das mit einer Feder geschmückte Fez des Sultans. Im Moschee⸗ hofe zu Ejub, eine geweihte Stätte, die noch beute kein Andersgläubiger betreten darf, und in welcher der Tradition gemäß der neue Sultan zum neuen Beherrscher des Osmanenreiches installirt wird, befindet sich eine weitere Grabstätte, die noch der Erwähnung bedarf. Der Marmor Sarkophag ist mit reichgestickter Seide umhüllt und trägt am Kopfende die große Filzkappe, wie sie die Mit— glieder der Derwisch-Orden zu tragen pflegen. Ein grünes Banner beschattet mehrere Lesepulte, auf welchen Exemplare des Koran, meist von berühmten Kalligraphen geschrieben, aufgeschlagen liegen. Sowohl die Moschee, wie das Mausoleum sind von üppigen Gärten umgeben, und aus nächster Nähe genießt man den vollen Einblick in das stille, friedliche Thal der„süßen Wasser.“ Mit den nächsten Schritten haben wir die Gräber— welt hinter uns. Alle Ruhmesgröße und aller Wahnwitz ehrgeiziger Despoten ist, gleich einem schweren Traumbilde, aus unserer Erinnerung ge— wischt, und im Strahlenlächeln des Tagesgestirns wandeln wir unter den uralten Platanen des Parkes, der sich im Thale von Churt-Chaneh nordwärts hinzieht. Landwirthschaftliches und Gewerbliches. Neuseeländisches Nutzholz. Das Bauholz Neu— Seelands, über welches ein jüngst erschienener Bericht von T. Kirk(Nature, durch das Ausland 1875 S. 304) sich verbreitet, ist von auszeichneter Dauerhaftigkeit, besonders wenn die fehlerhafte Behandlung desselben seitens der Colonisten, welche die Bäume während ihrer Wachsthums— periode sällen, das gefällte Holz alsbald verwenden, grünes Holz mit einem Anstriche versehen u, dergl. vermieden wird. Das von Kirk aufgestellte Verzeichniß der neusee— ländischen Nutzhölzer umfaßt 38 verschiedene Arten von Bäumen, unter welchen hinsichtlich der technischen Ver⸗ wendbarkeit der Kaurt(Dammara australis), der Totari (Podocarpus totari) und die Rothtanne oder Rimu Dacry- dium cupressinum) den ersten Rang behaupten. Der Kauri ist der schönste Baum Neu-Seelands und erreicht eine Höhe von 120 bis 160 Fuß. Auch ist sein Holz das vorzüglichste unter allen und wird mit besonderer Vorliebe zu Masten, Spieren und anderen Gegenständen des Schiffs— baus verwendet. Es ist nicht selten schön gemasert und wäre zu Kunsttischlerarbeiten gut geeignet, wenn es einen regelmäßigen Exportartikel bildete. In Neu-Seeland wird das Kauriholz sehr viel zu Eisenbahnschwellen gebraucht. Als eine Probe seiner Dauerhaftigkeit führt Kirk an, daß in der Nähe von Papakura ein alter, in früherer Zeit verschütteter Kauxriwald sich befinde, dessen Stämme hie und da auf der Oberfläche des Bodens sich zeigen. Von dem Holze wurden große Quantitäten in völlig gesundem Zustande ausgegraben und zu Schienenschwellen auf der Eisenbahn zwischen Auckland und Waikato verwendet. Auch nach Australien, Tasmanien und Mauritius wird einiges Kauribolz ausgeführt und zwar hat sich der Export im Verlaufe der letzten drei Jahre mehr als verdoppelt. Das Vorkommen dieses werthvollen Baumes ist nämlich ziemlich eng begrenzt und hofft man deßhald, daß geeignete Maßnahmen getroffen werden, seine Ausrottung zu verhüten. Zur Runkelrübenkultur. Durch die zur Zeit des Fortpflanzens der Runkelrübensetzlinge öfters eintretende trockne Witterung, wird das Fortwachsen derselben nach dem Verpflanzen oft sehr in Frage gestellt. Um in dieser Beziehung sicher zu gehen, wird das Körnerstecken im zeitigen Frühjahre sofort auf das betreffende Feld sehr empfohlen und mit vollem Rechte. Freilich gehöct hierzu ein unkrautfreier, nicht zu nasser und schon im Herbste gut vorbereiteter Acker, ebenso ein genügender Düngervorrath, wenn mit Stallmist gedüngt werden soll, und ein ein⸗ bezw. zweimaliges öfteres Behacken als beim Pflanzen läßt sich auch nicht vermeiden. Dieser Mehrauswand wird 0 aber unter entsprechenden Verhältnissen bei der Ernte reichlich belohnt, wie folgende Versuche darlhun; Auf schwerem Thonboden wurden erzielt beim Körnerlegen 208 Ctr., durch Bepflanzen hingegen 243 Cir. pro Morgen. Auf lehmigem Sandboden wurden erzielt beim Körner⸗ legen 263 Cir. beim Bepflanzen hingegen nur 172 Etr. Handel und Verkehr Frankfurt, 9. Oct.(Viehmarkt.) Der heutige Markt war gut befahren. Angetrieben waren: 400 Ochsen, 215 Kühe und Rinder, 315 Kälber und 320 Hämmel. Die Preise stellten sich per Centner: Ochsen 1. Qual. M. 64—68., 2. Qual M. 56—62. Küte und Rinder 1. Qual. M. 58— 60, 2. Qual. M. 48—52. Kälber 1. Qual. M. 60—62., 2. Qual. M. 55—58. Hämmel 1. Qual. M 51—56., 2. Qual. M. 40— 45. Schweine das Pfund 64-68 Pf. Frankfurt, 9. Oct. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 22. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 26., do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen, hiesiger, M. 24.50. fremder je nach Qualität M. 18—22., Korn M. 17.75 bis 18.25., Gerste M. 17.50—19., Hafer M. 17.25 18.50. Kohlsamen M. 36., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 21 bis 23., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 77. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo. Mainz, 9. Oct. Producten-Mirkt. Waizen per Nov. 20.55, per März 21.40. Korn per Nov. 15.50, per März 16.40. Hafer per Nov. 16.50, per März 16.70. Rüböl per Oct. 38.50, per Mai 37.65. Bern. Die japanesische Regierung hat ihren Beitritt zum Allgemeinen Posi-Verein angemeldet. D. Frankfurt a. M., 10. October. Die Börse trat heute etwas aus ibrer lethargischen Haltung heraus und fand hierzu in der Nachricht Veranlassung, daß Fürst Milan dem General Tschernajeff die Einstellung der Feindselig⸗ keiten befohlen habe und der Abschluß eines Waffenstill⸗ standes, welcher bis zum Friedensschlusse dauern solle, be⸗ vorstehe. Als jedoch Berlin und Wien der hiesigen sehr sesten Tendenz nicht entsprechende Nolirungen sandten, kam die steigende Bewegung der Speculationspapiere wieder zum Stillstand und die Course bröckelten gegen Schluß etwas ab, ohne indeß unter ihr Niveau von gestern Abend herabzugehen. Trotz des heutigen israelitischen Feiertags war das Geschäft relauuv belebt. In Prolongation bedangen heute Creditactien 40 Pf. Deport. Creditactien bewegten sich zwischen 125—126/—126 und 126½¼, Staatsbahn⸗ actien zwischen 231½—232½ und 232, Lombarden nahe 65¾. Die Nebengebiete zeigen keine erheblichen Ver⸗ minderungen. Von Staatsfonds waren ausländische fest, durchweg behauptet und um Bruchtheile höher, während deutsche Anlagewerthe etwas mehr am Markt. Prioritäten ebenfalls meist zu gestrigen Coursen im Umsatze. Von Banken Darmstädter, Deutsche Effectenbank und Amster⸗ damer höher. Von Losen ungarische und 1860er sest, 1864er schwächer. Oesterr. Bahnen größtentheils unverändert. Alföld, Elisabeth, Ung.⸗Galizische und Galizier besser, Böhmen und Rudolf niedriger. Von deuischen Bahnen Hess. Ludwigsbahn/% matter. Von Wechseln London dilliger. Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 10. Oetober 1876. 20⸗Frankenstücke.. Mk. 16 21—25 Englische Sovereigns 8„ 20 3338 Russische Imperiales 9 16 72—77 Holländische fl. 10 Stücke 16 65 G. Bain 9 9 69—74 Ducaten al mare„ 9 59—64 Dollars in Gold 8 416-19 Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des allein ächten Cölnischen Wassers übertragen und empfehlen wir dasselbe per Glas zu M. 1,50, „ ½ Dutzend 80 „ Dutzend„ 0 Die Exped. d. Anz. I. melirte Steinkohlen à 1 Mark und gest. Stückkohlen 4 Mark 15 Pf. frei ans Haus sind durch mich jede Woche in Parthien von 35 bis 60 Centner zu beziehen und garantire ich für ausgezeichnete Qualität. Ab Bahnhof 10 Pf. per Centner billiger. October 1876. d⸗ N eim den J. ö 3210 21. Jean Wörner quam. Friedberger Pferde⸗Markt⸗Loose Carl Bindernagel in Friedberg und Bad- Nauheim. Bestellbriefen für Loose, deren Uebersendung durch die Post gewünscht wird, sind 19 Pf.(bet vollständig frankirter Zusendung des Betrages) zur Rück⸗Frankirung anzuschließen, sind zu haben bei 3289 Theilungshalber kommen Freitag den 20. 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Prämien- und Zinsen— Einnahmen für 1 N Versicherungen in Kraft während des Jahres 1875⁵ 1 9,428,580 Mark. 2 750, 603 3,503,020 5 2,246, 907,352„ Der Deutsche Phönix versichert gegen Feuerschaden Mobilien, Waaren, Fabrik- Geräthschaften Feld⸗Erzeugnisse in Scheunen und in Diemen(Schobern, Haufen), Vieh und landwirthschaftliche Gegenstände jeder Art zu möglichst billigen, festen Prämien, so daß unter keinen Umständen Nachzahlungen zu leisten sind. Prospecte und Antrags Formulare für Versicherungen werden jederzeit unentgeldlich verabreicht; auch ist Unterzeichneter gern bereit, Friedberg im August 1876. 3249 jede weitere Auskunft zu ertheilen. C. Meiss, Bezirks⸗Agent des Deutschen Phönix. Carl Bindernagel's nnoncen- Bekanntmachungen aller Ar Gesuche, Offerten, Benachrichtigungen, werden an alle Zeitungen vermittelt. Berechnet wird nur der L Erpedition. t: Waaren⸗ Enfeblungen, Versteigerungen Originalpreis der betreffenden Zeitung, Die Annoncen⸗Aufgeber sparen also Briefschreiben, Zeit und Porto. Versteigerung von Grundstücken und Gebäulichkeiten in der Gemarkung Dorheim bei Friedberg. 3205 Mittwoch den 18. October d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen die zum früheren Dorheimer Braunkohlen— bergwerk gehörenden, in der Dorheimer Gemarkung ge— legenen, ungefähr 180,000 O Meter haltenden Grund- stücke und Gebäulichkeiten, als: I. die ehemalige Bergmeister- und Bergkassier-Wohn⸗ ung nebst dazu gehörendem 4343[◻JUMeter ent—⸗ haltenden Hofraithegrund; II. die frühere Obersteiger Wohnung nebst Zechenstube mit 2221[OMeter Hofraithegrund und III. das übrige in der Dorheimer Gemarkung gelegene Bergwerksgebäude mit Ausschluß der noch darauf bfindlichen, zum Abbruch bestimmten Gebäude auf dem Rathhause zu Dorheim öffentlich an den Meist— bietenden versteigert werden. Die unter 1 und II genannten Gebäude werden ein— mal mit den dabei gelegenen Parzellen, das anderemal ohne Grund und Boden auf den Abbruch ausgeboten. Sämmtliches Gelände wird zuerst parzellenweise ohne die darauf befindlichen Gebäude und sodann im Ganzen mit Einschluß der unter 1 und 11 genannten Gebäude ausgeboten. Die näheren Bedingungen werden bei der Versteigerung bekannt gemacht, können jedoch auch vorher an den ge— wöhnlichen Wochentagen, Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr, auf unserem Amts- local eingesehen oder gegen Erstattung der Copialgebühren von uns bezogen werden. Litographirte Abdrücke des Versteigerungsplanes sind zu 10 Pfennig pro Exemplar sowohl von uns, wie von Großherzoglicher Bürgermeisterei Dorheim und Groß— herzoglicher Bergkasse zur Grube Ludwigshoffnung, bei welchen ebenwohl die Bedingungen aufliegen, zu beziehen. Bad-⸗ Nauheim am 2. Oktober 1876. Großherzogliches Bergamt Dorheim. 3281 jedem soliden Geschäftsmanne. Adresse mit Retour marke sub A. B. 37 postlagernd Bonn a. Rh (Cpt 27/ X.) Cassa⸗ und Accept⸗ 855 Bekanntmachung. 3290 Der Plan und die Acten über die Zusammenlegung der Grundstücke in den Fluren VI, VII, VIII und IX 1 5 Gemarkung Friedberg liegen von heute an 14 Tage lang auf hiesigem Rathhaus zur Einsicht der Betheiligten offen. Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß von der Commission auf Dienstag den 24. October l. J., von Morgens 9 bis Mittags 12 Uhr, Termin zur Vor⸗ bringung etwaiger Reelamationen anberaumt worden ist und daß von denjenigen Betheiligten, welche im Termine keine Reelamationen vorbringen, Einverständniß mit den Beschlüssen der Commission angenommen werde und daß spätere Reclamationen, welche sich auf die offen gelegten ßel beziehen, nicht mehr zulässig seien. 1 Friedberg den 9. Oetober 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. near Empfehlung. 3225 Einem geehrten Publieum die ergebene Anzeige, daß ich alle Arten Tapezier- und Möbel Arbeiten außer dem Hause bestens besorge. Um geneigten Zuspruch bittet ach tungs voll Christian Becker. J. Leonhardt, Schuhmachergasse Nr. 333. 1877. M. 40. Bestellung: Kalender Deutscher Reichsbote. Daheimkalendeer.„ 1. 50. Spit... Familienkalender.„— 50. Einsiedlerkalender.„— 40. Nieritz, Volkskalender 551 Friedberg. Carl Bindernagel. 5 Wollene Hemden, 1 Unterjacken& Unterhosen e grrchec. 3292 Einen großen weißen Metzgerhund 9 Schäfer, Metzger. hat zu verkaufen Kirchweihe. 3298 Sonntag den 15. und Montag den 16. d. Miß, findet bei mir gut besette Tanzmusik statt, wohn hoͤflichst einladet Steinfurth. H. Rosenbecker II. Wittwe, Friedberger Casino. 3278 Samstag den 14. Oktober l. J., Abends 8 Uhr, Generalversammlung im Casinolocal. Tagesordnung ist angeschlagen. Die Wichtigkeit der Sache macht das Erscheinen eint laden ordentlichen Mitglieds wünschenswerth. Militär⸗ und Veteranen⸗Verein. 3297 Samstag den 14. d., präeis Abends 8 Uhr, General⸗ versammlung im Henu'schen Locale, zu welcher die Mit glieder mit Bezugnahme auf§. 53 und 54 der Statuten eingeladen werden. Der Vorstand. Mübellager von J. Pfeffer, oo Möbelschreine in Friedberg nächst dem Bahnhofe. 0 Große Auswahl 50 allen feineren und gewöhnlichen Sorten Möbeln, B: Seeretäre, Sopha, Causeuses, Chaiselongues Clavierstühle, Sessel, Commode, Pfeiler ⸗ Schränke Silber⸗ und Glasschränke, Nähtische, Waschtische mit Marmoraufsatz, französische und deutsche Bettladen, Auszugtische, ovale und runde Tische, Spiegel, Kleider⸗ und Küchenschränke, gewöhnliche Bettladen und Tische, alle Sorten Stühle, von den feinsten bis zu den gewöhnlichsten, Fenstergalerien in den verschiedensten Breiten, sowie die so sehr beliebten Rohrsessel und Blumentische verschiedenster Art. 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Danksagung. 3296 Für die vielen Beweise der Theilnahme, besonders der Nachbarschaft und des Herrn Dr. Weckerling, während des Krankseins unseres lieben Gatten und Bruders Friedrich Tönges, sowie allen Denen, welche denselben zu seiner letzten Ruhestätte geleiteten, fühlten Dank. Friedberg den 10. Oktober 1876. Die trauernden n sagen wir hiermit unsern tiefge⸗ Auge Gollesdienl in Itiehhe Beginn: Freitag Abends 5½ Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. fen, der Ee ni Aae n al lan-