* . 3 Schbenm Weder I876. 1 Nantntn sköchin * L. I det laurer, Dette veihfest ( E Tanzmufik falt, Kart Horn. Kr. — Ptintich Nils, — 8 1 7. * Häuset, n a bit —— 1876. Dienslag den 10. October. er Anzeiger. Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Winler-Ackerbauschule des land wirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. f Nach Mittheilung des Curatoriums rubr. Schule sind für den beginnenden Wintercursus noch eine Anzahl Plätze an hiesiger Ackerbauschule frei und sollen sich auch im Vergleich der Anmeldungen zu solchen Schulen anderer Gegenden unverhältnißmäßig wenig junge Leute aus der Wetterau, ins besondere aus dem Kreise Friedberg, für die hiesige Schule angemeldet haben. Da wir sehr wohl wissen, daß auch unter den Landwirthen unseres Kreises ein ernstes Streben sich bekundet, ihren Söhnen, die sich der Landwirthschaft zu widmen gedenken, eine tüchtige theorctische Durchbildung, ohne welche ja beutzutage den hohen Ansordtrungen, welche an den Landwirth gestellt werden, durchaus nicht genügt werden kann, geben zu lassen und hierfür auch die an sich geringen Opfer zu bringen nicht scheuen, so richten wir au Sie angelegentlichst die dringendste Aufforderung den Eintritt von Söhnen der Landwirthe Ihrer Gemeinden in den am 2. November laufenden Jahres beginnenden Wintercursus genannter Anstalt durch Ihren gewichtigen Einfluß zu veranlassen, und uns binnen 8 Tagen den hoffentlich günstigen Erfolg Ihrer Thätigkeit einzuberichten. r e p. % Betreffend: Das Papierformat bei den Großherzoglichen Behörden. Ungeachtet unserer Bekanntmachung vom 26 Juni dieses Jahres, Kreisblatt Nr. 76, laufen täglich noch Eingaben ein, welche viel größeres Papierformat als das vorgeschriebene haben. Friedberg am 7. October 1876. Wir bemerken wiederholt, daß auf anderes als 33,25 Centimeter langes und 20,5 Centimeter breites beschnittenes baltbares Papier Eingaben nicht angenommen werden können und müßten wir, wenn es dennoch geschieht, die Eingaben zurückgeben. Wir hoffen, daß wir bierzu nicht genöthigt werden. Friedberg am 7. October 1876. Beka n nit m a ch u n g. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. r Die Amtstage des unterzeichneten Gerichts werden Dienstag und Donnerstag, Vormittage von 8 bis 12 und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, abgehalten. Friedberg den 6. October 1876. Großherzogliches Landgericht Friedberg. E Deutsches Reich Darustadt Das Großherzogliche Regiet— ungsblatt Nr. 43 enthält: I. Oeffentliche Anertennung einer edlen That. II. Summarische Uebersicht der Rechnung Großherzog⸗ licher Landes waisenanstalt zu Darmstadt für 1875. Die Gesammt⸗Einnabme beträgt 145,076 M. 59 Pf., die Ge— sammi⸗Ausgabe 143,308 M. 11 Pf. Es wurden in 1875 zusammen 1881 Waisen verpflegt. III. und IV. Bekannimachung, die Erhebung von nachträglichen Umlagen der israelitischen Religionsgemein— den Nidda mit Geis-Nidda und Osthofen für 1876 betr. V. Uebersicht der für das Jahr 1876 genehmigten Umlagen in den israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Bensheim. VI. Ordensverleihungen. VII. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. VIII. Ertheilung von Erfindungspatenten. IX. Namensveränderungen. X. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 23. Aug, dem Milprebiger Jost von Zwingenberg die ev. Pfarrstelle zu Dalheim zu übertragen; an demselben Tage den auf die Pfarrstelle zu Burg⸗Gräfenrod präs. Pfarrer Kalbhenn zu Pelterweil zu bestätigen; an demselben Tage den Kreis baugusseher⸗Aspiranten Sack aus Utphe zum Kreisbauauf— seher zu ernennen; am 24. Aug. den Professor Dr. Bürkel zum Neklor der Landesunwersilät für 1876/1877 zu er⸗ nennen; am 28. Aug. dem Pfarrer Dr. Steinmetz zu Mainz die 2. ev. Pfarrstelle zu Mainz, dem Pfarrverwalter Bültel aus Biebesheim die 3. ev. Pfarrstelle zu Mainz, am 31. Aug. dem Schulverwaller Schmidt aus Siedels⸗ brunn die 1. Schulstelle zu Horweiler, am 5. Sept. der Schulamtsaspirantin Rödler aus Mainz eine Stelle an den slädtischen Schulen zu Mainz zu übertragen; an dems. Tage den Lebrer Dr. Röll zu Frankfurt zum Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Darmstaot zu ernennenz am 7. Sept. dem Schullehrer Jung zu Reichelsheim die erste Knabenschulstelle zu Groß⸗Gerau, am 8. Sept. dem Schul⸗ lehrer Riedel zu Heimershausen die Schulstelle zu Betzen⸗ rod, dem Schullehrer Schreiber zu Osthofen die 7. Schul— stelle zu Kostheim, dem Schullehrer Hembel zu Freimers— heim, den Schulverwaltern Rieß aus Neu-Bamberg und Schneider aus Framersheim, Lehrerstellen an der Stadt— schule zu Worms, am 11. Sept. den Schulverwaltern Nungesser aus Eberstabt, Trautmann aus Ober Schön⸗ maltenwaag Lehrerstellen an der ev. Schule zu Wimpfen, dem Schulverwaller Lanz aus Schwarz die 2. Schulsielle zu Vübesheim zu übertragen; am 16. Sept. den prov. Lehrer an der Präparantenanstalt zu Lindensele, Blank, zum ersten Lehrer an dieser Anstalt, den Schullehrer Stumpf an der Präparandenanstalt zu Lindenfels zum 1. Lehrer an der Präparandenanstalt zu Wöllstein zu ernennen; am 16. Sept. dem Conxeclor Schorkopf zu Stadthagen die 1. Lehrerstelle, dem Schullehrer Hamburger zu Lich die 2. Lehrerstelle an der Volksschule zu Grünberg zu über— tragen; am 18. Sep. den auf die 2. Knabenschulstelle zu Alsfeld präs. Schullehrer Gundrum daselbst, am 20. Sept. den auf die 1. Schulstelle zu Steinsurth präs. Schullehrer Huber an der 2. Schule daselbst zu bestätigen. Am 1. Sept. wurde dem Geometer Martin aus Einheim das Patent als Geometer 1. Klasse für den Kreis Oppenheim, am 5. Sept. dem Joh. Berz aus Nauheim das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Groß Gerau ertheilt. XI. Diensientlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 6. Sept. den Steuerausseher Scheld auf sein Nachsuchen zu entlassen. XII. Dienstenthebung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 8. Sept, den Schullehrer Neher zu Ober-Erlenbach von der 7. Schul⸗ stelle zu Kostheim zu enibinden und auf seiner Stelle zu belassen. XIII. Charakterertheilungen. XIV. Ruhestandsversetzungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 21. Aug. den Kanzlei-Juspector Jaide auf Nachsuchen und unter Anerkennung seiner Dienste, an demselven Tage den Schul⸗ lehrer zu Sickenhofen, Trippel, am 31. Aug. den Real⸗ Lehrer zu Offenbach Dr. Fresenius auf Nachsuchen, an demselben Tage den Rechnungsrath Schneider auf Nach- suchen unter Anerkennung seiner Dienste, am 16. Sept. den Calculator Pabst bis zur Wiederherstellung seiner Ge— sundheit, am 18. Sept. die Lehrerin zu Büdesheim, Lück, in den Ruhestand zu versetzen. XV. Concurrenz⸗ Eröffnungen. Erledigt ist: die 3. Schulstelle zu Gambach, Gehalt 771 M. 43 Pf.; die 1. Mädchen ⸗Schulstelle zu Lauterbach, Gehalt 1114 M. 29 Pf. z die 1. Schulstelle zu Hungen, Gehalt 857 M. 14 Pf.; die Schulstelle zu Zell, Gehalt 771 M. 43 Pf.; dem Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentalsons⸗ recht zu; die 2. Schulstelle zu Jugenheim, Gehalt 771 M. 43 Pf.; die 1. Mädchenschulstelle zu Erbach, Gehalt 1114 M. 29 Pf.; dem Grasen von Erbach-Erbach sleht das Prä— sentationsrecht zuz die 2. Schulstelle zu Heubach, Gehalt 771 M. 43 Pf.; die 2. evang. Pfarrstelle zu Reichels— heim, Gehalt 1390 M. Das Präsenlationsrecht steht dem Grafen zu Erbach-Erbach zu; die 2. und 3. Mädchenschul⸗ stelle zu Alsfeld, Gehalt 942 M. 86 Pf., welcher durch Zulagen sich bis auf 1371 M. 43 Pf. erhöht; zu der erstgenannten Schulstelle steht dem Stadtvorstand zu Als seld das Präsentationsrecht zu; die evang. Pfarrstelle zu Frischborn, Gehalt 1710 M.; die evang. Pfarrstelle zu Nödgen, Gehalt 2788 M. Das Präsentationsrecht steht den Erben des Fuldaischen Geheimeraths von Buseck zu, XVI. Sterbefälle. Gestorben sind: am 23. Juli der Rendant Weber zu Darmstadt; am 14. Aug. der Land⸗ gerichlsdiener Reinhardt zu Grünberg; am 22. Aug. der Pfarrer Scharmann zu Oberau; am 29. Aug. der Forst⸗ wart Kaus zu Weickartshain; am 30. Aug. der Lehrer Fischer zu Lauterbach; am 1. Sept. der Laudgerichtsdiener Leyer zu Langen; am 4. Sept. der Kreisarzt Dr. Dittmar zu Erbach; am 16. Sept. der Zollrendant Hof zu Ober⸗ Ingelheim; am 20. Sept. der Kreisveterinärarzt Fritschler zu Nidda; an demselben Tage der Friedensgerichtsaktuar Dietzsch zu Mainz. Darmstadt. Am 28. Oct. feiern Prinz Alexander und dessen Gemablin in aller Stille das Fest der silbernen Hochzeit auf Schloß Heiligenberg. — Für den Bau- Fonds der Main-Weser-Bahn hatte die Regierung die Summe von 1,000,000 M. im diesmaligen Budget eingestellt und die zweite Kammer war auch für die Bewilligung dieser Summe gewesen. Nachdem indessen die erste Kammer beschlossen hatte, der Regierung nur 800,000 M. zur Verfügung zu stellen, hat, wie wir aus dem neuesten Bericht des Finanz- Aus- schusses entnehmen, dieser Ausschuß einstimmig darauf angetragen, nunmehr auch Seitens der zweiten Kammer den Credit auf die letztere Summe zu reduciren. Einzelne der beabsichtigten Bauten seien nicht so dringlicher Natur. — Der hessische Apothelerverein bereitet eine Eingabe an unsere Regierung vor, um sich gegen die vom Reichskanzleramt beabsichtigte Einführung der rein persönlichen Concession und die Unver— käuflichkeit der Apotheken auszusprechen. Schotten, 5. Oct. Heute wurde an die Stelle des seitherigen Landtagsabgeordneten Schaub, der Oeconom W. Sturmsels von Ulfa gewählt. Berlin. Der Staats-Gerichtshof verurtheilte den Grafen Arnim zu fünf Jahren Zuchthaus. — Das„Berliner Tagbl.“ berichtet:„Wir hören, daß der mehrjährige Bann, der auf der „Kreuz⸗Zeitung“ lag, jetzt von ihr genommen ist. Wahrscheinlich in Folge von Weisungen aus Varzin darf das alt⸗conservative Blatt jetzt an ossieiellen Stellen wieder gehalten werden. Bekanntlich war sogar den Botschaftern und Gesandten des deutschen . 120. —————— 0 Reiches untersagt worden, die Abonnementsbeträge den Legationskassen zu entnehmen. Das Alles hat sich geändert: die„Kreuz⸗Zeitung“ ist überall wieder zugelassen worden.“ In der„Kreuz-Zeitung“ hat sich aber auch Vieles geändert. Seit die Chef- Redaction von Nathusius- Ludom an Dr. Niebel- schütz übergegangen, ist sie ein musterhaft zahmes Organ geworden. — Die„Voss. Ztg.“ veröffentlicht ein Schreiben des Grafen Hompesch an das Berliner Stadt- gericht, wonach die Aussage des Zeugen Matthiä in Sachen Arnim's falsch sei. Hompesch erklärt an Eidesstatt, den Grafen Arnim fast gar nicht zu kennen, mit dem Verleger des Buches„Pro Nihilo“ gänzlich unbekannt zu sein und dasselbe erst nachdem es erschienen, gelesen zu haben. Das- selbe erklärt Graf Waldbott- Bassenheim. Der Buchhändler Schabelitz entkräftet sämmtliche Aus- sagen des Matthiä. Dieser sei bei dem Druck von„Pro Nihilo“ gar nicht beschäftigt gewesen. Schabelitz bedauert, daß Matthiä zu falschen An- gaben verleitet worden sei und solche beschworen habe. — Allerhöchster Bestimmung zufolge soll, wie man dem„Rh. K.“ meldet, der das Kasseler Gym— nasium besuchende Prinz Friedrich Wilhelm zu Beginn des künftigen Jahres, und zwar am 18. Januar, mit 16 anderen Ober-Primanern das Maturitäts- Examen machen. Wilhelmshafen. Die Land-Befestigungen werden durch Anlage von drei detachirten Forts, welche bei Mariensiel, Rüstersiel und Schaar er— richtet werden sollen, bedeutend verstärkt werden; die Submissionen dazu sind bereits ausgeschrieben und dem Vernehmen nach sollen die Forts inner— halb vier Jahren hergestellt werden. Schwerin. Der ordentliche Landtag ist auf den 15. November ausgeschrieben. München. Im Hinblick auf die Reichstags: wahl ist eine vollständige Einigung der extremen und gemässigten Ultramontanen beschlossen. Im Wahl⸗Comite sitzen Sigl und der Casino-Vorstand Graf Arco. Karlsruhe, 5 General Synode Sept. Die evangllische wurde heute vom Präsidenten des Oberkirchenrathes, Nüßlin, eröffnet. Die angekündigten Vorlagen betreffen die Gehalts- erhöhung für Hülfsgeistliche, Penstonen und Witt— wengehalt. Sämmtliche Wahlen wurden für gältig erklärt. Zu ihrem Präsidenten wählte die Synode den Synodal-Abgeordneten Freitag. Der Synode sind serner folgende Vorlagen zugegangen; betr. die Diäten der Synodalmitglieder, das Einkommen der Pfarrer, die allgemeinen kirchlichen Ausgaben, die militärkirchlichen Verhältnisse und der Bericht des Oberkirchenraths über das Kirchenvermögen und die Entwicklung der Landeskirche. Es sind 5 Abtheilungen gewählt und zwar: für biblische Geschichte, Agende, Katechismus, Verfassungsfragen und ökonomische Vorlagen. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Heute sind die Minister Graf Auersberg und Lasser zu den Verhandlungen wegen Formulirung der Aus- gleichgesetze nach Buda⸗Pest abgereist. — Wie in hiesigen Regierungskreisen verlautet, wäre ein Vorschlag wegen Zusammentretens einer europäischen Conferenz bisher von keiner Seite formell aufgestellt, ein solcher scheine lediglich französischen und englischen Staatsmännern vorzu— schweben. Pest. Die ungarische Regierung hat die Betheiligung Ungarns an der Pariser Weltausstell— ung beschlossen; zumeist sollen landwirthschaftliche, Forst⸗ und Bergwerks Erzeugnisse ausgestellt wer— den; die Kosten für die Vorarbeiten sollen durch freiwillige Beiträge der Großgrundbesitzer aufge— bracht und von Seiten des Staates ein kleiner Zuschuß gewährt werden. — Dem Abgeordnetenhause wurde vom Finanz- minister das Budget für 1877 vorgelegt; die Aus- gaben desselben sind bezüglich des Ordinariums ziemlich die nämlichen wie für 1876; die vor genommenen Reductionen betragen unter Berück— sichtigung der nothwendigen Mehrausgaben 4½ Millionen Gulden. Die Bilanz stellt sich wie folgt: sund letztere geneigt sei, dies zu gewähren. Ausgaben 233 Millionen, Einnahmen 218 Millio- nen, mithin Deficit 15 Millionen Gulden, welches der Finanzminister ohne Aufnahme einer Anleihe durch Verwerthung von Eisenbahn- Obligationen, durch Emission von Rente bis zur Höhe der jähr- lich zu amortistrenden Staatsschulden- Quote und durch Mittel aus den gemeinsamen Aetiven decken will. Die Budget- Vorlage wurde beifällig auf⸗ genommen. — Auf Antrag des Ministeriums hat das Abgeordnetenhaus beschlossen, nach Erledigung der Angelegenheit des Abg. Mileties die Sitzungen bis Anfangs November zu vertagen; die Finanz- und die Justiz⸗Commission werden jedoch ihre Arbeiten fortsetzen. Großbritannien. London. Steinsfeld, unter dem Ministerium Gladstone Präsident des Gemeinde Verwaltungs Collegiums, hat sich in einer Zuschrift an das Comite für die orientalischen Angelegenheiten zu Westminster für Fortsetzung der Agitation in Bezug auf die von den Türken verübten Greuelthaten und für Erlangung that— sächlicher Garantien zum Schutze der Christen in der Türkei ausgesprochen. — Der Rath des Vereins der City ⸗Conser- vativen hat Anträge angenommen, worin Ver— trauen zur Regierung ausgedrückt und die Ein— berufung des Parlaments für unnöthig erklärt wird. — Das auswärtige Amt veröffentlicht eine Depesche Lord Derby's an den Botschafter in Constantinopel, Elliot, betreffend die von den Türken verübten Greuelthaten. Die britische Re— gierung spricht darin ihr Bedauern aus, daß durch die eingegangenen amtlichen Berichte diese Greuel— thaten, welche durch keinerlei politische Rücksichten sich rechtfertigen lassen, vollauf bestätigt seien, und ertheilt Elliot die Anweisung, dem Sultan das Ergebniß der Untersuchungen des Botschafts-Secre— tärs Baring und die Namen der Urheber dieser Missethaten mitzutheilen; auch solle Elliot auf Bestrafung bezw. Entschädigung, sowie auf Ge— währung von Garantien für künftige Sicherheit der christlichen Bevölkerung dringen. Schließlich wird in der Depesche die Ernenn ang eines energischen Special Gouverneurs von Bulgarien befürwortet welcher, wenn auch nicht selbst christlicher Religion, doch das Vertrauen der Christen genieße. Spanien. Madrid, 6. Oct. Alonso Martinez, früherer Justizminister, hat eine geistvolle Interpretation des Artikels 11 der Verfassung in einem für die Protestanten günstigen Sinne ge— schrieben. Italien. Rom. Die Kammer ist durch königliches Decret aufgelöst worden. Die Neu- wahlen finden am 5. und 12. November, der Zusammentritt der neuen Kammer am 20. Novbr. statt.— Ein Vertreter der Schweiz wird wegen der Verhandlungen wegen des Handelsvertrages am 20. October hier erwartet. Türkei. Constantinopel, 5. October. Der britische Botschafter, Sir Henry Elliot, überreichte heute in seierlicher Audienz dem Sultan seine neuen Creditive und hatte sodann in Gegen- wart des Ministers des Aeußern eine Privat- Audienz bei dem Sultan.— Der neulich zum Handelsminister ernannte Riza Pascha wird Minister ohne Portefeuille. — 6. Oct. Von unterrichteter Seite wird bestätigt, daß die Mächte zunächst an die Pforte eine Sommation richten, mit Montenegro und Serbien Waffenstillstand abzuschließen, auch die Forderung der Autonomie der drei Provinzen wieder geltend machen, gleichzeitig jedoch durch Druck auf Serbien die definitive Annahme des etwaigen Waffenstillstandes herbeizuführen beab⸗ sichtigen. Betreffs der Stimmung in Ungarn wird bemerkt, die anfänglich sehr bedeutende Er— regung habe einer kühleren Erwägung der Situation Platz gemacht. Nach einer Meldung der„Presse“ aus Belgrad hätten die Türken am 4. d. M. die Offen- sive ergriffen, auf der ganzen Linie sei gekämpft, das Resultat noch nicht bekannt. Verschiedene Zeitungen theilen mit, daß der Fürst von Montenegro die Abtretung des Zeta⸗Thales von der Pforte fordere berichtet aus Ragusa, ein Separat-Frieden zwischen völkerung in der Türkei stattgefunden, wobei auch Montenegro und der Pforte stünde in sicherer Aussicht, wenn auch der formelle Abschluß für spätere Zeit vorbehalten sei. Nach Mittheilungen aus türkischer Quelle beruhen diese Meldungen vorläufig auf Combinationen. — Man schreibt von Wien: Es ist nun kein Zweifel mehr gestattet, daß alle Großmächte, um Rußlands Kriegs⸗Erklärung an die Türkei hintan⸗ zuhalten, eine gemeinsam energische Drohung gegen die Pforte durch eine Flotten-Demonstration aus- führen wollen. Oesterreichs Theilnabme hieran wird heute bereits hochofficiös angekündigt, und es erscheint wenig wahrscheinlich, daß England allein von der Action sich ausschließen sollte, Merkwürdig dabei ist, daß eine österreichische Stimme das Einfahren in den Bosporus signali⸗ sirt, allerdings mit dem Beisatze, es werde hoffent⸗ lich genügen, daß alle Flaggen an der Punta di Seraglio erscheinen, um„den Starrsinn der Pforte zu brechen“, und es werde in Folge dessen auch nicht ein Mann der österreichischen oder der russischen Armee türkischen Boden zu betreten brauchen. Hierin liegt das Geständniß, daß die beabsichtigte De— monstration nur ein Ersatz für die österreichisch⸗ russische Intervention sei, die man in Wien erst in allerletzter Linie in Anwendung bringen will. Die Meldung, daß über eine eventuelle Occupation der aufständischen türkischen Provinzen, nämlich Bul⸗ gariens durch Rußland, und Bosniens wie der Herzegowina durch Oesterreich, unter sämmtlichen Mächten bereits eine Vereinbarung erzielt sei, wird in Petersburger Kreisen als ein der Be⸗ stätigung bedürfendes Gerücht angesehen; ebenso sei die Meldung englischer Blätter, daß an einer etwaigen Flotten Demonstration nur russische und österreichische Schiffe theilnehmen würden, durchaus irrig, da von vornherein bei einer derartigen Eventualität die Mitwirkung sämmtlicher Groß- mächte beabsichtigt gewesen sei. — 6. Oct. Die„Pol. Corr.“ meldet aus London, die Pforte wäre zu einer weiteren Ver— längerung der Waffenruhe nur unter der Beding— ung bereit, daß der Zuzug nach Serbien von Außen aufhöre. In der diesbezüglichen bindenden Zusage Rußlands erblicke aber das britische Cabinet momentan die brennendste Schwierigkeit. Die Mission des General- Adjutanten Sumarokoff sei den russischen Botschaftern durch eine russische Circulardepesche mitgetheilt worden, ohne daß auf das Wesen des Ohjects der Mission näher einge⸗ gangen sei. Montenegro. Cettinje, 5. Oct. Eine Abtheilung Insurgenten und Montenegriner griff gestern Abtheilungen von Mukhtar Pascha's Arriste⸗ Garde auf dessen Rückzugslinie bei Vrbno, Du⸗ bochano, Jasen und Kravica an und schlug die⸗ selben, wobei sie diese Ortschaften besetzte. Die Türken zogen sich auf Gorica zurück. — 7. Oct. Die„Int, Telegr. Ag.“ meldet aus Ragusa, daß Montenegro die Verlängerung der Waffenruhe bis zum Abschlusse eines Waffen⸗ stillstandes bewilligt habe. Die Pforte habe nach viertägigem Zaudern gestern die Bedingung Mon⸗ tenegro's, daß die Verproviantirung der cernirten türkischen Forts nur unter Controle von Mon- tenegro geschehen dürfe, angenommen. Somit be stehe zwischen der Pforte und Montenegro neuer dings auf unbestimmte Zeit Waffenruhe und sei dies Resultat den Bemühungen des englischen Consuls Mousson zu danken. Serbien. Belgrad, 6. Okt. Das Gros Tschernajeff's befestigt sich auf dem linken User der Morawa von Sevetinesow bis Veliki⸗Siljegovae. Die Türken haben sich gleichfalls verschanzt. Die Timok Armee ist in der Richtung auf Knjazevat und Pljevac abmarschirt. Vor Alexinatz herrscht Ruhe. Rumänien. Bukarest. Zur Begrüßung des Kaisers von Rußland begibt sich eine aus dem Minister⸗Prästdenten, dem Kriegs-Minister, dem Hofmarschall und einem Flügel- Adjutanten des Fürsten bestehende Gesandtschaft nach Livadia. Griechenland. Athen, 6. October. In Patras, Nauplia, Zante und Piraeus haben Man Demonstrationen zu Gunsten der griechischen Be⸗ renom! Gi hessen Anklag von Ol handlu gegen schwere Tage. wegen Am 4 dotzun setze, 1 sehß Fabi! gefordert wurde, die Regierung solle militärische Vorbereitungen treffen; die Bewegung ist noch im Wachsen. Die gegen mehrere frühere Minister erhobene Anklage wegen Wahlumtrieben wurde vom Gerichtshofe sallen gelaffen. Rußland. Petersburg, 6. October. Dem„Herold“ zufolge wäre der Botschafter zu Constantinopel, General Ignatieff, wieder nach Livadia berufen, wo auch General- Adjutant Su— marakoff, dessen Sendung vom besten Erfolg ge— krönt sei, gestern erwartet wurde. — Nach Mittbeilungen aus Belgrad wäre die Stellung des russischen General-Consuls Karzoff in Belgrad gefährdet, da Karzoff die dortigea officiellen Kreise sowie den General Tschernajeff aufgemuntert habe, die Waffenruhe abzulehnen und hierdurch russisches Blut unnütz vergossen worden sei. Da befürchtet werde, daß Karzoff die Friedens Verhandlungen nicht mit der gehörigen Energie betreiben werde, so sei seine Abberufung nicht unmöglich. Aus Stadt und Land. —r. Friedberg. Die Aussichten für den am 23. und 24. October d. J. dahier statifindenden Fohlen⸗ und Pferdemarkt gestalten sich sehr günstig. Schon jetzt sind eine große Anzahl von Fohlen und Pjerden für den Markt angemeldet und gehen lagtäglich Anfragen von renommirten Pferdehändlern(Käufern wie Verkäufern) ein. Gießen. Der Schwurgerichtshof der Provinz Ober— cessen vom 4. Quartal 1876 hat in den nachbemerkten Anklagesachen erkannt: Am 2. Oct. gegen C. Gonser IV. won Ober⸗Kleen wegen Diebstahls auf Vertagung der Ver⸗ handlung bis zum 10. d. Mts. Denselben, Nachmittags, gegen Conr. Wagner II. von Södel wegen Versuchs eines schweren Diebstahls, Gefängnißstrafe von 4 Monaten, 15 Tage. Am 3. Oct. gegen Ph. Renner von Heuchelheim, wegen Körperverletzung, Gefängnißstrase von 6 Monaten. Am 4. Oct. gegen H. Pröscher von Scholten, wegen Dieb⸗ ssiahls, Gefängnißstrase von 1 Jahr und gegen G. Meran⸗ don von da wegen Hehlerei, Gefängnißstrafe von 4. Wochen. Bezüglich der ebenfalls der Hehlerei angeklagten G. Meran⸗ dons Ehefrau wurde die Verhandlung wegen eingetretenen Hindernisses bis zum 1. Quartal 1877 vertagt. Am 5. Oct, gegen H. Döring J. von Rebgeshain, wegen Diebstahls, Gefängnißstrafe von 1 Jahr 2 Monaten. Be⸗ michtigung: Statt der für Samstag den 7. Oct. bereits worgesehenen Sachen werden zur Verhandlung kommen: Am 77. Oct., Vormittags 8 Uhr, gegen H. Sang von Sichenhausen, wegen Versuchs der Nothzucht; Vertheidiger(noch nich! be⸗ sflellt). Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Conrad Roth und Cons. von Wallentod wegen Urkundenfälschung; Vertheid.(noch nicht bestellt). II. Woche. Antlagen: Am D. Oct., Vormittags 8 Uhr, gegen H. Hütsch von Schlitz wegen Meineids, Verth. Adv. Dr. Rosenberg und gegen Chr. Müller von da wegen Anstistung hierzu, Veriheid. Advokat Dr. Schwarz. Am 10. Vormittags 8 Uhr gegen T. Gonter IV. von Ober⸗Gleen wegen Diebstahls, Verth. Adv. Thorwart. Darmstadt, 6. Oct. Die strikenden Droschkenkutscher ollen um eine Verlängerung der ihnen gewährten, bereits gestern abgelaufenen Bedenkzeit eingekommen sein. Darmstadt, 6. Oct. Gestern wurde ein in der Franksurterstraße wohnhafter Büchsenmacher, welcher sich Sem Stadtgerichtepersonal, das bei ihm eine Pfändung vorzunehmen halte, mit scharf geladenem Revolver wider⸗ etzte, verhaftet. Eberstadt, 5. Oct. Gestern Abend 10 Uhr brach gier Feuer aus, welches ein Wohnhaus nebst Stallung in Asche legte. Allerlei. Marburg, 7. Oct. Heute Vormittag wurde eine Frau in hiesiger Stadt wegen Verdachts des Kindesmordes Herhaftet. Bei der Haussuchung sand sich die Leiche des neugeborenen Kindes, schon mehrere Tage alt, in einer Schachtel im Wäschschranke vor.. München. Der König hat zwei Todes-Urtheile be— fätigt. Das erste betrifft den ledigen Metzger⸗Gesellen Hläsgen, welcher am 28. December v. J. auf der Straße wischen Forstenried und Sendling einen ledigen Gütlers— Sohn erschlagen und dessen mit Holz beladenes Fuhrwerk ich angeeignet, sowie dem Ermordeten Baarschaft, Uhr u. s. w. abgenommen hat. Gläsgen hatte bereits wegen Brand⸗ bistung im Zuchthaus 1½ Jahre verbracht. Das zweite Lobes Urtheil wurde gegen den vormaligen Taglöhner und nunmehrigen Zuchthaus⸗Sträfling Ruf erlassen. Der⸗ elbe hatle am 4. Februar d. J. dem Gefäugniß⸗Wärter nit einer Schneiber-Scheere 27 derartige Wunden beige⸗ bracht, daß derselbe nach wenigen Tagen starb. Im Jahre 870 ermordete der damals 19 Jahre alte Ruf, ein mit Laufzeltel aus dem Regiment gestoßener und bereits zwanzig⸗ mal gestrafter Tambour, die Versetzerin Natterer in der Naria-⸗Gasse bahier. Damals konnte die Todesstrafe wegen einer Minderjährigkeit über ihn nicht verhängt werden. Bremen, 7. Oct. Dr. Finsch telegraphirt von der birischen Expedition aus Tobolst von gestern Abend: Soeben wohlbehalten mittelst Dampfer von Samarowa, as wir am 26. September erreichten, hier angekommen. Dir durchfuhren mit dem Ruderboot den Tschutscha und rangen zu Fuß bis zur Baiderata-Bucht vor. An⸗ gesichts des Karabal waren wir gezwungen, umzukehren. Ausführlicher Bericht und reichliche Sammlungen folgen. Wien, 7. Oct. In heutiger Schwurgerichts⸗Verhand⸗ lung gegen den Dr. Sringmühl ist derselbe wegen Ehren⸗ Beleidigung des deutschen Kaisers freigesprochen, wegen Beleidigung des Fürsten Bismarck zu dreimonatlichem Kerker verurtheilt. Handel und Verkehr. Gießen. Auf dem letzten Biehmarkt waren aufge- trieben: 709 Stück Rindvieh und 1274 Schweine. Grünberg, 7. Oct. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betitagen: Waizen 12 M. 12 Pf.; Korn 10 M. 2 Pf.; Gerste 8 M. 70 Pf.; Hafer 7 M. 57 Pf.; Molter— M.— Pf.; Erbsen 9 M. 32 Pf.; Linsen— M.— Pf.; Samen 17 M.— Pf.; Kartoffeln — M.— Pf. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 50 Kilo= 100 Pfund. Frankfurt, 5. Oct. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 22. Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 26., do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen, hiesiger, M. 24.50. fremder je nach Qualität M. 18—22., Korn M. 17.75 bis 18.25., Gerste M. 17.50—19.—., Hafer M. 1718.50. Kohlsamen M. 36., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 21 bis 23., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 77. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo. Frankfurt, 7. Oct. In Folge starker Nachfrage aus Würtemberg haben die Aepfel bedeutend im Preise angezogen; dieselben wurden das Malter mit 9—12 M. bezahlt. Der heutige Heu- und Strohmarkt war ziemlich befahren. Heu kostete per Centner je nach Qualität M. 5—6., Stroh per Centner M. 5—5.30. Butter 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1.50—60., 2. Qual. M. 1.40—43., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.70., 2. Qual. M. 1.60. Eier das Hundert M. 6.30. Kartoffeln per 200 Zoll Pfund M. 5—6. Mainz, 7. Oct. Producten-Markt. Waizen per Nov. 20.60, per März 21.45. Korn per Nov. 15.50, per März 16.40. Hafer ver Nov. 16.50, per März 16.70. Rüböl per Oct. 38.40, per Mai 37.70. Marburg, 7. Oct. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.30— 1.50. Eier pr. Stück 6—8 Pf. Käse per Stück 8—10 Pf. Tauben das Paar 50-60 Pf. Hähnchen per Stück 50—60 Pf. Hühner per Stück 70 Pf. bis 1 M. Enten per Stück Mk. 1.40— 1.50. Hasen per Stück M. 2.50—3.—. Gäuse per Stück M. 2— 3.50. Landwirthschaftliches und Gewerbliches. Mittel gegen die Kleeseide. Der„Wiener landw. Zeitung“ entnehmen wir Folgendes:„Da wir im vorigen Jahre keinen Mangel an Arbeitskräften hatten, ließ ich einen großen Theil der Ernte gleich auf dem Felde mit der Maschine ausdreschen, namentlich die Gerste. Da ich nun grundsätzlich Gerstenspreu niemals als Futter ver⸗ wende, so ließ ich dieselbe auf den anstoßenden Luzernklee— schlag, welcher gerade abgemäht war, auf Fingerstärke auf⸗ streuen. Ohne daß ich es früher ahnte, hatte ich die Freude, nachstehende Beobachtung machen zu können: Schon in einigen Tagen fand ich die Kleeseide an den mit Gersten— spreu bestreuten Stellen wie verbrannt und diesen lästigen Schädling der Kleefelder dem Aussterben nahe. Einige Stellen waren so mit dem Unkraute überwuchert, daß die Kleepflanzen fast ganz unterdrückt waren, aber noch in demselben Herbste erholten sie sich prächtig und wuchsen beuer üppig weiter. Ich versuchte, dieses Mittel weiter anzuwenden, und fand denselben günstigen Erfolg. Namentlich vortheilhast wendete ich es an auf neuen Klee— feldern. Gleich im Herbste fand ich im Stoppelklee dieses Unkcaut, streute Spreu darauf aus und fand keine Spur mehr von Kleeseide im nächsten resp. heurigen Frühjahre. Ich glaube die einfache Erfahrung allen Fachgenossen nicht fl vorenthalten zu dürfen.“ Gasbrunnen. Die Amerikaner haben es bequem: in der Oelregion gibt es viele Ortschaften, die mit natür— lichem Gas beleuchtet werden. Die leichten Theile des Erdzis Naphtha und Gasolin sammeln sich oft in solcher Menge gasförmig an, daß sie eine Gasfabrik vollständig ersetzen. Bei Matton in Illinois ist eine Farm, welche mit solchem Gas nicht blos beleuchtet, sondern auch geheizt wird. Der Besitzer grub einen Brunnen und bohrte nach Wasser; statt dessen kim ein starker Strom von Gasdämpfen heraus der angezündet 30 Fuß hoch brannte und meilen⸗ weit zu sehen war. Sosort legte man Rohren, faßte die Quelle und seiidem hat der Besitzer kein Stück Holz, Kohle, noch Kerze gekauft! Alles ersetzt ebenso reinlich als ange— nehm das natürliche Petroleumgas. Derartiges kennt man indeß schon lange in den Naphtharegionen Asiens, östlich vom kaspischen Meer; das ausströmende Gas dient zwar meist religiösen Gebräuchen, wird aber auch für praktische Zwecke verwandt. Hubert's Verfahren der Conservirung des Holzes. Nach Hubert besteht das beste Mittel, Holz, welches der Feuchtigkeit ausgesetzt ist, besonders das Holz der Eisenbahnschwellen, vor der Zerstörung durch Ver— modern ꝛc. zu schützen, darin, lange und dünne eiserne Nägel mit breiten, flachen Köpfen hineinzuschlagen. Legt man so vorgerichtetes Holz in die Erde, so rosten die Nägel, und der Rost verbreitet sich gleichmäßig und dauerhaft durch das Holz und schützt dasselbe. Man kann die Schwellen auch mit Eisendraht umwickeln. Hubert bat durch dieses Mittel Hölzer, welche er in die feuchte Erde versenkt hatte, fast 15 Jahre lang unversehrt erhalten. Zur Beachtung für Hausfrauen. Fast überall ist es gebräuchlich, daß die Hausfrauen auf dem Lande den in der Wirihschaft nöthigen Runkelrübensamen selber ziehen. Daß zu diesem Zwecke vorjährige Rüben ale Samenrüben ausgepflanzt werden, ist bekannt, auch steht es fesi, daß, namentlich wenn man die Rüben durch Kern⸗ stecken erzielen will, darauf zu sehen im, daß man sich eines vollkommen ausgewachsenen und kräftigen Samens bedienen muß. Mit Rücksicht darauf zieht man die Samenrüben nicht, wie es noch so häufig geschieht, auf derselben Stelle Landes, indem die Samenrüben, wiewohl sie keine neuen Wurzeln mehr bilden, doch dem Boden viel Stoffe entnehmen, die ihm nicht sofort in passender Form zurückgegeben werden können. Im Anschlusse an diesen Umstand kam gelegentlich einer Conversation der in Worms studirenden Oekonomen wiederholt auf die Runkel⸗ rübensamenzucht die Rebe, und es wurde dabei auf Grund genauer Beobachtungen mitgetbeilt, daß der Runkelrüben⸗ samen außerordentlich an Vollkommenheit gewinne, wenn man die samentragenden Stengel geizt, d. h. ihre mit⸗ unter sehr stark werdenden Seitentriebe, die keinen Samen tragen, unmittelbar nach der Blüthe abschneidet. Da nun dieses Verfahren im Allgemeinen nicht beobachtet wird, so möchten wir nicht unterlassen, unseren ländlichen Haus⸗ frauen freundlichst zu empfehlen, im nächsten Frühjahre dieses Verfahren versuchsweise zu erproben. Gutes Rauchfleisch. Um ein recht wohl⸗ schmeckendes Rauchfleisch herzustellen, wird das zu räuchernde Fleisch dem frischgeschlachteten Thiere warm entnommen, sogleich in einem zuvor bereiteten Gemenge von 1 Theil gepulverten Salpeter und 32 Thetlen Kochsalz gehörig herumgewälzt, dann überall mit so viel Roggenkleie be⸗ streut, als irgend daran hängen bleiben will und entweder unmittelbar, oder in eine einfache Lage von Druckpapier eingewickelt, in den Rauch gehängt. Die Kleie hält die brenzlichen Bestandtheile des Rauches ab und verhütet zugleich das allzu starke Ausktocknen des Fleisches durch die Wärme. Das auf diese Weise dargestellte Rauchfleisch besitzt eine dem stark geräucherten Lachs ähnliche Farbe, es schmeckt bei Weitem angenehmer, als das in gewöhnlicher Weise bereitete und conservirt sich auf lange Zeit. Schwarze Beize auf Holz von Ed. Lauber. Von Paris aus kommt seit einiger Zeit eine sogenannte Ebenholzbeize, die kalt angewendet wird und daber vor anderen Beizen, welche warm angewendet werden müssen, den Vorzug verdient, zu verhältnißmäßig sehr hohem Preise (2,75 M. pro Liter) in den Handel. Nach E. Lauber läßt sich dieselbe in folgender Weise berstellen: Man löst so viel Blauholzextract in heißem Wasser, bis die Lösung 100 C. zeigt, mischt 5 Liter dieser Lösung mit 2½ Liter holzessigsaurem Eisen von 110 C. und ½ Liter Essig⸗ säure von 20 C., erwärmt. das Ganze eiwa eine Viertel⸗ stunde lang, worauf die Beize zum Gebrauch fertig ist. Die kalt anzuwendende Beize muß bei weniger dichten Hölzern noch mit etwas Wasser verdünnt werden. Verloosungen. 4pCt. Oesterreichische fl. 250⸗Loose von 1854. Gewinn⸗Ziehung vom 2. Ociober 1876.— Heimzablung am 31. Dezember 1876. Serie 289 Nr. 23 fl. 40,000. S. 437 Nr. 16 fl. 5000. S. 136 Nr. 6, S. 539 Nr. 39, S. 864 Nr. 8, S. 2874 Nr. 1, S. 3987 Nr. 50 2 fl. 2000. S. 437 Nr. 32, S. 864 Nr. 13, S. 1869 Nr. 18, S. 3241 Nr. 25, S. 3987 Nr. 45 à fl. 1000. S. 53 Nr. 25, S. 136 Nr. 1, S. 289 Nr. 17 18 33 34 43, S. 368 Nr. 39 42 44 S. 437 Nr. 34, S. 608 Nr. 1 43 S. 794 Nr. 22 32. S. 864 Nr. 2, S. 955 Nr. 8 46, S. 1266 Nr. 26 35, S. 1307 Nr. 16 26, S. 1682 Nr. 11 39 40, S. 1825 Nr. 13 24 32, S. 2310 Nr. 2 14 36, S. 2461 Ne. 47, S. 2874 Nr. 49, S. 3214 Nr. 8, S. 3241 Nr. 50, S. 3277 Nr. 2 20 50, S. 3404 Nr. 23 46, S. 3474 Nr. 11 19 43, S. 3499 Nr. 5 39 42 44, S. 3588 Nr. 43, S. 3633 Nr. 18, S. 3987 Nr. 1 à 400 fl. Alle übrigen Nr. in den am 1. Juli 1876 gezogenen Serien erhalten den geringsten Gewinn von 300 Braunschweiger Thlr. 20 Loose vom Jahre 1868. Gewinn-Ziehung vom 30. September 1876. Heimzahlung am 31. Dezember 1876. Serie 9358 Nr. 15 M. 120,000. S. 4893 Nr. 39 M. 15,000. S. 7139 Nr. 2 M. 9000. S. 561 Nr. 27 M. 2400. S. 432 . 34, S. 561 Nr. 31, S. 1092 Nr. 27 50, S. 1469 . 8, S. 1704 Nr. 35 46. S. 1759 Nr. 8, S. 2718 . 10 15, S. 4837 Nr. 10, S. 5087 Nr. 11, S. 5346 . 45, S. 6051 Nr. 2, S. 6154 Nr. 19, S. 6587 ae S 997 Nr. 25,. 8020 Nr. 17, S. . 24, S. 8797 Nr. 4 17 45 3 M. 300. S. 561 . 50, S. 1759 Nr. 33 35, S. 1767 Nr. 40, S. 2688 Nr. 21, S. 4202 Nr. 13 47, S. 4454 Nr. 16, S. 4893 Nr. 4, S. 4994 Nr. 17 30 50, S. 5087 Nr. 16 29, S. 6051 Nr. 31, S. 6154 Nr. 38 42, S. 7139 Nr. 10, S. 7230 Nr. 39 46, S. 8318 Nr. 7, S. 8658 Nr. 24, S. 8797 Nr. 26, S. 9670 Nr, 8 M. 75. Alle übrigen Nummern in den am 1. August 1876 gezogenen Serien erhalten den geringsten Gewinn von M. 66. 4pCf. vorm. nassauisches Staats- Anlehen von 1859. Ziehung vom 11. September 1876. Per 1. Januar 1877 rückzahlbar. Lit. A. Nr. 422 55 522 35 714 839 919 52 à fl. 100. Lit. B. Nr. 51 89 419 507 683 817 76 à fl. 200. Lin. C. Nr. 17 109 207 376 84 à fl. 300. Lit. D. Nr. 4 62 213 14 462 610 704 883 920 1043 502 795 827 48 911 76 82 2090 à 500 fl. Lit. E. Nr. 24 83 310 64 5 fl. 1000. Per 1. Juli 1877 rückzahlbar. Lit A. Nr. 44 75 306 442 538 610 719 83 821 941 à fl. 100. Lit. B. Nr. 8 76 101 53 65 79 224 497 696 à fl. 200. Lit. O. Nr. 59 186 343 45 à fl. 300. Lit. D. Nr. 18 56 65 140 72 295 476 500 789 836 916 1269 88 503 76 607 831 936 à fl. 500. Lit. E. Nr. 270 301 472 97 à fl. 1000. . b Iriedberg. Versteigerung von Grundstücken und Gebäulichkeiten in der Gemarkung Dorheim bei Friedberg. 3205 Mittwoch den 18 October d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen die zum früheren Dorheimer Braunkohlen⸗ bergwerk gehörenden, in der Dorheimer Gemarkung ge— legenen, ungefähr 180,000 O Meter haltenden Grund⸗ stücke und Gebäulichkeiten, als: I. die ehemalige Bergmeister- und Bergkassier-Wohn⸗ ung nebst dazu gehörendem 4343 UU Meter ent— haltenden Hofraithegrund; II. die frühere Obersteiger Wohnung nebst Zechenstube mit 2221[OMeter Hofraithegrund und das übrige in der Dorheimer Gemarkung gelegene Bergwerksgebäude mit Ausschluß der noch darauf bfindlichen, zum Abbruch bestimmten Gebäude auf dem Rathhause zu Dorheim öffentlich an den Meist— bietenden versteigert werden. Die unter 1 und 11 genannten Gebäude werden ein— mal mit den dabei gelegenen Parzellen, das anderemal ohne Grund und Boden auf den Abbruch ausgeboten. Sämmtliches Gelände wird zuerst parzellenweise ohne die darauf befindlichen Gebäude und sodann im Ganzen mit Einschluß der unter 1 und 11 genannten Gebäude ausgeboten. Die näheren Bedingungen werden bei der Versteigerung bekannt gemacht, können jedoch auch vorher an den ge— wöhnlichen Wochentagen, Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr, auf unserem Amts⸗ local eingesehen oder gegen Erstattung der Copialgebühren von uns bezogen werden. Litographirte Abdrücke des Versteigerungsplanes sind zu 10 Pfennig pro Exemplar sowohl von uns, wie von Großherzoglicher Bürgermeisterei Dorheim und Groß⸗ herzoglicher Bergkasse zur Grube Ludwigshoffnung, bei welchen ebenwohl die Bedingungen aufliegen, zu ehen Bad⸗Nauheim am 2. Oktober 1876. Großherzogliches Bergamt Dorheim. Oblig ations- Ve rloosung. 3277 Bei— heute stattgehabten Verloosung der für das Jahr 1876 zur i i III. Obligationen aus dem Anlehen bei Simon Lindheimer 1835 wurden die durch das Loos in Friedberg vom 1. Januar Nr. 70 und 74, jede über 200 fl., gezogen. Durch Rückgabe der quittirten Obligationen und der noch nicht fälligen Zinscoupons wollen die Besitzer dieser Obligationen diese Beträge am 31. Dezember l. J. bei hiesiger Gemeindekasse in Empfang nehmen, da mit Mefee Tag die Verzinsung aufhört. Heldenbergen den 6. Oktober 1876. Großherzogliche ne Hel denbergen. Löhner. Restaurant und Familie! Der nach den neuesten medicinischen Lehren vielfach preisgekrönte und durch enormen Absatz berühmte 5 ärztliche Magenbitter gen. Lestomac von Dr. med. Schrömbgens, prakt. Arzt in Koldenkirchen, wird von den bedeutendsten Professoren der Medicin und Chemie der größten deutlschen Universitäten als ange— nehmer und gesunder Liqueur empfohlen. Zu haben in Friedberg bei Herrn W. Berubeck, in Nauheim bei Wige J. Weiß. 783 Steinkohlen bester Oualitat, Ia mel. stückreiche Flammkohle per Ctr. 14815 Gesieb. Stückkohle per Ctr. f 70 45 Nuß⸗ und Knabbelkohle per Ctr. A M.. 25 Gesieb. Schmiedekohle per Ctr. 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